Beiträge von Marie04

    Liebe Sensual!

    Sei froh daß du diesen Menschen los bist und diese Horrorbeziehung ein Ende hat. Ich weiß wie weh es tut wenn man gegen Alkohol ausgetauscht wird. Nun ist bei ihm noch eine Co im Spiel die anscheinend so ist wie er sich es vorstellt. Du kannst wieder gesund werden sie hängt anscheinend immer noch in ihrer Rolle fest.

    Er sucht sich das Leben so aus daß er saufen kann und gleichzeitig hat er eine Person die das Spiel mitmacht. Du bist ihm wahrscheinlich zu fordernd gewesen obwohl du ja ganz normale Sachen haben wolltest. Diese miesen Spiele der nassen Alkoholiker durchschaut man am Anfang oft gar nicht.

    Mit der Zeit wird dieses Erlebnis in den Hintergrund treten und du hast viel dazugelernt. Sei gut und geduldig mit dir, Fehler darf man ja machen aber daraus lernen ist sehr wichtig.

    LG Marie

    Hallo Hartmut!

    „Nur nicht trinken, reicht nicht“ ist bei Alkoholiker oder "Nur sich vom Partner trennen, reicht nicht" ist auch bei Co keine Floskel.

    Das trifft voll und ganz aber gerade im Co-Bereich ist es so daß es bei vielen nicht ankommt daß man den Alkoholiker nicht trocken legen kann sondern der Weg ganz anders aussieht. Co-Abhängige tun und machen ja viel und wollen wieder Harmonie, daß der Partner aufhört zu trinken, die Familie wieder heil wird und sind bereit sehr viel zu geben damit das eintritt.

    Wenn sie dann lesen daß sie für den Partner/Angehörigen nichts tun können schreiben viele nicht mehr. Ich frage mich dann manchmal ob sie jetzt jahrelang so weitermachen oder ob man zumindest ein kleines Umdenken in Gang gesetzt hat. Mich würde öfters interessieren wie es letztendlich weitergegangen ist.

    LG Marie

    Hallo Schokohasi!

    Nun ist er vorhin betrunken bei meinen Eltern aufgetaucht und wir haben uns für Sonntag Mittag zum Gespräch verabredet unter der Voraussetzung, dass er nüchtern ist,da wurde er natürlich gleich wieder wütend und abfällig mir gegenüber,ich habe aber nicht drauf reagiert.

    Manchmal frage ich mich wirklich was im Kopf eines nassen Alkoholikers vorgeht, wie kann man nur betrunken da erscheinen! Dann noch wütend und abfällig werden, gut daß du nicht daraug eingegangen bist, bringt ja eh nix.

    Hoffentlich begreift er morgen Mittag was du ihm zu sagen hast :rolleyes: lasse dich nicht in Gespräche verwickeln in denen er dir die Schuld zuschieben will.

    Ich glaube, wenn ich mich endgültig von ihm trenne, wird er es nicht so hinnehmen und mit dem Psychostress einfach weiter machen.

    Dann musst du den Kontakt komplett abbrechen und auf nichts mehr reagieren.

    LG Marie

    Hallo Schokohasi!

    Ich komme erstmal bei meinen Eltern unter, die Kinder vielleicht auch noch bis Ende der Ferien, aber was dann?

    Was hälst du von räumlicher Trennung,bis ich was Neues gefunden habe?

    Ich habe noch längere Zeit mit meinem Mann in einem Haus gewohnt aber getrennt von Tisch und Bett. Ich hatte mir ein kleines Häuschen gekauft das noch renoviert werden musste - das hat noch gedauert. Es war sehr schwierig und anstrengend noch da zu wohnen aber ich wusste genau er würde mich nie schlagen oder körperlich mißhandeln.

    Wenn du dir sicher bist daß dein Freund nicht körperlich gewalttätig zu dir und den Kindern wird kannst du es versuchen was bleibt dir auch anderes übrig?. Kann er nicht aus dem Haus ausziehen das wäre doch einfacher für alle?

    Ich drücke dir jedenfalls bei der Wohnungssuche beide Daumen.

    LG Marie

    Hallo Schokohasi!

    So traurig das im Moment zwar ist ist es vielleicht die beste Lösung. Wenn du dich in seiner Gegenwart so unwohl fühlst hat eine Beziehung wenig Sinn. Vor allen Dingen wenn er doch schon weiß daß er ein Problem hat aber trotzdem nicht sofort etwas unternimmt und immer vorgeschobene Gründe angibt warum er jetzt gerade keine Therapie machen kann.

    Du brauchst einen zuverlässigen, stabilen Partner ohne solche Probleme und das scheint er nicht zu sein.

    LG Marie

    Hallo Schokohasi!

    Die Geschichten ähneln sich sehr die Verhaltensweise der nassen Alkoholiker ist in etwa immer gleich. Sie beschuldigen dich grundlos und versuchen dir immer die Schuld daran zu geben daß sie schon wieder trinken müssen, weil du:

    a) nicht richtig zugehört hast

    b) schnippisch bist

    c) ja schon wieder das Licht im Keller hast brennen lassen

    d) die Hose die du trägst ihm nicht gefällt

    e) du nicht in der Lage bist die Kinder zu erziehen

    f) ihn nicht respektierst

    usw. usw.

    Ich habe meine Tasche gepackt, hab gesagt, ich will hier raus, ich kann hier nicht bleiben. Er wollte reden,ich war aber so aufgebracht,ich konnte mich nicht mit ihm hinsetzen und reden.

    Das hast du ganz toll gemacht, super! Was hättest du da auch noch reden sollen, es bringt eh nichts.

    Er meinte,er wäre ja nicht alleine dafür verantwortlich, da meinte ich, ich trinke aber keine Flasche Schnaps jeden Tag.

    Für seine Trinkerei ist er ganz alleine verantwortlich, nur er alleine und sonst niemand. Lasse dich da bloss nicht bequatschen. Bleibe bei deinem Standpunkt und stelle deine Bedingungen, nämlich daß er sein Problem ganz konkret angehen soll und zwar sofort.

    Wenn er dann immer noch nicht handelt hast du zwei Möglichkeiten: so weitermachen und weiter leiden oder die Beziehung zu beenden. Alles andere ist verschwendete Lebenszeit.

    LG Marie

    Hallo Schokohasi!

    Die Situation kenne ich und ich fand es schrecklich nervig wenn diese Diskussionen losgingen, das braucht kein Mensch. Vor allen Dingen konnte ich sagen was ich wollte er hat immer weiter diskutiert. Er hat regelrecht Streit gesucht, meistens ging es darum was ich angeblich wieder falsch gemacht habe. Anfangs bin ich darauf noch eingegangen aber dann redete er noch mehr.

    Die letzten Jahre habe ich ihn total links liegenlassen und das Zimmer gewechselt leider hat das auch nicht viel gebracht. Ich habe versucht ruhig zu bleiben und mich anderweitig zu beschäftigen oder mich schlafend gestellt. So eine richtige Lösung war das leider auch nicht weil ich oft so wütend war daß ich dann selber nicht schlafen konnte.

    Ich kann dir leider auch nicht raten was du tun könntest, ihm höchstens die Pistole auf die Brust setzen und ihm eindringlich sagen daß du so etwas nicht möchtest aber erst dann wenn er wieder nüchtern ist. Ob das aber etwas bringt steht in den Sternen.

    LG Marie

    Hallo Schokohasi!

    Versuche dich etwas abzulenken und schöne Dinge zu unternehmen, einfach Sachen die dir guttun, du hast ja "sturmfreie" Bude momentan. Das hält zwar deinen Freund nicht vom Trinken ab aber dir geht es vielleicht etwas besser.

    LG Marie

    Hallo Schokohasi!

    Natürlich mache ich mir über die Zukunft Gedanken, wie es weiter gehen soll. Zwischendurch habe ich auch im Internet nach einer Wohnung geschaut, die Wohnsituation ist hier auf dem Land natürlich eher bescheiden.

    Ich hatte alles schon fertig geplant als ich ihm das Ultimatum gestellt habe, ich glaube auch wenn er aufgehört hätte zu trinken wäre ich gegeangen, es war einfach zuviel vorgefallen.

    Nein ich war mit mir nicht im Reinen ich habe erstmals nur funktioniert ich habe es oft empfunden als ob ich mein Leben retten würde. Schuldgefühle hatte ich ihm gegenüber keine mehr, schliesslich war er für seine Gesundheit selber verantwortlich.

    Ich hatte noch lange mir gegenüber Schuldgefühle daß ich so etwas überhaupt zugelassen habe. Ich fragte mich auch oft nach dem Warum, was war mit mir los dass ich das geduldet habe?

    Das habe ich mit professioneller Hilfe aufgearbeitet, es geht mit mittlerweilen wieder gut, es war ja auch wichtig mein Verhalten zu hinterfragen um nie wieder in so eine Falle zu tappen. Jetzt schaue ich nach vorne, ich kann Vergangenes nicht mehr ändern aber es in Zukunft besser machen.

    Ich habe auch hier im Forum viel dazu gelernt hier zu lesen und zu schreiben hat mir viel geholfen. Ich war nicht mehr alleine mit meinen Problemen.

    LG Marie

    Hallo Schokohasi!

    Wenn du mit einem zusammen warst, wie hast du den Absprung abgeschafft? Oder wie schafft man es überhaupt?

    Bei mir war es so daß ich ihn das erstemal betrunken erlebt habe als wir zusammen gewohnt haben und schon unser erstes Kind da war. Er hat sich anfangs nur auf Feiern regelrecht abgeschossen und wurde blöd und gemein, manchmal lagen da Monate dazwischen. Ich habe so viele Jahre gehofft es würde irgendwann besser aber nein es wurde immer schlimmer, die Abstände immer kürzer. Zum Schluß hat er täglich getrunken da waren die Kinder schon aus dem Haus.

    Als er so betrunken war daß er auf der Intensivstation gelandet ist habe ich ihm ein Ultimatum gestellt und gab ihm ein halbes Jahr um etwas zu unternehmen. Er hat dann entgiftet und begann eine ambulante Therapie, wurde aber immer rückfällig.

    Ich habe mein Versprechen wahr gemacht und bin gegangen und habe mir ein neues Leben aufgebaut, 10 Jahre ist das jetzt her. Ich habe ihn aber auch nicht mehr geliebt in mir war nur noch Wut und Verachtung. Er ist vor 4 Jahren an seiner Sucht verstorben.

    Was ich anders machen würde ich würde viel früher gehen denn es sind verschenkte Jahre so lange zu warten.

    Auch habe ich darüber nachgedacht, für mich persönlich ein Ultimatum zu stellen, wenn sich bis Oktober nichts ändert, zu gehen.

    Dann musst du dich auch daran halten sonst nimmt er dich überhaupt nicht mehr ernst.

    Sollte ich vielleicht seine Familie noch ins Boot holen? Seine Schwester z.B. kennt seine Vorgeschichte nur zu gut, es ist wohl nicht das erste Mal,dass er abhängig ist.

    Das würde ich erst dann ins Auge fassen wenn er wirklich ernsthaft aufhört, dann muß man ja das nähere Umfeld informieren daß in seiner Gegenwart nicht mehr getrunken wird. Es muß auch sämtlicher Alkohol aus dem Haus damit er nicht in Versuchung gerät. Ich finde es toll daß du so eine gute Freundin hast und auch für dich was machst.

    LG Marie

    Hallo Aram!

    Mein Mann hat sich ja entschuldigt und jedes Mal gesagt er hätte es nicht so gemeint und es würde nie wieder vorkommen. Was hat mir das letztendlich gebracht, richtig nicht viel. Das wäre ja genau als wenn mich jemand immer wieder bestehlen würde und sich dann entschuldigt, das Vertrauen zu dieser Person wäre irgendwann auch weg.

    Du hast ihm doch bestimmt gesagt daß dich so ein Verhalten kränkt und hat er es geändert? Nein er trampelt nach wie vor auf deinen Gefühlen herum, der Alkohol ist ihm wichtiger als alles andere.

    LG Marie

    Hallo Schokohasi!

    Herzlich willkommen hier in einem tollen hilfreichen Forum! Ich bin/war Partnerin eines viele Jahre trinkenden Ehemannes.

    Es gibt keinen Grund zuviel zu trinken weder um sich zu motivieren, noch weil man gestresst ist oder die Kinder anstrengend sind. Das sind Vorwände eines Süchtigen. Wenn jeder trinken würde weil er den Alltagsanforderungen nicht gewachsen ist, wenn Probleme auftauchen versucht man sie normalerweise zu lösen und nicht zu ertränken das hilft sowieso nicht weiter.

    Es gibt immer wieder Streit und Diskussionen über den Alkoholkonsum, er sagt,er weiss,dass er eine Sucht hat,hat 2x mit den AA telefoniert und hat mir vor 2 Monaten gesagt, er geht zum Arzt, erfindet meiner Meinung nach aber immer wieder Ausreden, es nicht zu tun.

    Solange er nicht einsieht daß sein Konsum absolut nicht in Ordnung ist und er unbedingt damit aufhören muß bist du machtlos. Da kannst du reden und diskutieren wie du willst. Ernst wäre es ihm wenn er zum Arzt geht und eine qualifizierte Entgiftung mit anschliessender Therapie (z.B. Selbsthilfegruppe) macht. Nur aufhören zu trinken reicht nicht mehr wenn jemand bereits süchtig ist, es kann zwar sein daß er vorübergehend weniger trinkt das hält aber nie lange an. Es muss ein vollkommenes Umdenken stattfinden und er muß Erlernen anders mit seinen Problemen umzugehen.

    LG Marie

    Hallo Aram!

    Und wenn er mich beschimpft, ist das wirklich, was er von mir hält? Naja, ich denke, das ist bei jedem anders.

    Das ist schlecht zu sagen aber meistens ist es purer Quatsch was ein nasser Alkoholiker so von sich gibt. Aber würde es dich beruhigen wenn du wüsstest er hat es nicht so gemeint? Die Worte verletzen ja trotzdem wer lässt sich schon gerne beleidigen? Bei meinem Mann waren es oft haltlose Anschuldigungen, besonders wenn ich seinen Konsum kritisiert habe wurde es schlimm.

    Wenn er sich nur entschuldigen wuerde!!!!!

    ... und dann wäre es leichter für dich?

    LG Marie

    Hallo Aram!

    Obwohl es dumm waere, weil ich mir die Notizen wieder lese und denke, dass er meine Wuerde schon genommen hat.

    Genau darum geht es letztendlich es ist gegen deine Würde so behandelt zu werden. Das gräbt sich mit der Zeit ganz tief in deine Seele und hinterlässt Spuren. Ich war irgendwann schon so weit daß ich seine Beschimpfungen geglaubt habe und er hat mir eingeredet nur deshalb würde er trinken.

    Ich habe mich verbogen und versucht es ihm recht zu machen, es hörte trotzdem nicht auf. Entschuldigt hat er sich auch viele Male aber geändert hat er nichts. Was nützen solche Entschuldigungen wenn die Verletzungen immer wieder passieren?

    LG Marie

    Hallo Franzl!

    Mir geht es seit 2 Wochen richtig schlecht, ich schlafe schlecht bis gar nicht mehr, meine Frau macht mich durch ihr Verhalten unsicher, wie es wohl in Zukunft weitergeht!

    Das verstehe ich nicht ganz, was hat denn deine Frau damit zu tun wie es weitergehen soll, hoffst du immer noch sie hört auf zu trinken und alles ist wieder gut? Sie hat doch eine Wohnung wenn sie die nötigsten Möbel reinstellt kann sie doch dort wohnen, renovieren kann sie dann ja immer noch. Die Initiative wie es weitergeht für dich und deine Tochter muß von dir ausgehen sonst wartest du in 3 Jahren immer noch wie es weitergehen soll.

    ....ich traue ihr keinen mm mehr, doch mein Problem ist, daß sie auf plumpe Art und Weise unsere Tochter auf ihre Seite zu ziehen, sie möchte das Tochter zusammen mit ihr in die neue Wohnung ziehen soll

    Es wird jetzt aber allerhöchste Zeit daß du dich jetzt hinter deine Tochter stellst das arme Kind hat schon genug gelitten und hat Besseres verdient als so ein Leben. Wenn du so weiterleben willst ist es deine Sache aber das Kind kann sich doch nicht wehren und ist ständig dieser fürchterlichen Situation ausgesetzt. Hoffentlich kommt sie bei den Großeltern etwas zur Ruhe.

    Meine Stieftochter ist ausgezogen und sagt mir nun das ich meine Frau auf die Straße setzten sollte! Sie sagt auch, sie werde sich nie ändern, zb nach dem letzten Gelage wieder der obligatorische Arztbesuch mit Überweisung zum Psychiater, diese liegen aber wie immer unberührt in der Ecke wie all die Jahre zuvor. Was soll man nun davon halten?

    Deine Stieftochter hat vollkommen recht daß sie ausgezogen ist, Hut ab! Sie hat das einzig richtige getan was man in so einer Lage tun kann. Du aber verharrst weiterhin in immer derselben Situation, deine Frau macht gerade eine Trinkpause und dann geht es wahrscheinlich weiter wie gehabt. Was zwei Erwachsene machen ist noch ihre Sache aber mir tut das kleine elfjährige Mädchen schrecklich leid.

    Was könnte dich denn aufrütteln daß du endlich die Initiative ergreifst?

    LG Marie

    Hallo Jules!

    Ich kann dir erzählen wie ich vorgegangen bin. Nachdem mein Mann mit Alkoholvergiftung auf der Intensivstation gelandet ist habe ich ihm als er wieder nüchtern war gesagt:"Entweder du unternimmst jetzt etwas gegen deine Sucht, ich gebe dir ein halbes Jahr danach bin ich weg"! Er hat sich zum ersten Mal einsichtig gezeigt und eine ambulante Therapie angefangen. Ein paar Wochen ging es gut dann hat er wieder getrunken. Ich habe mich nach dem halben Jahr von ihm getrennt weil ich einfach nicht mehr konnte. Selbst wenn er danach trocken geworden wäre wäre ich nicht mehr zurückgegangen.

    Viele Jahre habe ich mich bemüht, im Guten und im Bösen, gemacht hat er nichts. Manchmal versprach er mir aufzuhören, manchmal meinte er auch er hätte kein Problem mit dem Alkohol und wurde frech zu mir. Er hat dann mir für die Schuld gegeben daß er trinkt und lauter solche Sachen.

    Das Problem ist daß sich viele Süchtige einsichtig zeigen um die Partnerin ruhig zu stellen. Ich meine du hast doch schon genug getan, jetzt ist er an der Reihe und muß etwas davon umsetzen, er kennt den Weg ja. Wenn er ihn nicht von sich aus geht bist du machtlos und kannst noch so lange reden und helfen wollen.

    LG Marie

    Hallo Jules!

    Herzlich willkommen hier im hilfreichen Forum, ich bin auch Angehörige allerdings nicht mehr co-abhängig.

    Soll ich einfach nichts tun ? Kann man denn keinen Alkoholiker unterstützen?

    Bei der Hausärztin war ich nur mit um mich zu überzeugen das er dort ehrlich ist und nicht die hälfte verschweigt, war das falsch?

    Jetzt bin total verwirrt, ich dachte eigentlich das man schon da sein sollte aber nichts komplett übernehmen.....

    Das ist etwas schwierigdie Grenze zu erkennen aber auf keinen Fall sollst du für ihn machen das muß er selbst tun. Wenn er keine Einsicht zeigt kannst du noch so viel machen es wird nichts bringen. Wenn du Angst hast daß er bei der Hausärztin nicht ehrlich ist hat er sein Problem noch nicht erkannt bzw. nicht soweit erkannt daß er etwas ändern möchte.

    Es ist immer schwierig wenn Kinder involviert sind aber ich denke ihnen zu sagen daß ihr Vater an einer Krankheit leidet wäre offen. So klein daß sie das nicht verstehen können sind sie nicht mehr. Auch daß es bei dieser Krankheit zu zeitweiligen Veränderungen (Aussetzern) kommen kann verstehen sie bestimmt.

    Meinen Kindern gegenüber habe ich immer versucht zu vertuschen und alles schön zu reden. Ich würde heute anders handeln denn Ich mußte mir oft die Frage gefallen lassen warum ich ihn nicht viel früher verlassen habe. Wir haben uns aber ausgesprochen und unseren inneren Frieden gefunden, es ist auch schon lange her.

    Richte den Fokus vor allen Dingen auf dich und dein Wohlbefinden unabhängig von deinem trinkenden Ehemann. Vielleicht mal für ein paar Stunden etwas mit deinen Töchtern zu unternehmen wäre doch ein kleiner Anfang, einfach mal raus aus dem belastenden Umfeld um etwas durchzuatmen.

    Leider bist du gegenüber deinem Ehemann und seiner Sucht machtlos wenn er keine Einsicht gewinnt.

    LG Marie

    Liebe Lea!

    Vor allem auch die Meinung zu hören von Personen, die selbst mal getrunken haben. Und von erfahrenen Co's, die das alles schon hinter sich haben und jetzt mit einem anderen Blick darauf schauen.

    Diesen anderen Blick kannst auch du erreichen :) Ich habe sehr lange dafür gebraucht bis ich zu manchen Erkenntnissen kam, bei mir ist es ja auch schon einige Jahre her mit meinem neuen Leben.

    Ich finde es toll daß du dich hier einbringst und trotz viel Gegenwind weiter schreibst. Das ist sehr mutig von dir denn es ist nicht einfach so "zerpflückt" zu werden. Aber nur so kann sich vielleicht ganz langsam deine Denkweise ändern. Ich bin erst hier aufgeschlagen als ich die Trennung mental bereits vollzogen hatte. Ich wusste nicht so viel von Co-Abhängigkeit ich hatte einfach die Nase voll von meinem Mann, vieles geschah noch instinktiv um mich zu retten und zu schützen.

    Hier habe ich dann ganz neue Erkenntnisse gewonnen und Jahre später fing ich an das Erlebte aufzuarbeiten.

    Ja, meinen Denken ist schon ziemlich verdreht und voller Ausreden.

    Ich schätze mal im Grunde weisst du ja daß etwas gewaltig schief läuft in deinem Leben sonst hättest du dich hier nicht angemeldet. Du musst nur verschiedene Dinge umsetzen das ist das Schwierigste überhaupt.

    LG Marie

    Hallo Lea!

    Ich hab da noch so meine Hoffnungen (Ausreden?), dass ...


    * er ja gar kein "schlimmer" Alkoholiker ist (2-3 Starkbier täglich oder jeden zweiten Tag)

    * ich eigentlich diejenige bin, die das alles etwas eng sieht und ich nur meine Einstellung verändern muss

    * er bald aufhören wird, da er bald etwas Geld erbt, dann finanziell stabiler und zufriedener ist (andere Jobwahl, finanzielle Spielräume etc)

    * er nochmal ins Ausland geht (teilweise mit mir zusammen) und dort intensiv sein Kampfsport Training machen wird

    Ich lasse dir jetzt einfach meine Gedanken und Erfahrungen hier in den meisten Fällen läuft es so wie ich es erlebt habe.

    Ob es schlimm oder weniger schlimm ist hängt ja nicht von der Trinkmenge ab, du weisst ja gar nicht was er wirklich trinkt wenn ihr nicht zusammen seid.

    DU fühlst DICH mit seinem Konsum unwohl und bist unglücklich, vertraue doch DEINEN Wahrnehmungen, warum willst du DEINE Gefühle unterdrücken. Dann ist er vielleicht zufrieden weil du nicht mehr meckerst und hat genau das erreicht was er will. Wieso geht denn er nicht auf dich ein wenn er doch merkt du bist unglücklich? Er kann es nicht weil er süchtig ist und nur sich und seine Sucht sieht.

    Daß jemand aufhört zu trinken weil er Geld erbt ist mir aber neu. Vielleicht ist er jobmäßig unstabil weil er trinkt? Ja wenn schon jetzt das Geld fehlt warum versäuft er es dann? Kann es sein daß er eine Co hat die ihn dann durchschleppt? Die meisten Trinker kennen keine Scham und nützen die Familie, die Partnerin oder gute Bekannte aus wenn es darum geht die eigene Sucht zu befriedigen.

    Warum geht er ins Ausland und bleibt nicht hier und macht eine qualifizierte Entgiftung mit Langzeittherapie? Das bezahlt meist die Krankenkasse und ist bestimmt effektiver als sein Kampfsporttraining. Mein Mann hat viel Sport gemacht und trotzdem viel gesoffen.

    Apropos Trinkmenge, mein Mann hat zu Hause vor mir immer nur eine Flasche Bier getrunken, mich hat das schon genervt, dieses Zischen der Flasche, sein erster gieriger Schluck, furchtbar. Mich hat das schon aggressiv gemacht, ausserdem hatte er überall Alkohol gebunkert, im Haus in der Garage, in seinem Auto, bei seinen Eltern.

    Jetzt käme es mir gar vor, dass ich kurz vor der großen Veränderung in seinem Leben den Absprung mache. Er sagt selbst, dass er spürt, dasss er vor einem großen Wandel steht ...

    Sorry das sind Träumereien von einem Süchtigen ich könnte Bücher schreiben was mein Mann im tiefsten Brustton der Überzeugung mir versprochen hat, gehalten hat er nichts, im Gegenteil es wurde nur noch schlimmer. Vom Quartalstrinker mit gelegentlichen Abstürzen ist er zum täglichen Trinker geworden der seine Menge immer mehr gesteigert hat.

    Den Absprung könntest du ja trotzdem machen das ist ja unabhängig von ihm und seinen leeren Versprechungen es geht ja um DICH, DU bist doch eine eigenständige Person und nicht sein Anhängsel.

    LG Marie