Guten Abend oder gute Nacht aus dem Süden,
ich kann mir gar nicht vorstellen, dass bei Euch im Norden bei geöffneten Fenstern Skiurlaub-Feeling aufkommen kann
War gestern übrigens mit meinen Mädels in Sachen Skifahren unterwegs - Skianzüge probieren, Ski zum Schleifen und Wachsen bringen, Tourenski für ihre Alpenvereinstour bestellen... Da ich von meinem Arbeitsfenster aus schon schneebedeckte Berge sehe, spüre ich - auch bei geschlossenen Fenstern (die kann man sowieso nicht öffnen, da sonst die Klimaanlage durchdreht; furchtbar) tatsächlich schon Vorfreude auf die Wintersaison. Und merke, dass ich bei jedem Thema, jeder Aktivität problemlos den Bogen zu Alkohol spannen kann. Denn was war Skifahren ohne Tee mit Rum, Grog oder Flachmann in der Jackentasche - das kommt mir aus heutiger Sicht so schwachsinnig vor... Diesen Winter wird's definitiv die Sprudelflasche sein...
Bin gerade vom diensttäglichen Meeting zurück und ja, Du hast recht, auch an diesem AAbend gab es wieder richtig ehrliches Lob. Mitfreuen. Und wie heißt es so schön: geteilte Freude ist doppelte Freude. Vielleicht sogar vielfache Freude. Wieder eine Trockenblume für den großen Strauß.
Die vielen Gedanken in Deiner nächtlichen Mail (sprachst Du davon, Du führest ein Luxusleben an Ruhe und Beschaulichkeit - im Vergleich zu mir?) find' ich ja fast schon ein wenig beängstigend. Voll durchschaut, Psycho-Frau, könnte mann sagen...
Nur ganz kurz:
Zitat von MaryLou
"erfolgreich im "Nein" sagen gezeigt"
Na ja, dieses eine Mal. Prinzipiell kann ich das eher noch überhaupt nicht. Schade, dass dieses Mittel kein Arzt verschreibt. Vll. spielt dabei auch eine Rolle, dass ich mich gebauchmiezelt fühle, wenn ich um etwas gebeten werde. Und dann muss es aber schon perfekt sein
--> siehe unten
Zitat von MaryLou
"Perfektionismus über Bord werfen"
Bin ich dran, ohne dass ich die Worte gewissenhaft und verlässlich aus meinem Wortschatz streichen möchte.
Zitat von MaryLou
Loslassen vom Gedanken, dass "man" irgend etwas machen muss/soll/will/kann/darf.......für andere.
Ich würde da strikt die Verben trennen. Das, was ich mache, mache ich gewöhnlich schon aus freien Stücken. Das Problem ist, dass ich oft ZU VIEL WILL. Für mich und für andere.
Zitat von MaryLou
"Man" kann auch einfach einen Abend in der Woche das tun was "man selbst WIRKLICH will......was wäre das denn außer Keulen schwingen ??
Lustig, genau das Thema gab es heute hier schon an anderer Stelle. Ich tu mich einfach verdammt schwer damit. Abgesehen davon, dass ich an drei, manchmal vier Abenden in der Woche schon feste Termine hab. Mir würde es schon reichen, wenn ich das Jonglieren wieder etwas regelmäßiger betreiben würde. So gut bin ich da noch nicht, wie Du vll. meinst. Und mich in meine Lieblings-Zeitschrift vertiefen (die Fernweh verursachende mit dem gelben Rahmen). Und Musik hören; aber das ist eine andere Geschichte...
Zitat von MaryLou
Ich habe gut reden, aber ich denke schon, dass es bei dir zu einem Defizit gekommen ist, zwischen dem Gefühl Fremdwünsche/Bedürfnisse erfüllen zu wollen/ oder zu müssen, und deine eigenen überhaupt wahr zu nehmen.
Den Satz finde ich krass. Inhaltlich genau so durfte ich den von einem Psychotherapeuten hören, den ich gelegentlich besuche, und vor einigen Jahren bei einer Reha. Ich weiß es, es ist genau so, aber ich ändere es trotzdem nicht. Oder vielleicht doch? Vielleicht sind die Schritte so klein, dass ich sie in meiner alkoholischen Maßlosigkeit nicht erkenne?
Ich werd' drüber nachdenken - in einer ruhigen Minute 
Gute Nacht an Dich und an alle, die das hier lesen mögen. Ich hoffe, es fühlt sich niemand abgeschreckt, hier seinen Fußabdruck zu hinterlassen.
George