So hier bin ich nochmal....
Weiß gar nicht recht, wo ich anfangen soll, mir gehen 1000 Gedanken durch den Kopf...
Also, für mich sind Geburtstag, Weihnachten und Silvester sehr schwierige Tage, da ich in meiner Vergangenheit, angefangen in meiner Kindheit viele negative und traurige Erfahrungen gemacht habe. Ich bin mit einem alkoholkranken Vater und einer Co-abhängigen Mutter aufgewachsen, ich habe noch einen autistischen Bruder, welcher schon sehr früh in ein Heim für behinderte Kinder gekommen ist. Da war ich 6 Jahre alt und ich habe ihn sehr vermisst, er war auf einmal einfach nicht mehr da und ich habe ihn nur noch 2-3 Mal im Jahr bei Besuchen gesehen.
Bei mir zu Hause herrschte der Aklohol und leider auch oft die Gewalt. Es gab keine Sicherheit, keine Geborgenheit und keine Fürsorge....ich musste halt zusehen, wie ich zurecht komme. Mein Vater hat meine Mutter häufig verprügelt und ich musste dies mit ansehen- immer wieder. Ich hatte ständig Angst um sie und ich wusste nie, was mich erwartet, wenn ich nach Hause komme. Manchmal war ich wie gelähmt, manchmal habe ich versucht Hilfe zu holen. Auf jeden Fall war da kein Platz für mich und meine (kindlichen) Bedürfnisse. Mein Vater hat oft damit geprahlt, das er ein Befürworter der antiautoritären Erziehung ist, ich empfand das als Sarkasmus pur. Mein Gefühl war, das ich ihm scheißegal bin, es gab für mich keine Grenzen, keine Liebe und keine Erziehung. Mit 15 kam es bei mir zu selbstverletzendem Verhalten, ich habe mir meine linke Hand mit Zigaretten verbrannt, das war ein einziger Schrei nach Hilfe. Aber auch das wurde unter den Teppich gekehrt, ich bekam eine Brandsalbe und musste mich damit selbst versorgen. Es hat Monate gedauert, bis es halbwegs heilte. Und es erinnert mich heute noch an diese schlimme Zeit, an meine totale Verzweiflung damals.
An Weihnachten gab es einige Jahre keinen richtigen Weihnachtsbaum, sondern einen selbstgebauten aus Holz, welcher nur mit viel Phantasie an einen Weihnachtsbaum erinnerte. Der sah so blöd aus, den hatte mein Vater gebaut, sollte wohl irgendwie "stylisch" sein- keine Ahnung. Und ich habe mich immer so darauf gefreut, wenn wir am 1. Weihnachtstag zu Oma und Opa gefahren sind, da gab es nämlich einen richtigen Weihnachtsbaum. An Weihnachten wurde oft noch mehr getrunken als sonst, ausserdem konnte ich mich dem Ganzen an den vielen freien Tagen nicht entziehen. Das einzig schöne waren die Geschenke, dafür hat meine Mutter gesorgt, aber alles andere war nicht wirklich schön. Mit Silvester verhält es sich ähnlich.
Ich habe mich immer für meinen Vater geschämt, weil er säuft und gewalttätig ist, weil ich ihn als ungepflegt wahr genommen habe, weil er so (Gefühls) kalt ist, so unnahbar und ichbezogen und vor allem, weil er so anders war- so anders als andere Väter. Ich bekam nur eine scheinheilige Anerkennung, wenn ich gute Noten in der Schule hatte, und in der Grundschule war ich immer Klassenbeste und damit hat er dann bei seinen Kumpels oder in der Kneipe angegeben....ja er hat mich auch öfters mit in die Kneipe genommen. Und da ich mich so für ihn geschämt habe, wollte ich auch keine Freunde zu meinem Geburtstag bei mir haben. Und wenn ich jemanden eingeladen habe, habe ich immer gehofft, das er erst spät nach Hause kommt, damit meine Freunde ihn nicht sehen, und das war Anspannung pur, leider keine positive...
Bei uns war einfach nichts normal, alles war anders, alles war schrecklich...ich habe mich immer nach Normalität gesehnt, nach Liebe, Freude, Wärme, Fröhlichkeit, Geborgenheit und Sicherheit....nach einer normalen Kindheit....
mach hier mal ne Pause, Gruß Lena