Beiträge von Antilope

    Hallo Frozen Tears,

    Dein Beispiel mit dem Rauchen passt genau.
    Ich habe vor einigen Monaten bei einer Freundin miterlebt, wie schwer es ist, damit aufzuhören. Sie musste professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, weil sie schlaganfallgefährdet ist.

    Interessant ist auch in diesem Zusammenhang, dass sie selbst schon mit mehreren Männern liiert war, die Alkoholiker sind und dadurch starken Leidensdruck erlebt hat.

    Mir ist in diesen Wochen ihres Kampfes gegen das Rauchen erst einmal richtig klar geworden, wie schwer es ist, sich aus einer Sucht zu befreien. Wobei sie selbst sagt, dass sie ab und zu mal wieder raucht. Auch wenn die Ärzte sie immer wieder daraufhinweisen, wie gefährlich es für ihre Gesundheit ist ...

    Nur was hilft uns als als Co diese Erkenntnis ? Muss ich ewig warten, bis mein Partner endlich den Punkt erreicht hat, wo er aussteigen kann.
    Es vergehen wertvolle Jahre, die uns alle prägen, unser Selbstbewusst-sein auf den Tiefpunkt bringen.

    Selbst wenn der Süchtige nicht an an einen solchen Punkt kommt, sollten wir versuchen, rechtzeitig aus diesem Teufelskreis auszubrechen, bevor wir mit dem Partner untergehen.

    Ich rechne es meinem Ex immer noch sehr hoch an, dass er mir nach unserer Trennung sagte, dass er sein Problem kennt, aber mich aus seiner Sch.... heraushalten wolle. Er müsse sein Problem selbst lösen, ob er es schafft, dass könne er selbst nicht sagen.
    Natürlich werden da bei mir wieder einige Co-Knöpfe aktiviert. Aber ich habe inzwischen so viel dazugelernt und verstanden, dass ich gerades aus diesem Grund den nötigen Abstand zu ihm halte.

    Das soll heißen, dass ich mir schon Sorge mache, wie es mit ihm weitergeht, aber mein eigenes Leben und Wohlergehen in den Vordergrund stelle.

    Eine Freundin von mir sieht schon diese Denkungsweise als gefährlich an und macht sich etwas Sorgen, ob ich nicht wieder in das alte Verhalten zurückfalle.

    Damit dies nicht wieder passiert, tue ich sehr viel für mich selbst und meine eigene Zufriedenheit.
    Denn wie einfach ist es, sich vieles "Schönzureden", alte Erinnerungen wachzurufen, wo das Alkoholproblem noch im Hintergrund stand.
    Romantische Momente, zärtliche Stunden, wunderschöne Urlaubstage usw.

    Ich denke auch gerne an diese schönen Zeiten, die vielleicht immer ein Teil meines Lebens sein werden. Aber ich muss mir auch immer wieder bewusst machen, dass es diese Zeiten nie mehr geben wird, zumindest nicht mit meinem Ex.
    Dafür werden andere, schöne Momente kommen bzw. die gab es ja auch schon.

    Hallo BlueCloud,

    was Du schreibst, kann ich nur unterstreichen.
    Lange Jahre war ich immer für meinen Partner da, wollte immer helfen, Verantwortuing für ihn tragen und meinte, ihn damit vom Alkohol loszubekommen.

    Wenn man in diese Rolle der Betreuerin, Krankenschwester usw. geschlüpft ist, ist es schwer, wieder das Tor zum Ausstieg zu finden.
    Oftmals zwingt uns der Partner selbst zu diesem Schritt, weil er ja für sich selbst eintscheiden will, was er tut. Auch wenn er weiter trinken will, so müssen wir begreifen lernen, dass wir ihn nicht davon abhalten können.

    Diese bittere Erkenntnis zu akzeptieren und loszulassen, das kann aber für uns Co's die Chance für einen Neubeginn sein. Dass wir uns von der alten Rolle lösen und auch für uns selbst einen Neubeginn wagen.

    Mit dem Tag, als mein Ex aus der gemeinsamen Wohnung auszog, war es plötzlich, als ob mir ein ganz schwerer Stein von der Seele gefallen wäre. Aber was dann ? Wie gehe ich damit um, keine Sorge mehr um Partner zu haben, abends nach Hause zu kommen, die Wohnung ist leer, es ist so ungewohnt ruhig um mich herum. Keine zermürbenden Diskussionen, keine Ängste mehr.

    Ich habe nach und nach dieses neue Leben für mich angenommen und merke immer wieder, wie schön es ist, so ruhig zu leben. Neue Erfahrungen zu machen, neue Freundschaften zu knüpfen.
    Konnte ich mir lange nicht vorstellen, weil ja immer der Partner an meiner Seite war. Nur leider war ich letzendlich doch meistens alleine und damit beschäftigt, mich um ihn zu kümmern.

    Heute kümmere ich mich um mich selbst und stelle immer wieder fest:
    Es gibt so viel Neues und Schönes im Leben, das ich mit meinem Ex nie hätte erleben können. Und dafür bin ich so unendlich dankbar.

    Dann schaue ich mir das Leben meines Partners an, der ja auch sein eigenes Leben führen wollte. Der Alkoholkonsum ist gestiegen; nun kann er ja hemmungslos trinken. Keiner, der ihn bevormundet, kein Verstecken mehr.
    Das neue Leben bei ihm sieht so aus, dass er mittlerweile seinen Führerschein los ist, Angst um seinen Job haben muss und und ...

    Dann denke ich immer wieder: Was geht es mir doch so gut und was bin ich so froh, dass ich das alles nicht miterleben muss. Und dass ich mich selbst für ein anderes, nämlich mein eigenes Leben entschieden habe.

    Liebe Roseanne,

    weißt Du, irgendwann kommen wir alle an den Punkt, dass es so nicht mehr geht. Ich habe auch eine Zeit gebraucht um mich selbst zu erkennen, weg vom Selbstmitleid, dem Gefühl immer für ihn verantwortlich zu sein.
    Die leeren Versprechungen, seine ewige Unzufriedenheit, die immer mehr zum Ausbruch kam.

    Und dann irgendwie hatte ich das Gefühl, ich ersticke, kann nicht mehr atmen aufgrund der aufgestauten Verzweiflung und Wut.
    Und Schritt für Schritt wie ein Puzzle hat sich alles zusammenzugefügt.
    Ein wichtiger Punkt war auch noch dabei, nämlich ich wollte nicht, dass wir die Achtung voneinader verlieren, ich ihn nur noch verachte oder noch schlimmer, irgendwann nur noch Hass für ihn empfinde.

    Aber eines weiß ich, ohne dieses Forum hätte ich das nicht so geschafft.

    Ich war ja schon vorbelastet durch eine frühere langjährige Beziehung zu einem Alkoholiker. Aktiv in der SHG tätig. Und trotzdem ist es mir wieder passiert, dass ich einen Partner mit dem gleichen Problem hatte.

    Und wieder war ich so hilflos wie damals. Aber hier wurden mir die Augen geöffnet. Ich fand mich immer wieder, auch wenn ich es am Anfang nicht so wahrhaben wollte.

    Aber ich hatte nicht nur den Mut zur Trennung sondern auch zum Neubeginn für mich selbst. Ich merkte plötzlich, dass ich mich fast verloren hätte in dieser Beziehung und bin froh, dass ich mich daraus endlich befreien konnte.
    Außerdem habe ich begriffen, dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss, dass er selbst entscheiden muss, ob er trinken will oder nicht.

    Ich möchte auch nicht sagen, dass ich das schon früher hätte tun sollen. Ich meine, ich war noch nicht soweit, die Zeit war noch nicht gekommen.

    Und so ist jetzt alles gut wie es ist und ich schaue mit offenen Augen ohne Bitterkeit in die Zukunft.

    Wirklich froh bin ich, dass ich mit meinem Ex noch einen freund-schaftlichen Kontakt pflegen kann. Aber es gibt immer wieder die Situation, wo ich denke: Was für ein Glück, dass ich mit seinen Problemen nichts mehr zu tun habe.
    Vielleicht ist da noch ein Gefühl der Liebe in mir, aber das ist dann eine Liebe, die mich zu nichts mehr verpflichtet.
    Wie ja auch hier schon so oft bestätigt wurde, unsere Partner sind eigentlich, wenn sie nüchtern sind, ganz lieb.

    Deshalb denke ich, lasse Dir Zeit, aber verliere Dich und Dein Leben nicht aus den Augen. Und bleibe dem Forum treu. Hier findest Du die nötigen Informationen und auch die Kraft, um Deinen eigenen Weg zu finden und ihn letztendlich auch zu beschreiten.

    Hallo,

    genauso ist es. Die Folge; man isoliert sich immer mehr, mag nicht mehr zusammen irgendwo hingehen; oder getrennt fahren.
    Freundschaften bleiben auf der Strecke.

    Einen Vorteil hatte das für mich: ich wurde sehr selbständig, ging alleine ins Cafe, Urlaub zu zweit war dann auch nicht so toll, eine Freundin nicht immer verfügbar. Also bin ich alleine losgezogen. Und es war immer schön, denn ich hatte keinen Stress mit einem Partner, der schon tagsüber soviel Alkohol zu sich genommen hatte, dass von einem gemeinsamen romantischen Abend nich mehr die Rede sein konnte.
    Und Leute lernt man überall kennen.

    Das kommt mir heute sehr zugute. Da ich keine Probleme habe, neue Kontakte zu knüpfen.
    Ist nämlich auch ein ganz wichtiger Punkt, dass man Angst hat alleine zu sein. Aber es geht alles. Man muss es nur wollen und anpacken!

    Und je länger ich alleine bin, desto klarer wird mir, dass ich ein solches Leben mit dem Alkohol als ständigen Begleiter nie mehr haben möchte.

    Ich habe mich jetzt auch bei einer Singlebörse angemeldet und schon nette Kontakte knüpfen können, sowohl mit Männern als auch Frauen.

    Das Leben geht immer weiter und es kann doch so schön und entspannend sein, vor allen Dingen ohne einen ständig trinkenden und nervenden Partner.

    Hallo Aurora,

    was Du da schreibst, von wegen wie séhr es uns doch auch nach Jahren noch berührt, wenn man hört, dass der Ex wegen seiner Sauferei immer tiefer rutscht, da kann oder muss ich Dir leider beipflichten.

    Meinem Ex haben sie ja vor Weihnachten den Führerschein abgenommen. Geahnt habe ich es schon lange, dass es irgendwann soweit ist.
    Aber trotzdem war ich ziemlich geschockt, als er mich anrief und mir das erzählte. Es geht einfach nicht spurlos an mir vorbei. Hatte ich doch gehofft, durch die Trennung, neuen Job, neues Lebensgefühl könnte er sich wieder gefangen haben. Nein das Rad dreht sich immer weiter und weiter ...

    Er hat nichts begriffen oder will einfach nicht begreifen, was mit ihm los ist, dass er sich zugrunde richtet. Nein, im Gegenteil, ihm ist das alles völlig egal und das sagt er mir auch noch ins Gesicht. Und wenn gar nichts mehr geht, dann schläft er eben unter der Brücke.

    Oh was bin ich so froh, dass ich das alles nicht mehr hautnah erleben muss. Mein eigenes Leben führen kann ohne Rücksicht auf ihn, ohne diese Ängste.

    Aber wie schon gesagt, ganz spurlos geht das alles auch nicht an mir vorbei. Trotzdem, eine schlaflose Nacht ist genug, jetzt heißt es wieder nach vorne schauen.

    Ich wünsche allen ein Gutes Neues Jahr und mein größter Wunsch ist, dass alle Co's ihre schon längst geplanten Entscheidungen vorantreiben oder noch besser endlich in die Tat umsetzen.

    Liebe Grüße

    Hallo Roseanne,

    ich kann Deine Wut und Enttäuschung sehr gut verstehen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Dein Partner ein Problem hat, das nur er ganz alleine lösen kann, sofern er das überhaupt will.

    Aber für mich war auch das ein Grund mich zu trennen. Nämlich: ich wollte nicht die Achtung vor dem Mann verlieren, den ich liebe. Auch nicht so die Kontrolle über mich verlieren, dass ich Dinge sage, tue, die mir hinterher wieder leid tun.
    Im Grund genommen, spiegelt sich in diesem Verhalten nur die eigene Hilflosigkeit dar. Und ich wollte nicht mehr hilflos sein, nicht mehr spüren, dass er mir meine ganze Energie raubte. Das habe ich ihm auch ganz deutlich gesagt. Und dann gab es letzendlich nur noch eine einzige Lösung, die Trennung.

    Dachte ich anfangs, na ja, erst einmal Trennung, dann mal schauen, wie es weitergeht. Schließlich wirft man 20 Jahre nicht so einfach weg.
    Aber es kam alles ganz anders. ich will dieses Leben gar nicht mehr.
    Weil ich mit jedem Tag mehr merkte, wie gut es mir ging, ohne die ständigen Ängste, nur Gedanken, die um ihn kreisten.

    Auch wenn mnein Ex jetzt wieder "Mist" gebaut hat; Führerschein weg, Angst um den Job. Es ist alles einzig und allein sein Problem. Aber solange er selbst nichts für sich tut, wird sich nichts ändern.
    Im Gegenteil, die Schraube dreht sich immer weiter und er rutscht immer weiter und weiter nach unten.

    Natürlich wollte ich dies alles verhindern, habe meine Kraft nur noch für ihn verwendet, aber wofür? Er will dieses Leben so und dann soll er es haben mit allen Konsequenzen. Und interessanterweise steht er auch jetzt noch dazu, egal was passiert ist und noch passieren wird.
    Hauptsache: er kann trinken !!!

    So wie Du Deinen Mann beschreibst, könnte es gerade mein Partner sein. Erst ja, na mal schauen und dann wieder anders. Und letztendlich bist Du immer die Schuldige, bzw. fühlst Dich schuldig.

    Was ist das für ein Leben für Dich ????
    Denke mal ernsthaft nach. Du hast nur dieses Leben, ist das Dir genauso unwichtig, wie es bei Deinem Mann der Fall ist. Für meinen Ex spielt das alles keine Rolle, ist doch egeal an woran man kaputt geht. Und wenn gar nicht mehr geht, dann steige ich einfach aus, unter die Brücke.
    Immer die gleichen dummen Sprüche, auch jetzt noch. Wie gut, dass ich das nicht mehr ertragen muss !

    Und wenn Du ihm die Flasche wegnimmst, dann trinkt er heimlich. Kennen wir doch alle.

    Neues Jahr, neue gute Vorsätze zum Neuen befreiten Leben für Dich, das wünsche ich Dir.

    Hallo Hanna,

    ich kann Melanie nur beipflichten. Wir wissen alle, wie weh es tut, wenn man alles für den Partner getan, sogar geopfert hat.
    Aber irgendwann muss uns klar werden, dass er ein anderes Leben will und dass er auch das Recht dazu hat, dieses Leben zu leben.

    Denn würde er nur für Dich aufhören zu trinken, das würde auch nicht funktiionieren. Er muss es selbst wollen.
    Je schneller Du den Schalter umlegst, desto leichter ist es für Dich.
    Ich habe auch bald 20 Jahre geglaubt, gehofft, mich belügen lassen.

    Jetzt sind wir seit 1/2 Jahr getrennt; er trinkt fleißig weiter. Hat ja kein Problem mit Alkohol ... Alle anderen, nur er nicht!

    Vor Weihnachten haben sie ihm noch den Führerschein abgenommen. Toll, dieses neue Leben. Aber ich bin einfach nur froh, dass ich damit nichts mehr zu tun habe.

    Das hat mich trotz allem sehr berührt und irgendwie auch traurig gemacht. Weil ich ihm so sehr wünsche, dass er sein Leben in den Griff bekommt. Oftmals ist ja auch der Gedanke im Hinterstübchen, dass er wegen mir getrunken hat.

    Aber Du siehst, jeder muss seinen eigenen Weg gehen und für sich und sein Tun die Verantwortung tragen. Wir können ihm das nicht abnehmen.

    Vielleicht hat es jetzt endlich bei meinem Ex "Klick" gemacht. Aber ganz ehrlich, ich glaube es nicht.

    Hallo Roseanne,

    diese Problematik kenne ich nur zu gut. Mein Bruder hatte auch die Angewohnheit, meinen Ex als erstes zu fragen, ob er ein Bier trinken möchte. Natürlich hat er sich nichts dabei gedacht. Na ja, und mein Ex hat natürlich nur selten abgelehnt.

    Das hat aber dann mit der Zeit dazu geführt, dass wir schon im Vorlauf Stress hattten und er nicht mehr mitkommen wollte.
    Ich habe trotzdem nichts bei meiner Familie von seinem Problem gesagt, weil ich ich der Meinung war und auch noch bin, dass das seine eigene Sache ist. Genauso habe ich mich auch bei allen Freunden und Bekannten verhalten.
    Er muss den Mut haben und sagen, was mit ihm los oder zumindest Alkohol ablehnen. Nicht ich und auch nicht Du. Alles andere bringt nichts.
    Das Ende vom Lied war, dass ich dann in den letzten Monaten immer öfter alleine bei meiner Familie war, weil er einfach zu feige war, zu seinem Alkoholproblem zu stehen. Oder auch, weil er einfach trinken wollte, was er mir ja dann ja auch später selbst vermittelte.
    Oder wir sind getrennt gefahren, weil ich nicht einsehen wollte, dass er trinkt und ich immer fahren soll. Nur leider konnte ich mich nicht darauf verlassen, wenn er mir vorher versprach, er würde nichts trinken. Im Laufe des Abends waren die guten Vorsätze wieder vergessen.
    Also bin ich dann meist mit meinem eigenen Auto gefahren.

    Als ich dann meinem Bruder erzählte, dass wir uns trennen würden und vom Alkoholproblem meines Ex sprach, war dieser total am Boden zerstört und machte sich Vorwürfe. Aber ich sagte ihm, dass es nicht seine Schuld sei. Er war einfach nur höflich und hat sich nichts dabei gedacht, als er meinem Ex Alkohol anbot.

    Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung, dass der Betroffene sich selbst äußern sollte, wenn ihm Alkohol angeboten wird und nicht ich als seine Partnerin antworte. Ich bin nicht für ihn verantwortlich und schon gar nicht dafür, ob er trinkt oder nicht.
    Außerdem hätte ich damit rechnen müssen, dass er mir sogar noch Vorwürfe macht, weil er ja selbst entscheiden kann, was er will und nicht.
    Das kommt nämlich auch noch dazu.

    Sicher gehen hier auch die Meinungen auseinander. Bin gespannt, was andere User dazu sagen.

    Hallo Roseanne,

    ich habe auch viel zu lange ausgeharrt, immer wieder gehofft. Er gab mir immer wieder das Gefühl, das er alles tut, um seine Sucht in den Griff zu bekommen. Dadurch habe ich weiter gemacht, viele Kleinigkeiten ignoriert. Die Ausrutscher zwischendurch waren auch schnell wieder vergessen. Dann ging es wieder eine Weile gut.

    Nun bin ich nicht mehr die jüngste und muss schauen, dass ich mein Leben alleine in den Griff bekomme. Aber es geht und es geht besser als ich mir dachte. Denn zu all den Problemen kam dann auch noch die Angst, wie geht es weiter, schaffe ich es alleine. Ich habe keine Kinder, kaum Freunde. Es ist alles auf der Strecke geblieben. Auch wegen meinem fehlenden Egoismus. Das weiß ich alles heute.

    Und hätte ich nicht dieses Forum gefunden und mich immer und immer wieder erkannt in den den unzähligen Beitragen der Co's, ich wäre heute noch bei ihm und würde weiter leiden.

    Lerne an Dich selbst zu denken und Dich wieder selbst zu lieben. Das geht nämlich alles in dieser Zeit verloren, weil in unseren Gedanken gar kein Platz mehr für uns selbst ist.

    Hallo Roseanne,

    das Problem ist nur, Du wirst immer und ewig beide Seiten an ihm haben und akzeptieren müssen, dass er nicht nur lieb und nett ist. Und mit der Zeit, wenn Dein Druck auf ihn stärker wird, wird der Ton immer härter, er macht Dich für alles verantwortlich.

    Aber müssen wir es soweit kommen lassen, dass wir dann am Boden zerstört sind ?
    Ich glaube, hier ist unser eigener Egoismus ganz stark gefragt.
    Du willst doch auch leben und ein liebenswertes Leben haben, oder ?

    Hallo Karotte,

    ich weiss nicht, ob Dir das hilft. Aber ich habe versucht, zu akzeptieren, dass mein Ex ein anderes Leben wollte, dass er aber einfach zu feige war, das zuzugeben. Deshalb hat er ja auch heimlich getrunken.
    Und ich habe gemerkt, wie erleichtert er war, dass er nicht mehr lügen musste, weil ich ihm ja die Entscheidung abgenommen habe, zu gehen. Irgendwann wäre er vielleicht auch mal verschwunden, einfach so. Wer weiss ...

    Und gerade diese Feigheit ist ja auch bei Deinem Ex. Deshalb hat er sich einfach "aus dem Staub" gemacht. Das passiert nicht nur bei Alkoholikern. Einer guten Freundin ging das auch so. Ihr Partner wollte die Beziehung nicht mehr aufrecht erhalten. Also hat er sich einfach freigemacht, indem er sich nicht mehr meldete. Das tut ihr sehr weh.

    Ich habe in meinem anderen Beitrag geschrieben, dass wir einfach lernen müssen, zu akzeptieren, dass unser Partner ein anderes Leben will.
    Und gerade dieses Akzeptieren hat mich frei gemacht. Ich musste mir keine Gedanken mehr machen, warum hat er oder hat er nicht. Ich habe einfach nur akzeptiert und damit loslassen können.

    Obwohl ich ihn manchmal so oft vemisse, habe ich ihn nie angerufen, nur wenn es wirklich nötig war, weil noch etwas zu klären war.
    Wenn er sich nicht immer wieder mal gemeldet hätte, wäre er auch einfach so aus meinem Leben verschwunden.

    Aber für mich selbst nehme ich mir die schönen Stunden mit ihm als Erinnerung und damit das Gefühl, dass er für mich immer ein wichtiger Teil meines Lebens war.

    Du schreibst von schönen, kuscheligen Stunden noch vor kurzer Zeit. So war es bei uns auch und das nach fast 20 Jahren.
    Ich weiss auch, wenn ich still geschwiegen hätte, übersehen hätte, dass es im Keller angebrochene Flaschen gab, die Alkoholfahne schon tagsüber ignoriert hätte, dann könnte das alles noch so sein ... Er wäre nie gegangen. War doch auch für ihn ein schönes und bequemes Leben.
    Aber als ich anfing, Forderungen zu stellen, er merkte, dass er sich immer mehr verstecken musste, die Flaschen dann in seinem Auto deponierte. Da bröckelte alles mehr und mehr.

    Versuche zu verstehen und zu akzeptieren, dass Dein Partner einfach nur krank ist und nicht anderes kann oder es auch nicht will.
    Mit Dir selbst hat das gar nichts zu tun. Vielleicht liebt er Dich immer noch, wahrscheinlich sogar. So wie Du ihn auch liebst. Jeder auf seine Weise.

    Glaube mir, das hat mir so geholfen. Ich bin froh und glücklich, dass ich ihn nicht hassen muss, nur weil es mit uns nicht funktioniert hat.

    Gerade, wo ich hier schreibe, gibt es wieder eine unheimliche Sehnsucht nach ihm. Der Gedanke an die schönen, vertrauten Stunden. Dann frage ich mich aber auch, wo sind die Erinnerungen an die Stunden, wo ich ängstlich, wütend, verzweifelt und unglücklich war. Auch diese Zeit kann ich nicht ganz aus meinem Leben streichen.

    Und dann sehe ich mein neues Leben, frei, ohne diese Angst, wieder enttäuscht und belogen zu werden.
    Und mir ist wieder klar: So will und kann ich nicht mehr leben.
    Jeder hat das Recht sein Leben zu leben, auch ich und mein Ex.

    Hallo,

    erst als ich meine Entscheidung für mich getroffen hatte, war ich endlich frei.
    Es hat zwar sehr lange gedauert, bis ich soweit war.
    Aber interessant war dann auch, wie mein Ex sich verhalten hat.
    Es gab noch eine Zeit des Bettelns und der ewigen Versprechungen.
    ca. 1 Jahr ambulante Therapie. Trotzdem hat er immer wieder getrunken. Natürlich dann heimlich.

    Aber als ihm klar war, dass es für mich kein zurück mehr gab, gab er mir auch zu verstehen, dass er nicht wirklich etwas ändern wollte. Es sei sein Problem, er wolle und müsse das alleine in den Griff bekommen. Kein Mensch könne ihm dabei helfen, auch ich nicht.

    Er zog dann auch wie besprochen aus, hat eine eigene Wohnung und trinkt fleissig weiter. Nach seiner Meinung kann er ja damit umgehen, nicht wie andere, die keinen Job mehr haben. Bei ihm stimmt alles noch ... Er hat schon immer seinen Job gemacht, war nie krank. Irgendwie hat er auch auch immer funktioniert, sich um alles gekümmert, hing nie nachts irgendwo herum.
    Deshalb war es auch so schwierig, ihn loszulassen. Aber in den letzten Jahren kamen dann noch andere Sachen dazu:

    Er hat eben alles heimlich gemacht, um ja nicht aufzufallen. Daher wollte er auch nur noch selten irgendwo hingehen, oder Bekannte bzw. Familie einladen. Da gab es immer mehr Stress, wenn mal wieder ein Besuch angesagt war.
    Aber für mich ist inzwischen das Wichtigste: Mir geht es wieder so gut, ich habe mir einen neuen Bekanntenkreis aufgebaut. Ich kann mich wieer entspannen, in Ruhe mal ein Gläschen Wein trinken und auch wirklich geniessen (sorry, mein Szet funktioniert nicht auf der Tastatur).
    Die letzten Jahre haben wir nur noch in Zweisamkeit verbracht. sogar der Urlaub war ein einziger Horror.

    Nun muss er sich nicht mehr verstecken. Das habe ich inzwischen kapiert.
    Ich habe lernen müssen, zu akzeptieren und auch zu kapitulieren vor dem Alkohol, meinen fast 20-jährigen Bemühungen ihn davor zu "retten". Es hat nicht funktioniert, weil er es nie wirklich wollte.

    Nun geht es ihm gut, mir geht es gut. Wir haben einen guten Kontakt.
    Sicher gibt es immer wieder traurige Momente, wenn er mich anruft und ich merke, dass er wieder mal völlig daneben ist. Aber dann bin ich sooo froh, wenn ich den Hörer auflegen kann und fühle mich glücklich und befreit, weil ich ihn so nicht mehr sehen und vor allen Dingen ertragen muss.

    Das ist jetzt ein halbes Jahr her, aber ich weiss, dass ich nie mehr dorthin zurück möchte, wo ich mal war.
    Diese einzigartige Freiheit, die ich jetzt leben kann, lasse ich mir nicht mehr nehmen.

    Was ich noch sagen möchte: Ganz wichtig ist für mich persönlich auch, dass er für mich trotzdem immer ein ganz besonderer Mensch war, der mir auch sehr viel gegeben hat. So will ich ihn auch in Erinnerung behalten.
    Auch jetzt lässt er es sich nicht nehmen, mir immer noch Komplimente zu machen, eine Kleinigkeit zum Nikolausi in den Briefkasten zu werfen ... wie früher mit einem persönlichen und lieben Gruss. Das tut so wahnsinnig gut.

    Irgendwie fühle ich mich immer noch sehr stark mit ihm verbunden, aber ein gemeinsames Leben kann ich mir nie mehr vorstellen, da er sicher das Trinken nicht aufgeben wird. Es ist ein Teil seines Lebens, seiner Lebensqualität. Und ich denke, er hat auch ein Recht darauf, sein Leben zu leben. Und dafür wünsche ich ihm nur das Beste.

    Auch wenn mir jetzt gerade wieder ein paar Tränchen herunterlaufen, weiss ich, dass meine Entscheidung die einzig Richtige war.

    Wir müssen nur lernen, das zu akzeptieren.

    Hallo mineralo,

    bei mir hat sich das auch alles fast 20 Jahre lang hingezoen. Ein ständiges Auf und Ab.
    Mein Ex hat alles getan, jahrelang SHG besucht, Entgiftung, ambulante Therapie. Aber er hat nie aufgehört zu trinken. Meist heimlich, nach längerer Arbeitslosigkeit hat sich dann alles so gesteigert, dass ich für mich selbst die Entscheidung getroffen habe: Entweder Alk oder Trennung.

    Er hat sich letztendlich für den Alk entschieden, mir immer gesagt, dass er ja doch alles tut ....

    Aber irgendwann habe ich aufgehört zu hoffen und wirklich verstanden, was er mir sagen wollte. Nämlich dass er einfach so weitermachen will. Keine Hilfe von mir annehmen, seine eigene Entscheidung für sein Leben treffen will. Sein Problem selbst lösen. Dies hat er mit dann auch schriftlich mitgeteilt.
    Ich habe das akzeptiert und hoffe, dass es ihm damit besser geht.

    Das ist jetzt fast 1/2 Jahr her und ich habe die Trennung nie bereut. Mir geht es inzwischen auch richtig gut. Zu meinem Ex habe ich auch wieder ein sehr gutes Verhältnis. Aber ich vermeide es nach mit ihm persönlich zusammenzukommen. Er trinkt ja nach wie vor und je nach Tagesform äußert sich das dann ja auch am Telefon. Das reicht mir dann schon und ich bin froh, wenn ich das Gespräch schnell beenden kann.
    Und immer in solchen Situationen wird mir jedes Mal klar, wie richtig meine Entscheidung war und ich fühle mich richtig gut, weil er nicht in meiner Nähe ist.

    Was ich damit sagen möchte ist, dass wir als Angehörige erst dann wieder zur Ruhe kommen, wenn wir akzeptieren können, dass unser Partner ein anderes Leben leben will, nämlich mit Alk.
    Dieses Loslassen ist am schwersten, aber wer das schafft, kann wieder neu durchstarten.

    Trotzdem denke ich gerne an unsere schönen gemeinsamen Stunden und möchte meinen Ex auch gerne so in Erinnerung behalten. Aber das alte Leben, wie es in der letzten Zeit war, das möchte ich auf keinen Fall mehr haben.
    Es gibt auch keine Vorwürfe von mir mehr an ihn. Das interessiert mich nicht mehr.
    Ich glaube auch, dass da immer noch viel Liebe mitschwingt, aber es ist irgendwie eine ganz andere Liebe, weil ich akzeptieren kann, wie er leben will, auch wenn ich es nie verstehen werde.

    Ich habe gelernt, viel für mich selbst zu tun, mir wieder neue Freundschaften aufgebaut und bin sehr dankbar, dass mir das alles so gut gelungen ist.
    Das habe ich aber auch nur geschafft, weil ich so viel hier im Forum gelesen und mich und meine eigene Situation so oft in den Beitragen wiedergefunden habe. Das war für mich die beste Therapie.

    Vorbei die Zeit, wo ich immer gehofft, gebangt, gewartet habe und letztendlich doch immer wieder nur enttäuscht wurde.

    Deshalb mein Rat: Schau auf Dich und sieh, dass es Dir und Deiner Familie gut geht. Deine Frau muss selbst entscheiden, was sie will und wenn sie aufhören will zu trinken, dann wird sie das auch tun. Und wenn nicht, dann wird sie weitertrinken und Du wirst ebenso weiter leiden, wie bisher und hoffen und bangen ....
    Irgendwann hört sie vielleicht auch damit auf, aber nur vielleicht.
    Und Du musst Dich fragen, ob Du das wirklich alles noch willst, immer weiter leiden mit Wut, Angst und Verzweiflung. Und auch Deine eigene Entscheidung treffen.

    Viel Glück dabei !

    Ja Joanne, ich kann mir gut vorstellen, wie Du Dich jetzt fühlst.

    Auch wenn es manchmal schwer zu verstehen ist. Ich denke, Dein Mann wollte, dass Du die Entscheidung triffst. So wie er alles Dir überlassen hat.
    Jetzt liegt es an Dir, standhaft zu sein, und Dich neu zu orientieren, ohne die Gedanken, was tut er gerade. Du wirst sehen, irgendwann fühlst Du Dich so gut.

    Bei uns war das zwar anders, ich hatte die Kontaktsperre verlangt und ihn auch nicht mehr angerufen. Aber es war auch ein komisches Gefühl.
    Das ging dann fast 1 Monat, dann rief er wieder an, weil es noch mit der Versicherung Dinge zu klären gab und ich merkte bei dem späteren Zusammentreffen, dass ich "über den Berg" war. Es hat mich nicht mehr so berührt, ob er getrunken hatte oder nicht. Mein einziger Gedanke war nur: Wie gut, dass ich später die Tür hinter mir zumachen kann und ihn nicht um mich haben muss. Ich bin nicht mehr verletzbar.
    Der lange Abstand hat mir dabei geholfen, die Dinge klarer zu sehen und endlich zu kapieren, dass ich nichts ändern kann.
    Aber ich habe auch gemerkt, dass es mir jeden Tag besser ging. Die Gedanken an ihn verblassten immer mehr.

    So konnte ich auch wieder neue Kontakte knüpfen. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Und er ist so nett und freundlich, hat mir Komplimente gemacht, mir alle seine Hilfe angeboten, sogar beim Renovieren will er mir helfen. Und er würde mich gerne mal zum Essen einladen, wenn seine Wohnung in Ordnung ist.

    Das hat mir alles sehr gut getan. Und ich sehe in ihm jetzt nicht mehr als einen guten Bekannten. Meine Liebe zu ihm hat sich total gewandelt, aber irgendwie weiß ich auch, dass er immer ein wichtiger Mensch in meinem Leben sein wird. Vielleicht will ich es auch so.
    Aber ich sehe auch, dass er krank ist, dass er oft lügt, wenn er mich anruft und mir erzählt, dass es ihm gut geht, weil er ja nicht mehr so viel trinkt. Ich höre die lallende Stimme und denke nur, er belügt sich genau wie vorher.

    Eigentlich hätte ich nie gedacht, dass ich einmal so denken könnte.
    Aber ich merke auch, dass wir uns gegenseitig doch irgendwie noch brauchen, wenn auch nur auf einer freundschaftlichen Ebene.

    Leider läuft idas nicht immer so ab, aber ich bin sehr froh über diese Entwicklung.
    Mit einer Ausnahme hatte ich mit allen Partnern und auch meinem Exmann nach der Trennung keinen Kontakt mehr und wollte es auch nicht.

    Das Leben ist schon manchmal sehr merkwürdig und die Wege, die wir irgendwann einmal gehen, sind nie vorhersehbar.

    Ich glaube, Du hast schon so viel gelernt und es kann nur noch besser werden ....

    Hallo Joanne,

    ich bin ja jetzt auch schon über 4 Monate getrennt und mir geht es richtig gut. Gut deshalb, weil ich mich so unendlich frei fühle. Und gut auch deshalb, weil mein Ex jetzt auch frei sein kann. Und gut, weil wir uns wieder in die Augen sehen können. Ich kann ihm ohne Groll und Wut begegnen, wenn ich auch manchmal traurig bin, weil er nicht vom Alkohol lassen kann und will. Vielleicht auch, weil ich Angst habe, dass er irgendwann untergeht. Aber ich weiß auch, dass ich es nicht ändern kann.

    Ich habe verstanden, dass er nicht vom Alkohol lassen will und es auch akzeptiert. Aber das konnte ich nur, wenn ich ihn loslasse, keine Kontrollen, keine Ängste, keine Bevormundungen mehr.
    Aber eines ist mir auch klar geworden, ohne die räumliche Trennung hätte das nicht so funktioniert.

    So vieles, was Du in letzter Zeit geschrieben hast, passt auf auf mich, auf meinen Ex. Auch er hat alles getan, alle Therapien gemacht, jahrelang SHG besucht, bis auf die Langzeit-Therapie.

    Als ich ihm sagte, dass ich mich trenne, nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte, ihm am Telefon zusammenschrie, war er ganz ruhig, hat mir nur zugehört und dann still gesagt: o.k.
    Das war's. Und da war für mich alles klar. Es gab kein zurück mehr, nicht mehr für mich und auch nicht mehr für ihn.
    Und ich brauchte den Abstand von ihm. Er ging ja noch ein und aus in der Wohnung, hat auch jetzt noch seinen Schlüssel. Er kam nur, wenn ich nicht da war. Das ging mehrere Wochen so und nur so ging es bei mir.

    Und glaube mir, Joanne. Auch wenn ich mich manchmal alleine fühle, seine Liebe vermisse, möchte ich dieses alte Leben nicht mehr zurückhaben. Denn es wird nie mehr so sein, wie es einmal war, so schön und unbeschwert.

    Sei froh und stolz auf Dich, dass Du das alles geschafft hast. Vielleicht gelingt es Dir auch irgendwann, Deinen Mann zu verstehen und seine Entscheidung zu akzeptieren. Das macht vieles leichter, auch für Deine Tochter.

    Bleib weiterhin so stark !

    Hallo LittlePeanut,

    ich hatte damals niemanden mit dem ich darüber reden konnte. Und die gleichen Gedanken gingen mir ständig durch den Kopf.

    Ich habe ihm dann einfach die Flaschen auf den Tisch gestellt als ich morgens zur Arbeit gefahren bin und den ganzen Tag gezittert, was nun passiert. Das war auch ein großes Stück Feigheit und die Angst, ihn direkt anzusprechen und wie er dann reagieren würde.
    Er kam immer früher als ich nach Hause und hat sie dann ja auch gesehen und auch Zeit, sich Gedanken zu machen.
    Tja, wie ich schon geschrieben habe, er hat alles zugegeben. Nur leider hat es nichts daran geändert, dass er weitergetrunken hat bis heute.
    Dieses "Spiel" hat sich dann noch des öfteren bei uns wiederholt.
    Ich hatte einfach Angst vor der Wahrheit, Angst, dass ich ihm die entscheidende Frage stellen muss: Alkohol oder Trennung.
    Das habe ich leider erst vor 1 Jahr gepackt. Eigentlich war das für mich verlorene Zeit, aber später weiß man alles besser.

    Aber so war es bei mir. Dein Freund kann ganz anders reagieren.
    Nur lass Dich nicht anlügen. Sonst hört das nie auf !

    Ohne dieses Forum hätte ich es wahrscheinlich auch nicht geschafft mich zu trennen.
    Deshalb lies Dir mal die vielen Beiträge durch und Du wirst merken, wie Du mit der Zeit immer stärker wirst. Endlich Du selbst wirst.

    Alles Gute

    Hallo LittlePeanut,

    ich kann mich Clärchen nur anschließen. Du solltest ihn unbedingt ansprechen. Ich weiß, das ist sehr schwer. Aber irgendwann musst Du es sowieso tun. Weil Du nur noch damit beschäftigt bist, ihn zu kontrollieren.
    Aber Du musst auch damit rechnen, dass er Dich anlügt.

    Ich war 19 Jahre mit meinem Freund zusammen. Er hat ein ähnliches Trinkverhalten - also Spiegeltrinker - allerdings war es bei ihm Apfelwein. Irgendwann habe ich in seinem Kleiderschrank in allen Jacken- und Manteltaschen ange-brochene Flaschen gefunden.
    Er gab alles zu, wir haben immer und immer wieder geredet und ich habe immer und immer wieder gehofft .....

    Dann gab es mal wieder ruhige Phasen, wobei ich mir heute noch nicht sicher bin, ob er nicht trotzdem heimlich getrunken hat.
    Auch er hat Probleme im Umgang mit anderen Menschen. Ohne Alk geht bei ihm nichts. Unauffällig war er auch, denn er hat ja heimlich getrunken.
    Ging in keine Kneipe, war immer zuhause. Hat sich um alles gekümmert.

    Probleme gab es zunehmend im Urlaub, weil wir ja da den ganzen Tag zusammen waren und er ständig seinen Pegel brauchte. Das konnte er so schlecht verheimlichen.
    In den letzten Jahren kamen dann noch berufliche Probleme dazu, 1 Jahr Arbeitslosigkeit. Und er hat sich immer mehr verändert. Er hat mir nie etwas getan, aber verbal wurde er zunehmend aggressiver.
    So dass ich ihn letztes Jahr vor die Wahl gestellt habe, Alkohol oder Trennung. Er hat sich für eine ambulante Therapie entschieden.

    Trotz der Therapie trinkt er weiter, belügt sich und andere.
    Deshalb musste ich mich von ihm trennen, sonst hätte ich mich selbst verloren.

    Er hatte auch schon eine längere Psychotherapie hinter sich, hat leider alles nichts gebracht.

    Deshalb pass gut auf Dich auf und lasse Dir nichts schönreden.
    Alkoholiker lügen bedenkenlos, wenn es darum geht, ihr Suchtmittel zu bekommen bzw. zu behalten. Und das tut ganz ganz furchtbar weh.

    Jetzt nach 2 Monaten Trennung geht es mir wieder richtig gut. Er kann trinken ohne mich belügen zu müssen und ich fühle mich so unendlich frei.

    Hallo Sebajama,

    bei mir war das genau so. Immer wieder Lügen. Mein XY hat fleißig seine Gruppe besucht, ambulante Therapie stand ganz groß im Raum, aber ebenso fleißig hat er auch weiter getrunken.

    Wir haben ewige Gespräche geführt, er hat mich gebeten, ihm doch noch eine Chance zu geben. Wenn er erst einmal die Therapie macht, dann wird ja alles anders. Aber leider hat sich gar nichts geändert.
    Natürlich hat er alles abgestritten, seinen Alkoholvorrat nicht mehr im Keller gebunkert, sondern in seinem Auto.

    Das schlimmste dabei war nun wieder diese Verunsicherung von meiner Seite. Ich konnte ihm ja nichts beweisen. Und meinte immer noch, ich müsste es aber tun.

    Aber irgendwann war dann das Maß voll und ich habe meine Entscheidung für mich ganz alleine getroffen. Dass ich das so nämlich nicht mehr will, ein Leben mit ständigen Lügen, diese ständige Angst, Selbstzweifel. Also habe ich ihm gesagt, er kann von mir aus trinken so viel er will aber nicht mehr mit mir zusammen. Das Erstaunen von seiner Seite war grenzenlos, so als ob er nichts verstanden hätte. Er hat ja nicht getrunken .... hallo .... ich bilde mir das ja nur wieder nur ein.

    Ich habe viel geweint während der Trennung, war unendlich traurig, Aber auch so froh, dass ich mich endlich wieder wie ein vollwertiger Mensch fühlen konnte.
    Heute bin ich auch noch öfters traurig, aber nur, weil ich so enttäuscht bin, dass er sich und alles um sich herum so belügt. Und vielleicht auch, weil mir erst jetzt richtig klar geworden ist, wie krank mein Partner eigentlich ist. Warum habe ich das nicht früher gemerkt ?

    Wir waren fast 20 Jahre zusammen, eine lange Zeit mit sehr schönen Erinnerungen. Aber in den etzten Jahren wurde diese leider immer weniger.

    Wir sind jetzt seit ca. 2 Monaten getrennt und was macht er? Er geht weiter in seine Gruppe, macht die ambulante Therapie und trinkt öffentlich. Ein solcher Selbstbetrug. Letztens sagte er mir am Telefon, er wisse nicht, warum er sich das alles noch antun würde, mit dem ganzen Therapiekram, er würde ja nichts mehr trinken. Und das, obwohl er gerade von einer Kinderfeier seines neuen Vermieters kam und mehr lallte als sprach am Telefon. Als ich ihn damit konfrontierte, meinte er nur nur " na ja, nicht mehr so viel !".

    Ja und inzwischen bin ich soweit, dass ich ihn gar nicht mehr möchte. Ich baue mir gerade einen neuen Freundeskreis auf. Es geht mir richtig gut inzwischen. Hätte ich selbst nicht gedacht, aber es ist wirklich so.

    Soweit meine Erfahrung.

    An Deiner Stelle würde ich ihn ansprechen. Wenn er Dich dann anlügt, wird es Zeit, dass Du ernsthaft Gedanken macht, ob Du so weiterleben willst.

    Jeder kann einen Rückfall bauen, aber ich sehe das nicht als Rückfall.
    Dein Partner ist in Therapie, da lernt man vieles und vor allen Dingen, wie man mit einem Rückfall umgeht. Weitertrinken ist ja am bequemsten, nur merken darf es keiner !

    Hallo Nebelmond,

    mach Dir nicht so viele Vorwürfe, sondern starte neu ins Leben.
    Bei mir war es auch so. Fast 20 Jahre lang habe ich über alles hinweggesehen. Wird schon wieder .... so schlimm ist das ja alles nicht ... er ist ja so lieb, wenn er nüchtern ist.

    Aber irgendwann sieht man sich im Spiegel, kann die bittere Wahrheit
    nicht mehr weglügen.
    Und wir müssen jetzt an uns selbst denken, das ist ganz wichtig. Versuchen, das Leben zu genießen. Denn mit unserem Partner war das doch gar nicht mehr möglich.

    Ich bin über 60 Jahre, hatte kaum noch Freunde oder Freundinnen. Die Kontakte total vernachlässigt.

    Jetzt starte ich wieder neu durch. Habe so viele nette Bekanntschaften gemacht mit Frauen, die auch alleine sind. Und es ist so toll, ungezwungen etwas zu unternehmen, ohne den Teufel Alkohl im Hintergrund.

    Das genieße ich jetzt besonders. Und dann tut mir die Trennung auch nicht mehr weh. Weil ich immer mehr merke, ich bin auf dem richtigen Weg.

    Freue mich schon auf heute Abend. Da treffe ich mich wieder mit Freundinnen, mittlerweile sind es so viele, dass ich kaum noch zur Ruhe komme ...... lach

    Weisst Du, eines habe ich mir vogenommen: Das Leben geht weiter, auch ohne meinen Ex.

    Nach einer gewissen Zeit der Trauer wird das Du das sicher auch so empfinden.
    Ich wünsche Dir, dass Du alle negativen Gedanken verbannen und positiv durchstarten kannst.

    Liebe Grüße

    Hallo Ragna,

    wie war Dein Wochenende beim Straßenfest?

    Ich vermeide es, alleine in unserer kleinen Stadt irgendwo hinzugehen. Auch aus den von Dir genannten Gründen. Meistens setze ich mich in ein Cafe in einer anderen Stadt in der Nähe. Da lernt man auch andere Menschen kennen.

    Das Problem mit der Einsamkeit kenn ich auch. Ich hatte auch wenig Kontakte in den letzten Jahren. XY hat da immer quergeschossen.
    In meiner vorigen Beziehung (auch ein Alki) war das ganz anders. Da war ich voller Hemmungen, nur auf ihn fixiert.
    Als ich mich dann trennte, musste ich etwas tun, habe mich einem Single-Kreis angeschlossen. War eine supertolle Zeit, die ich auch nicht missen möchte. Dann wieder alleine, der Kreis hatte sich leider aufgelöst.
    So hat das sich in den letzten Jahren immer wiederholt.

    So bin ich immer schon viel alleine unterwegs gewesen, auch in Urlaub.
    Ich bin zwar wesentlich älter als Du, habe aber sehr gute Erfahrungen gemacht, nette Leute kennengelernt, wenn auch nur auf einen Small-Talk. Aber das reichte auch aus.

    Tagsüber bin ich auch total ausgelastet durch meinen Job. Aber die Abende sind schon manchmal bedrückend.

    Aber auch da hat mir der Zufall geholfen. Bei einer Openair-Veranstaltung lernte ich eine ganze Gruppe Frauen kennen, die zwar alle jünger waren, aber wir waren noch gemeinsam in einer Disco. Ist nicht mehr mein Ding, das habe ich auch gleich gesagt. Trotzdem haben wir regen Kontakt und gestern abend waren wir dann bei uns auf dem Weinfest. Neue Termine fürs Wochenende haben wir auch schon besprochen. Nur leider regnet es heute ständig.

    Dann hatte ich wieder Kontakt mit einer Bekantten aus der früheren Zeit, vor ca. 20 Jahren. Auch schon lange von ihrem Alki getrennt.
    Sie ist froh, jemanden gefunden zu haben, der auch mal mit ihr und ihrem Hund spazieren geht oder abends zusammen in ein gemütliches Lokal zum Essen.

    Also, irgendwie geht es immer weiter. Nur zuhause versauern, das möchte ich auf keinen Fall.
    Ich habe auch festgestellt, es gibt so viele Frauen, die ähnliches erlebt haben wie wir, oder einfach nur einsam sind, Hemmungen haben, auf andere zuzugehen. Erst wenn man miteinander redet, sich etwas beschnüffelt hat, kommt das dann so nach und nach ans Tageslicht.