Hallo Kerstin,
als ich vor einigen 24 Stunden in der örtliche Tagespresse die Termine von
SHG`s überflog, dachte ich dort sind Menschen die sich gegenseitig helfen um
kontrolliert zu trinken(lernen),heimlich trinken oder sich gegenseitig aushelfen um Alkohol trinken zu können.
Eines Tages "schickte" mich meine beste Freundin dorthin, da ich immer erzählte wie das Wochenende so verlaufen ist und ich immer mal wieder von den "Abstürzen" erzählte.
Leider verstand ich in diesem ersten Meeting überhaupt nichts und ehrlich gesagt wollte ich auch nichts verstehen, denn ich war ja nicht freiwillig dort!
Eigenartigerweise folgte sehr kurze Zeit später erneut ein fulminanter "Absturz" der erhebliche Konsequenzen gehabt hätte, wenn ich aufgrund dessen nicht ehrlich zugegeben hätte, das dieser Absturz aufgrund des Alkohols erfolgt ist. Dies wäre die
3. Abmahnung gewesen. Zuvor hatte ich die Ausfallzeiten immer durch Notlügen hingebogen, ohne das ich dabei die Ursache, den Alkohol erwähnte.
Aufgrund dieses geistigen und seelischen Tiefpunktes ging ich dann gleich erneut freiwillig auf meinen eigenen Wunsch in die nächste Gruppe der selben Organisation! Ich erzählte freiwillig und von mir aus, was sich ereignet hatte, ohne mir zu überlegen wie ich das den noch am Besten/Schönsten darstellen konnte, einfach so wie es war. Erst dann, also durch meine Mitteilung, erhielt ich Rückmeldungen wie es bei den Anderen war und was Sie taten um Trocken zu werden und zu Bleiben! Dies war mein Knackpunkt es denn Anderen gleichtun zu wollen und ab diesem Zeitpunkt wollte ich nicht mehr trinken!
Seither gehe ich immer gerne und von mir aus freiwillig in die SHG´s, und ich bin dort kein Gast sondern Mitglied überall in der ganzen Welt, eine Art 2. Zuhause, wo ich Hermann der Alkoholiker verstanden werde! Eine Psychotherapie oder Suchtberatung habe ich nie aufgesucht, mir war klar das ich bei den Profis angekommen bin - diese hatten immer früher oder später eine Lösung (auch in anderen Dingen) wie Alkoholismus, die ich annehmen oder umsetzen konnte! Nur, Mitteilen muß ich mich natürlich schon, den Hellseher sitzen nicht an den Tischen! Von einem Theoretiker hätte ich, glaube ich, nichts annehmen können. Möglich war das alles nur, weil ich mich offen und ehrlich ab meine Tiefpunkt fallen lassen konnte und keine Bedingungen mehr gestellt habe um Trocken zu Bleiben.
Ich bin zwischen dem 2. und 3. Meeting im Januar 1995 Trocken geworden und bis Heute Trocken ohne Rückfall, aber ohne Garantieschein
Um nochmal auf das erste Treffen zurückzukommen:
Ich war noch klatschnass im Denken und begriff überhaupt nicht warum die Treffen eben in dieser Struktur abgehalten wurden, welcher Sinn dahinter steckt, bei Sich zu Bleiben, mitzunehmen was mir hilft und am Tisch zu lassen was mir "noch" nicht hilft, bzw. ich zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht verstanden habe!
Aus Erfahrung weiß ich mittlerweile das es vielen so geht am Anfang!
Ich glaube manchmal schon zu merken, ob sich jemand selbst betrügt oder nicht. Es ist allein meine Entscheidung, Ihn/Sie
darauf hinzuweisen oder auch nicht! Jeder darf damit machen was er will!?
Gruß Hermann