Liebe Rakel,
ich möchte dir nur eine kurze - vielleicht ketzerische - Frage stellen, wenn ich darf: wie kann etwas mit dir und deiner ureigensten Identität untrennbar verknüpft sein, wenn es nur unter Alkoholeinfluss auftritt?
Viele Grüße
Lea
Liebe Rakel,
ich möchte dir nur eine kurze - vielleicht ketzerische - Frage stellen, wenn ich darf: wie kann etwas mit dir und deiner ureigensten Identität untrennbar verknüpft sein, wenn es nur unter Alkoholeinfluss auftritt?
Viele Grüße
Lea
Zitat von KatharsisMeine Droge ist der Alkohol, die Droge meines Partners bin ich
Ohne jetzt wieder eine Grundsatzdiskussion lostreten zu wollen (obwohl ich weiß, dass ich selbst das Wort "Partner" verwendet habe) - Partnerschaft ist es eben nicht.
Bei mir war allerdings nicht der Partner die Droge. Eher sein Verhalten - in dem Sinne, dass es für mich nicht zu verstehen war, ich aber ein Mensch bin, der den Dingen gern auf den Grund geht. Nur war da kein Grund, sondern nur ein Abgrund, bzw. die komplette Unberechenbarkeit. Was sícherlich auch eine kleine Weile reizvoll ist, aber für mich nicht auf Dauer.
Schon gar nicht bei den Begleiterscheinungen.
Das war mein spezielles Problem.
Weswegen ich heute an dem Punkt, wo bei mir völliges Unverständnis einsetzt, Distanz herstelle.
Viele Grüße zurück
Lea
Zitat von CarpenterUnd jetzt sei wieder lieb...wenn Du willst
Oha, Andreas, lieb wäre bei mir im Regal "out" ![]()
Mir geht es oft so, dass ich empfindlich reagiere, wenn ich irgendwo doppelte Maßstäbe vorfinde.
Und es ist wohl tatsächlich so, dass COs länger daran herumknabbern, was am Verhalten des EX-Partners jetzt alkoholbedingt war und was nicht, einfach um wieder zur Verlässlichkeit der eigenen Wahrnehmung zu finden.
Ich finde es auch sehr bezeichnend, dass sich die COs so viel mehr Gedanken über die alkoholkranken Ex-Partner machen, als die Alkoholkranken über die co-abhängigen Ex-Partner.
Das meine ich jetzt nicht wertend, sondern es ist einfach eine Beobachtung.
Viele liebe Grüße (auch an dich, Schnuffig)
Lea
Huhu Schnuffig,
nicht aufregen. Ich gehöre auch eher zu denen, die an beidem große Freude haben: an einer Rose zu riechen und daran, über die Rosigkeit der Rose nachzudenken.
Und dann vielleicht auch noch die Rosigkeit zu vertonen oder die Rose zu malen oder ihr auf den Rhythmus zu kommen.
Ich finde es immer schade, dieses Entweder-oder. Ich mag Sowohl-als-auch. Das ist für mich richtig.
Lieber Gruß
Lea
Hallo noch einmal, Katha,
vielleicht lag meine Begriffsstutzigkeit auch daran, dass du nicht direkt geschrieben hast, dass es dir etwas ausmacht, sondern es allgemein formuliert hast, dass "man" sowas nicht schreiben sollte, weil "manche Menschen" damit ein Problem haben könnten.
Denn das meine ich beim nochmaligen Lesens deines Posts verstanden zu haben: dass diese Begrifflichkeiten für dich persönlich problematisch sind.
Das respektiere ich absolut und es tut mir sehr leid, wenn ich dir damit unwissentlich zu nahe getreten bin und eine Grenze überschritten habe!
Vielleicht könnten die Mods es dann löschen?
Ich weiß jetzt nicht genau, ob ich noch einmal schreiben soll, was ich mit der Redewendung in Bezug auf das Konzept "Realität" meinte?
Der Vergleich mit dem Gefäß ohne Boden zielte auf die Frage ab, ob wir als Menschen mit unseren Beschränktheiten und Bedingtheiten zu einem von diesen Größen befreiten Vorstellung von "Realität" in der Lage sind. Und was von der "Realität" bleibt, wenn wir diese Größen mit einrechnen.
Das ist für mich weder eine inhaltslose, noch eine leere Frage, sondern eine, über die man ewig diskutieren kann - und trotzdem ist diese Diskussion wertvoll, jedenfalls aus meiner Sicht.
Viele Grüße
Lea
Hallo Katha,
da bin ich absolut deiner Meinung, das "übertrieben" war nicht in Ordnung, das stimmt - das kann nur jeder selbst entscheiden, ob das für ihn/sie so ist.
Aber im Bereich Sprache/Worte würde es mich extrem blockieren, wenn ich vor jedem Wort, das ich schreiben möchte, nachdenken muss, ob es irgend eine gefährliche Konnotation haben könnte (wie ja eben auch "Krug"!).
Denn wo fange ich da an und wo höre ich auf? Es müssen ja nicht nur Trinkgefäße oder Behältnisse sein - der Trigger könnte ja auch in der Beschreibung einer bestimmten Stimmung oder Situation stecken, über die sich ja hier auch oft ausgetauscht wird.
Was/worüber darf ich dann noch schreiben?
Ich möchte das alles auf keinen Fall verharmlosen oder respektlos sein, das war mit Sicherheit nicht mein Anliegen.
Ich hätte nicht schreiben sollen "übertrieben", sondern "in einem Forum schwer umzusetzen", oder noch genauer "für mich schwer umzusetzen".
Lieber Gruß
Lea
Och ja
Aber ich schrieb ja bodenlos. Ergo leer.
Ergo gefahrlos.
Aber ich glaube, so eine Diskussion hatten wir schon einmal. Ich weiß gar nicht mehr, um welches kontaminierte Wort es da ging, das womöglich triggern könnte. Ich finde das etwas übertrieben.
Aber ich kann mich gerne korrigieren - und einen bodenlosen Krug draus machen?
Liebe Grüße
Lea
Ui, Katharsis,
da machst du ja schon das nächste bodenlose Fass auf - was ist Realität?
Und wie kommst du drauf?
LG, Lea
Hallo Ihr zwei (und natürlich auch alle anderen),
vielleicht hängt es nur am "typisch" - im Sinne von: "typisch ...". Das ist immer negativ gemeint, weil es eigentlich heißt: das ändert sich nie.
Wenn Ihr Euch einig seid, dass eine durch Erfahrung bestätigte Theorie Wissen ist, dann reicht es doch vielleicht, sich darüber hinaus auf die Formulierung: "häufig zu beobachtende Verhaltensweisen von Alkoholkranken" zu einigen.
Dass es die wohl gibt, dafür sprechen die Erfahrungsberichte, die sich ähneln. Und ohne diese Ähnlichkeiten gäbe es ja auch das Krankheitsbild "Alkoholismus" nicht. Ist natürlich auch eine Konstruktion - der kleinste gemeinsame Nenner, den alle teilen, die mit dieser Definition erfasst werden sollen.
Klar ist das problematisch. Weil es reduziert.
Aber manchmal ist es auch hilfreich, weil man Dinge nicht mehr persönlich nehmen muss, sondern als Teil z.B. einer Erkrankung sehen kann.
Das Etikett "typisch Alkoholiker" braucht's trotzdem nicht - denn da hat das Nachdenken schon aufgehört, welchen Wert dieses Wissen für einen selbst in dem Moment gerade hat.
Einen schönen Abend wünscht - typisch CO
Lea ![]()
Liebe Strickliesel,
das Festhalten an schönen Vorstellungen und das Aufstellen der Rechnung "das kann doch alles nicht umsonst gewesen sein", das kenne ich auch sehr gut.
Und es dauerte bei mir auch eine ganze Weile, bis Gefühl und Wissen sich trafen und ich beides in Handlung umsetzen konnte.
Nur - das Morgen fängt heute an. Und wenn du am Heute nichts änderst, kann auch das Morgen nicht anders werden. Alles, was war, war.
Bitter, wenn du dir eingestehen musst, dass einiges davon nur Wunschvorstellung war und einer Realitätsprüfung nicht standhalten kann.
Dennoch ist dieser Schritt wichtig. Ich konnte dann traurig über das sein, was ich vorher ausgblendet hatte.
Mit Ausblenden kannst du lange aushalten.
Aber wieder mit Freude zu leben, wäre das nicht besser als aushalten?
Ich wünsche dir viel Kraft für das Abschiednehmen. - Und viel Energie für den Neuanfang!
Ganz lieber Gruß von
Lea
Lieber Hiob,
ich freue mich sehr, einmal wieder von dir zu lesen - das mit der "Verdopplung" ist ja tatsächlich eingetreten
Einen ganz herzlichen Glückwunsch!
Zu deiner indirekten Frage
Zitat von HiobWenn es möglich wäre würde ich gern in den letzten Stunden bei ihr sein. Ich glaube dass ich wirklich viel versucht habe und ich würde es wieder so machen, gerade mit Blick auf die Kinder.
- zuerst einmal würde ich sagen: wenn sie auffindbar sein wollte, dann würde sie dafür sorgen, dass sie es ist.
Dann: möchtest du um ihretwillen bei ihr sein (was sie nicht zu wollen scheint) oder weil es dir selbst und den Kindern helfen könnte, abzuschließen bzw. eine letzte "gute" und halbwegs würdevolle Erinnerung zu schaffen? Falls ja: gäbe es andere Möglichkeiten, zu einem Abschluss zu kommen?
Ich hoffe, das war nicht zu direkt zurückgefragt.
Viele Grüße
Lea
Liebe Florena -
das ist ein harter Brocken.
Ich wünsche dir von Herzen für nächste Woche die harmloseste aller möglichen Diagnosen und hoffe, dass du nach wie vor hier schreiben kannst und wirst - egal wie es aussieht.
Ganz allein bist du nämlich nicht. - Auch wenn der Austausch hier nur virtuell ist.
Ganz liebe Grüße
Lea
Hallo Andreas,
das mag wohl sein ![]()
Das Fasanenpärchen jedenfalls hat inzwischen eine neue Bleibe im Gestrüpp unter dem Walnussbaum gefunden.
Lieber Gruß
Lea
Moin moin Andreas,
Zitat von CarpenterVielleicht liegt es an der Jahreszeit, aber bei mir macht sich eine leichte Melancholie breit...wie immer um diese Jahreszeit.
M-hm. Seit gestern das Maisfeld abgeerntet wurde, traut sich das Fasanenpärchen nicht mehr von der Stelle - und sitzt deshalb seit mehr als vierundzwanzig Studen dort mitten im Feld im strömenden Regen.
Herta Müller hat's getroffen: Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt. ![]()
Lieber Gruß
Lea
Hallo Schnuffig,
wenn ich deine Telefonnummer hätte, dann würde ich dich anrufen und dir mitteilen, dass ich dich sofort da und dort in einem Café treffen muss ![]()
Oder einen spielen, der von Tür zu Tür geht, um den Menschen irgend etwas anzubieten.
Nein, mal ehrlich. - Was hält dich davon ab, sie schon früher zu verabschieden? (Ich weiß es ja, was dich wahrscheinlich abhält - aber trotzdem).
Lieber Gruß
Lea
Und: ja, du schaffst das. Aber musst du?
Glückwunsch, Martin!
Der Wechsel zu Win 8 steht mir auch in absehbarer Zeit bevor ... von mir aus hätte ruhig mit XP Schluss sein können, das liebe ich.
Mit Win 8 komme ich irgendwie nicht so gut klar.
Aber vielleicht ist es auch nur Gewohnheit.
Lieber Gruß
Lea
Liebe Loretta,
bei mir war es auch so - manchmal schien es mir, ich müsste jeden Jahrestag, jedes gemeinsame Ritual, jedes noch so kleine gemeinsam beobachtete Ding am Wegesrand einzeln betrauern. Selbst jetzt habe ich das noch manchmal, wenn sich eine schöne Erinnerung meldet.
Sei geduldig mit dir. Es wird besser.
Lieber Gruß
Lea
Lieber Hartmut,
du schreibst:
Zitat von HartmutWas ich damit sagen will ist ganz einfach . Es ist wurscht, wie ich das Kind beim Namen nenne, wenn ich nichts dagegen mache, bleibe ich immer in der Opferrolle.
Das mit der Opferrolle sehe ich ebenso.
Aber das Problem bei den COs ist ja das Thema Risikominimierung, um den Vergleich doch noch einmal zu bemühen. -
"Suchtmittel" oder "Trigger" meiden - würde heißen, Beziehungen meiden.
Das ist von einem sozialen Wesen sehr viel verlangt. Bleibt das bewusste Ändern von Verhaltensweisen.
Ob das reicht? Keine Ahnung.
Ist nicht so einfach.
Lieber Gruß
Lea
Liebe Nys,
ich finde, der Beitrag von Andreas trifft es sehr genau.
Du bist doch letztendlich wegen dir selbst hier.
Für mich war es eine Bereicherung, laut mit dir nachzudenken, noch einmal vielen Dank dafür.
Ich würde mich sehr freuen, irgendwann wieder von dir zu lesen.
Lieber Gruß!
Lea
Lieber Rhein,
ich musste etwas schmunzeln, als ich deine Frage gelesen habe, ich beantworte sie gern: ist so eine Sache mit den Sternzeichen - laut allgemein üblicher Zuordnung (Horoskop in Zeitschriften ...) bin ich ein Widder. Die tatsächliche Sternenkonstellation bei meiner Geburt waren aber die Fische.
Ich bin allerdings eigentlich etwas abgekommen von der Frage, woher genau mein Beziehungsverhalten kommt. Ein Problem sind sicher meine Vorstellungen davon, wie eine Beziehung "sein" sollte. Für mich gehörte lange dazu, dass ich in einer Beziehung, die den Namen verdient, nicht um meine Grenzen kämpfen müssen sollte - sondern dass sie quasi vom Gegenüber intuitiv erkannt und respektiert werden. Ganz schön realitätsfremd, ich weiß
Und im vollen Vertrauen auf die Richtigkeit dieser Vorstellung habe ich dann das Gefühl bei Grenzüberschreitungen ausgeblendet, obwohl sie mir sowas von bewusst waren, dass es eigentlich keinen Zweifel gab, wie ich hätte handeln sollen. Diesen Zusammenhängen versuche ich im Moment näher auf die Spur zu kommen. Mal sehen, ob's hilft ![]()
Lieber Gruß
Lea