Beiträge von inbetween

    Huhu Marion,

    gut von dir zu hören! Das ist ja genial, den Edersee kenne ich sogar! Ist da jetzt noch genügend Wasser drin? (Aber muss ja wohl, sonst wär’ es mit dem Bootfahren wohl nix).
    Schöne Gegend auf jeden Fall. – Ich war vor ein paar Jahren mal da.
    Genieße deinen Urlaub mit deinen Lieben!

    Bis bald im Forum,
    Lea

    Liebe Miriel,

    auch wenn du jetzt so traurig bist – ich kann aus meiner Situation heraus sagen: die Traurigkeit ist gerade mein bester Freund. Natürlich gibt es schönere Gefühle, aber – wie soll ich sagen – sie hat mich sehr entspannt gemacht.
    Ich finde es gut, dass du die Kontaktpause verlangt hast und er sich einsichtig gezeigt hat.
    Die Aktion mit dem Bier-trinken über Skype – finde ich auch einigermaßen gruselig.
    Vertrau’ da auf dein inneres Gefühl und deine unmittelbare körperliche Reaktion, die sagen dir unmissverständlich, was Sache ist.

    Es klingt zwar hart, aber: bete nicht für ihn. Gott hat ihn nicht zum Trinker gemacht. Gott wird ihn nicht trocken machen. Meine feste Überzeugung ist: es gibt so etwas wie einen freien Willen. Auch wenn man ihn sich in manchen Situationen (wieder) hart erarbeiten muss – wie wir das auch gerade tun.

    Gibt es irgend etwas, was dich körperlich entspannt? Sport? Yoga? Oder so etwas?
    Das hat mir auch sehr geholfen.

    Ganz herzlicher Gruß von
    Lea

    Liebe Herze,

    es ist schön zu lesen, wie du Schritt für Schritt auf die Veränderung zugehst. Mir hat es sehr geholfen, mir eine Zukunft alleine in so vielen Details wie möglich vorzustellen – hauptsächlich den schönen Details.
    Der Weg des inneren Ablösens dauert. Bei mir waren es mehrere Jahre. Ich weiß nicht, ob ich das irgendwie hätte beschleunigen können. Die Mechanismen, die abliefen, waren mir alle bewusst – ich hatte Werkzeuge, mit diesen Situationen so umzugehen, dass ich mich dabei selbst nicht verlor; und trotzdem hat es sehr lange gedauert bis zu diesem Gefühl, das ich jetzt habe: ich gebe ihn auf. Ohne schlechtes Gewissen. Mit Traurigkeit, aber auch ohne Unsicherheit und „Verhandeln und Feilschen“ mit der inneren Stimme, die festhalten will.

    Nimm dir nicht die erste beste Wohnung. Such dir eine, von der du weißt: hier werde ich mich wohlfühlen. – Auf ein paar Wochen mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an.
    Aber auf die Zeit „danach“ sehr.
    Und ich stelle es mir einfacher vor, mich in einer schönen neuen Wohnung auf mich selbst zu besinnen als in einer, die so voller Erinnerungen steckt.

    Vertrau’ auf dich selbst – und wenn du mal nicht weißt, ob du dir selbst und deinen Gefühlen trauen kannst, dann schreib’ hier oder tu’ etwas, das dir Freude macht. Das hat mir geholfen.

    Mit einem herzlichen Gruß
    Lea

    Danke für Eure Nachrichten.
    Ja, eigentlich weiß er es besser. Aber der Verstand hat, glaube ich, gerade Pause.
    Vieles, was er gesagt hat, klang sehr trotzig. Bevor ich ihm gesagt habe, dass ich nicht mit ihm zusammenziehen will, hieß es, das Herziehen bedeute ihm viel und er hoffe, dass durch den Wegfall des trinkenden Umfelds, das sich inzwischen wieder herbeigesellt hat, der Weg zurück in die Trockenheit leichter werden würde.
    Die Abmahnungen kamen wohl in den letzten zwei Wochen (er hat es auf den rücksichtslosen Chef geschoben und die harte Arbeit, dass er nicht aus dem Bett gekommen ist – aber wenn ich „normal“ krank bin oder mich nicht gut fühle, dann melde ich mich ab und es ist gut ... dafür kassiere ich keine Abmahnung).

    Aber wisst Ihr – eigentlich möchte ich mir keine Gedanken machen, was in ihm gerade so vorgeht ... natürlich tut es auch weh. Aber es war eigentlich ein langer Abschied, auf den ich schon viele kleine Raten angezahlt habe.

    Weil ich ja deinen Bericht auch kenne, Herze,
    kann ich dir aber sagen – es wäre viel, viel schwerer, wenn ich mit ihm in einer Wohnung leben würde. Wo könnte ich dann jetzt mit mir selbst hin? Ich bin mir sicher, wir würden endlose und sinnlose Diskussionen führen. Irgendwann würde ich auf seine Vorwürfe reagieren und mich rechtfertigen, und dann wäre der Teufelskreis wieder da.

    Nein. So ist es besser. Ich bin traurig, aber ruhig.

    So, die Entscheidung ist gefallen.
    Wir hatten heute nach einer längeren Kontaktpause ein Gespräch. Die Lage ist schlimmer, als ich aus der Ferne erwartet hatte.
    Er meint, er hat den Alkohol mittlerweile im Griff (steht aber kurz vor der zweiten Abmahnung, weil er so verkatert war, dass er nicht zur Arbeit erschienen ist) und will eigentlich im Moment doch nichts ändern. Der Entzug damals hätte ihm eigentlich nicht viel gebracht und ihn nicht vor dem Rückfall bewahrt usw. ... :shock::shock:
    Hierher in eine eigene Wohnung zu ziehen, macht für ihn keinen Sinn.
    Beschimpfungen gab es auch: ich sei egoistisch und würde ihm nicht zutrauen, dass er tatsächlich kontrolliert trinken kann (ich weiß, dass er es nicht kann).
    Obwohl ich tief im Innern mit dieser Entwicklung gerechnet hatte, war es trotzdem ein harter Brocken. Aber da ich weiß, dass das Diskutieren nichts nützt, habe ich das Gespräch kurz gehalten.
    Wir haben vereinbart, dass wir die Funkstille auch wahren, bis ich dann eine eigene Wohnung habe und die Sachen abholen komme, die noch bei ihm sind.

    Ich danke Euch allen hier für alles, was Ihr geschrieben habt – es hat mir sehr geholfen, mir klar zu werden, was ich will und was nicht.
    Jetzt hoffe ich nur, dass ich gut über die dunklen Stunden kommen werde.

    It’s always darkest before the dawn.
    :cry::cry:

    Mit herzlichen Grüßen an Euch alle
    Lea

    Liebe Dagmar,

    ja, das habe ich mir auch schon ganz oft gedacht: warum die Idee von Partnerschaft und Familie nicht ganz begraben und einfach andere Dinge tun – viele Reisen unternehmen.
    Es muss ja nicht unbedingt eine Partnerschaft sein.

    Ich wünsche dir sehr, dass es mit dem Beruf langfristig klappt!

    Viele Grüße
    Lea

    Liebe Miriel,

    ich finde auch: wenn es dich so belastet, dann solltest du wirklich um eine Kontaktpause bitten.
    Bei mir war der befreiendste Schritt in dieser Hinsicht, dass ich darum getrauert habe (und noch trauere) was ich mit ihm verloren habe.
    Seitdem bin ich zwar oft traurig, aber auch sehr ruhig. Das Kapitel geht zu Ende, das merke ich ganz deutlich.
    Der echte Abstand kommt von innen. Und wenn er, wie bei dir, noch nicht da ist, dann hilft
    Funkstille.
    Ob ich einfach meine Handynummer ändern würde, weiß ich nicht. – Er kennt ja deine Adresse und es könnte sein, dass er so in Panik gerät, dass er irgendwann vor der Tür steht.
    Je nach Zustand kann das sehr unangenehm werden.
    Ich würde ihn um einige Zeit Funkstille bitten.

    Lieber Gruß und Trostpflaster von
    Lea

    Hallo Marion,

    gerade lese ich hier, dass es dir auf der Party nicht so gut ging. Umso großartiger finde ich, dass du keinen Drang nach Alkohol hattest. Ich glaube, ich kenne das Gefühl. Fröhliche Gesellschaft und „Normalität“ würden mich im Moment auch überfordern, da ich mich einfach nicht danach fühle und auch keine gute Laune vortäuschen könnte.
    Ich finde, das ist völlig in Ordnung so. Vielleicht hängt auch einfach nicht so viel an diesen Anlässen, die wir oft so wichtig nehmen – Geburtstage, Jahrestage, andere Anlässe, an denen man feiern soll. – Klar, deine Freundin wäre vielleicht enttäuscht gewesen, wenn du abgesagt hättest, aber Ihr hätte Euch vielleicht an einem anderen Tag treffen und gemeinsam in einem anderen Rahmen feiern können – mit einem echten Gespräch, das nicht durch Gastgeberpflichten auf ein Minimum beschränkt wird.
    Ich nehme mir inzwischen heraus, „quality time“ mit Menschen, die mir wichtig sind, zu verbringen.
    Es tut gut und ich muss mich nicht verstellen.
    Und auch, wenn man kurz abgelenkt wird durch so ein Ereignis (was ich oft zu hören bekomme, wenn ich eine solche Feierlichkeit absage) – aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
    Ich wünsche dir dafür heute einen umso schöneren Tag!!

    Ganz herzliche Grüße und eine Umarmung von
    Lea

    Liebe Elfriede,

    deine Geschichte hat mich sehr berührt.
    Ich wünsche dir von Herzen alles, was deine jetzige Situation leichter und erträglicher macht.
    Zögere nicht, dir Hilfe zu suchen, wenn deine Befürchtungen eintreten bzw. die positive Nachricht nicht kommt. Es gibt mehr Möglichkeiten, als es oft im ersten Moment scheint.

    Ich wünsche dir viel Kraft für heute und den morgigen Tag
    Lea

    Hallo Marion,

    ja, das war herrlich gestern. Einfach durch den Wald streifen, keine feste Route, sondern einfach schauen, welche Wege besonders einladend sind, ein kleines Picknick im Rucksack. – Mein Freund und ich haben das früher oft zusammen gemacht. Aber es hat auch allein nichts von seinem Reiz verloren. Und abends bin ich total müde ins Bett gefallen.
    Meine Hündin ist ein Border-Collie und ich bin so froh, dass ich sie habe, weil sie mich einfach fordert – und wenn es nur in der Art ist, dass ich mit ihr nach draußen gehen „muss“, was mir sehr gut tut.

    Ich hoffe, die Party mit der Großfamilie war auch schön!!

    Ganz liebe Grüße von
    Lea

    Liebe Zimttee,

    ich glaube, es gibt Situationen im Leben, die auch den stabilsten Knacks-Menschen (wieder) aus der Bahn werfen können. Ich denke, so war es bei meinem Freund. Auch er schleppt ein Riesenpaket an schlimmen Kindheitserlebnissen mit sich herum – davon hat er allerdings im Freundeskreis nicht viel erzählt. Es kam dann einfach alles zusammen, und er war nur noch unzufrieden mit seinem Leben, hat mit der Vergangenheit gehadert, ohne die Kraft zu haben, das alles sofort angehen zu können. Bei ihm hat die berufliche Anerkennung einen ganz extremen Stellenwert für sein Selbstwertgefühl. Und ich glaube, er ist tatsächlich auch noch sehr viel mehr CO, als ich das bin. wenn man ihn "braucht", läuft er zur Höchstform auf. Er hat immer wieder alle möglichen Leute unterstützt (finanziell, moralisch), wobei mir als Außenstehender klar war, dass das eine sehr einseitige Sache ist. Diese Leute waren dann alle weg ...

    Mit steigendem Alkoholkonsum fing dann natürlich die ganze Alkohol-Leier an: die anderen sind Schuld (waren sie zum Teil auch objektiv, aber auf jeden Fall nicht daran, dass er sich selbst nicht bewegt hat). Sein Freundeskreis hat sich dann auch verändert – die meisten „Freunde“ waren dann die, die in der Kneipe mit ihm getrunken haben. Um Arbeitslosengeld zu beantragen, war er zu stolz – seine Eltern haben das dann übernommen ... und damit war auch diese Baustelle wieder akut.
    Und er hat es geschafft, viele Trinkpausen einzulegen. Da war der Umgang dann wieder normal. Es war einfach extrem schwierig.

    Bei mir war Alkohol zum Glück nie ein Problem (ich wusste aber sehr früh instinktiv, dass ich „gefährdet“ bin und habe um Alkohol und Drogen in der Pubertät einen großen Bogen gemacht; heute trinke ich, wenn’s hoch kommt, einmal im Monat ein Glas Weißwein – mir schmecken die meisten Sachen auch einfach nicht). Es hätte aber auch bei mir ganz anders laufen können. Bei ihm gab es das Muster sehr früh (seit der Pubertät), zu trinken, um sich abzulenken. – Und es hat in dieser Zeit überhand genommen. Ich habe das gesehen, aber ich habe keinen Schlussstrich gezogen. Und dann hat er ja dann irgendwann tatsächlich die Kraft aufgebracht, einen Entzug und eine LZT zu machen. Bis er dann wieder einen Rückfall hatte.
    Es ist ein Jammer. Nicht nur, weil ich mit dranhänge, sondern um diesen Menschen allgemein. Ich hoffe, heute würde ich früher die Kraft haben, endgültig zu gehen. Diesmal ist der Moment erst jetzt gekommen.

    Was du schreibst, finde ich, zeugt von sehr viel Selbstachtsamkeit. Das ist ein guter Weg!

    Herzliche Grüße
    Lea

    Hallo, Ihr Lieben,

    jetzt bin ich wieder zurück. Sechs Stunden mit dem Hund durch sonnendurchfluteten Buchenwald getigert und danach noch ein Bad im Bach genommen.
    Das war schön!
    Auch im Herzen scheint wieder die Sonne. :D:D
    Jetzt noch einen schönen Tee und dann – überlege ich mir, wie viele Zimmer ich in meiner neuen Wohnung will.

    Ein fröhlicher Gruß an alle von einer entspannten
    Lea

    Was ich damit auch noch zum Ausdruck bringen wollte, weil ich auch gemerkt zu haben meine, dass es in deinen Beiträgen, Zimttee, eine Rolle spielt: beruflicher und gesellschaftlicher Erfolg (stabiles soziales Umfeld) sind große Stabilisatoren für Menschen, wie wir es sind: Menschen mit einem „Knacks“, woher der auch immer rührt. Sie geben uns Anerkennung und (finanzielle) Unabhängigkeit, was beides sehr wertvoll ist, um sich zu stabilisieren.
    Aber beides ist ohne Garantie. Gute Freunde können wegziehen und sterben, der Job kann gekündigt werden oder man bekommt von anderen nicht die Anerkennung dafür (und auch Noten sind ja eine solche Art der Anerkennung), die man sich wünscht. Und manchmal kommt eben alles zusammen, und dann steigt der Druck.
    In solchen Situationen ist es wichtig, dass die Hauptressource für Anerkennung in einem selbst ist.

    But who am I to pontificate ...

    Liebe Zimttee,

    vielen Dank für deine offenen Zeilen. Ich bin immer wieder verblüfft, dass sich die Geschichten so ähneln, aber wahrscheinlich ist es auch kein Wunder, dafür ist es ja ein Beziehungsmuster.
    Meine ersten beiden Beziehungen verliefen so wie deine: psychisch labile Männer, die mein Selbstwertgefühl sehr zu unterwandern versucht haben. Auch ich habe dann gedacht, ich muss auf mein „Beuteschema“ achten und achtsamer sein, genauer hinschauen.
    Das hat bei meinem dritten Freund insofern funktioniert, als er mich tatsächlich überhaupt nicht untergraben hat, sondern im Gegenteil. Er hatte auch kein Suchtproblem, aber er wollte arg bemuttert werden und ich hatte die Rolle des gütigen, aber bedürfnislosen Engels. Das ist so gar nicht meine Rolle. Manchmal, wenn’s nötig ist, okay, aber nicht immer.
    Ich habe mich dann von ihm getrennt.

    Bei meinem jetzigen Freund war es genau so, wie du es von deinem beschreibst: ich habe ihn, einige Jahre bevor wir dann ein Paar wurden, flüchtig kennen gelernt. Auch er ist mir sofort aufgefallen, aufgrund ähnlicher Eigenschaften, wie du sie auch genannt hast. Selbstbewusst, mit beiden Beinen im Leben, er hatte schon viel auf die Beine gestellt, klug, kreativ, mit einem riesigen Interessenspektrum von Kunst über Geschichte bis Politik, engagiert, freundlich, mit klaren eigenen Standpunkten, Streitkultur, aber auch mit Ecken und Kanten und einer manchmal unbequemen Ehrlichkeit.
    Unsere Freundeskreise hatten lose Berührungspunkte, und was ich immer mal wieder über ihn hörte, war nur positiv.
    Zu einem richtigen Kennenlernen kam es aber erst einige Jahre später. Ich war gerade mit dem Studium fertig und hatte sofort einen Job bekommen, mir ging es finanziell gut, ich fühlte mich so stabil wie noch nie und ich dachte, ich hätte meine Lektion gelernt.
    Als sich dann die Chance für ein Kennenlernen ergab, dachte ich, ich könnte mich ohne Angst darauf einlassen.
    Bei ihm lief zu dieser Zeit beruflich nicht alles rund, aber dem habe ich keine besonders große Bedeutung beigemessen, denn solche Phasen gibt es ja nun einmal auch im Leben. Die Zeit des näheren Kennenlernens war unbeschreiblich schön. Gemeinsame Unternehmungen, gemeinsam kochen ... Austausch über alles mögliche. Wir hätten es an dieser Stelle bei einer Freundschaft belassen sollen, aber da war eben doch mehr.
    Ich habe dann sehr schnell gemerkt, dass er an die Beziehung sehr viele Hoffnungen in der Art geknüpft hat, dass sich die anderen Baustellen, die es in seinem Leben zu der Zeit gab, auflösen würden. Ich habe ihm ganz klar gesagt (denn das hatte ich ja in der Beziehung davor gelernt) dass ich das nicht leisten könnte. Da war er enttäuscht und wütend, hat es dann aber doch eingesehen.
    An seiner beruflichen Situation änderte sich nichts, im Gegenteil. Ehemalige „Freunde“ ließen ihn fallen, sein Selbstwertgefühl ging immer mehr den Bach hinunter, ein Stützpfeiler nach dem anderen brach weg und irgendwann war nur noch ich übrig.

    Und immer öfter wurde ich, wenn er getrunken hatte, zu seiner Zielscheibe, denn mir ging es ja, wie gesagt, gut, und ich hatte dann in seinen vernebelten Augen das, was er auch gerne gehabt hätte.
    Ich habe das erkannt und ihm viele Dinge verziehen, aber es wurde nicht besser.
    Irgendwann war dann der Tiefpunkt erreicht und er hat sich beruflich neu orientiert und einen Entzug gemacht. Danach wurde es besser, obwohl wir sehr viel damit zu tun hatten, die Scherben wieder zusammen zu kleben.
    Aus beruflichen Gründen hat er dann die Firma gewechselt. Es gab eine Runde zu seinem Einstand – und er hat nicht gesagt, was Sache ist, sondern mitgetrunken.
    Seitdem steigt der Konsum wieder schleichend, mit den entsprechenden Begleiterscheinungen.

    Was hätte ich tun können? Früher einen Schlussstrich ziehen. Vielleicht.
    Aber ich liebe ihn einfach für die Art, wie er ist, wenn er nicht trinkt. Deshalb fällt es mir so schwer, diese Beziehung aufzugeben. Aber zurück will ich auch nicht.