Guten Morgen!
Die Voegel zwitschern so nett da draussen, ich hoffe es wird ein genauso netter Tag werden, vielleicht heute mit noch etwas mehr Abstand als gestern.
Gestern Abend gab es dann kurz vor Schlafenszeit doch noch den Kontakt (durch ihn, ich bin stark geblieben, aber es gab auch keine Absprache oder sowas)
Ein erstmal neutrales Gespraech ueber Alltaegliches, war angenehm und ging auch nicht um Alkohol. Nur zu Ende hin ging es dann um all die boesen Menschen um ihn herum und da kam eben bei mir die Co-Abhaengige wieder hoch und ich hab ihm wieder Tipps und Ratschlaege gegeben, und dass ihm diese ganzen schwarz-weiss Ansichten nicht gut tun, blablablabla... .meiner Meinung nach kommen auch diese Einstellungen teilweise die er hat, von der Trinkerei. Ist aber auch egal!!! Es ist ja nicht mein BIER!!!! Ich hab aber richtig gemerkt, wie das Gespraech eben abdriftet, zuerst noch eine neckische Diskussion und irgendwann wurde er sehr aergerlich und schnippisch, da ich ihm halt eben nicht zugestimmt habe, wenn er halt eben wieder und wieder sagt, dass er ja der einzige ist, der die Welt versteht....
Am Ende hab ich aufgelegt, weil er laut wurde, hab ihn dann aber nochmal kurz angerufen, um ihm Gute Nacht zu sagen und dass ich eben so nicht mit ihm sprechen mag.
Voellig unnoetig das Ganze und war mir eine Lehre. Mir gings danach auch nicht schlecht, ich hab gut geschlafen, aber ich schaue mal, was ich da heute anders mache, falls es nochmal zu einem Gespraech kommen sollte.
Marylou und Zimttee
Ja, ich denke, in dieser Gedankenspirale bin ich leider immernoch drin. Aber es wird weniger glaube ich, wenn ich die Entwicklung dieser Gedanken in einer Kurve abbilden muesste, glaube ich war sie so Anfang des Jahres und vielleicht vor 3-4 Wochen am hoechsten Punkt. Also die Gedanken darum, was er ernst meinen koennte und was nicht.
Im Moment stellt sich so langsam dieses Gefuehl ein, dass ich nicht mehr darueber nachdenken will, was er ernst meint und was nicht und das beginnt schon damit, wenn er mir sagt, wie sehr er mich liebt.
Ich nehme es auf, empfinde in dem Moment etwas zum Gesagten, lege es dann aber auch schon wieder ab.
Dass es nicht unbedingt besser wird, wenn er trocken werden wuerde, ja das weiss ich, und ich glaube, dass scheint er auch zu wissen und manchmal benutzt er das (voellig dumm) sogar als Argument in sehr unfairen Diskussionen.
"Und selbst wenn ich keinen Alkohol mehr trinken wuerde, dann gaebe es sicher ein anderes Problem"
Er sagt auch sehr oft, dass er von Kind/Jugend an schon krank war (depressiv) und schon immer Probleme hatte und das mit dem Alkohol nicht das Groesste waere.
Wobei ich das natuerlich anders sehe und er sich da denke ich was vormacht, aber ICH WILL JA GARNICHT MEHR DRUEBER NACHDENKEN ... AAAAH
Nicht trinken, das kann er schon, wenn ich an seiner Seite lebte (also mal 3 Wochen) hat er keinen Tropfen angeruehrt, nicht weil ich es ihm verboten habe, weil er halt wusste, dass das die Zeit zwischen uns zerstoeren wuerde. AABEER, Entzugserscheinungen waren vor allem psychisch (aber auch teilweise koerperlich) da, aber selbst die hat er versucht durch andere Sachen zu erklaeren.
Auch wenn er immer wieder verbal zur Einsicht kam, kaempft er doch gegen das Wort Alkoholiker, weil er der Meinung ist, dass diese Menschen sowieso nichts wert sind und in der Gesellschaft ganz unten stehen.
Ich muss jetzt mal dazu sagen, dass er Pole ist und auch in Polen geboren, dass in seiner Familie alle Maenner trinken, sein Bruder einen sehr viel staerkeren Alkoholkonsum an den Tag legt und eigentlich fast immer betrunken ist, wenn er seinen ihn(meinen Freund) kontaktiert.
Ach... alles erklaeren nuetzt ja doch nichts.
Klar, er hat natuerlich wie alle seine Geschichte, seine Ursachen, seine Quellen der Krankheit.... aber alles hin oder her nuetzt nichts. Entweder, er moechte raus oder nicht.
-Stop-
Es soll ja mal wieder um mich gehen 
Selbst im Schreiben verlier ich mich in diesen Gedanken, von wegen, sie sind weniger....
Ich weiss nicht, ich glaube, ich sollte vielleicht doch mal in Erwaegung ziehen eine Therapeutin aus der Drogenberatung aufzusuchen (fuer MEIN Problem).... Ich hab wirklich das Gefuehl diese 2 Mal im Monat genuegen nicht, zumal es da oft garnicht darum geht, sondern auch andere Dinge besprochen werden und mich das irgendwie mit dem Problem nicht so richtig weiterbringt. Wobei ich ja versuche, mich selbst weiterzubringen.
Und hier im Forum hab ich auch in dieser kurzen Zeit schon viel gelernt und hab wirklich das Gefuehl, wenigstens ein bisjen Verzweiflung in Gelassenheit umgewandelt zu haben.. Das ist ja schonmal was.
Ich schreibe zu viel.
Heute wird ein guter Tag, ich werde keinen Kontakt suchen. Das ist fuer mich erstmal ein Anfang.