Wenn Jürgen schreibt, die Liebe des Co's sei klebrig & lästig, dann erklärt er damit sein persönliches Empfinden in dieser Sache als allgemeingültig.
Es werden jedoch bei den Alkoholikern viele verschiedene Eindrücke geblieben sein, von der totalen, geliebten oder gehassten Abhängigkeit über die Erfahrung eisiger Abweisung oder Missachtung bis hin zur völligen Gleichgültigkeit. Es gibt keine allgemein gültige Beschreibung des Verhältnisses zwischen Co & Alkoholiker.
Noch mehr verbieten sich Erklärungsmuster vom Typ "Wirt & Parasit". Ein komplexes sozial-okonomisch-emotionales Gebilde ist nicht vulgärbiologisch zu erklären, es sei denn, man meint das politisch, was dann allerdings infam wäre.
Auch die ökonomischen Verhältnisse zwischen Co & Alkoholiker sind variabel.
Dieser Diskussion liegt meines Erachtens ein Verständnis von Coabhängigkeit zu Grunde, das sich auf den pathologischen Aspekt zu beschränken scheint, demzufolge Coabhängigkeit als krank zu verstehen & alles weitere davon abhängig ist, auf welcher Seite dieser Grenzziehung die betroffene Person sich befindet.
Eine Steigerung findet dann statt, wenn man Coabhängigkeit sogar als Suchtkrankheit definiert & die entsprechenden Therapiemittel anempfiehlt. Das wird dann dazu führen, dass der Patient die Therapie verweigert oder sich von einer in eine andere Richtung verbiegt & immer noch nicht zu sich kommt.
Es ist an der Zeit, den 1. Baustein der Coabhängigkeit dem Bauschutt zuzuführen.