Beiträge von Xenica

    Fast jeder Alkoholkranke, auch die Trockenen unter uns, kennen die Rückfälle und die Gefahr des Rückfalls. Folgendes Urteil macht mich sehr nachdenklich. Sind alle Alkoholkranke, die rückfällig sind, auch dann gefährdet den Führerschein zu verlieren, selbst, wenn sie nicht unter Alkoholeinfluß fahren?

    Und welcher trockene Alkoholiker kann schon eine einjährige Abstinenz nachweisen?

    Wer meldet eigentlich der Führerscheinstelle, daß ein Alkoholiker wieder trinkt, wenn keine Alkoholfahrt gemacht wurde?

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…-id4682186.html

    nachdenkliche Grüße
    Xen.

    Zitat

    Ich habe dem Bekannten aber den Zusammenhang erklärt, das alkfreies Bier eben nicht ganz ohne ALK ist und einen Alkoholiker triggern kann. Er hat sich danach sogar entschuldigt, denn vielen Nicht-Abhängigen sind diese Zusammenhänge gar nicht klar.


    Das kommt leider öfters vor. Dann liegt es an der Verantwortung des trockenen Alkoholiker diese Dinge zu vermeiden. Leider ist es oft die Unkenntnis von anderen Menschen, die einem vermeindlich alkoholfreie Getränke oder ähnliches anbieten zbsp Marzipan, Rumkugeln oder in Wein gekochtes

    Ehrlich gesagt tue ich mir schwer mit dem Begriff Kapitulation vor dem Alkohol, denn damit würde ich den Alkohol zum Sieger über mich erklären, der über mich bestimmen kann und mit mir machen kann, was er will. Aber nein, ich habe mich nicht aufgegeben und den Alkohol bestimmen lassen.

    Kapituliert habe ich vor der Hoffnung kein Alkoholiker zu sein. Die Hoffnung habe ich tatsächlich aufgeben.

    Trockenheitsarbeit bedeutet für mich

    - mich selbst zu reflektieren, mir gegenüber achtsam zu sein, um Fallstricke und Rückfallgefahren zu erkennen

    - Risiken aus dem Weg zu gehen

    -mich mit anderen trockenen Alkoholiker auszutauschen

    - neue Wege zu finden das Loch zu stopfen, welches der Alkohol ausgefüllt hatte

    -Therapie

    ich finde es nicht gut und sehr unvorsichtig in die Kneipe zu gehen. Es ist wichtig sich selbst zu schützen und das tut man am besten dadurch, daß man der Gefahr aus dem Weg geht. Es gibt einen Spruch, der heißt,wer sich in Gefahr begibt kommt darin um. Aus welchen Grund suchst Du die Kneipe auf? Willst Du mit dem Feuer spielen? Du kannst Dich sehr leicht daran verbrennen ...

    es gibt schon einige Gruppen, die sind aber in ihrer Art alle sehr ähnlich. Um in die Gruppe zu gehen, muß ich in die Stadt fahren und die nächsten Gruppen sind in einer Stadt, die 35 km weit ist

    Ich bin bei den AA und sehr zufrieden damit. Mir bringt die Selbsthilfegruppe sogar mehr wie die Therapie. Mein Mann ist natürlich öfters mal mit, aber ihm sagt die Gruppe nicht zu. Das ist ihm zu einseitig. Jeder erzählt von sich, nichts wird kommentiert und es findet kein Dialog statt. Für mich paßts. Aber es bringt ja nichts, wenn Er mir zu liebe mitlatscht ..

    Mein Mann und ich sind beide Alkoholiker. Sein Rückfall hat ihm seinen Arbeitsplatz gekostet. Da sein Arbeitsplatz sowieso demnächst wegrationalisiert wurde, nutzte der Chef die Gelegenheit und kündigte ihm nach 20 Jahren fristlos, weil mein Mann einmalig betrunken auf Arbeit erschien. Schon Monate vorher hatte er angst um seinen Arbeitsplatz, hing sich noch mehr rein- arbeitete wie verrückt. Den Prozess vor dem Arbeitsgericht haben wir problemlos gewonnen, es gab eine Abfindung, da mein Mann unter diesen Umständen dort nicht mehr arbeiten wollte.Wir trinken beide nicht mehr. Da ich Borderlinerin bin, mache ich noch eine Therapie. War auch lange wegen beruflichen Burnouts in einer Klinik.

    Bin dann wieder auf die Füße gekommen und wollte wieder arbeiten- trotz psychischer Krankheit. Ich fand eine Stelle und eine Chefin, die über meine Alkoholkrankheit bescheid weiß. Sie hat Verständnis und hat mich in meiner Suchttherapie unterstützt.

    Die letzten drei Monate habe ich 100% gearbeitet plus Überstunden. Eingestellt bin ich aber für 75%. Nun ist die Urlaubszeit rum und ich könnte wieder 75% arbeiten. Für mich ist das viele Arbeiten und der Schichtdienst sehr anstrengend und ich habe gemerkt wie ich wieder in eine Erschöpfung reinrutsche und dann der Schichtwechsel. Ich bin fast nur noch körperlich k.o.
    Nun bin ich einerseits froh wieder weniger zu arbeiten..Überstunden kommen dazu. Das ist normal, anderseits habe ich angst, daß ich die Rechnungen nicht mehr zahlen könnte. Es hängt alles an mir- ich bin gerade die Hauptverdienerin. Es ist ein Wechselbad- ich mag meine Arbeit und die Arbeit gibt mir Struktur.

    Manchmal bin ich versucht meinem Mann Vorwürfe zu mache, aber das bringt nichts. Wir sind beide Alkoholkrank. Weiß ich, ob ich nicht irgendwann auch mal die nerven verliere und wieder zur Flasche greife?

    Nur- ich mache Therapie. Er glaubt, es alleine schaffen zu müssen. Aber das ist Quatsch. Ohne Therapie glaube ich nicht, daß man es schafft trocken zu bleiben.

    Er wird demnächst 50 Und sammelt Absagen...
    Ich habe Angst
    Das blöde ist, daß erst die Abfindung aufgebraucht werden muß bevor es arbeitslosengeld gibt..
    Und was ist, wenn irgendwas wichtiges kaputt geht- das Auto oder so..?
    Ich habe angst, daß ich es mit meinem 75% job nicht schaffe, alles zu zahlen
    Aber mehr arbeiten ist so eine Sache..bin nicht endlos stabil

    Mußte mir das alles einfach mal von der Seele schreiben