also, als ich trocken geworden bin hat mein mann weiter gesoffen. ich habe es nach 2 jahren geschafft mich zu trennen. ich stand mit 4 kinder da. viel war mir nicht geblieben, hatte ja auch durchs saufen alles verloren was soziale kontakte angeht.
ich weiß das ich über kurz oder lang rückfällig geworden wäre wenn ich den schritt nicht gemacht hätte denn ich hätte keinen rückzugsort gehabt der alkfrei ist.
mein mann war auch der meinung das er sich von mir sein bier nicht verbieten läßt und seine freunde kann ich ihm auch nicht madig machen. nun er hat sich für sein bier entschieden und ich mich für ein leben ohne sucht. das hieß dann allerdings auch ein leben ohne ihn.
auf was konkret hätte ich dabei rücksicht nehmen sollen? auf sein süchtiges verdrehtes ego? und wo bitte ist da mein recht auf meinen schutz und meine nüchternheit?
eine partnerschafft besteht nicht nur aus rechten des einen und pflichten des anderen. und wenn sich einer aber so benimmt ist es eben keine partnerschaft mehr sonder bestenfalls eine zweckgemeinschaft bei der eine seite die a-karte hat was die emotionen angeht.
mein mann hat es dann auch geschafft sich tot zu saufen, vor 9 jahren haben wir ihn beerdigt, mit grade mal 64 jahren. ja es tut mir leid, es hätte vieles anders laufen können aber es war seine entscheidung. wäre ich geblieben läge ich jetzt mit sicherheit neben ihm. auf meine garbstein ständen dann wohl, sie war ihm diese loyalität schuldig. nicht wirklich. loyalität ist keine einbahnstraße.