Trockenheit=Freiheit

  • Guten Morgen,

    als ich noch trank war Charles Bikowski einer meiner liebsten Autoren.

    In einem seiner Gedichte sinniert er über die innere Leere, also über einen Ort in unserem Herzen, der in jedem Menschen vorhanden sei und in dem wir auch in den schönsten und herrlichsten Zeiten, warten und warten werden.........

    Dieses Gedicht war meine Wahrheit, ich las es einmal als ich 19 oder 20 Jahre alt war und es lies mich nicht mehr los.
    Konnte es fühlen und rezitierte es für mich Jahrzehnte immer mal wieder.

    Gestern fiel mir auf, dass es diesen Ort in meinem Herzen nicht mehr gibt.

    Und mir fiel auch auf, dass Bukowski, Gott hab´ihn seelig den alten Mistkerl ;) , ja ein hochgradiger Alki war.

    Ich bin so froh, dass ich die Chance bekomme zu spüren, dass all das was ich mir mit dem jahrzehntelangen Konsum von Alkohol untergraben habe nun zutage kommen kann.

    Ich bin sehr glücklich :) :) :)

    Marion

  • Servus liebe Marion,

    du Glückliche konntest in deiner nassen Zeit sogar noch lesen.

    Ich kaufte mir immer wieder Bücher, aber zum lesen kam ich selten.
    Ich hätte nicht verstanden was ich lese, oder ich wäre über 2 Absätze nicht hinausgekommen, oder ich sah irgendwie alles bisschen unscharf. Und wenn ich mal etwas las, dann wusste ich den nächsten Tag nichts mehr davon.
    Das ist kein Scherz, das war tatsächlich so.
    Deswegen verschlinge ich anscheinend jetzt so manche Bücher.

    So liebe Marion, und jetzt weiter machen mit glücklich sein. Kommst echt gut rüber. Das freut mich sehr.:D

    Liebste Grüße
    Lito :wink:

  • Hallo Lito,

    Gedichte sind ja kurz, DIE konnte " ich Glückliche " noch lesen.

    Wenn ich nicht gerade damit beschäftigt war ( alles vor meinem jetzigen Mann und meinen Kindern ), mich selbst mit den unmöglichsten besoffenen "Partyspässen" lächerlich zu machen.........fremden Menschen in die Toilette zu "kot....",.........betrunken zur Arbeit zu gehen oder mich dort zu betrinken
    ......mich mit fremden Kerlen einzulassen und dabei gefährliche Krankheiten zu riskieren.....
    betrunken Auto zu fahren..... den Führerschein weg zu bekommen...... zum darum fälligen Psychologen Gespräch ebenfalls betrunken zu gehen und der ´ne Story vom Pferd zu erzählen, ....(die hat nix geschnallt) ..... :shock: ...... täglich betrunken zu meiner todkranken Oma zu gehen und ihr monatelang beim Sterben zuzusehen............ihr die Schmerzmittel zu klauen ( sie hatte genug), weil ich die Schmerzen selbst nicht mehr aushalten konnte sie so zu sehen .......... betrunken zu ihrer Beerdigung zu gehen...... mit 19 von zuhause rausgeworfen zu werden, weil ich heimlich meinen damaligen Freund ( erste große Liebe ) geheiratet hatte ( einen Kleinkriminellen) um ihm die Ausweisung zu ersparen....... du kannst ja mal raten wie mein Zustand bei der standesamtlichen Hochzeit war...... :( ....
    ......mit diesem Kerl 2 Jahre zusammen zu wohnen, seelisch und körperlich misshandelt zu werden, ...............ja, ich war auch betrunken als er mir 2 Backenzähne ausschlug, zumindest danach........und ich war auch betrunken als ich von einem Bekannten erfuhr, dass "mein toller Mann" mich schon von Anfang an betrügt, meine teure Stereoanlage aus meinem Auto geklaut und sie wieder verkauft hatte......und und und ........und ich denke ich war auch betrunken bei meinen beiden Selbstmordversuchen............( die ganz schlimmen Sachen habe ich jetzt einfach mal weg gelassen.... )

    ..........aber ansonsten war ich echt glücklich :cry: !

    Aber das alles ist lange vorbei und vielleicht bin ich wegen diesem Lebensweg auch so dankbar und zufrieden für mein jetziges Leben, das ich mir irgendwie ganz alleine "erarbeitet" habe, weil ich trotz aller Not nie aufgegeben und mich meinen Ängsten gestellt habe.

    Mit oder jetzt halt ohne Alkohol, ich gebe zu manchmal hat er mir auch geholfen.

    Nun brauche ich ihn nicht mehr und er kann mir für den Rest des Lebens gestohlen bleiben.

    Ich liebe meinen klaren Verstand inzwischen über alles !

    Und heute kann ich mich über meinen leckeren Rhabarberkuchen freuen und dass ich mir gleich nüchtern einen Film anschauen werde.

    SCHÖÖÖÖN !!!!

    Marion

    :D:D:D

  • Liebe Marion,

    leider fehlten mir diesbezüglich diverse Hintergrundinformationen, die ich ja nun nachgeliefert bekam.
    Das Wort "glücklich" jetzt zurückzunehmen wäre unpassend, denn ich schrieb dieses Wort nur auf die Fähigkeit des Lesenkönnens bezogen.
    Denn das war mir in meiner "Glanzzeit" nicht mehr möglich.
    Ich war zu vielen anderen unrühmlichen Dingen fähig.
    Aber das hast du ja schon gelesen.

    Lass dir den Rhabarberkuchen gut schmecken, und viel Spaß beim Film
    ansehen.

    Lito

  • Das weiss ich doch, dass du das Lesen meintest ;), ich habe dein Wort "glücklich" nur missbraucht um auch mal von MEINEN Schandtaten zu berichten.

    :D

    Adele

  • Guten Morgen,

    seit ich bei Lito was über die Liebe geschrieben hatte, ging es mir immer schlechter, bis es jetzt in einem finalen Heulanfall endete.

    Oh Mann, so easy scheine ich das mit meiner verflossenen Liebe doch nicht wegzustecken.

    Ich habe so viel verloren.

    Er war mein bester Freund, mein Liebhaber und mein Bruder :) , ich habe alles mit ihm geteilt, er weiss mehr von mir als irgend ein anderer Mensch und ich von ihm.

    Wenn wir zusammen waren, dann hat die Erde aufgehört sich zu drehen, und die Zeit stand still.
    Egal was wir machten.

    So hat er und auch ich es empfunden.
    Immer, von Anfang an, bis zum Schluss.

    Und das ist genau das, was dieser Sucht Therapeut aus dem Film sagte, jeder Mensch sehnt sich nach dem Paradies, nach Extase, einmal aus sich selbst heraus treten, und wenn es nur für kurze Zeit ist.

    Nur beginnt bei manchen dann eben die Sucht,..........

    Und ich bin eine von den MANCHEN.

    Ich werde nicht rückfällig werden, die Wunden neu aufreissen, auf keinen Fall werde ich meinen und vielleicht auch seinen Frieden stören.

    Wir hatten unser Paradies und jetzt sind wir rausgeflogen, so wie sich das gehört, wenn man heilen will.

    Gute Nacht Vers an die Schlafgestörten. :)

    Lasst die Gedanken doch rennen,
    wir gehen jetzt pennen ;) !!

    Marion

  • Danke für dein Mitgefühl, lieber Lito,

    ich tröste mich damit, dass Trauer immer noch besser ist als Depression,
    und etwas zu verlieren schöner sein kann, als es niemals gehabt zu haben.

    Aber es ist hart.

    Vor allem weil ich so gut wie nie etwas anderes erfahren habe, als das Positive was aus einer tiefen, dankbaren Liebe zu mir resultiert.

    :(

    Und das macht es für mich 1000 mal schwerer, als der Verzicht auf dieses Gift in Flaschen.

    Hab´nen schönen Tag.

    Marion

  • Guten Morgen,

    auf der Party meiner Freunde habe ich mich verloren gefühlt.

    Ich hatte einfach keine Freude.

    Kann nicht mal sagen, dass ich depri war, es hat mich einfach nichts erfreut.

    Aber meine Freundin hat mich ganz ganz dolle gedrückt als ich kam und das zeigte mir, dass die Entscheidung hin zu gehen, dich richtige war.

    Und unser Spiel kam sehr gut an :) .

    Als am Abend dann die Flaschen entkorkt und die Gläser gefüllt wurden bin ich gegangen.

    Mir fiel auf, dass ich früher diese Stimmung natürlich mit Alkohol angegangen wäre und der dann auch bestimmt erst mal Erleichterung gebracht hätte.

    Mir fiel aber auch ein, wie ekelig es ist, ( bei mir ging das immer sehr schnell, vertrage nicht viel ) wenn die Gedanken sich vernebeln, mein Verstand nicht mehr so klar ist, das Sichtfenster sich schmälert.....

    Ich muss da nicht mal die Artikulationsprobleme oder den wackeligen Gang auf hohen Schuhen nennen......

    Die ersten Anzeichen reichen mir schon in der Erinnerung um sagen zu können......

    NEIN DANKE.

    Kein Alkohol mehr für mich.

    Er hilft mir auch nicht gegen meinen Liebskummer und meinen Verlustschmerz, macht ihn eher noch schlimmer, ODER, was noch viel schlimmer wäre:

    Ich würde wieder rückfällig werden, wieder Kontakt suchen, denn wenn ich trinken würde, dann könnte ich nicht so stark bleiben und alles würde wieder von vorne beginnen. :(

    Somit ist alles gut so wie es ist.

    Traurig, aber gut.

    Marion

  • Moin Marion!

    Zitat

    Er hilft mir auch nicht gegen meinen Liebskummer und meinen Verlustschmerz, macht ihn eher noch schlimmer, ODER, was noch viel schlimmer wäre:

    Ich würde wieder rückfällig werden, wieder Kontakt suchen, denn wenn ich trinken würde, dann könnte ich nicht so stark bleiben und alles würde wieder von vorne beginnen.


    Da sagst Du etwas sehr wahres. Alkohol macht die "Sache" nur noch schlimmer. Natürlich ist Liebeskummer ein fürchterliches Gefühl, aber wenn Du die Trauer der Trennung durchlebst und erlebst, wirst Du schneller wieder frei sein können, Dich davon verabschieden können.
    Ich schick Dir mal ein großes Kraftpaket!
    Schönen Gruß
    drybabe

    never give up

  • Hallo Michi,

    oh, im Päckle lag ja etwas das mir gerade ausgegangen war.

    Eine große Tüte Zuversicht, als Dreingabe noch zwei Tuben Freundlichkeit und eine xxl-Dose Verständis !

    Schön, dass du mir was von deinen Vorräten geschickt hast ;) .

    Marion wünscht einen schönen Sonntag !

  • Hallo Marion,

    gerade lese ich hier, dass es dir auf der Party nicht so gut ging. Umso großartiger finde ich, dass du keinen Drang nach Alkohol hattest. Ich glaube, ich kenne das Gefühl. Fröhliche Gesellschaft und „Normalität“ würden mich im Moment auch überfordern, da ich mich einfach nicht danach fühle und auch keine gute Laune vortäuschen könnte.
    Ich finde, das ist völlig in Ordnung so. Vielleicht hängt auch einfach nicht so viel an diesen Anlässen, die wir oft so wichtig nehmen – Geburtstage, Jahrestage, andere Anlässe, an denen man feiern soll. – Klar, deine Freundin wäre vielleicht enttäuscht gewesen, wenn du abgesagt hättest, aber Ihr hätte Euch vielleicht an einem anderen Tag treffen und gemeinsam in einem anderen Rahmen feiern können – mit einem echten Gespräch, das nicht durch Gastgeberpflichten auf ein Minimum beschränkt wird.
    Ich nehme mir inzwischen heraus, „quality time“ mit Menschen, die mir wichtig sind, zu verbringen.
    Es tut gut und ich muss mich nicht verstellen.
    Und auch, wenn man kurz abgelenkt wird durch so ein Ereignis (was ich oft zu hören bekomme, wenn ich eine solche Feierlichkeit absage) – aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
    Ich wünsche dir dafür heute einen umso schöneren Tag!!

    Ganz herzliche Grüße und eine Umarmung von
    Lea

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • Hallo Lea, ich bin im Wurstfingermodus auf dem handy unterwegs . ;) Mit meiner Familie im Urlaub am Edersee. Alles soweit ganz gut. Viel frische Luft, Bootfahren, Angeln ....... Danke !! der Nachfrage, lieb von dir. Biba Marion

  • Huhu Marion,

    gut von dir zu hören! Das ist ja genial, den Edersee kenne ich sogar! Ist da jetzt noch genügend Wasser drin? (Aber muss ja wohl, sonst wär’ es mit dem Bootfahren wohl nix).
    Schöne Gegend auf jeden Fall. – Ich war vor ein paar Jahren mal da.
    Genieße deinen Urlaub mit deinen Lieben!

    Bis bald im Forum,
    Lea

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • Vielen Dank für die lieben Wünsche. Das freut mich sehr! Heute fiel mir das Leben nicht leicht. Fühle mich sehr verletzlich und habe heute auch schon zweimal öffentlich geweint Meine Nerven liegen blank und nicht immer schaffe ich es alles was schlaucht mit Geduld wegzustecken. Dann kann es eben passieren,dass ich weine. Ich finde das aber nicht so schlimm, auch nicht vor den Kindern. War heute voll auf Entzug, das was für den Alki die Flasche ist für mich ein Mensch. Hab mir heute ein Jahr gegeben und wenn der Schmerz nicht nachlässt "darf " ich rückfällig werden. Denn so ist das auch kein Leben. 10min später hab ich diesen Gedanken dann wieder verworfen . Zwischenzeitlich habe ich auch schon über einen Klinikaufenthalt nachgedacht. Morgen ist ein neuer Tag. Bowling waren wir noch, leider gab es da meine zweiten Tränen, nein nicht weil ich so schlecht war ;) . Die Nerven hält.. Ich geb wieder mein bestes morgen. Das tut mir selbst auch gut! Gute Nacht ihr lieben. Marion die Traurige

  • Marion, hast du in deinem Leben jemandem mit dem du über deinen Kummer reden kannst? Der auch nicht genervt ist wenn man wieder und wieder dasselbe sagt? Hätt ich das nicht gehabt wär ich draufgegangen... aber bei mir war ja auch alles ein bißchen anders, wenn ich deine Geschichte richtig verstanden hab... aber ohne jemanden der die "seelische Mülltonne" spielt, nur für sich allein, geht das glaub ich kaum. Es ist eine seelische Abhängigkeit. Man verliert seine Würde - du hast das nicht verdient. Du bist auch ohne Ihn eine wertvolle und GANZE Marion und nicht bloß irgendne Hälfte... ich wünsch dir die Klarheit das sehn zu können. Erstmal.ab und an dann immer mehr. LG

  • Liebe, liebe Marion,

    ich fühle mich gerade selbst so hilflos, als ich deine Zeilen lese, und weiß nicht, was ich dir zum Trost schreiben kann, denn es tut wirklich einfach sehr, sehr weh jemanden loszulassen, mit dem man sich so verbunden gefühlt hat – trotz allem, was vielleicht nicht gestimmt hat. Und wenn man so viel Kraft aufbringen muss, um jeden einzelnen Tag zu überstehen, weil man weiß, dass ein Zurück ebenso schmerzhaft wäre, dann kommt irgendwann der Punkt, an dem die Nerven wirklich nicht mehr mitmachen. Gerade dann, wenn man ein bisschen zur Ruhe kommt und sich selbst deutlicher spürt als in der Alltagshektik.
    Ich sage es mir selbst auch immer wieder vor und versuche, mich an die besseren Tage zu erinnern, an denen es sich richtig anfühlt, die Entscheidung zur Trennung getroffen zu haben – der Schmerz wird nachlassen. In manchen Situationen wird er ab und zu noch einmal ganz arg sein. Aber es wird nicht mehr so eine Anstrengung sein, jeden einzelnen Tag hinter sich zu bringen. Darauf hoffe ich auch.

    Ich drücke dich ganz fest!
    Lea

    If you know where you stand
    then you know where to land ...

  • Danke Frank. Du scheinst sehr emphatisch. In der Tat spreche ich mit niemandem mehr darüber. Mein erster Ansprechpartner war lange Zeit mein Nochehemann wenn es um dieses Thema ging. Und meine beste Freundin und guter Freund aber die wohnen weit weg und wirklich geöffnet habe ich mich nur unter Alk Einfluss. Zudem kommt dass wenige Menschen diese Gefühlsintensität kennen und ich das Gefühl habe sie zu überfordern. Weiter geht es damit dass ich zum völligen Verständnis Dinge von "ihm" preisgegeben müsste für die er sich selbst so schämt und ich denke ich habe diese Scham übernommen und mag nicht darüber erzählen. Im Endefft habe ich alle seelisch Tiefe auf "ihn" gerichtet und werde das ändern müssen. Das geht aber wirklich nicht mit vielen, denn dann ist die Enttäuschung umso größer wenn die Offenheit eben auf einen Mensch mit ganz anderen Gefühlswelten fällt. Nicht jeder ist so verkorkst wie ich aber auch wenige so offen und spontan :) . Also im alltäglichen Umgang. Du hast mir mal wieder sehr geholfen. Und du liebe Lea hast mich wohl getröstet. Zwei im gleichen Boot rudern vielleicht schneller an das sichere Ufer :) . Jetzt bin ich doch froh das doofe handy zu besitzen. Danke Nochehemann für das ungeliebte Geschenk ! Marion die jetzt aber echt mal los muss........

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