Hallo Ihr Lieben,
danke Käferchen, da bin ich aber froh, denn beim Laufen passierte mir das Gleiche wie gestern, nur musste ich daran denken ob Mütter die besseren Kerle sind. Ich meine, eine Frau kann ihren Mann stehen, aber kein Mann kann seine Frau stehen. Die Frage ob der Mann die bessere Mutter ist erübrigt sich also. Definitiv ist die Mutter der bessere Vater, hat sie doch seit Geburt den Zwang das zu sein was sie nicht ist.
Wir Kerle sind hier in der Minderheit, Alkoholiker unterliegen eh der Frauenbewegung und hier bin ich scheinbar wieder einziger männlicher Coabhängige, werde sowieso platt gewalzt und muckse einfach mal auf.
Meine Frau ist Alkoholikerin. In guten Zeiten wog sie nur meine rechte Hälfte, wäre sie unzurechnungsfähig auf mich losgegangen, hätte jeder Richter mich fragend und kopfschüttelnd angesehen. Andersrum wäre ich in den Klingelpütz gewandert. Als sie schon 1 Jahr trocken war und es eskalierte, hatte sich körperlich wenig verändert, auch die Zurechnungsfähigkeit hätte nichts geändert. Sie war 1 Jahr trocken, ich war 1 ½ Jahre trocken, 2 Jahre hier im Forum, hatte eine reale SHG, therapeutische Hilfe und war auf einem festen Weg zu einer neuen Lebensführung, immer als Co und deshalb denke ich mal als Kerl bei den Damen mitreden zu können dürfen.
Gebrechen, ein fehlendes Auge, eine Funktion, etwas – wie eine liebe Freundin sagt: sie hat eine geistige Behinderung und muss immer etwas dafür tun, wer Rückenschmerzen hat geht in die Gymnastik, wer bestimmte Sachen nicht verträgt, isst sie nicht, sonst kommt es wieder. Deshalb bin ich in diesem Forum, damit ich etwas für meine Gesundheit tue, denn die Krankheiten, die habe ich ja und wenn ich anfange wütend zu werden, meldet sich eine Krankheit, da muß ich was für meine Gesundheit tun.
Die meisten Kinder haben keine anderen Eltern, bei mir war das zu mindest so, ich konnte mir das nicht aussuchen. Außerdem war es mir lieber bei meinen Erzeugern zu sein, als bei anderen. Als es mir nicht mehr passte, ging ich. Mein Vater war nur Spieler, meine Mutter nur tablettenabhängig, da hat keiner gesoffen, auch wenn sie präsent waren, waren sie nicht da, sie waren nur anders als meine Bedürfnisse aus heutiger Sicht.
Da bekommt doch der Satz: ich war dumm und verirrt in einem haufen Verrückter eine ganz neue Bedeutung. Neulich kam mir wieder gewaltig was hoch, weil ich akzeptieren musste, wie dumm, irr und ver-rückt ich lange Zeit war.
Da fällt mir ein: saufen ist ja nicht verboten, denn es liegt ja im Ermessen der Eigenverantwortlichkeit. Sagt das Gesetzt. So wie auch keinem zusteht zu sagen: Karl, du blöder Alkoholiker, meine Krankheit wird durch mich bestimmt und blöd, ja, jeder der etwas nicht weiß ist blöd. Karl, der …. Co. Wird zwar auch durch mich bestimmt, hört sich aber irgendwie geheimnisvoller, angenehmer, intelligenter an. Ich finde, dass wir Coabhängigen die besseren Schlächter sind. Wir maßen uns zumindest an, mit „ohne Alkohol“ im Kopf über Dinge zu lamentieren, über die wir kein Recht haben zu entscheiden.
Ich habe mir, nachdem einige böse Sachen in meiner Ehe passierten die zur Endtrennung führten, nachdem meine Frau hier auftauchte und versuchte sich zu rechtfertigen das Recht herausgenommen, aufgrund meiner Personenkenntnis, der gemeinsamen Erfahrungen und Zeit und des mir angeeigneten Wissens darüber zu entscheiden, ob meine Frau ein nasses Denken hat und ob sich etwas an ihrer Denke verändert hat. Sie wurde einfach unpassend anders als ich es begreifen konnte. Ich glaube fest daran, dass sie eine liebevolle und gute Mutter ist, sie war es auch wenn sie nicht bei sich war.
Während mit Hingabe impulsiv über die besseren Elternteile diskutiert wird, sitzen wahrscheinlich die meisten Kinder abgeschoben vor der Glotze, ziehen sich irgendeinen Krams rein, ballern und treten in Fußstapfen.
Was meine Kinder wohl sagen, wenn ich sie frage ob ich ein guter Vater war, denn ich hatte eine schlimme Krankheit: ich war arbeitssüchtig. Ich war stolz darauf tagelang durchzuarbeiten, für eine glückliche Familie.
Meine Kinder sind gute Kinder, so lange mein Maßstab gut ist. Selbst wenn mal was in die Hose geht, bleiben es gute Kinder und ich ein guter Vater, das bleibe ich mir wert.
Danke.
LG Kaltblut