Hallo Jacky,
ich glaube, das Wort "Entzug" trifft das, was Dein Mann macht, nicht wirklich. Er macht Trinkpausen, was er selbst wohl nicht will und daher hat er schlechte Laune und lässt die an Dir aus. So mein Eindruck. Was erwartest Du von einem Menschen, der sich nicht um sein Wohlergehen kümmern kann, der bei den Symptomen, die Du beschreibst, nicht zum Arzt geht. Das ist in meinen Augen unverantwortlich. ABER es soll hier um Dich und nicht um ihn gehen.
ZitatIch wohne das erste mal ganz alleine ohne Kinder. Seit dem 17 Lebensjahr tat ich nie was anderes immer Kinder um mich herum gehabt. Es ist nicht leicht mich selbst zu finden und das alleine sein macht mir keine Freude auch nicht Unternehmungen alleine.
Ich hab auch nie allein gewohnt, bis ich ausgezogen bin. Es war ja ein Zeitpunkt, wo ich emotional eh ein Wrack war und mich grundsätzlich neu orientieren musste. Mein Kind war weit weg und meinen Mann wollte ich nicht mehr. Ich hab auch auf meinem Bett gesessen und Rotz und Wasser geheult und war unglücklich. Ich habe mich einer Gruppe für Angehörige von Alkoholikern angeschlossen, die dann leider ganz schnell aufgelöst wurde, weil sich Strukturen geändert haben, aber ich hab dort eine ganz liebe Freundin gefunden, die meine Situation aus eigenem Erfahren kannte und mit der ich bis heute eng verbunden bin. Vielleicht gibt es solche Selbsthilfegruppen ja in Deiner Nähe. Sich selbst finden ist auch ein Weg. Ich hab damals ganz viele Bücher gelesen, hab hier die Lebenswege gelesen, mir 2-3 rausgepickt und gedacht, so mach ich das auch und dann find ich mich selbst. Was lag ich daneben. Mir hat es geholfen, ein altes Hobby wieder auszugraben. Da konnte ich Stunden mit verbringen ohne an meine Probleme zu denken. Ich bin wieder 1x die Woche zu einem Sportkurs gegangen. Der war auf 10 Wochen begrenzt, aber damit war wieder ein Abend abgedeckt. Wie gesagt, mach ich wirklich lange Spaziergänge, sind schon mal 10-15 km. Damit hab ich auch damals angefangen. Alles war besser, als auf dem Bett zu sitzen und zu heulen. Obwohl, im Wald allein hab ich auch schon mal geheult - aber nicht weiter sagen. Und ich habe gelernt, dass es ich meinen Mann nicht ändern kann, egal was ich anstelle. Wenn er nicht will, wird das nix. Ich hab dann versucht, ein Leben für mich aufzubauen. Das hat mich auch gut abgelenkt. Wichtig war eben auch, gedanklich von ihm weg zu kommen.
Schau auf Dich und nicht auf ihn.
sonnige Grüße
Lütte