Hallo Beno,
ZitatWas soll ich sagen? Ich hätte mir natürlich die ein oder andere Meinung oder auch Erfahrung von Euch gewünscht, die mir ein Beispiel aufzeigt, wie man es zusammen schafft.
Hm, lies mal bei Clärchen, die hat mir viel Mut gemacht. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass die Chance, es gemeinsam zu schaffen erst dann bestand, als ich wirklich auch innerlich losgelassen hatte. In dem Moment, wo ich das fühlte und er auch merkte, dass ich nicht mehr an ihm ziehe, da konnten wir uns wieder auf Augenhöhe begegnen. Das hat aber von meinem Auszug für 4 Monate dann auch noch ein Jahr gedauert, bis ich zu diesem Gefühl kam. Im ersten Moment dachte ich, dass ich ihn nicht mehr liebe, aber das war's nicht. Ich habe die Verantwortung für sein Handeln und Fühlen nicht mehr gespürt und das war eine neue Erkenntnis für mich und für ihn. Jetzt dränge ich meine wirklich gut gemeinte Hilfe nicht mehr auf. Egal bei wem, wer meine Hilfe möchte, kann mich fragen - ich helfe gern. Ich mach auch sporadisch ein Hilfsangebot, wenn es nicht erwünscht ist, ist es für mich ok. Ich mache meinen Selbstwert nicht mehr daran fest. Meist jedenfalls, es braucht alles Geduld und Übung.
Im Nachhinein hat mein Mann gesagt, dass mit meinem Auszug eine Welt für ihn zusammengebrochen ist. Ich denke, er kann bist heute nicht verstehen, dass ich ohne ein Wort zu sagen von heut auf morgen einfach weg war, aber auf der anderen Seite hat er auch zugegeben, dass reden nicht geholfen hätte. Auch wenn ich anfangs ein schlechtes Gewissen hatte, es war mein Weg und wir sind bisher gemeinsam auf einem guten Weg. Was bei Dir natürlich erschwerend hinzu kommt, ist Dein minderjähriges Kind. Deine Frau kann auf Grund ihrer Sucht meines Erachtens nach die Verantwortung für euer Kind nicht tragen. Dass das eine immens schwierige Situation für Dich ist, kann ich gut verstehen. Wichtig sind erst mal Du und Dein Kind. Ich denke da sollte Deine Aufmerksamkeit und Kraft hingehen. Deine Frau ist erwachsen, sie wird für sich allein entscheiden. Auch wenn sie nicht "Deinen" favorisierten Weg geht, ist das ihr gutes Recht. Das war für mich als Co sehr schwierig zu verinnerlichen und stand meiner damaligen Lebensphilosophie entgegen. Ob Du Dich trennst (viell. nur zeitweise) oder weiter bei ihr bleibst liegt in Deinem Ermessen. Nur Du kannst wissen, wieviel Du ertragen kanns und willst und wie Du leben möchtest.
Ich wünsche Dir für Deinen Weg viel Kraft und Geduld
LG lütte