Beiträge von Waldliebende

    TOLERANZ

    Gutes Stichwort.
    Ich sehe, du hast mich verstanden.....
    es muss mich aber nicht jeder verstehen!
    Ich konnte das auch nicht immer.
    Aber da das ganze Leben ein Lernprozess ist,
    nimmt man aus jeder Misere, aus allen Erlebnissen,
    was mit.
    Je mehr wir erleben, desto mehr lernen wir.
    Ich habe mich oft gefragt, warum dies und das passiert.
    Irgendwann kam die Antwort.
    Weil mein Leben dann nicht so und so anders
    verlaufen wäre.
    Oft auch zum Positiven.
    Aus vielen negativen Erfahrungen kommt mindestens eine
    positive Veränderung.
    Für mich selbst oder auch für meine Mitmenschen.
    Es hat sich was bewegt, ich habe mich bewegt, ich hätte
    doch sonst keinen Grund gehabt, etwas zu verändern.
    Damit möchte ich einfach nur sagen, dass wir im Leben
    manch`schlimme Erfahrung machen müssen/sollen,
    damit wir etwas verändern.
    Und ich habe viel verändert. Und ich werde weiterhin Veränderungen
    zulassen, in meinem Tempo, weil ich es so als richtig
    und verträglich empfinde.
    Empfindungen spielen in unserem Leben eine sehr grosse
    Rolle, dafür sind wir Lebewesen mit einer Seele.
    Unsere Seele, unser Unterbewusstsein beeinflusst uns stark,
    auch wenn wir es manche nicht glauben, oder wahrhaben
    wollen.
    ich möchte mich aber nicht anhören wie eine Pfarrerin,
    es ist mir nur so i den Kopf gekommen.
    Vieles kommt einfach beim Schreiben, die Gedanken kommen
    von alleine und ich meine, dass es dann auch absolut ehrlich
    ist. Wir müssen doch gar nicht um den heissen Brei herumreden,
    wozu? Hier können wir doch unsere tiefsten Gedanken und
    Empfindungen loswerden.
    Ich lerne auch viel durch das Lesen bei anderen, nehme Manches
    an und Anderes kann ich nicht umsetzen.
    Das ist der Punkt:
    Wie du schreibst, es kennt uns keiner persönlich, kennt nicht meine
    Vorstellung, wie ich mein Leben haben möchte, kennt nicht
    mein Umfeld, meine Familie.
    Respekt und Toleranz, das ist hier im Miteinander
    ein Muss.
    LG Waldliebende, jetzt wieder schmerzfrei....

    :) [/b]

    Gute Morgen Frozen Tears,

    ja, ich denke schon, dass die typische Mädchenerziehung da eine
    Rolle spielen kann.
    Ich habe es schon selber erlebt.
    Bei meiner Schwiegermutter z.B. Sie war auch so ein
    angepasstes Frauchen, ihr Mann trank.
    Als ich ihr dann mal erzählte, dass meiner auch zuviel trinkt,
    meinte sie, dass wir Frauen da durch müssten,
    Männer seien eben so und es wäre doch kein
    Grund sich zu trennen.
    Das Leben sei eben nicht immer nur leicht, wir müssen da durch,
    ich solle mich nicht so anstellen....
    Sie machte ihm dann zwischen seinen Saufgelagen Tee und
    belegte Brote und sagte immer: XY...du musst doch essen,
    das geht doch nicht, dass du nichts im Bauch hast.....
    Sowas von Co.abhängig.....
    Noch ein Beispiel, mein Mann nahm unseren Sohn damals hier und da mit
    zum Sonntagsfrühschoppen.
    Ich sagt meiner Mutter, dass ich das nicht in Ordnung fände, weil
    ein Kind nichts in einer Kneipe zu suchen hat.
    Sie meinte nur: Ach lass doch die Männer, das musst du als
    förderlich für die Vater-Sohn-Beziehung ansehen, sowas brauchen
    Männer......
    Es war auch normal, dass mein Vater mit glasigem Blick unter
    dem Weihnachtsbaum saß, aber in der Kirche, da zog man sich dann
    einen Anzug vom Feinsten an und wahrte sein Gesicht, ein Mann
    vom Feinsten müssen die Leute gedacht haben.
    Tun Männer das alles? Ich habe damals gedacht, es sei eben männlich.
    Bin ich jetzt voll am Thema vorbei????

    Gestern dann endlich um 19:00 Uhr die Migränetabletten
    bekommen. Nach einer halben Stunde fast schmerzfrei.
    Ich traute dem Frieden aber sowieso nicht und hatte mir
    eine AU für zwei Tage geben lassen.
    Heute Morgen aufgewacht, die gleichen Schmerzen wieder da.
    Mist! Runde mit dem Hund gegangen, in der Hoffnung, dass
    die frische Luft Gutes tut, aber nein, bei dem Wind, so muss
    Föhnwetter sein, gibt es den auch hier im Rheinland?
    Jetzt wieder eine Tablette, ist das wirklich Migräne?
    Keine Ahnung....
    Habe gerade nochmal in anderen Threads von Co`s gelesen.
    Da ist das Thema Hoffnung z.B.
    Die einen hoffen, dass sie nie wieder Alkohol trinken, die
    anderen hoffen, dass ihr trinkender Partner sich doch
    noch ändert, die nächsten hoffen, dass sie die Trennung
    endlich verkraften.
    Ein Forumsmitglied hat z.B. geschrieben, dass man den Dingen auch einfach mal seinen Lauf lassen sollte, in dem Sinne, dass es
    höhere Mächte gibt, die wirken.
    Ich fand den Beitrag sehr schön, denn ohne Hoffnung hätten wir alle
    längst aufgegeben.
    Manche Dinge im Leben regeln sich auf wundersame Weise
    von alleine.
    Natürlich soll das nicht heissen, dass wir die Hände in den Schoß
    legen und nur abwarten, wir müssen schon was dafür tun, dass
    es besser wird.
    Aber mir fällt auch auf, dass manche Betroffene mit einer eisernen
    Verbissenheit an die Probleme herangehen.
    Es wird ellenlang geschrieben, diskutiert und zerpflückt.
    Ich für mich habe erkannt, dass ich das Wesentliche nicht
    mehr erkenne, wenn ich an ein Problem zu verbissen und
    verblendet herangehe.
    Mein Körper sendet mir dann Signale und ich lass die "Sache"
    dann erstmaöl ruhen, um die gesammelten Informationen
    in Ruhe in meinem Kopf zu sortieren.
    Manche Dinge lassen sich eben nicht in ein paar Monaten
    regeln.
    Das ist mir hier bei einigen aufgefallen.
    Es stimmt mich traurig, wenn Menschen hier, die glauben, es endlich
    gepackt zu haben, plötzlich mit Depressionen kämpfen und wieder
    eine neue Baustelle haben.
    Ein altes Problem scheint bewältigt, ein neues ist bereits da.
    Und es dreht sich alles u die 3 Dinge, die ich oben beschrieben habe.
    das sagt mir doch erst recht, dass ich hundertmal überlegen muss,
    welcher Schritt der richtige ist.
    Ich möchte ja nicht vom Regen in die Traufe fallen.
    Und dann macht es mich eben traurig, dass es Menschen gibt,
    die bei Co`s nur einen bestimmten Weg akzeptieren.
    Den ihren, sonst keinen......?
    Das ist mir heute bewusst geworden.

    Liebe Mohn,
    nun habe ich ausführlich geantwortet,alles weg....
    Noch einmal von vorne, das ist anstrengend, habe heute Migräne,
    Sturm und mild draussen, seit gestern schon diese fiesen
    Kopfschmerzen, werde nach 15 Uhr ein Rezept abholen
    und wenn die Tabletten nicht wirken, dann kann ich nicht
    arbeiten gehen, werde mir vorsichtshalber eine Krankmeldung geben
    lassen.
    Habe schon öfter mit Migräne gearbeitet, das tue ich mir einfach nicht mehr an.

    Es ist schlimm,dass nur dann eine Reaktion kommt, wenn
    du "ausrastest".
    Ich kenne das, dann werden sie plötzlich wach und erkennen
    das ganze Ausmass ihres Verhaltens.
    Dann kommt diese Angst in den Augen und eine tiefe Reue,
    man selber möchte seinen Mann gar nicht so sehen und haben.
    Er soll es doch für sich machen, damit er wieder ein zufriedenes,
    unabhängiges Leben führen kann.
    Das muss in ihre Köpfe rein!!!
    Wie mein Mann mit meiner Veränderung umgeht?
    Etwas Neid, etwas Eifersucht, der Wille zur Veränderung ist da, aber
    wird nicht richtig umgesetzt.
    Ein kleiner positiver Schritt seinerseits, mal hier und da.
    Im Großen und Ganzen nicht viel Neues, er lässt mich meine
    Dinge machen, hat Angst, mich zu verlieren.
    Passt mehr auf, dass er Vereinbarungen einhält, ist nicht mehr entsetzt, wenn ich Konsequenzen durchziehe, vermeidet jetzt öfter
    Situationen, wo er weiß, dass ich das so nicht aktzeptiere.
    Ist aufmerksamer geworden, nur sich selbst gegenüber nicht!
    Die Gesundheit spielt ja noch ganz gut mit, Job hat er auch.
    Tiefpunkt wohl noch lange nicht erreicht.
    Ich auch noch nicht, gebe ich zu.
    So Mohn, du sollst aber nicht weinen, wenn ich schreibe.
    Bis die Tage.....
    Liebe Grüße
    Waldliebende

    Zitat von Feeli

    Hallo Waldliebende,

    Es hat ganz schön lange gedauert, aber ich habe jetzt festgestellt, dass ich dich da abholen wollte, wo Du gar nicht stehst. Du willst einen Weg gehen, der für mich ungangbar gewesen wäre, Du willst Dich - so sehe ich das - von Deinem XY innerlich trennen, aber mit ihm zusammen wohnen bleiben und mal in aller Ruhe schauen, in welche Richtung er sich denn entwickelt. Mit dem Wissen er ist Alkoholkrank und Du co-abhängig. Vor allem nach außen soll alles beim Alten bleiben.

    Da ich es weder selbst so gemacht habe noch mir vorstellen kann, wie das ist, sehenden Auges so etwas mitzumachen, können wir beide kaum voneinander profitieren. Deshalb ziehe ich mich aus Deinem Thread zurück, was die aktive Teilnahme angeht.

    Ich glaube, Dein Weg erfordert wesentlich mehr Kraft, als meiner es getan hat. Diese wünsche ich Dir.

    Feeli

    Liebe Feeli,
    so siehst du mich also....
    ...muss ich akzeptieren, es ist deine Sichtweise.
    Innerliche Trennung, erstmal,
    an meiner CoAbhängigkeit arbeite ich stark, du hast meine Beiträge
    gelesen, aber nicht zwischen den Zeilen gelesen...?
    Du musst nicht meiner Meinung sein.
    Wieso nach aussen hin soll alles beim Alten bleiben?
    Tut es jetzt nicht mehr, es hat sich einiges geändert.
    Ich rede mit meinen Freunden drüber, rede nichts schön und
    habe einen Weg gefunden, an mich zu denken.
    So ist es erstmal gut.
    LG Waldliebende

    Hallo Mohn,
    Was hat deinen Mann zur Einsicht gebracht?
    Der schlechte aktuelle Gesundheitszustand oder dein
    neues Leben, welches ihm nicht gefällt, weil er daran
    nicht mehr teilnehmen kann?
    Asbest in der Lunge, das hört sich nicht gut an,
    es ist wohl beruflich bedingt?
    Nur eine Frage der Zeit, bis....Krebs?......
    Nun muss er was für seine Gesundheit tun.....
    Ob du ihn manipulierst?
    Es ist egal, warum er nun endlich zum Arzt gegangen ist, Hauptsache
    er tut was und bleibt am Ball, das wünsche ich euch beiden
    ganz doll.
    LG Waldliebende

    Guten Morgen Mohn,
    ja, dieses Forum ist Gold wert.
    Ohne euch alle hier hätte ich niemals Fortschritte gemacht.
    Auch wenn manche unsere Fortschritte nicht erkennen, aus
    welchem Grund auch immer, so sind wir doch für uns schon einige Schritte weiter.
    Schon die Erkenntnis, was ein Co eigentlich ist, was es bedeutet,
    das ist doch schon sehr wertvoll.
    Und wir setzen uns damit auseinander, jeder in seinem Tempo,
    jeder so wie er kann.
    Und es ist gut, dass wir uns hier nicht von allen Seiten beeinflussen
    lassen, dass wir den Weg gehen, den wir vom Gefühl her für richtig halten.
    In meinem Kurzurlaub hatten wir nämlich genau das Thema:
    Gefühl oder Verstand?
    Was ist richtig?
    Was ist falsch?
    Da gibt es keine Antwort drauf, wir haben da stundenlang drüber
    diskutiert. Aber nur nach Gefühl oder nur nach Verstand, das geht nicht.
    Man muss die Waage finden, es muss ausgewogen sein.
    Es freut mich, dass es dir soweit besser geht und du dich auf Weihnachten freuen kannst.
    LG Waldliebende

    Zitat von Hartmut

    Hallo zusammen

    aus welcher Motivation heraus soll denn der CO Abhängige ausziehen oder sich trennen ?

    In meinen Augen doch um sich selbst zu helfen und da spielt doch der zurückbleibend Alkoholiker keine Rolle mehr. Oder lässt da das "nasse" CO Denken es nicht zu ? Und aus diesem Denken heraus insgeheim hofft, das der Alkoholiker sich besinnt?

    Kann da mir jemand weiterhelfen ?

    Gruß Hartmut

    Hallo Hartmut,
    deine Frage hat auch mich zum Nachdenken angeregt.
    Meine Motivation wäre:
    Eine allerletzte Konsequenz für MICH!
    Wenn ich überhaupt nicht mehr damit weiterleben kann.
    Wenn mein ganzes Leben nur noch vom Alkoholabhängigen
    bestimmt wird, ich keine Chance mehr auf ein eigenständiges Leben mehr habe.
    Wenn ich nur noch unglücklich bin und mein Alltag nur noch vom
    Alkohol bestimmt ist.
    Wenn ich keine andere Möglichkeit mehr sehe.
    Der Zurückbleibende wird weiterhin eine Rolle spielen, dafür
    war ich dann zu lange mit ihm zusammen.
    Aber er wäre nicht mehr in meinem Umfeld.
    Ich glaube nicht, dass ich ihn ganz aus meinem Leben verbannen
    könnte.
    Aber zurücknehmen? Ganz klar NEIN!!!
    Das ist meine Meinung dazu.
    LG Waldliebende

    Hallo Doro,

    Das ist interessant, ich meine deinen ersten Absatz:
    Kann es ein, dass sich manche Co`s trennen, weil sie hofften, dass
    sich der Partner dann ändert?
    Ich denke schon.....
    Hoffnung durch Trennung, mmhh...wenn ich mich wirklich trennen
    würde, dann wäre es für immer, deshalb tue ich mich damit auch so
    schwer....dann würde ich nicht mehr zurück wollen, weil
    ich habe hier zu oft gelesen, dass sie dann wieder zusammen kommen, wenn der Partner sich anscheinend wieder im Griff hatte und alles ging von Vorne los.
    LG Waldliebende

    Zitat von Antilope

    Das Alter hat mich auch sehr beschäftigt.
    Einserseits habe ich mir gesagt, diese paar Jahre hälst Du doch noch aus, ist doch alles nicht so schlimm. Er hat doch auch seine guten Seiten. Alleine ist auch nicht schön, ich habe ja keine Kinder, eigentlich wenig Freunde. Mein Arbeitsprozess geht langsam zu Ende.

    Und genau da bekam ich dann plötzlich Panik. Wie soll das denn eigentlich mit uns funktionieren, wenn wir die ganze Zeit zusammenhocken? Er evtl. noch arbeitslos, ich inzwischen in Rente.

    Ja dann kam mir auch die Erkenntnis, dass es mir eigentlich doch besser geht, wenn ich alleine bleibe. So habe ich wenigstens kenen Stress und kann den Rest meines Lebens so gestalten, wie es mir gefällt. Muss eben wieder neue Kontakte knüpfen. Auf in den Kampf, wird schon klappen.

    Lieber alleine glücklich, als zu zweit unglücklich.
    Ich habe schließlich nur dieses Leben !

    Diese Devise war dann in meinem Kopf und hat alles andere überdeckt. Die Probleme meines Partners waren auf einmal zweitrangíg und sind es immer noch. Es gab für mich nur zwei Alternativen: ein Leben ohne Alkohol oder die Trennung. Dazu kam es doch nicht, er hat wohl begriffen, dass er selbst etwas tun muss. Den Anfang hat er gemacht.

    Ich bin zwar sehr froh und irgendwie auch stolz auf auf meinen Freund, aber immer noch nicht ganz überzeugt. Das ist auch gut so. So bleibe ich mir wenigstens weiterhin treu.

    Liebe Antilope,
    Die Probleme meines Partners waren plötzlich zweitrangig und sind es
    immer noch.
    So weit bin ich auch gekommen un das ist doch schon mal was, oder?
    Wir konzentrieren uns endlich auf UNS !!!
    Also haben wir doch begriffen.
    Du bist das beste Beispiel dafür, dass ein Partner sich aufgrund dessen
    ändert, weil er es will und sieht, dass sein Verhalten Konsequenzen hat.
    Wenn sich sein Verhalten dann wieder ins Negative wandelt, kann
    ich doch immer noch überlegen, was ich tue.
    Wenn dann aber nur noch ein Auf und Ab herrscht, kann ich
    irgendwann nur noch den Schritt der Trennung gehen.
    Weil es auf Dauer nicht auszuhalten ist, ich möchte mich nicht
    den rest meines Lebens quälen müssen.
    Ich finde, das hast du gut gemacht.
    LG Waldliebende

    Zitat von Feeli

    Hallo Mohn,

    Manchmal schreiben mir auch Leute hier im Forum Dinge, da fange ich gleich an, zu weinen. Das braucht nur ein einzelner Satz sein. Meist ist es eine Frage. Manchmal weiß ich in der ersten Sekunde gar nicht, warum ich anfange, zu heulen. Ich denke dann darüber nach und bin ganz erstaunt, dass da tatsächlich ein wunder Punkt bei mir ist, von dem ich vorher gar nichts wusste. Bis ich das Ganze durchdacht habe, habe ich wieder sehr viel über mich gelernt. Und wieder ein Stück verarbeitet. Mich wieder ein Stück besser kennengelernt.

    Es ist anstrengend, denn wer ist schon gerne traurig. Aber es tut auch sehr gut, wenn ich dann wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zu mir vorwärts gekommen bin.

    Deshalb freue ich mich, wenn ich Dich zum Nachdenken angeregt habe. Auch wenn ich Dich dadurch erstmal traurig gemacht habe. Du darfst mich deshalb auch sehr gerne in meine Wunden pieken :wink: .

    Feeli

    Liebe Feeli,
    bei dir höre ich oft eine grosse Verzweiflung heraus.
    Das tut mir leid und ich drück dich mal ganz doll.
    LG Waldliebende

    Zitat von Doro

    Wenn ich jemanden verlasse, damit er endlich trocken wird, ist das genauso ein sinnloser Manipulationsversuch.

    Leute, wir müssen aufhören, irgendetwas zu tun oder zu lassen, damit der Alki irgendetwas lässt oder tut.
    Darin besteht ja unser Problem.

    So verstehe ich die Kapitulation, wie sie in den zwölf Schritten zur Voraussetzung eines Genesungsprozesses gemacht wird. Da steht nix davon: Trenn dich und zwar schnell. (Obwohl das meiner Ansicht nach meistens sinnvollerweise darauf hinausläuft.) Sondern: Kapituliere! Der Alkohol ist stärker. Gib dieses Problem, das du nicht beeinflussen kannst, an eine höhere Macht ab. Lass los.
    Und wende dich den DIngen zu, die du ändern kannst: dein eigenes kleines Leben, das ein KOsmos wird, wenn man es sich endlich mal genauer anguckt. Wir gucken ja immer alle ständig in die falsche Richtung.
    Meine Güte, dass ich noch mal so pathetisch werde am späten Abend,
    Liebe Grüße
    Doro


    Hallo Doro,

    Das ist ein schöner Satz von dir:
    Gib dieses Problem .....an eine höhere Macht ab.
    Und wende dich den Dingen zu die du ändern kannst.
    Mach ich doch und versuche es auf meine Weise.
    LG Waldliebende

    Hallo Feeli,

    mein Mann hat seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht,
    das ist mir vollkommen klar, du hast recht.
    Ich will ihn nicht manipulieren, weil das nix bringt.
    Ich gehe auch nicht meiner Wege, weil ich ihn erziehen will, nicht mehr zu
    trinken, sondern ich gehe meiner Wege, damit ich nicht auf der
    Strecke bleibe!
    Als Nebeneffekt erhoffe ich mir eben, dass er sieht, dass
    es besser ist, anders zu leben.

    LG Waldliebende

    Hallo Mohn, hallo Doro,
    nun war ich vorhin so schön in Schwung
    und wollte euch noch einzeln antworten, aber
    leider war das Forum plötzlich nicht mehr aufrufbar....?
    Nun muss ich schon wieder "Gassigehen" mit
    meinem Hund...letzte Runde, dann wieder
    ab in den Nachtdienst, schade....
    bin gespannt auf euch....Mohn was ist los?
    Doro, du bekommst morgen auch noch eine
    ausführliche Antwort von mir.
    Schönen Abend noch
    Waldliebende

    Zitat von Feeli

    Hallo Hartmut,

    Na, ich habe das gemacht. Ohne bösen Willen, ohne mir dessen auch nur bewusst zu sein. Und ich denke, Waldliebende tut gut daran, sich anzusehen, ob sie ähnliche Verhaltensweisen zeigt. Ob sie nicht aus den falschen Motiven bei ihrem XY bleibt. Ich will sie um Gottes Willen nicht angreifen und damit sie meine Aussage nicht als böse gemeinte Kritik auffasst, habe ich eben allgemein formuliert. Ich denke, dass es eben auch typisch Co ist, den Angehörigen auf diese Weise zu entmündigen und ihm damit die Chance zu nehmen, die entscheidende Krise zu erfahren. Erst als ich diesen Mechanismus erkannt habe, war ich imstande, ein gutes Stück weit loszulassen.

    Ich habe meinen XY von ganzem Herzen geliebt. Ich habe ihn sogar so sehr geliebt, dass ich ihn verlassen konnte. Ist verständlich, was ich meine? Glücklicher Weise habe ich mich selbst auch noch ausreichend geliebt um zu erkennen, dass es auch für mich so nicht weitergehen kann.

    Ich hatte ihn wie in einer Gummizelle eingesperrt, in der er sich nicht verletzen konnte, aber in die Bier, Rotwein, Wodka reinlief. Auch wenn mir das nicht klar war. In dieser Gummizelle musste er über kurz oder lang ertrinken. Den Einstrom konnte ich nicht (mehr) verhindern. Aber ich habe ihm den Schlüssel zugeworfen. Jetzt liegt es an ihm, ihn zu ergreifen und sich zu befreien. Dafür wünsche ich ihm alles Glück der Welt.

    Feeli

    Guten Abend Feeli,
    interessant, welche Sichtweisen ich zu lesen bekomme.
    Da habe ich wieder viel zum Nachdenken bekommen.
    Nun kreist mein Thema gottseidank nicht mehr täglich so heftig
    in meinem Kopf wie noch vor ein paar Wochen.
    Meine Mutter hat mal gesagt:
    Du musstest dir im Leben immer alles hart erkämpfen.
    Damit meinte sie, wie ich lerne, die Geschwindigkeit.
    Nicht, dass ich dumm wäre, aber es war immer so, dass
    ich mehr pauken musste, als zum Beispiel einer meiner Brüder.
    Musste mich eben mehr auf den Hintern setzen.
    Aber als der erlernte Stoff dann saß, dann saß er fürs Leben.
    Warum ich das jetzt schreibe?
    Ganz einfach, es ist wohl heute noch so.
    Ich lerne wohl immer noch etwas langsamer als andere.
    Warum sonst ist es bei mir erst nach vielen Jahren zu der
    Erkenntnis gekommen, dass mein Mann ein Alkoholproblem hat.
    Warum habe ich erst so spät angefangen, mich mit dem Thema auseinander zu setzen?
    Warum muss ich erst in eine SHG gehen(hier),
    um das ganze endlich zu verstehen?
    Warum vergehen so viele Wochen, bevor ich endlich mal begreife, worum es überhaupt geht?
    Nun ist ein Punkt erreicht, wo ich merke, dass ich verstanden habe.
    Meine Lektion habe ich noch nicht zu Ende gelernt.
    Ich muss mich noch oft auf den Hintern setzen, um weiter zu lernen.
    Ein paar Kapitel habe ich schon verstanden, Hausaufgaben gemacht .
    Nun kann ich sie auch anwenden.
    So, nun zum Wesentlichen:
    Ich meine auch, dass ich seine Sucht evtl. durch mein CoVerhalten
    indirekt unterstützt habe(!!!)
    Ich hinderte ihn evtl. auch daran seinen Tiefpunkt zu erleben.
    Aber hat er den Tiefpunkt nicht schon längst?
    Seine Frau geht plötzlich andere Wege, sie verändert sich und das gefällt ihm vielleicht nicht?
    Sein Umfeld verändert sich, er meidet Menschen, damit sie nicht erkennen, was mit ihm los ist.
    Er hat wenige Kontakte, ist er damit glücklich?
    Und lebe ich ihm jetzt nicht vor, wie es anders sein kann?
    Wie schön es ist, wenn man nicht süchtig ist, frei ist?
    Freundschaften pflegt, neue Menschen in sein Leben lässt,
    schöne Erlebnisse hat?
    Kann das alles nicht auch dazu beitragen, dass er sieht.....?
    Rutscht er dadurch nicht weiterhin in den Abgrund?
    Merkt er dann nicht, dass der Tiefpunkt näher kommt?
    Er kann aber die Notbremse ziehen und sagen:
    So, bis hierhin und nicht weiter,ich möchte auch wieder ein schönes Leben haben.
    Das ist doch seine Entscheidung, ich lebe ihm doch vor, wie schön das
    Leben sein kann.
    Will er das nicht auch wieder haben?
    Kann es sein, dass ich durch mein Verhalten ein Stein des Anstosses
    bin?
    Das hoffe ich jedenfalls.
    Man kann ein Verhalten eines Co`s immer so oder so sehen, es kommt doch darauf an, wie ein Co sich verhält, er kann richtig und falsch handeln.
    Aber nur richtig oder nur falsch, das geht irgendwie nicht, oder?
    Es liegt doch immer im Sinne des Betrachters.
    LG Waldliebende

    Nochmal kurz ein freundliches Hallo an alle.
    War vorhin dabei allen antworten zu wollen,
    aber dann kam immer was dazwischen, Anrufe...
    Sohn zu Besuch.....
    Nun ist es Zeit zum Nachtdienst zu fahren.
    Nicht, dass ihr wieder denkt, dass ich eure Antworten nicht
    gelesen habe.
    Morgen oder übermorgen werde ich mich wieder melden
    und allen antworten.
    Bis dahin wünsche ich euch einen schönen
    Sonntagabend.
    LG Waldliebende
    :)

    Zitat von Doro

    Hallo Waldliebende,

    vielleicht redest du dir die Situation schön, vielleicht aber ist dieser etwas langsamere Weg eben für dich viel besser. Wer weiß das schon von außen?

    Ich finds schön, dass du deinen Weg gehst (musst du ja sowieso) und dich hier den kritischen Nachfragen immer wieder mutig stellst.
    Hauptsache, die Richtung stimmt, ist jedenfalls meine Meinung.
    Ob es so, wie du es jetzt vorhast, richtig ist, kannst nur du selbst letztendlich wissen. Kritische Nachfragen sind sicher hilfreich, weil wir dazu neigen, uns eben die Dinge so zurechtzurücken, wie es uns passt.
    Mein Eindruck war aber ein anderer: Ich finde, du machst das irgendwie gut, eben auf deine Weise. Nur ein Eindruck, mehr ist es nicht. DU bist Kapitän deines Lebens.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Doro,
    das hast du sehr nett ausgedrückt.
    Tut auch mal gut....
    Hoffentlich nicht der Kapitän auf der Titanic....

    Feeli, danke für deine lieben Worte.
    Es wird meinem Mann voraussichtlich zusehends schlechter gehen,
    ich mag nicht daran denken.
    Es ist ein schleichender Prozess oder es kommt von heute auf morgen.
    Wenn man ihn nicht kennt, sollte man nicht meinen, dass er trinkt.
    Er wird immer noch mind. 5 Jahre jünger geschätzt.
    Es kann sein, dass ich mich quäle und deshalb viel für mich tue, um
    es erträglicher zu machen.
    Aber ist das denn so falsch?
    Deine Urgroßmutter hat sich nach 40 Jahren getrennt, wie ist sie damit zurecht gekommen??? Das interessiert mich wirklich.
    Wie ist es dir ergangen?
    13 Jahre sind auch eine lange Zeit, die ihr zusammen verbracht habt.
    Warum ich bei ihm bleibe?
    Die Frage stelle ich mir jeden Tag.
    Deine Gründe sind alle ein Teil davon und du liegst damit
    goldrichtig, denke ich.
    Liebe spielt wohl auch eine große Rolle, ich vergesse die schönen Zeiten
    nicht, auch wenn sie immer mehr schwinden.
    LG Waldliebende

    Hallo Feeli,
    ich habe geschrieben, wie der momentane Zustand ist.
    "Ist gut so momentan", habe ich wortwörtlich geschrieben.
    Momentan kann ich damit umgehen.
    Wie es in einer Woche, einem Monat, einem Jahr aussieht,
    kann ich jetzt noch nicht sagen.
    Natürlich ist das alles andere als schön.
    Wir hatten auch bessere Zeiten.
    Die werden auch nie wiederkommen, das ist klar.
    Ich habe erreicht, dass ich nicht auf der Strecke bleibe
    und nicht jeden Tag grübel und frage, wie ich ihn da
    rausholen kann.
    Ich tue was für mich, das habe ich früher nicht getan.
    Das muss dir nicht gefallen, für mich ist es momentan
    erstmal erträglich.
    Man darf auch nicht vergessen, dass ich seit 28 Jahren verheiratet
    bin. Das macht die Sache nicht gerade leichter.
    Mein Mann weiß, dass er ein Problem hat, aber wie so viele hier, ist er
    nicht in der Lage, daran was zu ändern.
    Und ja, es ist eine Krankheit, wie wir alle wissen.
    Mehr kann ich dazu nicht sagen.
    LG Waldliebende

    Schon so spät, aber die Zeit rennt nur so dahin.
    4 Abende nicht zu Hause (Urlaub) gewesen, im Anschluss 3 Nachtdienste
    gearbeitet, gestern hatten wir einen Tag für uns.
    Ich bin da immer sehr aktiv, weil ich alles aufarbeiten muss.
    Das übliche, Haushalt der liegen geblieben ist, Wäsche aus`m
    Urlaub, Böden putzen.....etc...etc...
    dann gestern eigentlich der erste Abend so richtig ohne Verpflichtungen.
    Gemütlichen Abend gemacht, mit Mann....
    Zwei Videos geliehen, machen wir sehr selten...
    Einen Fim für meinen Geschmack, einen für seinen.
    Halb Zehn abends dann das übliche:
    Augen zu und Schluss mit Gemeinsamkeit.
    Früher hätte ich mich darüber total aufgeregt, gestern habe ich einfach mein Buch genommen und bin ins Bett gegangen, keine Lust mehr auf Diskussionen, warum er wieder mal eingeschlafen ist, ich weiß es ja....
    Er war total überrascht, was das denn solle, er wäre ja nur mal kurz eingenickt, bla bla bla.....eine Stunde....
    Früher wäre ich auf diese Diskussion total eingegangen, hätte ihm alles
    Mögliche vorgehalten.....
    Habe einfach nur gesagt, dass ich mir seinen Film, der sowieso nichts für mich ist, dann nicht auch noch alleine ansehe.
    Er beleidigt in sein Bett.
    Heute Morgen gemeinsames Frühstück als wenn nichts gewesen wäre.
    War denn was???? Nöööö, es war das was immer war.....
    Gemeinsames Einkaufen für langes Wochenende, er wollte ja unbedingt mit, ohne Stoff im Kopf, sonst wäre ich wirklich alleine gefahren.
    Einen lieben alten Bekannten nach langer Zeit wiedergesehen, ach, ich liebe es mit solchen Menschen zu plaudern, nicht, dass ich so eine Quasselstrippe bin, aber es macht einfach Spass zu hören, was Menschen
    so machen, die man fast ein Jahr nicht mehr gesehen hat und die arbeitslos waren und Wirt waren und eine neue zufriedenstellende Arbeit gefunden haben und so über ihr ehemaliges Leben als Wirt erzählen und wie sie die Menschen im Nachhinein sehen, die tagtäglich an der Theke standen und es heute noch tun, wie man hört und keinen anderen Lebensinhalt in den letzten Jahren gefunden haben, sich einfach nicht weiterentwickeln konnten/wollten...schade...und er so froh ist, dass er das heute nicht mehr erleben/mitkriegen muss.
    Dann im nächsten Laden totale Unruhe seinerseits.
    Er müsste ja wieder in 4! Stunden arbeiten, wäre ihm alles zu viel/ zu
    lange, zu nervig.....
    Ach ja.....der Pegel....
    Halbe Stunde später wieder zu Hause, einen Drink und gute Laune.....
    Alles wieder gut, so einfach ist das....
    Ich lästere hier nicht ab, sondern ich schreibe das alles auf, weil ich immer mehr begreife, warum er das und das macht, warum er so und so ist, warum er so und so in bestimmten Sitauationen reagiert.
    Mitleid ja, er ist krank.
    Missionieren? NEIN!!!
    Bringt nichts, das habe ich gelernt, dank euch in diesem Forum hier.
    STAGNATION? NEIN!!!!
    Ich trete nicht auf der Stelle!!! Ich habe durch meine Anmeldung
    hier so viel Wertvolles erfahren und auch umgesetzt, dass es schon erstaunlich ist.
    Ich bin eigentlich überhaupt kein Internetmensch, ich bin eher der Naturmensch, ich brauche immer Bodenhaftung, muss immer die Erde unter meinen Füssen spüren, wenn ich zu lange im Internet bin, dann habe ich das Gefühl in einer fremden Welt zu sein, weil das so unwirklich ist, aber es hat mich so weit gebracht, ich bin so dankbar.
    Noch was: Ich habe meinem Mann heute Morgen nach dem Frühstück ohne irgendwelche Emotionen(aber nicht eiskalt) sachlich mitgeteilt,
    dass ich weiterhin MEINEN Weg gehen werde, weil ich seinen Weg nicht mehr akzeptiern kann/will.
    Ich werde auch weiterhin Auszeiten nehmen, mit Freunden in Kurzurlaub fahren, nicht fragen, ob es ihm gefällt, kein schlechtes Gewissen deshalb haben.
    Wenn er daran teilnehmen möchte, so kann er es tun, aber es wird nicht mehr solche Touren geben, wo es nur darum geht, wo ist die nächste
    Kneipe, was kaufen wir an Buddels für einen "geselligen" Abend ein...
    Wenn es ihm gefällt, kann er mitmachen, nur dann, ich werde darauf keine Rücksicht mehr nehmen!!!
    Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass er es begriffen hat und das ist
    für mich ein Schritt weiter.
    Ich weiß nicht wohin meine Entwicklung mich in Zukunft führt, aber
    ich werde MEINE Entwicklung zulassen.
    Wenn er auch mal irgendwann bereit ist, sein Leben zu ändern,
    dann helfe ich ihm, solange muss er damit leben, dass ich mein Ding durchziehe.
    Ich bin ein ganz anderer Mensch geworden, das hätte ich nie für möglich gehalten. Das Leben macht mir wieder Spass und ich habe kein schlechtes Gewissen mehr dabei.
    Es zieht auch Kreise in anderen Bereichen, ich kann manches von mir halten, muss nicht mehr so emotional reagieren und kann besser
    unterscheiden, ob kämpfen Sinn macht oder nicht.
    Das ist meine aktuelle Situation.
    Ist gut so momentan.......