Beiträge von lütte69

    Hallo Susanne,

    ich denke es ist hier, wie überall im Leben - die Welt ist kunterbunt und für jeden ist was dabei. Der eine spricht auf die sanftere Art an und der andere braucht eine "härtere" Ansprache. Jeder hat halt seinen Schreibstil. Ich persönlich mag diese Ansagen mit ... Du musst, Du solltest ... nicht. Ich kann immer nur von meinen Erfahrungen als Lütte schreiben. Tipps versuche ich als Frage zu formulieren. Mir haben diese Fragen zu Anfang sehr geholfen, weil ich die eher an mich ran gelassen habe als Aufforderungen. Als ich hier angekommen bin, war ich eh in einem emotionalen Ausnahmezustand, hilflos und völlig verunsichert. Da hätten mir diese "härteren" Ansagen doch sehr zu schaffen gemacht, weil ich mich dann noch unzulänglicher gefühlt hätte. Aber das ist eben meine Lütte-Art die Dinge hier wahr zu nehmen. Wenn jemand mit meinen Schreibstil nicht zu Recht kommt, kann ich mich noch einmal erklären, aber ich lass mir da keine grauen Haare drüber wachsen. Ich schreibe mehr für mich als für den anderen. Ist es für den anderen Hilfreich um so besser, aber das ist nicht meine Hauptmotivation.

    Und meine Co-Seele kann heute auch mit "härteren" Post's sehr gut umgehen (musste ich aber erst lernen). Ich fände es gut, wenn Du Dich nicht verbiegen würdest und weiter in Deiner Art schreibst. Wie der andere das aufnimmt, liegt ja nicht in Deiner Hand.

    Herzliche Grüße
    Lütte

    Hallo Angel,

    willkommen im Forum. Da hast Du ja schon einen langen Leidensweg hinter Dir. Deine Fragen und Deine Gefühle kommen mir sehr bekannt vor.

    Ich versuch mal, ein bisschen aus meinem Nähkästchen zu plaudern.

    Zitat

    Das Fazit hier lautet Trennung, gibt es Erfahrungen wie es gelungen ist dem Partner das Problem, dass ich habe, ihm deutlich zu machen, so das eine Änderung eintritt? Wer hat das geschafft?

    Meinem Mann wurde das Problem deutlich, als ich ausgezogen bin. Da hat er sich, wenn auch anfangs sehr widerwillig, bewegt. Er ist nicht den Weg gegangen, den ich mir für ihn ausgemalt hatte, aber er ist seit 2 Jahren trocken und wir leben wieder glücklich zusammen. Was ich daraus gelernt habe ist, dass ich den anderen nicht ändern kann. Er lebt sein Leben so, wie er es für richtig hält, aber ich kann mich ändern. Wenn mir etwas nicht mehr passt oder mir Bauchschmerzen bereitet, kann ich für mich schauen, was ich ändern oder tun kann, damit es mir besser geht. Das nächste, was ich gelernt habe ist, wieder mir zu vertrauen, meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Das ist nach jahrelangem Unterdrücken nicht so einfach, aber es wird.

    Die große Frage hier ist für mich: WAS WILLST DU??? Du schreibst ganz viel, was Dein Mann sagt und tut (oder nicht tut), aber was will Angel. Was fühlst Du bei dem Gedanken, dass Du ein eigenes Reich ohne Deinen Mann hast. Ist das ein gutes oder ein beängstigendes Gefühl? Was wenn Du bleibst und die Spirale sich weiter nach unten dreht? Könntest Du das Haus zur Not nicht vermieten oder verkaufen und Dir was eignes suchen?

    Ich wusste zu Anfang gar nicht was ich wollte. Ich musste da nur erst mal raus, um überhaupt zur Ruhe zu kommen. Kopf und Gefühl haben völlig gegeneinander gearbeitet. Vom Kopf her waren mir die Schritte, die ich tun wollte klar und ich hatte dabei katastrophale Bauchschmerzen. Ich bin auch erst ausgezogen, als ich mir klar war, dass mein Mann das Haus auch alleine bezahlen kann. Heute sehe ich das anders. Unsere Männer sind erwachsen und treffen ihre eigenen Entscheidungen. Ich bin nicht für ihn verantwortlich. Das konnte ich erst nach über einem Jahr fühlen und es war für mich eine Art Befreiung, ich musste nicht mehr kämpfen, konnte anders mit ihm umgehen und von da an ging es mit unserer Beziehung aufwärts unter der Bedingung: kein Alkohol mehr.

    Zitat

    Er hat mir schon gedroht sich um zubringen, wenn ich ihn verlasse, letztes Weihnachten war es dann soweit, reichlich Schnaps und dazu Schlaftabletten. Einweisung in Psycho wurde 24 Stunden festgehalten und dann entlassen. Wenn ich mich trenne geht er unter, selbst wenn er sich nichts antut.
    Wie kommt mit so einer Schuld klar?

    Du hast keine Schuld. Wie schon gesagt, er ist erwachsen und kann seine eigenen Entscheidungen treffen. Wenn er die Entscheidung trifft unterzugehen, dann ist das seine Entscheidung und Punkt. Ich kann mir vorstellen, dass Du gerade sehr skeptisch bist, aber was hast Du nicht schon alles versucht, um ihn vom Trinken abzuhalten, falls Handstand oder im Tütü rumlaufen noch nicht dabei war, kannst Du es ja noch probieren (Ironie aus), aber bei mir hat es nicht geholfen. Ich denke nicht, dass irgendwas funktioniert hat. Nein, er hat sich entschieden zu saufen, also säuft er. Entscheide Du Dich für Dein Leben und finde heraus, wie Du leben möchtest.

    Zitat

    Seit gestern ist er wieder halbwegs nüchtern und bedauert das alles sehr und will sich natürlich bessern.


    Keine Worte mehr, er soll in die Puschen kommen und Tun. Alles andere kannst Du bei einem nassen Alki vergessen.

    Zitat

    Verwirrt, ratlos, wütend, enttäuscht, kann man das alles auf einmal sein?

    Das waren in der ersten Zeit meine Dauergefühle. Aber irgendwann wurde es besser, als ich für mich Entscheidungen getroffen habe, viel geweint hatte und meine Freundinnen zu getextet hatte, dann irgendwann ging es bergauf. Das Forum war auch sehr wichtig für mich, weil die Leute hier wussten wovon ich rede. Ich war mit dem ganzen Schlamassel nicht allein. Das hat mir gut getan.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld (für Dich) für Deinen Weg
    Herzliche Grüße
    Lütte

    Hallo Simonchen,

    herzlich willkommen im Forum.

    Ich hab mal 2 Fragen, die Du hier nicht beantworten musst, aber die Dir vielleicht helfen könnten.

    Wie stellst DU DIR DEIN Leben vor?

    Kannst Du das mit ihm realisieren?

    Ach so, die Antwort steht ja schon hier:

    Zitat

    Ich bin 28 und eigentlich wollte ich in den nächsten 3 Jahren heiraten, Haus kaufen, Kinder bekommen, einfach sesshaft werden. Diese Zukunft sehe ich momentan nicht. Und mit ihm an meiner Seite schon gar nicht.

    Hm, und nun? Auf was wartest Du?


    Du hast ja einen gewaltigen Einfluss auf Deinen XY

    Zitat

    Jedesmal wenn ich etwas über mich sage und wie überfordert und kraftlos ich bin, macht das seine Situation schlimmer. Entweder trinkt er dann am nächsten Tag oder der Tag kann unter Depression abgeschrieben werden.

    Und ich finde das auch nicht nett von Dir, ihn so zu überfordern - Ironie aus.

    Simonchen, wenn er saufen will, findet er Gründe. Das kannst Du sein, die Fliege an der Wand oder das Blatt, was falsch vom Baum fällt. Du bist an gar nichts schuld. Dein xy ist erwachsen und trifft seine Entscheidungen. Das ist etwas, was ich auch nur sehr schwer gelernt habe. Wenn er saufen will, dann hat er alles Recht dazu. Es ist sein Leben. Er hat doch die Möglichkeit, sich anders zu entscheiden. Das liegt nicht in Deiner Hand. Du kannst Dein Leben gestalten. Gerade im Moment sieht das schwierig aus bei Dir, weil sich alles in Dir um Deinen Partner dreht. Versuche doch Dich an die erste Stelle zu stellen (komisches Deutsch :wink: ). Ich war auch eine gute Co und hab Jahre lang diesen Tanz mit gemacht. Meine Erfahrung ist, so lange wie ich nicht für mich gehandelt habe, ist mein Leben nicht besser geworden oder so wie ich es mir gewünscht hätte. Als ich in Aktion kam, da passierte dann auch was. Heute geht es mir wieder gut, mit Ehemann.

    Jammern muss auch mal sein. Dir geht es nicht gut und das muss auch mal raus. Mir hat es immer geholfen, mir den Frust von der Seele zu reden/zu schreiben und ich hab viele Tränen vergossen. Wichtig war aber am Ende, dass was passierte, dass ich mich bewegt habe, Entscheidungen getroffen habe und mein Leben geändert habe.

    Ich wünsche Dir, dass Du Dein Leben gestalten kannst.
    Viel Kraft und Geduld dafür
    Lütte

    Hallo weinender Engel,

    hier will Dir niemand was Böses oder Dich persönlich angreifen. Wir sind eine SELBST-HILFE-GRUPPE. Für mich heißt das Hilfe zur Selbsthilfe. Wir schreiben hier unsere persönlichen Erfahrungen. Diese persönlichen Erfahrungen haben zu Anfang ziemlich starken Druck auf mich ausgeübt. Als gute Co war ich es ja gewohnt, alles allen recht zu machen. Hier wollte ich das natürlich auch so weiter tun, aber es setzte mich wirklich stark unter Druck und ich merkte, dass nicht alles, was für andere richtig war, auch für mich richtig ist. Das hieß für mich, ins Handeln zu kommen. Ich musste für mich das richtige rausfinden. Manche Beiträge, die zu Anfang richtig weh getan haben oder bei denen ich schon beim lesen die Palme hochgeschossen war, erwiesen sich bei mehrmaligen lesen als sehr wertvoll für mich. Das war dann die Hilfe für mich. Wir sind doch alle einzigartig mit unseren Geschichten und so muss jede/r ihren/seinen Weg gehen. Viele Wege ähneln sich, aber sie gleichen sich nicht.

    Manchmal bin ich bezüglich meines Weges auch sehr unsicher, weil er von vielen hier abweicht. Ich lebe wieder mit meinem Mann zusammen, der keinen Alk mehr trinkt (auch kein alkfreies Bier) und der keine Therapie gemacht hat. Aber trotzdem haben wir uns in diesen 2 Jahren beide sehr verändert. Wir können wieder miteinander auf Augenhöhe reden. Unsere Prioritäten haben sich geändert und wir genießen unser gemeinsames Leben wieder. Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, aber mit Hilfe des Forums habe ich gelernt, mich selber wieder wichtig zu nehmen, auch unangenehme Dinge anzusprechen und gelassener zu sein. Es war ein schwerer Weg mit vielen Zweifeln und Tränen, aber er hat sich gelohnt und er geht weiter.

    Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest und Dein Leben genießen kannst.

    Herzliche Grüße
    Lütte

    Hallo boebe,

    ich sehe es wie Aiko und Kaleu. Dein Limit ist noch nicht erreicht. Ich hab das Gefühl, Du hast Angst, selbst in die Puschen zu kommen. Du wartest und hoffst, dass von außen irgendwas passiert - am besten es macht Peng und die Welt ist schön. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das bei mir nicht passiert ist. Erst als ich angefangen habe mich zu bewegen, was zu tun, da ist auch was passiert. Ich musste eine Entscheidung fällen, ich habe eine Entscheidung gefällt. Es war unheimlich schwer, zu meiner Entscheidung zu stehen und die Dinge auszuhalten. Mein Kopf und mein Gefühl waren meilenweit auseinander. Ich fühlte mich innerlich total zerrissen. Aber es ist was passiert. Ich war in Aktion und nicht mehr das arme Opfer, das ausharrt. Ich hatte den Mut, für mich selbst zu entscheiden.

    Vielleicht haben die Zuschauer manchmal einen besseren Blick auf das Hamsterrad als der Hamster selbst. Mir hat es geholfen, mir bestimmte Dinge vorzustellen und in mich reinzuhorchen, wie ich mich bei dem oder dem Szenario fühle. Wie fühlt es sich für Dich an, Tag für Tag auf Deinen XY zu warten? Wie fühlt es sich an, mit Deinem Kind was zu unternehmen ohne die quälenden Gedanken, was XY nun schon wieder macht. Er ist erwachsen und entscheidet für sich, was er will und Du bist erwachsen und entscheidest über Dein Leben.

    Liebe Boebe, Entscheidungen für Dein Leben kann Dir niemand abnehmen. Es ist doch gut, das auch selbst in der Hand zu haben und nicht abhängig zu sein. Als ich zur Beratung gegangen bin, hab ich auch gedacht, die sagen mir jetzt, was ich zu tun hab, dann mach ich das und die Welt ist wieder schön, aber nix da :shock: . Ich hab mir alles angehört und dann für mich sortiert und bin meinen Weg gegangen. Vielleicht kannst Du auch mal Dein Hamsterrad anhalten, raustreten und schauen, was es noch so gibt in der Welt.

    Dafür wünsche ich Dir viel Kraft und Geduld
    Lütte

    Hallo Chloe,

    ich bin nur ein kleines Beispiel. Das Leben hat so viele Facetten. Und eins hab ich hier auch lernen dürfen/müssen ... sich vergleichen bringt nichts. Mein Weg ist mein Weg, weil ich die Lütte bin und so bin wie ich bin - fertig. Ich hatte bei meiner Ankunft auch Vorbilder hier im Forum, Leute, vor denen ich auch heute noch den Hut ziehe, weil sie IHREN Weg gegangen sind. Ich wollte alles so machen wie sie oder wie es in den vielen Büchern stand - hat so auf Anhieb nicht funktioniert. Nachdem ich angefangen hatte, dafür zu sorgen, dass es mir gut geht (anfangs mit ganz schlechtem Gewissen), konnte ich irgendwann spüren, dass sich was verändert. Es veränderte sich, weil ich mich verändert hatte. Das ist das einzige, was in meiner Hand lag, mich zu verändern. Und noch etwas, was mir das Forum gezeigt hat: Dinge, die mich beim ersten lesen auf die Palme getrieben haben, gaben mir im nachhinein sehr zu denken und ich konnte viel für mich mitnehmen.

    Wenn Du mit xy unbedingt reden willst, versuch bei Dir zu bleiben. Formulier Ich-Sätze, sprich über Deine Gefühle, versuche, wenn-dann-Sätze zu vermeiden. Ich hab in diesem Zusammenhang auch sehr viel über Kommunikation gelernt, was mir immer noch (auch im Job) sehr zu gute kommt.

    Chloe, schau, dass es Dir gut geht und geh DEINEN Weg

    Herzliche Grüße
    Elke

    Hallo Chloe,

    herzlich willkommen im Forum.

    Wie Renate und Speranza schon schrieben, kannst Du einen nassen Alki nicht trocken legen. Bei mir war es so, dass dieses Gefühl nach über einem Jahr in meinem Bauch angekommen war. Da konnte ich loslassen und hab mich nicht mehr verantwortlich gefühlt. Wichtig war eben dieses Fühlen. Vom Kopf her waren die Dinge klar, aber das Gefühl hat rebelliert. Das war eine schwere Zeit, diese innere Widersprüchlichkeit auszuhalten. Heute weiß/fühle ich, dass jeder für sich verantwortlich ist. Wenn jemand trinken will, dann wird er das tun und es ist egal wie ich mich verhalte. Du hast Angst, dass Du der Auslöser für Depressionen bei Deiner xy sein könntest. Auch hier, sie ist erwachsen. Sie kann sich dafür entscheiden, zum Arzt zu gehen und sich professionell behandeln zu lassen. Alles andere ist für mich nur die Entscheidung, nicht in die Puschen kommen zu wollen und etwas ändern zu wollen. Dieses Forum zeigt ja auch, was alles möglich ist.

    Am Anfang kreisten meine Gedanken auch nur um meinen xy, wenn er nicht mehr trinken würde, wären all meine Probleme weg - hab ich gedacht. Er trank nicht mehr und ich war immer noch nicht glücklich :roll: . Heute geht es uns gut. Wir haben beide viel an uns gearbeitet, vieles aufgearbeitet und die eine oder andere Lebensphilosophie ist über Bord gegangen. Wir haben auch unsere Chance genutzt und ich bin zufrieden mit meinem Leben. Wichtig für mich war eben diese Baucherkenntnis, dass ich den anderen nicht ändern kann und nicht für ihn verantwortlich bin.

    Wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    Lütte

    Hallo Ahoi,

    bei allem, was Du geschrieben hast, hast Du Deinem Sohn doch aber auch vorgelebt, dass Du für Dich entscheiden kannst. Du hast Euch aus der Situation rausgezogen und sorgst für Euch. Das ist doch auch etwas, das Du ihm mitgibst. Das Leben in die eigene Hand nehmen, Situationen, die Dir nicht gut tun, verlassen.
    Hut ab und mach weiter so und es ist doch auch spannend, das eigene Ich wieder neu zu entdecken und zu definieren.

    Liebe Grüße
    Lütte

    Hallo Boebe,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Na, da wird es ja mal Zeit zu schauen, was Du so haben möchtest oder auch nicht haben möchtest.
    Mir hat es sehr geholfen, das mal klar für mich zu definieren. Dann konnten die nächsten Schritte (die Umsetzung folgen).

    Wünsche Dir einen schönen Austausch
    LG Lütte

    Hallo Engel,

    kann mich Kaleu's Worten nur anschließen. Mal ganz krass gesagt: DU hast ein Problem, also liegt es an DIR, wie DU damit umgehst. Es hat bei mir wirklich über ein Jahr gedauert, bis mir bewusst war (ich meine wirklich gefühlt bewusst), dass ich nur darauf gewartet habe, dass
    1. er einsieht, ein Alkoholiker zu sein,
    2. er eine Therapie macht
    3. er sich dadurch ändert
    4. diese Änderung so abläuft, dass sie für mich glaubhaft ist
    5. und danach sind alle Sorgen beseitigt.

    Um mal ein Filmzitat zu nutzen "Das geht doch gar nicht". Heute ist mir das klar, aber es hat gefühlt ewig gedauert und war mit vielen Ängsten und Zweifeln behaftet bis das vom Kopf ins Herz gewandert ist. Daher kann ich nur sagen, dass es mir unwahrscheinlich geholfen hat, mich auf mich zu konzentrieren, damit kam ich von diesem ständigen was wäre wenn und würde er..... weg. Diese innere Veränderung ging bei mir sehr langsam vor sich. Ich hab oft genug mit mir gehadert, an mir gezweifelt und war wütend auf diese ganze Sch**ßsituation. Ich war sogar kurz davor unsere Ehe nach über 20 Jahren zu beenden. Das war meine Kapitulation, da fühlte ich, dass ich ihn nicht ändern kann. Von da an ging es mit unserer Beziehung Schritt für Schritt bergauf.

    Ich würde es vielleicht nicht so krass wie Jürgen ausdrücken, aber es ist schon wichtig auch als Co in die eigene Verantwortung zu kommen. Was will ich, was will ich nicht und das auch umzusetzen. Das fällt mir heute noch nicht leicht, weil ich ja immer jemand auf die Füße treten könnte - ich trainiere aber ständig :wink: . Ich habe auch lieber geschaut, was mein Mann mal wieder tat oder nicht tat, um nicht selber in die Verantwortung gehen zu müssen. Aber wie gesagt, ich denke, dass diese inneren Veränderungen viel Zeit und Geduld brauchen und auch nicht immer gleich sichtbar sind.

    In diesem Sinne liebe Engel schick ich Dir ein Kraftpaket und einen Geduldsfaden (mal leihweise von silberkralle :wink: )
    LG Lütte

    Hallo Engel,

    Zitat

    Versuche ich ja, aber er sieht sich nicht Alkoholiker. Und solanage das so ist, wird sich nix ändern

    Das hat mich auch lange beschäftigt. Als ich das aber auch gefühlsmäßig abgeben konnte, ging es mit unserer Beziehung bergauf. Mein Mann trinkt nicht mehr, er möchte mit mir leben. Es ist seine Entscheidung.

    Was wäre denn, wenn er zu Dir sagt, dass er Alki ist, damit er seine Ruhe hat? Damit ist Dir doch genauso wenig geholfen. Ich kann Deine Gedanken und Gefühle gut nach vollziehen. Es ging mir ja bis vor ca. einem Jahr genauso. Als dann in meinem Gefühl auch angekommen ist (vom Kopf her war alles klar), dass ich nicht meinen Mann und sonst auch niemanden ändern kann, da konnte ich mich auch von diesem Gedankenkonstrukt verabschieden. Ich kann mich ändern. Ich kann für mich rausfinden, was ich möchte, was ich brauche und womit ich auf keinen Fall leben möchte. Das ist schon ein erster Schritt. Die Umsetzung meiner Wünsche und Bedürfnisse ist dann ein zweiter Schritt, der manchmal nicht so einfach ist. Aber es hat sich für mich gelohnt, diese Wege zu gehen und ich behaupte mal ganz frech, dass es sich für meinen Mann auch gelohnt hat und weiterhin lohnt. Es ist nicht immer eitel Sonnenschein, aber ich fühle mich wohl in unserer Beziehung.

    Wünsche Dir ein schönes WE
    Lütte

    Huhu Jules,

    gibt es Deine Medis nicht auf Rezept? Musst Du so viel dazu bezahlen?

    Ich werde aus Deinem Post nicht ganz schlau.

    Zitat

    Auf der arbeit läuft es zwar blenden aber alle wenden sich von mir ab.

    Meinst Du das ironisch? Kennst Du einen Grund, warum sich alle von Dir abwenden?

    Wenn es Dir akut schlecht geht, könntest Du nicht Deinen Arzt aufsuchen?

    Ich würde Dir gern helfen, weiß aber gerade nicht wie?

    LG Lütte (die :wink: )

    Huhu Jules,

    gut, dass Du schaust, was Dir gut tut. Aber warum solltest Du mit Deinen Wünschen jemanden verärgern oder hinten an stellen? Das sind doch dann die Gefühle von Deinem Gegenüber und für die bist Du ja nun wirklich nicht verantwortlich. Also immer raus mit den Wünschen. Andere müssen sie nicht erfüllen, aber Du kannst sie Dir erfüllen.

    Ich drück Dir auf alle Fälle für den Bilderverkauf beide Daumen

    Herzliche Grüße
    Lütte

    Hi,

    wollte mal ein Up-Date da lassen. Letzten Sommer war ich soweit, dass ich alles hinschmeißen wollte. Er trank nicht mehr und trotzdem war ich unglücklich. Er hatte dies nicht und jenes nicht - ihr merkt es, es wurde Zeit, dass ich ihn innerlich wirklich los lies. Das war ein böser Kampf in mir. Es fühlte sich an, als würde ich ihn nicht mehr lieben. Wir haben uns innerhalb der Wohnung räumlich getrennt und ich hab an einen endgültigen Auszug gedacht. Und was soll ich sagen, von da an ging es mit unserer Beziehung bergauf. Wir hatten beide die nötige Distance und persönlichen Freiraum und konnten uns unabhängig voneinander unsere Gedanken machen. Und wir fingen wieder an, auf Augenhöhe miteinander zu reden, dem anderen zu zuhören. Es gab neue Erkenntnisse und Sichtweisen. Wir haben jeder auf seine Weise an unserer Beziehung gearbeitet. Wir haben wieder zueinander gefunden. Jetzt nach 2 Jahren hab ich das Gefühl, dass die Dinge, die mir damals vom Kopf her klar waren auch in meinem Gefühl/Herzen/Bauch angekommen sind. Ich fühle mich wohl, gestalte mein Leben und bin wieder gern die Frau an seiner Seite.

    Geduld ist auf diesem Weg so unendlich wichtig. Ich hab Sachbücher gelesen ohne Ende und wollte die schlauen Erkenntnisse am liebsten gleich und sofort umsetzen, hatte aber immer das Gefühl, dass nichts passiert. Aber die inneren Veränderungen brauchen wohl mehr Zeit als ich dachte :wink: . Manche Verhaltensmuster haben sich wirklich tief eingegraben und es braucht/e schon ne Menge Übung neue Muster zu entwickeln. Aber es lohnt sich und ich fühl mich auf einem guten Weg. Das Forum (vor allem der erweiterte Bereich) waren ein guter Wegbegleiter in dieser Zeit.

    Lütte

    Hallo mittendrin,

    Zitat

    Vor der Erkenntnis, dass man nie den Anderen ändern kann sondern nur sich selbst steht immer das Leid.

    Bei mir hat es von der Erkenntnis, dass ich mit dem Alkoholkonsum meines XY (nach außen waren wir ein funktionierende Familie) nicht mehr klar komme bis zu der von Kaleu geschriebenen Erkenntnis ungefähr 14 Monate gedauert. Ich hab Bücher verschlungen, bin aus- und wieder eingezogen, hab an meiner Liebe gezweifelt ... - ein steiniger Weg. Als ich fühlen konnte, dass es völlig Banane ist, was ich tue, ich kann ihn nicht ändern, von da an konnte unsere Beziehung gesunden. Wie gesagt, es hat über ein Jahr gedauert, in dem er auch nicht mehr getrunken hat und ich trotzdem nicht glücklich war. In dem Moment, wo sich jeder auf seine Verantwortung besann, nämlich nur der sich selbst gegenüber, konnten wir uns wieder auf Augenhöhe begegnen.

    Es ist ein tolles Gefühl, geliebt zu werden. Für mich wurde es zur Last. Meine damalige und die mir eingeredete Definition von Liebe hätte mich bis ans Lebensende gezwungen, meinen Alk-XY zu ertragen und mich zu verleugnen. Heute weiß ich es besser und die Liebe ist ein anderes aber um so schöneres Gefühl. So lange wie ich funktioniert habe, konnte er trinken, musste nichts ändern, aber als ich los ging und mich änderte, konnte er für sich eine Entscheidung treffen. Er hat sich für mich entschieden, worüber ich sehr glücklich bin, aber auch die andere Möglichkeit hatte ich kalkuliert und war bereit, auch meinen Weg ohne ihn zu gehen.

    Liebe mittendrin, für mich war es wichtig und gut, mir wieder selbst zu vertrauen. Einiges von dem, was mir hier geantwortet wurde, war mir auch nicht recht und beim ersten Lesen war ich auf 180, aber es hat sich gelohnt für mich mal zu schauen, warum ich so reagiere. Das war nicht immer einfach und schön, weil auch ich taffe Frau hatte Verlustängste, wollte nicht klein und schwach sein, immer alles im Griff haben und meine Aufmerksamkeit wurde eben von XY auf mich gelenkt. So lange ich mir über ihn den Kopf zerbrochen habe, musste ich bei mir nicht schauen und brauchte nichts verändern. Es fühlte sich nämlich für mich leichter an, wenn er was ändert. Aber da war ich auf dem Holzweg, weil nix wurde besser. Als ich anfing mich zu bewegen, begann es im Getriebe zu knirschen. Und heute bin ich glücklich mit meinem Mann, der nicht mehr trinkt und auch mehr zu sich selbst gefunden hat. Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, aber wir können beide besser mit schwierigen Situationen umgehen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    Lütte

    Hallo,

    mit ähnlichen Fragen wie Du, bin ich auch mal hier aufgeschlagen. Das ist jetzt 2 Jahre her. Rückblickend war für mich wichtig, wieder zu lernen meinen Wahrnehmungen zu trauen und mich wichtig zu nehmen. Du spürst, dass etwas für Dein Empfinden falsch läuft. Er trinkt in Deinen Augen zu viel Alk. Nur das ist es, was zählt. Wenn Du Dich damit nicht mehr wohl fühlst, ist es doch völlig Banane, was andere dazu sagen. Ob er Alki ist oder nicht, ist am Ende nebensächlich. Diese Aussage kann auch nur er treffen und ich nehme an, er sieht es nicht so. Wie möchtest Du leben? Was ist Dir wichtig? Darauf kommt es an.

    LG
    Lütte

    Hallo Neuweg,

    was für Dich richtig ist, kannst nur Du Dir beantworten. Ich bin nach 4 Monaten auch zurück gegangen ohne dass mein Mann eine Therapie oder sowas gemacht hat. Aber er hat nicht mehr getrunken. Ich wollte uns noch eine Chance geben. Es war zu Anfang (fast 9 Monate) eine schwierige Zeit, so wie Du sie beschreibst. Ich war kurz davor wieder - dann für immer - zu gehen. Ich hatte immer das Gefühl, er ist nicht glücklich und verbiegt sich meinetwegen. Es war eine anstrengende Zeit. In dem Moment wo mir das dann alles egal war und ich ihm das auch gesagt und gezeigt habe, wurde es Schritt für Schritt besser. Ich fühle mich wieder wohl zu Hause mit ihm mit allem was dazu gehört. Wir arbeiten gemeinsam an unserer guten Beziehung.

    Schau ganz genau wie Du Dich wobei fühlst und vertrau Dir.


    LG Lütte

    Hallo Beno,

    Zitat

    Was soll ich sagen? Ich hätte mir natürlich die ein oder andere Meinung oder auch Erfahrung von Euch gewünscht, die mir ein Beispiel aufzeigt, wie man es zusammen schafft.

    Hm, lies mal bei Clärchen, die hat mir viel Mut gemacht. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass die Chance, es gemeinsam zu schaffen erst dann bestand, als ich wirklich auch innerlich losgelassen hatte. In dem Moment, wo ich das fühlte und er auch merkte, dass ich nicht mehr an ihm ziehe, da konnten wir uns wieder auf Augenhöhe begegnen. Das hat aber von meinem Auszug für 4 Monate dann auch noch ein Jahr gedauert, bis ich zu diesem Gefühl kam. Im ersten Moment dachte ich, dass ich ihn nicht mehr liebe, aber das war's nicht. Ich habe die Verantwortung für sein Handeln und Fühlen nicht mehr gespürt und das war eine neue Erkenntnis für mich und für ihn. Jetzt dränge ich meine wirklich gut gemeinte Hilfe nicht mehr auf. Egal bei wem, wer meine Hilfe möchte, kann mich fragen - ich helfe gern. Ich mach auch sporadisch ein Hilfsangebot, wenn es nicht erwünscht ist, ist es für mich ok. Ich mache meinen Selbstwert nicht mehr daran fest. Meist jedenfalls, es braucht alles Geduld und Übung.

    Im Nachhinein hat mein Mann gesagt, dass mit meinem Auszug eine Welt für ihn zusammengebrochen ist. Ich denke, er kann bist heute nicht verstehen, dass ich ohne ein Wort zu sagen von heut auf morgen einfach weg war, aber auf der anderen Seite hat er auch zugegeben, dass reden nicht geholfen hätte. Auch wenn ich anfangs ein schlechtes Gewissen hatte, es war mein Weg und wir sind bisher gemeinsam auf einem guten Weg. Was bei Dir natürlich erschwerend hinzu kommt, ist Dein minderjähriges Kind. Deine Frau kann auf Grund ihrer Sucht meines Erachtens nach die Verantwortung für euer Kind nicht tragen. Dass das eine immens schwierige Situation für Dich ist, kann ich gut verstehen. Wichtig sind erst mal Du und Dein Kind. Ich denke da sollte Deine Aufmerksamkeit und Kraft hingehen. Deine Frau ist erwachsen, sie wird für sich allein entscheiden. Auch wenn sie nicht "Deinen" favorisierten Weg geht, ist das ihr gutes Recht. Das war für mich als Co sehr schwierig zu verinnerlichen und stand meiner damaligen Lebensphilosophie entgegen. Ob Du Dich trennst (viell. nur zeitweise) oder weiter bei ihr bleibst liegt in Deinem Ermessen. Nur Du kannst wissen, wieviel Du ertragen kanns und willst und wie Du leben möchtest.

    Ich wünsche Dir für Deinen Weg viel Kraft und Geduld
    LG lütte