Hallo,
mein persönlicher Tiefpunkt Januar 95, 29 1/2 Jahre alt....ging ich zum 2. Mal in die SHG. Zwischen 2. und 3. Meeting (innerhalb weniger Tage) konnte ich das 1. Glas stehen lassen.Bei den darauf folgenden Meetings bezeichnete ich mich, weil es Alle taten, ebenfalls (mit Klos im Hals) als Alkoholiker. Nach ca. 6 Wochen kam die Überlegung - Ich bezeichne mich als Alkoholiker - aber Trocken - Lieber Alkoholiker und Trocken als kein Alkoholiker und Saufen! Also Trocken bis Heute im ersten Anlauf!
@ Alexej
Als ich gesoffen habe, waren die Alkoholiker immer Die Anderen, ich denke man weiß, wen ich meine (die Vorstellung Penner am Bahnhof, Entschuldigung) , typisches nasses Denken zu dieser Zeit.
Durch die regelmäßigen Treffen, die damit einhergehende Auseinandersetzung mit der Krankheit ließen mich dann auch im Geiste zum Alkoholiker werden. Annehmen, akzeptieren und Umsetzen war die Lösung. Wenn ich das 1. Glas stehen lasse kann ich niemals besoffen werden.
Aus "medizinischer" Sicht hätte ein Arzt vorher bereits feststellen können, das ich ein Alkoholproblem habe, oder bereits Alkoholiker bin. Aber?....hätte ich es dadurch annehmen können?... ich glaube eher nicht, so wie ich zu dieser Zeit drauf war.
Die Erkenntnis kam von mir selbst und ich denke, jeder...muß für Sich selbst zu dieser Erkenntnis kommen. Ich bin für mich Trocken geworden.
Niemand kann für mich oder jemand Anderen entscheiden, ob ich/Er alkoholkrank/Alkoholiker ist oder nicht. Nicht meine Familie, nicht meine Freunde,nicht der Administrator und Moderatoren und Moderatorinnen(@Speedy 53) eines Alkoholikerforums, nicht mein Sportverein, nicht der Bundesgesundheitsminister und auch nicht die Bundeskanzlerin.... etc. etc....
Diese Erkenntnis ergibt sich im Rückblick, konnte damals natürlich nicht gesteuert werden, ist sozusagen nachgereift, wie es war, was geschah und wie es aus heutiger Sicht ist. War bei mir jedenfalls so!
@ Alexej
Nun hast Du mich neugierig gemacht! Ich würde gerne von Dir wissen wollen? Was ist die Wahrheit?
Zu den Notlügen: ein Beispiel
aus Alkoholikersicht:
Ich bin an einem Wochentag im Suff versackt, wollte/konnte in diesem Zustand am nächsten Tag nicht zur Arbeit erscheinen, rief im Betrieb an, ich habe die Grippe und der Fuß schmerzt höllisch. Hättest/Hast Du @Alexej in deinem Betrieb angerufen und gesagt, Du hast Dich besoffen und erscheinst Heute deswegen nicht zur Arbeit. Die Wahrheit gesagt!!?? Ich glaube wohl eher nicht, oder...?
Zu den Notlügen. ein fiktives Beispiel
aus Sicht eines Angehörigen:
Die Co-Abhängige Frau ruft beim Arbeitgeber an und sagt Ihr Mann hat die Grippe und sein Fuß schmerzt höllisch, sagt aber nicht, das er besoffen im Bett liegt? Kennt Ihr so etwas ähnliches, Ihr Angehörigen? @ Speedy 53?
Ist das verständlich?
Ihr beschäftigt Euch ja meistens mehr mit dem Trinkenden, als mit Euch selbst!? Habt Ihr selber vor dem Alkohol kapituliert? Was geschah, was ist passiert und Wie ist es Heute? Wo gibt es die Lösungen? Im Angehörigenbereich lese ich sehr wenig darüber, vielleicht täusche ich mich auch.
Ich persönlich möchte mir nicht anmaßen wollen, jemanden als Alkoholiker oder Co-Abhängigen bezeichnen zu wollen. Denn ich kenne oftmals, nicht nur aus meiner eigenen Erfahrung die Reaktionen, die aus Trotz genau das Gegenteil bewirken können. Und zwar real. face to face.
Ich verstehe die Forumsleitung und die Moderatoren, die sich gegenseitig unterstützen! O. K.
Ich versuche jedoch eine möglichst neutrale unvoreigenommene , meine Meinung zu schreiben.
Gute 24 Stunden!
Puuhhh!!
Gruß Hermann
Alkoholiker - seit Januar 1995 Trocken ohne Rückfall