7 jahre, zeit mal bilanz zu ziehen.
vor 7 jahren hat mich meine nachbarin um halb acht abgeholt, wir sind zu meinem hausarzt, ich habe mir die einweisung ins krankenhaus abgeholt, danach ging es zur suchtberatungsstelle. alle papiere wurden fertig gemacht, antrag auf ambulante therapie und so. von da aus gings auf direktem wege ins kh. meinem mann hatte ich es am abend vorher nur kurz gesagt als er ebenfalls voll wie ein eimer aus der kneipe kam. im nachhinein glaube ich das er das damals eh nicht geglaubt hat.
an dem tag wurde ich gründlich untersucht bekam medikamente und ein bett. den tag hab ich fast komplett verschlafen und auch niemanden meiner familie mehr gesehen. die kinder konnten nicht kommen, die hatten kein busgeld bekommen und mein mann.... der erging sich wohl in selbstmitleid, hatte er doch 3 tage später seinen 50sten. er kam dann mit schwiegermutter am nächsten tag und überschüttete mich mit vorwürfen, weil ich ihm ja nun seinen geburtstag versaut habe, ich frage mich zwar wieso, er hatte ja alles mit seinem mama hinter meinem rücken geplant bei ihr im haus, so das ich doch eh mit den kleinen hätte spätestens um 19:00 uhr gehen müssen. war wohl eher die tatsache das sich familie sauber nu ganz schnell was einfallen lassen mußte wer die drecksarbeit macht und wie sie den gästen mein fehlen erklären sollen. denn sagen das ich zur entgiftung bin, oh nein das ging doch gar nicht, sowas passt doch nicht in ihre heile erdbeerwelt.
wo steh ich heute? es hat sich so gut wie alles geändert. mir redet heute keiner mehr ein schlechtes gewissen ein. mir schiebt keiner mehr irgendwas in die schuhe und ich zieh mir auch nur noch die schuh an die mir passen. meine entscheidungen treff ich nicht mehr so das andere damit zufrieden sind, sondern so das ich zufrieden bin. ich versuche schon die bedürfnisse anderer zu sehen und auch zu berücksichtigen, aber wenn es mir dabei schlecht geht, tja dann tuts mir leid, aber dann nicht. ich lebe so das ich niemanden verletze, versuche immer ehrlich zu sein, was aber nun mal nicht immer geht. (wenn meine freundin ein neues kleid hat das sie sooo toll findet und ich finde das grauselig sag ich dann schon ma nich die wahrheit). ich lebe so das ich ohne maske und selbstbetrug in spiegel schauen kann.
ich versuche zu verstehen warum andere so handeln wie sie handeln, versuche verletzungen nicht mehr so tief in meich eindringen zu lassen das sie mir schaden könnten. das das nicht immer so einfach geht ist ja klar, vor allem wenn mein gegenüber einfach nur aus niederen beweggründen handelt. das tut weh.
ich habe für mich erkannt das nichts was irgendwie materiell ist wirklich wichtig ist, das einzig die seele die liebe bestand hat und auch nur das mich weiter bringt. liebe ist die einzige sache die mehr wird wenn man sie teilt, und um liebe teilen zu können muß ich auch eigenliebe haben.
ich wünsche allen die hier sind um ihren weg zu finden, das sie den weg zu sich selbst finden, sich selbst so viel wert sein können das sie es schaffen sich aus der sucht zu befreien.
doro