Beiträge von dorothea

    moin hansjürgen

    ich seh dich immer wieder online aber du schreibst nicht mehr, was los? das du mit deinem tipp bei mir daneben gelegen hast is kein grund. kann vorkommen, hat ja jeder seine erfahrungen und kommt halt vor das man mal daneben liegt. alles gut. dreht dir hier keiner nen strick draus. fände es nur echt schade wenn du dich wegen so nem blödsinn jetzt hier wieder zurückziehen würdest. aber womöglich lieg ich ja jetzt falsch und du liest dich erst mal ein.

    doro

    ja nun, ich hatte 4 gute gründe die mich jeden morgen mit großen augen angesehen haben, das hat ne menge geholfen. ich wollte aus dem sumpf raus, ich wollte leben, für meine kinder und nicht zuletzt natürlich für mich selbst. theresa war 2 jahre alt, die brauchte mich noch in jeder beziehung, aber auch die großen, ich wollte sie nicht noch mal enttäuschen und ihnen endlich eine mutter sein wie sie sie verdient haben. gelitten hatten sie genug.

    doro

    hallo carmen

    du hast genug damit zu tun dich selbst aus dem sumpf zu befreien, ich sag immer ein ertrinkender kann keinen anderen ertrinkenden retten, dann ersaufen beide. guck das du an land kommst, erst dann, und vor allem, erst wenn dein vater es überhaupt will, kannst du ihm behilflich sein, aber nur dann. wenn er weiter trinken will dann mach dein ding. ich hatte am anfang als ich aufhörte zu trinken ja auch die idee meinen mann retten zu können, nach 2 jahren bin ich gegangen denn er wollte nicht. wir hatten bis zum schluß kontakt wegen der kinder, mehr aber nicht. vor 4 jahren saß ich dann an seinem sterbebett, es war seine entscheidung.

    doro

    hallo hansjürgen

    :D:D:D glaub mir, ich stehe ganz sicher nicht kurz vor einem rückfall. ich habe mir in über 18 jahren abstinenz schlicht mein leben so eingerichtet das mir der alk nicht ständig im weg rumsteht und ich mich damit befassen muß. mein leben hat mehr zu bieten als ständig um das zeug zu kreisen, das mach ich nur wenn es not tut. und da ich not nicht so toll finde hab ich eben alles entfernt was mich in diese bringen könnte, soweit es in meiner macht liegt.

    hier zu schreiben hat für mich aber nichts mit meiner not zu tun, sondern ist mein dank das ich hier viel gelernt habe um ins leben zurück zu finden und das möchte ich weiter geben. auch das ist nur meine persönliche einstellung zum thema, andere dürfen gern andere haben, solange sie damit trocken bleiben.

    doro

    hallo carmen

    als ich meinen partner kennen lernte hat seine mutter auch noch getrunken, ich war damals schon hier im forum aktiv und wußte daher vom lesen hier doch recht gut wie es den kindern geht und wie man sich am besten aus dem mist raus kämpft. na ja, zwei hilfestellungen in den entzug bei schwiemu hab ich mitgemacht, als sie erneut rückfällig wurde und mein hase völlig verzweifelt war hab ich ihm einen einzigen satz gesagt der ihm half los zu lassen. du verdankst deiner mutter dein leben, aber du schuldest es ihr nicht.

    das reichte damit er den kontakt abbrach. es hat einige zeit gedauert bis sie dann wieder in die klinik und anschließen in eine therapie und sogar eine wohngruppe ging um trocken zu werden, bis dahin hatte sie aber so gut wie alles verloren, auch fast ihr leben. dadurch haben wir dann wieder kontakt aufgenommen, denn es mußten ja angelegenheiten geregelt werden denn sie war anfangs zu nichts in der lage, sie war wirklich mehr tot als lebendig. nur mußte sie so weit runter um aufstehen zu können.

    heute ist sie auch schon 7 jahre trocken und nach anfangs zögerlichem kontakt ist heute alles prima, wir fahren zusammen in urlaub und sie kommt regelmäßig zu besuch. hätte sie weiter gesoffen wäre sie heute sicher nicht mehr am leben, aber das wäre dann ihre entscheidung gewesen, besoffen gab es aber keinen kontakt.

    doro

    hallo hansjürgen

    schön das du dabei bist, und alte hasen kann man nie genug haben. allerdings würd ich den letzten satz, so wie ich ihn auffasse, nicht unbedingt unterschreiben. mich beschäftigt meine krankheit in meinem alltäglichen leben nicht mehr. klar achte ich drauf das ich nichts mit alk konsumiere, aber das ist mir in all den jahren so ins blut übergeganen wie zähne putzen, darüber denk ich ja auch nicht nach, ich tus einfach. ich würde sagen sobald ich ne gewisse gleichgültigkeit der krankheit gegenüber entwickel wirds gefährlich. aber womöglich interprätiere ich hier auch nur etwas rein was gar nicht da ist. egal, sei willkommen.

    doro

    hallo carl friedrich

    thema arbeit. da haste natürlich vollkommen recht, daran hab ich grade gar nicht gedacht weil ich selbstständig bin und mich mit solchen menschlichen abgründen nicht befassen muß, gott sei dank. diesen nette aspekt unserer tollen gesellschaft hatte ich gar nicht auf dem schirm.

    doro

    hallo carl friedrich

    ist natürlich auch eine strategie, und wenn du nur "nette" arbeitskollegen hast durchaus verständlich. ich hab durch meine mittelaltermärkte jede menge menschen um mich und die meisten sind tatsächlich total nett und lieb. da kommt es öfter vor das mal irgend wer einfach nen kuchen mitbringt den wir nach dem marktaufbau gemeinsam verdrücken. da die meisten wissen das ich trocken bin kriege ich dann nen kleinen für mich allein wenn im großen zb eierlikör oder rumaroma oder was es sonst noch so gibt ist.

    ich hab auch noch nie erlebt das sich jemand von mir distanziert hat nachdem er von meiner sucht erfahren hat, ganz im gegenteil, die meisten zollen mir respekt. ich hatte in den vielen jahren noch nicht einmal grund meine offenheit zu bereuen. denn mal ganz ehrlich, wer darüber die nase rümpft entlarvt sich als engstirnig und kommt dann für weitere kommunikation eh nicht in frage.

    ich bin ich, mit all meinen ecken und kannten, nur nullen haben keine.

    doro

    hallo jessica

    ja die blöden sprüche wenn man nicht mitsaufen will. die kennt hier jeder der länger abstinent ist nur zur genüge. kein fleisch, ok, keine zigaretten ok, keine laktose gluten und und und ok. aber alk.. wiiieso denn das nicht? das zeigt wie gaga unsere gesellschaft im grunde ist.

    ich hab da so zwei strategien, je nachdem wer mir gegenüber steht. sind es menschen die ich mag, mit denen ich in zukunft viel zu tun haben werde nehme ich kein blatt vor den mund und sage das ich alkoholikerin bin. sind es irgend welche leute denen ich wahrscheinlich nur grade eben begegne oder die ich schlicht unsympathisch finde und daher sicher keinen näheren austausch möchte, sage ich dann meistens, jo und ich rauche nicht und gebratene zwiebeln mag ich auch nicht. damit ist das thema dann für mich durch.

    sowas passiert mir allerdings doch selten weil ich nicht in kneipen gehe, eben nur lokale zum essen und das auch mit freunden die eh bescheid wissen. und selbst im freundeskreis sind die feiern zunehmend alkoholfreier geworden. meine freunde haben einfach gesehen wie ich ohne alkohol lebe und wie gut es mir damit geht, das die gespräche gehaltvoller sind wenn keiner dicht ist, was nicht heißt das wir nicht lachen, oft dauern partys sogar länger als vorher wo nach ner weile alle irgendwie wegdämmerten. das es keine probleme mit brandflecken, verstopften toiletten und all den netten nebenwirkungen die besoffene gäste so mit sich bringen gibt gefällt halt auch.

    das hat mit der zeit tatsächlich schule gemacht. sie verzichten zwar nicht komplett, aber ein glas wein reicht am abend hin, und damit komm ich klar und meine freunde eben auch. betrunken ist da tatsächlich kaum mal einer und was alle am tollsten finden, sie können mit dem eigenen auto wieder nach hause fahren. auch wenn ich das nie beabsichtigt habe, so habe ich doch diese wirkung auf meine freunde gehabt.

    doro

    hallo carmen

    es ist schon ein gutes stück geschafft diese krusen gedanken als das zu erkennen was sie sind. wer eine lüge als solche erkennt fällt nicht auf sie rein. ich hoffe für dich das du mit deinem therapeuten ein gutes vertrauensverhältniss aufbauen kannst, das fand ich extrem wichig weil man sich nur dann auch öffnen kann und über die ganz tief sitzenden mit schuld und scham behafteten dinge ansprechen und aufräumen kann. ich war damals bei einer frau die mir von anfang an sehr symphatisch war und mit der ich sehr schnell frei reden konnte, selbst über die miesesten tiefsten gedanken gefühle und auch taten. mit ruhm hat sich im suff schließlich noch keiner bekleckert, daher ist den therapeuten auch nichts fremd.

    doro

    guten morgen jessia

    ich freu mich das du am ball bleiben möchtest, nicht weil ich denke das du es mußt, sondern weil ich mittlerweile weiß was alkohol für ein gift ist. würden die medien sich mal ernsthaft damit auseinander setzen und die nötige aufklärung mit der gleichen akrebie voran treiben wie grade eben bei gewissen anderen dingen... kaum ein mensch würde ihn dann noch als genussmittel bezeichnen. aber lassen wir das.

    du sagst du hast viel arbeit. das kenn ich auch nur all zu gut. als meine 4 kinder noch zu hause waren, ich war lange allein mit ihnen, und arbeiten gehen angesagt war, dann der haushalt, ich wußte oft nicht wo mir der kopf steht. ich habe in meiner therapie und nicht zuletzt auch hier dann gelernt wie wichtig es ist pausen einzulegen, und zwar genau dann wenn man das gefühl hat mit nichts mehr fertig zu werden. wenn man an dem punkt ist kriegt man schlicht nichts mehr richtig auf die reihe, da macht es meistens, nicht immer, sinn sich einfach mal 15-20 min auszuruhen, ein nickerchen oder irgend ne ablenkung die einen entspannt. danach hat man tatsächlich wieder mehr energie um die dinge effektiver zu bewältigen die anliegen.

    vielleicht kannste damit ja was anfangen.

    doro

    hallo cadda

    du hast selbstverständlich recht mit deiner aussage das es der eine so und der andere eben anders braucht.

    nur bitte vergesst nicht das wir letztendlich hier alle leien sind. keiner hat psychologie studiert, wir sind opfer des alkohols. wir haben alle unsere privaten beruflichen familiären probleme und entsprechend mal gute und mal schlechte laune.

    jeder ist mal mies drauf, heute ist es evtl ok jemandem mal klar vors schiebein zu treten morgen kann er dabei zusammenbrechen. das kann man ja auch nicht unbedingt immer sofort erkennen, wir sehen uns ja nicht sondern lesen nur. es würde auch da helfen einfach mal zu sagen, du heute gehts mir sche... bitte lass mich da eben mal in ruhe. oder auch mal entschuldigung ich hatten nen miesen tag. da bricht sich keiner nen zacken aus der krone.

    es muß einfach nur gesagt werden. und wenn einem "frischling" mal was zu hart ist dann muß auch der mal klar sagen, hallo deine worte tun mir grade richtig weh. das muß einfach passieren, kann hier ja keiner gedanken lesen. und wir sind hier ja auch nicht um neue leute zu vertreiben sondern um zu helfen.

    das gilt jetzt ganz allgemein und ist keinesfalls an eine bestimmte person gerichtet.

    doro

    hallo jessica

    wie geht es dir eben? bist du dir denn mittlerweile klarer geworden wo du stehst? ich kann dich sehr gut verstehen, mir ging das mal genau so. trink ich wirklich zuviel, alle anderen um mich rum trinken, teilweise deutlich mehr als ich. das waren so gedanken mit denen ich mich rumgeplagt habe.

    ja wo war ich damals als ich darüber nachgrübelte, war ich tatsächlich schon abhängig? hätte ich noch die bremse einlegen können? ich weiß es wirklich nicht. heute ist es müßig darüber nachzudenken, denn ich habe weiter getrunken, gründe gab es genug. der punkt ist das ich letztendlich irgendwann bei ner flasche vodka am tag gelandet bin. ich will dir hier um himmels willen nichts unterstellen oder einreden, ich erzähle dir wie es mir gegangen ist.

    mein mann hat auch immer getrunken, ich habe lange gebraucht bis ich erkannte das er ein problem hat und da war es dann aber für mich auch schon zu spät. er hat die kurve nie bekommen und ist an der sucht gestorben. schön ist anders.

    wie gesagt, ich will dir weder was einreden noch dir etwas unterstellen, ich möchte dir einfach denkanstöße geben die dir helfen den richtigen weg zu gehen damit es dir nicht so geht wie so vielen anderen. man muß auch nicht unbedingt abhängig sein um völlig abstinent zu leben, heute gehören zu meinem freundeskreis etliche menschen die es tun ohne jemals abhängig gewesen zu sein, einfach weil es schön ist immer nen klaren kopf zu haben. das verliert man manchmal aus den augen wenn man sich in einem umfeld befindet wo trinken zum guten ton gehört, und das ist in unserer gesellschaft ja fast überall der fall.

    lass das einfach mal sacken, gruß doro

    hallo carl friedrich.

    du hast recht wenn du sagst eine sache allein reicht nicht- worum es mir aber eher geht ist die achtsamkeit. heute ist es nicht so wichtig auf alkohol in der zahnpasta zu achten, es wird zur normalität, morgen ist es wurscht ob da die soße mit nem schuß abgeschmeckt ist, übermorgen kommt noch etwas anders hinzu. die dinge türmen sich auf bis das fass überläuft. oder wir haben nen scheiß tag erwischt und dann geht eh noch alles schief und und und. das kam bei mir mit den in brandweinessig ersäuften oliven dazu und ich mußte echt wieder mal über grundlegendes nachdenken von dem ich dachte es völlig verinnerlicht zu haben. brandweinessig ist normalerweise total ausgegoren das er schlicht nur sauer schmeckt aber nicht mehr nach sprit. nun, dieser tat es, keine ahnung warum, dazu dann noch schwerwiegende persönliche probleme und ich hatte den salat. mein fass is nu nicht übergelaufen, ich pass ja trotz allem auf. nur was ich sagen will ist eben, schicksalsschläge und andere katastrophen kann ich nicht vorhersehen und ihnen nicht aus dem weg gehen, indem ich mein fass aber möglichst leer halte kann ich verhindern das solche ereignisse es zum überlaufen bringen. und wenn ich abstinent leben will gehört das für mich dazu wie das insulin zum diabetiker.

    doro

    hallo ihr alle.

    auch wenn ich hier für viele neu bin so bin ich es nicht wirklich, ich habe hier viele jahre sehr aktiv mitgearbeitet und sehr viele kommen und gehen sehen. ich bin auch ein mensch der klaren worte, die manchmal auch als hart empfunden werden. nur sind sie das wirklich? ist man als nasser bzw. frisch trockerner nicht mega empfindlich und fühlt sich gleich angegriffen? bei mir war es jedenfalls so. ich hab jedes wort auf die goldwaage gelegt. nur was bringt es wenn ich einem nassen oder frischling nach dem mund rede? es geht doch um veränderung, tiefgreifender veränderung, denn die ist nun mal nötig wenn ich von dem zeug los will und nicht elendiglich daran verrecken möchte. denn dahin führt der weg unweigerlich.

    ich vergleiche das mit den radspuren die alte wagengespanne in steinwege des mittelalters gegraben haben. viel befahrene wege haben richtig tiefe rinnen in den stein gegraben, aus diesen spuren kriegt man kein gespann mit streicheln raus. da braucht es einen richtig heftigen anstoß um diese spur zu verlassen. das kann man so auch auf das leben übertragen. manchmal muß es eben ein richtiger tritt sein um die alte spur zu verlassen die in den tot führt. es steht ja jedem frei in dieser spur zu bleiben, wird ja keiner gezwungen sie zu verlassen. nur wenn mich halt einer fragt wie er da raus kommt und meine hilfe will, der muß halt damit klar kommen das ich auch mal richtig zupacke. ich will niemanden verletzten oder schaden, ganz im gegenteil.

    doro

    hallo carl friedrich

    ich habe eine frage gestellt und nicht gebrüllt, lass die finger davon. sicher triggert jeden etwas anderes, nur fakt ist auch das grade am anfang der erste trigger auch schon der letzte sein kann. es ist ein denkanstoß, mehr nicht aber auch nicht weniger. ich habe immer unbedacht sachen mit brandweinessig konsumiert, bis ich mal oliven erwischt habe die sowas von nach brandwein geschmeckt haben das sie schneller draußen als drin waren. ich war zu der zeit schon ewig trocken, hatte danach aber paar tage echt probleme. das braucht kein mensch. deswegen macht es so ab und zu sinn mal punkte aufzuzeigen die evtl in eine stolperfalle führen an die man schlicht nicht denkt.

    doro

    sich selbst finden ist manchmal gar nicht so einfach, da hatte ich auch so meine schwierigkeiten, selbstbewußtsein hatte ich nie gelernt, ganz im gegenteil, mein umfeld hat alles dafür getan mich klein zu halten. es war schon ein mühsamer weg mir selbst bewußt zu werden. ich habe damit angefangen erst mal klar zu stellen was ich nicht will, das war einfacher als zu gucken was ich denn überhaupt will. dann bin ich stück für stück weiter gegangen und so richtung ein jahr konnte ich dann auch klar sagen was ich will und wer ich bin. vielleicht kannst du damit ja was anfangen.

    doro

    angst haben ist der falsche weg, angst lähmt uns, respekt haben sollte man, es nicht auf die leichte schulter nehmen. aber nicht angst. ich habe keinerlei angst vor meiner krankheit, ich kann sehr gut damit leben denn ich trinke ja nicht. was ich aber mein leben lang tun werde ist achtsam sein was ich esse und trinke. nur muß man das bei vielen anderen kranheiten auch. zb allergiker oder so.

    doro

    hallo carmen

    an sucht ist nichts schön, und wenn man sieht wie die menschen elendiglich verrecken weiß man sehr genau das man das sicher nicht will. mein mann hat das so erleiden müssen. ich wußte ja was mich erwartet, habe das als krankenschwester ja öfter erlebt. für meine kinder war es ein trauma ihren vater so zu sehen. so richtig verpackt haben sie es bis heute nicht. das kann man gar nicht oft und laut genug sagen. alkohol tötet auf ganz schlimme art und weise.

    doro