Ich erkenne mich selbst kaum wieder

  • hallo lini,

    Zitat

    Und schon laeuft in meinem Kopf das Kino. Was soll ich tun, wo soll ich hin, was soll aus mir werden?

    ich denke das ist das was am meissten zu intreressieren hat. nicht warum das so gekommen ist, im grunde weisst du es ja wohl schon selber. weiterhin unbequem in der scheune übernachten um distance zu bekommen?

    Zitat

    Weiss jemand, wo ich mich ueber Hilfsleistungen informieren kann, per Internet? Ich wuesste gern, was auf mich zukommen koennte, wenn ich nach D. zurueckgehe. Ich habe halt Bedenken, dass ich mal wieder durch alle Loecher rassele. Als ich mich hier arbeitslos meldete, wurde mir eroeffnet, dass ich keinerlei Anspruch auf Unterstuetzung habe, da ich ja in Spanien nie in die Kasse eingezahlt haette. Dass ich jahrelñang in D. eingzahlt hatte, zaehlt nicht. Wenn ich nun zurueckgehe, koennte es genauso sein, dass mir einfach eroeffnet wird: "Sie sind so-und-so-lang raus aus dem System, Pech gehabt!"

    soweit ich weiss hat JEDER mensch das recht auf den mindestsatz an lebensunterhalt vom amt. ich denke in diesem fall an andere menschen die aus dem ausland kommen, nie was eingezahlt haben und dennoch stütze bekomen. wenn nicht alg2 dann hilfe zum lebensunterhalt . beim landratsamt kannst du informationen bekommen.spanien ist spanien, deutschland deutschland. also wenn du zurückkommen würdest (was ja auch einen rückflug kostet und auch ne wichtige entscheidung ist dafür noch geld in der kassen zu haben befor alles dann weg ist) wäre ja eher die frage wo du erstmal unterkunft haben könntest. sind die eltern bereit oder freunde dich aufzunehmen bis du wieder was eigenes hast?

    ich glaube das sind die dinge die wichtig sind zu denken. den anderen mist kannst du im moment getrost als "gehirnwicherei" abtun und versuchen dich auf diese wichtigeren fragen zu konzentrieren.

  • Danke Melinak fuer Deinen Beitrag.

    Also dann lass ich das mal mit der "Gehirnwichserei", obwohl ich es normal finde, dass man sich Gedanken macht!

    In der Scheune uebernachten ist natuerlich kein Dauerzustand! Im Sommer ging das ja, jetzt wird es auch hier langsam herbstlich und kalt.... ist ja auch nicht jeden Tag so. Geschaetzt einmal die Woche, die letzten Wochen gar nicht, aber sein Stammlokal um die Ecke hat Urlaub....will also nichts heissen.

    Unterkunft waere kein Problem, ich koennte bei meinen Eltern unterschlupfen. Allerdings ist das eine Sache, der ich eher mit Grauen entgegenblicke. Es hat ja schon auch Gruende gegeben, ganz aus dem fam. Umfeld wegzugehen. Endlich auf eigenen Beinen stehen war Einer davon!

    Flugticket, das koennte ich schon zahlen, die sind ja nicht mehr so teuer heutzutage! Falls ich den Hund mitnehme, muss halt mein treues altes Auto mir den letzten Dienst erweisen, obwohl schon recht klapprig, der Gute, und auch nicht immer zuverlaessig.

    Es stellt sich halt die Frage, knapp vor 50, seit 10 Jahren aus dem Beruf ...

    So die letzte Zeit habe ich mir halt schon Gedanken gemacht, ob die Beziehung, ganz vom Alk abgesehen, noch Sinn macht. Und eigentlich ehrlicherweise, kann man von "Beziehung" nicht recht sprechen. Es ist eher eine Art Notgemeinschaft, die mir scheinbar jetzt auch gerade gekuendigt wird.

    Und wie ich versuchte zu erklaeren ist das Grunduebel ja nicht in erster Linie der alkoholkonsum meines Partners. Das Gunduebel ..... bin ICH.

    Und das wird mich ja begleiten, egal wohin ich gehe.

    Erschreckend fand ich die Tatsache, dass ich scheinbar ganz "raus" bin. Dass er jetzt definitiv arbeitsunfaehig geschrieben wurde, wusste ich noch nicht mal (daher der Verkauf der Arbeitsgeraetschaften). So was bespricht er alles mit "Mutti".... und ich bin aussen vor.

    Das ist auch einer der Punkte. Wie gehe ich mit meinem "Brass" auf die Alte Schatulle um? Mein Vater meinte, als er hier zu Besuch war "Dagegen kommst Du nicht an, es gibt so Menschen". Das Schlimmste waere sicher, wenn ich ginge, ohne mich von ihr zu verabschieden. Aber die Gelegenheit, mir ins Gesicht zu laecheln und zu sagen "Wie schade, dass Du uns nun verlaesst" die werd ich ihr nicht geben! HA!

  • Hallo Lindi!

    Viele Grüsse ins sonnige Spanien ich habe gerade meinen Urlaub dort verbracht. Ich habe deinen Thread zum ersten Mal gelesen.

    Was mir dabei sehr aufgefallen ist war deine Passivität und Dinge hinzunehmen die nicht mehr menschenwürdig sind. Wo bleibt deine Selbstachtung?

    Es ist normal dass man sich Gedanken macht aber nicht immer die gleichen Gedankengänge so kommt man nie aus seinem Karussell heraus.

    Egal was du in Zukunft machst es kann nur besser werden. Ein neues Leben musst du dir selbst erarbeiten und schlechter als das Leben das du jetzt führst kann es nicht sein.

    Du lebst in Spanien ohne finanzielle Unterstützung, schläfst in der Scheune und hörst dir jeden Tag alkoholisiertes Gerede von deinem Mann an.

    Nehmen wir mal an du würdest nach Deutschland gehen, da hättest du ein sauberes Zimmer bei deinen Eltern und finanzielle Unterstützung vom Amt. Natürlich ist es unangenehm so zu scheitern aber das passiert nicht nur dir.

    Du sprichst doch Sprachen hättest du da nicht Möglichkeiten? Solche Leute werden doch gesucht auch in Spanien. Wenn du darauf wartest dass jemand kommt und dich aus deiner üblen Lage befreit wirst du noch in 10 Jahren in der Scheune schlafen.

    Ich war auch viele Jahre passiv und letztendlich depressiv bis ich kapiert habe dass ich trotzdem aktiv werden muss. Darauf zu warten dass ER sich ändert hat mich viele Jahre meines Lebens gekostet :(

    Es sollte dir doch egal sein was deine Schwiegermutter denkt oder sagt es geht um DICH und um nichts anderes.


    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • hallo lindi,

    ich finde auch, schau mal da hin, selbstachtung und hinnehmen, sich dem allen aussetzen und nicht aktiv werden, sondern erwarten das der andere handelt sind alles eben miteinander verbundene merkmale des sich selbst aufgebens. willst du das? dich selbst weiterhin aufgeben?

    ich weiss aus erfahrung alkoholsucht ist eine immer schlimmer werdende krankheit. das geht lange zeit schleichend, doch irgendwann kommt auhc beim alkoholiker die zeit des zusammenbrucht und ich kann dir sagen, das ist dann unerträglich. da dann noch in ner schäune bei kälte zu übernachten wird dann schlimm. da dann noch den hintern hoch bekommen und was zu tun, wenn das ganze dann über dich einbricht noch schwieriger.also deshalb auch dieser hinweis jetzt was zu tun,nicht auch noch abwarten bis nichts mehr geht. vor allem weil du in spanien dann bist und dort die genze geschichte noch wesendlich härter sein wird wie in deutschland.

    die frage stellen sich hier viele ob sie mit 50 noch nen job bekommen. allerdings meine meinung nach sich darauf auszuruhen und zu sagen ich bekomm eh nichts ist dann wieder ein zeichen von sich hängen lassen. mach was draus und wenn nur eben vom amt die stütze , ehrenamtlich kannst du hier in deutschland der langeweile entfliehen. spanischkurse an der volkshochschule geben. oder oder, es gibt möglichkeiten sich auch wieder zu regenerieren und die übergangslösung bei den eltern bedeutet nicht gleich ein wohnen auf ewigkeiten dort. auch da heisst es halt handeln, tun muss man tun, nicht abwarten bis was um sich herum bewegt. selbständigkeit bedeutet eigenständiges handeln, nicht umsonnst.

    ja und auch meiner meinung nach was schwiegermutter angeht. ich hab meiner nicht ins gesicht geschaut. ich habe ihn verlassen und sie dann aussen vor gelassen, bin ja nicht mit ihr verheiratet gewesen. ein sich um enkelkinder zu sorgen ist ihr part nicht meiner gewesen und wenn mir dann gesagt wurde über dritte "ich hab 9 enkel ich brauchte mir nicht einbilden meine kinder wären so wichtig" dann denk ich mir, gut wer nicht will der hat schon.ich hab sie nie wieder gesehen nach der trennung und ich muss auch dazu sagen, es war mir auch nie schwer gefallen.im gegenteil.

    und dieses GRUNDÜBEL ICH das du ansprichst, das kannst du hier, wenn du weider boden hast, in deutschland bist und ne versicherung hast dann auch angehen indem du dir dann proffessionelle hilfe holst.

    ich würde mal behaupten, das sind die wesendlichen vorteile die du hast wenn du dich entscheidest nach deutschland zu kommen. in spanien wartet ein langer winter auf dich, ne scheune (wenn auch nur ein zwei mal die woche) ein alkoholkranker in einer notgemeinschaft lebender mann und ne schwiegermutter die dir wohl auch das leben nicht gerade einfach macht und ein auto das irgendwann den geist aufgibt (so wie du mir das auto beschrieben hast).

    beides ist sicherlich übel, ich kann es nachvollziehen. nur welches übel ist für dich leichter zu tragen und wo kommst du unter umständen besser auf die füsse und in deine eigenständigkeit rein, mit der chance dann doch ein relativ menschenwürdiges leben zu führen?

  • Hallo Speranza
    ich wuenschte, ich haette etwas mehr davon: (e)speranza - Hoffnung!
    Ich hab grad mal in Deinen Thread gelugt, damit ich weiss, wer mir da antwortet.

    Ich nehme an, Du bist fleissig am renovieren? Wenns keine groesseren baulichen Maengel sind, koennen ein paar Eimer Farbe schon ungeheuer was ausmachen. Und so Sachen wie Bad sanieren (koennte ich mir vorstellen, dass das so ein Punkt ist), das kannst Du auch gut machen, wenn Du dort schon eingezogen bist.

    Ich habe ja vor der "Spanien-Episode" eigentlich mehr oder weniger immer allein gelebt, mit kleineren Unterbrechungen. Und jetzt faellt mir auf, dass ich es mir alleine irgendwie nie schoen gemacht habe. Fuer was, fuer wen, ist doch unwichtig, gib das Geld lieber fuer was Anderes aus....etc.

    So hatte ich eine Wohnung uebernommen, die im sozialen Wohnbauprogramm war. Mit meinem Verdienst haette ich da eigentlich gar nicht reingedurft, war daher fuer ein Jahr begrenzt Untermieter beim Hauptmieter (Student, ein Freund von mir).
    In der Kueche lag so ein schmodderiger alter Linoleum-Boden, teilweise loechrig. Egal, ein Teppich vom Schwedenhaus drueber, ist doch egal.

    Dann ergab es der Zufall, dass just als die Jahresfrist ablief, die Wohnung aus der Sozialbindung fiel und ich offiziell Hauptmieter werden konnte. Naja, da hatte ich mich an das Linoleum schon laengst gewoehnt. Dann bekam ich "Herrenbesuch" dem fiel fast alles aus dem Gesicht, als er den Fussboden sah. Das war das Ende der "Bekanntschaft" und das Ende des Linoleumfussbodens. Schichtenweise habe ich alte Boeden rausgerissen, zuunterst kamen Zeitungen von 1950 (!) zum Vorschein und darunter Holzdielen. Mein Vater nahm flugs seine Hobbyschleifmaschine, schliff an einer Stelle die Farbe ab und meinte, das Holz sei von der Substanz her in Ordnung, das koennte man aufarbeiten. Zusammen haben wir uns dann Profi-Schleifgeraete geliehen und den Boden ganz abgeschliffen. Dielenboden, dann honigfarbener Klarlack drauf. Sah Spitze aus. Dazu mein urgemuetlicher Kohleofen in dem ich Pinienzapfen verfeuerte....das knackte so schoen .... heul, und ein Jahr spaeter bin ich da rausgezogen, grad als es echt richtig gemuetlich war, wegen ... naja, siehe Kapitel 2 meiner angefangenen Lebensgeschichte.

    Insgesamt lebte ich dort 10 Jahre. Ein Jahr "lohnt doch nicht, ist doch nur uebergangsweise" 8 Jahre hab ichs persoenlich gar nicht mehr registriert und 1 Jahr war es dann richtig nett.
    Meine Freundin meinte zu dem Thema mal: "Du lebst irgendwie immer wie auf gepackten Koffern, immer auf dem Sprung, nirgends laesst Du Dich "richtig" nieder. Wenn es dann im Leben anders kommt, hast Du es wenigstens schoen gehabt, die ganze Zeit ueber."
    Wie wahr.
    Verzeiht, das Ganze haette man auch mit drei Saetzen ausdruecken koennen, aber ich habe auch irgendwie "Redebedarf". Bin ja hier schon richtig vereinsamt.
    Lindi

  • Hallo Lindi!

    Zitat

    ich wuenschte, ich haette etwas mehr davon: (e)speranza - Hoffnung!

    Die Hoffnung auf bessere Zeiten kommt wieder - aber erst wenn du ganz konkret Änderungen beschliesst - das wird dich antreiben. Ich fing wieder an zu hoffen als ich meinem Mann klipp und klar gesagt habe dass ich ihn verlasse. Das war Anfang September und von da an ging es mir schlagartig besser. Diese Trennung habe ich im Kopf ganz oft geplant und nie umgesetzt, ich habe schon lange im Internet Immobilien gesucht und mir immer vorgestellt da zu wohnen und mein Leben zu geniessen.

    Jetzt wird der Traum wahr, das Häuschen wird erst nächste Woche meins. Es ist klein aber schnuckelig und es muss sehr viel gemacht werden. Was ich kann mache ich selber, es sind schöne Dielen unter dem Teppichboden die ich abschleifen werde. Tapezieren und streichen kann ich auch, Löcher bohren und Fliesen legen ist kein Problem für mich, ich habe in meinem jetzigen Haus auch immer selber und alleine renoviert.

    Den Rest machen die Handwerker das Bad und neue Fenster das trau ich mir nicht zu. Es ist eine Einbauküche drin, zwar nicht die Schönste aber voll funktionsfähig und gepflegt.

    Ich besitze auch einen Esstisch mit 6 passenden Stühlen und den passenden Schrank dazu. Das Häuschen gehörte einem älteren Herrn der verstorben ist und ich übernehme auch das Mobiliar was mir nicht gefällt landet auf dem Sperrmüll.

    Ich bin ein Mensch der keine grossen Ansprüche stellt es muss sauber und ordentlich sein zumindest für den Anfang, Luxus habe ich noch nie gebraucht.

    Ich habe auch sehr früh alleine gelebt da war ich gerade 17. Das Geld war knapp, ich war noch in der Ausbildung. Aber es war schön und gemütlich in meinem Zimmerchen.

    Mit 19 habe ich meinen Mann kennengelernt, mit 23 geheiratet. Damals hat er noch nicht regelmässig getrunken das kam erst viel später. Was mir aber damals schon auffiel dass er wenn er getrunken hat immer total betrunken war. Im Laufe der Jahre ist es dann immer schlimmer geworden.


    Zitat

    Meine Freundin meinte zu dem Thema mal: "Du lebst irgendwie immer wie auf gepackten Koffern, immer auf dem Sprung, nirgends laesst Du Dich "richtig" nieder. Wenn es dann im Leben anders kommt, hast Du es wenigstens schoen gehabt, die ganze Zeit ueber."

    Das ist ein ganz wahres Wort, das mag aber daran liegen dass du dich "innerlich" noch nicht niedergelassen hast und deswegen immer auf dem Sprung bist. Was ich damit meine du musst erst zu dir selber finden und dich neu entdecken. Es steckt sehr viel mehr in dir als du ahnst oder glaubst.

    Egal was passiert ist in der Vergangenheit es ist nie zu spät etwas zu ändern sei es auch nur in kleinen Schritten.

    Zitat

    Verzeiht, das Ganze haette man auch mit drei Saetzen ausdruecken koennen, aber ich habe auch irgendwie "Redebedarf". Bin ja hier schon richtig vereinsamt

    Wenn du Redebedarf hast komme ihm nach es ist wichtig zu reden. Ich habe dich jetzt auch "vollgeschwafelt" denn innerlich einsam war ich auch viele lange Jahre.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Oh, waehrend ich hier meine "Fussbodengeschichte" reingeschreibselt habe, hat mir Melanie einen wesentlich tiefschuerfendere Antwort gesendet. Hat sich ueberschnitten...
    Hm. Der Konsens lautet also: ich muss hier weg. Da bin ich auch im Prinzip der Selben Meinung. Es ging ja die letzte Zeit schon so weit, dass mir DEUTLICHST zu verstehen gegeben wurde, wie abhaengig ich bin. Nach dem Motto: wenn Du das-und-das nicht machst, bist Du morgen auf der Strasse (ging um einen Angelwettbewerb und meine Chauffeursdienste morgens um 4.00 Uhr!) Nicht dass ihr was Schlimmeres vermutet!
    Prima Mittel mich dazu zu bringen, ueberhaupt keine eigene Meinung mehr zu haben (oder jedenfalls nicht zu aeussern). Nicht zu Mutti, nicht zu seinen Trinkgewohnheiten, zu ueberhaupt keinem Aspekt "unseres" Lebens. Ich habe einfach den Mund zu halten und hinzunehmen, wie es kommt. Kann ja noch von Glueck reden, dass ich meistens was zu essen habe und meistens ein Dach ueberm Kopf! So jedenfalls seine Meinung.

    Ich bin eigentlich IMMER noch dabei, irgendwie Schadensbegrenzung zu betreiben.
    Das muss ich ein wenig erklaeren, fuerchte ich.
    Ich schlage mich ja schon laenger mit dem Gedanken rum. Hatte ja auch geschrieben, dass der Grossteil meiner Moebel in der besagten Scheune ist, Buecher und Kuebelpflanzen weggeworfen, Geschirr reduziert aufs Allernotwendigste. So nach und nach habe ich meinen Besitzstand so reduziert, dass es vermutlich alles ins Auto passen wuerde, wenns hart auf hart kommt.

    Wovor ich letztendlich zurueckschrecke, ist das "Heiligste" aufzugeben, das, was mich im Innersten Kern ausmacht, was mich erfuellt und was mich "leben" laesst, wo ich seit vielen, vielen Jahren eine Ahnung von Glueck erfahren durfte......meine Pferde!

    Jetzt werden einige denken, was labert die da von nix zu fressen im Kuehlschrank, aber Pferde (plural) haben......
    Das ist relativ. Sie kosten mich ungefaehr so viel wie Rauchen. Auch das konnte ich mir bisher nicht abgewoehnen....

    Meinen Oldie (27) wuerde ich einschlaefern lassen muessen, meinen Nachwuchs, tja den koennte ich noch gut verkaufen. Und damit waere auch das Letzte bisschen (E)speranza aus meinem Leben gewichen.

    Das waere der absolute Tiefpunkt, mit allen Anderen Konsequenzen, da koennte ich irgendwie mit umgehen.

    Und so hatte ich den Plan, mir von hier aus einen Job zu suchen, egal was, egal wo. Und dann mein Leben neu aufzubauen.

    Ich habe hier gelesen, dass es von der Forenleitung nicht geduldet wird, ueber Medikamente zu sprechen. Verstehe ich auch.
    Aber meint ihr, es koennte hilfreich sein, mir dieses pflanzliche "Antidepressiva" zu kaufen, also dieses J-Kraut?

    Dass eine Depression ernster ist und ich zum Artzt sollte deshalb, weiss ich, aber vielleicht koennte mit das Dings-Kraut erst mal ueber den Berg helfen, sozusagen einen "Anschub" geben um aus der Tatenlosigkeit irgendwie rauszukommen?
    Lindi

    Noch kurz ein "Renovierungs-Tip fuer Speranza (wo ist eigentlich das "E" hingeraten? ist das ein Dialekt? Klingt Galizisch, irgendwie......)

    Das Dielenboden Abschleifen unbedingt VOR dem Einzug machen, das ist die Sauerei des Jahrhunderts, wegen dem Schleiftstaub! Und Maske auf, auch wenns unbequem ist! Ausserdem kannst Du ihn nach dem Lackieren ja nicht betreten, fuer mindestens 2-3 Tage! Ich hab damals "Schiffsboden-Lack" genommen. Ist unempfindlich gegen Wasser und Putzmittel, tritt sich nicht so schnell ab, gibt dem Holz einen netten warmen natuerlichen Farbton ..... und ist deutlich billiger als Parkett-Lacke.

  • Hallo Lindi!

    Zitat

    Noch kurz ein "Renovierungs-Tip fuer Speranza (wo ist eigentlich das "E" hingeraten? ist das ein Dialekt? Klingt Galizisch, irgendwie......)

    Das ist kein Dialekt sondern das italienische Wort für "Hoffnung". Danke für deine Tipps ich weiss dass es Sauerei ist einen Boden abzuschleifen, ich habe das letztes Jahr schonmal gemacht :wink: das mit dem "Schiffsboden-Lack" wusste ich allerdings noch nicht.

    Normalerweise äussere ich mich nicht zu Medikamenten das sollte ein Arzt machen aber mit J-Kraut kann man soviel nicht verkehrt machen, manchen hilft es sehr gut. Achte aber auf die Nebenwirkungen besonders auf Lichtempfindlichkeit und Sonneneinstrahlung was bei dir in Spanien besonders zutrifft.

    Ich verstehe dich dass du an deinen Pferden hängst ich bin auch sehr tierlieb. Auch dass du in Spanien bleiben möchtest verstehe ich.

    Aber Spanien ist gross und es gibt auch für dich ein Plätzchen ohne einen solchen Ehemann an der Backe. Wichtig wäre auch dass du wieder krankenversichert bist falls du mal krank wirst.

    Alles Gute
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Lindi,

    ich kenne eine Frau, die mit ihren beiden Pferden von Portugal nach Deutschland heimgeritten ist, sie hat sich einige Monate dafür Zeit gelassen.

    Du kannst dich ja auch mal nach anderen Deutschen in deiner Gegend umhören, also +- 150 km oder so. Vielleicht hat ja jemand Interesse an den Tieren. Oder in einem Reiterforum posten.

    Bitte nix über Medikamente hier, sondern vor Ort beraten lassen, z. B. Apotheke. Gibt ja auch Allergien oder Unverträglichkeiten, daher bitte hier keinen Austausch über Medikamente aller Art.

    Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • @Linde, O.K., ist gebongt. Kann ja ebenso gut in die Apotheke gehen und mich beraten lassen. Das mit der erhoehten Lichtempfindlichkeit wusste ich, ich schmier mich aber sowieso jeden Tage mit LSF 30 ein, so wie sich andere Frauen morgens ihre Anti-Falten Creme drauftun. Egal ob ich vorhabe rauszugehen, oder nicht......

    Hihi, Linde, heimreiten......auf DIE Idee bin ich noch nicht gekommen! Armer Oldie, der waere dann ja als "Packesel" programmiert. Und dem Jungspund waeren nach DEM Ritt endgueltig alle jugendlichen Flausen ausgetrieben!
    Hat was, die Idee, so einen Flair von "Abenteuer". Koennte ich mich glatt fuer begeistern! Bei einer durchschnittlichen Tagesleistung von 30-35 Kilometern waere ich dann in ungefaehr drei Monaten daheim .....

    Spass beiseite! Das mit der Krankenversicherung ist so ein Punkt, den ich gerne verdraenge. Gottseidank hab ich ausser ne Erkaeltung nie was Ernstes gehabt, bisher. Aber meine Zaehne.....die koennten einen TUV gut gebrauchen. Und was sonst so bei diversen ueberfaelligen Untersuchen rauskommen koennte.... Ohgott!

    Weisst Du, Speranza, "Tierlieb" triffts in dem Fall nicht so genau. Tierlieb waere ich bei unserem Hund, das taete mir echt leid, den hier lassen zu muessen, weil XY ihn zwar sehr gerne hat, sich aber NULLSTENS um seine koerperlichen Beduerfnisse kuemmert.....ich hatte sogar mal die Autowerkstatt rufen muessen, damit sie mein Auto knacken. XY war am Tag zuvor mit Hund im Kofferraum (ist ein Gelaendewagen, also kein abgeschlossener Kofferraum) weggefahren. Am naechsten Tag fand ich das Auto vor der Kneipe, mit Hund drin, die Sitze zugesch.....Gottseidank war das nicht im Sommer, sonst waer der Hund hops gewesen!
    Das ist "Tierlieb", sich drum sorgen, dass es dem Vierbeiner angemessen gut geht. Mit den Pferden ist es was Anderes. Da geht es um mich. Was mich als Person ausmacht, worueber ich mich definiere, was mein Traeume waren, wofuer ich viel geopfert habe (Futter im wahrsten Sinne vom Mund absparen), wo ich ein wenig Glueck und Selbstbestaetigung erfahre. Das ist mehr als "Tierlieb", das geht an den Kern. XY meint zu dem Thema immer nur "die Drecksgaeule bringen Dich noch in die Gosse". So viel dazu.

    Am Chinesich-lernen bin ich uebrigens immer noch und komme auch voran. Mannomann, wie koennen zig-Millionen Menschen DAS reden?
    Jetzt ruecktder Zeitpunkt naeher, wo ich mich mit der Person in Verbindung setzen muesste, die mir damals einen Job in Aussicht gestellt hatte. Und nun kommt meine persoenliche Psycho-Falle Nummer zwei!

    Die Angst zu versagen laesst mich Dinge nicht in Angriff nehmen. Kann man so bescheuert sein? Ich WEISS es doch, das mein Unterbewusstsein so teuflisch fluestert und fall immer wieder drauf rein! In dem Fall, die Angst dass sie sagt, ah, ja , leider haben sich andere Umstaende ergeben, oder aeh, ja, im Moment ist die Auftragslage eine Andere, oder sonst irgendwas, fuehrt dazu dass ich (wenn ich auf die bloede Stimme hoeren wuerde) erst GAR NICHt anrufe, oder erst so spaet, dass es zu spaet ist, um mir selbst dann sagen zu koennen "Tja, nice try, waer schoen gewesen, aber an Dir hats ja nicht gelegen."

    Um es genauer zu sagen, es ist nicht die Angst zu versagen, das kommt ja vor, es ist eher die Angst mein Bestes gegeben zu haben und trotzdem abgelehnt zu werden. Bei den Simp....s gibt es so ein Kapitel, wo B...t dauernd schlechte Noten bekommt, weil er nie lernt. Dann, EINMAL lernt er wirklich und bekommt wieder eine schlechte Note. Darauf seine Lehrerin: "Naja, B...t, Du muesstest doch langsam schon dran gewoehnt sein, warum weinst Du jetzt?". Darauf B...t " Ja, Fraeulein ....., aber diesmal ist es anders, diesmal habe ich es WIRKLICH versucht"!

    Ich hoffe, dass verstoesst so nicht gegen das "Zitierverbot".
    Lindi

  • Hallo Lindi!

    Zitat

    Die Angst zu versagen laesst mich Dinge nicht in Angriff nehmen. Kann man so bescheuert sein? Ich WEISS es doch, das mein Unterbewusstsein so teuflisch fluestert und fall immer wieder drauf rein!

    Du versagst nicht wenn du eine Absage bekommen würdest denn du hast dein Möglichstes versucht. Ob du eine Ab- oder Zusage bekommst liegt nicht in deiner Hand. Das gehört zu den Misserfolgen die jedem Menschen passieren können.

    Aber erst gar nicht nachzufragen weil du Angst hast eine Absage zu bekommen bringt dich keinen Schritt weiter sondern lässt dich in deiner Untätigkeit verharren.

    Es sieht halt auf dem Arbeitsmarkt nicht so rosig aus und viele die ihr Bestes gegeben haben erhalten eine Absage. Was würde aus deinen Pferden wenn du eine Zusage bekommen würdest?


    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • guten morgen lindi,

    Zitat

    Das ist "Tierlieb", sich drum sorgen, dass es dem Vierbeiner angemessen gut geht. Mit den Pferden ist es was Anderes. Da geht es um mich. Was mich als Person ausmacht, worueber ich mich definiere, was mein Traeume waren, wofuer ich viel geopfert habe (Futter im wahrsten Sinne vom Mund absparen), wo ich ein wenig Glueck und Selbstbestaetigung erfahre. Das ist mehr als "Tierlieb", das geht an den Kern. XY meint zu dem Thema immer nur "die Drecksgaeule bringen Dich noch in die Gosse". So viel dazu.

    ich kann das so verstehen. da hast du so viel energie in diese tiere reingesteckt. auch ganz schön viel eigenes zurückgesteckt an bedürfnissen das es diesen tieren gut geht. das ist nicht einfach da dann los zu lassen. nur, was dabei halt echt auffällt ist deine bereitschaft anderen zu geben und dich hinten an zu stellen. das dich selbst aufopfern. was ich halt bei dir sehe ist das du durch diese position dann noch zudem so schwer loslassen kannst.das ist das was dahinter steht, das du dir damit dann so schwer tust. was wieder sehr verständlich ist, wenn ich da lese da hat jemand was hart erarbeitet hat durch sich selbst zurücknehmen und sparen.

    dazu kommt ja auch das das so nicht von aussen gesehen und anerkannt wird. do hast dann nicht mal erfolgeserlebnisse, mir ging es so, keiner hatte das gesehen was ich doch leiste, jeder meinte das sei doch volkommen selbstverständlich so zu sein. rödeln und tun ohne was zurück zu bekommen eine schwere last.

    hilft alles nichts lindi, deine situation momentan ist wohl eine üble. für dich warscheinlich sogar weniger wie für aussenstehende, wenn ich lese was du so mitgemacht hast , ein grosses packet an lasten auf deinen schultern.doch trägst du diese mit einer selbstverständlichkeit. mir ging es so, das ich in diesem moment wo ich mich schon am ende stand immernoch so viel kraft hatte, allerdings war das was ich hatte einfach nur noch der wille zu überleben. irgendwie halt, hauptsache ich überlebe das und auf dauer geht sowas (ich meine so über jahre) einfach irgendwann an die substanz, wenns leben an sich stetiger kampf ist und dabei die freude am leben verloren geht.du schreibst ja auch von angehenden depressionen. pass auf dich auf, das sind die ersten anzeichen das da was in deinem leben vollkommen quer läuft.

    wer will findet wege
    wer nicht will gründe

    so schreibt ein sehr kluges forenmitglied immer wieder hir und daran halt ich mich inzwischen fest, denn es ist für mich stimmig. es geht wirklich alles wenn der wille da ist findest du den weg da raus. mit oder ohne pferde. mit oder ohne job. irgendwie gehts immer. ich hab auch schon was anderes gelesen was mir geholfen hat. wenn du was ändern willst dann ändere es, wenn du es nicht ändern kannst ändere deine einstellung. das gebe ich dir gern mit auf deinen weg um dir mut zu machen nicht darüber zu grübeln was alles bisher nicht gegangen ist, sondern zu schauen was alles möglich ist zu tun, das du da raus kommst.

    lieben gruß melanie

  • Guten Morgen zusammen!

    Marie04 : falls ich den Job bekomme....tja dann muss ich sehen, was ich mache. Da ich bisher noch keinerlei Infos habe, wo meine Einsatzbasis sein wuerde, kann ich das ueberhaupt nicht planen! Ich vermute mal, dass es nicht vorgesehen ist, mich nach China zu schicken. Eher so eine Art "Reisetaetigkeit". Fuer wie lang,, wie oft? Keine Ahnung, aber mit Geld lassen sich da Loesungen finden. Da mache ich mir nicht so den Kopp, ich kanns ja eh nicht "hellsehen" was da wird. Vielleicht wirds ja auch gar nichts....

    @Melinka - JEIN! Soll heissen, ich spuere in Deinen Worten viel warme Anteilnahme, aber so ganz vergleichbar ist unsere Situation nicht unbedingt.

    - Schwer tun, loszulassen..... sicher ein Punkt! Von Lebensplaenen, von "Besitzstand", und besonders von Lebewesen. Ich bin sehr wenig "materialistisch" veranlagt, Gebe nicht so viel auf Geld und Gut, der Schein nach aussen ist mir eher "wurscht" (wer sonst faehrt ein angedengeltes, 15 Jahre altes Auto, ausser Studenten). Aber ich "haenge" an gewissen Dingen. Es fiel mir sehr schwer, meine selbstgezogenen Kuebelpflanzen "in die Tonne zu treten" beispielsweise. Jahrelang hab ich jeden Austrieb beobachtet, ihnen Form und Fasson gegeben, gegossen, geduengt.....diese Mentalitaet "ist doch egal, im Baumarkt gibt es Neue, genauso schoene" das ist nicht meins. Meine Mutter meinte zu dem Thema "Du musst Dir vorstellen, Du kaemst aus dem Krieg und seist ausgebombt worden." (Sie ist Kriegsfluechtling, weiss also, was sie da sagt, wenn auch nur als Kind erlebt...)

    Exkurs zum Thema: ich hatte fuer meine Freundin einen Kamelien-Steckling gezogen (technisch schwierig, fuer alle, die es nicht wissen). Und begonnen, ihn zu einem Hochstamm aufzubauen (besonders langwierig), weil das was Besonderes ist. Und da ich weiss, dass sie ihren Garten ganz "in weiss" hat, habe ich natuerlich eine weisse Sorte gewaehlt. Da ich das Ding im Flugzeug transportieren musste als Weihnachtsgeschenk, habe ich ihn verschenkt, als er noch nicht so sehr gross war. Also nichts hermachte. Ich habe ihn ueberreicht mit den Worten, dass an diesem Geschenk alles selbstfabriziert ist....selbst die Erde hatte ich aus Mist selbst kompostiert. In ihren Augen sah ich zwar Freude, aber auch Enttaeuschung....denn das Teil braucht sicher noch 5 Jahre, bis es vorzeigbar ist. Und sie ist so der Typ, der viel "Aussenwirkung" braucht. Haette ich ihr in einer Gaertnerei in Deutschland 30 Min. vor dem Besuch einen protzigen Hochstamm in voller Pracht gekauft, haette sie sich mehr gefreut..... Ende Exkurs.

    Die "beginnende Depression" ist wohl schon laenger am schmurgeln. Fast so lang, wie ich mich erinnern kann. Als Kind vielleicht nicht, aber ab 18, 20 auf jeden Fall, obwohl da ja immer noch eine Portion jugendlicher Optimismus die Gegenpartie haelt.
    Den "Knacks" hat mir der toedliche Unfall meiner grossen Liebe gegeben und alles, was danach kam. Drei Wochen nach der Beerdigung schmiss mich der Vermieter unter ueblen Beschimpfungen aus dem gemieteten Haus (Mietvertrag lief auf den Namen von XY Nr. 1)
    Da stand ich nun, frisch verwitwet, gebrochen von Trauer und Schmerz....und sollte zum Monatsende eine neue Wohnung finden und umziehen???? Unmoeglich! Meine Moebel karrte ich in den Pferdestall (im Besitz der "Schwiegerfamilie") Mein Vater war zur Beerdigung eingeflogen und zu diesem Zeitpunkt noch da, der half mir dabei, obwohl damals auch schon um die 70. Spaeter fand ich dann eine moeblierte Wohnung, meine Sachen blieben also erst mal im Stall.......spaeter dann stellte ich fest, dass die liebe Schwiegerfamilie mich bestohlen hatte. Es fehlten Sachen und nur weinige Personen hatten den Schluessel. Nichts Wertvolles in dem Sinn, ein schoener Kerzenleuchter, z.B. Aber allein die Tatsache dass sie da einfach rein sind, und genommen haben, was ihnen zusagte, "die bloede Deutsche, ist doch egal"....das war ein Schlag!
    Von den Details der Nachfolgenden Aufloesung unseres Stalles will ich gar nicht anfangen. Ihr koennt euch ungefaehr denken, wie das ablief.

    Das erste Jahr nach dem Tod bin ich so gut wie gar nicht aufgestanden. Tagsueber geschlafen, Nachts gelesen oder sinnlose Fernsehsendungen geguckt, alles Besser, als Nachdenken....

    In etwa dieser Zeit trat XY 2 in mein Leben. Liebevoll, hilfsbereit (oh ja, ich brauchte Hilfe, an allen Ecken und Enden!)...........

    Und nun steh ich da, wie ein gerupftes Huhn, angeschlagen Innen wie Aussen.
    Lindi

  • halo lindi,

    jetzt musste ich grad echt einwenig schmunzeln und grinsen. :wink:

    Zitat

    - Schwer tun, loszulassen..... sicher ein Punkt! Von Lebensplaenen, von "Besitzstand", und besonders von Lebewesen. Ich bin sehr wenig "materialistisch" veranlagt, Gebe nicht so viel auf Geld und Gut, der Schein nach aussen ist mir eher "wurscht" (wer sonst faehrt ein angedengeltes, 15 Jahre altes Auto, ausser Studenten). Aber ich "haenge" an gewissen Dingen. Es fiel mir sehr schwer, meine selbstgezogenen Kuebelpflanzen "in die Tonne zu treten" beispielsweise. Jahrelang hab ich jeden Austrieb beobachtet, ihnen Form und Fasson gegeben, gegossen, geduengt.....diese Mentalitaet "ist doch egal, im Baumarkt gibt es Neue, genauso schoene" das ist nicht meins. Meine Mutter meinte zu dem Thema "Du musst Dir vorstellen, Du kaemst aus dem Krieg und seist ausgebombt worden." (Sie ist Kriegsfluechtling, weiss also, was sie da sagt, wenn auch nur als Kind erlebt...)

    ich meinte es auch weniger von besitzstänen sich zu lösen. sondern von inneren einstellungen.

    lach....das mit dem auto, ich hab nicht mal eins, ich praktiziere hier vor ort carshaering mit den eltern um eben auch etwas geld zu sparen.ich wär froh um ein 15 jahre altes ausgebäultes auto, meins hab ich leider dank tüv hier verschrotten lassen müssen. gefahren ist meiner immer super, toll, sah aus wie ne blechdose aber er brachte mich tapfer überall hin.

    meine pflanzen hier die ich habe stamen noch aus meiner jugendzeit. lach.....oh wie ich an diesen pflanzen hänge, jedes blättchen wird bei mir einzelnd begutachtet. mentalität baumarkt gibts wieder welche trifft bei mir eben auch nicht zu

    ich bau mir teilweise, natürlich auch aus der not heraus, auch mal eine komode selbst zusammen aus dem was ich so hier rumliegen habe. oder bin froh wenn leute mir von sich die alten gartenmöbel schenken, die ich dann liebevoll mit etwas geschick dann aufpolieren kann, die dann echt schön aussehen und mich eben lediglich etwas zeit kosteten das zu tun, und vielleich auch noch material.

    ich hab in mienem leben ein einziges mal ein möbel aus dem baumarkt gekauft, das mein sofa. alles andere hab ich gesammelt oder eingetauscht. ich weiss was das alles bedeutet.wiviel zeit ich investiert habe in meine wohlfühloase mit allen dem was ich mir selbst so zusamengebaut habe. für andere wirkt dieses haus warscheinlich komplett ärmlich , für mich ist es mein schloss.

    Zitat

    Exkurs zum Thema: ich hatte fuer meine Freundin einen Kamelien-Steckling gezogen (technisch schwierig, fuer alle, die es nicht wissen). Und begonnen, ihn zu einem Hochstamm aufzubauen (besonders langwierig), weil das was Besonderes ist. Und da ich weiss, dass sie ihren Garten ganz "in weiss" hat, habe ich natuerlich eine weisse Sorte gewaehlt. Da ich das Ding im Flugzeug transportieren musste als Weihnachtsgeschenk, habe ich ihn verschenkt, als er noch nicht so sehr gross war. Also nichts hermachte. Ich habe ihn ueberreicht mit den Worten, dass an diesem Geschenk alles selbstfabriziert ist....selbst die Erde hatte ich aus Mist selbst kompostiert. In ihren Augen sah ich zwar Freude, aber auch Enttaeuschung....denn das Teil braucht sicher noch 5 Jahre, bis es vorzeigbar ist. Und sie ist so der Typ, der viel "Aussenwirkung" braucht. Haette ich ihr in einer Gaertnerei in Deutschland 30 Min. vor dem Besuch einen protzigen Hochstamm in voller Pracht gekauft, haette sie sich mehr gefreut..... Ende Exkurs

    denn genau das meinte ich, das das was du tust extrem viel liebe und führsorge bedeutet hatte. für dich. das mit hingabe gemacht hattest. es anere eben nicht sehen können oder merken was da alles dahinter steckt, weil sie gewohnt sind alles vorgesetzt fertig zu bekommen.

    drum hab ich dir auch so geschrieben, weil ich weiss selbst wiviel arbeit, hingabe in einem meiner möbel drinsteckt und andere gehen in den laden und kaufen sich das fertig und meinen dann ihrs sei noch besser als meins. diese einstellung meinte ich, da zu stehen und zu sehen das was du tust bedeutet dir was. andere können es nicht sehen und trotzdem einen stolz zu haben, das du da was ganz besonderes bist. das kann dein selbstwert brauchen um zu wachsen, eine einstellung unabhängig von anderen, die dich als das besondere nicht wahrnehmen können.

    gruß melanie

  • Hm, Melanie, dann machen wir halt hier zusammen eine Untersektion "Planzen und deren Pflege" auf.....vielleicht im Bereich "Freizeitgstaltung"? HM??? Nee, im Ernst, wenn man ein Faible dafuer hat, kann das schon extrem befriedigend sein, dieses kleine Hobby. Und so bloed sich das anhoert, das ist AUCH einer der Gruende, warum ich mich hier so festgewurzelt (wie passend) habe....aus gaertnerischer Sicht ist es ideal. Es gibt zwar einen Winter, aber allenfalls nur leichten Nachtfrost, gefrorenen Boden NIE! Man kann, wenn man wil, Pflanzen aus allen moeglichen Klimazonen haben. Die Tropenkinder muessen allenfalls im Januar kurzfristig reingestellt werden, die "Nordlichter" brauchen dann halt im Sommer etwas mehr Beschattung und Wasser.....

    Nun, und eben genau DAS ist mein "Nachwuchspferd" .... mein Lebensprojekt. Ich habe ihn als "Baby" erworben (eingetauscht gegen eine Stute, die ich nicht leiden mochte). Ich habe keine "Muttergefuehle" fuer ihn, und wenn ich sie hatte, musste ich mir das radikal austreiben, als er Halbstark wurde....aber ich habe ihn sehr sorgsam aufgezogen, wie ein Pflaenzchen halt, Gehegt, ihm Vitaminpuelverchen gegeben, damit er gross und schoen und praechtig wird, habe ihn erst angeritten, als er schon 4 war (man kann es frueher tun, ist aber nicht so doll fuer die noch weichen Knochen), das Anreiten habe ich auch selbst gemacht (bis auf wenige Situationen, in denen ich allein ueberfordert war). Er ist "mein Werk". Und da will ich auch gar kein Anderes haben, selbst wenn andere Stuten ebenso schoene Soehne haben..... Muss ich mich von ihm trennen, wird das sehr, sehr, sehr schwer. Nicht so sehr fuer das Tier, die haben damit in der Regel weniger Probleme, sondern eben fuer mich.
    Lindi

  • hallo lindi

    was denkst du eventuell kannst du doch in spanien bleiben, dort ne gärtnerei eröffnen und mit deinen pferden selbständig werden, unabhängig eben von dem rest der dich belastet? hast du dir dazu schon einmal gedanken gemacht? wär doch auch ne option, wo di auch deine fremdsprachenbegabung ausleben könntest?

    gruß melanie

  • Das WAR ja der Plan, als ich herzog! XY 1 war Reitlehrer, die Eltern hatten eine Finca, von der uns der "landwirtschaftliche" Teil ueberlassen wurde (also Grund und Nutzungsgebauede, das "Herrenhaus" halt nicht), ich hatte vor, mich eher um die zukuenftigen auslaendischen Gaeste zu kuemmern (Sprachen, Marketing-Erfahrung im Bereich).... dann nach seinem Tod "wurschtelte" ich halt so vor mich hin, dann wurde es von seiten der Familie aufgeloest (sprich ich hinauskomplimentiert), die Pferde verkauft (bis auf die, die eh vorher schon mir gehoerten, also meinen Rentner-Opi und eben die Stute, die ich spaeter dann eintauschte).
    DAS WAR DER TRAUM!
    Und zweite Aufguesse aus dem selben Teebeutel schmecken bekanntlich nie!
    Lindi

  • hallo lindi,

    ich finde schon sehr schwierig für dich da hast du wohl einen echten redebedarf. ich war schon im geschlossenen bereich. ist echt sehr schön da und du könntest echt mal alles aufschreiben. überleg dir das doch mal.

    gruß melanie

  • Hm, ich habe gerade schwer darueber nachgedacht, warum mir die Vorstellung XY zu verlassen so schwer faellt, bzw. regelrechte Panik und Existenzangst ausloest.
    Nuechtern betrachtet stellt es sich so dar, dass ich allein vermutlich bessere Chancen haette. Nicht nur wegen dem Alk, er ist generell sehr impulsiv veranlagt, d.h. Beduerfnisbefriedigung jetzt und sofort.
    Wir hatten vor einiger Zeit uns so eine Zigarettendrehmaschine angeschafft, weil der lose Tabak viel billiger ist. Nun, ich drehe brav, er findet es muehsam, sich nen Vorrat zu basteln, wenn er aus dem Haus geht, also wird eben das Paeckchen gekauft. Dies nur als Beispiel fuer viele Andere Dinge in der Art....

    Auch ist es nicht die "Liebe", die mich haelt. Es sit irgendwie das Gefuehl jemand an meiner Seite zu haben. Jemand der zu mir steht, inkonditional auf meiner Seite des Schuetzengrabens kaempft.

    Allein sein ist fuer mich kein Problem, viele Dinge mache ich sogar lieber allein, bzw. ich habe auch kein Langeweile-Problem allein. Ich stell mir halt so vor, wie ich einsam und allein durch die Weltgeschichte tapere.....und kein Schwein interessiert es. Freunde (sofern man die hat) sind da nicht dasselbe, irgendwie.
    So, ich geh jetzt mal in die Apotheke, die "rosarote Brille" abholen, die ich gestern bestellt hatte......
    Lindi

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