Hallo Lea!
Ich hab da noch so meine Hoffnungen (Ausreden?), dass ...
* er ja gar kein "schlimmer" Alkoholiker ist (2-3 Starkbier täglich oder jeden zweiten Tag)
* ich eigentlich diejenige bin, die das alles etwas eng sieht und ich nur meine Einstellung verändern muss
* er bald aufhören wird, da er bald etwas Geld erbt, dann finanziell stabiler und zufriedener ist (andere Jobwahl, finanzielle Spielräume etc)
* er nochmal ins Ausland geht (teilweise mit mir zusammen) und dort intensiv sein Kampfsport Training machen wird
Ich lasse dir jetzt einfach meine Gedanken und Erfahrungen hier in den meisten Fällen läuft es so wie ich es erlebt habe.
Ob es schlimm oder weniger schlimm ist hängt ja nicht von der Trinkmenge ab, du weisst ja gar nicht was er wirklich trinkt wenn ihr nicht zusammen seid.
DU fühlst DICH mit seinem Konsum unwohl und bist unglücklich, vertraue doch DEINEN Wahrnehmungen, warum willst du DEINE Gefühle unterdrücken. Dann ist er vielleicht zufrieden weil du nicht mehr meckerst und hat genau das erreicht was er will. Wieso geht denn er nicht auf dich ein wenn er doch merkt du bist unglücklich? Er kann es nicht weil er süchtig ist und nur sich und seine Sucht sieht.
Daß jemand aufhört zu trinken weil er Geld erbt ist mir aber neu. Vielleicht ist er jobmäßig unstabil weil er trinkt? Ja wenn schon jetzt das Geld fehlt warum versäuft er es dann? Kann es sein daß er eine Co hat die ihn dann durchschleppt? Die meisten Trinker kennen keine Scham und nützen die Familie, die Partnerin oder gute Bekannte aus wenn es darum geht die eigene Sucht zu befriedigen.
Warum geht er ins Ausland und bleibt nicht hier und macht eine qualifizierte Entgiftung mit Langzeittherapie? Das bezahlt meist die Krankenkasse und ist bestimmt effektiver als sein Kampfsporttraining. Mein Mann hat viel Sport gemacht und trotzdem viel gesoffen.
Apropos Trinkmenge, mein Mann hat zu Hause vor mir immer nur eine Flasche Bier getrunken, mich hat das schon genervt, dieses Zischen der Flasche, sein erster gieriger Schluck, furchtbar. Mich hat das schon aggressiv gemacht, ausserdem hatte er überall Alkohol gebunkert, im Haus in der Garage, in seinem Auto, bei seinen Eltern.
Jetzt käme es mir gar vor, dass ich kurz vor der großen Veränderung in seinem Leben den Absprung mache. Er sagt selbst, dass er spürt, dasss er vor einem großen Wandel steht ...
Sorry das sind Träumereien von einem Süchtigen ich könnte Bücher schreiben was mein Mann im tiefsten Brustton der Überzeugung mir versprochen hat, gehalten hat er nichts, im Gegenteil es wurde nur noch schlimmer. Vom Quartalstrinker mit gelegentlichen Abstürzen ist er zum täglichen Trinker geworden der seine Menge immer mehr gesteigert hat.
Den Absprung könntest du ja trotzdem machen das ist ja unabhängig von ihm und seinen leeren Versprechungen es geht ja um DICH, DU bist doch eine eigenständige Person und nicht sein Anhängsel.
LG Marie