Beiträge von TimeIsAHealer

    Das sitzt.

    Und ihr habt beide Recht.

    Danke fuer eure Beitraege.

    Zimttee

    Das mit der Mutter sehe ich genauso, und das hab ich auch deutlich gesagt, er meinte, das waere sein Vorschlag und ich sagte darauf hin, dass ich ihn gern zu einer professionellen Beratung begleite aber nicht zu seiner Mutter "in die Beratung" gehe.

    Und dass ich ganz nebenbei auch schon bei einer Beratung bin...
    (die mir anscheinend immer noch nicht die Augen weit genug geoeffnet hat...)

    Das mit dem Arzttermin ist diesen Freitag. Ich muss mich wirklich zurueckhalten, ihm NICHT zu sagen, dass er dem Arzt bitte ehrlich sagen soll, falls er ihn nach seinem Trinkverhalten fragen wird (und das wird er sicher)
    Ob er dem Arzt vertraut, keine Ahnung, aber auch das ist eine Ausrede, wenn er sagen wuerde, er kennt den Arzt nicht so gut, blablabla. Arzt ist im Grunde Arzt und wenn man wirklich aus dem Problem rauswill, dann muss einem das in dem Moment egal sein, denke ich, wenn man eben keinen Arzt des Vertrauens hat...

    Aber im Grunde verbiete ich mir sogar, ihn dann danach zu fragen, wie es beim Arzt war, weil im Grunde, ist es einfach sein Leben. Und egal was er tut, er wird es fuer sich tun, ob er das mit dem Alkohol anspricht oder nicht. Es ist und bleibt seine Entscheidung.

    Ja ,dieses auf mich schieben und dass ich ihm Ratschlaege gebe aber weiter nichts mache, du hast so Recht und ja mein Vater ist auch genauso. Auch seine Antworten sind stets "Ja, es ist ja alles nicht so einfach, wie du dir das vorstellst" wenn ich ihm auf die Frage, wie er denn wieder gesuender werden soll (Ernaehrung und auch hier Alkohol als Grundproblem), antworte, dass er erstmal den ersten Schritt zum Hausarzt machen soll (und ich ihm sogar anbiete, mit ihm zu gehen)

    Geraldjin

    Danke fuer diese Haarwaesche!

    Auch wenns hart ist, ich musste zwischendrin schmunzeln, bei deinem ganzen geproste usw :) Auch wenn es ja im Grunde alles andere als witzig ist...

    Und glaube mir, ich nehme es trotz schmunzeln sehr ernst, aber ohne schmunzeln wuerde ich vermutlich manchmal nur noch weinen an solchen Stellen.

    Du hast Recht, ich gehe fuer mich zur SHG und das soll auch so bleiben und deshalb werd ich es auch nicht mehr zum Thema machen. Insofern war das vielleicht nicht sehr klug, aber im Grunde besser jetzt als nie merken.

    Genau, eigentlich reicht es ihm ja, dass ich da hingehe, weil vermutlich hab sogar ICH ja sowieso das Problem mit dem Alkohol und nicht er. (Zitat Ende)

    Das mit der Mutti ist totaler Scheiss und das empfinde ich auch so, ich musste es vielleicht aber einfach nochmal hoern. Danke dafuer!

    Ueberhaupt eure beiden Beitraege von heute machen mich sehr sehr nachdenklich, stimmen mich sicherlich auch ein wenig traurig, da Erkenntnis natuerlich auch oft etwas damit zu tun hat, dass man ein Stueck von dem aufgeben muss (will), an das man vorher geglaubt hat (eben in der Abhaengigkeit).....

    Ich habe mir nach diesem Wochenende sowieso den ganzen Tag sehr viele Gedanken gemacht und irgendwie ist mir klar geworden, dass ich einfach so viele Dinge, wie ihr sicher auch alle kennt, schon so oft nicht wahrgemacht habe.....

    Sicherlich auf Grund der Abhaengigkeit, aber sicherlich auch auf Grund von Uebermut, der mich an der Masse meiner Vorhaben hat immer ziemlich schnell scheitern lassen.

    . Ich nehme Abstand . Mental . (Raeumlich sind wir sowieso getrennt)

    . Ich treffe innerlich Entscheidungen und bespreche sie nicht mehr mit ihm, um zu hoeren, was er dazu sagt, denn in dem Moment sind es nicht mehr meine eigenen Entscheidungen fuer MICH .


    . Ich bin die Hauptperson. Ich denke nur noch fuer mich und nicht mehr fuer ihn.

    . Ich verbringe meinen Alltag allein und schaffe es, diesen ohne es mit ihm zu besprechen, zu gestalten .

    . Ich starte und beende den Tag ohne ihn .

    . Ich frage ihn, nicht mehr, ob er aufhoeren will, zu trinken . (Denn wenn er aufhoeren will, dann weiss er, was zu tun ist.)

    . Ich kuemmere mich um meine Gesundheit .


    Ok, ich hoffe, dass ich mir nicht wieder zu viel vornehme, aber im Grunde, sind viele Dinge ja miteinander verknuepft.

    Ich will mir keine Trennung vornehmen, weil ich weiss, dass ich noch nicht bereit dazu bin, den Kontakt abzubrechen und es nichts bringt, wenn ich es etliche Male versuche, aber nicht durchhalte. Oder ist das wieder nur eine elende Ausrede?? :(

    Vielen vielen Dank, dass ihr eure Gedanken dazu zum Ausdruck gebracht habt.

    Mir tut es sehr gut, dass ich offen ueber meine Verhaltensweisen (die sicher ungesund sind) sprechen zu koennen, da ich weiss, dass es im Grunde vielen von euch genauso oder sogar noch schlimmer geht oder ergangen ist.

    Kopfwaesche empfinde ich hier als sehr positiv im Gegensatz zu gutgemeinten Ratschlaegen von Aussenstehenden, die einfach nicht in die Tat umzusetzen sind.

    Eine Frage noch am Schluss. Ich habe in der ganzen Zeit eigentlich immer offen mit meiner Mutter darueber gesprochen (die selbst jahrelang Co-Abhaengige meines Vaters WAR) und sie sagt immer, wenn ich mich nicht trennen kann, bzw. den Kontakt nicht abbrechen will, koennte ich doch versuchen, das Ganze auf eine andere, nicht partnerschaftliche Ebene zu verlagern.

    Ich stelle mir das gut vor, wenn man es eben nur umsetzen koennte.
    Was haltet ihr davon?

    Seinen Aussagen nach tut es ihm leid, dass es mir wg ihm schlecht geht (wonach er sich natuerlich selbst bemitleidet)

    Ich aber spreche es nie so an, dass ich sage, dass ich wg ihm krank bin oder so aehnlich.

    Ich habe ihm eben nur offen gesagt, dass ich zu einer SHG gehe und einer psychotherapeutischen Beratung, weil ICH so nicht mehr weitermachen kann.

    Das ist eigentlich alles.

    Seine erste Reaktion war eigentlich, dass er auch gerne was machen wuerde.

    Bis heute ist davon natuerlich nichts in die Tat umgesetzt worden.

    Jetzt erst hat er mir vorgeschlagen zusammen zu seiner Mutter zu gehen, weil die ihn ja am besten kennen wuerde.

    Vielleicht sollte ich da auch nicht so abwehrend sein, aber ich versuche ihm halt immer wieder klar zu machen, dass weder ihm noch mir ein Freund oder ein Familienmitglied wirklich einen neutralen Rat geben kann in diesem Problem, weil es einfach zu schwierig ist.

    Sollte ich auf seinen Vorschlag eingehen?

    Ja, ich weiss, ich stelle immer Fragen, die ich letztendlich doch selbst beantworten, bzw. die Entscheidung selbst treffen muss.

    Das Wochenende war so schwierig und wir haben uns so festgefahren. Im Grunde sind es immer die Wochenenden bis Sonntag Abend, weil er an den Wochenenden (aufjedenfall) trinkt und es dadurch eben immer zu solch einer Dynamik kommt, bis Montag die Arbeit wieder anfaengt und er wieder hauptsaechlich nicht trinken kann.

    Ich habe ihm auch Adressen gegeben zu Selbsthilfegruppen, ohne Kommentar, er war natuerlich sauer, aber ich habe gesagt, dass er es wegwerfen kann, ich ihn einfach informieren wollte, was ICH mache.

    Er hat es behalten und auch ein paar Tage spaeter nochmal genau nachgefragt, welche Leute denn in so einer SHG sind und wie das ablaeuft....

    Ich weiss einfach garnichts und will mich vor allem auch davon loesen ueberhaupt noch solche Informationen fuer ihn rauszusuchen, in der Hoffnung, er nimmt es an..

    ICH bin die Hauptperson in MEINEM Leben. Verdammt.

    Geraldjin

    Im Uebrigen wollte ich noch sagen, dass ich mir deinen Ratschlag mit dem Urlaub aufjedenfall zu Herzen nehme und ich auch gerade erfreulicher Weise durch eine ueberraschende Rueckzahlung sogar die finanziellen Mittel (eigentlich das erste Mal seit Immer) dazu haette, spontan in Urlaub zu gehen, noch dazu auch sowieso demnaechst Urlaubszeit habe.

    Das Einzige, was mir da direkt in den Sinn kommt, ist die Reaktion von meinem Umfeld, bei dem ein Urlaub allein auf Ueberraschung und Unverstaendnis stossen wird und vermutlich Fragen aufkommen.

    Und bei ihm, ich glaube, er wuerde dem (NUECHTERN) auch sehr positiv zustimmen, dass ich das machen soll. Wobei es ja nicht wichtig ist, was er dazu sagt....

    Manchmal habe ich das Gefuehl, die Krankheit hat ihn noch nicht ganz gefressen, da er nicht voellig verblendet zu sein scheint, aber vielleicht ist das auch nur die Verblendung einer Co-Abhaengigen.

    Urlaub ist also mein naechstes Ziel. Vielleicht sollte ich etwas mit Programm machen, damit ich auch beschaeftigt bin, also im Grunde sowas wie ne 3 Wochen Kur... :)

    Mhhh... gerade voller Tatendrang, sich um sich selbst zu kuemmern.

    Ich hoffe, es haelt an.

    Vielen Dank fuer eure Beitraege @Geraldijn und else1234 :)

    Nach einem entspannten SHG Treffen komme ich gestaerkt nach Hause...

    Deine Worte Else geben mir natuerlich in gewissem Masse auch die Hoffnung, dass er sich durch meine Veraenderung auch aendern koennte, was aber ja genau nicht mein Ziel sein sollte aber wobei ich mich natuerlich immer wieder ertappe zu denken.......

    Ich weiss, dass wenn ich ueber meine Probleme spreche, er eigentlich immer da ist, zuhoert, Ratschlaege gibt, seine Probleme dann auch mal zurueckstellt.

    Im Nuechternen Zustand sind unsere Probleme glaube ich stets gleichwertig.

    Im Grunde spreche ich meine Co-Abhaengigkeit sogar offen an bei ihm, ist das falsch?

    Ich bin wuetend ueber mich selbst, dass ich als ich diesen Punkt das erste Mal erreicht habe, wirklich das Gefuehl hatte, es ist so, und ich es durchziehen kann.

    Das hat auch bei ihm ausgeloest, es ernst zu nehmen.

    Leider habe ich nun das Gefuehl, jeglicher Ernst, Respekt und Wille gemeinsam zu kaempfen ist verloren gegangen und wir sind nun zwei Einzelkaempfer im Ring.

    Leider.

    Das macht mich traurig, aber ich weiss auch gleichzeitig, dass ich egal was ich tue, es nicht tun soll, damit er etwas tut. Sondern nur fuer mich.

    Wie ich schon in einem anderen Thread gesagt habe, ich glaube, es ist wie bei der Sucht.

    Das erste Glas gilt es stehen zu lassen.

    Also auf mich bezogen, den ersten Anruf gilt es nicht zu machen, das erste Gespraech gilt es nicht mehr zu fuehren, das erste Treffen gilt es, nicht mehr wahrzunehmen.

    Vielleicht schaffe ich es so.

    Und die Zweifel bleiben dennoch.
    Es ist gut, zu wissen, dass es anderen auch so geht und noch besser zu wissen, dass es dir besser geht jetzt. Danke

    Die letzten 48 Stunden.

    Ein einziges sich im Kreis drehen.

    Ich bilde mir ein, so schlimm war es noch nie und jetzt ist endlich der Punkt erreicht, an dem ich es schaffen kann, mich zu loesen.

    Gestern Abend bin ich wg staendigen Gespraechs mit ihm nicht zur SHG gegangen.

    Dafuer gehe ich heute. Habe ich mir vorgenommen.

    Hoffe darauf, dass auch nur das aus dem Haus gehen, mich auf andere Gedanken bringt, und ein kleines Stueck weiter aus der Abhaengigkeit.

    Ich habe mir versprochen, den Kontakt zu lassen.

    Die erste Stunde ist noch nicht rum. Und das ist schon viel.

    Uebrig blieb dann ja dennoch immer die Frage : Fuehle ich mich nicht doch auch ein Stueck weit allein MIT ihm? Und macht mich das nicht noch trauriger, als wirklich allein zu sein (also ohne Partner - denn auch Freunde und Familie existieren ja womoeglich noch.. )

    Ich jedenfalls kann sagen, dass ich mich sehr oft ziemlich allein gefuehlt habe, obwohl er neben mir sass.

    Und dieses Gefuehl empfinde ich als sehr viel deprimierender als ohne Partner zu leben.

    Aber natuerlich bin ich noch juenger und ich glaube dir, dass es mit zunehmendem Alter schwieriger erscheint oder gar ist, jemanden zu finden, mit dem man eine Beziehung eingehen kann, aber ich glaube manchmal, dass man gerade als Co-Abhaengiger so viel "Negatives" als normal empfindet, dass man sowieso schon glaubt, dass es so sein muss.

    Und ich glaube, wir waeren ueberrascht, wie schoen es neben all den "normalen" Beziehungsproblemen mit einem Nicht-Suechtigen sein kann.
    Irgendwie normal eben.

    Auch ich kann mir das nicht vorstellen.


    Mmhh..Das nur meine Gedanken dazu.

    Geraldjin

    Mein Freund gab mir oft Ratschlag, Zeit und Naehe, Waerme und Geborgenheit und das Gefuehl, ich darf so sein, wie ich bin (nur vielleicht nicht schwach, denn fuer ihn muss ich ja stark sein)

    Jedoch nie Sicherheit und Zuverlaessigkeit.

    Ich formuliere das in der Vergangenheit, da wir gerade wohl an unserem Trennungspunkt sind, nur irgendwie so richtig in den letzteb Zuegen zu haengen scheinen, den Zustand kann ich garnicht beschreiben und er ist ziemlich unertraeglich, von Gefuehlsschwankungen und Wutanfaellen (auch meinerseits) gezeichnet, habe ich fast das Gefuehl, voellig durchzudrehen, weil ich den gewissen Absprung eben nicht zu schaffen scheine.

    Es werden richtig fiese Unterhalten zwischendurch gefuehrt, in denen wir nur noch gegeneinander ankaempfen und jeder irgendwie versucht seine Meinung zu vertreten und bloss nicht nachzugeben, es ist unglaublich anstrengend und sehr erschuetternd, weil uns das glaube ich beiden schon im gleichen Moment sehr weh tut, wie sehr wir den anderen und uns selbst damit verletzen.

    Er fragt mich eigentlich taeglich wie es mir geht. Wir tauschen uns meiner Meinung nach eigentlich recht gleichberechtigt ueber unseren Alltag und unsere Sorgen aus...

    Das Gefuehl, ich muesse ihm helfen... ist sicherlich zum Teil da. Aber eher das, ich will ihm das Gefuehl geben, dass HILFE ANNEHMEN etwas ist, wofuer man sich nicht schaemen muss.

    Ja, dass ich durch mein Helfen oder meine Versuche nichts besser mache, das wird mir selbst immer klarer und ich ertappe mich dennoch immer wieder bei dem Gedanken "Aber jetzt, jetzt macht er vl endlich was..."

    Vielen Dank fuer deine Fragen, sie geben mir Denkanstoesse.

    Zimttee

    Dass dieses Boot zu gross ist, das ist wohl offensichtlich. Ja er sagt imme rwieder so etwas wie, ich wuerde ihm sagen, er sei suechtig, ihm Ratschlaege geben, was er tun kann und ihn dann damit alleine lassen.....
    Das ist natuerlich voelliger Quatsch und ich weiss auch nicht, was er damit wirklich aussagen will, im Grunde vermutlich nur ein Versuch seinerseits sein eigenes Handeln als nicht notwendig zu betrachten...

    Danke fuer das Verlagern und entschuldigung wenn ich zu viel ueber mein eigenes Problem geschrieben habe, da wo es eigentlich garnicht um meines geht.

    Ja.. das was du schreibst, das befuerchte ich auch. Denn selbst wenn Leberwerte schlecht sind und der Arzt wird die Frage nach dem Trinkverhalten stellen.... Die Antwort, die er darauf geben wird, bleibt natuerlich ihm ueberlassen.

    Deinen Satz, dass jeder die Recht auf die Sucht hat, den finde ich bemerkenswert, denn ja im Grunde ist es so.

    Auch wenn ich immer wieder darauf zurueckkomme, dass die Sucht natuerlich auch verblendet und einen nicht erkennen laesst, dass man eine Sucht hat und was das eigentlich bedeuter und dass es das ja umso schwieriger macht, ueberhaupt raus zu wollen.....

    Da ich in einer Selbsthilfegruppe bin, habe ich auch ihm gesagt, dass er wenn er will ja auch mal versuchen koennte, ob das fuer ihn interessant sein koennte (Ich bin sehr vorsichtig mit meinen Formulierungen)

    Voellig abwehrend ist er nicht, aber dennoch glaubt er eben, dass er das alles irgendwie alleine in den Griff bekommt.

    Ich glaube, es faellt mir unter anderem auch deshalb so schwer, weil ich sehe, inwiefern es sich eigentlich schon "positiv" entwickelt hat (Bilde ich mir vielleicht ein??? Denn trinken tut er immernoch)

    Oh mann.. ich drehe mich im Kreis.

    Deine Antwort ist sehr ehrlich und ja, sie gibt mir sehr zu denken.

    Ja, er ist daran Schuld, dass er nichts aendert.

    Und nein, ich moechte nicht daran zu Grunde gehen, und immer mit der Aussage "Ja aber er kann ja nichts dafuer"

    Genug Anstoesse habe ich ihm versucht zu geben, genug Gespraeche im wirklich Guten haben wir gefuehrt, in dem ich auch meine Hilfe immer wieder angeboten habe, mit ihm gemeinsam irgendwo hinzugehen, wenn er das moechte.

    Im Grunde, weiss er, dass er den 1. Schritt gehen kann, wenn er bereit dazu ist.

    Und wenn nicht, dann ist das so.

    Ich muss meine Schritte gehen.

    Geraldjin

    "Ich wuensche mir..."

    Erst jetzt faellt mir in dieser Formulierung auf, wie kindlich das klingen muss.

    MEINE Beduerfnisse.
    Vielleicht sollte ich mir die wirklich mal bewusst machen, wenn nicht sogar niederschreiben. Denn ich glaube, die habe ich begraben.

    Zu hart bist du ganz und garnicht, du hast Recht und die Dinge die du sagst, mit denen kann ich zu 100% uebereinstimmen.

    MEIN und SEIN.

    Und MEINS kann ich aendern. Ich kann entscheiden es zu machen.
    Und SEINS kann er aendern. Ob er das tut oder nicht liegt nicht in meiner Macht.

    Danke fuer deine Worte

    Zimttee

    Mit ihm hatte ich alle moeglichen Plaene. Natuerlich voellig utopisch. Genuegend Zeit gebraucht um diese Traeume nicht mehr zu traeumen und auch nicht mehr traurig darueber zu sein, aber dennoch immer wieder dabei, in einen kurzen Tagtraum zurueckzuverfallen, es koenne ja doch eines Tages irgendwie alles...........

    Kinder oder Hochzeit steht absolut nicht zur Debatte und auch von mir ist ein ganz deutliches "Ich werde aufkeinenfall mit dir zusammenleben"ausgesprochen worden, wobei ich zugeben muss, dass ich den Zusatz ausgesprochen habe "aufkeinenfall, in der Verfassung, in der du dich befindest" War das schon falsch??

    Es war sehr befreiend diese Aussage zu treffen (vor ein paar Wochen) weil vorher immer solche zusammenzieh-Plaene im Raum standen.

    Ich glaube auch er war von meiner Entscheidung erleichtert, da er im Grunde nicht in der Lage waere, sich ein Leben mit jm aufzubauen und dessen ist er sich bewusst ( ob jetzt wg Alkohol oder nicht... )

    Auch mein Vater trank und trinkt noch immer. Wobei ich nicht richtig sagen kann, dass meine Kindheit durch den Alkoholismus gepraegt war (aber vielleicht auch verdraengt) jedoch weiss ich, dass meine Mutter schon vor der Hochzeit den Alkohol als Problem ansah. Inzwischen schon lange geschieden.

    Freunde habe ich - mich aber sehr abgewandt, weil natuerlich Unverstaendnis und Missverstaendnis immer merh zum Rueckzug meinerseits fuehrten. Aber dennoch bin ich nicht vereinsamt und habe immernoch Kontakte, die ich pflege.

    Korsakow und Leberzirrhose, beide Begriffe kenne ich - natuerlich nach meiner ausfuehrlichen Recherche in meinem Wahn ihn heilen zu koennen (zu Beginn der Beziehung)

    Ob man ihm die Sucht ansieht. Ich wuerde sagen - ja.
    Gesichts"marken", veraenderte Hautfarbe und Fingernagelverfaerbung (Leber?) sind vorhanden, weiterhin sind beim Blutbild schlechte Leberwerte festgestellt worden, wg denen er naechsten Freitag zum Arzt muss.

    Doch liegt es da natuerlich an ihm, was er daraus macht, und was nicht.

    Das will ich ja garnicht mehr zu meiner Aufgabe machen....

    Den "Absprung" vom Boot, ja genau der, faellt schwer... Vor allem auch, wenn das Boot auch noch sehr an einem klammert, immer alles im Guten klaeren will aber doch irgendwie verzweifelt um Hilfe ruft...

    Wie um alles in der Welt soll ich denn ein Boot verlassen, dass mich flehend anschaut, ihm doch wenigstens als Freund zu bleiben und es an Land zu ziehen?

    ein Jahr.

    und auch mit der Information fuehle ich mich fast unwuerdig, hier Forum zu sein, weil ich das Gefuehl habe, mein Problem ist viel einfacher zu loesen, als andere.

    Ich kann nur sagen, dass ich mich nach einem Jahr so ausgezehrt fuehle, muede, unglaublich kraftlos und verzweifelt.

    Vielleicht auch, weil ich von Anfang an aktiv versucht habe, gegen seine Krankheit anzukaempfen und schon jetzt weiss, dass ich das fuer meine Zukunft nicht will, ABER dennoch in der Abhaengigkeit gefangen bin.

    Und eure Geschichten, sie machen mich traurig. Denn ich weiss, dass ich das nicht will und ich weiss, dass ich auf dem Weg bin, genau in solch eine Geschichte hineinzugehen, wenn ich nicht jetzt handele.

    Verheiratet sind wir nicht. Auch wenn oft mit dem Gedanken gespielt wird oder wurde.

    Doch die Entscheidung fuer oder gegen ist unglaublich schwierig.
    Auch ohne Kinder und Ehe.

    Und ich habe einen riesigen Respekt davor, dass man es mit Kinder und verheiratet schafft.

    Doch natuerlich moechte ich es soweit nicht kommen lassen.

    Jetzt ruft er an, nach einer versoffenen Nacht und natuerlich spreche ich mit ihm, was ich schon nicht mehr sollte.

    Und schon kommt der Gedanke "Ist er vielleicht garkein Alkoholiker?"

    Da wir nicht zusammenwohnen und er all diese "Erledigungen" zwangslaeufig selbst machen muss, und natuerlich auch macht, da es ihm sonst keiner macht.
    Aber dennoch hat er ein Alkoholproblem in jetzt noch sehr jungen Jahren, die Zukunft kann ich mir also selbst ausmalen...

    Aber dennoch zeigen mir deine Aussagen natuerlich, dass man durch Unterstuetzung nur das Gegenteil bewirkt.

    Und Unterstuetzung passiert ja auch mental, nicht nur durch Abnehmen von Arbeit, oder?

    Ich wohne nicht mit ihm zusammen.

    Wir sind also raeumlich garnicht aneinander gebunden.

    Oft fuehle ich mich so, dass gerade deshalb viele denken, es waere einfacher.

    Aber es fuehlt sich alles andere als einfach an.

    Ich glaube die Abhaengigkeit ist die gleiche.

    Auch mich hat es geschockt zu erkennen, wie sehr ich in meinem Leben eingeschraenkt bin, auch ganz ohne, dass ich mit dem Mann in einer Wohnung lebe.

    Auch dann bestimmte sein Verhalten meines und umgekehrt. Vielleicht unglaublich, aber wahr.

    Ich wuerde so gerne raus. Raus aus dem Umfeld, raus aus der "Erreichbarkeit" und raus aus dem "Ihn erreichen koennen/wollen"

    Genau da ich ja NICHT mit ihm zusammen wohne, habe ich also im Grunde was die Raeumlichkeit angeht erstmal keinen Schritt, den ich heraustreten kann, da ich ja raeumlich schon getrennt bin.

    Mental sieht es da aber dennoch sehr viel anders aus.
    Und ich habe das Gefuehl aus dem Kreislauf einfach nicht zu entkommen.

    Dass es sehr hart sein muss, das glaube ich dir sofort.

    Ich hoere mich oft selbst reden z.B. wenn Freunde oder Familie mich einmal darauf anspricht.

    Es ist unglaublich, wie stark ich mich da anhoeren muss.

    Denn oft kommen Antworten wie "Voll gut, dass du damit so klarkommst" ...

    Ich will das eigentlich garnicht hoeren, jedenfall nicht von "Aussenstehenden", da es mich wuetend macht. Und ich glaube, nur deswegen, weil sie niemals wissen werden, wie steinig der Weg eigentlich ist, den man tagtaeglich geht.

    Danke fuer deinen Mutzuspruch. Geschichten wie deine geben mir viel Hoffnung darauf, dass man es schaffen kann, diese kleinen Schritte, einen nach dem anderen zu gehen, ohne sich zu viel vorzunehmen und sich selbst unter Druck zu setzen, was ich auch oft als von Aussen kommend empfinde "Ja, wieso gehst du denn ueberhaupt noch ran, wenn er anruft?? "
    Ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man sich Zeit gibt, oder? Denn oft ertappe ich mich dabei, wie ich wieder in einem Ueberfluss an Trauer, Wut und Entkraeftung denke "Und jetzt mache ich alles anders" und doch schaffe ich das nicht alles aufeinmal zu aendern. Wie auch?

    Doch leider muss ich auch beim Lesen hier immer wieder feststellen, dass ich an einer Stelle scheitere.

    Ich verfluche den Alkohol, ja, ich bin traurig darueber, welche Macht das Suchtmittel hat und wie schwierig diese Krankheit zu besiegen ist.

    Deshalb kann ich es nur schwer annehmen, es so zu sehen, dass mein Partner unsere Liebe und Partnerschaft verraten und verkauft hat an den Alkohol, weil ich dann doch immer darin stecken bleibe, dass es eine der tueckischsten psychischen Krankheiten ist.

    Wie kann ich also IHN dafuer verurteilen?
    Und ist es wirklich das, was hilft?

    Klar, die Krankheit ist nicht die Schande, die Schande ist der Fakt, dass man gegen die Krankheit nichts unternimmt.

    Hallo Grazia,

    vielen Dank fuer deine Antwort.

    Lieben ist nicht Brauchen. Das ist wohl wahr.

    Ich habe das Gefuehl mit einer psychotherapeutischen Beratung alle 2 Wochen und einer Selbsthilfegruppe nicht aus meiner Gelaehmtheit und Sucht herauszukommen.

    Vielmehr sehne ich mich danach einfach fuer ein paar Monate von der Bildflaeche zu verschwinden, somit das Kontaktaus zwingend zu haben und es so vielleicht zu schaffen.

    Doch vielleicht ist auch das wieder nur ein altbekannter Fluchtgedanke, wie schon oft, um sich nicht im Hier und Jetzt damit auseinanderzusetzen.

    Ich glaube sogar fast, dass ich Angst davor habe, dass wenn ich irgendwann aus der Abhaengigkeit draussen bin (was ich aufjedenfall will!), dann aber realisieren muss wie du auch, dass es keine Liebe war.

    Vor diesem Gefuehl fuerchte ich mich.

    Hallo.

    Solch einen mutigen Schritt zu machen, wie du es getan hast Sally, manchmal waere ich froh, ich haette laengst, solch eine "Kurzschlussreaktion", wie du sie nennst, gehabt.

    Denn oftmals mache ich mir fast Vorwuerfe, dass ich schon laengst die Notbremse haette ziehen muessen, fuer mich und auch fuer ihn.

    Denn der nasse Alkoholiker wird es nur in den seltensten Faellen schaffen, eine Entscheidung diesbezueglich aus dem Blauen heraus zu treffen.
    So glaube ich.

    Ich finde es verdammt toll, was du geschafft hast, verdammt tapfer und vorbildhaft.

    Deine Frage, die du an die Maennerwelt stellst, wie es dem Mann egal sein kann, dass die Familie weg ist.

    Meiner Meinung kann man dieses "Egal" sein auf die Krankheit Alkoholismus zurueckfuehren, die es dem Menschen nicht mehr unbedingt ermoeglicht (sowie auch dem Co-Abhaengigen) Gefuehle klar zu empfinden und ueberhaupt zu wissen, was man fuehlt.

    Du hast DEINEN Schritt fuer DICH (und auch fuer euren Sohn) getan. Darauf kannst du stolz sein. Das, was du FUER dich aendern kannst, hast du begonnen zu aendern. Und alles andere liegt nicht in deiner Macht.

    Ich glaube, das ist ganz wichtig, zu wissen und hilft mir persoenlich immer wieder, weiterzumachen, an dem einen oder anderen Punkt und vor allem hilft es ein wenig zur Ruhe zu finden, wenn man sich dessen bewusst macht, dass einfach nur das EIGENE in deiner Hand liegt, und nicht das des ANDEREN.

    Grazia

    Er ist ein guter Mensch, ABER Alkoholiker.

    Ja, das ist wohl der Anfang der Erkenntnis.
    Bleibt da aber nicht dennoch ein ABER, das man noch hinter den Satz haengen muesste (vielleicht auch nur auf Grund der Co-Abhaengigkeit dazugedacht)

    Er ist ein guter Mensch, ABER Alkoholiker (ABER das ist eine Krankheit, an der er nicht selbst Schuld ist)

    Korrigiere mich gerne! :)

    Heute,

    nach einem Tag und einer Nacht maechtigen Lesens von vielen Beitraegen fuehle ich mich schon nicht mehr so allein wie gestern Morgen.

    Eine Frage, die mich schon sehr lange und oft beschaeftigt und bei der ich immer wieder keine Antwort finde, ist

    Sind meine Gefuehle wirklich nur noch co-abhaengiger Natur oder darf ich noch davon ausgehen, auch Liebe fuer den Mann empfinden zu koennen?

    Eine Frage, die mich im Grunde immer traurig stimmt, da ich natuerlich nicht wahrhaben moechte, dass ich ihn vielleicht garnicht liebe, ihm irgendwann eben nur noch helfen wollte und die Angst, er koennte ohne mich nicht klar kommen vielleicht sehr viel groesser ist, als jedes andere Gefuehl.

    Hallo Geraldjin und auch der Rest :)

    harte Worte muss ich hier lesen, die natuerlich zu Recht ausgesprochen werden, ich nur feststellen muss, dass ich wohl noch lange nicht so weit bin, so hart sein zu koennen.

    "Ich hocke hier und heule" - alles in allem sehr viele Worte, die man einfach nur nachvollziehen kann.

    "ich hocke hier und bemitleide mich selbst" wuerde es bei mir sicherlich manchmal auch treffen.

    Deine Aussage ueber die unterschiedlichen Lebensentwuerfe finde ich sehr interessant und trotzdem habe ich immer wieder Schwierigkeiten weil ich im Schatten des Alkoholismus dem Partner garkeinen eigenen Lebensentwurf mehr zu machen zutraue.

    Aber Recht hast du dennoch!

    JEDER hat SEINEN EIGENEN Lebensentwurf, den er leben will, kann und vor allem DARF!

    Die Beschreibung von der herumgeisternden Huelle des eins Geliebten macht mich sehr traurig, da ich Angst habe, dass ich solche und andere Erkenntnisse noch VOR mir habe.

    Ich lese mich durch eure Beitraege und hoffe, Antworten auf Fragen zu finden und es eventuell besser frueher als spaeter zu schaffen, mich FREI zu machen.

    Im gleichen Moment wird mir klar, wie sehr ich noch "liebe", wenn ich lese, wie klar du z.B. hier deine Grenzen darstellst und deine Entscheidungen darstellst.

    Mit vielen Gruessen und ganz viel Kraft fuer das FREI SEIN!

    Miriel

    Hallo Jane,

    deinen Werdegang zu verfolgen war lehrreich und trotzdem du auch heute schreibst, dass es dir oft immernoch schlecht geht, macht es mir Hoffnung, dass es einen Weg gibt ....

    Ich bin noch "drin" und hoffe im Grunde eigentlich, dass ich es schaffen kann, dass ICH diejenige sein werde, die sich trennt, wobei ich daran zweifle, ob es mir gelingen wird.

    Deine Erkenntnisse, die du formuliert hast, finde ich sehr toll und hilfreich, denn im Grunde kann man sie als wirklichen Leitfaden benutzen, um stark zu bleiben.

    Dass du sagst, dass du vieles schaffst und tust, es aber ohne ihn irgendwie nicht zu zaehlen scheint - das ist ein Gefuehl, das ich mit dir teile.
    Oft denke ich mir, wie stark wir doch gemeinsam waren/sind und wie viel mehr Sinn es mir doch gibt, wenn ich etwas mit ihm teilen kann. Aber im naechsten Moment frage ich mich, ob das vielleicht nur mit meiner Co-Abhaengigkeit zu tun hat und ich mir eben nur einbilde, dass es mit ihm alles doppelt so viel wert waere ?!

    Ich habe wirklich grossen Respekt vor der Tatsache, dass du es schaffst, den Kontakt zu lassen. Es ist das Beste fuer dich. Denn im Grunde ist es, wie das erste Glas stehen zu lassen, den ersten Anruf sein zu lassen, denkst du nicht?

    Leider schaffe ich das momentan noch nicht und selbst wenn ich hier nun vor diesem Forum sitze, mir sehr viele Beitraege durchlesen, gehe ich ans Telefon, wenn er anruft.

    Ich hoffe, bald soweit zu sein, wie du und davon berichten zu koennen, dass ich mich wieder etwas freier fuehle.

    Mit ganz vielen Gruessen und Mut zum Frei sein!

    Miriel