Beiträge von Carpenter

    Zitat von Nys


    Zynismus ist bei mir immer ein Barometer dafür, ob ich mit mir und der Welt zufrieden bin. Meist werde ich zynisch, wenn ich mit mir unzufrieden bin und jemand anders sehr selbstzufrieden und unreflektiert wirkt.
    Irgendwann habe ich das Gefühl, daß alle unreflektiert sind - weil ich die einzige bin, die mit sich unzufrieden ist. ;)

    Hi Nys

    Das ist bei mir ähnlich...ich brauch allerdings gar nicht erst jemanden dazu, der sehr selbstzufrieden und unreflektiert ist :)
    Ich war schon immer ein sehr ironischer und manchmal zynischer Mensch, aber zuviel Zynismus ist für mich in der Tat ein Indikator, daß irgendwas im Argen liegt bei mir. Saufend fällt einem das nicht auf, abstinent sehr wohl.

    Zitat von Nys

    Was wirklich erstaunlich für mich war (in den letzten 3 Monaten) wie viele Menschen aussehen, UND SO TUN! als hätten sie keine Probleme.

    Yoh...noch erstaunlicher finde ich, daß es so viele Menschen gibt, die für alles und jeden immer prompt ne Lösung parat haben. Diese Allroundtalente, die urplötzlich vom Lernenden zum Lehrenden werden, denen sich über Nacht die Augen öffen und die natürlich auch ihre Umwelt daran teilhaben lassen wollen...

    Natürlich hab ich in Deinem Thema gelesen...und ganz sicher werd ich dort nix zur Thematik antworten, weil ich kein Fernstudium "Psychologie" besucht habe.
    Ich kann Dir nur schreiben, wie das bei mir war. Ich hab meinen Frieden mit meinen Eltern gemacht. Wie genau man den definieren will, ist mir ehrlich gesagt einerlei. Manchmal erinnert er mich eher an einen unbefristeten Waffenstillstand - dann nämlich, wenn meine Mutter anfängt, sich in mein Leben einmischen zu wollen. Ich mach ihr dann recht deutlich, daß ich mich in ihr Leben genausowenig einmische und das von ihr ebenso erwarte. Meistens funktioniert das...nicht immer, aber immer öfter.
    Ich habe zu meinen Eltern früher nie Vater oder Mutter gesagt, sondern schon immer diese Distanz gehalten, indem ich sie beim Namen nannte. Immer öfter ertappe ich mich dabei, daß ich ein Papa und manchmal sogar ein Mama über die Lippen bringe...unbewußt und aus freien Stücken heraus...ohne, daß jemand darauf hoffen könnte. Das seh ich persönlich als gutes Zeichen an.
    Ja, ich hab meinen Frieden gemacht. Ich muß mir ganz sicher auch ab und an nen bissigen Kommentar verkneifen, wenn die Widersprüchlichkeit grad mal wieder mit ner überdimensionalen Spraydose an die Wand geworfen wird, aber ich sag mir: Hey, Du bist nun auch nicht grade perfekt, also erwarte es nicht von anderen.
    Und so hat sich aus ner sehr schwierigen Beziehung eine Beziehung entwickelt, die sicher alles andere als pflegeleicht ist, die es aber wert ist, daß man sie pflegt. Nicht, weil es die Eltern sind, sondern weil es sich um Menschen handelt, mit denen man gelegentlich gerne Zeit verbringt.

    Trotz alledem bin ich froh, daß meine beiden Jungs mich durchgehend Paps oder Daddy nennen :)

    Tja, und als krönenden Abschluß hab ich noch erfahren, daß ich eine Lesebrille brauche. Mir ist schon aufgefallen, daß ich meine Schrift auf dem kindle inzwischen unbewußt soweit vergrößert habe, daß ich bei jedem Satz umblättern mußte, aber inzwischen hab ichs sogar ärztetechnisch schwarz auf weiß. Ich hatte noch gehofft, es nicht lesen zu können :)

    Als einigermassen eitler Tropf macht mir das durchaus zu schaffen. Sämtliche Selbsttäuschungsversuche (dadurch siehst Du zumindest etwas intelligent aus...älter als ohne kannst Du mit Brille eh nicht ausschaun) sind jämmerlich fehlgeschlagen und ich hadere zutiefst mit meinem fiesen Schicksal. Nüchtern betrachtet ist das Jammern auf hohem Niveau und nachdem ich ja nun schon ne ganze Weile nüchtern bin, sollte ich das so auch endlich mal akzeptieren :)

    Dir ne schöne Woche und nen schönen Gruß

    Andreas

    Hi zusammen,

    Nys :

    Hab schon gemerkt, daß Du in letzter Zeit wieder etwas mehr Muse zum Schreiben findest und freu mich drüber. Ausgerechnet die Muse geht mir momentan ziemlich ab. Ich bin seit Wochen ziemlich launisch, häng ziemlich durch und schlepp mich so von Tag zu Tag. Definitiv keine gute Phase für mich im Moment und ganz sicher besser für alle anderen, daß ich nicht so viel schreibe...mein Zynismus tanzt mir zwischenzeitlich völlig ungehemmt auf der Schulter rum :)

    Einen Pferdekuss beim Fuppes kriegt man, wenn der Gegenspieler beschließt, daß sich das eigene Knie ganz gut in den Oberschenkel des Gegenübers rammen läßt :) In dem Fall mach ich meinem Kontrahenden allerdings keinen Vorwurf...war im Kampf um den Ball und ganz sicher keine Absicht. Ist halb so wild, nur vernünftig laufen läßt sich damit nicht.
    Meinen Plan, im 2 km - Schritt die Marathondistanz zu erreichen, hab ich schon vor Wochen ad acta gelegt, weil zu ambitioniert. Ein Marathontraining über das ganze Jahr durchzuziehen, dazu fehlt mir aus beruflichen Gründen momentan einfach die Zeit.

    @Correns:

    Das klingt gut und ich freu mich schon sehr auf Deinen Bericht. Ich denke, der Schritt weg vom Fersenlaufen ist ein Großer...ich hab da etwas recherchiert und herausgefunden, daß Vorderfußläufer viel seltener verletzt sind als Fersenläufer. Aber das weißt Du sicher schon. Nochmal viel Spaß in Freiburg...

    silberkralle :

    Nene, das kannst Du knicken :)

    Istanbul wird durchgezogen. Allerdings geb ich gerne zu, daß mir Erdogan momentan etwas die Vorfreude auf meinen ersten Marathon nimmt...in einem Polizeistaat wollte ich eigentlich nie laufen...

    Schönen Gruß an Euch und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von Rattenschwanz

    ...ni...ni...ni...ni...ni...ni...ni...ni...ni...Ni...ni...ni...ni...ni...ni meiner sein aber ich kann mir deinen Weg ansehen - wenn ich will.

    Puh...sag nimals ni...

    15 mal ni - Das ist selbst für Dich ein Spitzenwert. Du bist damit der ungekrönte Meister der Negation - Glückwunsch...zu den zwei trockenen Jahren übrigens auch :)

    Gruß Andreas

    Hallo Correns,

    das freut mich zu hören. Es ist ja keine wirklich neue Erkenntnis, daß dieses Fersenlaufen nicht gerade rückenschonend ist. Man kannte es aber halt lange gar nicht anders.
    Funktioniert das so einfach ? Die Umstellung vom Fersenläufer auf den (fast) Vorderfußläufer ?

    Ich wünsch Dir jedenfalls viel Spaß und viel Erfolg am WE in Freiburg.

    Bei mir selbst ist Laufpause angesagt...ich hab mir gestern beim Fuppes nen Pferdekuss zugezogen, ich vermute mal, es ist ein einfacher Muskelfaserriß...könnte auch ein Muskelbündelriß sein, muß ich jetzt mal abwarten. 10 Tage Pause sind das mindestens.... momentan siehts also schlecht aus für den Obermain-Halbmarathon :(

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hallo Trickster,

    man sieht mal wieder:

    Denn es ist nie zu spät - für einen neuen Weg :)

    Herzlich willkommen erstmal.

    Ich denke, es ist erstmal nicht ungewöhnlich, daß man für die alten Saufkumpanen abstinent nicht mehr so interessant ist. Man gehört dann automatisch zur anderen Seite...der Seite, in der ständiges Zudröhnen nicht den einzigen Lebenszweck darstellt.

    Mit der Zeit wirst Du merken, daß ehemalige Saufkumpanen auch für Dich mit der Zeit nicht mehr interessant sind...zu groß sind zu Unterschiede, zu schockierend ist es, wenn man selbst erkennt, was der Alkohol letztendlich aus ehemaligen Freunden und Kollegen gemacht hat.

    Ich denke übrigens, es geht den meisten Menschen so, daß sie immer genau dann das machen wollen, was sie grad nicht machen können. Ich kenn das jedenfalls von mir selbst ganz gut.

    Tja, dann freu Dich mal auf Dein neues Rad. Bis dahin hast Du hier reichlich Lesestoff und ich würde fast behaupten, es ist in jedem Thread was Nützliches drin.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Zitat von Skyline

    Ich würde eine Stadt gestallten in der alles vorhanden ist wie jetzt auch im normalen Leben aber in dieser Stadt gibt es keinen Alkohol. Ich werde als Alkoholiker nirgendwo mit dem Alkohol konfrontiert, nicht im Geschäft, nicht in der Werbung, eben absolut gar nicht. In dieser Stadt lerne ich wieder normal Leben zu können, ich würde einen Zeitrahmen in etwa von zwei Jahren vorgeben. In dieser Zeit mache ich was ich sonst normaler Weise auch machen würde, arbeiten gehen, sport machen, ins Kino gehen usw.
    Für mich wäre die Grundlage wirklich einfach erst mal wieder ein normales Leben führen zu können ohne einer Versuchung ausgesetzt zu werden.
    Natürlich mit einer entsprechenden Unterstüzung wenn diese erforderlich ist und natürlich mit Gesprächen in Selbsthilfegruppen.

    Wenn ich es dann gelernt habe wieder ein normales Leben führen zu können würde ich vorsichtig zum nächsten Schritt übergehen. Die Erarbeitung der Rückfallprohylaxe, was hat bei mir früher Suchtdruck ausgelöst, welche Risikominimierung muss ich betreiben usw.

    Hallo Oli,

    die Idee an sich klingt ganz interessant. Was mir an ihr jedoch nicht gefällt, ist diese Abschottung, die damit zwangsläufig einhergeht.
    Ich bin zwar Alkoholiker und würde mir wünschen, daß der Alkohol in der Gesellschaft nicht den Stellenwert einnimmt, wie es momentan der Fall ist, aber das sind nunmal die Voraussetzungen, die Fakten, mit denen wir konfrontiert werden. Und die lassen sich nicht dadurch ändern, wenn man sich zwei Jahre in einem Nexus aufhält...möglicherweise wäre der Aufprall bei der Rückkehr in die "normale" Welt nur umso heftiger.

    Mir gefällt diese bunte Welt mit all den Gefahren, die sie beinhaltet. Ich würde gerne einiges ändern, hätte viele Ansätze, wie man gewisse Dinge besser gestalten könnte. Aber ich bin pragmatisch genug, um zu erkennen, daß man Idealvorstellungen zwar haben darf und auch haben sollte, aber diese Ideale nicht auf die Gesellschaft übertragen darf. Die Gesellschaft wird sich wegen mir nicht ändern, aber ich kann mich ändern, unabhängig von der Gesellschaft.

    Nichtsdestotrotz find ich es prima, daß Du nach Lösungen, Alternativen, Antworten suchst. Viele Menschen belassen es oft bei einem "ist doch eh alles scheiße". Alternativen allerdings haben auch sie nicht zu bieten.

    Und jeder neue Gedankenansatz, jede neue Alternative, möge sie noch so abenteuerlich klingen, ist besser als gar keine.

    Menschen, die Dinge wesentlich verändert haben, wurden von ihren Zeitgenossen oft als Utopisten bezeichnet. Die Auszeichnung für ihr Lebenswerk gab es oft erst post mortem.

    Also strick ruhig weiter an Deiner Idee...ich find das gut :)

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hallo Frank,

    das ist ja interessant. Ungestört Lesen steht bei mir momentan auch ganz oben auf der Liste, allerdings erst abends.
    Vielleicht ist es Dir ein schwacher Trost, daß es wirtschaftlich bei mir momentan nicht viel besser aussieht. Einige Großbaustellen im letzten Jahr haben sich als Minusgeschäfte herausgestellt. Wenn der Umsatz deutlich steigt, der Gewinn aber schwächer ausfällt als im Vorjahr, dann passt meist was nicht :)

    Diverse Maßnahmen hab ich schon getroffen. Einige Fehler gehen noch auf meine Saufzeit zurück, andere habe ich tatsächlich konkret im letzten Jahr begangen. Ich fürchte, ich bin zwar ein ganz ordentlicher Handwerker, aber eher ein unterdurchschnittlicher Unternehmer :) Wie sonst ist es zu erklären, daß die Kundschaft immer hochzufrieden ist, sich dies finanziell aber für mich nicht auszahlt ?

    Die Auftragslage ist eigentlich recht ordentlich. Da kann ich mich nicht beschweren.

    Ich hab mir in letzter Zeit schon öfter mal die Frage gestellt, ob der ganze zeitliche und nervliche Aufwand überhaupt noch im Verhältnis zum Ertrag steht. Andererseits habe ich vor kurzem erfahren, daß mein ehemaliger Arbeitgeber inzwischen die Segel gestrichen hat...wir dagegen sind noch da.

    Buletten laß ich aus diversen Gründen mal außen vor, aber ich mach mich dann mal ran an die Zuchini :)

    Schöne Zeit Dir und schönen Gruß

    Andreas

    Moin Frank,

    sehe gerade, daß Du online bist. Bei Dir soweit alles in Ordnung ? Mir ist aufgefallen, daß Du Dich etwas rar gemacht hast. Ich hoffe, das liegt am positiven Arbeitsstress :)

    Wie siehts denn aus bei Dir ?

    Schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von schnuffig

    Naja es gibt auch vorauseilenden Gehorsam. "Ich" rate, welches Verhalten mein Gegenüber sich wünscht und verhalte mich danach.
    Weil ich eben Angst vor den Folgen meines Verhaltens habe.
    "Ich" gehorche dann schon, bevor mich jemand dazu aufgefordert hat.
    Der erwünschte Lohn für so ein Verhalten sind meistens so Sachen wie Anerkennung und Lob. Stärkung des Selbstwertgefühls von außen.


    Wenn ich mit jemandem handle, oder für jemanden arbeite, interessiert mich das eher weniger.
    Da interessiert mich großteils die Sachebene.

    Grüße :)

    Morgen,

    ein ganz wichtiger Ansatzpunkt, dieser vorauseilende Gehorsam. Aus meiner Sicht verschlimmert er nämlich die Lage des Opfers erheblich. Ich bin der Meinung, daß so ein Verhalten bereits im Kindesalter "antrainiert" wird. Wie oft muß man als Kind Dinge machen, die man gar nicht machen will und macht sie dann trotzdem, um ja nicht sanktioniert zu werden...von anderen Kindern, von Eltern, von Lehrern, später vom Partner und vom Arbeitgeber.
    Da schleift sich über die Jahre ein Verhaltensmuster ein, das natürlich auch im Erwachsenenleben weiter Bestand haben kann. Man erachtet dieses Verhalten dann irgendwann als normal und konform.
    Und es gibt Menschen, die so ein Verhalten sehr gut erkennen können und für ihre Zwecke ausnutzen.

    Und es gibt Menschen, die ganz offen nach außen kommunizieren, daß sie sich dieser Tatsache bewußt sind und trotzdem immer klein beigeben...um des Friedens und des eigenen Vorteils Willen. Ich möchte fast behaupten, das ist eine Volkskrankheit. Es ist normal geworden, zu duckmäusern, um ja keine Nachteile zu erleiden. Und immer ist es die Angst vor den Folgen, die einen so handeln läßt.

    Du selbst hast neulich ein schönes Beispiel gebracht...eine Dir fremde Person ist auf einer Aufstellung (?) aufgetaucht und einige der anwesenden Damen haben Dir gleich eintrichtern wollen, wie Du Dich zu verhalten hättest, um dadurch entweder Vorteile zu bekommen bzw. keine Nachteile zu erleiden. Daß Du da nicht mitmachst, war klar :) Aber aus deren Sicht war das völlig normal. Ist es dann für diese Damen nicht eine logische Konsequenz, zuhause ebenfalls so zu reagieren, wie es der Partner will, um sich Vorteile zu schaffen oder keine Nachteile zu erleiden (und ich fürchte fast, es geht dabei zu 80 % um Letzteres) ?

    Psychische und physische Gewalt ist übrigens keine exklusiv männliche Angewohnheit. Ich kenne Männer, die von ihren Frauen verprügelt wurden und ich kenne Frauen, die ihre Männer dermassen psychisch unter Druck setzen, daß man die nach Jahren kaum noch wiedererkennt.

    Immer ist es eine Demonstration von Macht. Männer, die sonst keine Macht ausüben können, weil sie z.B. in der Arbeit nur herumkommandiert werden, tun dies dann zuhause...auch, weil da jemand ist, der es sich gefallen läßt.

    Einer fügt sich immer mehr oder minder freiwillig in die Opferrolle und der ganze Irrsinn hört erst dann auf, wenn das Opfer beschließt, kein Opfer mehr zu sein und dies auch nach außen klar macht...man kündigt, man reicht die Scheidung ein, man schlägt zurück, wenn man geschlagen wird.

    Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, Agressionen in so einem Zusammenhang in der Argumention außen vorzulassen. Agressionen bauen die meisten Menschen auf, haben aber unterschiedliche Arten, diese zu bewältigen...einige beißen in Telefonbücher, einige schlagen zuhause die Ehefrau, einige prügeln sich als Hools am WE auf dem Fuppes, einige laufen sich die Seele aus dem Leib und wieder andere machen ne Entspannungstherapie. Dieses ständige Duckmäusern fördert Agressionen, die sich dann irgendwo ein Ventil suchen...leider sind es dann oft die Partner oder, schlimmer noch, die Kinder, die diese dann ausbaden müssen.

    Schönen Gruß

    Andreas

    Hi Peter,

    auch von mir erstmal herzlich Willkommen.

    Kannst Du was zu Deinem Rückfall schreiben ? Ich meine, hast Du Dir mal nen Kopf gemacht, wie es dazu kommen konnte ? Gab es Auslöser, die Du vielleicht in Zukunft ausschließen könntest ?

    Wenn Du Dich momentan zuhause wohler fühlst, spricht aus meiner Sicht überhaupt nix dagegen, sich eine gewisse Zeit einzuigeln. Das ist schließlich auch eine Art von Entspannung, wenn man sich nicht mit äußeren Einflüssen beschäftigen muß.

    Wären denn die AA in Deiner Stadt oder in der Nähe eine Option für Dich, wenn Du Dich wieder soweit in der Lage fühlst, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten ?

    Ich sehe es nämlich ähnlich wie Matthias...Du machst in Deinen zwei Posts den Eindruck, als wärst Du ganz alleine mit Deinen Problemen im Moment.

    Sich hier zu melden ist auf alle Fälle mal ein Anfang...und der Werdegang Deines Vaters sollte Dir auch erstmal Mut machen...zeigt es doch, daß man auch nach vielen Jahren der Sauferei noch die Kurve kriegen kann.

    Ich wünsch Dir viel Erfolg und ne schöne Zeit

    Schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von Plejaden

    Von daher habe ich von Hause aus eine Abneigung gegen intrusive Brechstangen-Lustigkeit.

    Moin Plejaden,

    Deine Wortschöpfung hat mir das erste Lächeln des Tages abgerungen:-)

    Ich war, soweit ich mich erinnern kann, schon als Kind ein Faschingsmuffel. Mir kam das alles immer reichlich suspekt vor.
    Später dann, als mein Alkoholkonsum immer mehr zunahm, hab ich mich sogar breitschlagen lassen, beim Männerballet mitzumacbhen. Ich kann mich noch gut dran erinnern, daß ich mal so viel gesoffen hab, daß ich kurz vor dem Auftritt rückwärts die Treppe runterflog und die nächsten vier Stunden nicht mehr aufgewacht bin...also nicht ohnmächtig, sondern aufgeschlagen und eingeschlafen. Der Rest der Truppe mußte mir dann mein rosa Tütü-Kleidchen ausziehen und innerhalb von 5 Minuten nen Ersatz heranschaffen, der für mich einsprang.

    Damals wurde über diese Aktion noch reichlich gelacht.

    Heute ist dieser Vorfall in meinem Notfallkoffer drin, denn in der Gesamtheit hab ich meine Truppe da im Stich gelassen, weil mir das Saufen wichtiger war. Ganz nebenbei hätt ich mir den Hals brechen können.

    Ich persönlich mach jedesmal drei Kreuze, wenn der Fasching rum ist...für viele Menschen hat der Fasching in letzter Konsequenz eh nur negative Folgen...Kater, Führerscheinentzug, gescheiterte Beziehungen aufgrund von alkoholbedingtem Fremdgehen...da wird die aufgesetzte Heiterkeit oft teuer bezahlt...

    Schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von Georg66


    Zum einen, dass ich nun seit mehr als einem Jahr hauptsächlich zu Hause arbeite und direkt mitkriege, wie viel hier eigentlich schief läuft.
    Der zweite Faktor ist meine Nüchternheit. Ich musste feststellen, dass ich mir früher vieles, was mich gestört hat, einfach erträglich getrunken hab. Und dazu zählten nicht nur Rückenschmerzen, permanente Überforderung und mein - oft erfolgloses - Streben nach Perfektion in vielen Bereichen, sondern auch meine Beziehung.

    Moin Schorsch,

    also so ne schnelle Antwort hätte ich jetzt tatsächlich nicht erwartet :)

    Ich weiß genau, was Du meinst mit dem erträglich trinken...Letztendlich deckt sich das mit einigen Aussagen von Kaleu im Co-Thread. Man muß einfach Verantwortung übernehmen und handeln, anstatt sich im Suff ständig selbst zu bemitleiden... Vom Passiv ins Aktiv wechseln...das ist die Grundlage.
    Als ich noch gesoffen habe, hätte ich nicht mal genau benennen können, was in welchen Bereichen nicht stimmt...da mußten dann z.T. in alkoholschwangeren Diskussionen banale Dinge herhalten, um meine Sauferei zu rechtfertigen. Nüchtern fiel es mir dann leichter, herauszufinden, wo was nicht passt. Das ist zunächst mal erschreckend, wenn man erkennt, wie hoch der Berg in Wirklichkeit ist...im Suff hat man das gar nicht wahrgenommen, weil die eigens angesoffenen Wolken den Gipfel immer verhüllt haben.

    Es war ein Wechselspiel zwischen "Problemen wegsaufen" und "neue Probleme dadurch schaffen".

    Jetzt geht es drum, diese Probleme peu à peu zu analysieren und zu beseitigen. Da sind z.T. unbequeme Dinge dabei, aber letztendlich ist es auch eine Frage der konsequenten Handlungsweise...

    Du klingst für mich wie immer sehr aufgeräumt und positiv...da freu ich mich sehr drüber und wünsch Dir alles Gute.

    Schönen Gruß und schöne Zeit

    Andreas

    Moin Marco,

    das kann ich nachvollziehen. Früher gab es auch bei uns kaum dicke Kinder, weil die noch täglich zur Schule laufen mußten und natürlich auch ne ganz andere Ernährung hatten. Allerdings haben die Holländer nen großen Vorteil in Bezug aufs Fahrrad: Dort ist halt alles brettcheneben, keine großen Steigungen, an denen man sich abstrampeln muß. Da bin ich als Mittelgebirgler ab und an schon etwas neidisch :)
    Aber auch bei uns gibt es einige Städte, vor allem Universitätsstädte, in denen sehr viel mit dem Rad gefahren wird. Liegt natürlich auch an den Kommunen selber, wie sie die Infrastruktur für Radfahrer vorbereiten.

    Um ihre ganzen Wohnwägen durch Deutschland zu schleusen brauchen die Holländer dann halt doch was mit vier Rädern :)

    Schönen Gruß

    Andreas

    P.S.: Freut mich übrigens, daß Du soviel Sport treibst.

    Zitat von schnuffig

    Huhu Andreas,

    wieso rauchst du denn wenn du schon rauchst, welche mit Zusatzstoffen?
    Änderst du die Marke, ändert sich das Rauchverhalten. Das weiß ich aus Erfahrung. ;)

    Grüße

    Moin schnuffig,
    - edit, Markenname entfernt, Linde - gibt es natürlich auch ohne Zusatzstoffe...spielt aber bei mir keine Rolle, weil ich ausschließlich Menthol rauche.
    Ich kann mein Rauchverhalten schon beeinflußen...es gibt da ne Sorte, da brauchts tatsächlich vier, fünf Stunden, bis ich verdrängt habe, wie beschissen die eigentlich schmecken und mir ne neue Zig anstecke :)

    Aber wie gesagt, man kann nicht alle Baustellen auf einmal angehen. Stück für Stück, dann werden auch die Kippen irgendwann aus meinem Leben verschwinden.

    Schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von Lindi

    Neee ..... fast so verbreitet wie "aelter werden" *kicher*.
    Das Knie hat halt nun mal eine kalkulierte Haltbarkeit (bei normaler Benutzung) von ca. 40-50 Jahren.
    Mehr hatte die Evolution nicht eingeplant.
    Deswegen brauchten die Neandertaler auch keine Rentenversicherung .... fingen die Knieprobleme an, erledigte der naechste Saebelzahntiger den Rest :roll: .
    Alles klar?

    Moin,

    das impliziert allerdings, daß man sich dann generell mit 40-50 Jahren verabschieden sollte von sportlichen Aktivitäten.

    Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Es ist ja erwiesen, daß z.B. das Knie deutlich an Beweglichkeit gewinnt, wenn man es durch diverse sportlichen Aktivitäten in Schwung hält. Das kann z.B. durch Fahrradfahren geschehen, durch Nordic Walking, durch Schwimmen, durchs Laufen.

    Es gibt inzwischen sehr viele Läufer, die bis ins hohe Alter ihrem Sport nachgehen...Fahrradfahrer übrigens auch.

    Grundsätzlich tut man sich immer was Gutes, wenn man Sport macht...wenn man es nicht übertreibt und dadurch Fehlbelastungen auftreten.

    Kleine Erledigungen mit dem Fahrrad zu tätigen ist übrigens ne sehr gute Idee von Dir. Du tust Deinem Körper was Gutes, schonst Deinen Geldbeutel und die Umwelt...das ist sozusagen ne Win-Win-Win-Situation...mehr geht kaum :)

    Schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von Tocco54

    Hallo Andreas
    Das 2.Jahr ist nicht ohne.Da kommen die ganzen Sinnfragen.Ich meine ja , der Sinn des Lebens ist es, nicht zuviel Unsinn zu machen und natürlich die Fortpflanzung.
    Mach kleine Schritte und setz die auch um.Walk the Talk.
    Bleib dran und hau rein.
    LG

    Hi Tocco,

    Fortpflanzung und kleine Schritte ? Das könnte mißverständlich rüberkommen :)

    Sicher ist es richtig, kleine Schritte zu machen, sich nicht zu viel vorzunehmen und dieses dann lieber richtig zu machen. Ich versuche deshalb, auch nicht auf allzu vielen Hochzeiten zu tanzen (bin eh ein fürchterlicher Tänzer - zumindest im traditionellen Sinne :-).
    Aber manchmal kommt eben eins zum anderen...sich auf einmal vegetarisch zu ernähren bedeutet irgendwie auch, sich generell Gedanken um die Ernährung und die eigene Gesundheit zu machen. Früher haben mich biologische Zusammenhänge nie interessiert, jetzt lese ich viel über Proteine, über Omega 3 und Omega 6, weiß z.B., warum Rapsöl und Olivenöl soviel besser für den Körper sind als z.B. Sonnenblumenöl...früher hätte ich gesagt: Öl ist Öl.

    Jetzt frag mich aber nicht, wie da die Gauloises reinpassen :)

    Schöne Zeit und schönen Gruß

    Andreas

    Zitat von viola


    Denn wenn du Gedanken entwickelst, wenn du mitdenkst, denn du dich quasi ein-denkst.... dann ist es doch nur legitim, diese auch zu äußern.
    Ich finde das alles andere als eine Unart (rein prinzipiell, ohne dein konkretes Post zu kennen).

    Hi Viola,

    ganz schön mutig, sowas zu äußern, ohne meinen Post gelesen zu haben :)

    Ich weiß durchaus, was Du meinst. Aber manchmal wäre etwas Zurückhaltung von meiner Seite aus durchaus angebracht, grad weil Meins eben Meins ist und Seins eben Seins...oder Ihrs :)
    Egal, das Thema ist durch und ich denke, ich war nicht ganz auf dem falschen Dampfer. Mir wäre lieber gewesen, ich hätte mich getäuscht.

    Die Sinnsuche macht sich komischerweise gar nicht als solche bemerkbar...ich interessiere mich plötzlich für Dinge, die mir vor zwei, drei Jahren noch scheißegal waren, über die ich nur müde gelächelt habe. Vegetarier hab ich belächelt, wie nasse Alkoholiker mich belächeln...mit dem Gefühl "die arme Sau", ohne zu merken daß es grad umgekehrt ist :)

    Ich hab mich auch gar nicht auf die Suche begeben...das geht alles von selbst und wird mir manchmal erst später bewußt...ich reib mir dann die Augen und frag mich: Bist das wirklich Du, der sich jetzt mit solchen Dingen beschäftigt ? Und ja, klar bin ich es...ein neues Ich halt, das sich plötzlich für ganz andere Dinge interessiert - oder halt plötzlich überhaupt für etwas außer der Sauferei interessiert :)

    Aber es macht Spaß...neue Eindrücke, neue Einflüsse...das kann nix schaden.

    Schöne Zeit und lieben Gruß

    Andreas

    Hi,

    den Glückwünschen würde ich mich gerne anschließen. Du gibst hier ein prima Vorbild ab für Leute, die geradezu Angst vor einem Leben ohne Alkohol haben.

    Jetzt würde mich noch interessieren:

    Hat es denn mit dem Triathlon geklappt ?

    Schöne Zeit und schönen Gruß

    Andreas