Beiträge von kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    als ich die Auswirkungen der fehlerhaften Ernährung meiner Kinder im Säuglingsalter nachdachte, fiel mir spontan ein, dass ich mir mehrere Male den Mund beim Flaschentesten verbrannte. Zu welchem Fraß sie später dann noch durch mich verführt wurden, daran wage ich gar nicht zu denken. Mir wurde klar, was ich ihnen angetan habe und was das für sie und ihre eventuellen Nachkommen eines Tages überhaupt bedeutet.

    Wenn sie mich eines Tages für die körperlichen Spätschäden durch Mangelernährung in die Pflicht nehmen, kann ich sie nur daran erinnern, dass sie glückliche Kinder waren und dass es an ihnen liegt, sich zurück auf den Weg ins Heute zu machen.

    Mit der richtigen Anleitung, der richtigen Erfahrung und Einstellung, hätte ich vieles verhindern können, ich hatte sie nicht. Ich kann das nicht rückgängig machen. Ich habe es nicht anders gewusste. Ich bin auf der Welt um Fehler zu machen.


    LG Kaltblut

    Hallo Matthias,

    ob die Angst größer sein wird als der Druck wirst Du erleben.

    Die meisten Menschen die ich kennenlernte und sagten dann geht das Haus weg, die Firma pleite, das Konto leer, standen später vor dem Nichts, es dauerte nur etwas länger und sie hatten weniger Zeit neu zu starten.

    Was erhoffst Du Dir denn davon, wenn sie aufhört zu trinken, dass wieder nach Deiner Vorstellung OK ist?

    LG Kaltblut

    Hi Melanie,

    schön dass Du mal was Älteres wieder hochgeholt hast. Zeigt es doch, das auch die alten abgelegten Texte nicht umsonst geschrieben wurden und unverändert Gültigkeit haben.

    Die meisten Schreiber aus der Zeit sind ja verschwunden, wieder im alten Trott oder in die nächste Beziehung, alles neu, vieles unveränderte und dann tauchen sie unter anderem Namen mit schnelleren PC wieder auf. Wenn sie es nur tun würden und sich nicht von Scham irgendwo verstecken würden, denn Hilfe finde ich nur, wenn ich das tue, was meine Scham nicht unterdrückt. Wir freien Menschen können halt tun was wir wollen.

    LG Kaltblut

    Hallo Elocin,

    das habe ich heute auch noch. Ursache ist meine verstellte Scham. Manchmal saß ich auf einem hohen Ross und hatte wenig Scham und bin hochmütig mit mir und andern umgegangen, da bin ich dann auch immer gleich auf den Hintern gefallen. Häufiger hatte ich zu viel Scham. Da hat mich manches so aufgewühlt, dass ich nicht schlafen konnte, weil ich dachte, dass … und … das nur für mich geschrieben oder gesagt hatten. Ich konnte da nicht hinsehen, nicht zu mir selbst. Das ging aber noch tiefer. Ich habe Rechtfertigungen eingebaut, bewertet und Gleichgesinnte gesucht, Menschen, die genau das Gleiche empfanden wie ich, was ja kein Problem war, wir sind ja hier und draußen viele Betroffene. Dann habe ich rumgeeiert. Kann ich gut.

    Ich war oft so voller Gedanken, dass es mir überhaupt nicht möglich war über den Tellerrand zu gucken. Ich weiß dass die Erde rund und keine Scheibe ist, aber warum falle ich da immer runter. ..

    Die Dinge, die ich immer dachte dass sie mir nicht gut tun, sind heute viel besser für mich und zu Alltag geworden. Es gibt immer noch Umstände die mich falsch handeln lassen, aber ich sehe sie heute oft.

    Eine blendend aussehende Frau M/60 sagte mir einmal auf die Frage, wie sie an ihr Selbstbewusstsein und die enorme Ausstrahlung gekommen ist, dass sie erst die Scham akzeptieren lernen musste. Als sie nicht mehr wasserstoffblond war, wurde fleißig nachgeholfen, was später zu schweren Zellschäden führte. Mit einer gesunden Scham, kam die Gesundheit und Ausstrahlung zurück.

    Ich übe daran und das dauert, aber ich weiß auch, dass der, der diese Gefühle in mir hervorruft, nicht ich sein kann.

    LG Kaltblut

    Hallo Butterweich,

    klar, ich kenne Paare, die auch weiterhin eine Beziehung führen, gesund, verändert, ungesund, unverändert. Ich gehöre zu den Menschen die es geschafft haben nicht mehr mit dem Partner zusammen leben zu müssen. Meine Frau hat etwas Passenderes verdient und ich genauso. Warum so schwer, wenn es so einfach sein kann. Ich bin noch nicht in der Lage zu meiner Frau einen normalen Kontakt zu haben, vielleicht eines Tages, aber heute noch nicht, da tue ich lieber Dinge die mir gut tun und es gibt so unglaublich viele.

    Wieso war es eigentlich ein Fehler ihm den kleinen Finger zu geben? Wenn Du Dich dabei schlecht fühlst, ist doch die Frage: warum und was empfindest Du?

    LG Kaltblut

    Hallo Nat,

    ein schönes Gefühl, dieses Abschlagen, Fortdrücken, nicht mehr hören und sehen, wegmachen. Da bleibt aber immer was zurück, im Kopf und keimt bis an den Tag wo der Rinderwahn schüttelnd aufsteigt. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Menschen tausende von Kilometer zurücklegen, um dann wo anders zu schütteln, dabei sind es nur ganz kurze Wege.

    Schön, wenn Du schon Heute daran arbeitest, da hast Du mir 23 wertvolle Jahre voraus. Aber was willst Du denn schlagen? Streichel Dich, hab Dich einfach ganz lieb.

    Ein sonniges Wochenende Kaltblut

    Heute hatte ich das zufriedene und schöne Gefühl, dass das was die Menschen hier im Forum hinterlassen viel mehr ist als „nur“ ein Stück ihres Lebens. Sie teilen es mit vielen, auch wenn sie schon lange nicht mehr hier sind. Danke, dass es Euch und das Forum gibt.

    LG Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    eng umschlugen, vereint, das geht nur bis zur Abnabelung.

    Da fällt mir dieses Bild ein, wie zwei eng umschlugen klammern und versuchen gemeinsam zu gehen. Es geht nicht.

    LG Kaltblut

    Liebe Nat,

    als ich hierhin kam, war ich anders. Da waren eine kranke Frau, 2 große Kinder, häufige Geschäftsreisen und viele Verpflichtungen, ein normales Leben.

    Meine Mitte habe ich hier im Forum gefunden, durch lesen, schreiben und verändern. Auch mit Hilfe eines Therapeuten, den ich heute nur unregelmäßig alle paar Monate aufsuche und mit Hilfe einer realen Selbsthilfegruppe. Jede Woche bekomme ich dort meist nur einen Gedanken, der reicht für die Woche, hier sind es meist viele mehr, da kann eine Woche für ein Jahr reichen.

    Damals konnte ich weder einen Alkoholiker ansprechen, noch meinen Kopf ordnen. Wenn hier jemand schrieb, der schon paar hundert Posts geschrieben hatte oder einige Monate dabei war, dachte ich: ja klar, so lange wie der schon dabei ist, aber so viel Zeit habe ich nicht. Wozu auch, noch nie hat etwas so lange gedauert, bei mir ging immer alles ruck zuck.

    Heute tut es mir gut hier zu lesen und ich freue mich einmal die Woche die Leute aus den Gruppen zu treffen. Mein Highlight ist dann, wenn es nur so aus mir herausschießen will, nur zu lauschen. So vor 3 Jahren fand ich das Forum. Hätte ich damals an heute gedacht, so ein langes Denken wäre unvorstellbar gewesen und ich hätte sofort den PC ausgeschaltet. Wenn ich heute an vor 3 Jahren denke, dann freue ich mich über das was da alles passiert ist, bin dankbar für die Erkenntnisse und kann gar nicht fassen wo die Zeit geblieben ist.

    Zwischenzeitlich kann ich sehr gut alleine sein, ohne dass ich jemals alleine war.

    Ein Autor schrieb einmal: wenn er sieben Jahre an einem Buch geschrieben habe, könne er nicht erwarten, dass jemand der das Buch in wenigen Stunden liest auch versteht. Hier in diesem Forum stehen Bibliotheken mit Lebensschätzen, jeder Einzelne hat dafür ein Leben lang gebraucht.

    Ich erinnere mich an einen der hier auftauchte und nach wenigen Tagen schrieb: morgen schmeiß ich sie raus. Da war er weg. Ob er geheilt wurde, ich weiß es nicht. Ich habe eine 50 Tagestherapie erlebt, ob sie geheilt wurde, ich weiß es nicht. Ich gebe mir noch so 30 Jahre, dann sehe ich mal weiter.

    Pustenkuchen, da fallen mir spontan Pusteblumen ein, aber mal so richtig in einen dick mit Puderzucken bestreuten Kuchen zu pusten, das würde meinen Jungs auch gefallen.

    50, stolzes Alter hast Du geschrieben. Da funktioniert es oben wieder ganz gut, aber unten nicht mehr so gut. Da stehst Du am Pinkelbecken, weil es droht von ganz alleine auszulaufen und neben Dir steht einer und stottert rum, der kann das nur tröpfchenweise. Da fragst Du Dich wer jetzt besser dran ist. Die Entscheidung zu treffen liegt in meiner Hand.

    Du kannst Dir getrost vertrauen, dass Du das Richtige tun wirst.


    LG Kaltblut

    Liebe Weitsicht,

    Wut kann Berge versetzen, frei machen, Hirnzellen aktivieren, kurzfristig, dann geht sie wieder, ein ausgezeichnetes Barometer um mir zu zeigen, wenn etwas nicht stimmt. Wer hat wem was angetan bringt mir nichts, es nimmt mir Kraft und Lebensenergie.

    Ich habe gelernt loszulassen, nicht zu bewerten, im Heute zu leben, abzugeben. Wer hat wem was angetan, ist vergleichen, aufrechnen, festhalten, bewerten, es tut mir nicht gut.

    Das stört meine Energieströme, meinen Lebensweg, das macht mich krank, das nimmt mir Leben. Dafür ist auf meinem Weg in die Gesundheit kein Platz. Meine Zeit ist begrenzt und kostbar, ich möchte sie nicht mehr verschwenden, das habe ich zu lange. Meine Zeit, meine Gedanken, meine Gefühle sind meine, das Wertvollste was ich habe und die möchte ich gut abfedern.

    Daran übe ich. Es kommt immer wieder was hoch. Das üben dauert ewig. Seit ich übe geht es mir immer besser.

    LG Kaltblut

    Hi Nat,

    danke und gestatte Du mir auch einen Wunsch:

    Das Du glücklich wirst, dass Du zufrieden bist mit Dir und dem was Du tust.

    Es ist Deine Seele und die Einzige die Deine Seele erwecken kann, daß bleibst Du.

    Nat, ich kenne einige Leute ü80, wenn es hier ü80 Partys gäbe, die würden mich als Kücken mitschleifen.

    LG Kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    danke Käferchen, da bin ich aber froh, denn beim Laufen passierte mir das Gleiche wie gestern, nur musste ich daran denken ob Mütter die besseren Kerle sind. Ich meine, eine Frau kann ihren Mann stehen, aber kein Mann kann seine Frau stehen. Die Frage ob der Mann die bessere Mutter ist erübrigt sich also. Definitiv ist die Mutter der bessere Vater, hat sie doch seit Geburt den Zwang das zu sein was sie nicht ist.

    Wir Kerle sind hier in der Minderheit, Alkoholiker unterliegen eh der Frauenbewegung und hier bin ich scheinbar wieder einziger männlicher Coabhängige, werde sowieso platt gewalzt und muckse einfach mal auf.

    Meine Frau ist Alkoholikerin. In guten Zeiten wog sie nur meine rechte Hälfte, wäre sie unzurechnungsfähig auf mich losgegangen, hätte jeder Richter mich fragend und kopfschüttelnd angesehen. Andersrum wäre ich in den Klingelpütz gewandert. Als sie schon 1 Jahr trocken war und es eskalierte, hatte sich körperlich wenig verändert, auch die Zurechnungsfähigkeit hätte nichts geändert. Sie war 1 Jahr trocken, ich war 1 ½ Jahre trocken, 2 Jahre hier im Forum, hatte eine reale SHG, therapeutische Hilfe und war auf einem festen Weg zu einer neuen Lebensführung, immer als Co und deshalb denke ich mal als Kerl bei den Damen mitreden zu können dürfen.

    Gebrechen, ein fehlendes Auge, eine Funktion, etwas – wie eine liebe Freundin sagt: sie hat eine geistige Behinderung und muss immer etwas dafür tun, wer Rückenschmerzen hat geht in die Gymnastik, wer bestimmte Sachen nicht verträgt, isst sie nicht, sonst kommt es wieder. Deshalb bin ich in diesem Forum, damit ich etwas für meine Gesundheit tue, denn die Krankheiten, die habe ich ja und wenn ich anfange wütend zu werden, meldet sich eine Krankheit, da muß ich was für meine Gesundheit tun.

    Die meisten Kinder haben keine anderen Eltern, bei mir war das zu mindest so, ich konnte mir das nicht aussuchen. Außerdem war es mir lieber bei meinen Erzeugern zu sein, als bei anderen. Als es mir nicht mehr passte, ging ich. Mein Vater war nur Spieler, meine Mutter nur tablettenabhängig, da hat keiner gesoffen, auch wenn sie präsent waren, waren sie nicht da, sie waren nur anders als meine Bedürfnisse aus heutiger Sicht.

    Da bekommt doch der Satz: ich war dumm und verirrt in einem haufen Verrückter eine ganz neue Bedeutung. Neulich kam mir wieder gewaltig was hoch, weil ich akzeptieren musste, wie dumm, irr und ver-rückt ich lange Zeit war.

    Da fällt mir ein: saufen ist ja nicht verboten, denn es liegt ja im Ermessen der Eigenverantwortlichkeit. Sagt das Gesetzt. So wie auch keinem zusteht zu sagen: Karl, du blöder Alkoholiker, meine Krankheit wird durch mich bestimmt und blöd, ja, jeder der etwas nicht weiß ist blöd. Karl, der …. Co. Wird zwar auch durch mich bestimmt, hört sich aber irgendwie geheimnisvoller, angenehmer, intelligenter an. Ich finde, dass wir Coabhängigen die besseren Schlächter sind. Wir maßen uns zumindest an, mit „ohne Alkohol“ im Kopf über Dinge zu lamentieren, über die wir kein Recht haben zu entscheiden.

    Ich habe mir, nachdem einige böse Sachen in meiner Ehe passierten die zur Endtrennung führten, nachdem meine Frau hier auftauchte und versuchte sich zu rechtfertigen das Recht herausgenommen, aufgrund meiner Personenkenntnis, der gemeinsamen Erfahrungen und Zeit und des mir angeeigneten Wissens darüber zu entscheiden, ob meine Frau ein nasses Denken hat und ob sich etwas an ihrer Denke verändert hat. Sie wurde einfach unpassend anders als ich es begreifen konnte. Ich glaube fest daran, dass sie eine liebevolle und gute Mutter ist, sie war es auch wenn sie nicht bei sich war.


    Während mit Hingabe impulsiv über die besseren Elternteile diskutiert wird, sitzen wahrscheinlich die meisten Kinder abgeschoben vor der Glotze, ziehen sich irgendeinen Krams rein, ballern und treten in Fußstapfen.

    Was meine Kinder wohl sagen, wenn ich sie frage ob ich ein guter Vater war, denn ich hatte eine schlimme Krankheit: ich war arbeitssüchtig. Ich war stolz darauf tagelang durchzuarbeiten, für eine glückliche Familie.

    Meine Kinder sind gute Kinder, so lange mein Maßstab gut ist. Selbst wenn mal was in die Hose geht, bleiben es gute Kinder und ich ein guter Vater, das bleibe ich mir wert.

    Danke.

    LG Kaltblut

    Lieber Wirbelwind Chanell,

    als gesundender egoistischer süchtiger Mensch, zu dem ich hier, mit Hilfe des Forums dankbar wurde, kann ich Dich nur in Deiner Aussage unterstützen:

    Zitat von Chanell

    Nur weil ich KEIN alter Hase bin heisst das noch lange nichts!

    Das erinnert mich daran, das Alte Hasen regelmäßig jung werden und junge Dinger schnell altern, das ist alles nur eine Frage der Zeit, in der alle sehr viel voneinander lernen.

    Wenn Du Deinen Groll und Hass an Dein Kind weiter gibst, möchte ich nicht Dein Kind sein, das ist meine Angelegenheit auch wenn ich Dein Kind wäre.

    Da sind wir wieder bei dem Typen aus Frankfurt, dem Disputiermeister, der meinte wenn er im Recht ist wisse er nie ob er schon im Unrecht ist.

    Eine meiner wichtigsten Lebenserfahrungen erfuhr ich dankbar in einem zerreißenden „sowohl als auch“. Ob wohl ich ein radikaler S/W Denker wurde ist nicht alles „entweder oder“.

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass sich bei Dir etwas tut und Du Deinen Weg findest.

    Lieben Gruß und gute Versinnung Kaltblut

    Liebe weit blickende Weitsicht,

    ja ich meinte Dich mit den Weitblicksichtungen, lass uns mal schnell wie die Nasenbären die Nasen reiben, dann ich alles wieder gut. Die Liebe zu meiner Frau war die blendende große Liebe, mit gewaltigen Explosionen und Gefühlsausbrüchen, mit dem großen Gefühl des scheinbaren Angekommensein in der Geborgenheit. Bis sie mir meinen Herzinfarkt nahm. Bis ich hier im Forum landete. Bis ich mich anmurrend feststellen musste, dass bei mir einiges aus dem Ruder lief und im Fahrwasser einiges an verunreinigtem Krams rum schwamm.

    Als mein Vater seine Firma an meinen Bruder übergab, ging er aus gesundheitlichen Gründen in Frührente. Weil er mir leid tat, so ohne feste Aufgabe, stellte ich ihn ein. Der Mann konnte arbeiten, auch im hohen Alter zuverlässig arbeiten. Ich dachte immer er wäre mir dankbar, weil ich seine Leistung schätzte. Wir haben uns oft in der Wolle gehabt. Als er verstorben war wurde mir gesagt: wie, hast du echt geglaubt er dir zu liebe immer gekommen? Er brauchte das Geld für die Wettbude.

    Als er älter wurde, kam es zu 2 ½ Jahren verändernder Dialyse. Die letzten 3 Wochen verbrachte er im Hospital, oft im Delir und ich besuchte ihn täglich, meine Mutter und die 4 Geschwister gelegentlich auch. Erschrocken hat mich, als er mich eines Abends anbrüllte, dass ich jetzt auch nicht zu kommen brauche, nachdem ich mich Monate nicht hätte sehen lassen. Das hat tief gesessen. Als er erlöst wurde, habe ich mich sehr für ihn gefreut.

    Auf den Bruder, der die Ansicht vertrat dass auch die billigste Holzkiste für ihn noch zu schade wäre, bin ich in meiner Trauer beinahe losgegangen. Er hatte sich aber schon lange mit seinen Hass und seiner Missgunst selbst gestraft, seit 20 Jahren frisst ihm der Frust immer mehr Gesicht weg.

    Die Jungs haben nach dem Krieg noch Riemen und Stock bekommen, es wurde über sie bestimmt, ob das gut war weiß ich nicht, aber ich weiß, dass die mit dem spielten, was heute Großalarm in Schulen und Bahnhöfen auslöst. In den Kölner Trümmern hat es damals mehrere Freunde von ihnen zerfetzt. Von meinen Jugendfreunden hat sich niemand zerfetzt, vielleicht kaputtgefahren oder nen Schuss gesetzt, aber nicht mit Granaten.

    Meine Kinder haben Verhaltensmuster von mir und ihrer Mutter übernommen. Was sie daraus Gutes und weniges Gutes herausziehen, das sehen wir dann später.

    Was meine Mutter als 24jährige Trümmerfrau erlebt hat, bleibt hier ein Geheimnis, warum sie Tabletten nehmen musste und nicht wirklich für eine große Familie sorgen konnte weiß ich nicht, aber ich weiß, dass sie meine kleinen Nichte genauso anpfeift wie ich als Kind von meinem Vater und dessen Mutter angemacht wurde und dass die Kleine genauso schnippig zurück pfeift wie ich damals. Wir wissen aber auch, dass wir diese Frau mögen, die hellwach und fit in ihrer Welt lebt, für die ich in einer fremden Welt lebe. Vielleicht denken wir nur zu viel.

    „Kinder lieben und brauchen beide Elternteile und für eine gesunde Entwicklung, gesunde Eltern.

    Damit sie gesunde Erwachsene werden können, sollten wir unsere Kinder achten und ehren und merken dürfen, wer und was uns in unserer Kindheit geschadet hat.“

    Weitsicht, danke, darauf kommt es an. Bist Du denn noch enttäuscht?

    @Ayki: was soll ich schreiben, wenn sich so schnell so viel verändert. Ich verstehe oft nicht mehr was ich damals hier schrieb, aber was die Leute heute schreiben ganz gut. Gib mir einfach noch paar Monate, besser paar Jahre.

    LG Karl

    Hallo Ihr Lieben,

    nachdem oft so viel Wert darauf gelegt wird, sauber zu distanzieren, fasse ich einfach einmal meine Süchte zusammen, ohne Gewähr auf Vollständigkeit:

    Coabhängigkeit
    Alkohol
    Kippen
    Süßigkeiten
    Kaffee
    Spielsucht
    Fresssucht, falsche Ernährung
    Arbeitssucht
    Fernsehen, Radiogequatsche
    Informationssucht und Zeitungsblablasucht
    Computersucht
    Falsches Umfeld
    Depressionen
    Helfersyndrom
    Liebessucht
    Beziehungssucht
    Anerkennungs- und Geltungssucht
    Eifersucht
    Kaufsucht
    Faulheit, Rumlümmeln und Verdrängen
    Bestätigungssucht

    Da gibt es bestimmt noch mehr. Zum Glück bin ich etwas gesund und wurde nie mit Ärzten, Krankenstationen und Tabletten industriegefügig gemacht.

    Nur nochmals so als Gedächtnislückenbüßer: ich bin weder kriminell, noch Mitglied eines sizilianischen Clans, nur ein ganz normales Kind aus einem gestörten bürgerlichen Elternhaus, nein, ich bin mir ein gutes Kind.

    Als hier einmal gefragt wurde, wer den ersten Stein wirft, habe ich einen aufgehoben und es klatschen lassen. Ob das mutig oder überheblich dumm war, es passierte mir einfach. Wer von sich behaupten kann, dass er diese oder ähnliche Anteile nicht in sich trägt, seine Kinder frei von jeglichem Mangeleinfluss erzogen hat, der kann ja mal paar Dinger abdrücken, denn meine Lösung liegt im Annehmen.

    Jemand sagte: jeder sieht wenn ich besoffen bin, aber keiner wenn ich durst habe.
    Übersetzt in die Coische heißt es: jeder sieht wenn ich leide, aber niemand wie kaputt es in mir aussieht. Es ist mein Job in mich zu sehen, mich zu heilen, nicht der meiner Eltern.

    Wenn ich meine Kinder betrachte und sehe das sie scheinbar glücklicher in den Tag leben dürfen als ich seinerseits, dass dieses und das auf Verhalten des Vaters und der Mutter verweist, dann ist das so und nicht meine Aufgabe heute noch dort einzugreifen. Kleine Kinder bedarf es unstrittig vor Missbrauch zu schützen, meine sind groß, sie missbrauchen sich selbst. Ich liebe meine Kinder, aber sie waren auch das Abbild unserer unerfüllten, unbekannten Mängel. Ich frage mich da einfach einmal, welches Recht habe ich, bei der langen Latte an unbefriedigten Mängeln meinem Partner die Kinder und den Kindern den Partner zu entziehen? Mit Entzug beginnt das Ziehen, das ich verlernt hatte zu sehen.

    Noch heute, nach fast einem Jahr der endgültigen Trennung, entziehe ich mir bewußt meine Frau aus meinem Tun, aus meinen Gedanken, denn sie tut mir nicht gut. Ich bin heute noch nicht in der Lage mit Gedanken an sie gesund umzugehen. Ich entziehe mir meine Frau, weil ich nicht in der Lage bin mit Gedanken an sie gesund umzugehen, der Mangel an sich.

    Hallo Weitblick, danke für Deine Worte, der Austausch mit Dir ist sehr anregend. „Mit Entzug beginnt das Ziehen, das ich verlernt hatte zu sehen.“ Ich habe 48 Jahre gebraucht, bevor ich anfing in mich zu sehen und ich bin gerade erst mal über mein Zipfelchen hinausgekommen.

    Ich hoffe, dass das was ich von meinen Kindern erhalte umsonst und ohne jegliches Verpflichtungs- und Abhängigkeitsgefühl erhalte. Ich hoffe, dass sie nie Schuldgefühle und Scham haben werden, mir eines Tage zu sagen: Papa, ich mag deinen Sch.. nicht fortmachen, geht ins Pflegeheim.

    Es ist mir übrigens nicht so wichtig, aus welchen Motiven und wie ich damals meine Kinder zeugte, ich liebe sie einfach so gut ich es heute kann, auch wenn das morgen alles falsch ist.

    Was mir gerade besonders gefällt ist die neue Erkenntnis, dass Alkoholiker und Coabhängige sich nur unwesentlich von EKA unterscheiden und sich die Differenz damit auch auflöst.


    LG Kaltblut