Ja ich grübel liebe Monty,
aber ich habe Angst vor dem Tag, an dem ich das nicht mehr mache,
dann pass ich ja nicht mehr auf mich auf.
Vielleicht geh ich zu verbissen an die Sache ran, und kann dadurch meine kleinen Erfolgschritte nicht sehen, aber ich fühle mich noch wie am Anfang.
Ja, ich habe die Tür aufgemacht, und auch schon den ersten Schritt getan, aber jetzt kann und will ich noch nicht nachlassen, ich will aufmerksam bleiben.
Das werde ich wohl immer sein müssen. Vielleicht nicht mehr so stark, und vielleicht geht einem ja diese Selbstüberwachung ja in Fleisch und Blut über und es gibt da eine Art Rutine, aber bis dahin...wachsam.
Und wenn ich hier so manchen Thread lese, stellen sich mir die Nackenhaare auf.
Ja, manche erwarten hier so eine Art Selbstheilung, die alleine vonstatten geht. Bissle Einsicht, bissle Schreiben, bissle "ich weiß ja" und dann bekommt man zum Abschluss das Zertifikat "schön, dass Du hier warst - jetzt wird alles wieder gut". Nee, so einfach ist es nicht.
Als ich hier ankam, war ich anfangs auch erschreckt, dass scheinbar die Allerweltlösung "Trennung" oder Scheidung ist.
Erst später, viel später hab ich für mich erkannt, dass es nicht die Trennung ist, sonder das Finden von sich selber.
Das Finden, oder besser gesagt das Wiederfinden von eigenen Bedürfnissen und Wünschen. Da wir uns aber verrannt und aufgegeben haben in dieser Helfer- u./o. Opferolle ist das ein mühsames Suchen. Was halt nur gelingt, wenn man sich ehrlich mit sich beschäftigt.
Das man aber einem Ertrinkenden meist nicht mehr beibringen kann wie man schwimmt wenn er im tiefen Wasser bereits mit den Armen fuchtelt, sondern ihn erstmal das Schwimmen im niedrigen, sicheren Wasser beibringen kann, muss Distanz her.
Und der eine lernt lieber erstmal ausserhalb vom Beckenrand und der andere in flachem Wasser. Das muss jeder für sich ausmachen.
Nur eins ist klar: Distanz muss her. Also erstmal raus aus dem tiefen Wasser.
Ich versteh auch nicht, wie manche hier immer wieder ins Tiefe gehn, wohl wissentlich, nichts am Schwimmen dazu gelernt zu haben.
Bei manchen schleicht sich mir auch der Verdacht auf, dass es garnicht geht ums Schwimmen lernen, sondern und das Gerettet werden.
Und wiederum andere suchen einfach den Kick. Für mich kaum zu verstehen. Gut, manche brauchen diese Randerfahrung, ich hab zwei Geburten hinter mir, ich brauch das nicht.
Ich brauch auch nicht unbedingt eine Beziehung, klar ich muss auch erst mal lernen, das Alleinsein mit mir. Und das will ich auch.
Ich will nicht wieder zurück in die Beziehung oder in eine Ersatzbeziehung,
bevor ich es nicht mal mit alleine aushalte. Nicht immer angenehm, aber das muss ich jetzt lernen damit ich nicht in altes Fahrwasser gerate.
Ich weiß nicht, ob mein Nochmann ( wenn Er trocken ist) noch mal mein Partner wird. Ich weiß auch nicht, ob ich je wieder einen Partner überhaupt will. Aber das ist auch garnicht mein Thema, ich will mich mit mir beschäftigen und nicht in die Zukunft orakeln.
Leider sieht man dann gern welche, die sich mit der Keule "Trennung" vor dem Kopf hier wiederfinden, die sich dann in Zweierthreads zurück ziehen.
Schade, denn ich denke, sie nehmen sich selber die Chance.
Oder wie Renate so trefflich gesagt hat :
Zitat
Ich glaube ,dem Anderen eine Chance zu geben ,heißt in Wirklichkeit ,die Verantwortung abgeben um selbst nicht handeln zu müssen und den Istzustand ,solange man ihn noch aushält ,bei zu behalten.
Ich will aber nichts mehr aushalten, ich will einfach nur leben. Und nur eines , genau Meines. Und ich möchte auch nicht wieder das Leben mit jemand teilen, nee nur gemeinsam genießen.
Und wer mich liebt, erwartet auch nicht dass ich was von meinem Leben aufgebe (teile) sondern wir können es dann gemeinsam genießen. Er seins, ich meins, und dann auch noch gemeinsam.
Gruß,
nici