Zitat von schnuffig
Zeig mir wer Du bist statt wir sind wir.
LG
Hallo schnuffig,
gibt es denn nur genau diese Möglichkeiten ? Ich denk, ich weiß, was Du meinst. Nicht jeder will für den Partner ein vollkommen offenes Buch sein und will im Gegenzug nicht unbedingt alles über den Partner wissen.
Aber es ist eben auch die Frage, wie man eine Partnerschaft definiert und was man von einer Partnerschaft erwartet.
Man wird immer wieder Dinge an seinem Partner entdecken, die man nicht soo toll findet. Wie geht man damit um ?
Zu viel Nähe kann auch erdrücken. Ich für meinen Teil brauche immer wieder mal Zeit für mich alleine, stoße damit aber auch oft auf Unverständnis. Das wird dann als Abkapselung vom Partner gesehen.
Nun hab ich in den letzten zwei, drei Jahren ziemlich viel Mist gebaut, meine Frau beschissen, angelogen und auch noch gesoffen...alles in Kombination. Und da ist natürlich immer wieder auch die Angst meiner Frau da, daß ich mich bewußt abgrenze, sie außen vor lasse, sie nicht in mein Leben lasse. Aus meiner Sicht ist das nachvollziehbar, auch, daß da noch jede Menge Mißtrauen da ist. Schließlich hab ich ihr Vertrauen Stück für Stück demontiert, quasi mit dem Abbruchhammer bearbeitet. Da jetzt wieder ne schöne Skulptur draus zu machen, wird seine Zeit brauchen.
Gleichzeitig kann ich nicht nur jeden Tag damit verbringen, an der Skulptur zu basteln. Ich selbst bin ja schließlich auch noch da und hab auch noch andere Interessen, die sich mit der meiner Frau nicht immer decken. Ich bekomm z.B. immer wieder zu hören, daß ich mich nicht für ihre Hobbys interessiere. Nun, das stimmt zum Teil. Aber ich habe ihr, nachdem ich mit dem Saufen aufgehört habe, versprochen, sie nicht mehr anzulügen. Jetzt zieh ich das konsequent durch und das bedingt z.B. auch, daß ich ihr klipp und klar sage, daß ich das oder das langweilig finde und lieber was Anderes machen möchte. Das wird mir dann aber oft wieder als Abgrenzung ausgelegt..."Du willst ja nur nichts mit mir unternehmen", so in der Art.
Aber solche Aussagen funktionieren bei mir nicht mehr (haben sie auch nie wirklich) und das führt natürlich zu Reibungen...Reibungen, die eine eh schon belastete Beziehung manchmal nur sehr schwer aushalten kann. Bis jetzt funktioniert es, aber es ist genau dieses Gefühl, sich nicht mehr verbiegen zu wollen...zumindest nicht gegen den eigenen Willen.
Ich denke, ich bin eher auch der Typ, der vielleicht gar nicht für eine so enge, feste Beziehung geschaffen ist. Deshalb interessiert mich genau dieses Thema "Abgrenzung". "Meins ist Meins" wird mir eben recht oft so ausgelegt als "Deins soll ja eh nicht Meins werden". "Du willst Dein Leben ja gar nicht wirklich mit mir teilen."
Das verwirrt mich, weil ich nie so denke...ich will nicht "Ihrs" auf Teufel komm raus, ich will nicht alles. Ich habe eher Angst vor so viel "Uns". Ich frage mich allerdings, ob das dann so funktionieren kann.
Ich weiß z.B., daß ich mich auch regelmäßig weggebeamt habe, um alleine sein zu können - besoffen hat sich niemand an mich rangetraut und das war mir, auch in meiner Saufzeit, bewußt.
Das ist nur ein Teilaspekt, gehört aber für mich zur Prävention. Ich weiß, daß ich in solchen Stimmungslagen (Der Wunsch, alleine zu sein aber nicht alleine sein zu können) anfällig bin. Diese Stimmungslagen bedeuten für mich ein Risiko.
Puh, das war mal wieder dezent vom eigentlichen Thema abgewichen, oder ? 
LG Andreas