Beiträge von lavendel

    hallo jason,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen hier. einmal ja und einmal nein auf deine fragen :wink: : ja, du bist sowohl hier im forum als auch in der rubrik richtig, und nein, ich glaube nicht, dass du hirngespinste siehst. vieles was du schreibst deutet darauf hin, dass deine freundin ein problem hat.

    bei mir war es auch so, dass mein partner immer öfter ruhe brauchte, ich nicht mehr unangemeldet vorbeikommen "durfte" und er völlig unverhältnismäßig reagiert hat, wenn ich das thema alkohol angesprochen habe. er meinte dann auch, dass ich spinne, ihn stigmatisiere, alles überdramatisiere, dass das nur ein ausrutscher war... das scheinen mir ganz typische "ausreden" und versuche des negierens zu sein.

    du solltest deine freundin nochmal ansprechen, wenn sie nüchtern ist, ihr sagen, dass du dir sorgen machst, dass du nicht mit einem alkoholisierten menschen umgehen magst.

    und je nachdem, wie sehr du involviert und an der partnerschaft interessiert bist: mir hat es geholfen, in eine sebsthilfegruppe vor ort zu gehen (kreuzbund). da sind alkoholiker und angehörige gemischt, und wenn ich von begebenheiten mit meinem freund erzählt habe, habe ich direkt die rückmeldung von den trockenen alkoholikern bekommen: "das hab ich in meiner nassen zeit auch so gemacht". mir hat das geholfen, mir und meinem gefühl zu vertrauen und dort rückenstärkung zu bekommen.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo mone,

    schön, dass du deinen weg gefunden hast und dich auch emotional lösen konntest. aber bei aller verständlichen bitterkeit, du schreibst:

    Zitat von Mone77

    Ich war wirklich fast so weit einem Alkoholiker was zu glauben. Aber mittlwerweile weiss ich das Alkoholiker lügen sobald sie den Mund aufmachen. Mittlwerweile ist es mir sogar egal ob er sich und seine Gesundheit ruiniert oder am Alkohol zu Grunde geht.

    bei letzterem gebe ich dir recht, es liegt an jedem menschen selbst, ob er sich helfen lässt und auch bereit ist, hart an sich zu arbeiten, um von der sucht loszukommen.

    aber dass alle alkoholiker lügen: gut, solange sie trinken, tun sie das. sie können (wohl) nicht anders. aber es gibt auch viele trockenen alkoholiker hier, solche, die es geschafft haben und sehr liebenswerte menschen sind - und nicht nur hier. du solltest nicht alle über einen kamm scheren, das tut "den anderen", die eben nicht so sind wie du es jetzt erlebt hast, weh. es ist nun mal eine krankheit, und es gibt leute, die den absprung schaffen, und andere, die es eben nicht tun, wie dein alter freund. dafür können die trockenen aber nix :wink: .

    lavendel

    hallo monika,

    auch ich heiße dich herzlich willkommen hier bei uns im forum. dass du dich hier angemeldet hat, ist immerhin schon der erste schritt.

    ich kann mich meinen vorrednern nur anschliessen: du bist noch sehr jung, und du solltest dringend etwas tun. natürlich in allererster linie für dich, aber auch für dein kind. ich bin in einem alkoholikerhaushalt aufgewachsen, und glaub mir, kinder bekommen schon sehr früh sehr viel mit, das können sich eltern kaum vorstellen.

    ein erster schritt könnte dein hausarzt sein, oder auch eine suchtberatung.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo monika,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier im forum. wenn du dich mal ein bisschen durchliest, wirst du sicher vieles finden. und da du ja schon etwas länger nicht mehr trinkst, kannst du sicher den "frischlingen" auch ab und zu mit deinen erfahrungen helfen.

    wünsche dir einen guten weg

    lavendel

    antwort zweiter teil:

    zu den cos und deren "verantwortung"

    ganz klar: die alkis sind NICHT schuld, wenn jemand zum co wird. vielleicht bin ich da nicht ganz der durchschnitt (wenn ich hier im forum lese), oder auch in einer ganz guten position, weil ich mir ein ganz gutes selbstbewusstsein erarbeitet habe, ein halbwegs intaktes soziales umfeld habe, keine kinder, kein haus und meinen eigenen lebensunterhalt verdiene. ich kann leicht sagen "wenns mir zu bunt wird gehe ich".

    trotzdem: jeder mensch sollte so viel selbstbewusstsein und selbstachtung haben zu sagen "ICH bin mir auch was wert" und sich nicht alles gefallen lassen aus angst vor einsamkeit, gewalt, geldnot, unselbständigkeit..... das heißt auch, dass kein angehöriger GEZWUNGEN ist bei einem trinkenden und einsichtsunwilligen alki zu bleiben. wenn ein co das über längere zeit hinweg tut, und alle gesprächsversuche nichts fruchten und abzusehen ist, dass der alki nichts tun wird, dann kann ich nur ganz schnodderig sagen "selbst schuld". nicht der alkie. wobei ich natürlich weiß, wie furchtbar schwer solch eine trennung ist, gerade wenn eben mehr an dieser beziehung hängt als "nur" die eigenen emotionen.

    ich glaube auch, dass menschen mit einem nicht besonders ausgeprägten selbstwertgefühl sehr anfällig sind zum co zu werden. stichwort helfersyndrom. durch das helfen den eigenen wert definieren. stolz sein, dass der andere einen braucht. oder auch, wie du, lilly schreibst: die scham, sich vor anderen zu offenbaren. "was mögen die leute denken". vorstellen kann ich mir das, verstehen nicht. das finde ich nämlich auch wieder unsouverän, und das zeugt auch von mangelndem selbstbewusstsein: sich durch die meinung der "leute" zu definieren.

    zuletzt: wenn der trockene alki erkennt, dass der partner nicht mehr zu ihm passt. huh, das finde ich schwer. theoretisch: aus dankbarkeit zusammenbleiben kanns nicht sein. wenn ich mir das aber praktisch vorstelle: ich hab mit meinem partner gelitten, hab ihn im besten fall in die trockenheit begleitet, ihm zur seite gestanden und werde dann abserviert, weil ich nicht "in das neue leben passe"? das fänd ich schon bitter. auf der anderen seite glaube ich, dass wenn eine partnerschaft vorher funktioniert hat und man ehrlich war und bleibt, das nicht passiert. nur wenns vorher nicht gestimmt hat, passts hinterher erst recht nicht.

    lavendel

    hallo lilly,

    schwierige fragen. wenn ich sie theoretisch beantworten sollte, würde ich nicht sagen, dass ein alkie "schuld" abtragen muss. weil ich weiss, dass alkoholismus eine krankheit. praktisch finde ich das viel schwerer.

    fangen wir mal mit den alkis an:

    in meinem fall: bei meinen eltern würde ich eher von "schuld" sprechen als bei meinem partner. obwohl es ja albern ist, die krankheit ist die selbe.

    aber meiner mutter (und auch meinem vater, aber der ist tot) nehme ich es im tiefsten innern immer noch übel, was sie durch ihr trinken ihren kindern angetan haben. ich glaube auch nicht, dass ich das irgendwann ehrlichen herzens "verzeihen" kann. ich denke, das liegt aber vor allem daran, dass ich mich als kind so machtlos gefühlt habe (und auch war) und meine mutter mich richtiggehend gedemütigt hat und zu dingen gezwungen, da wird mir heute noch schlecht bei dem gedanken. wenn sie "nur" getrunken hätte, wäre das vielleicht noch anders, dann könnte ich es vielleicht irgendwann verzeihen.

    "schuld" meines partners? jein. nein, nicht wirklich schuld. was ich ihm eher übelnehme als das trinken ist die (frühere) überheblichkeit, und dass er sich ständig über mich und meine sorgen und gesprächsversuche lustig gemacht hat, auch im nüchternen kopf. gerade weil er um meine alkoholbelastete kindheit wusste. ich weiß ziemlich genau, warum er getrunken hat, und ich konnte seine gedankengänge und beweggründe auch nachvollziehen. also ist da in gewisses "verständnis", wenn natürlich auch kein gutheißen. schuld? naja, ich nehme ihm schon übel, dass er sein und damit auch mein leben über so eine lange zeit kaputt gemacht hat. das wird auch noch dauern, bis sich der groll gelegt hat, glaube ich. aber ich glaub nicht, dass er "schuld" abtragen muss.

    lavendel

    hallo,

    mich treibt eine frage immer mal wieder um, weil das auch immer wieder ein streitpunkt mit meinem (ex)freund ist:

    redet ihr mit einem trockenen, bzw. trocken werdenden partner über die vergangenheit? bzw. die frage anders herum an die alkoholiker/innen: redet ihr mit euren partner/inne/n über die trinkzeit und den weg da raus? ich frage deshalb, weil mein (ex)freund bei diesem thema immer wieder blockt. er meint, er wolle die vergangenheit ruhen lassen und nicht immer wieder "dämonisiert" werden, ich habe dagegen das gefühl, dass das ein totschweigen ist, und das will ich nicht. in einer shg hieß es auch mal, man müsse auch mal alles in einen koffer packen und ruhen lassen. wie haltet ihr das?

    gruß

    lavendel

    hallo luzi,

    harter tobak, den du da beschreibst. raten kann ich dir da auch kaum etwas. ich an deiner stelle würde auf der stelle zu meinem hausarzt gehen und fragen, was man machen kann. zwangseinweisung ins krankenhaus ist nicht so leicht, aber wenn dein hausarzt hausbesuche macht und meint, dein mann sei stark gefährdet und müsse ins krankenhaus, vielleicht funktioniert so etwas? das ist natürlich nur eine möglichkeit für das JETZT, wo du dir um die momentane sauferei deines mannes und ihre DERZEITIGEN folgen - er stirbt - gedanken machst. das hilft dir natürlich aus der allgemeinen situation nicht heraus - und da kann dir letztlich keiner helfen.

    wie du hier sicher schon gelesen hast, muss der süchtige selbst es wollen, sonst klappt das nicht mit einer dauerhaften abstinenz. und wenn er das nicht will, musst du irgendwann für dich die konsequenzen ziehen und ihn vor die wahl stellen: dich oder den alkohol zu behalten.

    liebe grüße

    lavendel

    hallo marlasinger,

    ich würde solidarisch nichts mehr trinken, wenn mein partner sich entschliesst trocken zu leben. als er schon zu viel getrunken hat, ist mir das nach und nach richtig zuwider geworden und ich hab abgelehnt, mit ihm zu trinken. klar gab das krach, war mir aber egal. in dem moment hat mich der alkohol geekelt. außerdem wollte ich ihm das trinken nicht auch noch erleichtern, indem ich ihm das argument "geselligeit" lieferte. wenn er eine flasche wollte, musste er sie sich selbst holen, aufmachen und alleine trinken.

    was nicht heißt, dass ich nicht, wenn ich mit einer freundin rausgehe und meinen partner danach nicht mehr sehe, auch ein glas sekt trinke.

    lavendel

    hallo,

    Zitat von Spedi

    Was ich bei all diesen Diskussionen jedoch vermisse, ist folgendes Grundverständnis:

    1.) Der Weg vom Missbrauch zur Sucht ist meistens sehr lange. Wir reden hier über Jahre, nicht über Monate.
    2.) Alkohol verändert einen Menschen in seiner gesamten Persönlichkeit.
    3.) Ist ein Partner in der Beziehung zum Co-Abhängigen geworden, so geschieht auch das über einen Zeitraum von Jahren.

    oh, wir (die) cos sind so doof, dass sie über selbstverständlichkeiten belehrt werden müssen. danke für die nachhilfe! da bin ich ja froh, dass mir das mal jemand erklärt hat.

    sorry, die ganz einfache frage war, was man sich als angehöriger von einem (früher) trinkenden partner wünscht. und ganz einfach auf diese frage hier gabe ich (und haben andere) geantwortet. und sorry, es tut mir leid, ich wünsche mir meinen partner nach wie vor so, wie er vor seinem exzessiven trinken war. darüber hinaus wünsche ich mir natürlich auch (für ihn, und letztlich auch für uns), dass er die dinge, die ihn zum trinken getrieben haben schafft zu bewältigen, bzw. damit zu leben. ich bin jetzt mal so selbstbewusst zu sagen, dass sein trinken nichts mit mir zu tun hatte. ich bin nicht bereit, dinge, die mir wichtig sind und die ich für mich für richtig erachte sein zu lassen oder zu ändern, um meinem partner zu gefallen. DAS habe ich nämlich im co-stadium zu genüge getan.

    ich bin sehr wohl bereit, vieles in meinem leben zu ändern, wenn es dazu beiträgt, meinem partner ein alkoholfreies leben zu erleichtern. ich bin sehr wohl bereit, auf wünsche einzugehen und kompromisse zu schliessen. aber ich bin nicht bereit, meinen partner jetzt monatelang mit samthandschuhen anzufassen, damit er stressfrei sein neues leben aufbauen kann. wenn er noch ein gemeinsames will, dann erwarte ich, dass ich in diesen neuaufbau einbezogen werde. ich habe nämlich auch bedürfnisse.

    lavendel

    p.s. das thema ist spannend, keine frage. aber wer es ohne emotionen diskutieren möchte, sollte vielleicht überheblichkeit und polemik vermeiden :wink: .

    hallo,

    da hab ich mich vielleicht ein bisschen missverständlich ausgedrückt.

    Zitat von dibo

    Ich denke mal, Lavendel, ein angebrochenes Rückgrat ist nur schwer zu heilen, indem man den Kranken auffordert, endlich wieder gerade zu gehen. Das kann tierisch weh tun und deshalb ist es auch normal, dass der Patient noch eine Weile ständig wackelt. Viele der - aber natürlich nicht alle - Kranken wissen ja noch, wie sich ein gesundes Rückrat anfühlt und suchen selbst verzweifelt oder angestrengt nach dem besten Weg, aus der Schonhaltung zu kommen.

    Wenn man deshalb den Respekt vor einem Kranken verliert, weil er nicht schnell genug mit der Heilung voran kommt, und ihm das auch noch deutlich zu verstehen gibt, dann fühlt sich der Kranke ja möglicherweise erst Recht schon mal wie ein geprügelter Hund und dann könnte es ja sogar sein, dass sich die berühmte Katze irgendwie in den Schwanz beisst.

    ich rede nicht vom alkoholismus, wo ich von meinem gegenüber erwarte, dass er ihn schnell "heilt". dass das nicht geht, weiss ich. ich meine mit dem wackeln auch nicht das schwanken beim umgang mit der sucht. ich bezog das auf ganz normale alltagsdinge, die eben jetzt (nach dem trinken, und teilweise auch währenddessen schon) anders sind als früher. wie ich schrieb: der überschwängliche dank, weil wir 200 m "umweg" durch die stadt gelaufen sind, um an einer apotheke vorbeizukommen. SOWAS finde ich albern. früher hätte man gesagt "ich geh noch kurz zur apotheke, ok?", der andere hätte sich eingehakt, und das ganze wäre völlig normal gewesen.

    ein dreimaliges nachfragen "darf ich dich anrufen". was meni vorher schrieb, die angst etwas "falsch" zu machen. solche verhaltensweisen meinte ich. DA würde ich mir wünschen, dass der umgang wieder "normal" wird. und da finde ich nicht, dass meine erwartungshaltung zu groß. sowas erwarte ich von jedem erwachsenen menschen. und erst recht von meinem partner.

    vielleicht poche ich auch so darauf, weil ich das so von meinen eltern kenne. wenn die mal wieder kräftig getrunken hatten und langsam wieder nüchtern wurden, waren sie furchtbar zerknirscht und wir kinder konnten von ihnen all das kriegen, was wir wollten, und was es in nüchternen zeiten nicht gab. da hatte ich dann auch keinen respekt mehr. weil ich genau wusste, dass es eben nur dem alkohol geschuldet war. ach, ich kanns nicht richtig erklären.

    ich habe respekt vor meinem (ex)freund, dass er jetzt scheinbar schon seit wochen nichts mehr trinkt. ich habe respekt, dass er zweimal in der woche zum kreuzbund geht. ich habe respekt, dass er seiner familie und manchen freunden gegenüber ehrlich sagt, dass er alkoholiker ist. ich habe respekt, dass er acht kilo abgenommen hat, was er schon seit jahren wollte. und ich finde, dass er darauf stolz sein kann, und deshalb verstehe ich eben auch nicht, warum er sich mir gegenüber in solchen kleinigkeiten wie dem gang zur apotheke so wenig souverän verhält.

    lavendel

    p.s. tja dibo, hoffe, du kannst jetzt trotzdem schlafen :wink: . aber eigentlich hab ich ja auch meni geschrieben, und nicht dir 8) .

    hallo meni,

    Zitat von Meni

    nichts falsch machen zu wollen, ist vielleicht ein echter Hemmschuh. Viele, wenn nicht sogar die meisten von uns Süchtigen, haben Angst vor Konfrontation. Wir wollen lieb sein, geliebt, nicht anecken. Wir haben nicht gelernt, dass wir auch dann noch liebenswert sind, wenn wir nicht so bequem funktionieren. Defizit Nummer 1.

    Was wünschst Du Dir für Dich, Lavendel? Ich lese Dich schon länger und finde es gut, dass Du ehrlich bist. Danke, dass Du die Diskussion aufgenommen hast.

    was ich mir wünsche? dass mein freund wieder "normal" wird, und damit meine ich, so wie vor dem exzessiven trinken. er war am anfang unserer beziehung relativ dominant, was mir in vielen punkten gut getan hat, dass mir mal ein mann die stirn bietet. war mir vorher noch nie passiert :wink:, da ich ein ganz schöner dickkopf sein kann. im laufe seines trinkens ist mein freund nicht nur immer weinerlicher und selbstmitleidiger geworden, sondern auch "kriecherischer". blödes wort, fällt mir aber kein anderes ein. eben so wie für etwas überschwänglich zu danken, was eine selbstverständlichkeit ist. er hat mal gesagt, er will wieder respekt von mir. da er aber während seines trinkens immer mehr sein rückgrat verloren hat, habe ich den respekt vor ihm verloren. den hätte ich gerne wieder, aber den kann ich nur vor einem menschen mit rückgrat haben. verstehst du was ich meine?

    er soll schon wissen, was er für einen mist gebaut haben, und ich will auch sehen,dass er das einsieht. das heißt nicht, dass er nichts "falsch" machen "darf", das ist unsinn. aber ich will ihn nicht wie einen geprügelten hund sehen. da kann ich keinen respekt entwickeln.

    das ist vielleicht auch das, was du mit sich selbst lieben meinst. ich weiß, dass das selbstbewusstsein mein freundes oft nur gespielt war, ich glaube, er mag so gut wie nichts an sich. das wünsche ich mir auch: dass er sich mag. weil ich weiss, dass nur daraus echtes selbstbewusstsein entsteht und auch ein robusterer umgang mit dem alltag, und man damit weniger anfällig ist für das, was andere denken, meinen, sagen. weil man dann mehr in sich selbst ruht und nicht so leicht umkippt. nur ein partner, der nicht ständig wackelt, kann einem auch mal ne starke schulter bieten, oder eben die stirn, wenns sein muss :wink: .

    lavendel

    hallo meni,

    für mich als angehörige wird es nur die zeit zeigen, ob und wie ich meinem (ex)freund wieder vertrauen kann, wenn er nicht mehr trinkt. ich bin auch sehr auf distanz, bin misstrauisch, höre dreimal hin am telefon, beobachte, würde mich derzeit auch nicht auf ihn verlassen, plane nur für mich. kurz: ich werde mich erst dann wieder "normal" benehmen können, wenn ich relativ sicher bin, dass er nicht mehr trinkt. und das wird dauern, dafür ist durch die trinkerei zu viel kaputtgegangen, um "nur" durch den vorsatz den nicht-trinkens wieder zu einem normalen leben zurückkehren zu können. ist bei mir jedenfalls so.

    was mich persönlich momentan nervt ist, dass er so bemüht ist nett zu sein. hört sich vielleicht komisch an, kann ich auch schlecht erklären. ich hab so ein bisschen das gefühl, dass er das schlechte gewissen oder was auch immer übertrieben versucht zu kompensieren. heute zum beispiel waren wir in der stadt einen kaffee trinken. ich wusste, dass er noch zur apotheke musste und hab gesagt, wir können doch auf dem rückweg kurz nen schlenker machen. für sowas banales hat er sich überschwänglich bedankt. sowas find ich doof weil unnatürlich. der umgang ist nicht "normal", sondern irgendwie übertrieben förmlich. vielleicht benimmst du dich auch ein bisschen so?

    gruß

    lavendel

    hallo marlasinger,

    zuerst einmal auch von mir wllkommen hier.

    Zitat von marlasinger

    An den eher rauhen Ton hier werde ich mich schon noch gewöhnen, spätestens wenn meine Illusionen komplett dahin sind. Vielen Dank erstmal, und sorry nochmal für den beleidigten Ton von vorhin.

    nö, rau ist der ton hier in der regel nicht, nur ehrlich :wink:, und köpfchenstreicheln wird dich keinen einzigen schritt weiterbringen.

    wie diandra auch bin ich im mai hierhergekommen. mein freund war/ist weit von der brücke entfernt, oder was auch immer du mit einem alkoholiker assoziieren magst. und ich war auch so voll guten willens ihm zu helfen, hab mich auf all die spielchen eingelassen wie "nur am wochenende, nur mit dir, nur so viel wie du, jetzt mal ein paar wochen nichts...". kommt dir das bekannt vor? mit sicherheit. und ich habe in bitteren kleinen schritten feststellen müssen, dass das ALLES NIX GEBRACHT hat. er hat sich mal tageweise zusammengerissen, dann gings wieder los. oder er hat den wein im schrank versteckt, und demonstrativ antialkoholisches getrunken.

    das ging dann weiter mit immer mehr abgesagten verabredungen mit immer dümmeren entschuldigungen. ICH bin zu der zeit schon lange in eine selbsthilfegruppe gegangen (kreuzbund, für alkies und deren angehörige) und die haben mir den kopf gewaschen, die alkies. dass ich mich instrumentalisieren lasse, dass er durch meine unterstützung ja prima immer weitermachen kann, dass er NIX ändern wird, wenn ich ihm drohe, ihn mit liebezbezeugungen überschütte, dass sie alle genau das sebe mit ihren jeweiligen partnern gemacht hätten, .... dass ich handstand machen kann und mit den zehen wackeln: dass ich NICHTS machen kann, um ihn dazu zu bringen aufzuhören zu trinken.

    dass ich zu dem punkt (und ich denke, an dem stehst du auch) genau EINE chance hätte: ihm das ende der beziehung anzudrohen, falls er nicht in einer von MIR festgesetzten frist (ich hab ihm 10 wochen gegeben) anfängt, sein alkoholproblem mit fremder hilfe in den griff zu kriegen und den festen willen zu bekunden, keinen alkohol mehr zu trinken. wohlgemerkt: tipps von lange trockenen alkies, und wer soll´s wissen, wenn nicht sie. das hat mir schwer zu denken gegeben, und letztlich hab ichs dann genau so durchgezogen. und es war die einzig richtige entscheidung. ICH hatte MEINEN tiefpunkt erreicht, an dem ich nicht mehr weiterkonnte. wenns dich interessiert, kannst du ganze theater hier nachlesen: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…3517&highlight=.

    wünsche dir, dass du für dich mit deinem leben ins reine kommst. und verbring nicht so viel zeit dir gedanken darüber zu machen, wie du deinem freund helfen kannst. du kannst ihm nicht helfen, wenn er nicht will. und du gehst dabei vor die hunde.

    wünsche dir viel kraft

    lavendel

    hallo marjel,

    ich hab mich auch von meinem freund getrennt, weil er nicht ernsthaft etwas gegen sein alkoholproblem getan hat. den ganzen werdegang kannst du bei allzuviel zeit hier nachlesen: :wink: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…3517&highlight=.

    aber zu der konkreten frage: ich hab mich am anfang abgelenkt ohne ende, um nicht schwach zu werden. ich hab versucht mich zu verabreden, hab mir jeden tag was vorgenommen, auch wenn mir das tierisch schwer gefallen ist. hab hier stundenlang gelesen, tagebuch geschrieben. mich verwöhnt. alles getan, damit ich nicht zu sehr ins grübeln komme. und ich hab mir immer wieder vor augen geführt, wie mein leben im vergangenen jahr ausgesehen hat, was daran schlecht war, um nur nicht wieder schwach zu werden.

    das hat mir geholfen, denn ich glaube, man ist ganz schnell wieder dabei, nur noch die schönen seiten zu sehen und das, was man vermisst. ich hab mir vor augen gehalten, was jetzt - d.hieß ohne meinen freund alles ging, was vorher alles nicht ging. im prinzip hab ich am anfang mit mir selbst gehirnwäsche betrieben. das hat sich gelohnt. jetzt, nach drei monaten, weiß ich genau, was ich will und was ich nicht will. vor allem letzteres :wink: .

    mein freund hat auch erst nach der trennung angefangen nachzudenken, und etwas zu tun. aber auch hier bin ich nach wie vor im höchsten grade misstrauisch und bleibe auf distanz um zu sehen, ob da was dran ist an seinen vorsätzen.

    ignorier seine mails, geh nicht ans telefon wenn du sorge hast, dass er dich wieder einwickeln könnte. mir hat das geholfen, erst einmal alles abzublocken bis ICH so stark war, dass ich e-mail- oder telefonkontakt wieder haben konnte ohne umzufallen.

    gruß

    lavendel

    hallo meg,

    keine angenehme situation, in der du steckst. aber letztlich muss sie dein freund alleine lösen, DU kannst ihm nicht dabei "helfen", sich von seiner kranken ex zu lösen. das muss er alleine tun, dafür muss er rückgrat entwickeln und sagen "das hier ist jetzt meine neue beziehung, und die ist mir wichtiger als die alte".

    Zitat von meg

    WIE als mit reden und reden und achten und hoffen und versuchen kann ich das an den "mann" bringen? ...meine eigenen konsequenzen.. wenn ich nicht mit untergehen will...? ich bin schon soweit mit runter...

    welche chance habe ich wenn ich ihn nicht verliehren will, aber eine erfüllte, vertrauensvolle, gesunde beziehung mit ihm möchte.

    letzteres finde ich ganz schwer. bist du denn sicher, dass er sich wirklich endgültig getrennt hat? oder lebt er noch mit seiner erstfamilie zusammen? ist schon eine scheidung eingeleitet? ich frage so frech, weil mir das, was du schreibst, nicht wirklich einleuchtet...

    ...und ich das gefühl habe, dass du mehr leidest als geniesst. deine konsequenzen? du solltest in allererster linie an DICH denken. DIR ein schönes leben machen. das tun, worauf du lust hast, freundinnen, kino, was weiß ich. und nicht deine kraft darauf verschwenden, die noch-frau deines freundes und seine beziehung zu ihr und die der kinder zu ihm..... zu analysieren. DU hast nur ein leben. und wenn der partner an deiner seite sein vorleben nicht geregelt bekommt und sich gegen dich von seiner familie manipulieren lässt, kannst du nur verlieren. DICH.

    pass auf dich auf

    lavendel

    hallo kiki,

    glückwunsch zu 100 tagen am 1.1., das hast du prima getimt :wink: . was ich aber noch schöner finde ist deine beschreibung der (positiven) veränderungen, daraus spricht so viel glück und lebensfreude, das macht richtig spaß zu lesen! schön, dich hier im forum zu haben. damit man auch mal sieht, dass nicht-trinken etwas genussvolles und schönes ist, und nicht immer nur schwer :D . ich glaube, dass das vielen helfen könnte. weiter so!

    lavendel

    hallo robin,

    willst du jetzt kneifen, um noch mehr zu trinken? weil sich ja jetzt die ganze welt gegen dich verschworen hat, und deine böseböse freundin dich jetzt auch noch verlessen hat? kneifen, weil du weisst, dass viele hier dich durchschauen würden, wenn du jetzt weitertrinkst? deshalb kommst du lieber nicht mehr.

    das ist - das sage ich dir jetzt ganz klar - FEIGE! du hast gewusst, was passieren würde, wenn du weiter trinkst. du hast versucht dir hier hilfe zu holen und hast EINE MENGE DAVON bekommen, tipps, nachfragen, rückenstärkung, immer wieder. auch nach dem rückfall. was willst du?

    weisst du was ich glaube? du bist einfach noch nicht tief genug gefallen. du kannst oder willst es noch nicht kapieren, oder du bist so überheblich, dass du es ja alleine schaffen willst. das forum hier brauchst du dann ja auch nicht mehr, andere hilfe auch nicht.

    wach auf, junge, du bist noch jung und hast dir schon so viel kaputt gemacht in deinem leben. willst du so weitermachen? selbstmitleid, computerspiele, alkohol, noch mehr computerspiele, noch mehr selbstmitleid - grandiose perspektive, glückwunsch.

    die andere kennst du ja, die haben wir dir oft genug skizziert. aber wenn dir die zu mühsam, können wir dir auch nicht mehr helfen.

    DU hast die wahl.

    lavendel

    hallo kerstin,

    Zitat von Kerstin1978

    Momentan bin ich allerdings wiederum dabei aus der Haut zu fahren...naja, stehe kurz davor...aber mehr wegen meinem Vater. Da mein Bekanntenkreis altersbedingt (alle so zwischen 25 und 40) allmählich dem Club der "lahmen Haufen" beitreten (mit denen ist irgendwie nichts mehr los *g*), hatte ich mit meiner Kleinen eben Silvester bei meinen Eltern gefeiert. Mein Vater besoffen wie er war, zündete eine Rakete nach der anderen, obwohl wir ihm gesagt hatten, dass er 1 oder 2 übrig lassen sollte, für den Fall, dass meine Tochter doch noch wach werden sollte.

    nur mal ne ganz dumme frage: WARUM feierst du mit deinen eltern sylvester wenn du doch schon weisst, was auf dich zukommt? ich meine: du tust sehenden augen etwas, von dem du von vornherein weisst, dass es dir und deiner kleinen nicht gut tut. ist das nicht schlimmer, als sylvester alleine zu sein?

    aus deinen beiträgen lese ich ganz viel wut, das tut mir auch sehr leid, weil ich genau da auch mal gestanden habe. aber solange dein vater dich noch so beherrscht, kannst du nicht souverän werden, und solange du noch familienfeste mit deinem vater begehst, wirst du aus diesem kreislauf auch nicht herauskommen, der dir schadet. ich denke, da wäre noch viel mehr abstand angebracht, damit DU zur ruhe kommst in DEINEM leben.

    viele grüße

    lavendel