Beiträge von juergenbausf

    @maggy,

    Zitat

    Und was kommt danach??
    Ist dass dann ein Schritt, dass wenn man sich in diesem Stadium befindet, man dann komplett abstürtzt und dann darüber nachdenkt oder sind dann alle Gedanken ausgelöscht?

    Da kann ich Dich aus eigener Erfahrung nicht unterstützen.
    Ich kann Dir nur empfehlen, mal den Verlauf der Alkoholkrankheit nach Jellinek anzuschauen. Google einfach. Eine unbehandelte Alkoholkrankheit läuft in ungefähr so ab.
    Nicht jeder einzelne Schritt muss auftreten, aber im Groben stimmt es schon. Nach einem Rückfall steigt man im Prinzip dort wieder ein, wo man seinerzeit ausgestiegen ist.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @spedi,

    danke, ich bin wieder "etwas" schlauer geworden.

    Ich kann ja bisher einzelne Verhaltensweisen als "Co" erkennen, aber jemanden hier via Forum zu diagnostizieren, das traue ich mir nicht zu.
    Das überlasse ich dann doch lieber dem Facharzt - in dem Fall wohl einem Psychotherapeuten.

    Grazia ,

    Zitat

    Nichttrinken kann man schon "messen", Trockensein aber nicht. Ist aber nur meine Meinung.

    Stimmt. Deswegen muss ich immer schmunzeln, wenn dieses Wort fällt.
    Ich erlebe nämlich, dass jeder was anderes da hineininterpretiert.
    Richtig schmunzelig wird es, wenn ich beurteilen sollte, ob jemand anderes "trocken" ist.
    Er soll sich ruhig selbst überlegen, ob er genug für seine Abstinenz tut.

    Ich "back mal kleine Brötchen", lebe abstinent, ordne meine Abstinenz ganz oben in meinem Leben ein und arbeite an meiner Persönlichkeitsentwicklung.
    Ob ich dann "trocken, nüchtern, staubtrocken, mittelnass, stocknüchtern, langweilig" oder sonstwas bin ist mir mit Verlaub gesagt - egal.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @spedi, Melinak ,

    ich habe weder das Bedürfnis jeden zu verstehen oder von jedem verstanden zu werden.
    Nö - manchmal ist mir mein Seelenfrieden einfach wichtiger als eine sinnlose Diskussion. Ich kann und darf entscheiden, was ich als sinnlos empfinde.

    Bzgl. des Themas "Co-Rückfall" wäre es meines Erachtens hilfreich, überhaupt erst einmal messbare Indikatoren dafür zu nennen, dass jemand ein "Co-Abhängiger" ist.
    Wie gesagt, da es keine eigene Diagnose nach ICD-10 darstellt, verstecken sich logischerweise ganz verschiedene andere Symptome und Diagnosen dahinter.

    Hach - wie einfach, ein Alkoholiker zu sein. :D:mrgreen:
    Abstinenz ist wenigstens schon mal eine messbare Grösse.

    LG Jürgen

    desperateS ,

    Zitat

    Wenn der Alkoholiker vom Partner verlassen wird, den Job verliert oder sonst irgendwelche drastischeren Konsequenzen seiner Trinkerei zu spüren kommt, aber dennoch weitertrinkt:
    was geht dann in diesem Menschen vor?

    Es gibt schlicht und einfach einen Grund mehr zu trinken.
    Ab einem gewissen Stadium des Alkoholismus wird die Umwelt und alles was Probleme verursacht als feindlich empfunden.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo Chugri,

    Alkoholabstinenz ist definitiv das wichtigere Thema.
    Ohne Alkoholabstinenz wirst Du kein anderes Problem lösen können.
    Also fang mit Alkoholabstinenz an.

    Ich kann nicht beurteilen, ob Du die Wichtigkeit dieses Themas schon erfasst hast.
    Du wirst um Alkoholabstinenz kämpfen müssen, denn das ist keine Kinderkrankheit.
    Es kann durchaus 1-2 Jahre dauern, bis Du andere Probleme ( z.B. Rauchen, Beziehung, ... ) angehen kannst.
    Wichtig ist, dass Du die Alkoholabstinenz unter allen Umständen aufrecht erhälst.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @BC,

    bevor wir "den armen Alki" hier totdiskutieren, steige ich aus dieser Diskussion mal aus. Gern wieder in alter Frische an anderer Stelle.
    Habe ja einige Begriffsklärungen zum Thema Hoffnung, Erwartung, Vertrauen und Vertrag aus meiner Sicht versucht.

    Gerade die Abschweifungen zum Thema "trocken" haben mir gezeigt, dass mein Versuch, die Dinge auf wenige Fakten zu reduzieren, der für mich richtige Weg ist.

    Ich bin alkoholabhängig und lebe abstinent. Zufällig sogar "straight edge", da andere Drogen nie ein Thema für mich waren.
    Ich kann durch meine Abstinenz meine Gefühle meine Stärken und Schwächen besser spüren und erkennen und arbeite an meiner Persönlichkeitsentwicklung.

    LG Jürgen
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    oldie ,

    Zitat

    Und ohne Co gibt es keinen Säufer, heißt es doch.

    Also diese These kann ich so nicht unterstützen.
    Ein Säufer säuft, weil er saufen will.
    Er hat seine eigenen Gründe zur Rechtfertigung.

    Ein Co verlängert unnötig die Phase bis zur Selbsterkenntnis des Säufers, weil er ihn deckt, unnötig bemitleidet, unnötig unterstützt usw...
    Da nehmen sich Co's zu wichtig - gesoffen würde auch ohne Co's, die Zeit bis zur Selbsterkenntnis oder bis zum Untergang wäre kürzer.
    Hartgesottene Co's wollen mitleiden, die brauchen das, um sich selbst besser zu fühlen.

    LG Jürgen
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    Hartmut ,

    mir fiel im Zusammenhang mit dem anderen Thread eine neue Wortschöpfung ein:
    "Diskutanten" - eine Abwandlung von Duellanten und Diskussion.

    Ich persönlich denke, ob jemand gern diskutiert und vielleicht auch gern das letzte Wort hat , ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Natürlich kann das in Richtung Persönlichkeitsstörung gehen. Dieses Merkmal, ggf. Störung kann jeder aufweisen, das würde ein Arzt ggf. als gesonderte Diagnose stellen. Co-Abhängigkeit ist eh keine eigene Diagnose nach ICD-10 - es dürften ggf. andere Krankheitsbilder drin stecken.

    Auch ich neige dazu, gern und lang mitzudiskutieren, auch mir geht gelegentlich bei "Wortgefechten" das Herzchen auf, solang sie mit fairen Waffen im Sinne eines sportlichen Degenkampfes geführt werden...

    Ich selbst bin alkoholabhängig auf Basis einer narzistischen Persönlichkeitsstörung. Aha. Ich fand mein Selbstbewusstsein immer gesund, aber so nüchtern betrachtet, hab ich mittlerweile gelernt, mich da auch mal - klappt halt noch nicht immer - ein wenig zurückzunehmen.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hartmut ,

    Zitat

    bei einer bekannten Wahrscheinlichkeit von 2-5 %, im Laufe des Lebens

    Das ist doch mal eine "Hausnummer", mit der ich "arbeiten" kann. :D
    Wie ich schon mal andeutete: Wer schneller stirbt, hat bessere Chancen es zu schaffen. :mrgreen:

    Ich erwarte mal nix, gebe mir höchste Mühe und geniesse das Leben. :D

    LG Jürgen
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    silberkralle ,

    was du das als "Erwartung" beschrieben hast, bezeichne ich als "Vermutung".
    Ich vermute auch, dass Du und Hartmut trocken bleiben werdet.
    Sollte sich Eure Geisteshaltung im Laufe der Jahre ändern, würde ich meine Vermutung korrigieren und Euch auf Risiken hinweisen.

    Erwartungen habe ich an Euch keine, weil ich mit Euch keine Verträge schliessen möchte.
    Siehe auch die Definition von Vertrauen und Vertrag.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hartmut ,

    Da schliesst sich für mich der Kreis.

    Ich habe schlicht und einfach keine Erwartung an andere Menschen bzgl. Ihres Alkoholkonsums.
    Es ist ihr gutes Recht zu trinken. Es ist nicht ihr gutes Recht, andere Menschen zu gefährden.
    Ich kann sie nur darauf hinweisen, dass es ggf. nicht Ihren eigenen Zielen entspricht.
    Ich weise sie auch darauf hin, wenn sie sich in unnötige Gefahr begeben oder die Krankheit Alkoholismus nicht adäquat behandeln lassen wollen.

    Bei Menschen, zu denen ich persönliche Bindungen habe, würde ein Rückfall mit negativen Auswirkungen auf ihr Leben bei mir das Gefühl der Trauer auslösen.

    LG Jürgen
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    @BC,

    Zitat

    Was würde ich zu hören bekommen, wenn ich sage, dass ich diese Erwartung nicht erfüllen kann, weil es sich beim Alkoholismus um eine Krankheit handelt, die nicht zu 100 % steuerbar ist.

    Wohl das gleiche wie ich ... :roll::mrgreen:
    Matthias hätte Dann kein Vertrauen in meine Trockenheit.
    Das braucht es bei mir aber auch nicht, um trocken zu bleiben. :D
    Matthias Erwartungen haben auf meine Trockenheit keinen Einfluss,
    es ist mir schlicht egal, ob ich seine Erwartungen erfüllen kann.
    Wir haben keinerlei emotionale Bindung, die ich verletzen könnte.

    LG Jürgen
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    BC,

    Zitat

    Erwartung erzeugt Druck - sonst gäbe es das Wort Erwartungsdruck ja nicht.

    Mit Verlaub BC, Erwartungen erzeugen bei mir nur dann Druck, wenn

    a) ich zugesagt habe, die Erwartungen des anderen zu erfüllen, obwohl ich mir dessen selbst nicht sicher bin, ob ich das kann.
    Ich habe also einen Vertrag geschlossen, von dem ich nicht sicher bin, ob ich ihn einhalten kann. Das erzeugt inneren, moralischen Druck - bei moralischen Menschen wie mir.

    b) wenn die Erwartungen ständig wiederholt werden, obwohl ich deren Erfüllung klar verneint habe. Das erzeugt bei mir weniger Druck, als schlicht Genervtheit. Wer ständig Dinge von mir verlangt, die ich nicht erfüllen kann oder möchte, den meide ich irgendwann.

    c) implizite, nicht geäusserte, aber von mir wahrgenommene Erwartungen erzeugen vermutlich den meisten Druck bei mir. Hier gilt es, durch Gespräche, erstmal die Erwartungen zu klären. Oft sind die anders, als ich meinte zu spüren. Nicht einfach - ich übe daran.

    Erwartungen anderer erzeugen bei mir deswegen selten Druck, weil ich ziemlich klar in der Lage bin, ja oder nein zu sagen.
    Zugegeben, wenn ich zu oft nein sage, werd ich vielleicht irgendwann zum "Sozialautisten". Das muss ich entscheiden.
    In aller Regel werden Erwartungen auch aus Angst geäussert. Wenn ich das erkenne und mir der Mensch wichtig ist, überlege ich, wie ich ihm die Angst nehmen kann. Reden hilft.
    Das kann z.b. ein Vertrag mit einer abgewandelten für mich machbaren Erwartung sein.

    LG Jürgen
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    @BC

    Zitat

    Selbst wenn ich zu 100 % dafür sorge - es kann immer noch jemanden geben, der mir evtl. Schnaps in meine Apfelschorle kippt - des wäre dann auch ein Rückfall - es gibt keine 100 % !!!!!!!!!!!!

    Falsch!
    Ein Rückfall liegt vor, wenn ich das Suchtmittel wissentlich und willentlich zu mir nehme!
    Alle Klarheiten beseitigt?

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    P.S: Es gibt genug tote Alkoholiker, die trocken gestorben sind. 100-prozentig tot und 100% trocken. Wissen kann es eh nur der liebe Gott.

    @franky, Hartmut ,

    Zitat

    Jürgen, du hast recht, ich habe in der Vergangenheit meine Abstinenz nicht an erste Stelle gesetzt.

    Mit dieser Erkenntnis erübrigt sich jede weitere Frage nach dem genauen Rückfallgrund.
    Vergiss NIE, Deine Abstinenz an 1. Stelle zu setzen !
    ALLES dahinter, was die Abstinenz gefährdet, ändern.

    LG Jürgen
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    @Franky,

    Daumen hoch für Deine Entschlossenheit, wieder aufzustehen und Deine Fehler einzugestehen.
    Ich werde Deine Entschlossenheit an Deinen Taten messen.
    Erzähle mehr von Deinen Gefühlen und Gedanken, den "guten" und den vermeintlich "schlechten", dann hast Du höhere Erfolgsaussichten.

    LG Jürgen
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