Beiträge von lütte69

    Hallo Beno,

    Zitat

    Gestern hatte ich mit meiner Frau erneut gesprochen, da sie mir ja in einem Brief geschrieben hat, sie würde kein Problem haben mit dem Trinken aufzuhören und sie bräuchte nicht mit zur Drogenberatung gehen. Das wäre aus ihrer Sicht nicht nötig. Sie meint sie könne damit sofort aufhören und ich habe da meine berechtigen Zweifel.

    Vertrau Deinem Gefühl. Mir als Co fiel das immer besonders schwer. Wenn Du bei den Alkis liest, merkst Du sicher schnell, dass sie, als sie noch nass waren, auch kein Problem mit dem Alk hatten und jederzeit hätten aufhören können. Das sind ihre Strategien, um ihrer Sucht gerecht zu werden. Das ist nicht mal böse gemeint, das ist die Sucht. Meine Erfahrung ist, dass reden nicht geholfen hat (was mein Mann auch selbst gesagt hat). Erst als ich ausgezogen bin (für 4 Monate) wurde ihm der Ernst der Situation bewusst. Dieser Auszug war unwahrscheinlich schwer und ein ständiger Kampf in mir. Ich vermisse diese Zeit mit der Einsamkeit und den Selbstzweifeln kein bisschen und doch hat sie mich weiter gebracht. Wir leben seit gut einem Jahr wieder zusammen und es brauchte auch noch über ein halbes Jahr, bis wir uns wirklich wieder auf Augenhöhe begegnen konnten. Vieles war mir von Anfang an im Kopf klar, aber mein Bauchgefühl kam einfach nicht hinterher und diese Widersprüche in mir haben mir sehr zugesetzt. Irgendwann auch wirklich zu fühlen, dass ich nicht mehr helfen kann und mich um mich kümmern muss, war ein langer Weg. Wie gesagt, es scheint nicht jeden Tag die Sonne, aber wir leben wieder zusammen, ohne Alk, mit Spaß und einer neuen Art, miteinander umzugehen. Ich fühl mich wohl in meinem Leben.

    Langer Text, aber ich denke, dass es wirklich wichtig ist, dass Du Dich um Dich und Deinen Sohn kümmerst. Deine Frau ist erwachsen, sie gestaltet ihr Leben, wie sie es will - mit Alk oder ohne ist allein ihre Entscheidung - Du hast keine Verantwortung für sie und kannst ihr nur helfen, wenn sie es will (hab lange für diese Erkenntnis gebraucht). Schau danach was Du brauchst und was Dir und Deinem Sohn,natürlich, gut tut.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg
    Lütte

    Hallo Julimond,

    ich hoffe, es geht Dir "virustechnisch" wieder gut. Manchmal kommt eben alles zusammen, aber ich denke, damit will uns unser Körper zeigen, dass wir einen oder vielleicht 2 Gänge zurück schalten sollten.

    Ich habe auf meine Umwelt auch immer den Eindruck der starken Frau gemacht, die alles im Griff hat. Naja, war ja auch so gewollt von mir, konnte und wollte nicht zugeben, dass ich eben nicht alles im Griff habe, dass es mir schlecht geht. Als ich diese Schwelle überschritten hatte und mir meine Schwäche eingestanden hatte, wollte ich dann natürlich auch gleich alles ändern und anders sein. Was nicht funktioniert. Jetzt nach über einem Jahr merke ich, wie sich das eine oder andere langsam löst, sich Kopf und Bauch annähern und die Knoten sich aufdröseln. Geduld ist in diesem Fall wirklich ein Zauberwort. Es braucht alles seine Zeit, ganz individuell. Bei dem einen gehts schneller bei dem anderen langsamer. Hab mich oft (auch hier) verglichen - das bringt nichts und hat mir nicht gut getan.

    Ich drück Dir für das Gespräch die Daumen und hoffe, dass Du Deine Lösung findest.

    LG Lütte

    Hallo Julimond,

    ja, ich schreib hier im offenen eher weniger, aber Dein Nickname und Dein Titel haben mich sehr angesprochen. Ich fühl da einfach noch mal nach, was da vor ca. 1,5 Jahren bei mir abging. In vielen Dingen bin ich auch ein Kopfmensch, will Dinge verstehen und nachvollziehen, aber Sucht kann ich einfach nicht verstehen.

    Dann gab es ja auch noch mich. Ich hatte absolut Null Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Hab Bücher zum Thema gelesen ohne Ende. Der Kopf hat genickt und der Bauch hat mit tausend ????? ratlos dagestanden. Obwohl er ja aufgehört hat mit Trinken, war die Welt nicht in Ordnung - lag es also doch an mir? Ich denke, unsere neue Positionierung hat gut 1 Jahr gedauert mit meinem zwischenzeitlichen Auszug und therapeutischer Begleitung. Wir sind auf dem Weg, unsere Beziehung anders zu gestalten und das fühlt sich gut an. Jeder hat seine Bereiche und wir haben was zusammen und jeder arbeitet an sich. Es ist aber absolut kein Platz für Alkohol - das ist meine Bedingung. Es war schon schwer für mich, da auch zu 100% hinter zu stehen und das zu kommunizieren. Das hat schon eine Weile bei mir und bei auch bei ihm gedauert.

    Ich bin auch heute noch dankbar, dieses Forum gefunden zu haben. Ich hab mich nicht mehr so als Alien gefühlt. Auch wenn sich die Geschichten hier ähneln, jeder Weg ist anders und was bei dem einen funktioniert, ist für den anderen vielleicht kontraproduktiv. Ob Trennung oder nicht kannst auch nur Du für Dich herausfinden. Für mich habe ich aber gelernt, dass es ein wir nur ohne Alkohol gibt. Ich wünsch Dir viel Kraft und Geduld, Deinen Weg zu finden.

    LG Lütte

    Liebe Julimond,

    klar, dass die Außenwelt nicht so viel mit bekommt. Wir versuch(t)en doch alles, damit das Elend in unseren 4 Wänden bleibt, haben versteckt, vertuscht, gelogen, uns was vorgemacht. Wir wollten doch nicht, dass jemand was merkt. Wenn ich hier so bei den EKA's lese, weiß ich, dass Kinder mehr mitbekommen, als wir uns eingestehen wollen. Gerade diese Spannungen sind in meinen Augen gefährlich. Das Kind merkt, dass was schief läuft, weiß nicht was es ist und sucht die Schuld bei sich. Ist schon eine schwierige Situation. Mein Mann hat auch immer funktioniert. Arbeit, Haus, Hof, Garten - alles lief und doch lief vieles daneben. Ich glaube, wir haben gerade noch so die Kurve gekriegt. Es ist anders, besser jetzt und es war ein hartes Stück Arbeit bis hierher. Ich weiß, dass alles eine Entwicklung ist und wir auch weiter an uns arbeiten müssen. Wir sind halt Süchtige, die ihre Sucht nicht vergessen sollten, dann rutschen wir doch schnell wieder in alte Muster.

    Von Natur aus bin ich ein harmoniesüchtiges Etwas und klare deutliche Worte fallen mir sehr schwer. Ich durfte hier aber lernen, dass mir deutliche Worte und provozierende Fragen wesentlich besser helfen als Rumgeeier. Sicher hab ich die tröstenden Worte auch aufgesogen wie ein Schwamm - sie hatten ihre Berechtigung, aber weiter bringt mich die Deutlichkeit.

    Ich wünsch Dir viel Erfolg beim Ausloten Deiner Möglichkeiten.

    LG Lütte

    Hallo Julimond,

    gut, dass Du beginnst, wieder Dinge für Dich zu tun. Mir tut das immer sehr gut. Ich hab ein altes Hobby wieder rausgekramt, was mir richtig Spaß macht.
    Bezüglich Deiner näheren Zukunft hast Du ja ganz schön was vor der Brust. Was hält Dich ab, auf Dein Gefühl zu hören - Dich zu erkundigen, was es für Alternativen gibt. Was ich bedenklich finde sind die Kinder in dem ganzen System. Wenn ich richtig gelesen habe, hast Du 3 Kinder, die Du sehr lieb hast und denen Du einen saufenden, kiffenden Vater antun willst?

    Wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg
    Lütte

    Herzlich willkommen Julimond,

    ich denke, Du solltest Dir keine Gedanken darüber machen, ob Du mit Deiner Geschichte nervst. Es geht Dir nicht gut und Du hast Dir hier Hilfe gesucht. Das ist ein guter Anfang. Wir sind ja alle mal hier gelandet, weil es uns nicht gut ging und wir Hilfe gesucht haben. Mir hat der Austausch hier sehr geholfen und hilft mir noch, aber ich bin eher im geschlossenen Bereich unterwegs.

    Wichtig ist, dass Du schaust, dass es Dir gut geht, dass Du Pläne für DEIN Leben machst. Ob mit oder ohne ihn wird sich noch zeigen, denn helfen kannst Du ihm nicht. Bei mir hat es über ein Jahr gedauert bis das wirklich im Bauch ankam und sich der Knoten definitiv lösen konnte. Es ist ein hartes Stück Arbeit und längst noch nicht abgeschlossen, aber es lohnt sich.

    Ich wünsche Dir, dass Du hier die Hilfe findest, die Du brauchst.

    LG Lütte

    Hallo Renate,

    alles gut :wink: . Und sicher hast Du auch recht, dass Dinge die pieken, einen wunden Punkt treffen und es sich lohnt, da genauer hinzuschauen.

    Nur es war ja eine Frage gestellt worden und die hab ich aus meiner Sicht beantwortet. Es gibt auch hier im Forum Beispiele (gaaaanz wenige), dass es (eine Beziehung, bei der die Alkoholsucht eines Partners von beiden gemeinsam durchlaufen wird und die Beziehung Bestand hat) funktioniert und diese Illusion hatte ich auch mal. Mein Mann trinkt nicht mehr, aber mein Problem ist nicht gelöst, also muss ich schon mal für mich weiter schauen.

    Schönes WE
    Lütte

    Hallo Renate,

    abgrenzen kann ich mich schon z.B. auf Arbeit. Zu Hause funktioniert das halt gar nicht. Das ist mir bewusst und das ist mein Problem. Wie bereits gesagt, arbeite ich ja an meinem Problem. Mein Mann ist sicher Auslöser für meine "Krise", aber er ist nicht die grundsätzliche Ursache. Das bin nun mal ich. Also arbeite ich an mir - immer Stück für Stück. Und ich will mich mit meinen Entscheidungen gut fühlen.

    Ich finde es gut, dass Sarawen am Ende ihre Trennung so schnell hinbekommen hat. Es muss aber deswegen nicht bei allen so funktionieren und diese Erwartung lese ich eben bei ihr raus. Wie gesagt, es ist meine Bewertung der Post's.

    Den letzten Satz versteh ich nicht wirklich. Ich mag auch nicht tiefer auf dieser Seite des Forums darauf eingehen - ist mir einfach zu öffentlich.
    Wollte eigentlich nur meine Meinung zu diesem, für mich interessanten Thema schreiben.

    LG Lütte

    LLiebe Sarawen,

    Zitat von sarawen


    ein jeder zieht sich eben das raus was er möchte. Man kann aus 1 Jahr auch 30 Jahre machen. Das hat meine Mutter mir auch vorgelebt. Das du dich nicht trennen kannst oder willst ist deine Baustelle.
    Wenn einige hier ihren Unmut und inneren Kämpfe in einer Tour in einen Thread mitteilen auch.
    Es steht jeden frei seinen Seelenmüll hierzulassen.

    Sicher ist rein technisch gesehen Trennung = Trennung, 2 Menschen gehen auseinander. Nur auf der anderen Seite sind wir alle ja einzigartige Individuen und jeder geht damit auf seine Weise um. Du auf Grund Deiner Erfahrungen, Gedanken und Gefühle auf Deine Art und ich eben auf Grund meiner Erfahrungen, Gedanken und Gefühle anders. That's life, too.

    Zitat von sarawen


    Ich bin an einen Punkt angekommen an dem ich mich frage warum sich Menschen hier anmelden wenn sie doch eigentlich nichts ändern wollen!?
    Thema: Trennung oder Abgrenzung - nahezu jeder Therapeut rät dazu sich zu trennen. Ist es denn dann wirklich noch Notwendig diesen Punkt in Frage zu stellen und darüber zu diskutieren..

    Woher weißt Du, dass die Menschen, die sich hier anmelden nichts ändern wollen und was ist eigentlich? Ich will was ändern, aber das geht nur in mir und ist bei mir nun mal ein längerer Prozess als bei Dir. Mein Therapeut rät nicht, sondern regt mich zum Nachdenken, zum Schlussfolgern an. Wenn ich mich nicht irre, hattest Du dieses Thema vorgeschlagen.

    Zitat von sarawen


    Ja, du hast dich schon mal getrennt aber nur um nach 3 Monaten wieder zum Ursprung des Problems zurückzukehren!
    Seitdem besteht das Thema nur aus ... trinkt er wieder, trinkt er nicht mehr - gehe ich weg oder bleibe ich.


    Liebe Sarawen, ich schreibe hier in meinem ganz persönlichen TB. Es hilft mir, meine Gedanken zu sortieren. Ich freue mich über Rückmeldungen, weil sie mir oft helfen, meine Dinge auch anders zu betrachten. Es steht Dir frei, Dich aus meinem TB rauszuhalten, wenn es Dich nervt. Das ist jetzt nicht persönlich sondern auf der reinen Sachebene gemeint.

    Zitat von sarawen


    Ich kenne mind. eine Person die meine Meinung bzgl. des lesens hier teilt. Nicht weil es nichts gebracht hätte sondern weil sich die Empfehlungen gleichen und es einfach vertane, fruchtlose Zeit ist immer wieder zu wiederholen.


    Willst Du Leute hier retten, bekehren? Ich kann meine Meinung zu einem Thema haben, sie schreiben, aber ich maße mir nicht an, die alleinige Wahrheit gepachtet zu haben. Ich bemühe mich hier sehr, dass auch so darzustellen, indem ich in der Ich-Form schreibe. Mein virtueller Gegenüber ist erwachsen und trifft seine Entscheidungen selber. Das ist in Ordnung für mich, auch wenn diese Entscheidung nicht mit meiner übereinstimmt. Ich sehe das für mich nicht als vertane, fruchtlose Zeit, weil auch zu Posts bei anderen Teilnehmern mach ich mir ja Gedanken und die helfen mir auch weiter. Ich bin für mich hier, nicht für andere.

    Zitat von sarawen


    Eine Frage die ich mir eben auch stelle - Warum beziehst du mein Post auf dich?
    Man muß sich nicht jeden Schuh anziehen...


    Muss man sicher nicht, aber Dein Post hat mich schon bewegt und da er direkt unter meinem stand, hab ich das vielleicht zu Unrecht als Antwort gewertet. Trotzdem spüre ich immer noch eine Heftigkeit auch in Deiner Antwort, die mich berührt. Ich hab Dich anders kennen gelernt.

    Zitat von sarawen


    Wen ich mein Mitleid schenke ist meine Sache ... :lol: ...


    unbestritten


    Zitat von sarawen


    PS: Ich bin nicht hier um Freunde zu finden... die suche ich eher im Real - Life! Es muß niemanden gefallen was ich schreibe...


    Meine Intension hier zu schreiben ist auch nicht die, Freunde zu finden. Es geht mir auch nicht darum, dass jemand anderem gefällt, was ich schreibe. Es geht hier um mich und meine Meinung. Ich kann damit leben, dass sie den einen oder anderen nicht interessiert, aber ich denke dieses Forum lebt von dem, was jeder Einzelne zu geben hat.

    Lütte

    Hallo Sarawen,

    Deine ersten beiden Sätze kann ich für mich 100%ig bestätigen.

    Da ich auch jemand bin, der weiterhin in der Beziehung lebt, möchte ich Dir sagen, dass ich Dein Mitleid nicht möchte, nicht brauche. Ich arbeite an mir und will/kann/muss allein für mich entscheiden wie ich lebe.

    Dein Thread war eine Frage. Und ich denke, dass es auf diese Frage so viele Antworten wie Forenteilnehmer gibt. Und Deine Sicht auf das Forum ist und bleibt ja subjektiv.

    Als ich hier ankam, war ich schon ziemlich weit am Boden, wie andere sicher auch, und die virtuellen Streicheleinheiten sind in dem Moment ja meiner Meinung nach nicht verkehrt. Ich habe aber für mich festgestellt, dass hier schon auch Klartext geredet wird bzw. ich wurde auch durch für mich sehr unangenehme Fragen zum Nachdenken angeregt.

    Woher nimmst Du die Klarheit, dass viele hier nicht mehr lesen wollen? Wenn Dir das im Moment nicht so viel gibt, kannst Du ja Deine eigene Entscheidung treffen. Im Ganzen bin ich unangenehm berührt von Deinem letzten Post. Für mich klingt er sehr heftig. Hattest Du spezielle Erwartungen an unsere Antworten? Ich hab meine Position geschildert, soweit mir das in diesem Rahmen hier möglich ist und finde es befremdlich, so allgemein hier von Dir beurteilt zu werden.

    Wenn ich da was falsch verstehe, bitte gern erklären.

    LG und ein schönes WE
    Lütte

    Liebe Aurora,

    danke für dieses „auf den Punkt bringen“ und Deine Frage.

    Schwierig zu sagen. Es war ein Punkt, an dem ich nicht mehr weiter wusste. Wie schon mal geschrieben, war da schon längere Zeit ein permanentes Unwohlsein, ja ich war unglücklich. Ich wusste nur nicht warum. Nun bin ich so erzogen, dass das Gemeinwohl, also das der anderen vor meine egoistischen Bedürfnissen kommt. Vorwürfe, Anschuldigungen, Schuldzuweisungen kenne ich zur Genüge. Also war ja was mit mir nicht in Ordnung. Aber ich war am Ende meines Lateins, wusste nicht wie ich noch sein sollte, damit es besser wird. Dann kam von außen diese Idee mit dem ungesunden Alkoholkonsum. Das hat in vielen Dingen gepasst und dann hab ich das erste Mal von Co-Abhängigkeit gelesen und dann waren die Schleusen offen. Ich hab all meinen Mut zusammen genommen und ihn auf seinen Konsum angesprochen und die Reaktion war nicht ungewöhnlich, also „normal“ für diese Situation. Ich war wieder Schuld, dass es ihm und mir schlecht ging, ich verdreh alles …….. . Das ging so weit, dass ich gar nicht mehr geschlafen habe und froh war, wenn er nicht da war. Ich hab ihn als wandelnden Vorwurf wahrgenommen. Nicht bewusst, aber doch instinktiv war mir klar, dass ich was tun musste. Als einzigen Ausweg sah ich die Flucht. Für die ich ganz, ganz viel Mut, Kraft und Unterstützung auch hier aus dem Forum brauchte. Ich wollte für mich zur Ruhe kommen und ich wollte ihm die Augen öffnen. Es ging mir nicht wirklich gut in der Trennungsphase, zur Ruhe bin ich nicht wirklich gekommen, hab mich immer zwischen den Stühlen gefühlt. Wie gesagt, Kopf und Bauch sind nicht eins. Ich glaube, die Augen hab ich ihm nur insofern geöffnet, dass er nicht trinken darf, wenn er mich wieder haben will. Obwohl das wohl mein Hauptgrund gewesen ist. Ich dachte, wenn ich weg bin, sieht er die Situation so wie ich, geht in Therapie, er ändert sich und die Welt wird schön. Überraschung!!!!Es ist nichts so gekommen. Es ist bei mir eine Menge Naivität sowie Unkenntnis von der Sache dabei gewesen. Das kann ich heute nach einem Jahr sagen. Trotzdem sehe ich es als das wichtigste Jahr in meiner Entwicklung an. Mir ist vieles klar geworden, auch wenn ich mich mit der Umsetzung immer noch schwer tue. Diese alten Denkmuster und Strukturen in mir muss ich erst umschreiben. Ich muss lernen, mir, meinen Wahrnehmungen und Bedürfnissen zu trauen, mich wichtig zu nehmen, auch mal Ablehnung hinzunehmen und zu merken, dass das Leben danach trotzdem weiter geht, dass ich nicht für das Wohl und Wehe anderer verantwortlich bin und umgekehrt. Und ich habe gelernt in diesem Jahr, dass so was gaaaaaanz viel Zeit braucht und ich mich in Geduld üben muss, dass auch Rückschläge normal sind und ich mich deswegen nicht verurteilen muss.

    Weiß gerade nicht, ob der Lex hier Deine Frage beantwortet, aber Du fragst ja nach, falls was unklar geblieben ist.

    LG Lütte

    Hallo Renate,

    ich weiß nicht, warum sich da für Dich die Frage stellt, aber gelandet bin ich hier vor einem Jahr weil es mir auch richtig schlecht ging und ich mir irgendwie nicht zu helfen wusste - halt typisch co. Bin ja dann auch für 4 Mon ausgezogen, es ging mir nicht besser und es gab einen Vorfall, der mich aus der Bahn geworfen hat und mein Mann hat da ja nicht mehr getrunken und war für mich da und ich bin wieder zurück (Kurzfassung).

    Ich bin aber nicht in der Starre und will nicht Jammern (manchmal geht's nicht anders :wink: ) - ich bin dabei mich zu entdecken, für mich neue Muster und Strukturen zu entwickeln. Ich für mich habe ein Ziel, inwieweit er mitkommt kann ich nicht sagen. Veränderungen auf diesem Gebiet passieren nicht über Nacht. Ich bin dabei zu lernen, Verantwortungen da zu lassen wo sie hingehören. Das gilt aber für alle Bereiche, nicht nur für den Alk, der momentan bei uns nicht konsumiert wird. Ich will, dass es sich für mich richtig anfühlt, auch wenn sich im Moment alles komisch anfühlt.

    Ich will mich auch nicht arrangieren. Bisher hat er auch nichts - auch nicht auf Feierlichkeiten - getrunken. Ich für mich finde es halt doof, dass mir vom Kopf her vieles klar und logisch ist und mein Gefühl da einfach nicht mitgeht. Aber das ist mein Problem, an dem ich arbeite.

    LG Lütte

    Hallo,

    und danke für dieses Thema. Also ich gehör zu der Fraktion, die sich (noch?) nicht trennen kann. Zum einen ist da diese innere Unsicherheit in Bezug auf mich persönlich, aber auch der Gedanke: "renn ich vor meinem Problem weg, statt mich zu stellen?" Und die Angst spielt wohl mit die Hauptrolle. Da ich mich schon als harmoniesüchtig bezeichnen würde, macht dieser Gedanke, den anderen zu enttäuschen, ihm weh zu tun, mir körperliche Schmerzen (Bauchknoten). Das ist ein Teufelskreis. Das hab ich schon mal alles erkannt und bin dabei, mein Selbstwertgefühl zu stärken, meine Bedürfnisse erst mal zu erkunden. Das ist schon ein harter Kampf, weil Gefühle/Gedanken in mir hochkommen, die sich nicht gut anfühlen, weil auf der anderen Seite ja die Erwartungen von meinem Mann stehen, die ich so vorbehaltlos wie sonst nicht mehr erfüllen kann und will. Und ich bin leider noch nicht in der Lage, mich, meine Bedürfnisse und Wünsche zu akzeptieren und als gerechtfertigt hinzunehmen. Mein Mann trinkt seit 9 Monaten? nicht, dass soll nach seinem Wunsch/Willen auch im Alltag so bleiben - Außnahmen sind Feierlichkeiten. Er geht davon aus, nicht süchtig getrunken zu haben, also auch keine Therapie .... :oops: . Ich hab meine Wünsche diesbezüglich geäußert.

    Ich denke, dass jeder für sich entscheiden muss, wann der richtige Zeitpunkt da ist oder ob er überhaupt da ist. Ich lebe in dieser Ehe, aber ich bin nicht ständig am Jammern (weil das bringt nix) sondern ich bin dabei, mich zu verändern, mir wieder nahe zu kommen und das ist meiner Meinung nach wichtig - sich bewegen, nicht hinnehmen.

    LG Lütte

    Hallo,

    mir geht es gut. Habe eine wichtige Erfahrung an diesem WE gemacht. Wir können diskutieren und am Ende doch wieder jeder mit seinem Standpunkt auseinander gehen - ohne uns dabei anzuschreien, zu heulen oder ins Schneckenhaus zu verkriechen. Hoffentlich können wir das so beibehalten.

    Eine schöne Frühlingswoche
    Lütte

    Hallo,

    hab mir gerade den Thread "er" durchgelesen. Ich bin da echt gespalten. Vielleicht auch aus dem Grund, dass wir wieder zusammenleben (ohne Alk).
    Als ich hier ankam, stand ich auch im Jammertal. Hab gehofft, es gibt einen harmonischen Weg da raus und jemand nimmt mich an die Hand und sagt wir gehen jetzt da lang. War nicht :shock: . Trotzdem habe ich hier viel Hilfe erfahren - nicht so wie ich sie mir vorstellte, aber so, wie ich sie brauchte. Die Hilfe war unterschiedlich: mal verständnisvoll, mal klar und deutlich und auch unbequem. Das hat mich weiter gebracht. Ich schau nicht gern bei mir wo es weh tut. Da ist es doch einfacher, seine Hoffnungen und Wünsche auf den anderen zu projezieren und zu glauben, er wird sie schon erfüllen. Das dem nicht so ist lerne ich seit knapp einem Jahr - manchmal schmerzhaft. Es sind Verhaltensmuster, die in 40 Jahren antrainiert wurden, die jetzt wieder mit viel "Muskelkater" umtrainiert werden müssen. Ich kann nicht von mir behaupten, dass ich mit mir im Reinen bin. Es gibt einige Rückschläge auf diesem Weg. Gerade weil wir wieder zusammen sind, ist "er" oft in meinen Beiträgen. Ich will damit aber nicht jammern. Zum einen werden mir beim Schreiben oft auch meine Muster bewusst und auch die Fragen/Beiträge von meinen Mitlesern bringen mich wieder zum Innehalten und zu dem Versuch, die Situation eventuell noch mal anders anzugehen. Ich denke, dass ich ohne das Forum nicht schon so weit gegangen wäre. Ich weiß heute, dass nicht "er" der Mittelpunkt in meinem Leben ist sondern ich. Trotzdem spielt "er" eine wichtige Rolle für mich, so lange er trocken ist. Für mich ist es einfach schwer, aber enorm wichtig, wieder gesunde Relationen zu mir, zu ihm, zu meiner restlichen Umwelt herzustellen. Das braucht Zeit und Geduld und das Forum ist mir persönlich dabei eine große Hilfe.

    Was Tipps und Ratschläge angeht, bin ich beim Schreiben immer sehr vorsichtig. Ich bemühe mich sehr, in der Ich-Form zu schreiben, z.B. was mir geholfen hat oder nicht, meine Gedanken und Gefühle zu formulieren, Alternativen aufzuzeigen, aber zu sagen "Du musst das oder das tun", vermeide ich tunlichst. Was der andere daraus macht, ist doch seins. Wir sind alle erwachsen - ja auch wir selbst, nicht nur der andere - und können/dürfen/müssen unsere eigenen Entscheidungen treffen. Wir dürfen sie dann auch ändern, wenn sie sich als wenig sinnvoll für uns erweisen :wink: . Das lern ich gerade.

    Ich wünsche Euch ein entspanntes Osterfest
    Lütte

    Hallo Liesele, hallo Hiob,

    was ihr Beide da ansprecht ist richtig und gut. Nur gelingt es mir ganz schlecht, etwas für mich ohne Gewissensbisse zu machen. Es ist einfach die Konditionierung über die Jahre hinweg, auch in meinem Elternhaus, zu schauen wie es dem anderen geht mit dem was ich tue, mir Verantwortung für das Wohlbefinden anderer Familienmitglieder aufzudrücken. Es fällt mir ganz und gar nicht leicht, dass abzustreifen bzw. ein gesundes Maß zu entwickeln. Ich hab ja schon Probleme damit, auch meine Wünsche als normal und gerechtfertigt anzusehen. Mir ist bewusst geworden, dass ich nur eine sehr schwache Bindung zu mir habe. Weiß auch noch nicht wirklich, wie ich diese Bindung stärken kann. Ich bin aber schon optimistisch, dass ich das schaffe. Jahrelang hab ich mich verloren und es war mir nicht bewusst. Ich denke, dieses Bewusstsein ist schon eine Entwicklung - Geduld ist das Zauberwort. Ach ja, Hobbies hab ich schon und gehe denen auch wieder öfter nach.

    Schöne Woche
    Lütte