Hallo Beno,
ZitatGestern hatte ich mit meiner Frau erneut gesprochen, da sie mir ja in einem Brief geschrieben hat, sie würde kein Problem haben mit dem Trinken aufzuhören und sie bräuchte nicht mit zur Drogenberatung gehen. Das wäre aus ihrer Sicht nicht nötig. Sie meint sie könne damit sofort aufhören und ich habe da meine berechtigen Zweifel.
Vertrau Deinem Gefühl. Mir als Co fiel das immer besonders schwer. Wenn Du bei den Alkis liest, merkst Du sicher schnell, dass sie, als sie noch nass waren, auch kein Problem mit dem Alk hatten und jederzeit hätten aufhören können. Das sind ihre Strategien, um ihrer Sucht gerecht zu werden. Das ist nicht mal böse gemeint, das ist die Sucht. Meine Erfahrung ist, dass reden nicht geholfen hat (was mein Mann auch selbst gesagt hat). Erst als ich ausgezogen bin (für 4 Monate) wurde ihm der Ernst der Situation bewusst. Dieser Auszug war unwahrscheinlich schwer und ein ständiger Kampf in mir. Ich vermisse diese Zeit mit der Einsamkeit und den Selbstzweifeln kein bisschen und doch hat sie mich weiter gebracht. Wir leben seit gut einem Jahr wieder zusammen und es brauchte auch noch über ein halbes Jahr, bis wir uns wirklich wieder auf Augenhöhe begegnen konnten. Vieles war mir von Anfang an im Kopf klar, aber mein Bauchgefühl kam einfach nicht hinterher und diese Widersprüche in mir haben mir sehr zugesetzt. Irgendwann auch wirklich zu fühlen, dass ich nicht mehr helfen kann und mich um mich kümmern muss, war ein langer Weg. Wie gesagt, es scheint nicht jeden Tag die Sonne, aber wir leben wieder zusammen, ohne Alk, mit Spaß und einer neuen Art, miteinander umzugehen. Ich fühl mich wohl in meinem Leben.
Langer Text, aber ich denke, dass es wirklich wichtig ist, dass Du Dich um Dich und Deinen Sohn kümmerst. Deine Frau ist erwachsen, sie gestaltet ihr Leben, wie sie es will - mit Alk oder ohne ist allein ihre Entscheidung - Du hast keine Verantwortung für sie und kannst ihr nur helfen, wenn sie es will (hab lange für diese Erkenntnis gebraucht). Schau danach was Du brauchst und was Dir und Deinem Sohn,natürlich, gut tut.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg
Lütte