Zitat von Black Sun
Hallo.
Ich bin 23.
Momentan gehe ich ihm so gut wie es geht aus dem Weg.
Aber mittlerweile tut er mir schon wieder so Leid und meine ganze Wut auf ihn ist schon kaum noch da.
Das ist falsch,ich weiß. Versteh mich im Moment kaum selber..
23, oh Mann, so jung noch.
Black Sun, ganz ehrlich: Je weiter du dich von dem Irrsinn distanzierst, desto besser und desto schneller hast du eine Chance auf eine Heilung. Der verdammte Alkoholismus unserer Eltern zieht dermaßen viel Zeit und energie von uns selbst ab, dass wir für unsere eigenen Sorgen und Ziele nichts mehr haben.
Die Dinge sind, wie sie sind. Meine Mutter entscheidet sich seit über 50 Jahren für den Schnaps und gegen ihre Kinder (trotz x Therapien) wie sich auhc mein Vater für seinen Coabhängigen Psychoterror entschieden hat und damit auch gegen uns 5 Kinder.
Das ist deren Sache. Ich will den Scheiß nicht wiederholen, darum suche ich mich selbst. Ich schaffe es aber erst jetzt, mit 39, selbst in eine Klinik zu gehen, weil ich einfach nichts mehr auf die Reihe bekomme - oder bekommen will. Ich stelle meine Funktionalität und meine praktische Nutzbarkeit für andere komplett ein. Systems out, kommt alleine klar, ich bin nicht mehr da.
Wenn du es irgendwie hinbekommen könntest, JETZT in Therapie zu gehen, JETZT den Scheiß anzugehen und JETZT für dein eigenes, frohes, selbstbestimmtes, glückliches, gesundes Leben zu kämpfen...du würdest dir so viele Jahre ersparen, in denen man nur auf der Stelle tritt.
Du verstehst dich kaum selbsr...willst du dir das wirklich zum Vorwurf machen? Es ist krank, pervers, böse, unmenschlich, verrückt, was Alkoholikereltern ihren Kindern antun. Sie kriegen ja nichts von dem Wahnsinn mit oder ergießen sich in Selbstmitleid, wenn sie mal wieder ihren Kater auskurieren. Aber wir sind es, die die Kotze wegwischen. Wir sind es, die die Wohnung aufräumen. Wir sind es , die die Schulden bezahlen. Du verstehst dich selbst nicht - das ganze System IST nicht zu verstehen. Da kommst du mit dem Verstand nicht durch.
Dein Hass, deine Wut, deine Trauer, deine Enttäuschung - all das steht dir zu, du hast ein Recht darauf, so zu empfinden.
Aber auch das ist nur eine Station. Es ist hart und tut weh, die Eltern vor ihrem Tod loslassen zu müssen. Aber es geht. Es ist ihr Ding, ihr Wahnsinn, ihre Krankheit, die sie uns netterweise reinzudrücken versuchen. Aber wir müssen das nicht annehmen bzw. behalten.
Bitte, halte den Abstand. Da ist nichts Gutes, was auf dich wartet. Die Hoffnung stirbt zuletzt aber das ist ein Fluch.