Beiträge von kaltblut

    Hallo Yorkie,

    Ja, Abstand ist das beste Heilmittel. Als ich zurück kam und nachsah, ob alles noch OK ist, ein Feuerwerk aus Beschimpfungen, wie noch nie. Heute Nachmittag die nüchterne Aussprache. Jedes Wort, jeder Satz wurde bis aufs Feinste zerlegt, kein Wort zur Abhängigkeit. Alles liegt schriftlich vor, er, Freund Alk oder Ende. Als ich es ansprach, klare Aussage: ich weiß, dass ich ein Problem habe, ich trinke etwas zu viel, aber kein Leben ohne Alkohol, ich bestimme wann ich was wann trinke. Morgen brauche ich das Auto und bringe neues Wasser mit, als wäre nichts gewesen. Aber alles hat sich geändert, es wurde nur noch nicht verstanden.

    Gut, ich werde es jeden Tag weiter versuchen, mich jeden Tag etwas mehr abnabeln und damit abfinden, bis am 30.09.06 der Mietvertrag gekündigt wird.

    Das Leben ist zu wertvoll, wir haben nur eins.

    LG kaltblut

    Hallo Ihr Lieben,

    eigentlich kann ich mit „Egoismus“ und meinem, für mich hartem Getue- meinem Selbstschutz, wenig anfangen und werde gerade butterweich und steinhart zugleich. Ich dachte, ich wäre schon so weit gekommen, hätte mich aus der Co-Abhängigkeit befreit, könnte alles mit Abstand und klar betrachten, brauche nichts zu begreifen, nehme alles einfach so an, „den letzten Weg gemeinsam gehen“ – Pustekuchen. Ich dachte, ich wäre durch Euch stark geworden, erwachsen, konsequent, nichts, co-abhängig, wie eh und je, ich muss da raus. Stand der Dinge:

    Wir, 4 Tage in Ihre Heimat, nach Berlin. Klasse, trockene Gesellschaft, super Hotel, schönstes Wetter, alles toll. Klar, ich akzeptierte, ohne geht es bei ihr nicht, das war auch für mich voll OK. Trinke seit Wochen kaum was, seit 14 Tagen keinen Tropfen, allen Fallen widerstanden, kein Entzug, kein Bedürfnis, geht doch und dabei verändere ich mich. Wir lachen noch über die schweren Taschen und was war drin? Richtig, schnell noch Wein ins Gepäck. Ja, ich war etwas geladen, als ich das Aufgewicht beim Einräumen meiner Klamotten entdeckte und habe es klar zur Sprache gebracht. Ihr Infarktkollege meldete sich nach 4 Monaten. Bin wieder in Reha, Beipass usw , das machte uns alle traurig und sie zugeschlagen. Nächster Morgen, sie Termin beim Prof. Kommt freudestrahlend an: bei meiner Kondition kann ich 90 werden, alles bestens, mein Arzt hat keine Ahnung, ich wechsele den jetzt erstmal. Klar, er hat auch nicht geblöfft und offen gesagt, was sie erwartet. Nachmittag, sie eine halbe Stunde zum Meeting, kommt schwankend zurück und füllt sich richtig schön am Abend ab. Tags darauf, gleicher Ablauf, später ein Glas nach dem anderen vernichtet und keine 30 Minuten später Absturz.

    Ich habe auch getrunken, vorgestern Abend, 2 Schluck Rotwein, es ist mir nicht bekommen. Vielleicht bin ich aufgrund meiner Vergangenheit krank und es war Entzug, vielleicht ein Co-Syndrom, ein beginnender Alkhasser. was passiert da mit mir, knalle ich durch?

    Gestern, am Morgen habe ich gepackt, mich verabschiedet, bin vorzeitig zum Zug, heimgefahren, mein Zeugs gepackt, das Auto voll geladen und weg, die Schränke und Schubladen sind leer.

    Ich weiß nicht, was jetzt passiert, aber ich bin noch nie so weit gegangen, ich habe meinen Ring abgelegt. Ich frage mich, ob ich mich in den letzten Monaten wirklich so verändern konnte und wirklich nur noch fort will, unsere ganze Beziehung, unsere Ehe, unser Verständnis, unsere Liebe - mit einem Schlag alles kaputt ist. Wer tickt hier überhaupt noch richtig? Bald kommt die große Reise mit den Kindern, die kann ich nicht einfach so in den Sand setzen, sie werden wieder so enttäuscht sein. Ich habe mächtig Angst davor, was passiert, wenn es vorbei sein sollte. Ich wünschte, ich wäre wirklich so egoistisch, so hart und könnte mich einfach abwenden oder mir keine Sorgen machen, leben, statt gelebt zu werden, es geht nicht, ich höre laufend Sirenen und sehe sie im Notarztwagen.

    Sie hat alles schriftlich, klar und verständlich, es gibt nichts hinzufügen. Er, der Alk oder ich. „Wir schaffen das“ ist gerade fort. Ihr verlangt jetzt von mir, dass ich so fest stehe wie die Eiche im Wind, aber meine Wurzeln faulen.

    Bin 2 Tage fort.
    LG kaltblut

    Hallo zusammen,

    Ihr sprecht von alkoholkranken Menschen, die sich nicht helfen lassen wollen, weil sie es nicht können. So lange wie Ihr dabei nicht selbst auf der Stecke bleibt, alles verkraftet, zusehen könnt, ist doch alles schön. Gefühle, Situationen, Spielchen, Stress, halt die ganze Palette können mit einem Nichtalkoholiker genauso sein. „Können“.

    Vielleicht stellt Ihr nach einiger Zeit fest, dass Ihr Euch aufgeopfert habt und leer seid, die Beziehung hinüber und es hat sich nichts geändert, weil der Partner es nicht können will. Ihr entscheidet, ob Ihr in der Sonne liegen wollt oder täglich den Regenschirm aufspannt. Deshalb ist die oft genannte Trennung meist der einzige Weg, muss natürlich nicht.

    Als ich mich im Forum anmeldete, da war ich ziemlich hilflos und aufgelöst. Ich betrachte mich heute wieder als einen glücklichen Menschen, lasse meine Frau nicht fallen, stehe zu ihr, liebe sie unendlich, versuche sie nicht zu verstehen, kreise mal aufgelöst im Dreieck und gelegentlich, da läuft sie halt vor die Pumpe, weil ich heute lieber Zitronensaft trinke und für gewisse Ding kein Platz mehr in meinem Leben ist, das ist ihr Ding. Ob und wie lange das Bestand hat, hängt weniger von ihrer Sucht ab, noch von meiner Liebe, sondern nur davon, ob ich es mit meiner Lebenseinstellung vereinbaren kann. Gewisse Dinge ergeben sich zwangsläufig in jeder Beziehung und da kann die Liebe noch so unglaublich groß, mächtig, verzaubernd und erfüllend sein.

    Für jemanden da sein, dankbar sein, helfen, pflegen und lieben, das kann man nur wenn man dazu auch in der Lage ist, nicht selbst auf der Strecke bleibt. Andersrum wird man zur ausgepressten Zitrone und eines Tages kommt kein einziger Tropfen mehr heraus. Möchte das wirklich jemand, aus Liebe?

    LG kaltblut

    Liebe Deliah,

    ich verstehe Dich gut, es gibt ein Richtig und Falsch in Deinem Bauch, es gibt ein Richtig und Falsch mit etwas Abstand und ich wünsche Dir, dass Du es meisterst.

    Kinder Daliah, haben eine besondere Gabe, sie bekommen Dinge mit, die uns oft verschlossen bleiben, sie können vielleicht noch nichts damit anfangen, aber sie haben riesige Festplatten.

    LG kaltblut

    Liebe Delila6e17d2,

    Deine Worte lösen bei mir Bestürzung, Ergriffenheit, Traurigkeit, etwas Schlimmes aus. Du hast 2 Kinder, bist selbstständig und hast gelernt auf Deinen Beinen zu stehen, Dein Leben in die Hand zu nehmen, stolz auf Dich zu sein. Kein Mensch sollte Dich so verachtend behandeln. Die Umstände und Zustände sind unbedeutend, wenn Du so Respektlos und gewaltvoll behandelt wirst. In diesem Menschen steckt sicher viel Gutes, aber Du hast die Schmerzen. Keine dunklen Wolken die vorbeiziehen, blaue Flecken. Was soll sich denn Deiner Meinung nach durch Sport ändern? Härtere Schläge an Deinen Kopf? Gegen Deine Kinder? Stellst Du Dir so Dein Leben vor? Wenn Du von 1 Jahr ¾ Jahre gedemütigt und beschimpft wurdest, hat das noch etwas mit Liebe zu tun und kannst Du das Dir und Deinen Kindern gegenüber verantworten? Lass ihn suchen, aber wenn er es weiß, bist Du noch nicht geschützt, hat sich bei Euch noch nichts geändert.

    Ich wünsche Dir von Herzen alle Kraft dieser Welt und die richtige Entscheidung.

    LG kaltblut

    Hallo Darkened,

    unsere Kids sind im gleichen Alter, auch Deine Situation hat viele Parallelen. Oft stand sie an allererster Stelle und ich habe die Jungs manches Mal versetzt, kennst die Vorwürfe ja. Sie liebt die Jungs und sie haben ihr auch oft halt gegeben, aber der Wein, wenn es klick macht, der bleibt stärker als wir. Was auch immer passiert, ich liebe sie und stehe zu ihr, aber sie ist nicht mehr wie verbohrt an allererster Stelle, da sind wir, ich, die Kinder und das was uns wirklich Spaß bereitet. Wenn mir heute vorgeworfen würde, dass die Kinder wichtiger sind, dann muss ich sagen: ja, mich umdrehen, Punkt und am nächsten Morgen ist es vergessen. Die Kinder sind aber nicht mit mir verheiratet, kochen nicht mit mir, lesen nicht mir, wachen nicht neben mir auf, teilen nicht so viele schöne Stunden, Gemeinsamkeiten, Gefühle mit mir, sie haben eine andere Bewunderung..

    11 Jahre drehte sich ihr Leben nur um die Tochter, von 6h bis spät abends und mit einem cleveren Schachzug hat der Vater sie ihr abgenommen. Abgenommen, ihren Lebensinhalt, das geht auch in Deutschland, nicht nur im TV. Absturz, Mütter werden es nachfühlen können. Als die Tochter nach ihrem Infarkt zu Besuch war, was denkst Du? Alles im Griff? Klick machte es plötzlich, 4 Flaschen Wein. Liebe, Kinder, alles wird Bedeutungslos, wenn es klick macht.

    Spielt es denn wirklich für Dich eine Rolle, ob eine begriffene, zugegeben Abhängigkeit da ist oder an ihren vorgeschobenen Klischees festgehalten wird, wie „ich werde für Dich nicht zum Antialki“, da könnte auch stehen, ich bin unfähig zu leben, es würde nur nie ausgesprochen und richtet sich nicht gegen Dich, nur gegen ihre eigene Abhängigkeit. Zieh Dir die Schuhe nicht an, sonst bist Du im Hamsterrad gefangen, besinn Dich auf Dich, Deine Kinder. Versuche wirst Du so lange haben, wie Du es willst und es hilft Dir vieles mit Abstand zu betrachten.

    LG kaltblut

    Hallo Yorkie,

    schön mitzukommen, wie es bei Dir weiter geht, klasse.

    Trotz allem Abstand und „Alltag“ der letzten Wochen, ich weiß wie es kommen kann, nachts mit zum Liquor Store und ich habe Angst davor, nicht vor Irren, die über Straße laufen könnten, sondern weil da was bei uns passieren kann, müssen wir durch, egal was passiert, sonst wissen wir nie wie es wäre, wenn wir es nicht gewagt hätten.

    Keine Ahnung was ihr Arzt machen kann, Kontaktverbot, Klageandrohung, wenn er mit mir darüber spricht. Ich werde mir die Nummern der Pharmany/Emergency raus suchen, mehr ist nicht als Notfallpaket, mal sehen, sind ja noch einpaar Wochen. USA, sie hat da mal gelebt, also kein Dschungelcamp, hätte ich vor dem Forum nie drüber nachgedacht.

    LG kaltblut

    Hallo Enttäuscht,

    das was Du machst, das machst Du ganz alleine nur für Dich, es ist Dein Leben, Deine Zukunft und das ist das Wichtigste. Du bist anders als er und keiner, der nicht mit Dir fühlen kann, wird Dir für Deine großartige Leistung auf die Schultern klopfen. Dein Schulterklopfen ist jeden Tag trocken zu sein und ich drücke Dir die Daumen, dass Du es wirklich willst und schaffst. Der einzige Weg Deines Mannes nicht unter zu gehen, ist an sich zu denken, sich zu schützen und dabei bleiben manche Dinge auf der Strecke. Keiner kann Dir sagen, ob sich das je wieder richten lässt, das hängt nur von Euch ab. 32 Jahre sind eine lange Zeit, die man nicht einfach so fortwirft, aber erwarte nicht, dass er aufspringt und hurra ruft. Meine Ehe ist jung und trotz aller Verbundenheit und Liebe, zähle ich nicht mehr täglich bewusst mit, ob mehr, weniger oder nichts getrunken wurde. Das hat viel Kraft gekostet und jetzt wo es fort ist, möchte ich es nicht mehr zurück haben, dennoch, unbewusst werden viele Dinge abgespeichert und wühlen alles auf, so wie jetzt bei Reisevorbereitungen und das geht nicht einfach so auszuradieren.

    Wie Du aus den Beiträgen entnimmst, ist die Trennung oft der einzige Weg, vielleicht auch weil man Dinge wieder entdeckt, die scheinbar nicht mehr vorhanden sind. Es muss nicht so sein, vieles kann sich einrenken, aber es gehören immer zwei zu einer Beziehung. Entfremdungen, Beziehungsprobleme, die sind schwer ohne und überhaupt nicht mit Alkohol lösbar. Ehen gehen auch ohne Alkoholprobleme hinüber. Meine erste Beziehung hielt 26 Jahre. Es war eine Befreiung als der Richter uns trennte, meine Frau wurde dagegen ohnmächtig, obwohl wir einige Jahre von Tisch und Bett getrennt waren. Heute haben wir einen guten Kontakt, sie hat einen ganz tollen Partner und unserer Kids schätzen unsere Partner sehr.

    LG kaltblut

    Hallo zusammen,

    wir machen eine Fernreise mit 2 Kids, die gut bescheid wissen. Die Entscheidung hat lange gebrodelt, jetzt ist gebucht und die Kids aus dem Häuschen. Nun kam einiges aus den letzten Jahren hoch. Damals, im Haus eines Freundes, sie nachts einiges geleert, ich an die Decke, hatte noch keine Ahnung. Später, auf einer anderen Fernreise, Krach, weil abends noch Wein beschafft werden musste, da dämmerte es langsam. Einmal ging alles prima, ich war ja auf sie eingestellt und der Mitverbraucher. Auf anderen Reisen hat sie sich den Wein irgendwie beschafft und immer noch so die Kurve bekommen. Jetzt hat sich meine Einstellung aber grundsätzlich geändert, sie den Infarkt hinter sich und mit Kids, da mache ich mir Gedanken, ob ich das packe, ob wir das packen. Versteht Ihr das?

    Es besteht dort Qualmverbot, also Doppelbelastung und mit der Nachschubbeschaffung, will ich nichts zu tun haben, ich weigere mich auch nur 1 Tropfen mitzuschleppen. Es kann also sein, das nichts da ist, zu dem wird die Tochter mit Adleraugen alles verfolgen, da kommt nochmals eins obendrauf, Ihr wisst was da für Reaktionen sein können.

    War es verrückt die Reise zu buchen? Kann ihr Arzt irgendetwas vorbeugendes machen?

    Klar, wir haben darüber gesprochen, alles durchgekaut, die Reaktion: mach dir keine Sorgen, ich hab das im Griff.

    Was habt Ihr für einen Rat?

    LG kaltblut

    Hallo Julemaus,

    herzlich willkommen. Ist es doch richtig, dass Du sehr verzweifelt bist und z. Zt. Dein Leben, Deine ganze Kraft verschenkst? 9 Jahre sind eine lange Zeit, da gab es sicher schöne und weniger schöne Momente. Eine Tante, ihr Mann verstarb früh, sagte einmal: die, die mich noch wollen, die sind mir zu alt und die, die ich will, denen bin ich zu alt. Sie war mit 82 Jahren immer noch ein wilder Tiger. Du bist 25 Jahre, da liegt Dir die Welt zu Füßen und es ist Deine Welt, Dein Job, Dein Geld, Deine Liebe, Dein Leben. Es ist nicht das Einfachste, Dich zu trennen, das ist das Schwierigste. Da ist das Häuflein Elend, dass sich selbst nicht helfen kann, das schlechte Gewissen, Schuldgefühle, Angst alleine zu sein, nicht zu wissen was kommt und da bist Du, ein toller Mensch, dem es eigentlich nur besser gehen kann.

    Meine Frau ist Alkoholikerin, ich verstehe vieles und trotzdem nichts, ich stehe zu ihr, habe meine Entscheidungen für mich getroffen, aber wenn die Zustände so wären, wie Du sie beschreibst, ich würde bei „Null“ neu anfangen, weil es mein Leben ist. Die Liebe geht ganz schön weit, aber nur Du entscheidest, ob Du Dich mit aufgibst, verschenkst oder an Dich glaubst. In Liebe mit auf der Strecke bleiben, kann keine Lösung sein. Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die jeden Tag vor fast unlösbaren Problemen stehen und diese durchstehen müssen, die keine Entscheidung treffen wollen oder können, weil sie materiell, familiär oder über viele Jahrzehnte gebunden sind oder sogar gezwungen werden. Deshalb frage Dich einfach einmal: bist Du das? Was bist Du Dir wert, willst Du gelebt werden, statt zu leben? Ich spreche nicht von TV-Klamauk, sondern was Du von Deinem Leben erwartest, weißt Du das? Vielleicht vergleichst Du einmal die Bilder, so wie es ist und wie es sein könnte. Eine Trennung muss nicht die Lösung sein, es gibt viele Wege, aber Du musst Dich fragen was Du vom Leben erwartest.

    " Er will auch nie besuch haben, ich darf keinen einladen, nicht mal meine Familie...Was kann ich tun"

    Du brauchst Gespräche, Telefonate, Besuche, Familie und Freunde, suche Dir Beistand, es wird Dir gut tun. Es ist Deine Wohnung, Du bist der Boss.

    Keiner kann Dir sagen, mache dieses oder das und die Welt wird schön, aber Du kannst das, für Dich.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo Finnluna,

    warum es zum Infarkt kommt hat viele Gründe, Bewegungsmangel, Rauchen, Trinken, Stress, auch wenn jemand offensichtlich keinen Stress hat, kann er innerlich ein Vulkan sein. Ernährung natürlich auch, aber das schließe ich bei uns und ihren damaligen 50kg und 43 J. aus. „Erbebedingt“ ist ihre Eigendiagnose, bei uns erreicht keiner die 50.

    Der Infarkt kam ½ Jahr nach einigen für sie anstrengenden Arbeitsmonaten, für mich waren diese Saisonmonate nur normales Pensum und deshalb habe ich auch nicht auf Anzeichen geachtet. Eigentlich befand sie sich schon 3 Monate in Ruhephase, der Stress war also nach außen hin vorbei, aber innen drin, da brodelte es. Die tägliche Menge war gleich, d. h., 1 ½ - 2 Flaschen Wein pro Tag, verteilt auf 6-8 Stunden, aber das ist bei 50kg unglaublich viel.

    Wir haben 2Jahre oft darüber gesprochen, aber dass nur eine Entziehung hilft, habe ich damals nicht begriffen. Da waren Arztbesuche, Psychologen, es gab Versteckspiele, Kontrollen, Auseinadersetzungen und es gab Situationen, als wir einsichtige und hoffnungsvolle Gespräche führten, sie aufstand, ein Glas nahm, es ex leer trank und alles vergessen war. Was willst du eigentlich, war vor 1 Jahr die Reaktion, hier sind meine Blutwerte, alles voll OK, damals wusste ich nicht, dass sich Alkohol nicht ablesen lässt. Alles bestens, dann hat sie auch kein Alkoholproblem, ist nicht abhängig, kann es kontrollieren, wie sie immer sagte und später kam das Erwachen. Du würdest es auch heute nicht feststellen, nicht sehen und einer stabilen, liebenswerten, beeindruckenden Frau gegenüber stehen, die auch im Bundestag freie Reden schwingen könnte.

    Ich weiß nicht wie weit Du bist, vielleicht kannst Du als Aufhänger etwas rum liegen lassen, ein Buch z. B. und sehen wie die Reaktion ist, bevor Du die Karten ganz offen auf den Tisch legst. Du wirst klare Bedingungen stellen müssen, ob Du ihn in alle Deine Gedanken einbeziehst ist nicht zu beantworten, weil der Alkohol stark ist und sich vieles gegen Dich richten kann, es ist nicht mal gewollt, es ist einfach so.

    Erfahrene trockene Menschen, Ärzte, Psychologen und Du selbst, werden schnell zu Schwätzern, das Hamsterrad beginnt sich zu drehen und es gibt sehr viele Strohhalme, um am Alkohol festzuhalten. Der Zähler hier im Forum zeigt einige Tausend User an, das sind nur ganz Wenige von Millionen Betroffenen. Diese Menschen haben täglich damit zu tun, dass sie nicht weiter wissen, einen Weg suchen, ihn finden oder auf der Stelle treten. Wenn er sich mit dem Problem auseinandersetzt kann es klick machen. Es kann aber auch sein wie bei einem guten Freund, der auch „nur“ täglich eine Flasche Wein trinkt. Wir haben vor Monaten über meine Situation gesprochen, seit dem habe ich nichts mehr von ihm gehört.

    Dein Job ist und daran musst Du festhalten: Du und Dein Befinden, stehen an allererster Stelle.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo finnlula,

    willkommen und klasse, dass Du den Mut gefunden hast zu schreiben. Hier findest Du viele Menschen, die Dich verstehen. Du findest hier Lesestoff für Wochen, nimm Dir viel Zeit und wirst geballte Ladungen finden. Wenn Du Dich umsiehst, in Deiner direkten Nachbarschaft leiden viele Menschen unter gleichen Situationen. Du stehst am Anfang einer harten Auseinandersetzung, vor allen mit Dir selbst. Manches mag Dir hart oder wie aus dem Leierkasten vorkommen, aber es ist wie es ist.

    Nicht furchtbar tragisch heißt: die Situation nicht zu erkennen. Es ist tragisch, weil Du was kommt schwer auf Deinen Schultern tragen kannst. Es ist eine Frage der Zeit, bis sich Job und Souveränität auflösen, auch die Schauspielkunst hat Grenzen und die Umwelt nimmt mehr wahr als Du denkst. Es spielt keine Rolle ob Bier, Wein oder harte Alternativen. Dein Freund ist nicht mehr gefährdet, er wird Alkoholiker sein, ich hoffe mich zu irren und das Du es richten kannst.

    Ein Kind wird Euch verbinden, aber gegen den Alkohol nichts ausrichten. Wenn Dein Griff hart genug ist, kannst Du vielleicht etwas bewirken, einen Arztbesuch, einen Entzug, aber stelle Dich darauf ein, dass Dein Griff weich wird und vor allem darauf, dass es von ihm kommen muss, nicht für Dich, nicht für ein Kind, für ihn selbst. Das ist der Knackpunkt, was Du willst, das zählt nicht für den Alkohol und wird Dir unverständliche Veränderungen bringen.

    Ein Arzt sagte einmal auf die Frage nach einem Kind: wenn sie sich zutrauen das Kind mutterlos alleine großzuziehen, nur zu. Ein Anderer sagte auf die Frage nach einem gemeinsamen weiten Ortswechsel: wenn sie sich das erlauben können, sie werden bald alleine zurückkommen. Nun, ich war meist sehr entrüstet und dachte oft: alles blinde Spinner, heute weiß ich wer blind war.

    Wir haben auch keine krassen Vorfälle mehr, so lange ich den Extremfall annehme, damit leben kann und nicht dagegen angehe. Der Extremfall Finnlula, der ist das Verstreuen verbrannter Asche, darüber musst Du Dir im Klaren sein.

    Ich wünsche Dir eine Menge Kraft, dass Du die richtige Erkenntnis findest, die Liebe, Abhängigkeit und Alkoholsucht voneinander trennen lernst.

    LG kaltblut

    Hallo Mic,

    danke, dass Du geschrieben hast, das hat viel bei mir aufgewirbelt.

    Partnerschaft, Liebe, Ehe, Eins sein, das bedeutet auch, dass man sich nicht gegenseitig gehört, keine Ansprüche hat und jeder sich zu jeder Zeit verabschieden kann. Daran ändern auch Versprechen, Verpflichtungen und Gefühle nichts.

    Es gibt nichts zu verstehen, es gibt nichts zu bekämpfen. Es gibt nur Dich. Es sind Deine Träume, Deine Wünsche, Deine Hoffnungen, Deine Schmerzen und Deine Einzelteile und all das musst Du an den richtigen Platz zurück bringen. Lauf so weit Du kannst und komm wieder zurück, nimm Dir Urlaub und lass fallen, was Du nicht halten kannst.

    Erst wenn Du Dich beruhig, Deinen Kopf geordnet, die Situation angenommen hast, wenn Du aus Brenneseln Brenneselsaft gemacht hast, dann wirst Du vieles mit Abstand betrachten. Du magst der beste Mensch auf der Welt sein, aber „sie“ hat eine Entscheidung getroffen, das ist nur ihr Ding, respektiere und akzeptiere sie.

    Co-Abhängig beinhaltet unsere Abhängigkeit, die hast Du verloren. Begrüße Deine neue Freiheit.
    Bewusst oder unbewusst hat sie Dich in eine neue Welt entlassen, mach was draus.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Dich schnell geordnet bekommst und ihr alles Gute wünschen kannst.

    Alles Gute für Dich kaltblut

    Hallo Yorkie,
    Dein Job ist in Bewegung zu kommen, zu schreiben, zu quatschen, zu laufen, zu arbeiten, Unkraut im Garten zu pflücken oder 10 Stunden Nägel in die Wand zu schlagen und Dir dabei 10mal auf die Finger zu klopfen, aber dabei wird was in Bewegung kommen.

    Es sind nur Gedanken, die Dich davon Trennen das zu tun, was gut für Dich ist, nur für Dich. Du wirst es schaffen nicht mehr in die Tischkante zu beißen, wenn heimlich etwas an Dir vorbei geschmuggelt wird, Dir irgendwelche Gerüche in die Nase steigen oder verächtliche Blicke und Kommentare in Deine Richtung zielen. Du bist viel weiter als Du glaubst.

    Lieben Gruß kaltblut

    @ Yorkie: Ich bin ganz am Anfang, wir fallen immer wieder auf die Nase, morgen teile ich vielleicht Deine Erfahrungen und oft gibt es genau dann noch einen oben drauf. Aber es gibt viel mehr als wir sehen und manchmal ist loslassen die größte Verbindung. Die Gedanken an Erlebtes wühlen uns immer wieder auf, aber Du bist da wo Du jetzt bist, weil Du an die etwas glaubst. Jemand sagte einmal: aus Kuhschei… kann man keine Sahne quirlen, aber in Afrika bauen sie daraus Wände und Böden für Hütten, für die ist es Sahne. Du wirst das ordnen und die richtigen Entscheidungen treffen, es geht zuerst um Dich.

    @marie_on45: Danke für Deine Worte. Die Liebe, Marie, die ist es, die den Bauch vom Kopf trennt, wir beginnen zu kämpfen, wo es nichts zu kämpfen gibt und gehen beide daran unter. Die Liebe ist unendlich, aber vielleicht ist es zu akzeptieren, dass sie nicht dazu gehört.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo an alle,

    vielleicht haben andere auch gute Erfahrungen und stehen nicht mehr vor einer undurchdringlichen Wand. Gut heißt für mich nicht die Krankheit zu besiegen, sondern wieder einen Weg in den Alltag zu finden, raus aus dem Hamsterrad und sich nicht mehr im Kreis zu drehen.

    Zwischenzeitlich sind 2 Monate seit meinem Aufschrei vergangen. Vergangen ist auch der den Tag bestimmende Gedanke, bei meiner Frau etwas zu ändern zu können. Ich habe es nicht verdrängt, nicht akzeptiert, sondern losgelassen.

    Ich höre viele Aufschreie: der hat auch keine Probleme! Ja, wir fegen uns nicht, es fliegt nichts durch die Luft und es gibt keine öffentlichen Aussetzer. Sie trinkt abends vor sich hin und schläft irgendwann. Ich verlängere damit die Sucht, habe mich nicht getrennt, sie nicht sanft fallen gelassen, sie nicht mit aller Gewalt bedrängt. Ich betrachte das nicht als Versagen, habe nicht resigniert, aber aufgehört gegen Windmühlen zu kämpfen.

    Um es anders auszudrücken: meine gestandenen 93kg zucken nicht mehr bei einem Korkenblub zusammen..

    Wenn meine Co-Abhängigkeit eine Krankheit in meinem Kopf ist, dann bin ich auf einem guten Weg. Wir haben viele neue Gefühle entdeckt, es gibt klare Abgrenzungen und wir gehen anders mit dem Thema und uns um.

    Wie ich dem eigenen Alkoholkonsum gegenüber stehe? Ja, ich trinke noch, gelegentlich Wein, aber ich trinke nicht mehr mit und es ist normal geworden, Alkoholfreies statt Wein zu bestellen, A-freies beim Skat, Grillen oder in abendlicher Gesellschaft zu trinken, ich vermisse nichts.

    Warum ich das schreibe, sich offensichtlich kein großes Erfolgserlebnis ergeben hat? Weil viele hilflos auf der Brücke stehen und nicht wissen ob sie vor oder hinterher springen sollen und weil die großen Ereignisse aus vielen Kleinen bestehen. Es geht weiter und das ist wichtig. Für mich ist es ein großer Erfolg, nicht mehr zusammen zu zucken, klare Gedanken zu fassen, unsere Existenz zu sichern und selbst das Leben lebenswert zu finden. Ich habe wieder Kraft, Abstand, bin in der Lage klar zu denken und zu entscheiden.

    Ich möchte allen Betroffenen Mut machen, es geht weiter, für welchen Weg Ihr Euch auch entscheidet, ob Trennung, sanftes Fallenlassen oder Festhalten, es gibt Wege und die Entscheidung liegt in unserer Hand.


    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo Yorkie,

    Deine Gefühle sind nicht weg, eine jahrelange Bindung landet nicht einfach so auf dem Müll. Du hast einen klaren Durchblick gefunden, weil unsere so genannte Liebe nicht mehr alles in unserem Kopf beeinflusst. Wenn Du jetzt Dinge machst, die OK für Dich sind, dann wird das Verständnis für eine gebrochene Gewohnheit für Deine Partnerin gering sein.

    Du weißt, dass Du auf die Krankheit bei Deiner Partnerin kaum Einfluss hast. Wenn Du alles noch etwas setzen lässt, dann wirst Du die für Dich richtige Entscheidung treffen, aber treffen wirst Du sie, wie in Deinen Job, ja oder nein.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo darkened,

    so breite Schultern kann keiner haben, um all das, was ein anderer Mensch in seinem Leben erlebt hat und die daraus resultierenden Konsequenzen auf seine Schultern zu laden. Das ist nicht Dein Ding und tausend Vorwürfe können Dir nur dann Schuldgefühle bringen, wenn Du es zulässt und Dich rechtfertigst. Dein Ding ist einmal eine Liste zu machen, wie Diandra schreibt, versuche doch alles im Kopf zu ordnen und einen Überblick zu bekommen, sie wird Dich vielleicht verwundern.

    Du kannst die Schuld für andere übernehmen, aber Schuld kannst Du nicht daran haben. Es ist verdammt schwer bestimmte Dinge einfach vorbeirauschen zu lassen oder selbst nicht in Vorwürfe zu verfallen, aber es geht und kann viel Auftrieb bringen. Wie Teufelchen schreibt: „Du bist nicht Schuld. Das musst Du Dir immer wieder klar machen, dann wirst Du auch einen Umgang mit ihr finden, der Dir nicht schadet“ - „Dir nicht schadet“ ist der Punkt. Wenn meine Frau einmal der Ansicht ist, ich wäre wie alle anderen etc., dann kann mich das sehr verletzen, aber ob der Schuh passt, liegt nur in meiner Hand.

    Lieben Gruß kaltblut

    Hallo Sternchen82,

    eigentlich trinke ich abends zum Essen 1 Glas Wein, gelegentlich 1 Glas am Abend. Da ich mir nicht mehr klar war, ob ich darauf verzichten kann, wurde auf Sprudel umgestellt, klappt hervorragend. Es fehlt nichts, es macht Spaß.

    Wenn wir ausgehen, können wir gemeinsam problemlos eine große Flasche Wasser bestellen, früher war es die Weinkarte.

    Mein Verhältnis zu Alk hat sich gewaltig geändert. Bier kaufe ich keines mehr, Wein keinen und die Flaschen die sie braucht, muss sie jetzt selbst hoch tragen, sonst bleiben sie im Auto. Alk ist mir ziemlich schnuppe geworden und da wir gerne kochen, möchte ich bald mit alkfreien Kräuter-und Saftgetränken experimentieren, ich glaube das macht riesigen Spaß.

    Wenn ich zu lange im Forum lese dreht sich der Magen, meine Reaktion auf all die Dinge, die viele Menschen hier erlebt haben.

    Mein Co.-Problem hat sich relativiert. Es ist nicht weg, aber ich gehe anders damit um und es stört mich nur noch, wenn Wein wie Wasser durstlöschend runtergeschüttet wird. Ich habe kein Problem damit, die Wohnung alkfrei auszuräumen, aber ohne ärztliche Unterstützung wäre es nicht OK und die kann nicht von mir ausgehen. Sollte in ihrem Kopf einmal was passieren, wäre sofort alles clean. Ich fühle mich nicht mehr dafür verantwortlich was sie macht und Versuche nicht mehr ihr Alkoholproblem in den Griff zu bekommen, mache das was mir geraten wurde: kümmere mich um mich, führe trotzdem eine gute Beziehung, freue mich über jeden Tag den wir zusammen verbringen und entgegen mancher Vorstellung: ich bin glücklich.

    Mein Verhalten mag ihre Sucht verlängern und bringt ihr keine Änderung, aber es geht um mich und mir geht es gut.

    Lieben Gruß kaltblut