Beiträge von Sunshine_33

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    Irgendwie habe ich aber auch ein schlechtes Gewissen, mich gerade jetzt von ihm zu trennen, wo er doch versucht aufzuhören seit fast einer Woche. Meint ihr, es ist nur "Taktik", um seine Co nicht zu verlieren?
    Würde er es ernsthaft versuchen, hätte er sich doch professionelle Hilfe gesucht oder?
    Ich will nicht wieder darauf reinfallen, er hat schon sooo oft versprochen aufzuhören

    Das ist schwer zu beurteilen, SasiHasi.
    Man kann ja nicht in andere Menschen hineinsehen, das können wir auch nicht.
    Ich kann nur mal von mir erzählen, wie das war:
    Wenn es Ärger mit dem Partner gab wegen der Sauferei, dann habe ich schon versucht, damit aufzuhören.
    Und das dann auch wirklich so gemeint.
    Mir war zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht klar, das ich das nicht allein schaffen werde.
    Und ich habe es auch nicht geschafft, weil ich bereits abhängig soff.

    Später, in den letzten beiden Jahren meiner Sauferei wurde es besonders schlimm. Ich musste da bereits jeden Tag trinken.
    Mich hat natürlich kein Mensch dazu gezwungen, aber die Sucht/die Krankheit tat es.
    Wenn man auf Entzug kommt, hat das meist heftige Auswirkungen.
    Bei mir waren es am Ende Schweißausbrüche, Zittern, nicht mehr Schlafen können, bis hin zu heftigen Panikattacken mit
    einhergehenden Todesänsgten.
    (Depressionen kamen übrigens auch hinzu, die aber mit der Abstinenz verschwanden, die kamen also eindeutig von dem Alkoholmissbrauch).
    Wenn man dann in diesem Stadium ist und weiß, das der nächste Schluck Erleichterung verschaffen wird bis hin zum Verschwinden
    der genannten Symptome, was meinst Du, wird man tun?
    Als es soweit war, habe ich nur noch versucht, die Wogen zuhause zu glätten..
    Und dann begannen auch bei mir die Spielchen der Versprechungen, die gar nicht mehr gehalten werden konnten aufgrund der Sucht.
    Und ich log auch für den Alkohol.
    Kalte Entzüge startete ich keine mehr, zum Glück, denn die hätte ich wohl auch nicht mehr überlebt.
    Ein kalter Entzug kann nämlich tödlich enden, was mir aber zu dem Zeitpunkt nicht bekannt war.
    Allein darum ist es immens wichtig, zum Arzt zu gehen und sich dort erst einmal Hilfe zu holen, sprich, einen professionellen Entzug einzuleiten.

    Ich weiß nicht, ob das Deinem Freund bekannt ist, das ein kalter Entzug brandgefährlich sein und auch tödlich ausgehen kann?
    Ich weiß auch nicht, ob ihn denn diesen Wissen dazu bringen würde, sich professionelle Hilfe zu suchen?
    Ich möchte ihm aber auch die Ernsthaftigkeit seines Vorhabens nicht komplett absprechen, ich kenne ihn ja nicht mal.
    Wie auch immer, das alles ist aber nicht DEINS, liebe Sasihasi, er ist ja für sein Leben, also auch für seine Sauferei selbst verantwortlich.
    Es gibt ja gute Hilfsangebote, er muss ja "nur" hingehen und drum bitten.
    Aber das ist halt gar nicht so einfach, sondern in Wirklichkeit ziemlich schwer. Es lohnt sich trotzdem.

    Vielleicht ist aber alles auch nur Taktik, das könnte ebenso der Fall sein, ich weiß es wirklich nicht.
    Ein nasser Alkoholiker verliert nun mal nur sehr ungern seinen CO und wird erstmal alles daran setzen, ihn zu halten.
    Sollte es trotzdem zur Trennung kommen, ist es immer wieder erstaunlich, wie schnell dann ein CO gegen den nächsten ausgewechselt wird.
    Es geht also nicht wirklich um den anderen Menschen oder gar um Liebe, sondern darum, seine Sucht weiter leben zu können und das möglichst bequem.

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    Außerdem wäre, selbst wenn er tatsächlich trocken wird, nicht alles gut zwischen uns...


    Ich denke, so ist es recht häufig.
    Das Alkoholproblem ist selten das einzige Problem. Dahinter lauert meist noch viel mehr.
    Und schau, Du hast Dich bereits neu verliebt, das spricht doch auch Bände...
    Würde es sich um eine gesunde, stabile und liebevolle Partnerschaft ohne gravierende Probleme handeln, wäre das ja kaum bis gar nicht passiert.
    Sowas ist aber leider mit einem nassen Alkoholiker gar nicht möglich, wie Du ja auch selbst erfahren musstest.

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    aber wäre es gemein, sich gerade jetzt zu trennen, wo er aufhören will? Bin so hin und her gerissen.


    Kann ich schon gut nachvollziehen, das man da hin-und hergerissen ist.
    Aber schau mal, möchtest Du denn Dein weiteres Leben opfern oder viele Jahre davon, nur um kein schlechtes Gewissen zu haben?
    Ist es das denn wert?
    Ich denke, manchmal muss man auch mit diesen negativen Gefühlen leben, wichtiger ist aber, aus der Sache wieder rauszukommen.
    Und zwar zeitnah, um weiteres Leid zu vermeiden.
    Oder mal ganz brutal: Sollen denn zwei Menschen zugrunde gehen, weil der eine den anderen mitreisst?
    Es reicht schon, bzw. ist es traurig genug, wenn sich einer dem Alk opfert, das müssen nicht gleich 2 Menschen werden.

    LG Sunshine

    Hallo SasiHasi,

    Ich kann Dir als trockene Alkoholikerin nur eins sagen:
    DU KANNST IHM NICHT HELFEN !
    Es ist egal, was Du sagst oder tust, es ist einfach nicht möglich.
    Es kommen in einem bestimmten Stadium der Sucht Worte einfach nicht an, egal ob Du sie schreist oder
    unter Tränen hevorbringst, sie aufschreibst oder flüsterst... weil man sie als Trinker einfach nicht hören will !
    Und wenn man sie sich doch zwangsweise anhören musste, wird man versuchen, das möglichst schnell wieder
    auszublenden.
    Als nasser Alkoholiker kriegt man das auch relativ gut hin. Und außerdem ist es zusätzlich noch ein hervorragender Grund,
    sich wieder die Kante zu geben, nach dem Motto: "Niemand versteht mich, ich arme Sau, also MUSS ich wieder trinken"
    Und dann bist DU auch noch am Ende schuld, das der Alkoholiker wieder saufen muss :roll:
    Ist natürlich Unsinn, aber so funzt halt die Säuferbirne.
    Jeder "Grund" zum Saufen ist recht, es eignet sich ebenso das schlechte Wetter oder das gute Wetter oder das gute TV-Programm
    oder das schlechte TV-Programm und wenn in China n Sack Reis umfällt, ist das auch wieder ein Grund.

    Es hört sich wirklich so an, als seiest Du in einer schweren CO-Abhängigkeit gelandet, in der sogar Dein Körper schon ganz typsiche Warnsignale sendet.
    Bitte höre auf ihn und steig da aus, ehe Du noch kränker wirst als Du es jetzt schon bist.

    Zitat


    Ich habe Angst, dass er komplett untergeht und noch viel mehr trinkt, wenn ich mich trenne. Und ich möchte ihn einfach nicht traurig machen, da es mit paradoxerweise auch schlecht geht, wenn er traurig ist.

    Und weißt Du, was ich hoffe in solchen Situationen?
    Das der Betroffene total abstürzt, und so möglichst schnell seinen Tiefpunkt erreicht, aus dem man sein Leben neu aufbauen kann, und zwar ein trockenes Leben.
    Ich hoffe das aus dem Grunde, weil es in den meisten Fällen erst einen extremen Tiefpunkt braucht, um aus der Sucht aussteigen zu können.
    Und ich hoffe, das der Körper sich noch regenerieren kann, denn nach jahrzehntelanger Sauferei ist das oft nicht mehr der Fall.
    Wenn er also durch die endgültige Trennung nur noch säuft, dann erreicht er so vielleicht sogar schneller seinen persönlichen Tiefpunkt und schnallt vielleicht doch, das er nicht nur n "kleines Alkoholproblemchen" hat.
    Wenn man Angehörige oder Partner "fallen lässt", kann das also auch eine Chance für sie sein. So makaber sich das auch anhört.
    Aber das ist dann sein Ding, was er draus macht, und nicht Deines.

    Wenn Dich grundsätzlich Stimmungen anderer zu sehr selbst beeinflussen, dann solltest Du vielleicht besser daran arbeiten,
    denn sonst wird das negative Folgen haben.
    Hier hilft eine Art innere Abgrenzung, die man erlernen kann.
    Besonders Menschen mit großer Empathie erleben die Stimmungen anderer sehr intensiv mit und sie übertragen sich dann auch.
    Empathie ist eine Gabe, ein Geschenk... und mit Sicherheit auch eine positive Charaktereigenschaft.
    Wenn man aber nicht lernt, damit unzugehen und sich auch abzugrenzen von negativen Stimmungen, dann kann diese Gabe auch zur Last werden.
    Ich spreche da aus eigener Erfahrung, denn ich bin auch ein ziemlich empathischer Mensch.

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    Wie habt ihr den Absprung geschafft? Hattet ihr einen bestimmten Auslöser? Gibt es einen "guten Zeitpunkt" für Trennungen? Könnt ihr mir irgendetwas raten?


    Ich bin zwar kein CO, aber ich halte den richtigen Zeitpunkt für das Beendigen von Abhängigkeiten für: JETZT SOFORT ! :wink:
    Jeder Tag, in dem man länger in seiner Abhängigkeit verweilt, bedeutet weiteres Leid.
    Das gilt für mich für die CO-Abhängigkeit ebenso wie für die Alkoholabhängigkeit.

    Ich weiß, jetzt kommt hier sicher wieder von CO-Seite, das man sich aber nicht so schnell trennen kann, alles seine Zeit braucht usw.
    Mag alles sein, aber der beste Zeitpunkt, um sich aus Abhängigkeiten zu befreien, ist für mich trotzdem immer noch "Jetzt sofort" :wink:
    Wie lange es dann wirklich dauert, steht auf einem anderen Blatt.

    LG Sunshine

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    oooooh sehr ruhig hier im offenen bereich (ich hoffe, dass die meisten im geschützten bereich untergekommen sind)
    mir gehts überwiegend gut - meine hand is aus schottland zurück und arbeitet gut - jetzt basteln wir eine neue "reseveprothese"

    Tja, von nischt kommt nischt, nicht wahr, lieber Matthias?
    Mit der neuen prima funktionierenden Hand könntest Du doch hier auch mal wieder fleissiger in die Tasten hauen, oder?
    Und uns so an Deinem Erfahrungschatz teilhaben lassen, über den Du ja nach so vielen Jahren Trockenheit verfügst.
    Ich für meinen Teil lerne jedenfalls immer noch gern dazu :)

    LG Sunshine

    Hallo Feldmaus und von mir noch ein Herzliches Willkommen hier im Forum !

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    Nicht klar war mir, dass es verboten ist, am Anfang der Abstinenz solche Gedanken zu haben bzw. im Forum zu äußern, um in Austausch zu gehen und von den Erfahrungen der Anderen zu profitieren.

    Gedanken kann einem ja niemand verbieten, auch Dir nicht und das wäre darum auch Unsinn.
    Die Gedanken sind immer noch frei...

    Ich denke, Du bist ganz sicher nicht die erste, die solche Gedanken des "doch noch mal kontrollierten Trinkens" hegt.
    Die Sache hat nur einen Haken, wir Alkoholiker haben eine bestimmte Schwelle überschritten und können das nicht mehr.
    Für mich ist das ganz einfach eine Tatsache, die so steht.
    Und die habe ich von Anfang an so akzeptiert, denn ich habe mich diesbezüglich nie für was "Besonderes" gehalten,
    also weshalb sollte ich wohl etwas können, was andere Alkoholiker auch nicht können?
    Im Laufe der Zeit habe ich dann auch die Erfahrungen gemacht (auch hier in diesem Forum), das es wirklich so ist.
    Zum Glück nicht am eigenen Leibe, aber wie gesagt, ich hatte auch nie Ambitionen, es auszuprobieren.

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    Aber ich (oder wir alle in Deutschland?) sind wohl so konditioniert, dass Alk zu besonderen Anlässen dazugehört, das wird einem ja von klein auf vorgelebt... in der Familie, in der Gesellschaft, in den Medien... da ist so allgegenwärtig, dass man gar nicht auf die Idee kommt, es zu hinterfragen... erst, wenn man von der Suchtseite draufschaut, wird das ganze Drama deutlich... ist gerade zumindest meine Empfindung...

    Genau so isses bzw. empfinde ich das ebenso.
    Man darf aber diese ganze Sache mal hinterfragen ! Und als Alkoholiker, der einen abstinenten Weg anstrebt, MUSS man das sogar hinterfragen,
    so meine Meinung.
    Und da würde ich auch bei Dir einen wichtigen Ansatzpunkt sehen.
    Warum meinst Du, zu besonderen Anlässen trinken zu wollen oder zu müssen?
    Das ist eine Sache, die im Kopf stattfindet, diese Denke und man kann das auch wieder umpolen.
    Mir ist das jedenfalls gelungen :)
    Ich kann mir doch zu besonderen Anlässen was anderes Schönes gönnen, so ich das denn muss oder möchte.
    Dann kaufe ich mir eben eine leckere, ganz besondere Süßigkeit, oder irgendeinen besonders hochwertigen, leckeren Saft.
    Oder was auch immer, jeder wie er mag....
    Ich muss doch nicht mit Alkohol irgendwas feiern, warum denn?
    Das ist doch sogar irgendwie kompletter Blödsinn... da ist irgendwas Schönes passiert, was man besonders würdigen möchte
    und dazu gießt man sich dann eine giftige Substanz (denn Alk is nu mal ne toxische Droge) in den Körper?
    Ist doch irgendwie Quatsch... stell Dir mal vor, es besteht wieder mal ein Anlass, wo man "übleicherweise" miteinander anstoßen würde
    und Du würdest dazu einladen, und 15 heroingefüllte Spritzen auf den Tisch legen und damit "anstoßen" wollen.
    Da würden die Leute aber schön blöd glotzen... aber wo ist denn der große Unterschied?
    Beides sind stark wirksame, toxische Drogen.

    Feldmaus, hinterfrage lieber gesellschaftlichen Unsinn als kontrolliertes Trinken als Option zu sehen. Denn es ist keine für uns.
    Schau lieber mal hin, warum Menschen trinken wollen und/oder denken, es zu müssen.
    Frage Dich, ob Du jeden gesellschaftlichen Mist mitmachen möchtest oder lieber ein schönes Leben ohne Alk haben möchtest?

    Denn andererseits... die Gedanken sind zwar frei, aber sie stehen auch sehr oft an Anfang von Taten.
    Ich überprüfe noch heute, nach vielen Jahren Trockenheit, regelmäßig meine Gedanken, ob da alktechnisch noch alles
    im Grünen Bereich ist.
    Das ist kein großer Aufwand für mich, aber evtl. überlebenswichtig.

    LG Sunshine

    Hallo Rattenschwanz,
    wie meinst Du das, das Du "ja mittendrin" bist in der Sucht und das wahrscheinlich für immer ?
    Du bist ja trocken, von daher verstehe ich dieses "mittendrin" nicht so ganz.
    Meinst Du es so, das unsere Krankheit für immer bleibt und wir von daher immer "mittendrin" sind?

    Bei mir ist es so, das meine/unsere Krankheit im Alltag eigentlich gar nicht präsent ist.
    Es ist nicht so, das ich jeden Tag an meine Krankheit denke, oftmals sogar wochenlang gar nicht.
    Es ist für mich eigentlich wie ein abgeschlossenes Kapitel, das ich nicht mehr groß öffnen muss.
    Das meine Krankheit aber für immer in mir ist und dort auch bleibt, das weiß ich ganz genau und
    daran gab es auch nie Zweifel meinerseits.

    Aber ich wüßte nicht, wie sie sich in meinem Alltag groß bemerkbar macht.
    Ich lebe ein ganz normales Leben ohne Alkohol, wie das sehr viele andere Menschen ja auch tun.
    Das ich auf Inhaltsstoffe bei Nahrungsmitteln achte, ist seit Anfang meiner Trockenheit selbstverständlich,
    aber da ich kaum Fertigprodukte verwende, ist das kein Aufwand für mich.
    EIn Blick auf eine Packung finde ich jedenfalls auch sonst nicht aufwändig, das dauert ja nicht mal ne Minute.
    Und auch das muss so manch anderer ebenfalls tun, Allergiker beispielsweise.
    Und in Restaurants frage ich bei Unklarheiten nache.

    So ist halt meine Frage an Dich, wie äußert sich das bei Dir, das Du Dich als "mittendrin" empfindest?
    Interessiert mich jetzt einfach mal so... :)

    LG Sunshine

    Hallo Sunny1976

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    Ich möchte sagen, dass - wenn ich etwas aus dem Co-Abhängigenbereich lernen möchte - dann lese ich die ganz alten Beiträge.
    Dort nehme ich sehr viel für mich mit, denn dort habe ich auch das Gefühl, das ein Austausch unter Gleichgesinnten statt gefunden hat.

    Ich kann mich dem nur anschließen. Denn dieses Gefühl habe ich ebenfalls !
    Der momentane "Austausch" hat für mich nichts mehr mit Gemeinsamkeit zu tun, ich empfinde es momentan viel mehr als ein Gegeneinander als ein Miteinander.
    Ein Austausch sieht für mich zumindest anders aus.
    Gerade auch darum trauere ich dieser Zeit selbst hinterher.
    Ich fühle mich hier momentan nicht mehr besonders wohl und ich werde auch nicht so tun, als wäre das anders.
    ICH muss auch meine Gefühle nicht mehr überspielen und so tun, als sei für mich alles okay und ich mega-cool.
    Denn das bin ich nicht.
    Mich trifft es, wenn derart undifferenziert über Alkoholiker per se hergezogen wird wie es hier seit Wochen von einer Person der Fall ist.
    Nun auch noch mit merkwürdigen Parolen untermauert.
    Das ist SO auch nicht mehr "mein Forum" und ich fühle mich abgewertet, über einen Kamm geschert etc.
    Im realen Leben würde ich in solchen Situationen einfach gehen, weil ich weiß, das jegliche weitere Konversation über das Thema keinen Sinn macht.
    Und zwar dann auch nicht nur zu diesem Thema.
    Ich mag mich nämlich überhaupt nicht mit Menschen unterhalten, die voller Vorurteile sind und für die Toleranz ein Fremdwort ist.

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    Mittlerweile habe ich das Gefühl, das es hier nur noch darum geht, das man ganz schnell lernt, dass man seinem xy nicht helfen kann, man sich möglichst sofort trennen muss, schöne Dinge für sich unternehmen soll und dann ist die Welt wieder heile.


    Darum ging es mir gar nicht, Sunny.
    Sondern um diese undifferenzierte Um-sich-Schlagerei von Yvonne78, weil der Partner es gewagt hat, sich zu trennen.
    Sorry, aber Trennungen gehören nun mal fast immer auch zum Leben, bei CO`s ebenso wie auch bei allen anderen Menschen.
    Damit wird man früher oder später mal klar kommen müssen.
    Und vielleicht auch mal, ohne den anderen dabei in Grund und Boden stampfen zu müssen?
    Und im besten Fall schaut man sogar mal nach den eigenen Anteilen...

    Das eine Trennung mitunter sehr lange dauern kann, ist mir bekannt, denn ich bin nicht erst seit gestern hier, dazu gleich noch.
    Mir tut es dann nur für die Betoffenen leid, weil sie so wirklich Lebenszeit verschwenden, die sie viel schöner hätten gestalten können.
    Auch das ist hier oftmal nachzulesen :wink: wenn diese Personen überhaupt noch mal wiederkommen.
    Aber manchmal tun sie es und berichten ja erfreulicherweise nochmal, wie es positiver weiter ging nach einer Trennung.

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    Und man aber bloß ja nicht seine wirklichen Gefühle äußern darf, denn sonst könnte man ja ggf. den Alkoholikern auf den Schlips treten.


    Ich denke, hier macht der Ton auch die Musik.
    Ich habe kein Problem damit, das auch die CO`s ausführlich ihre Gefühle schildern. Und Du wirst es kaum glauben, ich verstehe das sogar recht gut. :wink:
    Aber das geht eben nicht immer mit dem gesamten Aburteilen alkohlkranker Menschen einher.
    Das ist es, was ich mittlerweile unterträglich finde.

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    ich finde es eine richtige Beleidigung wenn Du schreibst, das es wohl UNSEREN geistigen Horizont überschreitet, einzusehen, das es sich um eine anerkannte Krankheit bei Euch handelt. Außerdem frage ich mich auch, warum Du Dich dermaßen von uns Co's angegriffen fühlst? Du bist die einzige, die UNS hier sofort eine Uneinsichtigkeit und falsches denken mitteilst.

    Wenn Du das als Beleidigung empfindest, kannst Du ja vielleicht nachvollziehen, wie es mir hier mitunter geht.
    Es geht auch nicht darum, das ich mir nicht von CO`S eine Büßerkutte für den Rest meines Lebens überstülpen lasse, sondern ich würde
    mir das auch von anderen Personen nicht gefallen lassen.
    Ich habe auch ein Recht auf ein schönes Leben und möchte nicht nur auf meine Krankheit reduziert werden !
    Und Vorurteile mag ich schon mal überhaupt nicht.

    Zitat

    Soweit ich weiß, war Dein xy nie CO - woher nimmst Du Dein Wissen, hier im Co-Bereich so ausführlich zu schreiben?


    Sunny, ich bin mit Unterbrechungen seit über 12 Jahren hier aktiv, und in den Unterbechungen oft als als stiller Leser anwesend gewesen.
    Ich habe hier wohl viele Hundert Geschichten gelesen, vielleicht sogar Tausende in all den Jahren... ich weiß es nicht.
    Auch die Wege der CO-Abhängigen habe ich dabei mitunter intensiv verfolgt, und vielleicht ist da ja irgendwas an Erkenntnissen in all den Jahren hängen geblieben? :wink:
    Auch wenn ich selbst nicht betroffen bin und mein Mann ebenfalls nicht, wie Du schon richtig anmerktest.
    Ich bin aber auch ne Frau und so kann ich auch einiges nachvollziehen, ohne dafür CO sein zu müssen.
    Und ich weiß auch sehr genau, wie weh Trennungen tun können. Und auch, das man wütend ist, weil die eigenen Pläne damit ebenfalls zerplatzten.
    Aber ich versuche trotzdem, dem anderen nicht hinterher noch sein Leben schwer zu machen.
    Er hat ja auch ein Recht, seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Und die habe ich dann zu akzeptieren.
    Und ich glaube, zu vielen häßlichen Sachen würde es erst gar nicht kommen, wenn man sich beizeiten getrennt hätte.
    Aber hinterher is man ja immer schlauer... :roll:
    Trennungen tun bei einem CO weh, aber bei anderen Menschen doch auch, oder nicht?

    LG Sunshine

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    Es tut mir natürlich nach wie vor leid um die Liebe die ich investiert habe, aber ich hatte ja auch was davon.

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    Ziele, merk dir mal was: WIR sind schön...WIR sind schlau...WIR sind besser !!!!!!!!!

    Über manche Beiträge kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln.
    Und sagt für mich auch viel über die Schreiberin aus....

    Auch an dieser Stelle nochmals, auch wenn das einigen CO`s nicht passt oder auch nur ihren geistigen Horizont übersteigt:
    Alkoholismus ist seit über 50 Jahren eine anerkannte KRANKHEIT und keine Willensschwäche !
    Und Alkoholiker sind so gesehen ebenso Opfer, nicht nur die Angehörigen !

    Was also soll diese krankhafte Hetze gegen den (ehemaligen angeblich doch so geliebten) Partner, bringt das einen CO auch nur einen Millimeter voran??

    Yvonne78, Du sprühst hier weiterhin vor Wut und Hass, weil Dein Partner es gewagt hat, sich von Dir zu trennen.
    Aber zu einer gescheiterten Beziehung gehören IMMER ZWEI !
    Also.

    Sunshine, mittlerweile echt genervt von dieser unerträglichen Alkoholiker-Hetze.
    Wie wäre es mal mit einem Kehren vor der eigenen Tür? An der Arbeit an sich selbst ??
    Da liegt doch meist genug im Argen ! Auch beim noch so perfekten CO, der ja NUUUUUR Opfer ist und NIEMALS Täter.
    Und im Himmel is Jahrmarkt... echt jetz mal :roll:

    Hi, Hull,
    ich kenne das sehr gut, Dinge extrem zu praktizieren.
    Auf Essen trifft es eher weniger da, da bin ich nur mal in ne Reiswaffelsucht (nicht lachen, war echt so :oops::lol: ) reingerutscht.
    Ansonsten bin ich unter anderem auch mal in eine Sportsucht reingerutscht.
    Und auch in anderen Bereichen gab es schon mal leicht suchthaftes Verhalten.

    Aus all diesen Dingen bin ich aber allein wieder raus gekommen.
    Auch aus meiner Nikotinsucht, ich habe auch mal geraucht, tue es aber seit fast 7 Jahren nicht mehr.
    Ich habe mir klar gemacht, das ich bei diesem oder jenem wieder in extremes oder gar süchtiges Verhalten gerutscht bin.
    Und ich möchte keine Abhängigkeiten mehr in meinem Leben haben, weil das so unheimlich unfrei macht.
    Ich habe dann ganz kritisch mein Verhalten unter die Lupe genommen und ich schone mich dabei dann auch nicht besonders.
    Und so konnte ich es dann auch wieder aus eigener Kraft stoppen.

    Bei der Alkoholsucht ist mir das aber nicht gelungen. Ich war körperlich schon viel zu abhängig.
    Da brauchte ich Hife von Außen.
    Ansonsten bin ich eher ein sehr autarker Mensch, der auch über ziemlich viel Willenskraft verfügt.
    Ebenso über Geduld und wenn ich was unbedingt will (oder eben auch nicht mehr will) kann ich recht ziemlich zielstrebig
    und konsequent sein.

    LG Sunshine

    Zitat

    Ja ich denke so äußerlich schaff ich es schon mein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
    Mir ist aber auch wichtig mich selbst zu reflektieren. Die Ursachen zu finden. Es wäre zu einfach die Schuld nur dem XY und dem Alkohol zu geben. Ich bin ziemlich sicher, das Co-Dasein reicht bis in meine Kindheit zurück. Verhaltensmuster die so tief verwurzelt sind, dass ich mein "Beuteschema" immer wieder daran ausrichte. Einige der Schwierigkeiten merke ich ja auch in meinem noch verbliebenen familiären Umfeld, wenngleich ich da auch fast keinen Kontakt mehr habe.

    Ja Einhorn, Du kommst hier auch recht reflektiert rüber. Und das ist doch schon mal ne gute Sache!
    Und Ja, es ist zu einfach, dem Alk und der anderen Person alles in die Schuhe zu schieben.
    Eine CO-Beziehung funktioniert ja nur, wenn da BEIDE mitspielen.

    CO-Abhängigkeit ist ja auch sehr oft schon tief in der Kindheit verwurzelt. Da spielt meiner Meinung nach auch schon die unterschiedliche
    Erziehung von Jungen und Mädchen eine Rolle.
    Viele von uns wurden doch geradezu als Mädchen darauf getrimmt, zu helfen.
    Meine Eltern taten das glücklicherweise nicht, aber bei Eltern von Freundinnen habe ich das sehr wohl miterleben müssen.
    Es gibt immer noch sehr viel mehr Frauen in helfenden Berufen als Männer (und dann wirds auch noch unter aller Kanone bezahlt :evil: )
    Und wer bleibt denn meist zuhause, wenn das Kind krank ist? Die Mama oder der Papa?
    So zieht sich das doch mitunter durchs ganze Leben.
    Und so kann man auch in eine CO-Abhängigkeits-Beziehung hineinrutschen, man muss doch dem Partner helfen, man hats doch sogar versprochen,
    "in guten wie in schlechten Zeiten".
    Es ist doch kein Zufall, das die CO-Abhängigkeit viel häufiger Frauen trifft.

    Zitat

    Ich wollte auch keinen Dialog, sondern ihm nur meine wahren Gründe nennen, da ich ja jahrelang alles auf die Beziehungsprobleme geschoben habe. Was er damit anfängt ist sein Problem.

    Dann mache es doch so, dann ist die Sache auch geklärt. Was er dann damit anfängt, ist wirklich seine Sache.
    Wenn es Dich bedrückt, es nicht gesagt zu haben, was wirklich der Trennungsgrund war, dann teile es ihm halt mit.
    Es wäre nur fatal, daran irgendwelche Hoffnungen zu knüpfen.

    Und Einhorn, selbst wenn ER trocken werden sollte und die Beziehung wieder aufgenommen würde... DEINE Probleme wären damit trotzdem noch nicht gelöst.
    Denn Deine CO-Abhängigkeit ist ja dann nicht auch automatisch weg.
    Und ein trocken werdender Alkoholiker wird in der Regel auch sein Leben wieder selbst in die Hand nehmen wollen und sich nicht weiterhin be-CO`n lassen wollen.
    Da würde also das ganze Beziehungs- Gefüge von Grund auf schon nicht mehr stimmen und die weitere Beziehung stünde unter einem denkbar schlechten Stern.
    Sowas kann nur gelingen, wenn BEIDE an sich arbeiten. Aber selbst dann ist das alles keine einfache Sache, denke ich.

    Ich halte es für wichtig, an seiner CO-Abhängigkeit zu arbeiten, um nicht wieder in so eine leidvolle Beziehung zu rutschen.
    Also um Deiner selbst Willen.
    Du schreibst ja selbst vom "Beuteschema". Das ist auch so.
    Und das muss auch nicht zwingend ein Alkoholiker sein, jeder andere vermeintlich hilfsbedürftige Mensch "eignet" sich ebenso, um die eigene CO-Abhängigkeit auszuleben.

    LG Sunshine

    Hallo Einhorn, ich kann da nur als trockene Alkoholikerin antworten...

    Zitat

    Ich habe meinem XY gegenüber nie klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, Warum ich mich entziehe.
    Hab zwar gemeckert wegen Alkohol, ihm auch seinen Konsum vorgeworfen, aber nie ein Ultimatum gestellt oder so etwas in der Art,
    Ich hatte und habe immer noch Angst, ich weiß ja wie er reagiert wenn ich das A.. Wort auch nur anspreche.

    Ja, verstehe ich. Man möchte ja nicht dauernd Stress zuhause haben, außerdem sind meiner Erfahrung nach CO`s auch oft geradezu harmoniesüchtig.
    Dann spricht man natürlich dieses problematische Thema auch nicht gern an, denn es wird dann höchstwahrscheinlich zu unschönen Konfrontationen kommen.
    Ein Ultimatum zu stellen kann helfen, aber ich denke, das sollte man eher für sich selbst stellen und nicht für den Säufer. :wink:
    Denn ich denke, beim nassen Alkie bewirkt es eher selten etwas. Eine minimale Chance will ich aber auch nicht völlig ausschließen.
    Nur bin ich persönlich nicht der Typ, der sich an minimale Chancen klammern möchte.

    Zitat

    Andererseits weiß ich wie blöd das ist, wenn sich jemand einfach so ohne Feedback zurückzieht.
    Es nimmt einem die Möglichkeit damit auseinander zu setzen. Und es wirft viele Fragen auf. Vielleicht sogar bei einem Alkoholiker?

    Ich habe das Gefühl, das hauptsächlich Frauen meinen, sich immer erklären zu müssen, insbesondere CO`s auch nochmal ganz verschärft.
    Das dient oft aber auch nur dazu, immer wieder Kontakt zum eigenen "Suchtmittel" herzustellen und so weiterhin kontrollieren zu können, was der tut oder zumindest darüber unterrrichtet zu sein.
    Ich muss Dir sagen, das ich bisher eigentlich kaum mal erlebt habe, das ein Mann nach der Beendigung einer Beziehung noch groß drüber reden wollte. Völlig unabhängig von der Suchtproblematik jetzt mal.
    Sind halt so meine persönlichen Erfahrungen, die natürlich kein Anrecht auf Allgemeingültigkeit haben :wink:

    Beim nassen Alkie bewirken solche Gespräche eher kaum etwas. Denn wir wollen doch selbst nicht wahrhaben, das wir längst abhängig saufen.
    Da wird solange alles schön geredet, wie es nur geht.
    Und wenn es nicht mehr geht, dann fängt man an, Zugeständnisse zu machen, um den CO oder andere Angehörige ruhig zu halten.
    Die man aber üblicherweise nicht einhält, gar nicht einhalten kann.
    Es kann sich wohl kaum einer vorstellen, der nicht selbst betroffen ist oder war, wie schlimm Entzugssymptome werden können.
    Das geht hin bis zu Panikanfällen und Vernichtungsgefühlen, man denkt, man kann so nicht mehr weiter auch nur den Tag überstehen, nicht mal die nächsten Stunden.
    Also trinkt man wieder, weil man dem dann einfach nicht mehr standhalten kann. Und ein kalter Entuzug wäre außerdem auch lebensgefährlich, aber das nur mal am Rande...

    Kurzum, ich denke nicht, das mit einem nassen und uneinischtigen Alkie ein sinnvolles Gespräch bezüglich seiner Sucht oder auch der Beziehung möglich ist.
    EIn Säufer will vor allem Saufen .... und sonst nichts.

    Zitat

    Da ich über gemeinsame Bekannte gehört habe, dass er gar keine Ahnung hat warum ich so komisch bin und mich von ihm distanziere, bin ich am überlegen, dass ich ihn wenigstens über die Gründe aufklären sollte.

    Hm, wenns Dich glücklich macht, kannst du es ihm ja schriftlich mitteilen.
    Erwarte Dir nur nichts davon....
    Und so ahnungslos wird er schon nicht sein :wink: nur kann er das wohl schlecht vor anderen zugeben.
    Hätte ich übrigens auch nicht getan.
    Also sagt man lieber, ach ich weiß gar nicht, warum der andere gegangen ist... so ist es am angenehmsten und einfachsten.
    Hauptsache, keiner erwähnt die abhängige Sauferei ! Und solange das keiner tut, ist für den Säufer auch alles in Ordnung.

    Zitat

    Was ist Eure Meinung?
    Und wie könnte man das sachlich darstellen?


    Meine Meinung steht da ja schon. :wink:
    Und sachlich darlegen?
    Wie wäre es mit: Ich habe das Gefühl, das Du abhängig säufst und ich wollte mich dem nicht weiter aussetzen.
    Und aus die Maus.

    So, und nun last but not least:
    Schön, das Du hergefunden hast. :)
    Und Du bist auch schon weiter als so manche andere hier, denn Du bist bereits gegangen und willst wieder Dein eigenes Leben in die Hände nehmen.
    Bist ja schon mittendrin.
    Sicher tut eine Trennung weh, besonders, wenn sie eigentlich nicht mal freiwillig erfolgte.
    Und da ist auch verständlicherweise Wut, Trauer und Hilflosigkeit... ganz klar.
    Nur sollte man nicht in Hass und Wut stecken bleiben, denn das hindert einen nur daran, weiter zu gehen und das eigene Leben wieder in die Hände zu nehmen
    und kostet außerdem unheimlich viel Kraft.
    Die sollte man besser in sich selbst und dem Aufbau des neuen Lebens stecken, das ist zumindest meine Meinung.

    LG Sunshine

    Hallo Karsten, das verstehe ich jetzt nicht.
    Warum wird Dir da übel ?

    Zitat

    Soll heißen, in erster Linie bin ich für mich hier und schließt nicht aus, dass wenn ich anderen damit helfen kann, ich mich freue, ich mir aber auch dessen bewusst bin, dass nicht alles, was ich schreibe, etwas für jeden ist.

    Bei unserer Krankheit sucht man doch zuerst einmal Hilfe für sich selbst?
    Das ist doch völlig legitim und im Grunde sogar überlebenswichtig !
    Später kann man dann mit seinen Erfahrungen anderen helfen. Immer unter der Voraussetzung, das sie überhaupt Hilfe wollen :wink:
    Und nicht alles Geschriebene ist auch für jeden zutreffend und hilfreich.
    Da muss man dann auch selbst aussortieren, was hilfreich für einen persönlich ist.
    Und dabei natürlich beachten, das man sich nicht nur den am bequemsten erscheinenden Weg aussucht, denn das funzt ja langfristig eher selten.

    Ich wünsche mir Zusammenhalt in einer Gruppe, und das es darin ein Geben und Nehmen gibt.
    Wenn jemand schreiben würde, das er nur helfen möchte, aber selbst angeblich keine Hlfe mehr braucht, würde ich irgendwie auch misstrauisch werden. 8)

    LG Sunshine

    Zitat

    Wenn ich nur was "haben" will, sprich, hier was abgrasen will, dann finde ich das recht egoistisch und so funzen Gruppen auch nicht, denke ich.

    Zitat


    Für mich trifft das nicht zu.

    Das weiß ich, liebe Penta.
    Ich habe auch nur das Wort "abgrasen" benutzt, weil es es recht aussagekräftig ist und jeder weiß, was damit gemeint ist :wink:
    und ich es passend fand für gewissen Verhalten.
    Du bist ja schon lange hier und schreibst auch immer wieder mal. Das ist ja kein Abgrasen, sondern Du bringst Dich ja auch immer mal wieder hier ein.
    Finde ich auch gut so.

    Zitat


    Soll heißen, in erster Linie bin ich für mich hier und schließt nicht aus, dass wenn ich anderen damit helfen kann, ich mich freue, ich mir aber auch dessen bewusst bin, dass nicht alles, was ich schreibe, etwas für jeden ist.

    Genau. :)

    LG Sunshine

    Hull schrieb:

    Zitat

    Dieses Thema soll nicht dazu dienen, das Forum zu entwerten, es hat seine Daseinsberechtigung, schließlich habe auch ich einige Stunden in das Lesen und Schreiben investiert, was - wenn es denjenigen weiterhelfen sollte - als Lob verstanden werden kann.

    Ich denke durchaus, das Du mit Deinem Schreiben hier anderen auch weiter helfen kannst.
    Und das vielleicht auch schon geschehen ist.
    Ich erkenne mich übrigens in vielen Deiner Gedankengänge selbst wieder.

    Zitat

    Ich sehe es als großen Vorteil, nichts mehr oder zumindest nur noch negativ für den Alkohol zu empfinden.


    Auch das ist bei mir ebenso. Und ich empfinde das auch als Vorteil.
    Das musste ich mir auch gar nicht groß erarbeiten, da half mir persönlich auch die Logik weiter.
    Mich hat diese Droge beinahe umgebracht, also will ich damit absolu nix mehr zu tun haben.
    Ich habe im Grunde gar keine Empfindungen mehr zum Alk, er ist mir gleichgültig.
    Ich muss ihn auch nicht verteufeln, ICH habe ihn schließlich zu mir genommen, mich hat niemand dazu gezwungen.
    Es war meine Entscheidung, bis ich so stark abhängig war, das ich das nicht mehr allein entscheiden konnte.

    Zitat

    Tatsächlich kann ich nur "hart" diskutieren oder richtiger: nur nah an der Wahrheit oder nah an der Logik


    Auch das ist bei mir wohl ähnlich :wink:
    Trotzdem habe ich begriffen, das bei unserer Krankheit vieles nicht gerade logisch ist.
    Dabei hat mir der Besuch der Realen Gruppe geholfen.

    Zitat

    Über die realen Gruppen habe ich schon einmal nachgedacht, diese Möglichkeit allerdings mangels Leidensdruck wieder verworfen. Ich weiß, dass ich beim Schicksal anderer Geschichten keine echten Empfindungen habe, höchstens rührt es mich mit bewusst eingesetzter Phatansie kurzweilig.

    Ich hatte auch keinen Leidensdruck, um in eine Reale Gruppe zu gehen, ich war da schon ca. 6 oder 7 Jahre trocken, es interessierte mich einfach.
    Und ich bin da auch nicht hingegangen, um mir nun eine Geschichte nach der anderen vom Mitbetroffenen anzuhören, es ergab sich so in Gesprächen.
    Man geht ja nicht dorthin und alle erzählen dann wie aufgezogen ihre Story :wink:
    Ich habe in dieser Gruppe ganz außergewöhnliche und auch sehr intelligente Menschen kennengelernt.
    Echte Persönlichkeiten, die mich beeindruckt haben, auch durch ihren Lebensweg und ihre persönlichen Leistungen, jetzt nicht in Bezug auf unsere Krankheit, sondern ganz allgemein.
    Und trotzdem sind diese Menschen alkoholkrank geworden, obwohl sie es ja eigentlich besser hätten wissen müssen.
    Übrigens sind Suchterkrankungen auch bei Ärzten sehr häufig zu finden, wie ich neulich las. Das spricht für mich Bände... es kann tatsächlich jeden treffen, auch Menschen, die es sogar von Berufs wegen besser wissen müßten.

    Penta schrieb:

    Zitat

    Mir fehlen die "neuen" Gedanken. Ich habe abgegrast, dass der Sucht nicht mit Logik beizukommen ist und ich habe für mich (!) erkannt, dass der Alkoholkonsum lediglich ein Symptom ist.


    Tja, das ist aber überall so, oder?
    Irgendwann hat man alles "abgegrast", ist übrigens in Realen Gruppen auch nicht anders, finde ich, zumindest nach meiner eigenen Erfahrung.
    Ich glaube nicht, das es der einzige Sinn einer SHG ist, ein Lieferant für "neue" Gedanken zu sein.
    Dann würden ja viele nicht mehr hingehen, denn irgendwann hat man echt jeden Gedanken schonmal gelesen oder gehört.
    Ich habe hier wohl mittlerweile einige Tausend Geschichten gelesen, und manche Gedankengänge auch schon x-mal gehört.
    VIel Neues kommt da für mich nun auch nicht mehr rüber.

    Zitat

    Kann es nicht auch Sinn sein, hier zu schreiben, um anderen Menschen zu helfen oder ist so eine Motivation unlogisch?


    Karsten, für mich war es sogar der Grund, mich hier damals anzumelden. Ich war da ja schon ca.4 Jahre trocken.
    Ich wollte anderen gern helfen, aus der Suchtspirale wieder rauszukommen.
    Denn ich habe auch viel Hilfe bekommen, erstmal damals im KH, wo die Ärzte um mein Leben kämpfen und mich danach die Pflegerinnen und Pfleger wieder aufpäppelten.
    Danach fand ich zu meiner sehr guten Hausärztin, die sich mit unserer Krankheit sehr gut auskennt und wo ich mich immer gut aufgehoben fühlte.
    Und last but not least hatte ich auch meine gesamte Familie hinter mir.
    Auch bei meinem Arbeitgeber gab es ein Suchtberatung mit speziell dafür ausgebildeten Suchthelfern und Psychologen.
    Ich habe also wirklich viel Hilfe bekommen und ich wollte einfach gern etwas davon "zurück geben".
    Das ich hier selbst auch nochmal Hilfe finden würde und eine tolle Gruppe, das kam mit der Zeit dann dazu.

    Wenn ich nur was "haben" will, sprich, hier was abgrasen will, dann finde ich das recht egoistisch und so funzen Gruppen auch nicht, denke ich.
    Und wenn ich dann alles sozusagen "weiß", was relevant für mich ist, dann gehe ich wieder, weil ich bekommen habe, was ich wollte?
    Tja, aber in diese Richtung entwickelt sich unsere Gesellschaft leider immer mehr... nur werde ICH dabei nicht mitmachen.
    Wenn ich in eine Gruppe gehe, dann bin ich ebenso bereit, etwas zu geben. Und nicht nur, um was haben zu wollen.
    Der Nazissmus und die Ich-bezogenheit greifen leider immer mehr um sich.
    Viele denken nur noch an sich, sind sich hauptsächlich selbst der Nächste.
    Ich kanns auch nicht ändern... aber ich persönlich mache da nicht mit. Und einge andere auch nicht.

    LG Sunshine

    Zitat

    Falls ein Frischling hier mitliest: Wer eine Beschäftigung sucht und dem beim Tagebuchschreiben nie etwas einfällt oder dem Zeichnen zu schwer ist, sollte sich mal mit Zentangle probieren. Bin durch Zufall darauf gestossen, ich habe diese Art von Malen/Zeichnen jetzt auch nicht weiterhin verfolgt aber mir aber gedacht dass dies eine sehr nette Beschäftigung für frische Abstinenzler ist um sich abzulenken

    Hallo Mario, Danke für diesen Tipp ! :D
    Ich hoffe, "alte Hasen" dürfen auch mal diese Maltechnik ausprobieren... denn ich habe mir schon die nötigen Malutensilien besorgt :)
    Mich spricht diese Maltechnik sehr an und mir schweben auch schon so einige eigene Motive vor.
    Und mal schauen, ob es wirklich so entspannend ist wie versprochen :wink: oder ob ich nach 3 Fehlversuchen entnervt die Fineliner an die Wand werfe :lol:

    LG Sunshine

    Regelungen wie das Umgangrecht mit den Kindern werden am besten über das Jugendamt geregelt, wenn keine zielführenden Absprachen mehr unter den Eltern möglich sind.
    Das ist nicht selten so, da Trennungen oft "im Bösen" geschehen und dann keine vernünfitigen Gespräche mehr unter den Ex-Partnern möglich sind.
    Das Jugendamt ist hierfür dann Ansprechpartner, um entsprechende Regelungen zu finden und es bietet auch selbst Hilfe an.
    Beispielsweise kann ein Mitarbeiter bei den ersten Treffen betreuend dabei sein, wenn man der Meinung ist, das der andere Elternteil das nicht kindgerecht hinbekommt.
    Wenn Du ein ungutes Gefühl aufgrund der Alkoholerkrankung Deines EX hast, musst Du das Kind nicht rausgeben. Sprich, wenn er offenbar angetrunken ist.
    Dann hast Du gute Gründe, an diesen Tagen das Treffen nicht zuzulassen.
    Was allerdings nicht geht, das ist, einem Elternteil dauerhaft ein gemeinsames Kind zu entziehen, weil man in seiner persönlichen Eitelkeit durch eine Trennung oder ähnliches gekränkt ist. Aber das macht einem das Jugendamt auch ziemlich schnell klar. :wink:
    Denn es heißt nicht umsonst "Jugendamt", und nicht "Elternamt".
    Erwachsene Menschen müssen sich für ihre eigenen Probleme andere Anlaufstellen suchen. Die aber auch beim Jugendamt oft erfragt werden können.

    Man kann also auch aufgrund von Sucht-Erkrankungen keinem grundsätzlich das Umgangsrecht mit seinem Kind verweigern.
    Denn auch hierbei handelt es sich nun mal um KRANKHEITEN, auch wenn manche CO`s das nicht einsehen bzw,. nicht gern hören wollen.
    Du musst aber Dein Kind keinesfalls einem offensichtlich angetrunkenen Vater überlassen, das wäre ja geradezu fahrlässig.
    Und bitte tue das auch nie, denn wenn dann irgendwas passiert, würdest Du Dir das selbst im Leben nicht mehr verzeihen können.
    Mal von Schaden für das Kind ganz abgesehen.

    All diese Dinge kannst Du beim Jugendamt ganz offen ansprechen, auch Deine Ängste schildern. Es werden dann zusammen Lösungen gefunden.
    Und es ist oft auch gut, wenn sich die Eltern über das Jugendamt miteinander unterhalten, denn dort benimmt man sich üblicherweise nicht wie die Axt im Walde, bzw. wird das dort auch gar nicht geduldet.
    Die Leute machen ja sowas meist auch nicht erst seit gestern und kennen alle möglichen Situationen.

    LG und alles Gute !!
    Sunshine

    Ich machs mal kurz, Hull.
    Wir hier sind eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe aus ganz unterschiedlichen Gesellschafts-und Bildungsschichten und jeder
    hier schreibt so gut wie er kann.
    Es geht hier gar nicht um Orthografie oder anderweitigen persönlichem Schreibstil, sondern wir sind hier zusammen gekommen, um uns in unserer Krankheit zu unterstützen und uns darüber auszutauschen.
    Dieser Umstand scheint Dir mitunter abhanden zu kommen.

    Ich sag Dir mal was, mein Lieber:
    Wirklich intelligente Menschen, die auch noch mit einer Portion Menschlickeit gesegnet sind, erwähnen sowas nicht mal.
    Sondern schauen großzügig darüber weg, denn es ist viel wichtiger, WAS der andere sagen will, und nicht WIE er das tut.
    Ich habe hier auch schon verhunzte Sprichwörter gelesen und wer weiß was.... und mußte dann auch manchmal innerlich
    etwas schmunzeln, aber selbst das ist Mist (auch wenns manchmal echt lustich war :wink: )
    Und die "Generation Smartphone" haut zusätzlich auch noch Sachen raus, die dann hier plötzlich ungewollt stehen und nicht
    mehr auf die Schnelle korrigierbar sind.
    Meine Spezialität sind übrigens Vertipper :wink:
    Sowas kann man ganz einfach auch mal mit innerlichem Humor nehmen, ohne das hier überhaupt groß zum Thema zu machen.
    Darin zeigt sich wirkliche innere Größe.

    Das was Du hier gerade abziehst, hat etwas beleidigendes. Warum machst Du das ?
    Weil Du eh grad auf dem Absprung bist und nun noch loswerden möchtest, was Du "immer schon mal sagen wolltest"?
    Schade eigentlich, ich hätte etwas mehr von Dir erwartet.
    Aber es scheint wirklich zu viel erwartet, kann man nix machen...

    Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute in Deinem hoffentlich weiterhin trockenen Leben.

    LG Sunshine