Beiträge von dorothea

    hallo kerstin

    jetzt mal ganz krass gefragt. was denkst du denn wer dir was vorwerfen will, und wer dir vorschreibt einem menschen zu helfen der keine hilfe will. hilflos ist eine person die da liegt, sich nicht mehr äußern kann und nicht auf ansprache reagiert. wer schreibt dir vor zu kontrollieren ob das bei deinem ex bereits der fall ist. wenn mein ex allein leben würde, würde der wahrscheinlich tage lang in der wohnung liegen bevor den wer findet. ich bin doch nicht für nen erwachsenen menschen verantwortlich, ich bin doch nicht das kindermädchen von meinem mann. er darf sich allein alkohol kaufen, darf den auch allein trinken, dann darf er auch allein tot umfallen. so einfach ist das.

    doro

    hallo knutscherl

    mal ne einfache frage, wenn er sich entschlossen hat sich tot zu saufen, wer zwingt dich ihm dabei zu zu sehen? ich kümmer mich nicht drum was mein ex macht, und wenn es tot um fällt dann ist das eben so. kapier mal das du da nichts tun kannst. du bist doch noch jung, such dir einen der ein anderes "hobby" hat und vergiss den.

    doro

    hallo paul

    ich gebe dir hier vollkommen recht, in unserer gesellschaft kann man nicht einen schritt machen ohne über die droge nummer 1 zu stolpern. das wird dann immer unter dem deckmantel des genuss verschleiert. ich kenne niemanden der aus genuss mal was trinkt, alle trinken wegen der wirkung, ob nun abhängig oder nicht. ein bekannter von mir wird auf grund einer genanomalie nicht betrunken, der trinkt nichts weil das zeug laut seiner aussage beschi... schmeckt. in meinen augen ist das dealen in großem stiel, was da jährlich an steuern zusammen kommt.

    doro

    hallo hexi

    ich kopier mal deine 2 anfrage hier rein.

    Zitat von hexi

    Noch mal ich,
    habe ich bei meinem vorigen Beitrag vergessen zu fragen. Im Bescheid stand kein Datum wie sind Eure Erfahrungen? Wie lange dauert es bis die Klinik sich mit dem Termin meldet und wie lange liegt zwischen Bescheid und Reha-Antritt?
    Vielen Dank für Eure Antworten
    Hexi

    wenn du zu einem thema noch was sagen möchtest mußt du nur auf antworten klicken, sonst eröffnest du jedes mal einen neuen bereich.

    doro

    hallo oliver

    für mich hat schuld nicht unbedingt was mit, rachegedanken und vergeltung zu tun. es hat für mich auch was mit "verantwortung wegschieben, weitergeben" zu tun. grade bei unserer, familien zerstörenden, krankheit wird ja sehr oft die schuldfrage gestellt. nur gibt es sowas wie schuld überhaupt bei einer krankheit. klar ist das man grade mit sucht andere schädigt, nur ist das ja nicht willentlich, vorsätzlich im vollen bewußtsein der konsequenzen. ich denke das wir hier im grunde genommen nur opfer haben, sei es der alkoholiker selber, sein partner oder die kinder. wir sind aber nun mal so gestrickt das wir, wenn wir ein opfer haben auch die frage nach dem täter stellen und eben die frage nach der schuld. ich denke das greift hier einfach nicht. ist es schicksal, einfach nur dumm gelaufen? ich weiß es nicht, ich weiß nur das schuldzuweisungen grade hier bei uns niemanden wirklich weiter bringen.

    doro

    hallo zhig

    kennst du den spruch, wenns dem esel zu wohl wird geht er aufs eis tanzen? hast du dich belohnen wollen? verbindest du mit alk so ganz hinten im kopf immer noch das wohl verdiente feierabendbier. schaff dir da dann ganz schnell ein anderes systhem, geh in die sauna, ins kino oder kauf dir was schönes. mach dir da ein ritual draus. sich was gutes tun ist wichtig für die seele.

    doro

    hallo zhig

    mal ganz ehrlich, wie oft hat dir deine partnerin angedroht das sie geht wenn du rückfällig wirst? ich gehe einfach mal davon aus das sie es getan hat, und du hast es nicht wirklich ernst genommen. wo du eben stehst hat dich dein suff hin gebracht, da hilft kein diskutieren. du mußt nun sehen aus dem loch raus zu kommen, eben auch ohne deine frau. klar tut es weh, klar hast du wut auf dich, klar bist du voller zweifel und selbstvorwürfe. nur bringt dich das eher zur flasche hin als von ihr weg. du mußt hinschauen warum du wieder getrunken hast, warum du diesen vermeintlich einfacheren weg gewählt hast. ich glaube dir das du das alles nicht mehr willst, aber du mußt dir dringend andere ventiele suchen um deinen frust los zu werden. das die flasche keine lösung ist weißt du. schau auf dich, wie du was änderst. nicht was wäre wenn, sondern was kannst du machen, ganz allein, und dann tu es.

    doro

    hallo cduck

    mach dir keinen kopf wegen sowas, was du momentan für eine arbeit leistest kann sowieso nur der nachvollziehen der den weg schon gegangen ist. unverständniss, angst, vielleicht auch die frage wo ist mein anteil an der krankheit meines kindes, lassen manche menschen manchmal merkwürdig reagieren. du weißt seit längerem das du krank bist, gib den anderen die zeit das zu verstehen und zu verarbeiten. irgendwie ist diese erkenntniss ja auch ein schock für die familie. damit müssen sie sich auch erst mal auseinander setzen. schau was gut und richtig für dich ist, das andere ist nicht dein problem.

    doro

    hallo

    also mir hat meine offenheit schon das leben gerettet, auf einer feier, ( die ich nach jahren der abstinenz und gefestigt! besucht habe) fand es jemand lustig mir vodka in meinen saft zu schütten. ich hatte es nicht gesehen, aber andere. die haben das glas ausgeschüttet und den netten mitmenschen hinaus begleitet. wo wäre ich wenn ich nicht offen gewesen wäre???

    doro

    hallo

    hm, ich denke das bild des alkoholikers ist in der gesellschaft recht verschoben, solange jemand die krankheit noch vertuschen kann und nicht auffällig wird kommt ja auch keiner auf die idee das sich da eine sucht verbirgt, wie denn auch. erst wenn die sucht so massiv wird das nichts mehr geht wird es ja auch nach außen deutlich. erst dann wird der betroffene als alkoholiker wahr genommen. das da schon jahre wenn nicht sogar jahrzehnte der abhängigkeit voran gegangen sind kriegt ja kaum jemand mit. die sucht ist schleichend und das suchtmittel bezahlbar, das treibt einen nicht sofort in die öffentlichkeit bzw. den ruin. so erklärt sich für mich auch das bild des alkoholikers als den penner auf der parkbank. hier wird viel zu wenig prävention und aufklärungsarbeit geleistet, damit müßte man schon an den schulen anfangen um die menschen zu sensibilisieren, ihnen klar zu machen das der umgang mit alkohol gefährlich ist.

    doro

    hallo maria

    bei mir war schon lange klar das ich alkoholikerin bin. ich habe mir da nichts vor gemacht, ich wußte das es da keine diskusion gibt. aber ich hatte panische angst die schritte aus der sucht zu machen. da waren meine kinder, ich hatte angst das man sie mir wegnimmt. auch waren da sicher einige depressionen mit dabei, so nach dem motto, wozu bist ja eh nichts wert. auf hilfe von außen hoffte ich auch nicht, mein mann machte da auch keine anstallten in richtung abstinenz, eher im gegenteil, ich war besoffen sehr viel bequemer für ihn. ich habe einfach keine möglichkeit gesehen da raus zu kommen. bis zu dem tag als meine nachbarin vor mir stand und sagte, komm doro ich helf dir da raus. sie hat für mich anrufe gemacht und mich am nästen tag zum arzt, zur suchtberatung und dann ins kh gebracht. seit dem tag bin ich trocken.

    doro

    hallo xenica

    kann sein kann nicht sein, das ist nicht so einfach zu bestimmen. daher ist es halt wichtig das mit dem behandelnden arzt zu besprechen. einige menschen neigen schneller zur verlagerung als andere, das ist individuell. deswegen ist eben auch absolute ehrlichkeit dem arzt gegenüber so wichtig. der weiß nicht wie ich mich fühle, das muß ich ihm schon sagen. und wenn ich da kein risiko eingehen will muß ich eben auch darauf achten und notfalls nachfragen. und das lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

    doro

    hallo leute

    es gibt auch einige medikamente, hier insbesondere stärkere schmerzmittel, die zwar alkoholfrei sind, aber dennoch für uns eine große gefahr bergen. suchtverlagerung ist hier das stichwort. im beipackzettel solcher medikamente ist aber aufgeführt das sie für suchtkranke ungeeignet sind. da mir sowas auch schon aufgeschrieben wurde obwohl allen meinen ärzten meine sucht bekannt ist weis ich hier mal darauf hin das ihr auch darauf achten müßt. da muß dann mit dem arzt im einzellfall besprochen werden wie das zu bewerten ist. manches geht manches nicht. und ärzte sind auch nur menschen, wenn man wie ich schon viele jahre trocken ist denkt auch der arzt nicht immer daran das ein bestimmtes medikament evtl nicht geht weil die sucht eben nicht gegenwärtig vor augen ist. das ist unsere aufgabe da noch mal zu erinnern.

    doro

    hallo lena

    wenn deine tochter ernsthaft aus der sucht raus will dann solltest du schon für sie da sein. nicht in der form ihre schulden zu bezahlen, das muß sie selbst in den griff kriegen, evtl ein darlehen geben um schlimmeres abzuwenden aber nichts schenken. wichtig ist auch das sie ihre einsamkeit in den griff bekommt. man kann sich auch einsam fühlen wenn man von vielen menschen umgeben ist, wenn zb ein partner fehlt. da kommen meist sehr viele dinge zusammen die man als unüberwindbaren berg empfindet. mit therapeutischer hilfe kann man das aber überwinden, wenn sie anfängt diesen berg abzutragen dann besteht hoffnung, ansonsten kannst du nichts tun. wenn sie wieder trinkt sind dir die hände gebunden.

    doro

    hallo cduck

    ich kann dir nicht den tag nennen an dem ich den punkt überschritten habe normal trinken zu können, das kann dir kein alkoholiker sagen. aber ich kann dir den tag sagen an dem für mich fest stand. ich bin alkoholiker, ich will nicht mehr trinken. das war der 17. oktober 2001 seit dem 18. habe ich keinen alkohol mehr angefasst und ich vermisse nichts.

    es gibt übrigens auch menschen die auf dieses gift verzichten ohne abhängig zu sein. ohne darüber groß nachzudenken. allein die zeit die das thema in deinen gedanken kreist sollt dir zu denken geben, wenn was normal oder unwichtig ist kreisen meine gedanken nicht darum. denk mal darüber nach.

    doro

    hallo cduck

    das problem bei der sucht ist, das es hier um ein gefühl geht, das gefühl trinken zu müssen. das kann man nun mal nicht irgendwie messen, somit auch nicht belegen. nach außen wird die sucht aber erst wahrnehmbar wenn sie schon extremste außmaße angenommen hat. daher ist eben auch der begriff mit so schlimmen assoziazionen behaftet. das alles fängt sehr viel fürher an und wird nun mal oft vertuscht bis nichts mehr geht. auch ärzte, psychologen und sozialhelfer können das einfach nicht diffinieren weil sie eben nicht das fühlen was wir fühlen. da gibt es nichts greifbares, nur die einsicht.

    Zitat von cduck

    Ich denke, das hängt eben damit zusammen, dass Du von mir eine Schwarz/Weiß-Aussage haben willst, obwohl die Welt in Wirklichkeit aus Grautönen besteht.

    mag sein das das in der welt sehr oft so ist, aber krankheit ist wie schwanger, entweder oder, bischen gibt es da nicht. und wenn ich krank bin dann muß ich mit der krakheit leben. bei unserer hast du 2 möglichkeiten. abstinenz oder du säufst dich in die kiste, so einfach ist das. was schwer ist, ist das leben neu zu struckturieren um die versuchungen zu minimieren, optimal wäre natürlich sie auf 0 zu kriegen, aber hier greift dann deine grauzone. aber am anfang steht eben die erkenntniss krank zu sein und das mußt du fühlen. das kann man nicht an irgend etwas festmachen oder messen. ist leider so.

    doro

    Zitat von Xenica

    Ich habe trockene Alkoholiker kennengelernt, die Alkohol zuhause haben, um diesen Gäste anzubieten.

    genau das ist auch so ein punkt. wenn leute die ich einlade nicht mal für die paar stunden die sie bei mir sind ohne alkohol auskommen, dann muß ich darüber nachdenken ob die nicht auch ein problem haben und somit überhaupt ein umgang für mich sind. meine freunde wissen das es bei mir nichts gibt und damit haben die auch kein poblem. wir haben hier auch ohne alkohol tolle partys die manchmal bis zum morgen gehen. menschen die keine alkoholprobleme haben, haben auch kein problem mit "trockenen" partys. das sowas nicht geht ist auch nasses denken, denn es geht wunderbar und unser freundeskreis ist wirklich nicht grade klein.

    als alkoholiker umgibt man sich ja nun mal zum großteil mit menschen die zumindest ähnlichen umgang mit alkohol pflegen, sonst würde man ja auffallen. daher ist es eben auch so wichtig den freundeskreis wirklich objektiv zu beleuchten und auch hier beziehungen zumindest deutlich einzuschränken. es ist nicht einfach, das alles zu regeln, aber man muß es tun, sonst kommt man aus dem kreislauf nicht raus.

    doro

    hallo xenica

    kennst du so alte römerstraßen, solche wo die schweren wagenräder richtig tiefe rinnen in den stein gegraben haben? so ungefähr kann man sich das mit den verhaltensweisen vorstellen. je länger ich ein und das selbe verhalten in bestimmten situationen habe, um so tiefer werden diese rinnen. da denkt man nicht drüber nach man fährt einfach. wenn man dann aber merkt das mich ein weg nicht weiter bringt und ich die spur wechseln will, dann ist es um so schwieriger je tiefer die rillen sind und um so schneller rutsch ich wieder in den alten weg zurück. um da raus zu kommen muß ich sehr aufmerksam und vorsichtig sein, da ist nicht eine sekunde träumen drin. es ist anfangs verdammt schwer, da brauchts keine diskusion, nur je schneller man weiß das man aufpassen muß um so schneller wird dann diese neue art zu fahren zur routine. und grade bei uns alkoholikern ist ein ganz klares verhaltensmuster zu erkennen. und je länger man wirklich willentlich abstinent lebt, aus tiefer überzeugung um so besser sieht man dieses muster. bei sich selbst und natürlich auch bei anderen. und das ist wie gesagt kein vorwurf. wären wir hier ein häkelkränzchen würde da sicher keiner was sagen, aber wir sind ja hier nun mal im alkoholikerforum und wollen uns helfen trocken zu werden und auch zu bleiben. und diese wachsamkeit ist eben das a und o. ich bin seit 9 jahren trocken, nicht zuletzt weil ich eben immer kontakt zur selbsthilfegruppe gehalten habe um nicht doch wieder in die alte spur zu rutschen.

    doro