mein weg in die sucht

  • also, dann fasse ich meinen weg in den alkohol so kurz es geht, zusammen.
    mein selbstwertgefühl war von kindergartenzeit an schwach ausgeprägt. stets litt ich mit sterbenden tieren, blumen (!), liebte jedes tier, hatte jedoch schwierigkeiten im umgang mit meinen "mitkindern".
    in der schule lief es super, da meine mutter meine unzulänglichkeiten wie vergessene hausaufgaben, verlorene hausaufgabenhefte, vergessene schulbücher und so weiter kompensierte; auch meine hibbeligkeit in der schule wurde durch meine sehr guten leistungen ausgeglichen.
    (wer sich ein wenig auskennt, sieht das bild eines ausgeprägten, unerkannten und unbehandelten ADHS)
    die beziehungskatastrophen in der pubertät trieben mich zuerst in einen suizidversuch.
    einige monate später entdeckte ich alkohol als legales betäubungsmittel für den immensen schmerz und unsicherheit, die ich nahezu ständig verspürte. alkohol was an jeder ecke verfügbar, preiswert und versprach schnelle linderung.

    zwischen meiner entdeckung von alkohol und dem suizidversuch lag noch eine gruppenvergewaltigung, die mich noch schneller in die scheinbar erlösenden arme vom "brother alk" führte.

    [abgesehen davon leide ich seit meinem 16. lebensjahr an einer sehr schweren nierenerkrankung, die mit einer entfernung der rechten niere 1992 einherging. perverserweise wurde mir im krankenhaus empfohlen, jeden abend eine flasche altbier zu trinken...]

    jedes wochenende trank ich bier, und, wenn liebeskummer dazu kam, auch während der woche.

    seit der 13.1 klasse trank ich gar nichts mehr- hatte jetzt einen halbwegs zuverlässigen partner, sparte mit meinen führerschein zusammen und jobbte.

    die nüchternheit hielt bis zum ersten studienversagen mit 20,5 jahren. ich war eineinhalb jahre trocken. dann kamen massive versagensängste, da ich ab dem 2. semester durch alle klausuren und hausarbeiten fiel. also trank ich gegen die angst an.
    wechselte ein jahr später das studienfach, hörte wieder mit dem trinken auf.
    zwei jahre hielt ich durch.
    trotzdem versagte ich im studium kläglich.
    die selbstzweifel, die vergesslichkeit, dies "nicht-können", ich ertrug sie nüchtern, was sehr, sehr schwer war und häufig zu wut- bzw. tränenausbrüchen führte. immer noch nüchtern.
    was folgte, erspare ich euch hier.
    istt zu unglaubwürdig, obwohl wahr.

    seit meiner rückkehr nach D im jahre 1988 trinke ich wieder unregelmässig alkohol, dafür aber in mengen (quartalstrinker?).
    1993 nach der neprektomie trank ich 5 tage lang wegen liebeskummers und ging dann in ein KH zu einer nicht qualifizierten entgiftung.
    in einem der rennomiertesten bochumer krankenhäuser erlebte ich schwere misshandlungen.
    zwar fixierte man mich nicht, pumpte mich jedoch mit diastraneurin voll und legte mich zu einer alzheimer-patientin im fortgeschrittenen stadium aufs zimmer. das zimmer durfte ich nach zwei tagen wechseln, glücklicherweise.

    als ich nach 4 tagen wegen schwerster allergie gegen distraneurin (schleimhäute im mund und im genitalbereich lösten sich ab, zurück blieb rohes, wundes fleisch, konnte nur unter schmerzen essen, trinken, zum klo, schlafen war unmöglich) den diensthabenden arzt sprechen wollte, ging die tagschwester auf mich los, drohte mir schläge an. vor zeugen.
    ich war froh, dass ich distraneurin ab dem 5. tag nicht mehr nehmen musste.
    bei der abschliessenden untersuchung stach mir der stationsarzt die nadel in den rechten äusseren unterarm. die gesamte vene platzte auf und ich hatte noch eine woche lang ein tischtennisgrosses hämatom am rechten unterarm.
    gespräche zwischen ärzten und mir wurden nicht geführt.

    dafür gab es eine gute reha-abteilung (Fitness-Studio und Schwimmbad), welches ich ab dem 5. regelmässig mehrmals am tag frequentierte, um mich abzureagieren.

    gebracht hat diese entgiftung übrigens nichts.

    für die dauer von eineinhalb jahren konsumierte ich danach täglich um die 5 flaschen bier, manchmal auch 8-10 flaschen.

    dann schränkte ich meinen überkomsum wieder auf 1x woche ca. 5-6 flaschen bier ein. der grund war ein wichtiges ziel, welches ich erreichen wollte und, dank eines anderen lebensabschnittspartners, der mir eine gewisse menschliche sicherheit und stabilität gab, erreichte.
    leider hielt diese beziehung nicht, als ich mein ziel erreicht hatte.

    ich traf vor ca. 2 jahren einen ex von mir wieder, den ich sehr geliebt habe. vor eineinhalb jahren kamen wir wieder zusammen.
    er trinkt sehr viel, hat auch körperliche folgeerscheinungen wie abmagerung, teleangieektasien, uhrglasnägel, gleichgewichtsstörungen und vieles mehr.
    ich habe im vergangenen jahr 10 monate lang nichts getrunken.
    irgendwie bin ich auch ein co-alkoholiker.

    wenn ich nicht mittrinke muss ich für ihn auch kein bier holen.
    ansonsten musste ich stets doppelte mengen einkaufen bzw. für ihn die doppelte von meiner menge und so weiter...
    also habe ich aufgehört, alkohol zu konsumieren, was nicht einfach war.
    meine schlimmsten nächte waren die vom 6. auf den 7. tag ohne alkohol, dann vom 12. auf den 13. tag.
    die anderen tage/nächte waren harmlos.
    also bestand/besteht doch eine abhängigkeit.

    bis zum 24.12.06.
    an diesem tag brannte die wohnung des nachbarn meines ex-freundes ab und wir beide, mein ex und ich, wurden aus dem brennenden treppenhaus per feuerwehreinsatz gerettet.

    seither trinke ich täglich alkohol.
    zwar "nur" bier, und auch nicht jeden tag die gleiche menge, dennoch finde ich meinen zustand äusserst bedenklich.
    habe mit meiner neurologin und meinem ha über meine befindlichkeit gesprochen. da ein antrag auf eine REHA-Behandlung wegen "ADHS persistierend im erwachsenenalter" (habe diese diagnose seit 3 jahren) läuft, wird das alles sehr schwierig.

    mache ich jetzt eine entgiftung, darf ich nicht in die REHA-Klinik wegen ADHS.
    mache ich keine, weiss ich nicht, ob die REHA was bringt. ich stecke also in einer üblen zwickmühle...
    wenn ich die entgiftung mache, wird die diagnose in frage gestellt, obwohl sich die fragen ausschliesslich auf die kindheit/jugend bezogen haben, als ich noch weit entfernt von alkohol und nikotin war...

    mein ex ist hardcore-alkoholiker.
    täglich mindestens eine halbe bis eine kiste bier sowie eine halbe bis eine flasche schnaps.
    der streifen, den ich mit ihm _nüchtern_ mitgemacht habe, ist so hart, dass ich die erinnerung an das vergangene jahr zur zeit nüchtern nicht ertragen kann...

    ich weiss nicht, was ich machen soll.
    einerseits will ich gern in eine qualifizierte entgiftung, hatte sogar für den 3.1. einen termin, aber dann ist ein teil der wohnung meines ex in flammen aufgegangen, und ihn hier, in meiner wohnung zurückzulassen, während ich im KH bin- nee, sorry...
    ich kenne ihn sehr gut, leider.

    dann ist mein felix geschichte, seine knochen liegen im bräter, und ich brauche eine neue wohnugseinrichtung.

    jetzt ist der ex zwar weg, aber besser gehts mir noch nicht.
    was tun?
    wie tun?

    Hilfe, bitte!


    nachdenkliche grüsse

  • Hallo Nexie,

    Rat geben kann ich Dir leider noch nicht, bin auch erst seit November dabei.

    Dein Bericht ist heftig, dass Du nun trotz vieler Rückschäge und ekligster Erfahrungen lernen willst, ohne Betäubung zurechtzukommen, zeugt für mich aber von Deinem Überlebenswillen.

    Was wünscht Du Dir denn für Dich selbst? Welche Hoffnungen hegst Du für Dich? Zu wieviel siehst Du Deinen Ex imstande?

    LG, Meni

  • hallo annika,

    adhs ist keine krankheit, sondern eine angeborene, genetisch bedingte behinderung.

    alkohoabhängigkeit ist eine krankheit, die durch ein unbehandeltes adhs begünstigt wird. etwa 50% aller ADHS/ADHS-betroffenen erwachsenen weisen mindestens eine komorbidität wie alkohol-/drogenabhängigkeit und/oder schwere, medikationsresistente depressionen auf.

    ADHS führt nachweislich (studienlinks auf nachfrage erhältlich) bei etwa 80% aller nicht behandelten jugendlichen zu einem ADHS persistierend im erwachsenenalter sowie in nahezu 100% der fälle zu psychischen komorbiditäten.

    natürlich hast du recht, wenn du sagst, das alkoholabhängigkeit nicht notwendigerweise eine folge von ADHS ist.
    das sind zwei verschiedene paar schuhe.

    liebe grüsse

  • hallo meni,

    natürlich will ich was verändern!
    meine kk meinte, ich könne nicht in eine der beiden kliniken, die es in D speziell für erwachsene frauen mit adhs und suchtproblemen gäbe, denn adhs bei erwachsenen gäbe es nicht.
    nur suchtprobleme oder therapieresistente depressionen ober vielleicht borderline.

    also bliebe mir der weg in eine suchtklinik, aus der ich mit der gleichen problematik wie zuvor ohne rückhalt wieder entlassen würde...

    das macht mir angst-

  • an meni

    was ich für mich will, ist die ADHS kur.
    unbedingt.

    als ich vor 3 jahren diagnostiziert wurde mit einer 89% wahrscheinlichkeit eines in das erwachsenenalter persistierenden ADHS war das für mich wie eine erleuchtung.

    alle seit dem suizid-versuch 1977 einander widersprechenden aussagen von neurologen, therapeuten et al fanden plötzlich einen platz.
    ich habe ca. 7 verschiedene, divergierende diagnosen, und alle lassen sich durch haarspaltereien bestätigen.
    nur die adhs-diagnose trifft auf alle punkte zu.

    endlich verstand ich, warum ich schon als kind ständig alles "vergass", alles verlor, einfach nur im jetzt und in der gegenwart lebte.
    dass ich mit 21 ein verfahren der staatsanwaltschaft bo am hals hatte wegen "florierenden handels mit führerscheinen, reisepässen und personalausweisen".
    ich fand das peinlich, dass ich alle halbe jahr neue papiere beantragen musste...
    habe heute 6 abi-zeugnisse, 8 führerscheine, 8 reisepässe, 6 personalausweise und 10 führerscheine verschlunzt. dazu 5 studienbücher.
    natürlich nur die kopien, da der rest unwiderruflich verschollen ist...

    nüchtern habe ich auch die zwei gewalttaten begangen, für die ich vor gericht musste.
    einmal 5 monate trocken, beim zweiten mal 14 monate nüchtern.
    ich habe es gehasst, wie menschen mit mir umgegangen sind, dass ich es lange jahre wegtrinkenmisste, um zu überleben.

    betrunken hat micht nichts mehr interessiert...
    keine verletzungen, keine verhöhungen oder erniedrigungen, nichts mehr, was ich sonst hypersensibel wahrnahm.
    daher war alkohol für mich ein feines Schutzschild für eine ohnehin hypersensible seele..., der sich leider verselbstständigte, denn sonst wäre ich nicht hier und würde um hilfe bitten.

    lg

  • Zitat von nexie

    also bliebe mir der weg in eine suchtklinik, aus der ich mit der gleichen problematik wie zuvor ohne rückhalt wieder entlassen würde...

    Hallo nexie,

    deine Erwartung und der Wunsch mit dem Trinken aufzuhören scheinen ja
    nicht besonders ausgeprägt zu sein! Trocken werden in einer Therapie ist wohl nicht "soo" schwer, Trocken bleiben danach umso mehr und genau ab diesem Punkt ist deine Eigeninitiative gefragt, die Du bereits hier schon in Frage stellst? Das sieht für mich nach dem "Klassischen Drehtürpatienten" aus, aber was weiß ich schon!

    Gruß Hermann

  • Hallo Nexie,

    einen schönen guten Morgen. Auch ich habe ADHS und mein Sohn, 22 Jahre auch. Bei mir hatte man es früher noch nicht erkannt, ich bin eher der träumerische ADHS Typ, mein Sohn eher der hyperaktive, er bekam auch jahrelang Ritalin,aber alles gemeinsam, in die falsche Richtung laufen etc. ständig alles verlegen und sich nicht auf eine Sache konzentrieren können, alles läuft durcheinander, dass kennst Du bestimmt, bei mir haben sich dann im Laufe der Zeit die Alkoholprobleme eingestellt und eine starke Esstörung, habe für mich versucht einen passende Klinik zu finden, die alles in einem behandelt, habe jetzt eine Frauensuchtklinik und gehe jetzt vorher in die Entgiftung, weiß mir sonst auch keinen besseren Rat aber werde alles geben um gesund zu werden.

    Liebe Grüsse Teichlinchen

    Wenn ich mir überlege, als welches Tier ich gerne wiedergeboren werden würde, dann als Bär. Sie sind nachdenkliche, liebevolle Geschöpfe.
    Jean-Charles de Castelbajac)

  • hallo hermann,

    ich verstehe deine überlegung bezüglich "drehtürpatient".
    wie du richtig schreibst, ist die zeit _danach_ , also das trocken bleiben, das schwierigste.
    genau darum geht es mir.

    ich weiss nicht, ob du meinen bericht bezüglich meiner ersten und einzigen entgiftung vor 14 jahren gelesen hast?
    wichtig ist _nach_ der entgiftung, so sehe ich es zumindest, dass die ursachen, die zum alkohol und in die sucht führten, angegangen werden.
    dass man an sich selbst zu arbeiten lernt
    was in meinem falle definitiv der aufbau eines emotionalen schutzschildes ist.

    die von mir angesprochene problematik bezieht sich keinesfalls auf den sinn einer entgiftung, sondern darauf, wie die BFA die sachlage beurteilt.
    wenn ich gewissheit hätte, nach der entgiftung relativ schnell in die adhs-reha zu gelangen, wäre ich seit "vorgestern" in der klinik in wat.

    meine befürchtung geht dahin, dass ich später danach wieder von vorn anfangen muss und meine verhaltenauffälligkeiten ausschliesslich auf die trinkzeit zurückgeführt werden.
    was das gleiche wäre wie eine psychopharmakatherapie bei akuter blinddarmentzündung :(

    liebe grüsse

  • hallo teilinchen,

    dann weisst du aus eigener erfahrung, was ADS/ADHS ist und was es bedeutet, ohne reizfilter zu leben.

    es ist für betroffene die hölle...
    stets die vorwürfe "du könntest, wenn du nur wolltest, aber du willst ja nicht", oder "du bist nur zu faul".
    mir wurde anfang der 80er unterstellt, einen florierenden handel mit führerscheinen, reisepässen und personalausweisen zu betreiben (!), da ich in einem jahr dreimal meine brieftasche verlor :(

    du hast eine frauensuchtklinik gefunden, in der dein ADHS ebenfalls behandelt wird?
    also alkohol, esstörung und ADHS?
    das finde ich sehr interessant!

    mir sagte meine neurologin, dass ich, wenn ich die entgiftung mache, danach in eine ausschliesslich auf sucht qualifizierte reha gehen könne!

    liebe grüsse

  • hallo nexi!
    hast eine grosse last zu tragen die du erst mal von deinen schultern bekommen musst weil sie dich sonst erdrücken.
    was ich dir rate brauch nicht richtig sein aber eine überlegung ist es wert.
    gehe zum arzt und lasse dich zur entgiftung in eine klinik einweisen,aber nicht in ein normales krankenhaus.
    dort gibt es sozialarbeiter mit denen du über dein problem reden kannst und die mit dir die weiteren schritte einleiten die du gehen solltest.
    meiner meinung nach ist für dich eine therapie für alkoholabhängige wichtig,denn als erstes musst du dein alkoholproblem lösen.
    für dich ist deine vergangenheit noch garnicht aufgearbeitet worden.
    in dir sitzt noch alles im verborgenen was du erlebt hast.
    diese kannst du in der thera ansprechen und sie mit hilfe der therapeuten aufarbeiten.
    oder das du mit hilfe von phsychologen deinen suizid,dein vergewaltigung,deinen missbrauch,usw. aufgearbeitet?
    wie du deinen weg schilderst ist war alkohol immer im vordergrund.
    lasse die reha mit (adhs)sein und mache stationäre alkohol thera.

    da ich noch öfter mit einer entwöhnungsklinik in kontakt stehe weiss ich das solche dinge wie deine dort angesprochen und auch erfolgreich behandelt werden.
    es ist nicht nur der alk vorrangig sondern auch sexueller missbrauch in der vergangenheit.

    in deinem leben spielte der alkohol die erste geige und man muss zu den wurzeln zurück um in der gegewart ein zufriedenes leben zu führen.

    wünsche dir viel erfolg dabei und mach was.

    es grüsst dich recht herzlich heinrich

    Der Mensch muss sich verändern wollen.
    Sonst ist jedes Bemühen sinnlos, jedes Wort zuviel und jede Anstrengung vergebens.

  • Hallo Nexi,

    ja es ist verdammt schwer wenn alles durcheinanderläuft bei der ADHS und sich bei uns als Erwachsenen schon einiges ausgewachsen hat, aber leider noch nicht alles und das wird dauern, aber wie Heinrich schon sagte, ich werde jetzt erst das Alkoholproblem angehen, in der Klinik wo ich hoffe, dass es jetzt klappt, wird Alkoholabhängigkeit und Esstörungen behandelt, das mit dem ADHS hast Du falsch verstanden, ich weiß, dass es eine Klinik gibt, die in der Hauptsache auch ADHS bei Erwachsenen behandelt, weiß aber nicht mehr wie sie heißt. Gehe zur Entgiftung und dann in eine Suchtklinik, alles andere können wir nur dann angehen, ich meine auch, das dies der erste Schritt sein sollte.

    Liebe Grüssse Teichlinchen

    Wenn ich mir überlege, als welches Tier ich gerne wiedergeboren werden würde, dann als Bär. Sie sind nachdenkliche, liebevolle Geschöpfe.
    Jean-Charles de Castelbajac)

  • danke, teilinchen, danke klaro,

    für eure beiträge!

    ich persönlich würde, wie ich bereits in der mail an hermann schrieb, sofort in eine entgiftung gehen.
    wenn ich wüsste, dass in der reha-klinik danach _nicht_ der mi**brauch bearbeitet würde, denn den habe ich etwa 2 jahre lang in therapie durchgekaut, wobei das ADHS herauskam (habe 3 therapeuten verschlissen, die mir nicht helfen konnten, bis ich an jemanden kam, der gezielte fragen stellte aus der frühesten kindheit sowie unfallhäufigkeiten und mich zur ADHS-überprüfung schickte).
    ich habe damals, vor 30 jahren, die gefahr einfach nicht gesehen.
    ich kann bis heute situationen schlecht einschätzen, verfüge dabei über ein ausgezeichnetes reaktionsvermögen (kompensation, teilinchen*g*).
    daher sind solche dinge auch nicht mehr vorgekommen.
    andererseits- gern gehe ich anschliessend in eine sucht-klinik, wie du, teilinchen sie beschreibst, in der auch die komorbiditäten des ADHS behandelt werden.
    denn wenn alles und jedes meiner kindlichen und bis heute persistierenden verhaltensweisen auf eine "verkorkste kindheit", die ich definitiv nicht hatte, zurückgeführt wird, kann ich mich gleich zum betreuten wohnen anmelden...

    bitte versteht dieses posting nicht falsch- ich bin einfach nur unsicher, was ich tun soll!
    nicht noch ein eigentor, derer ich im leben viele hintereinander geschossen habe :(

    liebe grüsse

  • hallo heinrich,

    in meinem leben spielt alkohol die erste geige, seit ich ihn entdeckte.
    davor war es die fürchterliche unsicherheit, die reizüberflutung einerseits und auf der anderen seite stets die suche nach einem neuen "kick".
    ohne "kicks" konnte ich schon als kleinkind nicht leben- eben ADHS, leider mit "H".

    nur durch extreme reize wie die gefährliche ausreizung der körperlichen und psychischen grenzen im sport bekam ich ruhe in den kopf, ruhe in den körper.
    mit vier jahren klaute ich meiner mutter kleine portionen paprika und salz aus dem küchenschrank, mischte mir daraus ein "leckerchen" und schleckte es mit den fingern auf. natürlich ausserhalb der sichtweite meiner mutter ;)

    wie ich bereits an teilinchen schrieb, ist der mi***brauch aufgearbeitet und dadurch auch das ADHS entdeckt worden.
    es waren einfach zu viele ungereimtheiten in meinem leben, zuviele einander widersprechende diagnosen. einerseits "antisoziale persönlichkeit", dann "sozial überangepasst", dann "depressive verstimmung", dann "major depression", dann "reaktive atypische depression", "atpische agitierte depression" und was weiss ich noch alles.
    dazu kam ptbs und irgendwann alkoholkrankheit.
    ohne dazugehörige eeg´s und blutuntersuchungen.
    aber:
    hand aufs herz- es stimmt.
    zumindest aus meiner warte der betrachtung.
    aber was soll ich denn jetzt machen?
    habe nur bis zum 9.5. zeit.
    bis dahin läuft meine freistellung vom arbeitsamt.
    habe am 24.2. einen termin in bad b., wegen der adhs- und-sucht sache.
    den kann ich mir doch nicht entgehen lassen- der nächste termin wäre erst wieder im september...

    immer noch unentschiedene grüsse von

  • Zitat von nexie

    wichtig ist _nach_ der entgiftung, so sehe ich es zumindest, dass die ursachen, die zum alkohol und in die sucht führten, angegangen werden.
    dass man an sich selbst zu arbeiten lernt
    was in meinem falle definitiv der aufbau eines emotionalen schutzschildes ist.

    Hallo nexie,

    Gewiß suchen wir alle nach möglichen Ursachen für unsere Krankheit um
    mögliche Varianten für uns zu erkennen oder zu begreifen!??

    Selbst wenn ich für mich eine mögliche Ursache finden würde, bringt mich
    das wirklich weiter!?? Eine Wahrheit gibt es für mich eigentlich nicht, da
    ich selbst wenn ich "Sie wüßte" nichts daran ändern könnte, da das alles
    bereits Vergangenheit ist und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Es bleibt mir also nur Das Heute und die Zukunft.

    Ich betrachte die Krankheit Alkoholismus eigentlich separat von anderen Krankheiten, da Sie in punkto Genesung andere Vorrausetzungen mitbringt! Um Heute trocken zu bleiben, lasse ich das 1. Glas stehen! Damit bringe ich Sie zum Stillstand! Dies ist für mich die Vorraussetzung, andere Dinge überhaupt erst bearbeiten zu können!

    Um Trocken zu bleiben sind andere Strategien nötig, aber diese kann man
    auch hier in diesem Forum hundertfach nachlesen.

    Gruß Hermann

  • Hallo Nexie,

    Dir und allen anderen einen schönen guten Morgen, meine Unentschlossenheit den richtigen Weg zu gehen ist auch, denn ich will den richtigen Weg für mich gehen, bin mit meinen 49 Jahren nun alt genug um endlich nicht wieder den falschen Weg zu gehen, habe vor 4 Jahren auch eine psychsomatische Reha gehabt, konntetst Du vergessen, wurde nur noch alles schlimmer, deswegen ist es mir jetzt schon wichtig, dass für mich passende zu finden, nur wie gesagt wenn mehrere Süchte zusammen kommen und noch genetische Störungen dann ist es schwer, habe mich jetzt wie gesagt für die Frauensuchtklinik entschlossen, habe heute auch bei der BfA angerufen, sie wollten erst ein Ablehnung schicken, haben aber alles zurückgezogen, als sie den Sozialbericht von der Suchtberatungsstelle vorliegen hatten. Also auch für Dich Kopf hoch und weiter dran bleiben.

    Liebe Grüsse Teichlinchen

    Wenn ich mir überlege, als welches Tier ich gerne wiedergeboren werden würde, dann als Bär. Sie sind nachdenkliche, liebevolle Geschöpfe.
    Jean-Charles de Castelbajac)

  • Hallo nexie,

    ich habe mal deine postings in den verschiedensten threats überflogen.
    Du beschäftigst dich m.E. viel mit Vergangenheitsaufarbeitung, Ursachenforschung und vielen anderen Dingen, letztendlich aber nicht mit dem Heute, was ändere ich jetzt sofort, woraus kann ich hier aktiv schöpfen, meine Trockenheit festigen.
    Ich wollte Tag für Tag vorankommen, egal wann welche Maßnahme bevorstand.

    Gruß, Freund.

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