Hallo Carl-Friedrich,
ich kann gut Deine Gedanken nachvollziehen.
Ich muss zugeben, mich langweilten die immer gleichen Geschichten in meiner
realen Gruppe auch immer mehr.
Mir war so, als hätte ich alles schon mind. tausendmal gehört und ich kanns mir auch beim ersten Mal merken.
Ich empfand es am Ende so, das ich dort nur noch meine mir kostbare Zeit verbrenne (damals war ich auch noch in Vollzeit berufstätig),
aber nichts mehr für mich mitnehmen kann.
Und auf die gefühlt hundert Freitzeitangebote der Gruppe hatte ich auch keine Lust.
Mir war das alles zu viel und ich war auch genervt von einigen Leuten, die immer nur redeten, aber nie handelten.
Ich litt geradezu, wenn ich da wieder in der Gruppe saß und draussen schönes Wetter war und ich so gern meinen Interessen nachgegangen wäre
anstatt mir zum x-ten Mal die immer gleichen Probleme anzuhören.
Dann bin ich da ausgestiegen... und ich fühlte eine Riesen-Erleichterung, das ich diese Konsequenz gezogen hatte.
Ich fühlte mich endlich wieder frei.
Tja... so war das bei mir mit der realen Gruppe...
ZitatNach einer 3/4 Stunde zieht es dann die Nikotinsüchtigen vor die Tür, um ihrer Sucht zu frönen,
während der Rest auf sie warten darf. Was die Nichtraucher, die in der Minderheit sind, von dieser Nummer halten, interessiert die Qualmer überhaupt nicht.
Der Leiter der SHG fragt nur schelmich: "Zigarettenpause?" Und schon stürmen sie raus.
Das finde ich derart paradox, das ich das wohl sehr kritisch angesprochen hätte.
Schelmisch nach einer Zigarettenpause fragen ???
HALLO.... GEHTS NOCH ???
Rauchen ist auch eine Sucht !!
Und in einer Selbsthilfegruppe wird Rauchen eher schelmisch getrachtet?? ![]()
Das ist doch total widersinnig... warum fragt der Gruppenleiter nicht gleich "schelmisch", ob man sich nich ne Pulle Bier aufmachen sollte??
Also neeee.... ich kann sowas nicht nachvollziehen.
Liegt wahrscheinlich daran, das ich nun schon lange keinerlei Drogen mehr zu mir nehme einschließlich Nikotin und Koffein.
Ich wollte ein WIRKLICH drogenfreies Leben und nicht statt Alk nun ner anderen Droge (weiterhin) zu frönen.
Und Nikotin und Koffein sind nun mal auch Drogen.
Es war nicht einfach, mit dem Saufen aufzuhören und Nichtraucherin zu werden war für mich eher noch schwieriger.
Aber wenn ich was will, dann werde ich mein Ziel erreichen, und mein Ziel war wirklich ein drogenfreies Leben.
Und mir gehts super damit ![]()
Ich würde IM LEBTACH nicht einsehen, warum ich auf Leute warten sollte, die erstmal ihrer Sucht frönen müssen, ehe sie weiterreden können.
Soweit kommts ja grad noch !
Wenn die weitersüchteln müssen, isses ihr Problem, aber sicher nicht meins.
Außerdem finde ich es unfair, das ein Großteil der Leute auf ein paar andere Leute warten muss, weil die rauchen müssen.
Fehlt mir einfach heutzutage das Verständnis für.
Selbst als ich noch rauchte, hätte ich sowas nicht gewollt und hätte es auch nicht okay gefunden.
Ich kann also gut verstehen, das Du auf die reale Gruppe kein Bock mehr hast.
Aber hast Du denn hier genug Austausch bezüglich Deiner Krankheit, Carl-Friedrich?
Im Erweiterten Bereich bist Du ja nicht mehr und hier gibst Du nur ab und an eine "Erfolgsmeldung" ab.
Wo gehst Du hin, wenn es Dir mal nicht gut geht?
Hast Du dann Ansprechpartner, beispielsweise andere trockene Alkoholiker?
Denn unsere Krankheit bleibt ja... wir können nicht einfach so tun, als wäre sie nicht mehr da.
Ich habe da halt auch ein bisschen Bedenken, denn soooo lange bist Du ja nun auch noch nicht trocken.
Ich will keinesfalls Deine bisherige Trockenheit auch nur irgendwie zeitlich abwerten !
Aber ich sehe schon einen Unterschied, ob jemand 2 oder 3 Jahre trocken ist oder 15 Jahre und mehr.
Hm.
Von daher kann ich Dir keinen Rat geben... kann nur gut verstehen, das Du auf die reale Gruppe gerade kein Bock mehr hast.
Du musst ja im Endeffekt eh selbst entscheiden, was Du machst.
Irgendwann muss wohl jeder selbst entscheiden, ob er noch weiter zur SHG gehen will oder eher nicht.
Ich hatte bisher auch ohne SHG nie Probleme bezüglich meiner Krankheit.
Ich habe allerdings auch außerhalb dieses Forums noch 2-3 Ansprechpartner, die ebenfalls trockene Alkoholiker sind.
Und ich kann mit Angehörigen und Freunden auch immer offen über alles reden. Habe mir da ein sehr stabiles Netz aufgebaut, denke ich.
Das alles ist ja auch nicht ganz unwichtig.
LG Sunshine