Hallo,
danke für deine Bemühung, zu verstehen. Ich poste mal eine Mail, die ich heute an eine Freundin geschrieben habe. Ich beschreibe ihr darin ganz deutlich, wie es mir geht und warum ich soviel gesoffen habe (heutige Erkenntnis). Allerdings bin ich momentan nicht so sehr stolz auf mich - mein Selbstwertgefühl ist nämlich seit Weihnachten komplett im Keller. Obwohl ich aktuell immer noch trocken bin.
Hi,
ich glaube, dass ich gestern einen Fehler gemacht habe. Ich bin aufs Rad, um abzuschalten. Dabei habe ich angefangen, mal intensiv über alles und mich nach zu denken. Ergebnis: Frust! Ich habe das Gefühl, dass ich der letzte Volltrottel bin. Du kennst mich ja. Ich bin ja ein "lieber, netter" Kerl, der nie Nein sagen kann. Das ist wohl das einzige, was von früher geblieben ist. Und das wird fleissig ausgenutzt. Ob Ex, Frau, Family, Freunde oder Kollegen. Wenn die alle was von mir wollen, dafür bin ich gut genug. Meine Interessen sind allen Scheiß egal.
Irgendwie habe ich das Gefühl alles falsch zu machen. In einer Beziehung ist mir Harmonie recht wichtig. Bösen Streit will ich nicht, die meisten Anlässe sehe ich einfach als zu unwichtig an, um sich zu zoffen. So ein klein bisschen aufziehen ist okay, aber ohne die Grenzen des Respekts zu überschreiten. Ich mache Arbeit im Haushalt, auch wenn ich sie manchmal nicht selber sehe und man mir sagen muss, dass das noch gemacht werden muss. Super, ist aber wohl Scheiße. Bin dann wohl der Langweiler oder was auch immer. Muss ja nen Grund geben, wieso sich meine Frau vor damals einen anderen gesucht hat… Auch wenn sie sich wieder für mich entscheiden hat, mich hats fertig gemacht. Mich macht es auch heute noch fertig, weil ich zwar damals verziehen habe, aber so richtig ist das Vertrauen nicht mehr da - vielleicht auch nicht ganz unbegründet. So siehe Weihnachten letztes Jahr, sie war angeblich bei der Schwägerin eingeladen. Ich wohlgemerkt nicht. Ich werde da nicht eingeladen. Plötzlich bekomme ich einen Anruf: Wollte deine Frau nicht kommen, wo bleibt sie? Ich weiß es bis heute nicht, wo sie war - nur dass auf dem Tacho des Autos soviel Kilometer drauf sind, dass es zum Wohnort des damaligen Arsches passt.
Okay, ich habe in der beschissensten Zeit damals meine Kollegin neu kennen gelernt und mich voll in sie verliebt. Ist auch Scheiße. Kann mit dieser Frau darüber nicht sprechen. Die Gründe lasse ich hier mal außen vor. Bin mir eigentlich auch sicher, dass ich keine Chance habe, oder doch…? Ich versuche, sie mir aus dem Kopf zu schlagen und versuche mich mit der o.g. Situation anzufreunden, damit ich auf diesen Weg vielleicht… und bin dann Weihnachten wieder alleine. Allerdings war meine Frau dieses mal wirklich bei der Schwägerin. Aber die ist wichtiger als ich. Dann immer wieder Situationen, wo ich mir mit meiner Kollegin Hoffnung mache. So, dass ich offensichtlich schon Traum und Realität verwechsle und vermutlich alles falsch verstehe und deute. Ich weiß mittlerweile, was ich will. Ich liebe diese Frau! Nur gibt es keinen Weg dahin. Mein Traum wird nicht in Erfüllung gehen.
Ich bin persönlich als Mensch für niemanden wichtig. Habe zufällig mit bekommen, wie meine Frau sich über mich unterhalten hat. Ist doch töfte, dass sie im Falle meines Ablebens so abgesichert ist. Witwenrente, Waisenrente von meinem Verdienst sind doch richtig gut. Und mit dem Anteil an meiner Betriebsrente brächte sie dann nicht mehr arbeiten gehen und hätte ausgesorgt. Ist doch toll, dass wenigstens etwas von mir nützlich ist.
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Meine Ex hat es ja irgendwie auch geschafft, mich gut auszunutzen. Ich habe ihr quasi wärend des Studiums ein gutes Leben finanziert und sie bis zum letzten unterstützt. Dabei hat mich schon die beste Freundin von ihr gewarnt. Hab ich damals abgetan, weil diese auch gleichzeitg Interesse an mir hatte. Die Scheidung, verbunden mit fürchterlichen Stress wegen Unterhalt, Pfändung, Verleumdung usw hat mir dann noch eingebracht, dass ich meinen Kontakt zu allen Verwandten verloren habe.
Mich kotzt das alles so an, dass ich am liebsten alles hin schmeissen würde aber ich habe seit der Zeit einen unheimlichen Schiss vor erneuten Stress, was Scheidung und Trennung anbetrifft. Ich habe regelrecht Angst davor, weil ich dann niemanden habe, der mir zur Seite steht. Der Schritt wird mir von allen geraten, auch von meinem Doc, weil mich das alles nur krank und kranker macht. Vielleicht wäre es auch wichtig um einen Schritt auf meine Traumfrau zu zu gehen. Aber ich habe Angst davor, dort die nächste Enttäuschung zu erleben und dann komplett ins Loch zu fallen und abzustürzen. Vielleicht tue ich dann ja meiner Frau einen Gefallen. Einen Versuch in der Garage hab ich ja schon hinter mir.
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Vielleicht gibt es jetzt ein klein wenig Verständnis, dass ich angefangen habe, Probleme weg zu saufen. Lässt sich vermeintlich besser aushalten so. Ich möchte das nicht mehr, aber momentan ist es schwer… Vielleicht sollte ich ein paar Drehbücher schreiben. Für RTL und Konsorten. So für "Mitten im Leben", "Verdachtsfälle", "Britt" und so einen Scheiß. Aber irgendwie haben die schon alles von mir abgekupfert. Falls du bis hierhin gelesen hast, vielen Dank für deine Geduld. Ich gehe heute wieder zum Doc. Muss hin. Mich belastet das so sehr, dass ich wieder psychosomatische Probleme habe. Schmerzen, die keinen medizinischen Befund haben.