Beiträge von Nys

    Hallo Uschi

    finde ich toll, daß Du mit Deiner Mutter so reflektierst und Dein Problem besprichst.

    Aus Deinem Thread habe ich auch rausgehört, daß
    Du von Deinem XY wie ein kleines Mädchen behandelt wurdest

    und er Dich außerdem, was Zärtlichkeiten anging immer wieder kalt gestellt hat.

    Da wußte er wohl, daß Dich das klein macht.

    Andereseits hast Du in ihm jmd. gesehen, den Du bemuttern mußt. = Da hast Du ihn klein gemacht.

    Das ist der Teufelskreis von Co und Partner. Eigentlich ein Machtkampf mit emotionaler Hochspannung.

    Daß man beim zweiten Freund einfach auch noch keinen Selbstschutz in einer Partnerschaft entwickelt hat ist in Deinem Alter auch nicht so ungewöhnlich. Du hängst an ihm, weil er Dir das gab, was Dich körperlich und seelisch glücklich
    machte. Der Entzug löst im Kopf die gleichen Entzugserscheinungen aus, wie ein Drogen-Entzug.
    Die Glückshormone die unser Gehirn beim S** ausschüttet sind körpereigene Drogen.

    Also keine Panik! Es muß nicht sein, daß Du deshalb ein typischer Co bist. Ein unselbständiger Partner kann in Dir Co-Verhalten auslösen und das weißt Du jetzt. Es ist ja so eine Wechselwirkung: Co Verhalten kann für den Partner so anstrengend sein, dieses Verhalten erst sein Suchtpotential auslöst und süchtige Partner können der Auslöser sein, daß beim Gegenüber die Co-Veranlagung durchbricht.

    Du bist auf jeden Fall jetzt mit einem blauen Auge davongekommen. Steh den Entzug vom XY mit viel Selbstbewußtsein durch und ich bin mir sicher, beim nächsten Typen stürzt Du Dich nicht gleich in die nächste Mutter-Rolle! Paß auf die Signale auf, die Du sendest. Wenn Du jemand signalisiert: Ich bin die Hilfe die Du brauchst... dann ist das kein guter Start in eine Beziehung.

    In diesem Punkt sprech ich aus schmerzhafter Eigenerfahrung.

    LG Nys

    Hallo Natalie

    puh, ich hab noch Altlasten an Arbeit aus 2012 abzutragen - mach aber gerade ne Pause und will Dir endlich schreiben.

    Ich dachte immer ich hätte meine Vergangenheit gut bewältigt. Also mit 18 ausgezogen, immer weniger mich nach dem gerichtet, was man im Elternhaus von mir erwartet hat.
    Also unabhängig geworden und letztendlich mit den Jahren auch vergeben und mit meiner Mutter in aller Ruhe gesprochen.

    Was mir beim Annehmen von meiner Mutter besonders geholfen hat, war der Hinweis eines Heilpraktikers, der mir veranschaulichte, daß die ablehnende Haltung meiner Mutter gegenüber auch verhindert, daß ich mich selbst akzeptiere.

    Er hat mir den Gedanken mit auf den Weg gegeben, daß ich meiner Mutter nicht vergeben soll, weil ich mich damit über sie stelle - sondern ich soll sagen:
    "Mutter ich achte Dich, ich achte Dein Schicksal".

    Hab mir lang überlegt, ob ich Dir das schreiben soll.

    Aber ich denke die Achtung vor einem Menschen verleitet uns nicht zu Co-abhängigem Verhalten. Im Gegenteil:
    Es nimmt den Haß und baut gleichzeitig auch Distanz auf. Wenn ich jemand achte, dann lasse ich seins bei ihm.

    Ist natürlich schwer jemand zu achten der entgleißt. Aber der Satz hat ja auch den Teil 2: Ich achte Dein Schicksal. Soll nix entschuldigen, was der
    Süchtige verbockt! Aber es macht mir bewußt: Meine Mutter trägt ihr Schicksal als ihr eigenes. Sie hat dieses Leben so geführt, weil sie dieses Schicksal so lebt und erlebt und auslebt. Ich achte sie trotzdem als Mensch der sie ist.

    Bei allem was so kraß und unverständlich ist: Wir haben Eltern die jederzeit erklären würden, daß sie ihre Kinder lieben. Es ihnen abzusprechen ist nicht fair. Ich glaube es lebt sich leichter mit der Erkenntnis, daß sie auf eine unvollständige und zerstörerische Art lieben.
    Ich bin mir sicher, die meisten die so krank sind wie unsere Eltern, leiden selbst. Sie haben aber ihre Mechanismen es zu verdrängen. Wahrscheinlich auch ein Grund, weshalb Dein Vater immer so explodiert wenn er keine unterwürfigen Kinder oder keine unterwürfige Ehefrau hat.
    Da wird sein Verdrängungsmechanismuß (sprich sein Schutz vor der Wahrheit) gestört.

    Ich glaube Du hast grad ziemlichen Frust wg. Deinen Eltern und es ist ein ständiges
    "Endlich mal glücklich miteinander"-Sein wollen
    und
    dann wieder "Nichts wie weg - Distanz!".
    Echt ein Nerven-Horror. Dann noch die Dinge die man einfach passiv beobachtet und sich einfach nur sch** dabei fühlt.

    Vielleicht hilft Dir der Gedanke: Die Kinderjahre sind vorbei. Du bist nicht mehr auf Deine Eltern angewiesen wie ein Kind, - wo man ja nirgends anders hin kann. (Lassen wir das Thema Wohnung mal weg). Du bist also frei und kannst das was war mit etwas Abstand betrachten. Auch das was grad immer noch so abgeht. Wir werden uns immer mit unseren Eltern indentifizieren und uns an ihnen messen, mit ihnen vergleichen und uns mit ihnen verbunden fühlen. Das macht die Negativ-Erlebnisse in unseren
    verletzten Kinderseelen ja so nachhaltig.

    Aber Du hast hier schon ein sehr gutes Rüstzeug und einige Platten für Deinen "Panzer" erhalten, um nicht in der Partnerschaft oder dem Berufsleben das Co-Muster auszuleben. Du hast Dich gut gerüstet und aufgestellt.

    Ich weiß nur nicht (verzeih wenn ich irre) ob Dein Panzer auch mit genügend Selbstbewußtsein gebaut ist. Das ist das, was bei mir schief ging. Ich hatte es geschafft mich zu distanzieren - habe mein Selbstbewußtsein aber immer nicht so vollständig hinbekommen. Außer wenn ich ganz toll war. Dann ging mein Selbstbewußtsein auch fast durch die Decke. = Eigentlich ein Zeichen,daß es nur geliehen war. Und ein wunderbarer Nährboden für die Sucht der CoAbhängigkeit.

    Jetzt mit 40 Jahren habe ich zu ersten Mal verstanden, daß ich frei bin und mein Selbstwertgefühl immernoch im Elternhaus hängen geblieben ist.
    Sprich, die Muster der Flucht in eine Traumwelt oder in einen Kampf, habe ich mit in die Freiheit genommen. Ich wünsche Dir, daß Dir das nicht passiert und daß Du eine gesunde Liebe und eine gesunde Distanz zu Deinen Eltern und zu Deinen Partnern/Mitmenschen leben kannst: Heute schon!

    Sei gedrückt :wink:
    Nys

    Lindi

    Hi Lindi

    meinst Du echt es ist ne Entschuldigung, wenn man weiß warum man anders ist? Also mich hat das anders sein zwar gestört und ich habe alle möglichen Gründe dafür gesucht (Einzelkämpferin usw....) aber Schuldgefühle hatte ich nicht. Was mir mehr peinlich war, war die Tatsache daß ich zuhause nicht daheim war, wie andere. Dafür habe ich mich geschämt. Auch dafür daß mein Vater und ich so "klein"-gemacht und gehalten wurden.

    Meine Erleichterung seit Neuestem kommt daher, daß ich denke:
    Ich muß gar nicht mehr anders sein! Die Kindheit ist vorbei. Ich brauche die Flucht nicht mehr in meine Träume, in meinen Kampf für XY, in meine vermeintlich so groooße Liebe usw....

    Ich bin frei. Ich hatte es nur noch nicht gemerkt. Ich kann jetzt normal sein, ohne daß mir was passiert. Ich denke die Flucht in der Kindheit war wichtig um seelisch alles ertragen zu können.

    Insofern war es für mich wichtig, zu sehen woher meine Flucht, woher meine CoAbhängigkeit kommt - um festzustellen: Ich kann's lassen.

    Auf weiterhin (selbst-)kritischen Austausch
    und DIR ein ganz besonders tolles 2013!

    GLG Nys

    Uschi1987

    Zitat

    Ich habe eine ganztolle Familie, Eltern wie man sie sich nur wünscht. Ich kann mich nicht in den Punkten wieder finden was in der Kindheit passiert sein muss.

    Hallo uschi

    ich bin natürlich kein Psychologe und werd mich hüten meine These als immer zutreffend anzunehmen. Habe mir aber über o.g. Satz von Dir Gedanken gemacht und in Deinem Faden gelesen. Du scheinst ziemlich viel einzustecken und dabei doch Deinen Partner als hilfsbedürftig wahrzunehmen. Das ist ja das kranke daran. Hilfe dort anzubieten, wo es einer gar nicht will. In meinem Elternhaus gab es Instabilität wie beschrieben. Gleichzeitig hat meine Mutter aber auch CoAbhängigkeit gezeigt und vorgelebt. Ein Teil der CoAbhängigkeit besteht ja darin, dem Partner die Verantwortung abzunehmen und ihn (um der unbewußten Kontrolle willen) klein zu halten. Überprüfe mal Deine Vergangenheit in dieser Hinsicht. Die Eigenschaft mancher Eltern das Kind oder andere Familienmitglieder so zu behandeln, daß sie von der Liebe und Fürsorge abhängig bleiben und keine Eigenverantwortung übernehmen müssen ist auch eine Art CoAbhängigkeit. Man versucht das Kind zu "behalten" in dem man unbewußt dafür sorgt, daß es nicht unabhängig wird. Verstehst Du was ich meine? CoAbhängigkeit hat nicht immer nur etwas mit Liebesbeziehungen zu tun. Auch Menschen die besonders gerne anderen helfen, können so ein Verhalten entwickeln und werden dann oft ausgenutzt.
    ... und fühlen sich so gar nichts wert, wenn der, dem man geholfen hat nicht dankbar ist - sondern sich abwendet. Vllt. sind Deine Eltern Dir ein Vorbild im Helfen gewesen und Du machst daraus den Maßstab der Liebe. Erst wenn wir lernen unabhängig davon zu werden, was wir dem anderen Wert sind und unseren Wert aus uns selbst heraus
    wahrnehmen, werden wir Liebe geben und erleben können, die echt und tragfähig ist. Wen soll der XY lieben, wenn wir unseren Wert so nach seinem Gusto hoch oder runterschrauben lassen? Und der Gedanke: Er schafft es allein doch gar nicht! Vergiß es. Er schafft es nur allein. Sonst hast Du es für ihn geschafft und er ist noch kein cm weiter.
    Sprich wird bei dem bleiben was er sein will. Laß seins bei ihm.


    LG Nys

    essence

    Hallo Roswitha

    erst Mal wünsche ich auch Dir und allen Anderen hier ein gutes Neues Jahr!
    Wie ist es Dir gestern noch ergangen? Du hast geschrieben, daß es Dir besonders weh tut, daß Dein XY wieder mit seiner EX zusammen ist.
    Das kann ich gut verstehen. Sicherlich sind solche Feiertage dann automatisch ein Grund sich den XY mit Freundin vorzustellen. So sehr man möchte, man kann es nicht verhindern und nagt dran rum.

    Ich glaube hier haben wir wirklich alle die besondere Begabung sehr
    gründlich (mit dem Nagen) zu sein. Es gehört zu unserer Sucht. Sehnsucht ist ja auch so ein Wort! Ich kann Dir keinen Ratschlag geben, weil ich weiß, daß die besten Worte nichts helfen. Ich kann Dir nur bestätigen: Du bist nicht allein und Du hast großen Wert! Andere nehmen Deinen Wert wahr, so wie Du Dir selbst Wert gibst.

    Schaffe Dir Distanz (innerlich) darüber daß Du Dir einen ganz großen Wert schenkst. Wenn wir unseren Wert von anderen abhängig machen, müssen wir zwangsläufig immer enttäuscht werden.

    LG Nys

    c2h5oh

    Lieber Jonas ich weiß nicht ob Du den editierten Text bei Sternenhimmel schon gelesen hattest. Ich sehe mich nämlich nicht in der Lage auf diese
    Fragen so zu antworten, daß es nicht wieder editiert werden müßte.

    Außer im Telegramm-Stil:

    Ich empfand meinen Mann nicht als schwach. Ich hatte Gründe ihn zu verlassen die auch er und sogar seine eigene Mutter verstanden haben.
    Er hat um mich gekämpft, gehofft und gewartet. Dafür bin ich ihm dankbar. Er ist mir treu geblieben. Er hat sich geändert, sonst wäre ich nicht zu ihm zurückgekehrt.

    Ich habe XY als eintscheidungs-schwach erlebt, es aber mit den besonderen Umständen entschuldigt, wie einst bei meinem Vater. Lange Zeit habe ich seine Leidensfähigkeit bewundert. Habe an meinem Märchenprinz und an meinem Traum festgehalten. Genährt durch filmreife
    Liebesbeweise und -schwüre. Längst hätte ich erkennen können, daß ich nur gebraucht werde um seine Verletzungen zu lindern. Ich träumte von
    der gemeinsamen Zukunft und verstand und verstand sein Festhalten an seiner Ehe. Es gab auch nachvollziehbare Gründe. Aber alle Gründe die er aufzählte, paßten nicht damit zusammen, daß er sich und alles was er hatte mit der Trinkerei aufs Spiel setzte und verdarb. Ich wollte mir nicht eingestehen, daß er Probleme mit der Selbstwahrnehmung, der Wahrnehmung seiner Situation zuhause und mit der Eigenverantwortung hatte. Ich litt unter den Konflikten die dadurch entstanden, daß er sich mit Lügen durchschlug. Ich litt wenn er diesen Konflikten nicht gewachsen war und sich noch mehr dem Alkohol hingab. Ich kämpfte für seine Zukunft- sogar für eine Zukunft ohne mich. Hauptsache er würde gerettet und glücklich. Er mißbrauchte mich ohne es zu wollen, er zerstörte das wofür ich kämpfte: Sein Glück, sein Leben - und er wollte dafür von mir getröstet werden. Wäre ich nicht Co - dann wäre es mir irgendwann egal gewesen. Aber ich fühlte mich verantwortlich. Ein gesunder Mensch hätte sich mißbraucht und benutzt gefühlt. Für mich war es eine Ehre, daß er immer zu mir kam in seinem Leid. Später zerfraß mich die Angst was aus ihm wird, so daß ich nichts anderes mehr denken oder arbeiten konnte. Seine Zerissenheit fühlte ich beinahe körperlich. Ja so krank ist das. Selbst bei zunehmender Erkenntnis, daß es kein gemeinsames Ziel gibt,
    an dem anderen Menschen festzuhalten und mit ihm unterzugehen.

    Guten trockenen Rutsch!
    LG Nys

    RenateO - danke!

    Linde66

    hab mich geschämt, daß Du mich so an die Kandarre nehmen mußtest. Hoffe Du und Sternenhimmel habt Euch nicht zu sehr geärgert. Sowas passiert mir, wenn ich mal wieder einen Rückfall in die 2000%ig gefühlsgesteuerte Nys hab. Wird in dieser Form nicht wieder vorkommen. Versprochen

    Dir natürlich auch alles Gute für 2013 und Danke fürs Editieren!!! ehrlich.

    Nys

    Für Aurora und alle die sich beteiligen wollen:

    Meine These zur Krankheit CoAbhängigkeit

    Wie Aurora schon richtig anmerkt, gehört Co-Verhalten in gesundem Maße auch zum natürlichen Verhalten von Mensch und Tier. Schutz der schwächeren und pflegebedürftigen Mitglieder. Insbesondere der noch unselbständigen Kinder. Beim Oktopuss-Weibchen sogar grds. der Verlust des eigenen Lebens beim Aufzucht der Brut. Beim Menschen sind Alte und Kranke mit eingeschlossen - sicher nicht nur als Ausdruck der Kultur, sondern ursprünglich auch zum Erhalt der erwobenen Erfahrung, des (für das Überleben notwendige) Wissens.

    Krank wird es dann, wenn der Pfleger / Beschützer seine Aufgabe darin sieht, dem Schwachen auch dann zu helfen, wenn dieser die Hilfe gar nicht mehr nötig hat: sprich gesund und erwachsen ist. (Was viele Kinder heut garnicht mehr werden dürfen) Oder wenn die Hilfe noch angeboten wird, wenn sie gar nicht mehr gefragt ist oder nur "benutzt" wird um nicht selbständig und eigenverantwortlich handeln zu müssen. Wenn die Unterstützung nur dem Eigennutz und nicht der zunehmenden Eigenverantwortlichkeit dient.

    Vorab zwei Buchtitel die hier als Leitfaden dienten:

    "Ich lasse Deins bei Dir" und wie von Roswitha schon erwähnt:
    "Wenn Frauen zu sehr lieben - die heimliche Sucht gebraucht zu werden"


    Jeder CoAbhängige ist ein Individuum mit eigener Historie und erworbenen so wie vererbten Eigenschaften. Die Ausprägung und die
    von der eigenen Persönlichkeit beeinflußten Verhaltensweisen sind daher
    z. T. sehr unterschiedlich.

    Gemeinsamkeiten :

    Meist haben Menschen die sich Co verhalten eine traumatisch instabile Kindheit erlebt in der sie folgende Erfahrungen gemacht haben:

    a) ich kann mich nur auf mich selbst verlassen, alles andere ist unberechenbar

    b) ich erfahre keinen Schutz (werde nicht angenommen) wenn ich schwach bin und selbst Hilfe benötige

    c) ich werde beschuldigt, wenn ich nicht funktioniere - werde für die
    darauf folgende Instabilität verantwortlich gemacht.

    d) ich liebe obwohl ich mich distanzieren sollte. (z.B. die Eltern)
    ich ertrage unerträgliches, weil ich nicht weg kann.
    ich muß unentschuldbares entschuldigen, weil sonst kein Zusammenleben mehr möglich ist - kein Friede einkehrt.

    e) andere Familienmitglieder erkennen die Not nicht oder verdrängen sie
    schützen den, der die Not verursacht.

    Folgen für das Erwachsenen-Leben und Partnerschaft:

    Wer wie oben beschrieben traumatisiert ist, hat es gelernt nach außen stark und belastbar aufzutreten, obwohl tief im Inneren eine Unsicherheit
    und ein mangelndes Selbstwertgefühl besteht. Eine tiefe Sehnsucht nach
    Angenommen sein, läßt den "an seiner Seele Kranken" zu Höchstleistungen auflaufen, um die Anerkennung anderer zu gewinnen.

    Dieses Auftreten zieht Menschen die nicht 100% auf eigenen Beinen stehen, oder eine andere Unsicherheit in sich tragen (z.B. durch Drogen-Alkoholabhängigkeit verursacht) an.
    Oft ist die Unselbständigkeit oder die Neigung zu einer Sucht noch gar nicht offensichtlich oder zum Tragen gekommen.

    Der Co spürt aber beinahe instinktiv, daß dieser Partner ihn nicht nur liebt, sondern sich auch an ihn wendet, sich abhängig macht. Dies wird zunächst
    als Zuneigung empfunden und was für den Co so wichtig ist:

    Es vermittelt ihm das Gefühl, gebraucht zu werden und damit den weiteren Verlauf kontrollieren bzw. beeinflussen zu können. Sein Selbstwertgefühl hängt stark an dem Gelingen des gemeinsamen Projekts. Bei Erfolg befördert ihn das in ein "süchtig machendes" Glücksgefühl. Bei Niederlage gibt sich der Co aus der Erfahrung, für alles verantwortlich gemacht zu werden, selbst die Schuld.

    O.g. Verhalten kommt dem unselbständigen Partner des Co entgegen.
    Lt. psychologischen Erkenntnissen ist es so, daß Suchtkranke mehr und mehr verlernen eigene Entscheidungen zu treffen - dafür aber eine beinahe übermenschliche Fähigkeit erwerben andere zu manipulieren.
    Folge: der "Tick" des Co wird geschickt für das Ausleben und die Rechtfertigung des Drogen bzw- Alkoholmißbrauchs und des Süchtigen
    benutzt.

    Der Co nimmt dem Suchtkranken die Verantwortung aus den Händen um seine vermeintliche sichere Harmonie zu bewahren. Der Suchtkranke empfindet dies einerseits angenehm, fühlt sich aber gleichzeitig erniedrigt.
    Er lehnt sich auf, kommt zur Erkenntnis, daß er alleine nicht klar kommt und holt sich deshalb seinen Co wieder zurück.

    Der Co erlebt dieses Zurückholen als Liebes-Beweis und als Sicherheit: Er wird ja gebraucht, also wird er auch die Lage wieder unter Kontrolle bringen.

    Erlebtes Unrecht, Gemeinheiten, Lügen, Gewalt etc. wurden bereits in der Kindheit als unvermeidbaren Lebensinhalt wahrgenommen und es ist dem Co auch nicht beigebracht worden, wie man sich davor schützt. Der Selbstschutz setzt nur kurz ein, danach die Sucht nach dem vom Co abhängigen Partner und danach die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

    Mein Eindruck bei mir selbst ist, daß ich versucht habe der erlebten Kindheit im Erwachsenenleben ein Happy-End zukommen zu lassen.
    Mein XY erschien mir stark und selbstbestimmt. Ein Hafen zum Ankommen. Als ich bemerkte, daß er bei mir nach Hilfe sucht hat mich das zunächst beflügelt. Er würde sich gegen seine Frau entscheiden, die ihm nur weh tat. Er würde mit mir glücklich werden. Im Übertragenen Sinn:
    Mein Vater würde sich und mich vor meiner Mutter retten.

    Das Problem daran: Ein wirklich Starker verursacht im Co nicht das Gefühl die Kontrolle zu haben. Folglich wird sich ein Co bei einem Starken nicht sicher fühlen. Er hat ja gelernt, daß nur auf ihn selbst Verlaß ist und alles andere unberechenbar.

    Der Teufelskreis schließt sich. Es werden 1 + 2 immer 3 geben nicht 4.
    Die Krankheit Co führt den Betroffenen in die Irre. Der Partner des Co entwickelt bald so was wie einen 7ten Sinn um seine Macht über den Co auszuüben in dem er dem Co die Sicherheit oder Geborgenheit vorspielt, nach der sich der Co so sehnt. Der Partner des Co kann dies aber nicht geben und steht somit immer wieder als Versager oder Lügner da. Er haßt sich selbst und den Co dafür.

    Die Ergebnisse dieses Hin und Hers lesen wir hier von allen Beteiligten.
    Keinem will ich absprechen, dabei auch geliebt zu haben.

    Mir selbst attestiere ich, daß mein Verhalten krankhaft war. Weil der gesunde Selbstschutz in einem Menschen mit gesundem Selbstwertgefühl viel früher gegriffen hätte und spätestens nach der Trennung möglich gewesen wäre, auch die Verantwortung für meinen XY abzugeben.

    Auf ein gesundes Neues Jahr!

    LG Nys

    Wo soll ich anfangen? Ich bin noch ganz überwältigt von so vielen Antworten.

    Also einfach der Reihe nach und ganz kurz:

    Aurora
    zu verkopft? Das kann ich mir gut vorstellen. Bin eigentlich ein absoluter Gefühlsmensch. Aber Analyse nach Gefühl ging bei mir nicht.
    Co = Krank - ein eigenes Thema. Werde noch mal darauf zurückkommen.

    Lindi

    Zitat

    In diesem Sinne......lass uns mal den Teig ansetzen......und dann zusammen Broetchen backen (ganz kleine )


    Du hast mir richtig gut getan mit diesem Ausspruch. Auf ein gemeinsames
    Brötchen-Jahr!! :lol: .....und Nachdenkenswertes zum Luft holen! in unseren Threads.

    Zimttee

    Zitat

    Kochlöffel und schlug..drohte:"bis er abbricht"


    also der Kochlöffel meiner Mutter ist auf mir abgebrochen. Sie hat ihn weiter zum Kochen verwendet. Werde Dir mal in Deinem Thread mehr zum Thema Eltern schreiben, - sonst wird das hier zu lang und es ist auch ein Thema, das man nicht einfach so mal runterschreiben sollte. Will da Zeit und das nötige Feingefühl reinstecken können. Zu Deiner Frage: XY und ich waren beide schon verheiratet mit unseren jetzigen Partnern, als wir uns kennengelernt haben. Zu XY habe ich keinen Kontakt mehr. Er hat mich nie schlecht behandelt. Ich habe ihm auch nie ein schlechtes Wort gesagt - nur irgendwann: "Ich weiß nicht mehr was ich sagen soll"...das wars.

    @Tocco54
    Dir ein extra Danke! .... war ja mal bei Dir zum mich ausheulen und
    hab gefühlter Maßen gleich eins auf den Deckel gekriegt. "Mach Dir nen entspannten Abend"... Es war kein Trost, aber Weisheit. Davon habe ich im Anschluß noch sehr profitiert. Konnte Lösungsansätze entwickeln.
    Deine Neujahrs-Vorsätze für nachhaltige Veränderung habe ich gelesen.
    Stimme Dir voll und ganz zu. Und das mit 2013 - na klar wird das mein Jahr! Das erste normale. Es wird nicht einfach. Aber hoffentlich einfach normal!

    Allen schon jetzt mal einen guten Rutsch!
    Ich werd mich morgen sicher nochmal einloggen.

    LG Nys

    Hallo - ich bin Nys und schreib jetzt auch im Angehörigen-Bereich
    wo ich eigentlich auch hingehöre.

    Bislang habe ich im Alkoholiker-Forum geschrieben. Der Anfang steht
    bei c2h5oh, der weitere Teil unter "Zufriedene Abstinenz von Alk und Co".

    Den Co-Bereich habe ich zunächst vermieden, weil ich Angst hatte bei den Gesprächen mit anderen Co's immer wieder die Geschichte mit meinem XY hervorzukramen, von 1000 Seiten zu beleuchten und dabei keinen Schritt weiterzukommen.

    Bei den Alkoholikern lese ich nie, daß sie über das Gefühl von Bier in der Kehle, den Geschmack eines guten Weines oder der Trauer über die nun
    zu verlebende Abstinenz schreiben. Das soll jetzt kein Angriff auf die Co's sein! Ich habe bei Euch schon vor meiner Anmeldung viel gelesen und bin dadurch erst aufmerksam geworden, daß ich Co bin! Bei jeder Erzählung von Euch habe ich aber verglichen: War mein XY auch so? Könnte es sein daß er am Ende noch wie der XY von... geworden wäre. Ach ja und so hat er sich ja auch mal verhalten....

    Schon war ich wieder voll bei der "Sauferei" einer Co.
    Sprich dem zwanghaften Gedankenkringel um XY.

    Ziel meines Aufenthalts im Forum ist meine Selbstheilung. Die Antworten die ich bislang im Alkoholiker Teil des Forums bekommen habe, waren zwar nicht immer schmeichelhaft - aber haben mich weiter gebracht, als ich je gedacht hätte.

    Eigentlich wollte ich mir von den Alkoholikern Tipps holen, wie die mit ihrem rigerosen Verzicht auf den Suchtstoff umgehen und bin dabei erst mal auf mich selbst zurückgeworfen worden. Ich dachte auch, die Zeit heilt Wunden.... und ich muß nur mal loslassen.

    Inzwischen weiß ich, daß die Baustelle ein ganz anderes Ausmaß hat.

    Erste bittere Erkenntnis:
    Ich bin eine Suchtpersönlichkeit und das hat sich bereits in frühester Kindheit entwickelt. Die CoAbhängigkeit ist eine Spielform davon. Ich habe noch nie gelernt ohne Sucht/Flucht zu leben.

    Meine Geschichte:

    Ich habe als Kind nie das Gefühl gehabt, wirklich ein Zuhause zu haben in dem ich sicher bin. Im Gegenteil: Ich fühlte mich und mein Leben bedroht.

    Schon früh habe ich mich innerlich von meinen Eltern distanziert. Mit 4 oder 5 Jahren war ich innerlich schon ausgezogen. (Wollte immer in den Wald. Fand es dort sicherer). Dann habe ich in diesem Kindes!alter auch meine Sexualität entdeckt. Das war glaube ich meine erste Sucht. Für die ich mich aber auch schämte. Das war ja nicht normal. Heute sehe ich es als eine Art Druck-Abbau an. Der innerliche Druck war nicht auszuhalten und ich wußte nicht wohin mit mir und meiner Angst und dem Gefühl des Nicht-Angenommen-Seins. So konnte ich wenigstens für ein paar Minuten nur mich selbst spüren und war danach entspannt und erleichtert und als eigenständiger Mensch, der auch was ohne die Eltern erlebt. Seine eigene Welt und sein Geheimnis hat. Außerdem entwickelte ich eine enorm lebhafte Fantasie. Als Kind und als Teenager flüchtete ich oft in eine Parallel-Welt, die aus meinen Träumen bestand. Ich lebte regelrecht dort. - Ich war damit aber auch wieder nicht wie die anderen Kinder. Einfach anders. Das war nach außen nicht so ersichtlich aber innerlich habe ich mich dafür geschämt und kam mir wie ein Außenseiter vor. Selbst wenn andere nett zu mir waren oder ich in einer Gruppe oberflächlich mit aufgenommen wurde.

    Ich habe mich auch gern in Gefahr begeben, nur um die Aufregung zu spüren. Nachts allein durch die Stadt - oder auf den Friedhof - oder in den Wald. Später dann zweifelhafte Freunde gesucht, die mir aufregender erschienen als die "Normalen". Ich war ja sowieso anders. Ich war ja eh
    eine, die nie so aufgewachsen war wie die anderen. Ich dachte ich hätte keine Chance, mich jemals wie die anderen zu fühlen, die Geborgenheit und Liebe zuhause erlebt hatten. Ich war immer noch auf der Suche nach einem Ort der Sicherheit. Aber auch auf dem Weg in den Kampf. Der innere Kampf mit mir und meinem Schicksal, der mich bereits im Alter von 5 Jahren umtrieb, wurde in einen äußeren Kampf verlagert. Gleichzeitig suchte ich einen Ort der Ruhe. Ich wollte mich bei jemand zuhause fühlen und ankommen.

    Klar fand ich das. Mein erster XY. ---- hätte mich fast das Leben gekostet,
    als ich dann dort auch wieder unerwünscht war. Kam fünf lange Jahre nicht von ihm weg. Dachte ich werd nie wieder glücklich.
    Selbstmordversuch.
    Dann gings wieder aufwärts. Beziehungen ohne Liebe waren auch nicht schlecht. Beruflich bin ich durchgestartet. Disziplin hatte ich zuhause ja gelernt. Einzelkämpfer war ich ja auch schon immer und damit schien alles auf einem guten Weg. Meinen Kick habe ich mir bei nachlassender beruflicher Anspannung dann im Sport gesucht und gefunden.

    Meinen Ehemann habe ich nach sehr vernünftigen Kriterien gewählt - ich meinte ja, ich hätte ja gelernt, und müßte nun alles einfach vernünftiger angehen. Aber glücklich war ich nicht. Ich dachte es liegt an ihm. Kann schwer Gefühle zeigen u.so. - Aber ein Großteil des Problems lag in meiner Persönlichkeit und der Sucht nach dem Rausch.
    Den konnte er mir nicht geben.

    Es brauchte erst wieder einen XY der mich so richtig auf Wolke 7 beförderte. Ja, da gabs genug Gefahr, genug Kampf, genug Träume
    und S** war endlich wieder so wie es nur bei zwei Suchtpersönlichkeiten möglich ist. Irre. Eine wilde Flucht in ein gemeinsames Gefühl.

    Was soll ich sagen: XY trinkt. Hat sich wie ein nasser Alkoholiker verhalten
    und ich habe aus verletztem Stolz jedes Gefühl für ihn verbannt und einfach nicht mehr mit ihm geredet. Kontakt = 0
    Ich litt und hatte das Gefühl mich in Nichts aufzulösen. Fühlte mich nicht mehr.

    Auch dieses Mal hatte ich ein "Zwiegespräch mit dem Teufel" der mir den Selbstmord nahe legte. Ohne XY machte alles keinen Sinn mehr. Wen ich dabei verletzte (Meinen Ehemann, Freunde, meine Tiere) das war fast egal.
    Da habe ich zum ersten Mal gemerkt, daß es sehr egoistisch ist, was ich immer für die große Liebe gehalten habe.

    Mein Weg ins Forum:
    Da XY Konflikte hatte, die bis zu meinem Bekanntenkreis vordrangen und
    ich nicht verstehen konnte - warum er nicht raus will aus seiner Sucht und aus der Ehe die ihn im Trinken unterstützt. (Er wollte immer mir zuliebe aufhören) - habe ich dieses Forum gefunden. Ich konnte nicht loslassen.
    Konnte auch nicht kämpfen. Ich bin fast wahnsinnig geworden vor Sehnsucht, Trauer und Fassungslosigkeit was aus ihm wurde/wird.

    XY ist mir jetzt nicht egal - aber es gibt was wichtigeres:
    Ich habe erkannt, daß ich krank bin. Suchtpersönlichkeit mit der Neigung zur CoAbhängigkeit und Teile des Border-Line-Syndroms. Mir ist klar, daß es jetzt kein anderes Thema gibt, außer: Endlich normal werden. Mit normalem Leben beginnen. Keine Extreme mehr. Kein Alles oder Nichts.

    Nächstes Ziel:
    Kleine Brötchen backen und genießen können. Kleine Schritte von der Selbsterkenntnis zur Selbstheilung. Hoffentlich auch mit Eurer Hilfe.

    Danke hier an alle, - ich faß es immer noch nicht, daß mir ein normales Leben endlich so wichtig geworden ist. :!::idea::!:

    Äußerlich ist ja immer die Fassade gewahrt worden.
    Erfolgreich, Träume verwirklicht, gut verheiratet usw. Nur innen drin ist es ziemlich kaputt und ein großer Berg Arbeit wird es sein. Eine Arbeit der ich bis heute aus dem Weg gegangen und unter anderem in Gefahr, Kampf und in die CoAbhängigkeit geflüchtet bin. Nur um nicht darüber nachzudenken, was bei mir faul ist.

    Damit ist Schluß! Nys wird normal. :!:
    Und entdeckt eine neue Art zu leben :lol:

    Hallo Poster!

    war noch mal bei Wiki....weil ich ein bißchen doch noch wußte...also Odyseus und Dionysos konnt ich schon unterscheiden.

    Das mit dem Wahnsinn und der Irrfahrt gibts auch bei Dionysos! weil seine Mutter Hera ihn in den Wahnsinn getrieben hatte....
    paßt also doch irgendwie. War aber nochmal des Nachlesens wert!

    Habe mich Nys genannt, nach der Anlehnung an Nymphen (Nysa). Mit Wald und Wasser verbundene gute Geister mit dem Ruf na ja Du weißt schon. Sie sterben übrigens mit dem Baum, etc. mit dem sie sich verbunden haben. Und die Brücke zur Brünhild wäre damit auch geschlagen. (Rache und Tod der Wallküre = Mein "Hans mein Igel"-Gesicht).

    Ich wünsche Dir ebenfalls einen guten trockenen Rutsch!
    LG Nys