Beiträge von Lindi

    @Linde, O.K., ist gebongt. Kann ja ebenso gut in die Apotheke gehen und mich beraten lassen. Das mit der erhoehten Lichtempfindlichkeit wusste ich, ich schmier mich aber sowieso jeden Tage mit LSF 30 ein, so wie sich andere Frauen morgens ihre Anti-Falten Creme drauftun. Egal ob ich vorhabe rauszugehen, oder nicht......

    Hihi, Linde, heimreiten......auf DIE Idee bin ich noch nicht gekommen! Armer Oldie, der waere dann ja als "Packesel" programmiert. Und dem Jungspund waeren nach DEM Ritt endgueltig alle jugendlichen Flausen ausgetrieben!
    Hat was, die Idee, so einen Flair von "Abenteuer". Koennte ich mich glatt fuer begeistern! Bei einer durchschnittlichen Tagesleistung von 30-35 Kilometern waere ich dann in ungefaehr drei Monaten daheim .....

    Spass beiseite! Das mit der Krankenversicherung ist so ein Punkt, den ich gerne verdraenge. Gottseidank hab ich ausser ne Erkaeltung nie was Ernstes gehabt, bisher. Aber meine Zaehne.....die koennten einen TUV gut gebrauchen. Und was sonst so bei diversen ueberfaelligen Untersuchen rauskommen koennte.... Ohgott!

    Weisst Du, Speranza, "Tierlieb" triffts in dem Fall nicht so genau. Tierlieb waere ich bei unserem Hund, das taete mir echt leid, den hier lassen zu muessen, weil XY ihn zwar sehr gerne hat, sich aber NULLSTENS um seine koerperlichen Beduerfnisse kuemmert.....ich hatte sogar mal die Autowerkstatt rufen muessen, damit sie mein Auto knacken. XY war am Tag zuvor mit Hund im Kofferraum (ist ein Gelaendewagen, also kein abgeschlossener Kofferraum) weggefahren. Am naechsten Tag fand ich das Auto vor der Kneipe, mit Hund drin, die Sitze zugesch.....Gottseidank war das nicht im Sommer, sonst waer der Hund hops gewesen!
    Das ist "Tierlieb", sich drum sorgen, dass es dem Vierbeiner angemessen gut geht. Mit den Pferden ist es was Anderes. Da geht es um mich. Was mich als Person ausmacht, worueber ich mich definiere, was mein Traeume waren, wofuer ich viel geopfert habe (Futter im wahrsten Sinne vom Mund absparen), wo ich ein wenig Glueck und Selbstbestaetigung erfahre. Das ist mehr als "Tierlieb", das geht an den Kern. XY meint zu dem Thema immer nur "die Drecksgaeule bringen Dich noch in die Gosse". So viel dazu.

    Am Chinesich-lernen bin ich uebrigens immer noch und komme auch voran. Mannomann, wie koennen zig-Millionen Menschen DAS reden?
    Jetzt ruecktder Zeitpunkt naeher, wo ich mich mit der Person in Verbindung setzen muesste, die mir damals einen Job in Aussicht gestellt hatte. Und nun kommt meine persoenliche Psycho-Falle Nummer zwei!

    Die Angst zu versagen laesst mich Dinge nicht in Angriff nehmen. Kann man so bescheuert sein? Ich WEISS es doch, das mein Unterbewusstsein so teuflisch fluestert und fall immer wieder drauf rein! In dem Fall, die Angst dass sie sagt, ah, ja , leider haben sich andere Umstaende ergeben, oder aeh, ja, im Moment ist die Auftragslage eine Andere, oder sonst irgendwas, fuehrt dazu dass ich (wenn ich auf die bloede Stimme hoeren wuerde) erst GAR NICHt anrufe, oder erst so spaet, dass es zu spaet ist, um mir selbst dann sagen zu koennen "Tja, nice try, waer schoen gewesen, aber an Dir hats ja nicht gelegen."

    Um es genauer zu sagen, es ist nicht die Angst zu versagen, das kommt ja vor, es ist eher die Angst mein Bestes gegeben zu haben und trotzdem abgelehnt zu werden. Bei den Simp....s gibt es so ein Kapitel, wo B...t dauernd schlechte Noten bekommt, weil er nie lernt. Dann, EINMAL lernt er wirklich und bekommt wieder eine schlechte Note. Darauf seine Lehrerin: "Naja, B...t, Du muesstest doch langsam schon dran gewoehnt sein, warum weinst Du jetzt?". Darauf B...t " Ja, Fraeulein ....., aber diesmal ist es anders, diesmal habe ich es WIRKLICH versucht"!

    Ich hoffe, dass verstoesst so nicht gegen das "Zitierverbot".
    Lindi

    Oh, waehrend ich hier meine "Fussbodengeschichte" reingeschreibselt habe, hat mir Melanie einen wesentlich tiefschuerfendere Antwort gesendet. Hat sich ueberschnitten...
    Hm. Der Konsens lautet also: ich muss hier weg. Da bin ich auch im Prinzip der Selben Meinung. Es ging ja die letzte Zeit schon so weit, dass mir DEUTLICHST zu verstehen gegeben wurde, wie abhaengig ich bin. Nach dem Motto: wenn Du das-und-das nicht machst, bist Du morgen auf der Strasse (ging um einen Angelwettbewerb und meine Chauffeursdienste morgens um 4.00 Uhr!) Nicht dass ihr was Schlimmeres vermutet!
    Prima Mittel mich dazu zu bringen, ueberhaupt keine eigene Meinung mehr zu haben (oder jedenfalls nicht zu aeussern). Nicht zu Mutti, nicht zu seinen Trinkgewohnheiten, zu ueberhaupt keinem Aspekt "unseres" Lebens. Ich habe einfach den Mund zu halten und hinzunehmen, wie es kommt. Kann ja noch von Glueck reden, dass ich meistens was zu essen habe und meistens ein Dach ueberm Kopf! So jedenfalls seine Meinung.

    Ich bin eigentlich IMMER noch dabei, irgendwie Schadensbegrenzung zu betreiben.
    Das muss ich ein wenig erklaeren, fuerchte ich.
    Ich schlage mich ja schon laenger mit dem Gedanken rum. Hatte ja auch geschrieben, dass der Grossteil meiner Moebel in der besagten Scheune ist, Buecher und Kuebelpflanzen weggeworfen, Geschirr reduziert aufs Allernotwendigste. So nach und nach habe ich meinen Besitzstand so reduziert, dass es vermutlich alles ins Auto passen wuerde, wenns hart auf hart kommt.

    Wovor ich letztendlich zurueckschrecke, ist das "Heiligste" aufzugeben, das, was mich im Innersten Kern ausmacht, was mich erfuellt und was mich "leben" laesst, wo ich seit vielen, vielen Jahren eine Ahnung von Glueck erfahren durfte......meine Pferde!

    Jetzt werden einige denken, was labert die da von nix zu fressen im Kuehlschrank, aber Pferde (plural) haben......
    Das ist relativ. Sie kosten mich ungefaehr so viel wie Rauchen. Auch das konnte ich mir bisher nicht abgewoehnen....

    Meinen Oldie (27) wuerde ich einschlaefern lassen muessen, meinen Nachwuchs, tja den koennte ich noch gut verkaufen. Und damit waere auch das Letzte bisschen (E)speranza aus meinem Leben gewichen.

    Das waere der absolute Tiefpunkt, mit allen Anderen Konsequenzen, da koennte ich irgendwie mit umgehen.

    Und so hatte ich den Plan, mir von hier aus einen Job zu suchen, egal was, egal wo. Und dann mein Leben neu aufzubauen.

    Ich habe hier gelesen, dass es von der Forenleitung nicht geduldet wird, ueber Medikamente zu sprechen. Verstehe ich auch.
    Aber meint ihr, es koennte hilfreich sein, mir dieses pflanzliche "Antidepressiva" zu kaufen, also dieses J-Kraut?

    Dass eine Depression ernster ist und ich zum Artzt sollte deshalb, weiss ich, aber vielleicht koennte mit das Dings-Kraut erst mal ueber den Berg helfen, sozusagen einen "Anschub" geben um aus der Tatenlosigkeit irgendwie rauszukommen?
    Lindi

    Noch kurz ein "Renovierungs-Tip fuer Speranza (wo ist eigentlich das "E" hingeraten? ist das ein Dialekt? Klingt Galizisch, irgendwie......)

    Das Dielenboden Abschleifen unbedingt VOR dem Einzug machen, das ist die Sauerei des Jahrhunderts, wegen dem Schleiftstaub! Und Maske auf, auch wenns unbequem ist! Ausserdem kannst Du ihn nach dem Lackieren ja nicht betreten, fuer mindestens 2-3 Tage! Ich hab damals "Schiffsboden-Lack" genommen. Ist unempfindlich gegen Wasser und Putzmittel, tritt sich nicht so schnell ab, gibt dem Holz einen netten warmen natuerlichen Farbton ..... und ist deutlich billiger als Parkett-Lacke.

    Hallo Speranza
    ich wuenschte, ich haette etwas mehr davon: (e)speranza - Hoffnung!
    Ich hab grad mal in Deinen Thread gelugt, damit ich weiss, wer mir da antwortet.

    Ich nehme an, Du bist fleissig am renovieren? Wenns keine groesseren baulichen Maengel sind, koennen ein paar Eimer Farbe schon ungeheuer was ausmachen. Und so Sachen wie Bad sanieren (koennte ich mir vorstellen, dass das so ein Punkt ist), das kannst Du auch gut machen, wenn Du dort schon eingezogen bist.

    Ich habe ja vor der "Spanien-Episode" eigentlich mehr oder weniger immer allein gelebt, mit kleineren Unterbrechungen. Und jetzt faellt mir auf, dass ich es mir alleine irgendwie nie schoen gemacht habe. Fuer was, fuer wen, ist doch unwichtig, gib das Geld lieber fuer was Anderes aus....etc.

    So hatte ich eine Wohnung uebernommen, die im sozialen Wohnbauprogramm war. Mit meinem Verdienst haette ich da eigentlich gar nicht reingedurft, war daher fuer ein Jahr begrenzt Untermieter beim Hauptmieter (Student, ein Freund von mir).
    In der Kueche lag so ein schmodderiger alter Linoleum-Boden, teilweise loechrig. Egal, ein Teppich vom Schwedenhaus drueber, ist doch egal.

    Dann ergab es der Zufall, dass just als die Jahresfrist ablief, die Wohnung aus der Sozialbindung fiel und ich offiziell Hauptmieter werden konnte. Naja, da hatte ich mich an das Linoleum schon laengst gewoehnt. Dann bekam ich "Herrenbesuch" dem fiel fast alles aus dem Gesicht, als er den Fussboden sah. Das war das Ende der "Bekanntschaft" und das Ende des Linoleumfussbodens. Schichtenweise habe ich alte Boeden rausgerissen, zuunterst kamen Zeitungen von 1950 (!) zum Vorschein und darunter Holzdielen. Mein Vater nahm flugs seine Hobbyschleifmaschine, schliff an einer Stelle die Farbe ab und meinte, das Holz sei von der Substanz her in Ordnung, das koennte man aufarbeiten. Zusammen haben wir uns dann Profi-Schleifgeraete geliehen und den Boden ganz abgeschliffen. Dielenboden, dann honigfarbener Klarlack drauf. Sah Spitze aus. Dazu mein urgemuetlicher Kohleofen in dem ich Pinienzapfen verfeuerte....das knackte so schoen .... heul, und ein Jahr spaeter bin ich da rausgezogen, grad als es echt richtig gemuetlich war, wegen ... naja, siehe Kapitel 2 meiner angefangenen Lebensgeschichte.

    Insgesamt lebte ich dort 10 Jahre. Ein Jahr "lohnt doch nicht, ist doch nur uebergangsweise" 8 Jahre hab ichs persoenlich gar nicht mehr registriert und 1 Jahr war es dann richtig nett.
    Meine Freundin meinte zu dem Thema mal: "Du lebst irgendwie immer wie auf gepackten Koffern, immer auf dem Sprung, nirgends laesst Du Dich "richtig" nieder. Wenn es dann im Leben anders kommt, hast Du es wenigstens schoen gehabt, die ganze Zeit ueber."
    Wie wahr.
    Verzeiht, das Ganze haette man auch mit drei Saetzen ausdruecken koennen, aber ich habe auch irgendwie "Redebedarf". Bin ja hier schon richtig vereinsamt.
    Lindi

    Danke Melinak fuer Deinen Beitrag.

    Also dann lass ich das mal mit der "Gehirnwichserei", obwohl ich es normal finde, dass man sich Gedanken macht!

    In der Scheune uebernachten ist natuerlich kein Dauerzustand! Im Sommer ging das ja, jetzt wird es auch hier langsam herbstlich und kalt.... ist ja auch nicht jeden Tag so. Geschaetzt einmal die Woche, die letzten Wochen gar nicht, aber sein Stammlokal um die Ecke hat Urlaub....will also nichts heissen.

    Unterkunft waere kein Problem, ich koennte bei meinen Eltern unterschlupfen. Allerdings ist das eine Sache, der ich eher mit Grauen entgegenblicke. Es hat ja schon auch Gruende gegeben, ganz aus dem fam. Umfeld wegzugehen. Endlich auf eigenen Beinen stehen war Einer davon!

    Flugticket, das koennte ich schon zahlen, die sind ja nicht mehr so teuer heutzutage! Falls ich den Hund mitnehme, muss halt mein treues altes Auto mir den letzten Dienst erweisen, obwohl schon recht klapprig, der Gute, und auch nicht immer zuverlaessig.

    Es stellt sich halt die Frage, knapp vor 50, seit 10 Jahren aus dem Beruf ...

    So die letzte Zeit habe ich mir halt schon Gedanken gemacht, ob die Beziehung, ganz vom Alk abgesehen, noch Sinn macht. Und eigentlich ehrlicherweise, kann man von "Beziehung" nicht recht sprechen. Es ist eher eine Art Notgemeinschaft, die mir scheinbar jetzt auch gerade gekuendigt wird.

    Und wie ich versuchte zu erklaeren ist das Grunduebel ja nicht in erster Linie der alkoholkonsum meines Partners. Das Gunduebel ..... bin ICH.

    Und das wird mich ja begleiten, egal wohin ich gehe.

    Erschreckend fand ich die Tatsache, dass ich scheinbar ganz "raus" bin. Dass er jetzt definitiv arbeitsunfaehig geschrieben wurde, wusste ich noch nicht mal (daher der Verkauf der Arbeitsgeraetschaften). So was bespricht er alles mit "Mutti".... und ich bin aussen vor.

    Das ist auch einer der Punkte. Wie gehe ich mit meinem "Brass" auf die Alte Schatulle um? Mein Vater meinte, als er hier zu Besuch war "Dagegen kommst Du nicht an, es gibt so Menschen". Das Schlimmste waere sicher, wenn ich ginge, ohne mich von ihr zu verabschieden. Aber die Gelegenheit, mir ins Gesicht zu laecheln und zu sagen "Wie schade, dass Du uns nun verlaesst" die werd ich ihr nicht geben! HA!

    So,
    hier bin ich mal wieder. Eine Fortsetzung meiner Geschichte wird es in der Form nun nicht geben, die Moderatoren haben Bedenken angemeldet.

    Nachdem ich erst mal ein wenig sauer war, hab ich mir nun ueberlegt, dass es vielleicht auch nicht so wichtig ist, im Detail zu erklaeren, warum es zu der jetzigen Situation gekommen ist. Fest steht, auch ich habe meinen "Teil" dazu beigetragen, Groesstenteils durch Passivitaet.

    Aktuell ist mir grad mal wieder die Spucke weggeblieben.
    Die letzte Zeit hatte ich versucht, mich gegen die direkten Auswirkungen abzugrenzen. Das heisst, wenn er "unterwegs" war, hab ich mich zu gegebener Uhrzeit (da ist er sehr berechenbar) auf den Weg gemacht und in unserer Scheune uebernachtet. Ein paar Pferdedecken im Stroh, den Hund dabei, ein Laempchen zum lesen. Bequem ist anders, aber besser als mir die hahnebuechenen Vorwuerfe anzuhoeren. Denn obwohl man nicht alles ernst nehmen braucht, was der Alkie da so von sich gibt, bleibt es doch haengen im Unterbewusstsein. Denn es ist ja nicht so, dass alles voellig aus der Luft gegriffen ist. Ein Kern ist an den Vorwuerfen immer dran, nur masslos ueberzogen, ins Groteske verzerrt.

    Sonst haben wir kaum gesprochen, Alltaegliches halt.

    Nun habe ich gesehen, dass er seine Arbeitsmaschinen inseriert hat....im Tausch gegen ein Auto Gleichen Wertes.

    Ich habe ihn darauf angesprochen, ob er es fuer sinnvoll haelt noch ein Auto zu haben, wenn wir oft schon nicht die Versicherung fuer eines aufbringen koennen (mein Auto, ist auf mich zugelassen).

    Er hat vor 2 Jahren den FS verloren, ein schwerer Unfall bei dem er sein damaliges Auto geschrottet hat und sich schwer verletzt, mit bleibenden Folgen.

    Er reagierte gleich gereizt, er haette es satt hier in dem Kaff eingesperrt zu sein. Ich meinte daraufhin, dass er eingesperrt sei, weil er keinen FS hat und nicht, weil er kein Auto hat. Ich fahr ihn ja zu Terminen und auch zu seinen bescheuerten Angelwettbewerben, ich fahr ihn aber nicht "auf Tour" logischerweise...

    Auf meinen Einwand, dass es doch moeglich sein sollte, sich mit der Nutzung eines Fahrzeuges abzusprechen, meinte er, das sei nicht meine Sache, er haette das so entschieden, das sei seine Sache. Und das Ganze mit einem spoettischen Grinsem im Gesicht (Klartext: ich seh zu, dass ich mir Mobilitaet verschaffe,Du kannst sehen, wo Du bleibst).

    Der oft gebrachte Spruch: "Hilfe durch Nichthilfe" wird glaub ich gerade an mir prakltiziert!

    Und schon laeuft in meinem Kopf das Kino. Was soll ich tun, wo soll ich hin, was soll aus mir werden?

    Weiss jemand, wo ich mich ueber Hilfsleistungen informieren kann, per Internet? Ich wuesste gern, was auf mich zukommen koennte, wenn ich nach D. zurueckgehe. Ich habe halt Bedenken, dass ich mal wieder durch alle Loecher rassele. Als ich mich hier arbeitslos meldete, wurde mir eroeffnet, dass ich keinerlei Anspruch auf Unterstuetzung habe, da ich ja in Spanien nie in die Kasse eingezahlt haette. Dass ich jahrelñang in D. eingzahlt hatte, zaehlt nicht. Wenn ich nun zurueckgehe, koennte es genauso sein, dass mir einfach eroeffnet wird: "Sie sind so-und-so-lang raus aus dem System, Pech gehabt!"

    Gruese, Lindi

    Teil 2 also.....
    jetzt wirds happig, ich merke, dass es mir nun schwer fallen wird, einigermassen zusammenhaengend zu schreiben und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Wohlan:

    ich komme also bei XY an, der Bruder hatte mich telefonisch angekuendigt und mir noch eine Wegbeschreibung mitgegeben. Verabredungsort war auf so einer Art Promenade mit vielen Cafe-Terassen. Ich sitz also da und warte.....und es war mir, als haette ich ihn im Auto vorbeifahren sehen, zum verabredeten Zeitpunkt.....ich sitze also weiterhin da und warte. Wie nicht anders zu erwarten, machten sich bald eine Gruppe Spanier an die junge Deutsche Touristin heran....ich erklaerte, dass ich verabredet sei, und auch mit wem. Darauhin machte einer aus der Gruppe eine abfaellige Handbewegung und murmelte irgendwas in der Richtung "Ach der, der ist sich sicher erst noch eine reinpfeifen gegangen" So in der Art....
    Irgendwann kam er dann, und tatsaechlich besass er dieses Auto, dass ich vorher schon meinte vorbeifahren gesehen zu haben. Musste sich erst noch Mut antrinken, fuer diese Wichtige Begegnung, wuerde ich aus heutiger Sicht sagen, damals sah ich das natuerlich nicht so....
    Er erklaerte dann, ja, er sei von der Finca der Eltern weggegangen, mit dem Vater haette es Probleme gegeben. Aha. Naja, ist ja nicht ungewoehnlich sowas. Drei Jahre hatten wir uns nicht gesehen, es war wie am ersten Tag, unglaublich vertraut. Dann also in seine Wohnung. Eine Moeblierte Wohnung, total unpersoenlich. Und im ansonsten voellig leeren Kuehlschrank lediglich ein Sixpack Bier. Naja, Jungesellenhaushalt, das kennt man ja.
    Am naechsten Tag erst mal einkaufen gegangen, O-Saft, Kaffe, Milch und sowas halt. Dann im Laufe der Zwei Wochen, in denen ich da war, bekam er die Kuendigung ausgesprochen. Der Arme, das Leben ist ja so ungerecht zu ihm, erkennt denn keiner sein Talent? Ich meinte dann, er koenne jederzeit zu mir kommen, der Rest wuerde sich schon finden....das war im August. Ende September kam er mit zwei Reisetaschen in FFM an und ich hielt mich fuer die gluecklichste Frau auf Erden. Dachte ja, er waere wegen mir gekommen! Dass er damals bei seinen Eltern rausgeflogen war, wegen Alk-und Drogenexzessen, das wusste ich ja nicht. Das war auch der Grund der Kuendigung dann in dem Ort, wo ich ihn besucht hatte. Aber das war euch wohl schon beim lesen klar....mir nicht. Damals jedenfalls nicht.

    Das Zusammenleben in Deutschland gestaltete sich erst mal unauffaellig. Ich hatte meinen Job, kam nach Hause, Uebersetzer-Taetigkeit im Job des Partners, sowie allen organisatorischen Krempel. Im Laufe der Zeit bemerkte ich, dass er tagsueber nur rumhing, nichts machte, abends Fernsah, nicht ins Bett kam, auf der Couch blieb bis morgends was weiss ich-Uhr.....und ich dachte, er habe halt Probleme, im fremden Land, ohne Freunde, ohne Sprachkenntnisse. Alkohol spielte damals kaum eine Rolle. Ich kaufte keinen, ausser evtl. mal ne Flasche Wein zum essen und er konnte sich keinen kaufen. Einmal waren wir gemeinsam an einem Ausflugslokal an einem See. Er Weizenbier getrunken, ich Radler, auf jeden Fall waren wir Beide angesaeuselt. Es entwickelte sich so eine neckische Rangelei, wer wen ins Wasser schubst (war ja Sommer). Auf einmal merkte ich, das wird ernster als nur neckisches Geschubse, einen Moment lang dachte ich wirklich, er wollte mich ernsthaft unter Wasser druecken..... diesen Gedanken verwarf ich aber dann wieder, wer denkt denn sowas, er liebt mich doch!
    Viel, viel spaeter meinte seine Schwester mal zu mir, diese Zeit in Deutschland sei wohl die Einzige Zeit im Leben ihres Bruders gewesen, in der er seine Sauferei nicht haette ausleben koennen....und dass er wohl damals so eine Art "Entzug" durchgemacht haette.....daher dieses depressive Rumgehaenge.
    Nun ja, ich machte ja weiterhin alles, meinen Job, Haushalt, seinen Job da war ich als Uebersetzeriun dabei, Organisation (Versicherungen, Geld) und es dauert gar nicht lang, weniger als ein Jahr, da kam der koerperliche Zusammenbruch bei mir. Aus der Arbeit weg, mir wars ganz uebel, heimgefahren, er war nicht da, er hatte den Einzigen Schluessel....und da heulte ich zum ersten Mal, mir wars nur schlecht, es war kalt und und ich lag da in meinem Auto, konnte noch nicht mal rein und mich ins Bett legen....ich fuehlte mich so hilflos und allein.
    So ging es nicht weiter, merkte ich. Das war richtig, nur leider zog ich den falschen Schluss draus. Ich dachte,. wenn er in Deutschland so unselbstaendig ist, wegen der Sprache und alles an mir haengen bleibt, dann gehen wir halt gemeinsam nach Spanien. Schlau, gell?
    Gesagt getan. Der Plan war gut, haette auch klappen koennen. Die Vorraussetzungen waren guenstig. Aus der Finca der Eltern hatte die Familie inzwischen ein Landhotel gemacht, ich kam ja aus der Touristik, Pferde gabs da auch....der Plan war nicht schlecht.

    Zum ersten Mal hatte ich das, was der Hausartzt vermisst hatte: einen Lebensplan, Illusionen (im positiven Sinn), ich fuehlte mich so lebendig wie nie zuvor! Was ging mir das leicht von der Hand, Zack, zack, hatte sogar eine Liste mit Dingen, die zu erledigen sind (Strom abmelden zum ..., auf der Gemeinde abmelden zum..), ich die chronische Nicht-Erledigerin von Behoerdenkram! Man staune!

    Ein Haeuschen hatten wir fuer uns auch schon angemietet, sogar mit eigenem Pool. Und 600 Euro Miete erschienen mir aus deutscher Sicht ein Witz.
    Einen Gelaendewagen hatten wir auch noch gekauft, das braucht man ja schliesslich.
    Und so stand ich denn eines schoenen Abends mit meinen Eltern da und winkte XY hinterher, der mit dem vollgepackten Gelaendewagen und mit 20 000 Euro (meinen Euro, wohlgemerkt) in der Brieftasche schon mal losfuhr. Ich musste noch bleiben, um das arbeitsverhaeltnis Fristgerecht beenden zu koennen und es waren ja auch sonst noch Dinge zu erledigen. Gemeinsam mit meinem Vater die alte Wohnung Uebergabefertig machen, z.B. Solange wohnte ich halt bei meinen Eltern.
    Und freute mich, auf das Neue, wunderbare Leben an der Seite von XY. Meinem Traumprinzen.

    Soweit fuer heute Kapitel 2. Fortsetzung folgt.

    Sodale, nach langem Schweigen melde ich mich auch mal wieder zu Wort.
    Ich habe die letzten Monate hier viel passiv gelesen und auch das Ein-oder Andere mitnehmen koennen.
    Nun will ich ganz gerne mal so eine Art "Resumee" versuchen, also mein Leben, so wie es bisher verlaufen ist mit den wichtigsten (seelischen) Eckstationen aufschreiben. Einfach fuer mich versuchen, dahinterzukommen, warum ich nun dort stehe, wo ich stehe. Ich werde mich redlich bemuehen, Dritte Personen nur soweit es unabdingbar ist, zu erwaehnen. Mal sehen, wie meine persoenliche Autobiographie gelingen wird.
    Wo faengt man an?
    Am Anfang.

    Meine Kindheit war gluecklich, die Familie normal. Und doch wurden hier schon gewisse Weichen gestellt.
    Die vielleicht folgenschwerste Weiche.... wenn Du irgendwas solang wie moeglich aufschiebst, immer kommt irgendwer und wird es schon wieder richten.
    Im konkreten Fall gabs da die Oma, die immer aufgeraeumt hat, bevor die Eltern heimkamen und es Stress wegen Chaos gab.
    Was lernt das schlaue Kind?

    Desweiteren gab es da einen Vorfall als es darum ging, ob die Grundschullehrerin meine Einschulung aufs Gymnasium befuerworten wuerde....hat sie, und meine stolzgewschwellte Mama beging den Fehler, mir zu berichten, dass die Lehrerin gesagt haette, wenn es aus der ganzen Klasse ein Kind verdient haette aufs Gymnasium zu gehen....dann ich. Ich persoenlich nahm daraus mit, dass ich also was ganz Besonderes bin, total intelligent und mich infolgedessen auch nicht anzustrengen braeuchte. Das klappte auch halbwegs, soweit es die Schule betraf, die absolvierte ich tatsaechlich mit links, Erwartungsgemaess war ich halt in Faechern nicht so gut, in denen es auch um pures lernen ging. Verstanden hatte ich das immer, nur nutzt das in Latein nix, wenn man zwar die Grammatik versteht, aber sich die Vokalbeln nicht verinnerlicht hat.
    Weiter gehts, auf die Uni also. Dort waehlte ich eher halbherzig ein Fach, brach das aber bald ab. Dann folgten ein paar orientierungslose Jahre mit Auslandsaufenthalten und dann der Entschluss, "Touristik" zu studieren. Das waere auf einer FH gewesen, fuer mich hiess das, ich brauchte ein 6-Monatiges Praktikum im Bereich. Hab ich auch gleich bekommen und gegen Ende des Praktikums wurde mir eine feste Stelle angeboten. Supi, warum noch studieren, wenn ich den Traumjob schon jetzt angeboten bekomme?
    So gesehen also wieder den Weg des geringsten Wiederstandes (oder der geringsten Anstrengung) gewaehlt.
    Den Job selbst moechte ich nicht so genau beschreiben, der Wiedererkennungswert waere sehr hoch. Nur soviel: eine Freundin von mir meinte mal, "Was? Und dafuer das Du dauernd Urlaub machst, wirst Du auch noch bezahlt? Ist ja ne Frechheit!"
    Im Laufe der Jahre stellte sich dann heraus, dass ich immer schwerer damit klar kam, eine Woche rund um die Uhr mit netten Leuten in Traumdestinationen unterwegs zu sein und eine Woche dann zu Hause.....allein. Die erste Depri kam. In etwa dieser Zeit war ich beim Hausartzt, wegen einer Grippe. Die hatte ich immer am Wochenende, berappelte mich dann soweit um am Montag wieder auf der Matte zu stehen, um am naechsten Freitag wieder eine Grippe zu haben. Der Hausartzt sah mich lange an und meinte" Wie sieht denn Ihre Lebensplanung aus, Frau XY?" Ich: "Haeh, wie meinen, ich bin doch hier wegen einer Grippe!" Er, "Ja, das ist schon richtig, ich kann Ihnen auch was gegen die Grippesymptome verschreiben, aber nichts gegen die Ursache der staendigen Grippe-Anfaelle. Denken Sie einmal darueber nach". Was ich natuerlich nicht getan habe. War aber wohl ein schlauer Mensch, der Hausartzt, dass er mir das sofort angesehen hat....

    So gings im Wesentlichen weiter, bis zu einem Urlaub. Ich hatte Unterkunft gebucht, aber keinen Leihwagen. Die Vermieterin meinte, "kein Problem, hier wohnt zur Zeit ein Spanier, der faehrt jeden Tag in die Reitschule, der kann sie mitnehmen." Ich sitz also nichtsahnend am Fruehstueckstisch, mir nicht bewusst, dass nun das Leben zuschlagen wird. Ich trink Kaffe und spitze die Oehrchen, was ist das denn fuer eine Stimme? War schon ganz angekratzt, ohne den Besitzer der Stimme gesehen zu haben. Dann kam er rein... naja. ich erspar euch Details. War die beruehmte "Lieber auf den ersten Blick", oder genauer gesagt, sogar noch vor dem ersten Blick. Verstaendigen konnten wir uns nicht gut, denn ich sprach kein Spanisch und sein Englisch war eher, aeh, maessig. Naja, was braucht es Worte? Die wahre Liebe bedarf keines Geschwafels....oder so aehnlich.
    Ich war dann wieder nach zwei Wochen daheim, wollte es als den beruehmten Ferienflirt abtun ..... und hab mir schon am naechsten Tag einen Flug zurueck gebucht! Hatte ja noch eine Woche Urlaub, den ich eigentlich mit liegen gebliebener Hausarbeit verbringen wollte. Aber so wars doch viel schoener!

    Es folgten viele weitere Fluege im Abstand von 3 bis 4 Monaten, bis er mir eines Tages (ich hatte mir derweil im Hauruck-Verfahren Spanischkenntnisse angeeignet) eroeffnete, seine Eltern haetten sich eine Finca gekauft, er wuerde dort hingehen, wuesste nicht, wie es mit ihm dann weiterginge und er koenne sich nicht binden im Moment....AUS!
    Ein Jahr hab ich gehofft, ein Jahr war ich verzweifelt und ein Jahr hab ich versucht, mich mit den Tatsachen abzufinden.
    Drei Jahre also.....
    Dann wurde mein Pferd "dienstuntauglich" und ich wollte mir ein Neues ansehenen und kaufen. Meine Freundin :" Nein, Du faehrtst nicht mit dem eigenen Wagen nach Spanien, Du willst bloss diesen A... suchen gehen!"
    NEIN, wie konnte sie nur so was denken! Ich hatte ja noch nicht mal ne Adresse, sondern nur eine vage Angabe, so als ob jemand gesagt haette "Ich habe ein Haus zwischen Frankfurt und Mannheim".......

    Naja, Pferde hab ich mir angesehen und tatsaechlich die Finca gefunden (wie Recht hatte meine Freundin, sie kennt mich halt gut!). Der Bruder oeffnete mir, XY lebte derweil woanders, also dort uebernachtet (mein Geburtstag, wie sinnig) und dann 250 Kilometer zurueckgefahren, zu XY.

    Soweit Teil 1......muss jetzt erst mal mit dem Hund raus.

    Hallo Prof. Schroeder,
    in so einer Stimmung packe ich immer Dinge an, die mir normalerweise schwer fallen .... meine Kuebelpflanzen ins Auto packen und verschenken, Kleiderschrank durchforsten und aussortieren, Papierkram sortieren und Wichtiges gesondert beiseite legen, Buecher wegwerfen. So kann man die Wut in was "konstruktives" umleiten und nebenbei setzt man fuer sich selbst ein Zeichen. Meinem XY ist noch nicht mal aufgefallen, dass mein Buecherregal nach und nach immer leerer wurde. Oder wenn es ihm aufgefallen ist, hat er es nicht hinterfragt. Wie auch, ich denke, er kennt die Antwort sowieso.
    Lindi

    Hallo Frank,
    ich schreibe eigentlich eher auf der "CO"-Seite, lese aber ab und an bei euch rein, um die "andere Seite" kennenzulernen....schreiben tu ich hier nie, denn da haett ich keine Erfahrungen.

    Nun hatte ich grade Deinen Thread gelesen und so bei mir gedacht, Deine Schwierigkeit ist wohl das "Dich selbst aushalten". Ob man sich dann mit uebermaessiger Aktivitaet, Computerspielen oder eben Alk "beschaeftigt", das Resultat ist im Wesentlichen das Gleiche. Bloss nicht in mich hoeren, bloss nicht mich selbst spueren.

    Weiter dachte ich dann, dass eventuell eine gezielte Meditationstechnik fuer Dich hilfreich sein koennte. Welche....kommt sicher auf den Geschmack an. Eben das "in sich selbst versenken" zu lernen. Oder eine Taetigkeit, die Dich erfuellt, in der Du selbstvergessen aufgehen kannst. Das hat nichts mit "Aktionismus" oder "auspowern" zu tun. Eher das Gegenteil...

    Nun, auch das hab ich mir nur so bei mir gedacht und nicht geschrieben, denn, wie gesagt, die Alk-Seite ist nicht meine Baustelle.

    Nun schreibst Du das mit dem Tee und dem chinesisch lernen....und da schliesst sich der Kreis. Eventuell wuerde es Dir ja Spass machen, Dich dann auch mit fern-oestlicher Denkweise und Philosophie zu beschaeftigen.

    Und, ich lerne auch gerade chinesisch, allerdings aus anderen Gruenden. Habe mir ein Computer-Multimedia-Programm besorgt. Welches, darf ich sicher nicht sagen hier, wegen der Schleichwerbung.....und es macht Spass. Die Schrift habe ich bisher noch nicht in Angriff genommen, mir geht es vorrangig ums sprechen, aber das kann ja jeder halten wie er will. Also solltest Du das lernen wollen, es ist nicht unmoeglich, auch wenn Dein Beispiel von dem Missionar wohl eher, aeh, die Ausnahme sein wird...es dauert schon ein wenig laenger, mit dem lernen.

    Waer doch ein Projekt, oder?
    Liebe Gruesse, Lindi

    Liebe Joanne,
    also erst mal wegen der Pferde.....das kann ich nun voll verstehen, dass er da nicht mit will. Ist ja auch langweilig, fuer Jemand, der nichts damit am Hut hat. Abgesehen davon war ich immer froh, dass meine jeweiligen LGs nicht mit in den Stall sind, das war MEINS, ganz allein! Selbst wenn einer mal mit ist, war mir der Spass verdorben, denn selbst wenn er nichts gesagt hat, war doch deutlich zu spueren "Oh mann, was denn jetzt noch, musst Du dem Zossen auch noch jedes Haar einzeln kaemmen und die Fuesse einpinseln und,und,und" Aeztend.

    Vielleicht IST Dein Mann einfach eine langweilige Couchpotato ... und damit er sich nicht allein so unausgefuellt vorkommt, haette er gerne, dass ihr auch zu Hause bleibt und euch mit ihm zusammen langweilt. Da kommt er sich dann nicht ganz so bloed vor.

    Aber welche Vorstellungen ER von einer erfuellten Freizeit hat, ist ja nun echt sein Ding. Wenn es in Rumhaengen und Fernsehen besteht, wirst Du das wohl akzeptieren muessen! Akzeptieren, nicht mitmachen, das ist ein Unterschied!
    Lindi

    Liebe Lahokla,
    vielleicht siehst Du es mal so:
    Jedes Mal, wenn er bei Dir ein "offenes Ohr" findet um sich auszusprechen (auszuheulen), ist ein Tag, an dem Du ihn davon abhaelst, dahin zu gehen, wo er an richtigen Adresse ist! Jedes Mal, wenn er seinen Seelenmuell bei Dir abladen kann, ist ein Tag, an dem er sicher NICHT zu einer SG (Therapeut, Arzt,etc) gehen wird! Wozu, er hat sich ja dann erst mal "erleichtert" und Druck abgelassen.

    Du kannst keine Therapie mit ihm per Telefon machen! Dazu hast Du nicht die Kompetenz, das Wissen und den ABSTAND, der dafuer noetig ist. Das Einzige, was bei rumkommt, ist dass Du Dich schlecht fuehlen wirst, wie es ja auch schon geschehen ist.

    Du kannst ihm sagen, dass Du ihn immer noch liebst, dass Du aber kein Psychotherapeut bist und er bitte dahin gehen soll. Dass Du wieder fuer ihn da bist, wenn er TROCKEN ist, nicht vorher!

    Liebe Gruesse, Lindi

    Liebe Lohokla,
    "kann man jemals wieder so lieben" fragst Du..... ich fuer mich persoenlich moechte NIE WIEDER so lieben, so ausgeliefert, so verzweifelt, so macht- (und hoffnungslos), so verloren. Klar, gab es auch bei mir diese Momente, wo ich dachte, die gluecklichste Frau auf der Erde zu sein.....wenn ich von der Arbeit heimkam und er stand an der Kuechenzeile und kochte was fuer uns (das konnte ich beim einparken sehen), dachte ich, ich hab den 6-er im Lotto gezogen. So ein toller Mann und er kocht FUER MICH! WOW!

    Die Kehrseite der Medaille war: ich habe allein gearbeitet, der Haushalt war auch meins, seinen Job musste ich erst mal organisieren und dann auch als Uebersetzerin dabei sein (er sprach kein Deutsch), so dasss ich im Endeffekt 2 Jobs hatte, Haushalt plus alles "organisatorische".... und dann flipp ich aus vor Glueck, wenn er AB UND ZU mal was gekocht hat! Na prost Mahlzeit!

    Wenn Dein XY gesagt hat, er will nun was aendern, was fuer sich tun, ja bitte, nur zu!
    In einem Jahr trefft ihr euch dann und wenn er DANN gesund und proper, sauber, geduscht und gepflegt, sportlich gestaehlt und vor allem TROCKEN vor Dir steht, tja, dann kannst Du weitersehen. Doch fuer wie gross haelst Du die Chance?

    Lass Dir bloss nicht einreden, er braeuchte Dich, um mit seiner Therapie zu beginnen, weil ohne Dich hat es keinen Sinn, allein schafft er es nicht, etc. etc. etc.....DAMIT holt er Dich wieder ins Boot der Co-Abhaengigkeit!
    Lindi

    Na, wenn er an sich arbeiten will, bitte, dann mal los! Dazu braucht er Dich aber nicht! Das haette er auch schon laengst in Angriff nehmen koennen! Glaub das mal nicht.
    Schon ueberlegt, dass er evtl. finanziell am Ende ist? Er war ja wohl damals schon verschuldet (so wie Du schriebst).... und dann trifft man "zufaellig" die gute alte Lahokla, schwupp-die-wupp wird ein bisschen auf die Traenendruese gedrueckt und schon ist der Weg in ihr Herz (Bett/Gelboerse) wieder offen....

    Mal daran gedacht?
    Lindi

    lahokla,
    Du gehoerst jetzt aber mal virtuell auf den Poppes gehauen!

    Mach Dir doch nicht selbst was vor! Zur Erinnerung les noch mal Deinen eigenen Thread. Ehrlich, von der tollen, tiefen Liebe kann ich da nichts sehen!
    - Du verbringst Deine Schwangerschaft im wesentlichen in Heulkraempfen.
    - Er geht derweil im wesentlichen seinen Vergnuegungen nach.
    - Er springt jederzeit unter jedweder fadenscheinigen Ausrede zu diversen kumpels/Nachbarn, was auch immer, Du gehst heulend und allein auf den Baby-Basar.
    - Du kommst von Frauenarzt und willst ihm mitteilen, dass sein kind ein Sohn ist, er geht erst mal Fussballgucken (und saufen).
    - Ih habt vor, ein Wochenende gemeinsam zu verbringen, er ist allerdings schon laemgst mit nem Kumpel verabredet...und da geht er auch hin, weil das ist wichtiger.

    Ogott, die Liste liesse sich beliebig fortsetzen! Aber von tiefer Verbundenheit und Partnerschaft kann ich da nichts entdecken!

    Dabei glaub ich Dir gerne, dass Du was fuer ihn fuehlst.... umgekehrt waer ich mir da nicht so sicher, egal was er erzaehlt!

    In den drei Jahren hat er sich nen Sch... um sein Kind gekuemmert, weder finanziell noch sonstwie seinen Verpflichtungen nachgekommen.

    Und Mister Obertoll ist jetzt noch schlimmer drauf als damals! Wenn Du seinen Verfall aus der ersten Reihe (VIP-Lounge) mit ansehen moechtest, bitte, Deine Entscheidung. Aber an ein happy-end glaub ich in dem Fall weniger.....

    Liebes Sternchen,
    eine erste Massnahme hast Du ja schon ergriffen, Du bist (wieder) hier im Forum aktiv.
    Wenn Du eine stille halbe Stunde hast (er ist grad mal weg, z.B.), dann les halt einfach mal einige der Lebensgeschichten hier.
    Die von "empty" (lang) zum Beispiel.

    Denn dann wirst Du sehen, dass Deine Situation durchaus nicht "peinlich" ist, dass andere Menschen auch genau sowas erlebt haben....und den Weg, den sie herausgefunden haben!

    Du wirst all die Zweifel, Selbstluegen, Hoffnungen, enttaeuschte Erwartungen etc. wiederfinden, die Du auch empfindest.Und das wird Dich zur Erkenntnis bringen, dass Du an Deiner Situation nicht "Schuld" bist, Du hast sie nicht verursacht!

    Aber deswegen kannst und darfst Du es nicht hinnehmen, dass Dich Jemand Anderes verletzt!

    Sieh mal, wenn Du abends durch einen Park gehst und wirst dort ueberfallen, dann bist Du nicht "schuld" am Ueberfall. Schuld ist der Taeter! Klar ist es leichtsinnig gewesen, nachts durch den Park zu gehen. Aber trotzdem wuerdest Du doch die Tat zur Anzeige bringen, auch wenn die Polizisten evtl. etwas "komisch" gucken, weil Du nachts da allein rumgelaufen bist.

    Verstehst Du, was ich mit dem Beispiel sagen will?
    Gruesse, Lindi

    Melinak,
    ich nehm das ehrlich gesagt gar nicht persoenlich. Von "haengen lassen" war nicht die Rede. Dass niemand was tun kann, ist klar!
    Aber Notitz nehmen kann man und das auch zum Ausdruck bringen.
    Einfach in dem Sinne, "Ich hab Dich gelesen". ganz wertfrei.

    Mich bringt das eigentlich gar nicht in einen Gewissenskonflikt.

    Und ehrlich gesagt, wenn man Jemand auf der Strasse trifft, fragt man doch auch: "Na wie gehts Dir", ohne dass das gleich "Co" ist!

    Dass hier die meisten mit ihrem eigenen Kastenteufel kaempfen, ist schon klar. Nur ist nicht automatisch in jedem Kasten ein Teufel drin......
    Lindi

    Naja, dass man per I-Net niemand helfen kann, ist klar. Im schlimmsten Fall meldet sich der Betreffende einfach nicht mehr....
    Aber so manchmal ist es schon komisch, da schreibt jemand, dass er sich heute ein warmes Bad mit Lavendeloel eingelassen hat und .... ZACK sind 5 Beitraege da, sinngemaess, toll, dass DU DIR heute ein Bad eingelassen hast, mir tut das auch immer echt gut....blabla.
    Und dann geht es konkret um Gewalt und ...Schweigen im Wald.
    Natuerlich kann niemand helfen, niemand kann die Userin packen und sie gegen Ihren Willen aus ihrer Wohnung ins Frauenhaus zerren.
    Aber man kann dafuer sorgen, dass sich Jemand nicht so allein fuehlt in der konkreten Situation. Wenn das nicht AUCH der Sinn dieses Forums ist, weiss ich ja nicht so recht. Nur Nabelschau ist ein bisschen wenig.
    Lindi

    Hallo Linde,
    Danke der Nachfrage.
    Ich schreibe halt im Augenblick nichts in meinem Thread, weil es nichts signifikantes zu berichten gibt. Business as usual, sozusagen und XY ist im Moment auch eher ruhig, vermutlich mangels Geld. Das soll nicht heissen, dass ich Hoffnung habe oder eine (gemeinsame) Zukunft sehe, es ist einfach im Moment nicht so akut. Auch bin ich schwer beschaeftigt, mit dem Chinesisch lernen....was dann wird, werd ich sehen.

    "Aufgwuehlt", hm, eher "betroffen", wuerd ich sagen. Einfach weil aus dem Thread von *** so viel Hilflosigkeit spricht und kaum einer was dazu sagen wollte. Ich konnte mir halt denken, dass sie verzweifelt vor dem Bildschirm sitzt und auf Antworten wartet, die nicht kamen. Vielleicht war meine Reaktion falsch, aber die betreffende Person hat sich ja gut abgrenzen koennen. Eventuell haette ich mich besser an die Moderatoren gewendet.
    Gruesse, Lindi

    Hallo Aurora,
    darf ich Deinen Thread kurz "zweckentfremden"? Kann als Nicht-Mitglied ja keine PM schreiben. Hier gibt es den Thread von "Sternchen", ich denke da ist es BRANDAKUT, dass ihr jemand hilft und aufzeigt, dass sie da ganz gefaehrlich einer Fehleinschaetzung unterliegt. Ich kann das irgendwie nicht so "einfuehlsam ausdruecken, wie es vielleicht angebracht waere. Du hast immer so eine nette und doch bestimmte Sachen zu sagen. Vielleicht magst Du ihr was schreiben?
    Wenn nicht, dann vergiss mein Post in Deinem Thraed.....
    Gruesse, Lindi

    Hallo Zoey,
    wie traurig, das zu lesen.
    Und ja, ich denke einige hier haben es erleben muessen, das ein Nahestehender Mensch am Alkohol verstirbt.
    Auch ich.
    Wie in jeder Trauerphase braucht es einfach Zeit, bis man es ein wenig verarbeitet hat. Vergessen kann (und soll) man den geliebten Menschen ja gar nciht!
    Ja auch ich habe damals gedacht, "bloedes Geschwaetz", bei mir ist das anders, ich bin am Boden zerstoert und werde NIE WIEDER irgendwas empfinden koennen. Das Ganze ist bei mir jetzt 10 Jahre her. Ich seh vieles jetzt anders, habe auch teilweise ein bitteres Gefuehl zurueckbehalten, da ich nun sehe, dass ich damals im Sinne der Co-Abhaengigkeit (und auch finanziell) benutzt wurde. Ob ER mich jemals aufrichtig und von Herzen geliebt hat.....eine Frage, die mir Niemand mehr beantworten kann.

    Wie bei jedem ploetzlichen Todesfall bleiben so viele Fragen offen....der Tod durch Alkohol ist halt schwer zu verkraften, weil man es nicht versteht, nicht verstehen kann und alles so "irrsinnig" ist.

    Der Tipp, dass Du vielleicht eine Terapie aufsuchen solltest ist gut. So kannst Du wenigstens versuchen, in Frieden fuer Dich einen Abschluss zu finden und zu verzeihen.

    Der Rest findet sich (irgendwann)

    Lindi