Beiträge von Pellebär

    Moin Hartmut

    Woran erkennt du denn, ob ein Argument vorgeschoben ist?

    Ich kann ja nur von mir, von meinen Gedanken, meiner Haltung und meinem Verständnis ausgehen.

    Als ich hier aufschlug wusste ich nur sicher, dass ich nicht mehr trinken konnte und wollte. Der Weg war eher verschwommen. Ich war und bin nicht so vermessen zu sagen, ich trinke nie wieder. Das ist mir immer noch, auch im 11. trockenen Jahr, viel zu abstrakt.

    Erstmal habe ich sortiert, wie es viele tun, die hier ankommen. Habe mich gefragt, was, wann, wie, wenn passiert, wie geh ich damit um. Entscheidend für mich war und ist, dass ich mir sicher bin, dass ich zufrieden bin mit meinen Entscheidungen.

    Ich hatte zugelassen, dass der Alkohol für mich entschieden hat, dass er mich um meine Freiheit gebracht hat, mir Panikattacken beschert hat, mich depressiv und lebensmüde gemacht hat. Nun endlich frei, konnte er mir nichts mehr anhaben, es gab ihn, mein Kopf aber war endlich alkoholfrei, ich konnte mich entscheiden, was ich tu, kommen und gehen wohin und wie lange ich wollte. Frei!

    Diese Haltung können viele nicht verstehen, aber sie ist mein Weg.

    Ich achte und respektiere jeden Weg, denke über andere Wege nach, korrigiere meinen durchaus, tausche mich aus, ohne überzeugen zu wollen.

    LG PB

    Moin Ernest,

    wie kommst du zu der Ansicht, dass sich Rentner schwerer tun, weil der Druck durch den Arbeitgeber weg fällt?

    Ich bin 70 Jahre alt, 10 Jahre trocken, also erst als Rentnerin trocken geworden, weil ich es wollte. Ganz sicher nicht, weil mir irgendwer oder irgendwas Druck gemacht hätte. Ich habe einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, fast alle mittlerweile im Ruhestand, alle aktiv, reiselustig und am Tagesgeschehen interessiert. Alkoholabhängig ist da keiner.

    Jemand, der durch Druck von außen trocken wird, ist in meinen Augen nicht wirklich trocken.

    LG PB

    Moin

    Ich bin müde, forummüde. 10 Jahre, sind sie genug? Immer wieder die Frage, geht es weiter, wie geht es weiter, für mich, für das Forum? Für mich ist es weit gegangen, sehr weit. 10 Jahre Leben, leben in Freiheit.

    Das Forum sind war alle, wir füllen es mit Leben, machen es lebendig, interessant, lesenswert, hilfreich, zeigen unsere Wege, lernen, ergänzen uns, lassen uns nachdenken, überdenken, korrigieren, gehen gemeinsam ein mehr oder weniger langes Stück Weg.

    Aber wo sind wir gerade alle?

    Entmutigt, enttäuscht, verunsichert, wie ich gerade?

    Ich bin müde.

    PB

    Moin

    Ich wünsche mir, dass hier endlich Ruhe einkehrt, dass dies wieder ein Forum wird, in dem sich über die Sucht ausgetauscht wird und nicht über das Forum. Dazu gehören, jedenfalls für mich, auch Themen von allgemeinen Interesse, wie Musik, Natur, Literatur oder was auch immer das Leben bereichert, denn das gehört zum Austausch. Trinkend waren, mir jedenfalls, diese Themen vernebelt. Erst nüchtern nehme ich daran wieder wirklich teil.

    Genauso, wie ich auch über Schicksalschläge schreibe und lese, erfahre, dass es möglich ist, diese nüchtern zu überstehen.

    Austausch über ein Leben ohne Sucht eben.

    Karsten hat das Recht, sein Forum zu gestalten. Mir bleibt die Freiheit es mitzugestalten oder zu gehen.

    PB

    Moin

    10 Jahre Freiheit, 10 Jahre gelebtes Leben, geschenktes Leben, denken und handeln, wie es sich gut und richtig für mich anfühl.

    Bin ich Alkoholikerin, alkholkrank, süchtig, abhängig, denke ich nass oder trocken? Unwichtige Wortklauberei. Ich kann mit dem Zeug nicht umgehen. Das habe ich erkannt, akzeptiert und gehandelt. Ich lebe gern ohne Alkohol, erlebe alle Höhen und Tiefen bewusst, ohne Verzicht.

    Getrunken habe ich am Anfang, weil ich es wollte, später, weil ich es musste und am Ende, weil ich mich und mein Leben deshalb nicht mehr ertragen habe. Mehr Erklärung bedarf es nicht.

    Ich lebe mit Alkohol um mich herum, es gibt ihn, ich sehe ihn, er tut mir nichts mehr, er hat keinen Einfluss auf mein Denken, Tun und Handeln. So war es vor 10 Jahren, so ist es heute. Damals noch wackelig, logisch, aber meine Einstellung ist so geblieben.

    Äußerlich habe ich nichts verändert, auch ich bin der gleiche Mensch geblieben, ich akzeptiere mich, habe eine andere Haltung, sicher, denn meine Welt sieht ohne Alkohol verändert aus.

    Ich wünsche mir, dass mir diese Welt noch eine Weile erhalten bleibt.

    PB

    Moin Hartmut

    Bin ich krank, schwach, willenlos oder denke ich nass oder trocken, das ist für mich unwichtige Wortklauberei. Ich kann mit dem Zeug nicht umgehen. Das habe ich erkannt, akzeptiert, gehandelt und lebe zufrieden ohne Alkohol.

    Gruß PB

    Moin liebe Thalia,

    danke für deine Geduld mit dem Forum. Du hast nachgefragt, Mut gemacht, hast dich nicht beirren lassen, hast das Forum lebendig gemacht und bist dabei deinen Weg gegangen.

    Meine Geduld erschöpft sich auch gerade. Das macht mich traurig.

    Ich wünsche mir sehr, dass wir uns nicht ganz verlieren.

    Sei lieb gegrüßt PB

    Moin Horizont

    Sicher stolperst du überall über Alkohol. Davor kannst du nicht weglaufen.

    Ich habe von Anfang an meine Haltung geändert, die ist alkoholfrei, meine alkoholfreie Zone ist in meinem Kopf ganz fest verankert. Ich bin frei, ich entscheide über meine Handlungen, über mein Leben, kein Alkohol und kein Gruppenzwang.

    Wer mich so nicht mag, hat in meinem Leben nichts verloren.

    LG PB

    Moin Karamasow,

    ich bin 70 Jahre alt und glaube mir, die Verantwortung hört nie auf. Sicher, es wird leichter, das Berufsleben ist vorbei, das Einkommen ist gesichert, aber die Kinder sind da, sie bleiben Kinder, auch erwachsen, ich sorge mich um sie und nicht nur um sie, bis ich die Augen endgültig schließe.

    Ich habe nicht aus Verantwortung für andere aufgehört zu trinken, sondern aus Verantwortung für mich. Ich habe mir mein Leben zurück geholt, lebe es so, wie es sich für mich gut und richtig anfühlt. Eine Bierflasche brauche ich dafür nicht.

    LG PB

    Moin Vollwaise

    Ich schreibe dir hier, um Florians Faden nicht zu zerschießen.

    Du glaubst ihm nicht. Warum nicht? Ich habe hier u.a. auch gelernt einmal dumm zu glauben.

    Fakt ist doch, ich kann nur meine Gedanken denken, meine Gefühle fühlen und entsprechend handeln. Es gibt sicher Situationen, da gibst du noch Vollgas, da ich stehe längst auf der Bremse. Und natürlich umgekehrt.

    Wenn du Ängste hast, zweifelst, fühlt es dein Gegenüber nicht, kann es nicht nachvollziehen und umgekehrt.

    Ich gehe immer davon aus, dass mein Gegenüber anders tickt und entsprechend anders handelt, auch wenn dieses Handeln für mich nicht nachvollziehbar ist.

    Natürlich ist es sinnvoll, ganz besonders am Anfang, jeden Hinweis ernstzunehmen und immer wieder die eigenen Handlungen zu überdenken, sich zu prüfen, aber zu viel Ängstlichkeit schafft Unsicherheiten, die auch zum Rückfall führen können.

    Nun hätte ich deinen Nick beinahe mit ei geschrieben. :oops:

    LG PB

    Moin Hartmut,

    als ich nicht mehr trinken konnte, aber auch nicht mehr leben wollte, bin ich hier gelandet, habe, wieso auch immer, begriffen, für mich gibt es, wenn überhaupt, nur noch ein Leben ohne Alkohol. Also habe ich erst einmal nur nicht mehr getrunken, äußerlich nichts verändert, mich aber zurück gezogen und mein Leben überdacht und es mir Schritt für Schritt zurück erobert.

    Ich habe hier viel gelesen, so viele wirklich LZTs gab es hier damals noch gar nicht. Habe über vieles nachgedacht, mir mitgenommen, verworfen und bin meinen Weg gegangen.

    Heute, nach nun bald 10 Jahren ohne Alkohol, ist es mir immer noch egal, ob trocken, nüchtern, LZT oder gerade einsichtig geworden. Ich lebe alkoholfrei, selbstbewusst, ohne Einschränkungen, mit mir (meistens) im Einklang, bin frei in meinen Entscheidungen, habe begriffen, dass ich 24 Stunden am Tag mit mir auskommen muss. Den Rest kann ich beeinflussen.

    Ob das Turbo ist? Keine Ahnung. Ein Prozess war und ist es auf jeden Fall. Meine Haltung ist alkoholfrei, nur das zählt für mich.

    PB