Beiträge von Hermann 65

    Hallo oettinger, hallo Andreas,

    ich danke Euch für Eure Beiträge! Genau so saß ich auch im ersten Meeting!

    Und ich bin heute dankbar dafür, daß ich kurze Zeit danach vom Alkohol noch
    eine furchtbar auf die Fresse bekommen habe!

    Gruß Hermann - Alkoholiker, seit Januar 1995 trocken ohne Rückfall

    Hallo,

    Zitat von liv


    Ich möchte einfach nicht wieder "extrem" sein, denn ich bin eigentlich in allem extrem, was ich tue. Ich mache etwas (fast) gar nicht oder masslos. Sei`s putzen, schreiben, häkeln, .... und jetzt eben das lesen hier. Wenn ich dann wieder etwas so intensiv mache, kommt bei mir schnell ein ungutes Gefühl herauf, das sagt "Du kennst einfach keine Grenzen und das ist schleeeeecht".

    Nur Mut, vielleicht auch mal Mut zum Mittelmaß?

    Gruß Hermann

    Hallo Ihr Rebellen und Rebellinnen,:D:

    wart Ihr nicht selbst auch Rebellen? Habt Ihr nicht selbst auch rebelliert, in der nassen Zeit! Warum konntet Ihr nicht selbst (sofort) aufhören wenn Ihr nicht rebelliert habt?

    Ich weiß von mir das ich (in der nassen Zeit) sehr wohl
    sehr rebellisch war!

    Die wohlgemeinten Versuche meiner Angehörigen:
    "Hermann trinke doch nicht soviel, tue dies nicht und tue das nicht und wann kommst du heim", endeten bei mir damit, daß ich erst recht gesoffen habe, den ich war doch ein "erwachsener Mensch" und wollte mir nicht vorschreiben lassen was ich zu tun und zu lassen habe!

    Erfahrungsaustauch ist für mich unter Anderem:

    Erstmal darüber nachzudenken, wie ich selber war; dem "Rebellen"(Hilfesuchenden/Neuen Mitglied) den Ich damit Ansprechen will zu erzählen, wie ich selber war, damit er merkt das ich weiß von was ich rede und dann erzähle, wie ich damit umgegangen bin, bzw. wie ich die Lösung dafür gefunden habe! Wie sonst soll jemand verstehen was ich meine, wenn ich keinen Bezug zum Erzählenden/Schreibenden herstellen kann?

    Gruß Hermann

    Hallo,

    Zitat von linuxgeek81

    Falk,

    Du willst es einfach nicht verstehen. Ich geb es auf. Du hast auch offensichtlich nicht gelesen, was ich geschrieben habe, daher spare ich es mich an dieser Stelle zu wiederholen. Du wirst Deine Erfahrungen also selber machen muessen. Viel Spass dabei.

    Michael

    Auf mich wirkt es befremdlich, wenn ein Alki einen Alki berat - schlägt!
    Da Du aufgrund deiner Beiträge auch am Anfang stehst, wäre es für den
    Fragenden vielleicht hilfreicher, deine ebenfalls frische? Erfahrung mitzuteilen?, da Sie ja auch noch aktuell sein sollte, oder bist du mit deinen Erkenntnissen schon am Gipfel angekommen?

    Gruß Hermann

    Hallo Falk,

    natürlich können wir den Alkohol nicht aus dieser Welt verbannen, nur für mich kommt er heute eben nicht in Frage!

    Dieser innerliche Reifeprozess kam bei mir natürlich auch nicht von heute auf Morgen!

    Erst mit der Zeit konnte ich unterscheiden, wo ich mich wohl und ungefährdet fühle und wo nicht.

    In den ersten Wochen konzentrierte ich mich nur auf das 1. Glas! Wenn ich das 1. Glas stehen lasse, erledigen sich die Dinge irgendwann, wenn ich mich damit auseinandersetze, auch wenn es zwangsläufig geschieht!??

    Gruß Hermann

    Hallo,

    ich bin so krank wie meine Gefängnisse, äh, Geheimnisse!

    Beim Lesen dachte ich an ein sehr gut abgesichertes Pulverfass mit gepanzertem Verschluß!

    Vielleicht gibt es die Möglichkeit ein Ventil einbauen "zu wollen"? ,damit
    der Druck entweichen kann!??

    Druck ablassen kann ich/Du? z. B. in einer SHG, in dem ich/Du darüber spreche!??

    Gruß Hermann

    Hallo Falk,

    Zitat von Falk7


    Momentan strömt soviel neues auf mich ein. So vieles was ich über meine Krankheit bis ich hierherkam nicht wusste.

    Als ich noch gesoffen habe, hatte ich kein Interesse daran, mich überhaupt mit meinem Alkoholkonsum auseinanderzusetzen. Ich beschränkte mich letztlich nur darauf, daß die Folgen nicht wieder so schlimm werden würden und wenn mich jemand darauf ansprach, ignorierte ich denjenigen! Nach meinem persönlichen Tiefpunkt war ich jedoch willens und dazu motiviert, alles aufzusaugen, was die Freunde in meiner SHG erzählten! Dabei erfuhr ich mit der Zeit zwangsläufig was der Alkohol (nicht nur für mich) für einen Stellenwert hat und ich sah ständig nur durch die Erzählungen meinen Spiegel vor mir! Diese Zeit war für mich emotional sehr heftig!


    Zitat

    Einerseits erschreckt mich vieles davon, andereseits bestärkt es mich immer mehr in meinem Entschluss nie nie wieder Alkohol zu trinken.
    Auf jeden Fall muss ich das jetzt auch erst mal alles verarbeitet bekommen. Und eine Art Euphorie stellt sich bei mir daher überhaupt nicht ein. Auch wenn ich für jeden weiteren Tag ohne Akohol dankbar bin und auf den nächsten hoffe.

    Die Vergangenheit kann ich /Du/Wir nicht rückgängig machen und ich/wir habe/n nur Einfluß auf den heutigen Tag!

    Weshalb ich Dir hier antworte:
    Du beschreibst deinen Entschluß nie nie wieder Alkohol zu trinken, gleichzeit "hoffst" Du, den nächsten Tag auch zu überstehen!?
    Weißt Du was ich damit meine? Mit dem nie wieder Trinken wollen setzt Du Dich gewaltig unter Druck, dabei bist Du Dir vielleicht noch nicht mal sicher darüber wie Du jetzt/heute/bzw.morgen das 1. Glas stehen lassen kannst!?

    Ich für mich weiß: Ich will/kann/werde/brauche "nur Heute" das Glas stehen zu lassen! Was diesbezüglich morgen, übermorgen, in einem Monat, an einem irgendeinem Geburtstag oder sonstigem Anlaß passiert weiß ich heute nicht und deshalb mache ich mir darüber bezogen auf den Alkohol auch keine Gedanken! Dieser Denkanstoß mich nur auf das Jetzt und Heute zu konzentrieren war für mich in meiner Anfangszeit sehr wichtig und auch einleuchtend!

    Die "Nie Wieder Trinken wollenden Trinker" habe ich auch erlebt! Im ersten Augenblick denke ich das "Sie" es Durchaus ernst meinen, jedoch unter dieser Last sehr schnell zusammenbrechen und meistens sind "Sie" sehr schnell wieder verschwunden! Dies ist jedoch nur mein Eindruck und
    soll keine Wertung darstellen. Denn nach meinen bösen Abstürzen nahm ich mir auch immer vor, das passiert mir nie wieder und anschließend kam es noch schlimmer!
    Oftmals werden aus Versprechen eben nur Versprecher!??

    Gruß Hermann

    Zitat von irina3258

    Ich verstehe dich sehr sehr gut. Ich bin selbst erst seit 1,5 Monaten trocken, also noch ganz frisch "trocken". Allerdings das habe ich alles ganz alleine geschafft, ohne Entgiftung, Klinik, Therapie usw. Ich habe einfach augehört zu trinken.

    Alleine schaffst Du's, aber Du schaffst es nicht Alleine.
    Soll heißen, nur Du kannst das 1. Glas stehen lassen, aber im Austausch mit Gleichgesinnten und fremder Hilfe fällt es leichter!?

    Zitat von irina3258

    Man muss nur eine Voraussetzung erfüllen-es richtig wollen.

    Yes, yes


    Zitat von irina3258

    Ich habe auch ein mal eine SHG besucht und ich gehe nie wieder hin, es ist nicht das Richtige.

    Damit legst Du Dir selbst große Steine in den Weg. Nach dem ersten Besuch habe ich auch überhaupt gar nichts verstanden! Nach einem einzigen Besuch (behaupte ich) weißt Du nichts, überhaupt nichts! Die Alkoholsucht erfordert eine andere Vorgehensweise wie Sie in unserem Allgemeindenken vorhanden ist!? Geh 99 mal in eine oder mehrere Gruppen und dann entscheide Dich!


    Zitat von irina3258


    Was machen die anderen Alkoholiker, die nicht in Deutschland wohnen und trotzdem aufhören? Sie machen es auch ohne Ärzte, in anderen Ländern gibt es gar keine Entzugskliniken usw., alle diese Geschichten mit Ärzten sind viel zu übertrieben.

    Woher weißt Du das?


    Für mich sind so manche Widersprüche in deiner Mitteilung vorhanden!? Lies Dir deinen eigenen Beitrag vielleicht später nochmals durch!?

    Und nicht zu vergessen! Wir haben es mit Alkohol zu tun!
    Er ist verschlagen, trügerisch und mächtig!

    Alleine wird es schwer, seeehr schweeeeeeer für Dich!

    Gruß Hermann

    Hallo Kerstin,

    als ich vor einigen 24 Stunden in der örtliche Tagespresse die Termine von
    SHG`s überflog, dachte ich dort sind Menschen die sich gegenseitig helfen um
    kontrolliert zu trinken(lernen),heimlich trinken oder sich gegenseitig aushelfen um Alkohol trinken zu können.

    Eines Tages "schickte" mich meine beste Freundin dorthin, da ich immer erzählte wie das Wochenende so verlaufen ist und ich immer mal wieder von den "Abstürzen" erzählte.
    Leider verstand ich in diesem ersten Meeting überhaupt nichts und ehrlich gesagt wollte ich auch nichts verstehen, denn ich war ja nicht freiwillig dort!

    Eigenartigerweise folgte sehr kurze Zeit später erneut ein fulminanter "Absturz" der erhebliche Konsequenzen gehabt hätte, wenn ich aufgrund dessen nicht ehrlich zugegeben hätte, das dieser Absturz aufgrund des Alkohols erfolgt ist. Dies wäre die
    3. Abmahnung gewesen. Zuvor hatte ich die Ausfallzeiten immer durch Notlügen hingebogen, ohne das ich dabei die Ursache, den Alkohol erwähnte.

    Aufgrund dieses geistigen und seelischen Tiefpunktes ging ich dann gleich erneut freiwillig auf meinen eigenen Wunsch in die nächste Gruppe der selben Organisation! Ich erzählte freiwillig und von mir aus, was sich ereignet hatte, ohne mir zu überlegen wie ich das den noch am Besten/Schönsten darstellen konnte, einfach so wie es war. Erst dann, also durch meine Mitteilung, erhielt ich Rückmeldungen wie es bei den Anderen war und was Sie taten um Trocken zu werden und zu Bleiben! Dies war mein Knackpunkt es denn Anderen gleichtun zu wollen und ab diesem Zeitpunkt wollte ich nicht mehr trinken!

    Seither gehe ich immer gerne und von mir aus freiwillig in die SHG´s, und ich bin dort kein Gast sondern Mitglied überall in der ganzen Welt, eine Art 2. Zuhause, wo ich Hermann der Alkoholiker verstanden werde! Eine Psychotherapie oder Suchtberatung habe ich nie aufgesucht, mir war klar das ich bei den Profis angekommen bin - diese hatten immer früher oder später eine Lösung (auch in anderen Dingen) wie Alkoholismus, die ich annehmen oder umsetzen konnte! Nur, Mitteilen muß ich mich natürlich schon, den Hellseher sitzen nicht an den Tischen! Von einem Theoretiker hätte ich, glaube ich, nichts annehmen können. Möglich war das alles nur, weil ich mich offen und ehrlich ab meine Tiefpunkt fallen lassen konnte und keine Bedingungen mehr gestellt habe um Trocken zu Bleiben.

    Ich bin zwischen dem 2. und 3. Meeting im Januar 1995 Trocken geworden und bis Heute Trocken ohne Rückfall, aber ohne Garantieschein

    Um nochmal auf das erste Treffen zurückzukommen:
    Ich war noch klatschnass im Denken und begriff überhaupt nicht warum die Treffen eben in dieser Struktur abgehalten wurden, welcher Sinn dahinter steckt, bei Sich zu Bleiben, mitzunehmen was mir hilft und am Tisch zu lassen was mir "noch" nicht hilft, bzw. ich zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht verstanden habe!
    Aus Erfahrung weiß ich mittlerweile das es vielen so geht am Anfang!

    Ich glaube manchmal schon zu merken, ob sich jemand selbst betrügt oder nicht. Es ist allein meine Entscheidung, Ihn/Sie
    darauf hinzuweisen oder auch nicht! Jeder darf damit machen was er will!?

    Gruß Hermann

    Zitat von marsupilami

    das war auf jeden fall ne erfahrung für sich: mit hardcore-alki's, medi-abhängigen und junkies quasi weggesperrt. ohne wirkliche psychologische betreuung. und das in einem psychiatrischen landeskrankenhaus...

    kaputt genug?

    Wieso warst du den dort? Vielleicht wegen Fusschweiß....?

    Gruß Hermann

    Hallo Olivia,

    Zitat von olivia37

    Ich habe mir die Nacht vom Donnerstag zu Freitag (Freitag habe ich hier um Hilfe geschrien) so im Gedächnis einprogramiert, damit ich die nie vergesse.

    Das Zittern, die Schweissausbrüche, jede halbe Stunde wach, die Vorwürfe, die Panik und die Angst.
    Diese Nacht war die schlimmste meines Leben.

    Und die möchte ich nie im meinem Leben vergessen, weil das hilft mir, sich mit meinem Problem auseinander zu setzen.

    Yes, yes, [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/a020.gif]

    Das erste Glas stehen lassen und das/die letzte/n nicht vergessen... [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/e030.gif]

    Gruß Hermann

    Hallo Mr. Smile,

    nach der Kapitulation (die eigentlich ein Gewinn ist) vor dem Alkohol, eröffnen sich völlig neue und viele Perspektiven!?

    Für mich ist das Trocken bleiben und Nüchtern leben
    jedoch kein Sprint, sondern eher ein Marathon bei dem ich meine Kraft und Energie gut einteilen sollte...

    Das was Du schreibst, liest sich jedoch gut und sehr
    entschlossen, die Dinge anzupacken...

    Gruß Hermann

    "Rat-schläge" können auch Schläge sein...!!!!!....????

    Hallo Herrmann,

    "was willste uns mit solchen Sprüchen sagen.
    Die Alkoholsucht ist einfach ein sehr ernstes Thema, als das man es mit nichtssagenden Sprüchen ausdrücken sollte.

    Ratschläge sind aus den eigenen Erfahrungen gutgemeinte Hinweise.
    Solche Kindergartensprüche bringen keinen weiter."


    Hallo Karsten!

    Nun kommt die Antwort!

    Ich bin zuerst bewußt nicht auf auf deinen Beitrag eingegangen!
    Ferner habe ich mir genau überlegt, weshalb ich es bei dem Einzeiler mit Ausrufezeichen und Fragezeichen belassen habe...das war nicht einfach nur ein Spruch!!

    Ich hatte genau an der Stelle befürchtet, was nun eingetreten ist...(ich
    aber selbstverständlich nicht gewußt habe)

    Eine Gruppe von Hühnern und Hähnen finden Sich zusammen, finden in
    dem Augenblick ein vermeintlich schwächeres Huhn (sorry Meni, soll nur ein anschauliches Beispiel sein) und dann wird gemeinsam in die offene Wunde gepickt! Ohne Rücksicht auf...

    Der Hinweis mit der offenen Flasche war jedoch in Ordnung.

    Eine Ansammlung von Ratschlägen kann eben durchaus zu Schlägen führen! Manchmal liegt der Teufel auch in den Details...

    Ich fand/finde, das Meni sich sehr schnell und gut entwickelt hat, mit Intelligenz ausgestattet ist, nur durch die Vielzahl der Schritte auf einmal mental vielleicht ins Straucheln geraten ist...Ein Schritt nach dem Anderen... Der erste Schritt, die Kapitulation vor dem Alkohol ist jedoch ein Muß-Schritt! Die Anderen Schritte erfordern viel Zeit und Geduld... das kann man nicht herbeizwingen...Pausen nicht vergessen...

    Und Karsten, nimm es nicht persönlich, meiner Meinung nach machst Du
    eine sehr gute Arbeit!!

    Mit freundlichem Gruß
    Hermann

    Zitat von nexie

    wichtig ist _nach_ der entgiftung, so sehe ich es zumindest, dass die ursachen, die zum alkohol und in die sucht führten, angegangen werden.
    dass man an sich selbst zu arbeiten lernt
    was in meinem falle definitiv der aufbau eines emotionalen schutzschildes ist.

    Hallo nexie,

    Gewiß suchen wir alle nach möglichen Ursachen für unsere Krankheit um
    mögliche Varianten für uns zu erkennen oder zu begreifen!??

    Selbst wenn ich für mich eine mögliche Ursache finden würde, bringt mich
    das wirklich weiter!?? Eine Wahrheit gibt es für mich eigentlich nicht, da
    ich selbst wenn ich "Sie wüßte" nichts daran ändern könnte, da das alles
    bereits Vergangenheit ist und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Es bleibt mir also nur Das Heute und die Zukunft.

    Ich betrachte die Krankheit Alkoholismus eigentlich separat von anderen Krankheiten, da Sie in punkto Genesung andere Vorrausetzungen mitbringt! Um Heute trocken zu bleiben, lasse ich das 1. Glas stehen! Damit bringe ich Sie zum Stillstand! Dies ist für mich die Vorraussetzung, andere Dinge überhaupt erst bearbeiten zu können!

    Um Trocken zu bleiben sind andere Strategien nötig, aber diese kann man
    auch hier in diesem Forum hundertfach nachlesen.

    Gruß Hermann