Beiträge von Sunshine_33

    Hallo Irene7,

    Mein ganz dringender Tipp an Dich:
    Breche den Kontakt komplett ab, lasse keine neuen Kontaktversuche mehr zu und bring Dich in Sicherheit !
    Ansonsten geht das immer so weiter und es wird noch schlimmer als es jetzt schon ist.
    Wenn Dir also Deine Gesundheit und Du Dir selbst noch was wert b(ist), dann beende diese unglückliche Beziehung.

    Zitat

    Meine Frage an Euch ist, was ich tun kann um das durchzuhalten? Es ist nicht so, daß ich ihn im Stich lassen möchte.


    Du musst ÜBERHAUPT NICHTS durchhalten !
    Was soll das für eine Beziehung sein, wo man etwas "durchhalten" muss??
    Warum denkst Du, Du müsstest irgendwas durchhalten??

    Ihn nicht im Stich lassen wollen?
    Geht es da nicht eher darum, der eigenen Sucht zu frönen? Nämlich die der CO-Abhängigkeit?
    Das "Nicht-Loslassen-Wollen", die Angst, die Kontrolle über jemanden zu verlieren?
    Auch die Angst vorm Alleinsein vielleicht?
    Schau da mal bitte nach bei Dir innendrin :wink:

    Zitat

    Doch ich kann ihm nicht helfen und ich habe die kleine Hoffnung das er endlich was für sich tut, wenn er merkt,
    daß er mich sonst nicht wieder zurück bekommt, weil ich so nicht weiter machen kann und will.


    Die Hoffnuing knicke mal lieber gleich, das funzt nur in den allerwenigsten Fällen.
    Außerdem, wie stabil mag wohl eine mögliche Trockenheit sein, die man wegen dem Partner anstrebt und nicht für sich selbst?
    Das kannst Du Dir selbst ausrechnen.
    Mit DIR dürfte also eine Trockenheit überhaupt nix zu tun haben, sondern die müßte er schon selbst so wollen und das mit allen Fasern seines Herzens, sonst wird das nix.

    Zitat

    Inwieweit kann ich ihm entgegenkommen, ohne ihm zu vermitteln das er mit seinen Bemühungen wieder aufhören kann?

    Hieraus lese ich eindeutig, das Du ihn nicht loslassen willst.
    Ein kompletter Cut ist wohl dann noch ausgeschlossen für Dich?
    Gut, dann geht das so weiter wie bisher, wird eher noch krasser.
    Deine Entscheidung.
    Dann aber bitte auch nicht jammern, jeder hat die Wahl, sich sein Leben so zu gestalten, wie er möchte.
    Entschließt Du Dich für einen nassen Alkoholiker, entschließt Du Dich zugleich für die Hölle auf Erden.

    Natürlich vermisst man einen geliebten Menschen, wenn man ihn gehen lassen muss.
    Aber das ist nicht das Ende der Welt !
    Dieser Schmerz wird vergehen, das kann ich Dir versprechen.
    Was ist Dir lieber?
    Dein Leben auch noch zu schrotten ? Reicht es nicht, wenn ein nasser Alkie seins schrottet?

    Dein XY kann ja trocken werden, wenn er das so will.
    Alle Ärzte haben heute offen, er braucht nur anzurufen, einen Termin machen und kann da heute noch hin im Idealfall !
    Alle Suchtberatungsstellen haben heute geöffnet, ein einfacher Anruf genügt und er bekommt einen zeitnahen Termin, vielleicht noch heute oder morgen !
    Wenn er wollte, könnte er also SOFORT was tun gegen seine Alkoholsucht !!
    Und zwar ohne Dich, Du hast damit nix zu tun !
    Und, hat er was entsprechendes in die Wege geleitet??
    Nicht?
    Dann weißt Du Bescheid.

    Irene, ein Eingeständnis, ein Alkoholproblem zu haben, bedeutet im Grunde noch GAR NIX !
    Da wird im Endeffekt vielleicht noch Jahre bis Jahrzehnte weiter gesoffen.
    Ich wußte längst, das ich ein akutes Alkoholproblem habe, und ich habe nichts dagegen getan !
    Weil ich zu feige war, weil ich mich schämte, weil ich Angst vor Veränderungen hatten und vieles mehr...
    Ein Eingeständnis ist in meinem Augen ein erster Mini-Schritt... dem aber oftmals nicht mal andere folgen.
    So siehts doch leider mal aus.
    Tun kommt von TUN, und Gelaber und Eingeständnisse haben noch nix mit TUN zu tun :wink:

    Lauf Du lieber, so schnell und so weit Du kannst, und dreh Dich nicht mehr um und reagiere auch nicht auf die üblichen Manipulationen.
    Wenn er trocken werden wollte, kann er sich ja in nem halben Jahr nochmal melden, oder ?
    Kümmere Du Dich bitte jetzt mal um DICH !!
    Denn dafür ist dieses Forum da, und nicht etwa dafür, Ratschläge zu geben, wie man mit saufenden Partner umgehen könnte !
    Hier geht es nur um DICH und um niemand anderen.
    Nutze bitte dieses Angebot :wink:

    LG Sunshine (Alkoholikerin)

    Hallo Kürbiskopf,
    wie wäre es, wenn Du Dich erstmal um Dich selbst kümmerst und er sich um sich selbst?
    Wenn er das alles machen will, ist es ja gut.
    War er denn beim Arzt? Oder ist das nur ein Plan?

    Wie auch immer, was hast Du denn die nächste Zeit vor?
    Jetzt mal unabhängig vom XY...
    Gibt es Pläne, was Du machen willst? Schon evtl. den Urlaub geplant?
    Oder hast Du was anderes nettes in der nächsten Zeit vor?

    Warum Dein XY so merkwürdig war, weiß ich auch nicht, keine Ahnung.
    Kenne ihn ja nicht.
    Soll hier aber auch nicht unbedingt das Thema sein, es ist ja DEIN Thread und da sollte es ja um Dich gehen.

    Wenn er trocken werden möchte, ist das ja wunderbar.
    Und ich wünsche ihm natürlich auch von Herzen, das er es schafft.
    Was spricht dagegen, in einem halben Jahr nochmal mit ihm zu reden?
    Vielleicht gibt es ja irgendwann nochmal eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft, wer weiß das schon?
    Vielleicht bist Du aber bis dahin schon so weit weg von ihm, das Du gar nicht mehr interessiert bist...
    Und in dieser Zeit könntest Du Dich auch um Deine Angelegenheiten in Ruhe kümmern, beispielsweise um Deine CO-Abhängigkeit.
    Denn die ist ja unabhängig vom XY weiterhin da, wenn Du nichts dagegen tust... und dann ist die Gefahr groß,
    erneut in so eine Abhängigkeits-Beziehung zu rutschen.

    LG Sunshine

    Hallo Kürbiskopf,
    ich denke, Du überschätzt Deinen Einfluss auf Deinen XY. :wink:

    Zitat

    Ich glaube, dass genau diese konsequente und distanzierte Art von mir ihm vl.die Augen geöffnet hat.


    Nur, wenn er wirklich hinsehen will... ansonsten: Nö.
    Ich hätte Dir alles erzählt, was Du nur hören willst... als ich noch gesoffen habe.
    Ich hätte Dir sogar Einsicht suggeriert (die war sogar manchmal wirklich da)
    Ich hätte Dir auch alles versprochen, was Du hören willst.
    Aber nix davon gehalten, ich hätte trotzdem weiter gesoffen. Habe ich ja auch.
    Ich hätte so getan als ob... denn welcher nasse Alkie verliert schon nen guten und vor allem funktionierenden CO?

    Kurzum, Du kannst tun und lassen,was Du willst, ein nasser Alkie wird weiter saufen, wenn er das so will. Und nix anderes.
    Auch differenziertes Verhalten gehört dazu, auch das verändert wenig bis nix, kann man hier übrigens auch immer wieder nachlesen.
    Die Chance, das sowas einen nassen Alkie wachrüttelt, halte ich zwar für vorhanden, aber für sehr gering.
    Eher wird sich der Alkie erstmal anpassen und nach neuen Wegen suchen, um den CO zu halten.
    Ich würde bei Dir jetzt schon ausreichend Ansatzpunkte dafür finden, obwohl ich Dich nicht mal kenne. :wink:
    Ich nenne mal Gutgläubigkeit, Naivität unserer Krankheit gegenüber und Deinen Glauben an Deine Allmacht, irgendwas dagegen ausrichten zu können, mit entsprechenden Verhaltensweisen.
    An diesen Knöpfen gezielt und geschickt gedrückt funzt Du wieder wie gehabt.
    Nasse Alkies sind vielleicht versoffen, aber sicher nicht blöd und sie kenne die Knöpfe für mögliche Manipulationen sehr genau !
    Einstweiliges "nicht-mehr-melden" erscheint auch noch sinnvoll, denn das würde Dir auch nicht gefallen, weil Du ja dann nix mehr kontrollieren könnest, oder? 8)
    Da würde ich, wenn alles nix hilft, einfach abwarten als nasser Alkie. :wink:
    Der CO meldet sich schon wieder.... es sei denn, er will wirklich seine Rolle aufgeben und daran arbeiten.
    Wollen die meisten aber gar nich, die wollen nur, das der Alkie aufhört zu saufen und dann wird alles gut.
    Wirds aber leider nicht auf diese Art... denn dann müßten schon beide stark an ihren eigenen Abhängigkeiten arbeiten, der Alkie ebenso wie der CO.
    Dann gäbe es evtl. ne Chance.
    Denn ein trockener Alkie kann kann sicher keinen funktionerenden CO mehr an seiner Seite gebrauchen, das könnte sogar gefährlich für die eigene Trockenheit werden in gewissen Fällen.
    Ein trockener Alkoholiker wird auch meiner Erfahrung nach sein Leben wieder in die eigenen Hände nehmen wollen, auch damit kann ein CO mitunter sehr schlecht umgehen.
    Von daher... es müßten Beide an der Sache arbeiten...loslassen gehört im übrigen dann auch dazu :wink:
    So oder so...

    Wie kannst Du erkennen, das der XY nun wirklich was ändern will?
    Indem er Dir konkret sagt, was er vor hat.
    Sprich, einen Entgiftungstermin in der Klinik nennt... und welche weiteren Hilfeangebote er wahrnehmen will.
    Alles andere ist nur Schall und Rauch.
    Da brauchst Du also nix drauf geben, weil das nur uninteressantes Gequassel ist.
    Kurzum, nur Taten zählen, und keine Worte.

    LG Sunshine
    (Alkoholikerin)

    Hallo Alkoholkrank,

    Zitat

    Denke nur, richtig trocken bin ich erst, wenn ich (gelernt habe) nichts mehr (zu) vermisse(n), statt (immer wieder) kurzfristig zu verzichten.

    Ich habe mich anfangs von einer Stunde zur anderen gehangelt in der Entgiftung.
    Auch nach der Entgiftung dachte ich erstmal nur im 24-Stunden Takt.
    Es wurden Wochen daraus und irgendwann Monate.
    Mittlerweile sind es 14 Jahre :)
    Trocken werden ist für mich eine Entwicklung, die sich nicht über Wochen und Monate erstreckt, sondern über viele Jahre.
    Und in dieser Zeit baut sich auch bei den meissten eine zufriedene, trockene Stabilität auf.
    "Richtig trocken sein"... ich halte von solchen Abstufungen nicht so viel, das hört sich für mich schon wieder so nach "besserer" und "schlechterer" trockener Alkoholiker an.
    Ich mache solche Abstufungen nicht, wir haben alle die gleiche Krankheit.
    Sicher, einige sind auch schon stabiler oder ganz stabil in ihrer Trockenheit, daran glaube ich.
    Aber ich weiß auch, das auch langjährig Trockene rückfällig werden können.

    Bei mir haben sich Entwicklungen auch teilweise "von selbst" vollzogen, ohne das ich da hammerhart dran arbeiten mußte.
    Mein Leben ohne Alkohol ist wieder so schön geworden, wenn ich das nicht bemerkt hätte, wäre ich ja blind gewesen.
    Je länger ich trocken war, desto geordneter lief mein Leben wieder ab, und ich konnte mich immer mehr auch wieder auf mich selbst verlassen.
    Konnte wieder alles tun, wo ich vorher durch die Droge eingeschränkt war und auch das bemerkte ich schnell.
    Kurzum, durch all die positiven Veränderungen, äußerlich wie auch innerlich, konnte ich eine stabile und sehr zufriedene Trockenheit erreichen.
    Ich mußte mich im Grunde ja nur auf das alles einlassen, die vielen Vorteile der Trockenheit erkennen und auch genießen lernen.
    Der Rest tat sich auch etwas unbemerkt beinah wie von allein.

    Wenn ich aber nix zulasse, jeder Veränderung möglichst aus dem Weg gehe und für nix offen bin, wird das schon schwieriger.
    Da sehe ich dann schlechtere Chancen für eine zufriedene Trockenheit.
    Und ich finde es auch manchmal regelrecht schade, das Chancen nicht genutzt werden, weil sie so viel Potential in sich haben.

    Kurzum, der Aufbau einer stabilen und zufriedenen Trockenheit ist ein Entwickungsprozess.
    Das geht nicht von heute auf morgen.
    Und ich weiß auch nicht, ob man das willentlich für sich selbst beschleunigen kann?
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht :wink:
    Bleib einfach am Ball und warte auch mal geduldig ab, was passiert.
    Die Verzichtsgedanken relativieren sich normalerweise auch immer mehr.
    Bis Du es irgendwann vielleicht sogar als BEREICHERUNG sehen kannst, nicht mehr trinken zu müssen.

    Bei mir ist das jedenfalls so.
    War es allerdings auch schon nach wenigen Tagen...
    Aber das liegt eher daran, das ich mich beinah totgesoffen habe und mir der ernst der Lage ganz genau von ärztlicher Seite geschildert wurde.
    Für mich gab es nur noch die Wahl zwischen Leben (ohne Alkohol) und Sterben durch totsaufen.
    Ich glaube, mir wären Verzichtsgedanken in dem Moment eher wie "Luxusgedanken" vorgekommen, mit sowas habe ich mich gar nicht groß beschäftigt.
    Ich hatte anderes zu tun, um überhaupt die erste Zeit über die Runden zu kommen.
    Aber bei mir war das alles auch etwas extrem, ich hatte mich bereits so runtergesoffen und war an einem Punkt, von dem hier einige noch ziemlich entfernt sind (zum Glück entfernt sind !!)
    Da sind dann die Gedanken vielleicht auch etwas anders, wenn es nur noch um das nackte Überleben geht.

    LG Sunshine

    Ja ich weiß wie Du es AUCh meinstest, Karsten.

    Zitat

    Wenn ich hier von "normal" lese, sehe ich fast immer den Wunsch, normal leben zu wollen, ohne sich Gedanken über die eigene Alkoholkrankheit machen zu müssen.


    Ja ich weiß.
    So ein Leben habe ich ja auch nicht, natürlich ist meine Krankheit ein Bestandteil meines Lebens, denn sie ist und bleibt da.
    Ich habe mir ja viele Gedanken bezüglich meiner Krankheit gemacht und mache sie mir auch immer noch, sonst könnte ich hier kaum authentisch schreiben.
    Aber es gibt auch eine Leichtigkeit in mir, TROTZ meiner Krankheit, die lastet nich schwer wie Blei auf mir.

    Zitat

    Also auch an allen Dingen teilnehmen zu wollen, die scheinbar normal lebende Menschen auch tun, aber eben einfach nicht zu saufen.


    Ich mache ganz viele Sachen, die ganz normal sind :lol: Ohne zu Saufen.
    Ich habe mir aber auch ein entsprechendes Umfeld geschaffen, wo andere sich eben nicht in meiner Gegenwart besaufen.
    Von daher kann ich da ganz leicht vieles so machen wie andere, Alk spielt da ja erst gar keine Rolle.
    Und auf Schützenfeste oder sonstige Saufveranstaltungen gehe ich seit dem ersten Tag meiner Trockenheit nicht mehr.
    Gibt mir nix, will ich nich, ist für mich nur verbrannte Zeit, die ich sehr viel schöner und bessere nutzen kann.
    Ich habe das nie vermisst.

    Zitat

    Auch bei einem Arzt fordere ich eine Sonderbehandlung ein, dass auf suchtgefährdete Medikamente usw. verzichtet wird.
    Es gibt tägliche Situationen, wo meine Krankheit zum tragen kommt.
    Beim einkaufen ( Zutatenliste anschauen ), beim essen gehen ( nach Alkoholgehalt fragen ) und viele andere Dinge, die ich nie vergessen sollte.

    Hm, das sehe ich nicht ganz so...
    Ich gehe nicht täglich zum Arzt. Und ich kaufe auch nicht täglich neue Sachen ein, wo ich die Inhaltsstoffe nicht kenne.
    Ich kaufe außerdem fast nie vorgefertigte Lebensmittel, aber das nur mal am Rande.
    Und ich gehe auch nicht jeden Tag im Restaurant essen, das kann ich mir nich leisten :lol:

    Gehe ich aber zum Arzt, kennt der entweder meine Vorgeschichte oder ich weise selbstverständlich darauf hin.
    Kaufe ich ein Lebensmittel, was ich nicht kenne, schaue ich automatisch auf die Zutatenliste.
    Gibt es im Restaurant Zweifel über den evtl. Alkoholgehalt einer Speise, frage ich auch nach.

    Das alles ist aber bei mir in den vielen Jahren auch in Fleisch und Blut übergegangen und somit auch keine große Bemühung für mich.
    Anfangs war das aber anders, auch klar.
    Da musste ich ja all das erstmal erlernen und es erfordert ja auch Anfangs Mut, zu seiner Krankheit zu stehen.

    Ich will nur Mut machen, das unsere Krankheit nicht nur eine schreckliche Belastung ist, die schwer zu tragen ist.
    Für mich ist sie das wirklich nicht.
    Anfangs ist alles schwer, das weiß ich ja aus eigener Erfahrung.
    Aber es wird auch mit der Zeit immer leichter... AUCH wenn man sein restliches Leben Risikominimierung lebt, so wie ich das ja auch tue.
    Das behindert mich aber nicht in meinem Leben !
    Und es ist auch keine Qual oder eine schwere Last.

    Ich bin Alkoholikerin, JA !
    Ist völlig okay so, ich hadere damit nicht... da sind keine Fragen mehr a la "wieso ich?" und blabla...
    Es IST EBEN SO und bleibt auch so. Macht aber nix. Es ist alles gut so.

    Ich darf mich aber trotzdem frei und sicher und auch unbelastet fühlen und das tue ich auch einfach.
    Und ich darf mich auch sicher fühlen mit mir selbst, das erlaube ich mir wirklich und auch ganz bewußt.

    Mir ist aber auch klar, das ich auch rückfällig werden kann.
    Aber dieses Wissen geistert nicht mehr als Dauer-Schreckensgespenst durch mein Leben.
    Das ist schon lange vorbei. Und so würde ich auch nicht leben wollen, is einfach so.

    LG Sunshine

    Hallo Rattenschwanz,

    Zitat

    Schön ist das „Normale“ am Leben ohne Alkohol. So oder so ähnlich hab ich das vorhin bei „Silberkralle“ gelesen.


    Dazu habe ich schon bei Matthias geschrieben. Ich empfinde diese Normalität, die er vielleicht auch meint, als großes Glück.
    Denn ich hatte mir diese Normalität so sehr gewünscht, als ich noch gesoffen habe.
    Keine Alk beschaffen mehr müssen, kein heimliches Trinken mehr, keine Lügen mehr. DAS ist das, was ich mit "normalen Leben" meinte.
    Denn das alles empfand ich als gar nicht mehr normal. Es war eine unendliche Qual für mich geworden.

    Zitat

    Für einen Gesunden ist das normal aber ist das denn ein normales Leben so als Alkoholiker ohne Alkohol?


    Ist es denn überhaupt "normal", Alkohol zu konsumieren?
    Nur weil es viele tun, ist es wohl dem Wort nach "normal", aber ich persönliche finde es ziemlich krank, immer und immer wieder Drogen zu konsumieren.
    Und das dann auch noch als "Genuss" zu verschleiern.
    Gibts eigentlich noch mehr Selbstlüge?

    Ich kann nur für mich sprechen, aber mein Leben ist wieder völlig normal für mich geworden. Auch als Alkoholikerin.
    Ich bin nicht viel anders als andere Menschen, das empfinde ich zumindest so.
    Meine Krankheit kommt "nur" hinzu, das ist für mich im Grunde schon alles.
    Andere Menschen haben auch Krankheiten, viele davon auch chronische, genau wie ich. Deshalb stehen ich/wir doch aber nicht außerhalb der allgemeinen Gesellschaft.
    Ich zumindest habe das noch nie so empfunden.

    Zitat

    und das geht nun trotzdem schon über 4 Jahre gut – aber irgendwo ist ein ständiges bewusstes Aufpassen da, dass ich nicht aus Versehen oder Dummheit oder Leichtsinn oder … irgendwo „rein trete“ wo es für mich brenzlig werden kann. Ja bewusst im Unterbewusstsein wenn es sowas gibt. Und das belastet mich manchmal schon. Schön wäre es wenn ich mal überhaupt nicht mehr dran denken würde/bräuchte, ob der Alk nicht doch irgendwo lauert. Das wär für mich normal. (Jetzt ist es manchmal Kampf und Krampf.)

    Da wo Du jetzt stehst, Rattenschwanz, das ist noch nicht das Ende Deiner Entwicklung, auch nicht das bezüglich Deiner Alkoholkrankheit :P
    Auch wenn Du das jetzt vielleicht nicht so gern hören magst und es sich vielleicht sogar etwas überheblich anhören mag, da kann sich noch so einiges tun.
    Ich bin nächsten Monat 15 Jahre trocken und in all den Jahren habe ich mich immer weiter entwickelt, auch bezüglich unserer Krankheit.
    Die größten Schritte habe ich ganz sicher am Anfang gemacht.
    Aber später auch noch viele kleine, um meine Trockenheit zu stabilisieren.

    Ich habe nicht mehr dieses Gefühl, das ich mich immer ein bisschen unsicher fühle, oder gar das Gefühl STÄNDIG aufpassen zu müssen.
    Das würde mich geradezu irre machen und wenn das der Preis für die Trockenheit wäre, wäre er mir evtl. auch zu hoch gewesen?
    So ein weiteres Leben in ständiger Angst und Unsicherheit wäre für mich nicht lebenswert gewesen.
    Ich kenne aber diese Ängste und Unsicherheiten durchaus aus den ersten Jahren meiner Trockenheit !

    Ich denke, ich habe in den letzten beinah 15 Jahren an meiner Trockenheit gearbeitet
    und auch immer wieder nachgearbeitet und mir ein stabiles Fundament aufgebaut mit zusätzlichen stabilen Haus drauf.
    (Und ich habe auch einige brenzlige Situationnen gemeistert, in die ich trotz Grundbausteine schlidderte)
    Und DARAUF vertraue ich AUCH und ich vertraue auf mich selbst.
    Das erlaube ich mir einfach. :)

    Ich fühle mich auch nicht belastet durch meine/unsere Krankheit. Gar nicht. Es gibt Tage und auch mal Wochen, da denke ich gar nicht groß dran.
    Und Ja, ich bin trotzdem immer noch trocken ! :shock:

    Karsten schrieb:

    Zitat

    Vielleicht sind da ja unterschwellig solche Gedanken, einfach "normal" leben zu wollen.
    Wie gesagt, aus meiner Sicht der erste Schritt zum Rückfall.

    Dann müßte ich aber schon lange wieder saufen, Karsten :wink:
    Denn ich lebe ganz normal.
    Keinen Alkohol zu trinken IST für mich in meinem normalen Leben ganz normal geworden.
    Meine Krankheit ist mir bewusst, das ganz ohne Frage und ich reflektiere mich auch selbst regelmäßig diesbezüglich.
    Aber ansonsten ... führe ich meiner Meinung nach ein stinknormales Leben... mit mir selbst, meiner Familie, meinen Freunden...
    Auch dreht sich mein Leben nicht nur um meine Krankheit, da gibt es noch so viel mehr, was auch gelebt werden will.

    Was würde mir ein Leben bringen, in dem sich alles nur noch ohne Ausnahme um meine Krankheit dreht?
    Für mich wärs nix, muss ich echt sagen. Das wäre MIR definitiv zu wenig.

    In meinem Beitrag mag sich einiges widersprechen :wink: oder vielleicht zumindest so rüber kommen.
    Ich persönlich empfinde es nicht als Widerspruch, für mich fühlt es sich nicht so an.
    Ich bin "sowohl als auch"... sozusagen :lol:
    Ich bin zwar alkoholkrank, aber trotzdem auch ein ganz normaler Mensch.
    So könnte man es vielleicht sagen?
    Ich kann mit diesem eventuellen Wideerspruch sehr gut leben, auch, weils für mich ja keiner ist :wink:

    LG Sunshine

    Zitat

    das is grade das worüber ich mich am meisten freu - das normale.


    Das kann ich gut verstehen, Matthias.
    Als ich noch gesoffen habe, habe ich mir nix anderes als ein normales Leben gewünscht !
    Nix Besonderes, einfach nur nicht mehr saufen müssen und ein ganz normales Leben führen können, mit meiner Familie und meinen Freunden, Kollegen und Bekannten.
    Heute habe ich das und bin unendlich dankbar dafür, immer noch.

    Für mich ist es heute auch völllig normal, ein alkoholfreies Leben zu führen.
    Alkohol zu konsumieren halte ich dagegen gar nicht für "normal", grundsätzlich nicht, egal wer ihn konsumiert.
    Ich empfinde sogar diese alkoholgetränkte Gesellschaft als völlig verdrehte Welt.
    Ich nehme an diesem Leben nicht mehr teil und bin froh und glücklich damit.
    Könntest mir sonstwas anbieten, ich würde nicht tauschen wollen :)
    Selbst wenn mir jemand sagen würde, Du kannst ab jetzt wieder "kontrolliert" Alkohol trinken... ich würde sagen "och nööö, lass ma, bin nicht interessiert" :P

    LG Sunshine

    Ah so, verstehe Karsten.
    Ich hatte die größeren Zeiträume zwischen den einzelnen posts jetzt gar nicht so gesehen.
    Ja richtig, eine SHG lebt vom regelmäßigen Austausch, ist ja in "realen Gruppen" auch nicht anders.
    Würde da jemand auch nur 1x im Monat oder noch seltener erscheinen, würde auch in meiner ehemaligen nachgefragt werden, da bin ich mir sicher.
    Ist dann so ein bisschen wie "Willste Dich hier nun regelmäßig austauschen oder eher nich?"

    Außerdem kann man wirklich schlecht sehen, wo jemand steht, wenn es nur so einen kurzen wöchentlichen Abriss gibt.
    Und so könnte man dann auch niemanden auf mögliche Gefahren hinweisen, in die er/sie sich evtl. hineinmanövriert.
    Das ist natürlich ein großer Nachteil, wenn man sich nicht häufiger und ausführlicher austauscht.

    Wie siehst Du das für Dich, Frank?
    Siehst Du keine Vorteile für Dich in einem regeren und ausführlicheren Austausch?

    Ich will nicht den Teufel an die Wand malen, sowas lliegt mir total fern.
    Aber es gibt auch den Spruch: "geh in die Gruppe, wenn es Dir nicht gut geht. Und laufe in die Gruppe, wenn es Dir zu gut geht".
    Ich persönlich mag diesen Spruch nicht besonders, weil ich ihn ein bissle blöd finde.
    Was soll denn schlecht daran sein, wenn es mir gut geht?
    Andererseits weiß ich aber auch, was damit gemeint ist.
    Wenn es einem zu gut geht, neigt man eher dazu, leichtsinniger zu werden.
    Dann ist die Bodenhaftung, die man auch besonders immer wieder in der SHG findet, einfach wichtig.

    Und in meinem Fall ist der Spruch auch nochmal besonders zutreffend, weil ich auch (unter anderen) eine i-Tüpfelchen-Trinkerin war.
    Sprich, ich wollte schöne Situationen immer noch durch Alk toppen.
    Da muss ich also auch aufpassen, das es mir zwar gut geht, aber nicht so, das ich leichtsinnig werde und die alten Mechanismen wieder anspringen können.

    LG Sunshine

    Öööhm, das verstehe ich jetzt nicht, Karsten?
    Ist doch hier Fank`s Thread?
    Wo soll er das denn sonst schreiben?
    Oder bist Du misstrauisch, weil es ihm gut geht?

    Ich freue mich immer mit Dir, das es Dir gut geht, Frank.
    Und glaube das auch erstmal so.
    Warum auch nicht?
    Was würde es Dir persönlich bringen, hier Dein Leben geschönt darzustellen?
    Die Anerkennung anderer? Uninteressant. Zumindest nicht überlebswichtig :wink:

    Hier könnte ja jeder irgendwas schreiben, was komplett aus den Fingern gesogen wäre,
    das würde nicht rauskommen, wenn man es einigermaßen geschickt anstellt.
    Aber wozu? Das bringt doch niemanden etwas.
    Das einzige, was ich dabei zu verlieren hätte, sind 2 Minuten, in denen ich es las, mehr aber auch nicht.
    Und der Schreibende hätte auch keinen Gewinn dadurch, Lügengeschichten aufzutischen.

    Falls Deine Frage überhaupt in diese Richtung gemeint war, Karsten?

    Blauäugige Grüße :wink:
    Sunshine

    Danke Florena für Deinen Beitrag !
    Es ist wirklich so, wie Du es schreibst.

    Zitat

    Deine Kinder gehen an deiner Hand, an deiner Seite dorthin, wohin du sie führst. Entscheide dich für die richtige Richtung.

    Genau so ist das :(
    Kinder setzen ihr ganzes Vertrauen in die Eltern, sie haben noch keine anderen Vorbilder. Die gibt es erst sehr viel später.
    Und bei einem alkoholkranken Elternteil (in diesem Fall der Vater) können sie sich nur noch an die Mutter halten.
    Denn die Unzuverlässigkeit und die Vernachlässigung durch Seiten des Vaters merken sie ja auch.
    Hier müssen Mütter einfach die Verantwortung übernehmen, und auch den Hintern dazu in der Hose haben.
    Was für eine Alternative gäbe es denn sonst ?
    Ansonsten geht ja mit den Kindern auch alles den Bach runter :(

    Zitat

    Wenn du in 30 Jahren auf dein Leben zurückblickst, was glaubst du, woran würdest du dich lieber erinnern?
    An eine starke Frau in einer kleinen Wohnung, die ihren Weg gegangen ist und glückliche Kinder großgezogen hat, oder auf eine Frau,
    die an der zerrütteten Familie festgehalten hat, sehenden Auges betrogen und belogen wurde,
    Qual und Leid ertragen hat mit Kindern, zu denen sie vielleicht keinen Kontakt mehr hat weil sie einfach keine Antwort auf die Frage hat: Warum bist du nicht gegangen?

    Ja, so ist es doch.
    Das eigene Leben zerknallt, sich aufgeopfert für nix und wieder nix!
    Und als ob das nicht schon reicht, verliert man evtl. auch noch die Kinder.
    Also wenn das keine Horrorvorstellung ist, dann weiß ich nicht was.

    Und das alles nur, weil man nicht bereit war, mal WIRKLICH die Augen aufzumachen, das Schönreden sein zu lassen und auch nicht bereit war, Konsequenzen zu ziehen und für sich selbst (und die Kinder) einzustehen.

    Zitat

    Und mir wurde irgendwann klar, dass es eigentlich für meine Kinder unzumutbar ist und die "ich nehm ihnen den Vater"-Überlegung nichts als eine bequeme Ausrede dafür, dass ich nichts ändern muss.


    Ja.
    Außenstehende erkennen übrigens diese "Ausreden", meistens sogar recht schnell. Das ist ja relativ leicht durchschaubar.
    Aber man selbst will auch das nicht gern wahrhaben. Und dann geht auch noch nix in Sachen Veränderung.
    Ohne schmerzhafte Selbsterkenntnisse geht hier ebenso wenig wie in der Alkoholsucht.

    Zitat


    Du nimmst ihnen die Erfahrung, dass die Familienausflüge, auf die sie sich gefreut haben, kurzfristig ausfallen, weil Papa getrunken hat.
    Du nimmst ihnen die Erfahrung, dass Geburtstage, wenn überhaupt, nicht zu Hause gefeiert werden können,
    dass gar keine Freunde mehr kommen können, weil Papa getrunken hat. Du nimmst ihnen die Erfahrung, abends im Bett zu liegen, Papa schreien zu hören, Mama weinen zu hören.

    Genau so ist es Florena. :(
    Wenn man sich das mal so reinzieht, dann sieht man auch, wie unsinnig die "Ich nehme den Kindern den Vater"-Gedanken sind.
    Denn genau so, wie Du es schreibst, läuft es ja in den allermeissten Fällen ab.

    Zitat

    ER entscheidet, zu trinken. Ganz bewusst. Er entscheidet GEGEN all die schönen Seiten des Familienlebens, um seinen Suff ausleben zu können, ohne Rücksicht auf euch.

    Hier muss ich allerdings als selbstbetroffene Alkoholikerin widersprechen :wink:
    Alkoholismus ist eine KRANKHEIT, in der wir vieles nicht mehr allein entscheiden (können).
    Ein Nicht-Betroffener kann sich nicht vorstellen, wie es ist, trinken zu müssen.
    Derart abhängig von einer Droge geworden zu sein, das man wirklich denkt, man könne ohne sie nicht mehr (über)leben.
    Hätte ich die freie Entscheidung gehabt, in einem ganz nüchternen Kopf, dann hätte ich mich GEGEN die Sauferei entschieden.
    Ich war (und bin) aber ABHÄNGIG geworden, und dann ticken alle Uhren anders.
    In der Sauferei gibt es keine Logik mehr, und die Entscheidungsfreiheit ist stark bis komplett eingeschränkt.
    Natürlich, mich hat NIEMAND gezwungen, zu saufen.
    Keiner ist schuld daran, das ich es tat.
    Aber die Krankheit ist eben so, das man DOCH trinken MUSS.
    Die Zeit, als ich trinken musste, weil ich sonst auf Entzug kam und der ganz furchtbar war... diese Zeit war die schlimmste in meinem Leben.

    Nicht nur Angehörige leiden unter der Alkoholsucht der Betroffenen.
    Ab einem gewissen Zeitpunkt leidet ein Alkoholiker auch unendlich.
    Wir können auch nicht rund um die Uhr alle Gedanken abstellen und immer fröhlich weiter saufen.
    Ab dem Tag, wo man wirklich abhängig säuft, wird auch das eigene Leben zur unendlichen Qual.

    Zum Glück gibt es Wege aus diesem Elend !
    Aber nur, wenn man das wirklich will, es zur absoluten Prio1 macht und bereit ist, alles dafür zu tun.
    Eher gibt es keine Chance.

    Und Cielo, von dieser Erkenntnis ist Dein Partner noch meilenweit entfernt.
    Das kann also noch gut 10 jahre, oder 20 Jahre so weiter gehen, vielleicht säuft er sich irgendwann auch ganz einfach tot.
    Du entscheidest, ob Du dieses Leben willst!!
    Und Du entscheidest ebenso für Deine Kinder mit.

    Zitat


    Kinder gewöhnen sich schnell an neue Situationen.


    Auch das stimmt !
    Von daher zieht nicht mal das "ich reisse die Kinder aus dem gewohnten Umfeld und sie werden darunter leiden".
    Ich kann mich gut erinnern, als wir vom Dorf wegzogen in die Stadt.
    Weg von meinen Großeltern, weg von meiner Schule, weg von meinen Freunden und meinem gewohnten Umfeld.
    Für mich brach erstmal meine Welt zusammen, ganz klar.
    Aber... ich fand so schnell Freunde am neuen Wohnort, das die Traurigkeit schnell wieder vorbei war.
    Kinder stecken sowas normalerweise weg, ohne größeren Schaden zu nehmen.
    Kinder aber dauerhaft einem alkoholkranken Elternteil auszusetzen hinterlässt garantiert unvergleichlich höheren Schaden !
    Das ist mal sicher.

    LG Sunshine

    Hallo Cielo,

    Zitat


    habe ich nochmals meinen ganzen Mut zusammengenommen und gesagt, dass XY gehen soll...

    ...meinte er wenn ich nicht mehr glücklich bin soll ich es nur sagen, er geht dann. Dies war irgendwie in meinem Kopf verankert und nun heute morgen diese Aussage. ..

    .... und nun gerade ein Anruf von ihm, dass er nicht so einfach gehen wird, da die Wohnung auch ihm gehört und ich ihm alles "raube" was er liebt..

    Sorry, aber hast Du wirklich geglaubt, das ein nasser Alkoholiker einfach sein bequemes Leben und seine bequeme Unterkunft FREIWILLIG verlässt? :shock:
    Quatsch... das er damals sagte, er würde gehen, wenn Du es so willst, das hört sich für mich nur wie ne leichte Drohung an, nach mehr aber auch nicht.
    Ich glaube nicht, das er auch nur geringsten Anstalten machen wird, zu gehen, solange er noch irgendeine Hoffnung hat, das er Dich doch wieder belabern kann.
    Also rechne mal damit, das nun weitere, sicher auch härtere Geschütze aufgefahren werden.

    Bitte hole Dir weitere Hilfe hinzu, lasse Dich bitte von einem Anwalt beraten.
    Der kann auch weiteres für Dich in die Wege leiten und Du hast damit auch jemanden, der hinter Dir steht.
    Desweiteren ist es gut zu wissen, was auf Dich zukommt und zukommen kann.
    Sachliche Informationen sind immer besser als irgendwelche alptraumhafte Vorstellungen.

    Zitat


    denn vorher kam auch aufeinmal diese Angst in mir hoch: "Mensch was machst Du denn, zerstörst das Leben von XY und den Kindern". Keine Familie kannst Du zusammenhalten und die Kinder sind nun ohne Papa


    Das stimmt doch so nicht, Cielo, und das weißt Du auch.
    Ich lese da eher Angst heraus, nach der Ankündigung evtl. selbst gehen zu müssen, diemal wirklich Nägel mit Köpfen machen zu müssen.
    Kann ich nachvollziehen, das man kalte Füße bekommt, wenn alles auf einmal so real wird.
    Da redet man sich dann lieber ein, ach mache das doch lieber nicht, weil... blablabla... ich denke, das ist eher die Angst vor der eigenen Courage, wie man so sagt :wink:
    Was Du wirklich tust, ist:
    Du bringst Dich und Dein eigenes Leben in Sicherheit.
    (Für das von XY bist DU NICHT VERANTWORTLICH, der ist selbst erwachsen !!)
    Du bringst Deine Kinder in Sicherheit vor einem alkoholkranken Vater, um weiteren Schaden von ihnen abzuwenden.
    Und eine "Familie zusammenzuhalten" als Lebenssinn, wobei man aber nur noch draufzahlt?
    Das kanns doch auch nicht sein, oder?
    Die Fremdgeherei lass ich dabei noch ganz außen vor...

    Ich kann Dir nur dringend raten, aktiv zu werden und dem Drama ein Ende zu setzen.
    Denn so verschaffst Du Dir auch die Chance auf ein neues, glücklicheres Leben, ebenso den Kindern.
    Niemand wird Dir sagen, das danach alles gut und toll und einfach ist.
    Aber schlimmer wie mit nem nassen Alkie als Mann kann es doch kaum noch werden.

    Und nochwas, Cielo... wenn Du jetzt nen Rückzieher machst, wird alles noch schlimmer.
    Denn dann WEISS Dein Mann, das Du es nicht ernst meinst, das Du doch immer wieder einknickst.
    Was meinst Du wohl, wie er sich dann fortan benimmt??

    Darum wird hier ja auch immerr geraten, nur Konsequenzen anzudrohen, die man dann auch WIRKLICH durchziehen kann und wird.
    Ansonsten verschlimmert man die Sache nämlich noch mehr als sie eh schon ist.

    LG Sunshine

    Zitat

    ich hab mich entschlossen, mit dem rauchen aufzuhörn. seit gestern früh dampfe ich - s sollen viel weniger schadstoffe im dampf als im zigarettenrauch sein?

    Rauch doch "einfach" gar nicht mehr, lieber Matthias :D
    Dann brauchst Du Dir über die Frage keine Gedanken mehr machen :P

    Zitat

    jetz bin ich dabei, rauszufinden wieviel nikotin im fluid sein soll, wie oft und wie lang ich ziehen muss usw.


    Auch das wäre dann komplett uninteressant ! :lol:

    Ja, ich weiß, es ist leichter gesagt als getan.
    Ich war auch eine leidenschaftliche Raucherin und ich habe auch GERN geraucht.
    Aber irgendwann wollte ich das nicht mehr, weil es auch so eine ungesunde Sucht ist.
    Dann wurde mein Enkelsohn geboren und ich wollte nicht, das seine ersten Erinnerungen an seine Oma sind, das die immer nach kaltem Rauch gerochen hat.
    Igitt.
    Ich habe dann nur noch ein paar Monate geraucht, da war ich allerdings schon innerlich auf dem Absprung.
    Und dann von jetzt auf gleich gar nicht mehr.
    Eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. :)
    Auch wenn es noch manchmal triggert... nööö, ich will das olle Zeuch nich mehr.

    Ich wünsche Dir den Mut, auch komplett aus der Kack-Raucherei auszusteigen :wink:

    LG Sunshine
    (seit 4,5 Jahren rauchfrei :) )

    Rattenschwanz schrieb:

    Zitat

    Ich bin der Meinung, dass das eh nicht einfach so festgelegt werden kann, was für wen gut ist. Der eine kommt mit 'ner LZT zurecht der andere mit 'ner ambulanten Therapie, der nächste ohne. Das muss schon jeder selbst bissl rausfinden, da gibt's kein Patentrezept.

    Das wollte ich eigentlich auch noch schreiben, denn das sehe ich ebenso.
    Es ist einfach unterschiedlich, wer welche und wie viel Hilfe benötigt beim Trocken werden.
    Ich schreibe ja selbst oft, in der Sucht sind wir alle gleich und es gibt nicht viele individuelle Wege da raus.
    SHG UND Therapie sehe ich aber als Wege aus der Sucht, beides hat seine Berechtigung.
    Nur braucht eben nicht jeder auch eine Therapie, mitunter reicht auch ne SHG völlig aus.

    Wie nun aber herausfinden, was man denn selbst braucht?
    Ich meine, dazu gibt es kompetente Ansprechpartner.
    Oft auch schon im KH direkt nach der Entgiftung.
    Aber auch das hilft nicht immer weiter...
    Im Krankenhaus wurde mir zu einer sofortigen Therapie geraten.
    Meine Ärztin riet zur Teilnahme an einer realen SHG.
    Mein späterer Suchtberater riet zu gar nix... er fand, das müsse man selbst herausfinden.
    Hm.

    Ich denke außerdem, es kommt auch sehr darauf an, was man persönlich draus macht.
    Ich kann in einer SHG nur sitzen und zuhören und nix von mir preis geben.
    Ich kann aber auch aktiv mitarbeiten, mich einbringen und mich öffnen, um einen ehlichen Austausch miteinander möglich zu machen.
    Ich kann in einer Therapie auch meine Zeit absitzen und hoffen, das die mich trocken macht.
    Und ich kann auch dort aktiv mitarbeiten und viel mitnehmen, davon bin ich überzeugt.

    Für mich läuft es im Endeffekt immer auf die gleiche Frage hinaus:
    Wie wichtig ist mir persönlich meine Trockenheit und was bin ich bereit, dafür zu tun?
    ----------------------------------
    Lieber Hesse,
    Vielleicht wäre es gut, das Gedankenkarussell irgendwie zu stoppen.
    Kennst Du Möglichkeiten dazu?
    Wenn nicht, gibt es Methoden, das zu erlernen.

    Ich fände es wichtig, das Du nun erstmal einen Schritt nach dem anderen machst.
    Die Entgiftung ist der erste Schritt... und dann geht es weiter...
    Du muss doch nicht alles jetzt sofort wissen und entscheiden.
    Außerdem ergeben sich gewisse Entwicklungen auch einfach mit der Zeit.
    Ich habe mir sicher nicht jeden Entwicklungsschritt in Sachen Trockenheit erarbeitet, manches ergab sich ganz von allein.
    Ich halte es für wichtig, sich erstmal eine stabile Trockenheit aufzubauen, mit Hilfe der Grundbausteine.
    Und dann an die anderen Probleme nach und nach ranzugehen.
    Für vieles werden sich trocken besser Lösungen finden als nass.

    Ich weiß nicht, ob es gut in, in allem schon jetzt so tief herunzustochern?
    Denn ist es nicht auch eine Rückfallgefahr, wenn man gleich zu tief in alle persönlichen Abgründe schaut und dann vor Schreck und Angst auf einmal rückfällig wird, weil man komplett überfordert ist?
    Und ich denke auch, das es in solchen Fällen wirklich besser ist, eine professionelle Begleitung dabei zu haben, sprich einen kompetenten Therapeuten,
    der das etwas lenken kann, damit es nicht gleich zu viel wird.

    LG Sunshine

    Hallo Asta,

    und mir drängt sich die Frage auf, warum denn einige eine Therapie als unumgängliche Maßnahme sehen??
    Sorry, aber ich kenne so einige, die seit Jahrzehnten erfolgreich ohne Therapie trocken sind.
    Und ich kenne auch einige, die eine gemacht haben. Und auch erfolgreich trocken blieben.

    Für mich persönlich war bisher eine Therapie nicht nötig.
    Und viele andere hier sind allein mit diesem Forum trocken geworden und es auch geblieben.
    Diese Erfolge darf man aber nicht benennen oder wie?
    Sind trockene Alkoholker ohne Therapieerfahrung schlechtere Trockene ?
    So kommt es mir manchmal jedenfalls vor.

    Hinter dem zitierten Text standen im übrigen entsprechende Smilies.
    Wenn jemand eine Therapie machen möchte, ist das völlig okay für mich.
    Ich sehe aber auch, das hier viele allein mit dem Forum trocken wurden und es auch blieben.
    Manchmal kommt es mir schon so vor, als dürfe man darauf gar nicht hinweisen.
    Weil doch allein ne Therapie DAS Allheilmittel ist.

    LG Sunshine

    Rattenschwanz :

    Zitat

    Ich habe dort genau angegeben, wie viel ich so gesoffen habe.
    Und auch sonst nix geschönt.


    Mit "auch sonst nix geschönt" meinte ich Folgegespräche mit einem ausgebildeten Suchtberater an meiner damaligen Arbeitsstelle und
    Gespräche mit meiner Hausärztin.
    Habe das nur ein bisschen "verkürzt" geschrieben :wink:
    Das mit den Saufmengen bezog sich also ausschließlich auf die Angaben im KH.
    Die anderen interessierte das eher wenig, wie viel ich gesoffen habe. sondern viel eher, warum.

    Zitat

    In den LZT und der qualifizierten Entgiftung in denen ich war, wurden die Gespräche nicht nur mit Therapeuten geführt, sondern zu 90 % mit Betroffenen (Mitpatienten) und Therapeuten.

    Ja gut.
    Da rede ich doch lieber gleich mit anderen Betroffenen :P
    Erspare ich mir den Umweg und vor allem das nervige Psycho-Gewäsch :lol:

    LG Sunshine

    Zitat

    Es ist nicht einfach offen und ehrlich zu sein und besonders schwer, ist es das sich selbst gegenüber.

    Das kommt vielleicht auch darauf an, wo man steht und wie wichtig einem ein trockenes Leben ist?

    Mir fiel es nicht so schwer, gleich in der Notaufnahme alles ehrlich zu sagen.
    Ich habe dort genau angegeben, wie viel ich so gesoffen habe.
    Und auch sonst nix geschönt.
    Mir war das zwar auch ein bisschen peinlich, aber mir war auch klar, das mir nicht richtig geholfen werden kann, wenn ich da irgenwie rumspinne.
    Und ich wollte so gern Hilfe.

    Ich war auch schon zu Saufzeiten zu mir selbst ehrlich.
    Mir war glasklar, das mit meinem Alkoholkonsum was ganz und gar nicht stimmt.
    Und das die anderen sicher daran nicht "schuld" sind.
    Ich habe nur nicht so ganz gerafft, was für Auswirkungen das Ganze hat.
    Wie zerstörerisch der Alk nicht nur für den Körper ist...
    Davor habe ich möglichst die Augen zugemacht.
    Und ich habe nicht gewußt, das es mir gar nicht mehr möglich ist, aus der Sache allein wieder rauszukommen.
    So habe ich es wieder und wieder allein versucht, vom Suff loszukommen.

    Und später war es mir klar, das ich ehrlich bleiben muss, vor allem mir selbst gegenüber.
    Denn es geht hierbei NUR UM MICH.
    Was andere (hiermit sind in diesem Fall Nichtbetroffene von unserer Krankheit gemeint) denken, sagen oder meinen, ist dabei komplett uninteressant.
    Und wie andere mich sehen, ebenfalls. Darauf habe ich außerdem sowieso wenig Einfluss.
    Von daher lohnt der Aufwand, sich zu verstellen, ja noch nicht mal :wink:
    Die Kraft kann ich besser woanders investieren.

    Eine Therapie hatte ich nicht, von daher kann ich nicht sagen, ob ich versucht hätte, mich dort geschönt darzustellen.
    Vielleicht wäre ich dieser auch Versuchung erlegen, keine Ahnung.
    Auch ein Grund, warum für mich eine SHG geeigneter ist, denn hier oder in der realen Gruppe hatte ich nie das Bedürfnis, mich anders darzustellen als ich bin.
    Da sitzen wir alle in einem Boot, alle sind selbst Betroffene und ich habe vor allem in meiner damaligen realen SHG immer große Authentizität gespürt.
    Und das ist es, was ich am meissten brauche.
    Mir gibt es nix, wenn mir irgendein Therapeut was erzählen will, der nicht mal selbst betroffen ist.
    Ich muss das von Leuten hören, die alles selbst erlebt haben, dann kann ich das erst richtig für mich annehmen.
    Und dann fällt mir das auch ganz leicht.

    Menschen sind unterschiedlich und ich bin eben so :wink:

    LG Sunshine