• hallo michel,

    willkommen hier im forum.

    einige sätze in deinem post stimmen mich nachdenklich:

    Zitat

    ich bin als Angehöriger einer Alkoholikerin zum Angehörigen-Semniar am Freitag den 09.02.2007 eingeladen

    möchtest du da hin? so richtig hab ich ja nicht den eindruck :oops:, aber vielleicht täusche ich mich auch. ich kenne solche seminare nicht, weiß nur, wie ich mich als angehörige in einer selbsthilfegruppe fühle. ich lerne dort viel, weil ich etwas lernen möchte. weil ich für mich damit klarkommen möchte, dass mein partner trinkt (jetzt: getrunken hat). ich mache das für mich, weil ich es für mich will. nicht weil ich "eingeladen" wurde. willst du das auch für dich? dass so etwas als seminar hart wird, kann ich mir vorstellen, wenn man ehrlich (miteinander) redet, aber wie es genau läuft, weiss ich nicht.

    zum zweiten:

    Zitat

    Bis vor kurzem hatten wir öfter streit auch dadurch das bei mir eine Online-Sexsucht festgestellt wurde.
    Am Anfang kam meine Frau damit angeblich einigermassen klar. Nach vorstellung Ihres Suchberichtes hat sich alles geändert. Sie weiss nicht mehr ob Sie mich liebt, kann keine Nähe oder Küsschen zulassen.

    also, mal aus meiner ganz persönlichen sicht: wenn ich wüsste, dass mein partner onlinesex betreibt, würde ich mit ihm auch keine nähe mehr wollen. ich würde dann überhaupt nicht mehr mit ihm zusammen sein wollen. letztlich würde ich mich damit so fühlen, als habe er eine reale geliebte, und ich hätte keine lust, meinen mann zu teilen. aber das ist - wie gesagt - nur meine persönliche meinung.

    gruß

    lavendel

  • hallo ,

    das angehörigenseminar war meiner meinung nach nicht so hart, wie das forum hier.

    es wurden so fragen besprochen, wie man mit seinem partner nach der therapie am besten umgeht, ein paar ernährungsfragen wurden geklärt...

    letztendlich hat mich das seminar schon nach unten gezogen, weil ich verstanden habe, dass mein partner auch nach der therapie weiter trinken kann.

    auf die co-abhängigkeit wurde jedoch nicht weiter eingegangen, im mittelpunkt stand der alkoholiker mit seiner krankheit.

    gruß apfel

  • hallo michel,

    ich habe trotzdem das gefühl, dass viele angehörige in dem glauben sind, dass ihr partner nicht mehr zur flasche greift. im glauben,
    der angehörige war ja jetzt zur therapie und alles wir gut.
    hast du dir schon überlegt, was du machen wirst, wenn sie weitertrinkt?

    naja, bei dem seminar haben mich noch mehr sachen traurig gemacht....das thema suchtverlagerung, z.b.durch einnahme von medikamenten. mein ex hatte ja beruhigungstropfen zu sich genommen. dann so ratschläge, nicht alkohol wegkippen, die holen sich neuen. ...aber das trifft jeden individuell.
    man kommt sich vor, als hätte man zu viel falsch gemacht.

    übrigens waren bei meinem seminar nur die angehörigen anwesend.

    gruß apfel


    gruß apfel

  • hallo michel!
    in einem partnerschafts seminar wird der dialog zwischen den partnern gesucht unter beisein eines erfahrenen therapeuten/in. es soll dabei herausgefunden werden welche störungen waren und wie man später damit umgeht. dabei wird die vergangenheit noch mal im mittelpunkt stehen und dadurch werden tränen rollen. wenn du schreibst,das deine frau angst hat und nicht mit dir im hotel übernachten möchte, darüber werdet ihr beim seminar wohl reden. es muss früher was geschehen sein welches deine frau schwer verletzt hat. es wird vieles hochkommen bei dem seminar,wenn man ehrlich zu sich selbst ist und die dinge nicht verschönigt die früher aufgetreten sind.
    ich kenne das von meinen familienseminar,wo durch wut, hilflosigkeit,beleidigungen,verzweiflung,hass, lügen,erniedrigung viel tränen flossen.

    gehe undbedingt dorthin wenn dir was an deiner ehe liegt auch wenn du glaubst die welt bricht für euch zusammen. stelle es dir wie ein reinigendes gewitter vor.

    herzlichen gruss heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Hallo Michel,

    also ich würde mich da an Deiner Stelle nicht vorher verrückt machen, sondern das alles einfach auf mich zukommen lassen. Es gibt wahrscheinlich so viele verschiedene Angehörigen-Seminare oder was auch immer, da wird Dir hier sicher keiner sagen können, wie das genau abläuft, ist sicher verschieden.

    Tja, das mit dem Bedürfnis nach Nähe und Du-weißt-schon-was bei Deiner Frau kann schon noch eine Weile auf sich warten lassen. Um ehrlich zu sein, das war so ungefähr das Letzte, was mich noch 10 Wochen Trockenheit interessiert hätte. Da mußt Du einfach mehr Geduld haben, man ist sehr viel mit sich selbst beschäftigt, überdenkt auch die eigene Beziehung, sein restliches Leben ohne Alk etc., das ist ja für einen Alkie ein relativ großer Einschnitt. Aber auch diese Zeit vergeht wieder, bedränge sie bitte nicht in dieser Richtung.

    Tja, das mit dem Online-Sex-Sucht ist natürlich so eine Sache für sich...mh. Frauen sind darüber meist sehr sauer. Sie empfinden es als persönlichen Betrug. Aber in die Sache ist man ja auch relativ schnell reingerutscht. Ein paar Mausklicks usw. Ich denke, das machen viele Männer, ab wann man da süchtig ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber Du willst ja was dagegen tun.
    Och menno, nix, was Spaß macht, darf man... :(:lol:

    Lieben Gruß an Dich
    Lilly

  • Hallo Michel,

    auch ich habe mit meinem Partner, als er zur LZT war ein Partnerseminar gemacht. Ich fand es sehr hilfreich, weil es dort auch Tipps gab für den Umgang miteinander, wenn er wieder zu hause wäre. Allerdings habe ich dann wohl den Fehler gemacht, zu doll darauf zu achten, dass wir diese "Werkzeuge" auch nutzen, mit dem Effekt, dass ich wieder diejenige war, die Druck ausgeübt hat und er dann irgendwann gegangen ist.

    Ich weiß nicht, ob er auch ohne die Diskussionen daum gegangen wäre. Ich war wohl selbst noch nicht soweit, dass ich den richtigen Umgang miteinander nach dem Trinken kannte. Vielleicht hätten wir heute, da ich auch dazugelernt habe, mehr Chancen. Aber es ist müßig darüber nachzudenken. Nur soviel als Anregung, dass auch Sachen, die in solch einem Partnerseminar gelernt werden nur dann sinnvoll für die Beziehung eingesetzt werden können, wenn beide vernünftig damit umgehen.

    Über deine eigene Problematik sage ich lieber nichts. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass dies für deine Partnerin, egal ob abhängig oder nicht, alles andere als angenehm ist.

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

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