Beiträge von Sunshine_33

    Ja, das stimmt, Rattenschwanz... unser Verhalten war nicht gesund und es gab sicher (auch bei mir einen Punkt), an dem man noch hätte umkehren können.
    Und richtig, da wollte ich auch noch nicht umdrehen.
    Ich sah ja auch noch gar nicht den Schaden, den ich mit meinem Alkoholmissbrauch anrichten könnte und später auch tat.

    Ich möchte dazu auch nochmal anmerken, das wir in der Schule auch gar nicht über die schweren Folgen aufgeklärt wurden.
    Das ist aber auch KEINE Schuldzuweisung, sondern nur eine Feststellung.
    Wir wurden über andere Drogen mehrmals aufgeklärt und ich habe die auch nie angerührt.
    Ob es nun daran lag, kann ich auch nicht sagen.
    Aber ich würde mir wünschen, das junge Menschen heutzutage auch in der Schule schon gewarnt werden.
    Ob es hilft, steht auf nem anderen Blatt... aber drüber geredet werden sollte mindestens.

    Zitat


    Ich hätte aber mit etwas mehr Mut und vlt. bissl mehr Selbstbewusstsein und auf jeden Fall ohne dieses schreckliche darüber Nachdenken, was der Nachbar dazu wohl sagen wird, einiges in meinem Leben anders regeln können.

    Hmmm... aber auch das ist kein 100% Schutz, Rattenschwanz.
    Ich hatte nie zu wenig Selbstbewußtsein, eher im Gegenteil.
    Ich hatte nie Angst davor, was die Nachbarn reden könnten, und ich war immer ein autarker Mensch, der sich von nix wirklich abhängig machte.
    Und mutig war/bin ich auch.
    Ich bin trotzdem alkoholkrank geworden.
    Vielleicht auch aufgrund eines kleinen Größenwahns, das MIR sowas ja nicht passieren kann :oops:
    Aber ich denke trotzdem, das ein gesundes Selbstbewußtsein auch ein gewisser Schutz vor Drogenabhängigkeit ist.
    Damit kann man einfach besser Nein sagen.

    Da fällt mir eine Szene ein, vor einigen Jahren an der Kasse eines Supermarktes erlebt...
    3-4 Jugendliche standen hinter mir und kauften ne Fl. Wodka.
    Dem Gespräch heraus konnte ich entnehmen, das sie die vor einem Disko-Besuch trinken wollten, um "lockerer" zu werden.
    Der eine sagte auch noch, er traue sich sonst nicht zu tanzen.
    Mit so nem Mist geht es ja schon los...
    Da sind dann auch die Eltern gefragt, ihren Kindern ein gesundes Selbstbewußtsein mit auf den Weg zu geben.
    Damit sie zu so einer Situation beispieslweise Nein sagen können.
    Saufen werden sie alle mal, da bin ich mir beinah sicher.
    Aber mit einem gesunden Selbstbewußtsein kann man vielleicht früh genug wieder aussteigen?

    Zitat

    Damit geht mir's aber entschieden besser, weil sich meine Wertevorstellungen verschoben haben,
    besser geschrieben: Weil ich - unter anderem - meine Wertevorstellungen verschoben habe, geht es mir heute gut.

    Meine Wertvorstellungen haben sich auch verschoben.
    Ich bin während meiner Entgiftung einmal kurz klinisch tot gewesen.
    Das hat mein Leben nochmal sehr verändert.
    Es hat mir geholfen, wichtiges von unwichtigen zu trennen.
    Und es hat mir geholfen, mich von Ängsten zu befreien.
    So nach dem Motto: Mir ist das Schlimmste ja schon passiert...was sollte mir denn jetzt noch Schlimmeres zustoßen?
    Dann interessiert es n kompletten Dreck, was die Nachbarn labern, auch wenn mir das früher schon nicht wichtig war.
    Nun ist es völlig uninteressant. :wink:
    Und das gilt auch für einige andere alte Ängste.

    LG und sorry für den Threadmissbrauch, liebe Calida.
    Wie geht es Dir heute?

    LG Sunshine

    Rattenschwanz schrieb:

    Zitat

    Aber dass es so gekommen ist wie es ist, das haben wir nun mal selbst verbockt.


    Das sehe ich nicht so.
    Das geht mir auch wieder zu sehr in Richtung "selbst schuld an der Alkoholkrankheit".
    An Krankheiten IST man aber nicht schuld !

    Ich für meinen Teil bin da ganz einfach reingerutscht... und zwar immer tiefer und tiefer, bis ich am Ende abhängig war.
    Ich habe keine schwere Kindheit gehabt, sondern im Gegenteil, eine sehr schöne.
    Aber ich wurde sehr früh Mutter und wollte auch eine gute sein.
    Zudem war ich noch in der Ausbildung.
    Und danach gleich in einem sehr anspruchsvollen Beruf in Vollzeit.
    Und das alles machte mir viel Stress.
    Ich hatte den Anspruch an mich selbst, eine gute Mutter zu sein und auch einen guten Job zu machen.
    Um Kohle, um finanzielles Absichern etc. ging das ja gar nicht.

    Von daher kann ich Dich sehr gut verstehen, liebe Calida.
    Du schriebst:

    Zitat

    Ich erlebe das bei vollberufstätigen Müttern duch die Bank durch. Wir sind alle permanent überfordert. Wenn Du dann noch anstrengende Kinder hats, hast Du geltten. Aber das ist ein Tabu. Darüber redet keiner. Und wenn Du jammerst, bist Du ein Weichei oder eine überforderte Kuh und man hats ja eh gewusst, dass die zu viel arbeitet, selber schuld, wenn man nicht kürzer treten kann..... das alles habe ich so erlebt. Alle tun stets perfekt: Nein, bei uns gibts keine Diskussion um die Hausaufgaben, alles läuft superduper und ich bin soooooo zufrieden. Ha! Denkst Du?

    Ich denke nix davon, weil ich ja selbst erlebt habe, wie es ist, Mutter und berufstätig zu sein.
    Und ich sehe es nun auch wieder an meiner Tochter und meinen nun bald 3 Enkelkindern, wie anstrengend das alles ist mit Kindern.
    Sicher ist es auch wunderschön, Kinder zu haben, aber eben auch anstrengend.
    Und es geht ja oftmals gar nicht darum, sich Reichtum anscheffeln zu wollen, sondern einfach und ergreifend nur darum, einigermaßen über die Runden zu kommen.
    Denn Kinder verursachen auch nicht unerhebliche Kosten :wink:

    So, und wenn man nun mal Familie hat, kann man auch nicht einfach "aussteigen".
    Tja... und bei mir war es dann eben so, das ich mir "kleine Fluchten" im Alk suchte, ich meinte ja zu dem Zeitpunkt noch, das helfe mir gegen den Stress.
    Wenn man das Dummheit nennen möchte, solls mir auch egal sein, den Schuh ziehe ich mir allerdings kein Stück an.
    Ich war nicht dumm, sondern schlichtweg überfordert !
    Ich wollte zu viel allein schaffen.
    Ich war dem ganzen Stress aber nicht gewachsen.
    Und wollte mir dass nicht eingestehen. Und anderen schon gar nicht.
    So sah das mal aus.
    Und wer mir das Hinterherhecheln von Reichtum unterstellen würde, der kennt mich persönlich kein bisschen.
    Denn das hat mir nie was bedeutet !
    Aber meine Familie, mein Partner und meine Tochter haben mir was bedeutet !

    Ich gebe nicht der Gesellschaft irgendeine Schuld an meiner Krankheit, darum geht es ja auch gar nicht.
    Aber ich meine trotzdem, das sie uns auf Dauer krank macht.
    Weil wir der Schnellebigkeit, dem Leistungsdruck und dem allem nicht mehr gewachsen sind.
    Das trifft ganz insbesondere auch MÜTTER !
    Denn gerade von Frauen wird oft zu viel erwartet.
    Die sollen Mutter sein, aber am besten auch noch die Karrierefrau wie aus dem Werbefernsehen.
    Selbsttverständlich auch noch Partnerin, Köchin, Organisateurin von allem möglichen und pipapo... ich könnte hier noch ne ganze Litanei aufzählen.
    Und das Nicht-mehr-miteinander-reden hat auch seinen Anteil daran, das immer mehr Menschen psychisch krank werden.
    Und der Griff zu Suchtmitteln ist halt oftmals bei aller Überforderung auch nicht mehr weit.

    LG Sunshine

    Hallo Calida,
    Du schreibst:

    Zitat

    Meine Therapeutin brauche ich, weil ich tatsächlich sonste mit niemandem eine Stunde nur über mich sprechen kann oder will?

    Das erinnert mich jetzt an einen Gedanken, den ich vor einigen Tagen bezüglich dieses ganzen Themas Therapie hatte...
    Ist aber halt nur so ein unausgegorener Gedankengang :wink:
    Brauchen denn so viele Menschen heutzutage wirklich eine Therapie?
    Oder reden wir Menschen in der heutigen so auf Leistung fixierten Gesellschaft einfach viel zu wenig miteinander?
    Das geht ja häufig schon in Beziehungen los und in der Familie weiter.
    Keiner hat mehr Zeit für den anderen bzw. mag sich keine nehmen.
    Alles wird immer unpersönlicher, auch durch das internet.
    Viele Menschen möchten sich auch dort toll darstellen, da hat natürlich keiner Ängste, Schwächen, Probleme oder sonstwas 8)
    Passt nicht so recht in die heutige Gesellschaft.
    Und am Ende müssen wir schon dafür bezahlen, das uns und unseren Problemen jemand nur mal für ne Stunde zuhört ? :(

    Komisch, ich habe noch Ansprechpartner für meine Probleme und Sorgen, die keine Therapeuten sind.
    Ich kenne allerdings auch noch ganz andere Zeiten...
    Wo auch noch in Familien miteinander geredet wurde...
    Wo man unter Freunden auch über Probleme sprach...
    Und ich frage mich, ist das heute alles gar nicht mehr so bei den jüngeren Menschen?

    Im übrigen stelle ich nicht grundsätzlich Therapien in Frage, das möchte ich nochmal betonen.
    Es gibt Menschen, die sie ganz dringend brauchen und auch schnellstens bekommen müssen.
    Da gibt es für mich gar nix zu diskutieren.
    Meine Frage ist eigentlich nur, ob es nicht auch schon evtl. gesellschaftlich bedingt ist, das immer mehr Menschen eine Therapie machen?

    LG Sunshine

    likeafeather schrieb:

    Zitat

    Gelähmt von Depressionen, Panikattacken und Angstzuständen war ich froh um jede Hilfe.

    Und genau deshalb lehne ich ja auch nicht grundsätzlich Therapien ab :wink:
    Denn es gibt ja Situationen, wo man sich allein nicht mehr behelfen kann.
    Und dann macht es für mich auch Sinn.

    Zitat

    Eine tiefenpsychologische Therapie, die in der Vergangenheit rumwühlt, macht ja nur Sinn, wenn man in der Vergangenheit / Kindheit etwas traumatisches erlebt hat, das nun aufgearbeitet werden sollte. Auch ich habe Bekannte, die jahrelang tiefenpsychologische behandelt wurden und kaum eine Verbesserung feststellen, weil eben nicht jeder diese Konfrontation so leicht verarbeiten kann

    Von tiefenpsychologischen Therapien wird doch von vielen Therapeuten mittlerweile schon längst abgeraten, wenn ich recht informiert bin.
    Der Trend geht doch in ganz andere Richtung... eher in Richtung Verhaltenstherapie, oder?

    Und wenn man will, findet man in JEDER Vergangenheit was :wink:
    Wie sagt man?
    Wenn man lange genug im Mist wühlt trifft man irgendwann auf "Sc*eisse* :wink:
    Also... da wird doch jeder Therapeut was finden, muss er sich halt etwas mehr Mühe geben. :wink:

    Zitat

    Eine Verhaltenstherapie hingegen finde ich schon in vielen Fällen sinnvoll, das Vorgehen ähnelt eigentlich einer Suchtberatung: Auslöser erkennen, festgefahrene Verhaltensmuster langsam lockern und ändern, Rückfallpreväntion betreiben und sich wieder einen "normalen" Alltag aufbauen.

    Wenns denn funtioniert :wink:
    Ich lese ja allein hier im Forum schon von immer wiederkehrenden Verhaltensrückfällen... selbst nach Jahren Therapie.
    Sorry, das ich dann misstrauisch werde... aber wie soll man denn da als sachlich (und in meinem Fall auch ergebnisorientierter) denkender Mensch
    NICHT musstrauisch werden?

    Aber wie schon erwähnt, dieses Thema ist hier im Forum nicht besonders beliebt... :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Rattenschwanz,
    ich kann Deine Gedankengänge gut verstehen und sehe vieles ähnlich. :wink:

    Zitat

    Manchmal frag ich mich, ob dieses ganze durchtherapieren überhaupt Sinn macht oder für Irgendjemanden gut ist – außer für den Geldbeutel des Therapeuten.

    Für den Geldbeutel des Therapeuten isses schonmal super.
    Und darum wird ein Therapeut sicher auch immer versuchen, seine Klienten an sich zu binden.
    Ich schreibe hier mal absichtlich nicht Patienten, denn ich denke, viele sind gar keine, sondern werden erst dort zu welchen gemacht.
    Ich sehe (auch hier) Leute, die schon jahrelang in Therapie sind und frage mich, wo sind denn bitte die Ergebnisse?
    Wie und wo und was hat hier denn konkret wirklich geholfen? Oder soll man etwa gar nicht wirklich gesunden? 8)
    Würde ja Geldverlust für den Therapeuten bedeuten, also versuchen wir es doch lieber nochmal mit dieser oder jener Art von Therapie...
    Sorry, aber ich traue dieser Sache nicht, und das auch nicht ohne Grund.
    Es gibt genug Hinweise und auch Fakten, das hier Menschen oftmals ausgenutzt wurde, und das auch nicht nur finanziell.
    Ein befreundeter Therapeut sagte mir übrigens mal, das man im Grunde auch immer sich selbst mittherapiert.
    Och, dafür will ich persönlich aber nun wirklich nicht herhalten. :P
    Die sollen sich lieber selbst n Therapeuten dafür suchen. :P

    Ich möchte aber auch nicht jede Therapie grundsätzlich abwerten. Es gibt sicher Menschen, denen sie helfen.
    Viele können sich aber auch ganz gut selbst helfen, und das hier ist ja auch ein SELBSTHILFE-Forum.
    Darum halte ich nicht für grundsätzlich nötig, das jeder Alkoholiker auch ne Therapie bekommt
    Im übrigen kenne ich halt auch 2 Therapeuten seit Jahrzehnten persönlich und ich sehe, das da ebenso gescheiterte Beziehungen sind, persönliche Probleme, die sie nicht in den Griff bekommen und vieles mehr.
    Und solche Leute wollen mir sagen, was ich besser (Ich schreibe jetzt hier mal vereinfacht"besser machen", mir ist trotzdem bekannt, das ein Therapeut wie ein Begleiter oder Trainer sein soll und piapo)machen kann?
    Aha, is ja interessant. :lol:
    Tut mir leid, mir mir funzt sowas einfach nicht.

    Ich schaue lieber bei Menschen nach, die selbst schon vor bestimmten Problemen standen und wie sie die lösen konnten, damit umgehen konnten oder wie auch immer.
    Das ist mir persönlich einfach authentischer.
    So ist eine Selbsthilfegruppe mit ihren Menschen für mich halt einfach "glaubhafter", weil diese Menschen dort wirklich auch erlebt haben, worüber sie sprechen.
    Ich bin eben so. :lol:

    Zitat

    Mal ganz ehrlich, in die Tiefen unseres Lebens haben wir – also ich auf jeden Fall – doch sowieso schon jedes Mal geblickt wenn wir uns die nötigen Drehzahlen angesoffen hatten und das oft genug. Das war besoffen schon beschi.ssen und das soll ich mir jetzt nüchtern noch mal antun?

    Das war bei mir sicher ähnlich. Zumindest die letzten Jahre meiner Saufzeit.
    Ich bin einfach nur froh, das hinter mich gelassen zu haben.
    Und ich möchte jetzt einfach mein Leben so leben, wie ich es für richtig halte, weil ich es wieder kann.
    Und da lass ich mir auch von niemanden mehr reinquasseln.
    Ich bin zufrieden und oft auch glücklich.
    Zurück gesehen und reflektiert habe ich auch oft genug.
    Und allein durchs Schreiben hier tut man es ja auch immer mal wieder, wenn man bei den noch nicht so lange Abstinenten schreibt.
    Ich sehe das auch durchaus als Aufarbeitung der eigenen Geschichte, so "nebenbei".

    Karsten schrieb:

    Zitat

    Kaum kommt der Gedanke auf, dass man sich Gedanken über seinen Alkoholkonsum macht, sucht man einer Therapie oder einem Psychologen.

    Das ist mir gerade in letzter Zeit hier bei Frischlingen aufgefallen.
    Ich will das gar nicht schlecht reden.. aber irgendwie finde ich es auch komisch, muss ich zugeben.
    Wir sagen zwar, das man sich alle Hilfe holen sollte, stimmt ja auch.
    Aber warum traut man denn einem Psycho im Endeffekt mehr zu als einer SHG mit Menschen, die das alles doch selbst erlebt haben?
    Therapeuten sind auch nur Menschen, mit eigenen Problemen, Schwierigkeiten und auch Unfähigkeiten.
    Hm... versteh ich halt auch nicht. Aber muss ich ja auch nicht. :wink:

    Und nö, das Thema ist hier nicht besonders beliebt.
    Und wenn man persönlich nicht viel von dem ganzen Thera-Kram hält, wird man sich hier auch nicht grade Freunde machen. :wink:
    Aber soll mir egal sein, darum bin ich auch nicht hier.
    Das hier ist für mich auch irgendwie schon ne andere Welt, als die, in der ich mich sonst aufhalte.
    Da kenne ich zwar auch Leute, die mal ne Thera gemacht haben oder machen, aber es sind in meinem Bekanntenkreis eher wenige.
    Darum fällt es mir hier wohl auch umso mehr auf, wie viele ne Thera machen. Hm.

    LG Sunshine

    Zitat

    Wie mir heute morgen in einem anderen Teil des Forums geschrieben wurde sollte man dem süchtigen die Zeit lassen die er braucht um trocken zu bleiben.

    Hallo Jenny,
    dort hatte unter anderen auch ich Dir schon geschrieben.
    Eine Therapie ist kein Allheilmittel.
    Und im Leben eines frisch abstinent lebenden Menschen ändert sich oftmals sehr viel.
    Da gibt es kaum ein "weiter wie vorher", nur ohne Saufen.
    Und es ist auch kein Geheimnis, das viele Beziehungen an all den Veränderungen und anderen Dingen letztendlich scheitern.

    Zitat

    Mir tut es vor allem für die Kinder leid, die sich einiges von der Therapie versprochen haben


    Ja, das verstehe ich.
    Du hast auch sicher was anderes erwartet bzw. erhofft.
    Aber es ist nicht eingetroffen.
    Ein trocken werdender Mensch kann aber auch nicht in die Zukunft schauen, wie es da sein wird.
    Es gibt momentan bei Euch viele Veränderungen, die nicht so laufen, wie Du das gern gehabt hättest.
    Und nun?
    Was machst Du mit dieser Erfahrung?

    Mir fällt allerdings auch auf, das es sich Dein Mann auch etwas sehr bequem macht. :wink:
    Ich fragte Dich im anderen Thread, wie lange Dein Mann nun abstinent lebt.
    Hier las ich später, das er es mittlerweile ja schon 1 Jahr lang ist.
    Ich kann mich gut erinnern, das ich auch am Anfang meines abstinenten Lebens sehr viel Zeit für mich brauchte.
    Aber nach 1 Jahr hatte sich das längst auf ein bestimmtes Maß eingepegelt.
    Und wenn wir mal ehrlich sind... in SHG wird ja hauptsächlich geredet.
    Reden und was Tun sind aber auch 2 Paar Schuhe. :wink:
    Will damit sagen, es kann auch recht bequem sein, in der SHG über Gott und die Welt und natürlich auch über unsere Krankheit zu reden.
    Und man hat auch noch Publikum dabei :wink:

    Hast Du denn mit Deinem Mann mal gesprochen, wie ER sich Euer gemeinsames Leben weiter vorstellt?
    Sollst Du da weiterhin alle Pflichten übernehmen, während er von einer SHG in die andere eilt?
    Und falls er sich dazu mal geäußert hat, was hat er dazu denn gesagt?

    Ich kann Dir auch schlecht raten irgendwie... denn ich kenne keinen ähnlichen Fall.
    Die meisten trockenen Alkoholiker, die ich kenne, übernahmen gern wieder Pflichten, weil sie es endlich wieder konnten.
    Mir war das auch ein großes Bedürfnis, denn mein Mann hatte so einige Pflichten während meiner Saufzeit übernommen, weil ich das nicht mehr hinbekommen habe.
    Der war heilfroh, das ich endlich wieder auf die Beine kam und wenn ich da weiterhin ein ganzes Jahr alles bei ihm abgeladen hätte (weils ja auch schön bequem ist irgendwie :wink: )
    ich glaube, dann hätte der mich auch mal gefragt, wann ich mal wieder inne Puschen kommen will?

    Hier in diesem Thread soll es aber um Dich gehen, liebe Jenny.
    Nur sehe ich halt auch vieles aus der Sicht eines Alkoholikers.
    Andererseits sehe ich Deine Not und Deinen Kummer natürlich auch.
    Und frage mich auch insgeheim ein bisschen, macht sich da Dein Man evtl. auf Deine Kosten nen faulen Lenz?
    Denn es ist ja wahrlich einfacher, nur in einer SHG zu sitzen und zu quasseln (um das mal ganz lapidar auszudrücken) als sich mit den Jungs hinzusetzen und 2-3 Stunden Schularbeiten zu machen, beispielsweise.
    Oder anderweitig den Hintern hochzubekommen.

    Ich kann eigentlich nur raten, mal ernsthaft mit Deinem Mann zu reden, wie das weiter gehen soll?
    Denn so bist Du ja auch wieder nur unglücklich und auch überfordert.
    Und er ist ja kein Single, sondern Partner und auch Familienvater.
    Was sagt er denn dazu, wann will er denn mal wieder seine Verpflichtungen übernehmen?

    Wie gesagt, die meisten trockenen Alkoholiker, die ich kenne, haben alles daran gesetzt, wieder so gut wie möglich auf die Beine zu kommen.
    Wollten wieder Verantwortung übernehmen, weil sie es wieder konnten.
    Wollten auch oftmals wieder was gut machen, weil man eh der Familie durch die Sauferei schon genug angetan hatte.
    (Obwohl ich das eher skeptisch sehe, denn wir haben uns ja auch unsere Krankheit nicht so ausgesucht)
    Wollten wieder in einer harmonischen, auf Augenhöhe basierenden Ehe/Partnerschaft leben.
    Davon sehe ich hier irgenwie nix so richtig... hm.

    So, genug gekritzelt, ist wohl auch etwas wirr geworden. :oops:
    Kommt wohl auch durch meine Ratlosigkeit in diesem Fall :wink:
    Der einzige Rat, den ich im Grunde habe, ist viel miteinander reden.
    Und dabei auch Fragen zu stellen, wie der andere sich denn die gemeinsame Zukunft vorstellt ?
    Und genauso halt auch die eigenen Vorstellungen und Träume zu schildern.

    LG Sunshine

    Hallo Carl-Friedrich,

    das mit der Bus-Fahrt sollte ja nur ein Beispiel sein :wink:
    Ich wollte ja nur drauf hinweisen, das wir auch Dinge ändern können, wenn sie uns nicht gut tun oder sogar Suchtdruck auslösen.
    Und nicht aushalten, weil andere meinen, wir müssten das können.

    Zum Thema Bahn nur mal eine kurze Story von mir:
    Ich fuhr vor einigen Jahren mit der Bahn und was ist mir da passiert?
    Ich setzte mich Freitag Nachmittag in ein Abteil und danach setzten sich noch 4 jüngere Männer zu mir.
    Alle geschniegelt im Anzug und Aktenköfferchen.
    Kaum saßen sie, gingen die Aktenkoffer auf und darin hatte jeder einige Bierdosen :shock:
    Der eine riss auch gleich ne Dose auf, die überschäumte und mir auf die Hose und Schuhe lief.
    Er entschuldigte sich, aber ich hatte genug und setzte mich in ein anderes Abteil.
    Da denkst Du, Du bist aus dieser unangenhmen Situation raus, stinkst jetzt zwar nach Bier, aber is ja nicht mehr soo weit bis nach Hause.
    Fehlenzeige !
    Der Typ mir gegenüber hatte ne Aktentasche mit Bierpullen drin !!:shock:
    Und machte sich auch sogleich die erste Pulle auf.
    Da fällste aber echt vom Glauben ab ! :shock::roll:
    Ich war froh, als ich zuhause war... und für jemanden gerade frsich Abstinenten kann sowas durchaus eine Risikosituation sein.
    Für mich war das mal wieder eine dieser Situationen, die auch ich nicht voraussehen konnte, die aber passieren können.

    Zitat

    Ich habe zum Thema Suchtdruck geantwortet.
    Kapituliere ich vor ihm, dann beuge ich mich ihm und fange wieder an zu konsumieren,
    so mein bescheidenes Verständnis dieses Begriffes.

    Entschuldigung, das hatte ich wohl dann missverstanden :oops:
    Ja natürlich, vor dem Suchtdruck sollte man nicht kapitulieren, ist ja klar.
    Und hier muss man am Anfang wirklich manchmal auch geradezu gegenan kämpfen.
    Dafür wäre das Wort "kämpfen" dann vielleicht doch passend.
    Denn ergeben würde ja bedeuten, sich vom nächsten Kiosk ne Pulle Bier oder Schnaps zu holen.
    Alles klar, ich habe es jetzt verstanden, wie Du es meintest :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Pancho,

    wie man letztendlich mit den Feinheiten seiner Trockenheit umgeht, das muss man selbst entscheiden.
    Das hat auch nichts mit Besessenheit zu tun, sonden mit Selbstschutz und "sich was wert sein".

    Ich persönlich esse Ketchup und Senf, habe keine Probleme damit.
    Hat bei mir noch nie zu Saufdruck geführt, ich hatte noch nie den Gedanken, jetzt verpasse ich mir mit der Tube Senf
    oder ner Pulle Ketchup mal die volle Breitseite :wink:
    Essig mag ich eh nicht gern, den muss ich nicht extra meiden. Ein paar Tropfen Balsamico kommt bei mir selten mal auf den Salat und ich habe nicht vor,
    daran was zu ändern, weil ich kein Problem damit habe.
    Ebenso benutze ich Parfüm, auch darin ist ja Alkohol enthalten.
    Hab auch im Leben noch keins gesoffen. :wink:

    ABER... an Anfang meiner Trockenheit habe ich nicht mal eine Bodylotion benutzt, die Alk enthielt und auch kein Parfüm mehr.
    Da bin ich jeder nur möglichen Gefahr aus dem Wege gegangen.
    Ich war auch fast 2 Jahre auf keiner Feierlichkeit.
    Also, auch wenn ich Senf und Ketchup esse und an und an mal Parfüm benutze, nehme ich meine Trockenheit nach wie vor sehr ernst.
    Ich weiß nur heute, wo meine wirklichen Gefahrenpunkte liegen.

    Ich wurde auch mal von Bekannten gefragt, ob ich denn nicht mal meine Vorsichtsmaßnahmen lockern wolle, nach so vielen Jahren Trockenheit?
    Hm, ich empfinde aber mein trockenes Leben überhaupt nicht als eingeschränkt.
    Es ist alles okay, ich bin zufrieden, ich vermisse nix, ich sehe keinen Verzicht irgendwo.
    Sie dachten wohl, ich selbstkasteie mich jeden Tag :lol: aber davon bin ich meilenweit entfernt :D
    Ich antwortete ihnen, das ich ja vielleicht gerade deshalb so lange trocken bin, WEIL ich immer noch Risikominimierung betreibe?
    Da könnten sie mal drüber nachdenken...ob es damit wohl was zu tun haben könnte :wink::P
    Also ich persönlich denke schon, das es was damit zu tun hat.

    Carl-Friedrich schrieb Dir:

    Zitat

    Jede erfolgreiche Abwehr stärkt Deine Widerstandskräfte. Du gewinnst halt an Routine und um so leichter wird die zukünftige Abwehr evt. Attacken, so meine bisherige Erfahrung.

    Das würde ich so aber nicht unterschreiben wollen :wink:
    Das Zauberwort gegen den Alk heißt Kapitulation und nicht Kampf.
    Und wieso stärke ich meine Widerstandskräfte, wenn ich mich in gefährliche Situationen begebe?
    Dann halte ich echt für Unsinn.
    Und ich halte ebenso wenig was von Konfrontationstherapien bei der Alkoholkrankheit.
    Woanders mag das sinnvoll sein, aber bei unserer Krankheit sehe ich das nicht so.
    Das ist für mich auch so, als ob WIR uns der trinkenden Gesellschaft anpassen müßten.
    Und somit in jeder Kneipe aushalten müssen, bei jedem Sektempfang dabeistehen müssen und pipapo... ohne das es uns was ausmachen darf.
    Ich glaub ja wohl, es hackt.
    Wie käme ich dazu ??
    Ich halte es für schlauer und auch sinnvoller, Gefahren aus dem Weg zu gehen.
    Oder wie hier schon oft geschrieben:
    Wir können dem Alkohol nicht überall aus dem Weg gehen, aber wir müssen ihm auch nicht entgegen gehen.
    Und das tue ich, wenn ich mich in trinkendes Umfeld begebe.

    Und dann komme ich auch nochmal zum Thema Veränderungen:

    Zitat

    Auf der Fahrt von meinem Vater nach Hause im Bus kam zum ersten Mal seit meinem Entschluss der Gedanke, sich was zu trinken zu besorgen.
    Sorgte für eine erhöhte Speichelproduktion.
    Lag vielleicht daran, dass das früher das übliche Ritual war, wenn ich von einem Familientreffen wieder nach Hause kam:
    Auf dem Nachhauseweg von Bahn und Bus mich einzudecken.

    Hier würde ich schauen, was könnte ich daran verändern?
    Muss ich mit diesem Bus fahren oder könnte ich da auch hinradeln oder sowas?
    Kann ich zu einer ganz anderen Uhrzeit fahren?
    Kann ich woanders lang fahren?
    Verstehst Du, wie ich das meine?
    Ich würde nicht dazu raten, sich immer wieder so einer Situation auszusetzen, um da irgendwann eine "Routine" zu bekommen,
    sondern ich würde versuchen, daran aktiv was zu ändern.
    "Tun muss man tun" :wink:
    Diese Situation war ja auch nur ein Beispiel... es wird noch weitere Situationen geben, nehme ich mal an :wink:
    Und da dann immer aushalten zu wollen, das kanns doch auch nicht sein, da ändere ich doch lieber selbst was.

    Und nochmal in Sachen "Widerstandskraft stärken" in solchen Situationen, um eine gewisse "Routine" zu erlangen.
    Dazu möchte ich mal entgegnen:
    "Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht." :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Pancho,
    Du schriebst:

    Zitat

    Ich denke, es hat alles immer nur damit zu tun:
    Der inneren Abwehr gegen die einzige logische Konsequenz: Nie wieder.


    Ja, das mag bei vielen wohl so sein.
    Besonders am Anfang der Abstinenz.
    Es kommt vielleicht auch drauf an, wie weit man schon "unten" war?
    Für mich gab es gar nicht mal sooo erschreckendes am "nie wieder"-Gedanken,
    nur die schon erwähnten Gedanken, nun nicht mehr so "lustig sein zu können wie früher", was sich aber recht schnell als kompletter Irrtum herausstellte.

    Die Erleichterung über das "nie wieder müssen" war sehr viel größer, dafür hätte ich sogar das "nicht mehr so lustig sein können" in Kauf genommen.
    Musste ich aber gar nicht, weil ich ohne Stoff genauso lustig (und zwar ganz "echt", ohne chenmische Droge im Blut) sein kann.
    Aber das wußte ich ganz am Anfang meiner Abstinenz eben auch noch nicht.

    Damit möchte ich nochmal das Thema Geduld und Zeit ansprechen.
    Beides BRAUCHEN wir einfach, um wieder zu gesunden !
    Unsere Krankheit ist nicht heilbar, ich weiß, ich spreche aber trotzdem einfach mal von einer Art "gesunden"
    Und selbst wenn sie heilbar wäre, ich würde trotzdem nicht mehr trinken wollen.
    Mit der Zeit werden sich auch die Gedanken immer weiter ändern und man kann einige frühere Gedankenengänge nicht mehr wirklich nachvollziehen.
    Auch mir geht es so, ich hab n ziemlich gutes Gedächtnis :wink: und weiß noch viele Gedankengänge, die ich am Anfang meiner Abstinenz hatte.
    Da hat sich mit der Zeit noch einiges getan (ich rede hier von Monaten und JAHREN, nicht von Tagen oder Wochen).
    Und diese Zeit darf und muss man sich auch mal zugestehen.
    Mal ganz abgesehen davon, das wir uns ja eh immer weiter entwickeln, die meissten zumindest :lol:

    Und auch für das innerliche Heilen brauchen wir Zeit.
    Viele von uns haben ein regelrechtes Alkoholtrauma aus der nassen Zeit, mich eingeschlossen.
    Die Ausmaße sieht man oftmals gar nicht gleich am Anfang der Abstinenz, die treten erst viel später hervor, so war das bei mir zumindest.
    Das muss auch erstmal wieder heilen (soweit das überhaupt möglich ist) und hier hilft dann auch wirklich nur die Zeit.
    Und auch der Austausch mit anderen, die das gleiche oder ähnliches erlebt haben, um das alles verarbeiten zu können.

    Ich will damit nur sagen, gebe Dir auch Zeit. :wink:
    Es geht alles seinen Gang, wenn Du trocken bleiben kannst... oder ich bringe gleich mal wieder meinen Lieblingsspruch (nicht von mir) an:
    "Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht" :wink:

    LG Sunshine

    Hmmmm portugalbaby und HM... also für mich hört sich das gar nicht gut an, wenn so kurz nach einer LZT die SHG schon vernachlässigt wird. :?
    Außerdem... ne LZT bringt gar nix, wenn der Betroffene nicht wirklich (und mit allen Konsequenzen !) mit dem Saufen aufhören will.
    Von daher gebe ich im Grunde nicht sooo viel auf ne LZT, die ist auch kein Garant für nur irgendwas.
    Es kommt meiner Meinung nach immer auf den Alkoholkranken selbst an.
    Wenn der wirklich trocken leben will und alles dafür tun will, dann braucht man nicht unbedingt ne LZT.
    Hier sind ja einige sogar "nur" mit diesem Forum hier trocken geworden.
    Ich persönlich hatte auch keine LZT und bin schon sehr lange trocken.

    Wenn ich lese, das anderes schon wieder als wichtiger angesehen wird als die SHG nach so kurzer Abstinenz... dann denke ich mir schon so meinen Teil.
    Dann steht da wohl die Abstinenz immer noch nicht an erster Stelle, und wenn das nicht so ist, dann sehe ich dunkelgrau bis schwarz.

    Komme mir gerade so vor, als wolle ich hier nur rumunken, das will ich gar nicht.
    Ich wünsche Euch und Euren Partnern ein glückliches und zufriedenes Leben miteinander !
    Aber ich weiß halt auch, was passiert, wenn man alles bezüglich unserer Krankheit so schnell schleifen lässt :?
    Und ich verstehe es auch irgendwie nicht, muss ich sagen.
    Es gibt so gute Hilfsangebote, warum werden sie denn nicht wirklich genutzt?
    Wir sagen hier immer "Nur nicht mehr trinken reicht nicht" und das ist auch so.
    Ich bin mir unsicher, ob das bei Euren Partnern überhaupt schon so angekommen ist?

    Das sollte ich aber eigentlich nicht Euch fragen, sondern Eure Partner :wink:
    Denn ihr Beide solltet Euch wirklich um Euer eigenes Leben kümmen und nicht schon wieder insgeheim auf den Partner schauen.
    Er ist WIRKLICH selbst dafür zuständig, trocken zu werden und zu leben.
    Damit habt ihr nix zu tun, so jedenfalls meine Meinung dazu.
    Und wenn die Herren jetzt wirklich schon kein Bock mehr auf die Gruppe haben, dann ist das auch ihr eigenes Ding.
    Vielleicht müssen sie die Karre erst noch ein paar mal vor die Wand fahren, wer weiß?

    LG Sunshine

    Hallo Pancho,
    ich kann nur aus meiner Sicht antworten, das sind ja nur meine persönlichen Meinungen und Gedanken.

    Zitat

    Muss ich den Alkohol hassen und verachten, um erfolgreich den trockenen Weg gehen zu können?

    Das ist unterschiedlich, ich muss nicht den Alkohol hassen oder verachten.
    Er ist für mich nur noch eine chemische Substanz, die ich nie mehr konsumieren möchte.
    Wenn es andere tun, bitte... das ist ihr Ding.
    Mich hat diese Droge krank gemacht.

    Zitat

    Sind meine Erinnerungen an das "gute Trinken" ein Zeichen dafür, dass ich noch nicht so weit bin?
    Auch wenn ich fest entschlossen bin, mich davon nicht abbringen zu lassen in meinem Entschluss?

    Nein, ich denke nicht, das die "guten" Erinnerungen ein Zeichen dafür sind.
    Wir haben doch alle auch diese Erinnerungen, oder?
    Die muss man doch gar nicht verleugnen.
    Mit der Zeit habe ich aber immer mehr gesehen, das die Erinnerungen gar nichht nur gut waren. :wink:
    Man verklärt ja auch einiges mit der Zeit und so sieht die Vergangenheit oftmals besser aus als sie wirklich war.
    Das ist auch eine Art Überlebensmechanismus von Menschen, also völlig normal. Und auch oft hilfreich.
    Für uns aber eben nicht immer... :wink:

    Zitat

    Sind Suchtteufel und Alkohol Synonyme? Oder ist der Suchtteufel nur der Bote des Alkohols?

    Suchtteufel oder Alkteufel oder wie auch immer sind für mich nur Worte.
    Der andere weiß aber meist schon recht genau, was damit beschrieben wird. :wink:

    Zitat

    Sind Suchtteufel-Erklärungen der Versuch, sich aus der Verantwortung zu nehmen?

    Ich habe mich nie aus der Verantwortung genommen für mein Tun.
    Es gibt aber auch Fakten, die da wären:
    Ich bin suchterkrankt.
    Vieles, was ich im akuten, nassen Zustand meiner Krankheit tat, hätte ich trocken nicht getan.
    Diese Krankheit hat damals auch mein Wesen verändert.
    Das macht nun mal der Alkohol mit seinem Substanzen.
    Selbst das Gesetz bestraft ja Menschen unter Alkoholeinfluss oftmals milder wegen "Unzurechnungsfähigkeit".
    Man ist unter Alk oftmals wirklich nicht mehr man selbst.
    Und dafür kann man dann auch kaum Verantwortung übernehmen.
    Wie nun jeder persönlich damit umgeht, ist sicher unterschiedlich.
    Ich fühle mich jedenfalls nicht schuldig, ich bin nicht vorsätzlich oder aus Bösartigkeit Alkoholkrank geworden.

    Für mein jetziges Leben kann ich jederzeit Verantwortung übernehmen.
    Für das, was in der nassen Phase meiner Krankheit geschah, nicht immer.

    Zitat

    Wäre die Welt eine bessere ohne Alkohol? (Ernst gemeinte Frage!)
    Für mich selbst: Ja klar! Aber prinzipiell?

    Hm, kann ich nicht beantworten.
    Das ist mir im Grunde auch egal.
    Was andere Menschen tun, können und dürfen sie selbst entscheiden, solange es nicht gegen das Gesetz verstößt.
    Und Alkohol ist nun mal hierzulande eine gesetzlch erlaubte Droge.
    Ich glaube nicht, das die Welt besser wäre ohne Alk.
    Ärger, Streitigkeiten bis hin zum Krieg... das gäbe es sicher auch ohne Alk.

    Zitat

    Trotzdem sind diese Gedanken da.
    Das kann ich nicht einfach leugnen und muss mich damit auseinandersetzen.
    Den richtigen Ansatz versuche ich zu finden.

    Du darfst Dich doch auch gern damit auseinander setzen, hier muss niemand was verleugnen.
    Im Gegenteil, sehr viele werden sich in Deinen Gedankengängen wieder erkennen.
    Sie sind außerdem ein Teil der Trockenheitsarbeit, also wichtig !
    Wir schreiben hier ja immer: Nur nicht mehr trinken reicht nicht!
    Tut es auch meist nicht.
    Sondern dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit dem allem, wie Du es ja auch gerade tust.
    Ehrlich reflektieren, Erkennen, Auseinandersetzen... das ist für mich ein ganz wichtiger Teil der Trockenheitsarbeit.
    Aber auch Konsequenz und Mut zur Veränderung.

    LG Sunshine

    Hallo Pancho,

    Du schreibst:

    Zitat

    Das Problem ist, dass es durchaus bei mir (ist ja bei jedem anders) auch Situationen gab, in denen ich kontrolliert trinken konnte, in denen ein Schluck nicht zwangsweise zum Absturz führte.

    Also ich habe auch nicht jeden Tag/Abend bis zur Besinnungslosigkeit gesoffen :wink:
    So war es nicht, ich hatte ja noch meinen Job und alles. Da funktionierte ich noch sehr sehr lange.
    Aber es war kein wirklich freiwiliges Aufhören mehr, sondern ich hörte auf, damit ich am nächsten Morgen zur Arbeit gehen konnte, beispielsweise.
    Es hatte also einen Grund, warum ich "kontrolliert" soff, es war nicht so, das es irgendwann einfach "genug" war und ich ohne Verzichtsgedanken ins Bett ging.
    Verstehst Du, wie ich das meine?

    Ein Mensch, der nicht alkoholabhängig ist, reagiert da anders.
    Ihm ist es umwichtig, ob da noch ne halbe Pulle Wein steht oder peng.
    Der trinkt vielleicht ein Glas und stellt dann alles wieder weg, völlig ohne Verzichtsgedanken.
    Weil der Alk einfach nicht wichtig ist.

    Von daher habe ich so meine Probleme mit dem "kontrollierten Trinken" bei Alkoholikern, ich denke, das ist nur eine Phase auf dem typischen Weg abwärts, in der man noch meint, irgendwas unter Kontrolle zu haben.
    Dabei hat einem der Alk schon fest im Griff.

    Ich will Dir aber hier nichts einreden, was bei Dir nicht so ist oder war.
    Vielleicht war es ja wirklich bei Dir anders... kann ja sein.
    Ich warne halt nur davor, sich bei unserer Krankheit was schönzureden, indem man es verklärt oder so sieht, wie man es gern sehen möchte.

    Zitat

    Und diese Situationen versucht dieses hinterlistige, durchtriebene Teufelchen mir als etwas zu verkaufen, das mir in Zukunft sehr fehlen wird.
    Dass ich mit meinem Entschluss mich einer Bereicherung meines Lebens versage.


    Joah, das is typisch Suchtteufel-Gelaber :roll:

    Dazu auch hier nochmal ein link, den ich schon neulich einer Dame schickte:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…ftopic3948.html

    Lies mal rein, ich finde, es ist sehr treffend beschrieben von einem ehemaligen Forenmitglied :wink:

    LG Sunshine

    Hallo Pancho,
    Deine 4 Schritte hören sich doch schon mal sehr gut an.
    Nix dran zu meckern :wink:
    Hierzu sag ich lieber nix: :lol:

    Zitat

    Und dann erst 4. und weitere Schritte: reale SHG, Sport, Partnersuche, etc.


    Könnte ja durchaus sein, das Du schon morgen eine supernette Frau beim Einkaufen kennenlernst? :shock:
    Oder sie läuft Dir einfach zwischen Schritt 3 und 4 beim "Jogghumpeln" übern Weg :lol:
    Verlieben kann man nicht planen, glaube ich.
    Es sei denn, man begibt sich in eine gewisse Partnerbörse, wo sich "alle 8 Minuten ein Single verliebt", da geht das natürlich... sagen sie zumindest :lol::lol:
    Und selbstverständlich ist die neue Partnerin in spe IMMER eine Mitte Zwanzigjähre wie aus dem Model-Bilderbuch,
    die nur im ihrem Unterrock darauf wartet, das ihr Traumprinz endlich auf dem weißen Schimmel dahergeritten kommt :lol:
    Und im Himmel is.... :wink:

    Zitat

    Meine Strategie ist momentan, mir zu sagen:
    Selbst wenn es diese tollen Stunden gab, selbst wenn mir diese tollen Stunden in Zukunft verloren gehen,
    ist der Gewinn durch die Trockenheit ungleich höher.

    Pancho, wir sind Alkoholiker.
    WENN wir trinken, können wir nicht aufhören, wenn wir es wollen.
    Das ist ja das charakteristische an unserer Krankheit.
    Diese Zeiten des Unbeschwertseins unter Alk gibt es für uns nicht mehr,
    WEIL wir eben nicht aufhören können.
    Da ist ein Schalter unwiederbringlich umgelegt, ob Du das so wahrhaben willst oder nicht, ist völlig egal.
    Du kannst daran nix mehr ändern.

    Ich habe dieses Realitäten ganz sachlich annehmen können.
    Bestimmte Dinge sind eben so, wie sie nun mal sind.
    Es gibt natürlich auch bei mir ein "früher", wo Alktrinken mal lustig war.
    Da war ich aber auch noch nicht abhängig (wenngleich ich da wahrscheinlich schon den Grundstein dazu legte)
    Da waren wir in der Clique, haben oft gebechert und dann irgendwelche witzigen Sachen gemacht, über die ich heute, auch mit viel Abstand, noch lachen kann.

    ABER... es gab auch die Zeit danach, wo nix mehr lustig war!
    Die Stunden, wo ich im Entzug zitterte, lieber sterben als leben wollte,
    wo ich nur daran denken konnte, wo bekomme ich wieder Alk her.
    Wo ich mich in Läden schämte, sie wechselte, damit es nciht so auffällt.
    DA war schon lange mein Hebel umgelegt und rein gar nix war mehr lustig am Saufen.

    Daran denke ich vor allem zurück und da will ich nie wieder hin !
    Ich erlaube mir, auch mal auf die lustigen Situationen zu schauen und drüber zu schmunzeln, aber das alles war VOR meinem wirklich abhängigen Saufen.
    Und ich weiss das.

    LG Sunshine

    Hallo Pancho,

    ich arbeite mich in Deinen Thread eher seitenweise ein :lol: darum habe ich mir einiges von Seite 1 herausgepickt.

    Zitat

    Ich bin seit 25 Jahren Trinker.

    Ds ist doch schonmal ne klare Ansage.
    Kein Hin-und Her mehr, bin ich Alkoholiker oder evtl. nur Missbräuchler?
    Ich denke, wenn man so klare Anssagen macht, erspart man sich selbst auch viel Rumeierei.

    In diesen 25 Jahren wirst Du ja nicht nur aus Genuß gesoffen haben, sondern weil Du nicht mehr anders konntest?
    Eben abhängig geworden bist von der Droge Alkohol.
    25 Jahre sind eine lange Zeit, bei mir war es beinah ebenso lange, ich komme auf mind. 20 Jahre Alkoholmissbrauch bis hin zur Abhängigkeit.
    Da kannst Du nicht gleich die gesamte Festplatte im Oberstübchen umschreiben oder neu partitionieren oder wie auch immer :wink:
    Das braucht auch seine Zeit.
    Thalia hat dazu schon geschrieben in ihrem letzten Beitrag hier, ich hätte es nicht besser beschreiben können:

    Zitat

    Tatsächlich werden sie aber nach meiner Erfahrung mit der zeitlichen Distanz zum Alkohol weniger. Je mehr Zeit vergeht, die du nüchtern erlebst, umso mehr haben auch nüchterne positive Situationen die Möglichkeit, sich in deinem Hirn abzuspeichern.

    und:

    Zitat

    Für mich war (und ist) es nicht leicht zu akzeptieren, dass manche Entwicklung einfach Zeit braucht und nicht durch pure Willenskraft und Verstandesleistung zu beschleunigen ist.

    Das war bei mir allerdings anders, ich konnte das gleich so akzeptieren.
    Meine Sucht war ja auch nicht durch Willens-oder Verstandeskraft zu stoppen.
    Vielleicht funzt es darum beim Gegenteil auch so ? :wink::lol:

    Ich bin nun 14 Jahre trocken und es gab eine lange Entwicklung während dieser Zeit.
    Ich bin mir nicht sicher, ob ich darauf verzichten möchte, denn einiges davon hat mir meine Krankheit erst ermöglicht.
    Einige hier sehen das sicher anders, ich sehe es eben so. :)
    Von daher gilt für mich: Eine Krankheit ist auch immer eine Chance.
    Ich habe für manche Entwicklungen viel Zeit gebraucht.
    Sicher länger als viele hier im Forum.
    Ist aber egal, hauptsache, ich mußte nicht wieder saufen.

    Damit bin ich auch schon bei der nächsten Schreiberin hier,
    Slowly schrieb Dir:

    Zitat

    Als ich vor 3,5 Jahren trocken wurde, war für mich das "nie wieder" wie eine Befreiung !

    Denn das "nie wieder" bedeutet ja nicht nur, nie wieder die betäubende Wirkung des Alkohols fühlen zu werden, sondern auch nie wieder den ganzen Mist erleben zu müssen, der damit zusammen hängt.

    Mir ging es ebenso !
    Für mich war es auch eine unendliche Befreiung, nicht mehr Saufen zu müssen.
    Das begann schon im KH, als ich nicht mehr auf Entzug kam, keine Schweißausbrüche mehr, keine anderen Entzugssymptome,
    die gewohnten Ängste tauchten nur ganz kurz auf, bis ich wirklich verstand, das ich die nicht mehr brauche, weil keine Entzugssymtome mehr auftreten.
    Das war für mich wie ein Wunder und ich war so unendlich dankbar dafür.

    Später, wieder zuhause, war es für mich eine Erleichterung und Riesen-Befreiung, keinen Stoff mehr besorgen zu müssen.
    Keine Heimlichkeiten mehr vor meinen Liebsten, keine Lügen mehr, kein heimliches Trinken... all dieser ganze Mist, der im nassen Stadium unserer Krankheit so typisch ist.
    Neee also tut mir leid, davon vermisse ich sicher nichts.

    Es gab aber auch Gedanken, ob ich denn jemals wieder so lustig sein kann, ohne Alk?
    Heute frage ich mich, was daran überhaupt lustig gewesen sein soll, ich kann es heute nicht mehr nachvollziehen.
    Aber es GAB diese Gedanken damals !
    Die verflüchtigten sich aber recht schnell, denn ich merkte, das der Humor ja trotzdem in mir drin ist.
    Um lachen zu können, fröhlich sein zu können bis hin zum heftigen Rumalbern brauche ich keinen Alkohol.
    Das ist auch alles so da :)
    Was also sollte ich denn noch vermissen?
    Die Entspannung, die der Alk auslöste?
    War doch eh nur ne vorgetäuschte Entspannung, ausgelöst durch eine chemische Droge !
    Man kann zwar prima Probleme mit Alk verdrängen, funzt aber nicht auf Dauer.
    Die Probleme bleiben, nur hat man mit dem Alkoholmissbrauch und evtl. auch folgender Abhängigkeit nur noch ein Problem zusätzlich.
    Ich halte es für Unsinn, sich nur mit Alk entspannen zu können.
    Dann müssten ja alle Menschen, die keinen Alk trinken, komplett unentspannt sein.
    Also Schwachsinn.

    Du schreibst:

    Zitat

    Es fällt mir leicht, die vielen dunklen, einsamen Stunden hier in der Wohnung negativ zu belegen.


    Sicher kannst Du das.
    Denn der "Alk-Teufel" labert Dir da noch schön einen vor, gelle? :wink:
    Ich kann Dir nur eins sagen, der Alk-Teufel ist absolut verlogen und verschlagen und ganz sicher kein Freund.
    Der will nur, das Du wieder Alk konsumierst, mehr nicht.
    Fall nicht auf ihn herein.
    Am Ende bezahlst Du nämlich dafür mit Deinem Leben.

    Außerdem ist das schon mal ein Ansatzpunkt für Änderungen in Deinem Leben !
    Du musst nicht allein und einsam in der Wohnung hocken !
    Schau, was Du daran schnellstens ändern kannst. Ich halte das gerade auch zu dieser Jahreszeit für wichtig, damit man nicht in eine depressive Verstimmung rutscht.
    Das Wetter draussen, die frühe Dunkelheit, die fehlende Sonne, das nun einsetzende grau-in-grau ist alles ja nicht sooo dolle für die Seele.
    Also muss man daran arbeiten, das es einem weiterhin gut geht.
    Was für Veranstaltungen gibt es bei Euch in der Nähe, die Du gefahrlos besuchen kannst, sprich, wo nicht gesoffen wird?
    Was wäre mit einem Sportverein oder erstmal Sport-Treff ?
    Gibt ja sog. Lauftreffs beispielsweise.
    Was hast Du für Hobbys?
    Kannst Du das was reaktivieren, was Dir Spaß machen könnte?
    Es geht hier einfach auch um ausprobieren, was einen gut tun könnte.
    Das fällt einem nicht gleich immer so in den Schoss.

    Was kannst Du zuhause für Dich tun, um nicht so einsam zu sein?
    Vielleicht regelmäßig Leute zu einem Spieleabend einladen?
    Oder zum Essenkochen?
    Oder oder oder... das sollen ja nur Anregungen zum Nachdenken sein, kenne ja nicht Deine Interessen und Vorlieben.

    Regelmäßig hier zu schreiben und zu lesen kann auch sehr hilfreich sein, wie Du ja schon bemerkt hast.
    Das ist also auch ne Möglichkeit.
    Ich sehe, das auch wieder ein Feiertags-Chat angesetzt wurde über die Weihnachtsfeiertage...
    Ich kann mich an viele lustige und auch informative Chats in der Vergangenheit erinnern... und einsam fühlte sich dann auch keiner mehr.
    Also, Teilnahme vormerken :wink:

    So, muss auch los... bis denne... mache mich dann bald an Deine Seite 2 :shock: :lol:
    LG Sunshine

    Hallo Pancho,
    ich kenne Deinen Thread noch nicht, habe jetzt nur die letzte Seite gelesen.

    Zitat

    Es hat mir auch keine Angst gemacht, aber seltsam finde ich es schon. Auch weil ich weder hier im Forum noch bei Google Informationen dazu finden konnte. Es scheint also nicht normal zu sein.

    Von dieser rumgoogleei kann ich nur dringend abraten.
    Ich hatte vor einiger Zeit einen unangenehmen Eingriff vor mir und googelte darüber.
    Danach hatte ich nur noch mehr Angst, was alles passieren könnte und traute mich kaum noch.
    Der Eingriff verlief ohne weitere Schwierigkeiten und war nach einer Woche schon beinah vergessen.
    Das googlen hat mir nur zusätzliche Angst gemacht und war somit wirklich kontraproduktiv.
    Andere Sache, ich bekam vor einigen Monaten knallrote Augenlider und ich googelte wieder mal :oops::roll: und las von Lebensmittelallergien bis hin zu anderen möglichen Erkrankungen.
    Diesmal aber schon schlauer, suchte ich dann doch schnell meine Ärztin auf, die mir sagte, sie sehe das oft bei Frauen in den Wechseljahren,
    gab mir dann eine Salbe, die ich ein paar mal auftrug, und der ganze Zauber verschwand wieder, das ist einige Monate her.

    Von daher kann ich Dir nur dringend raten, geh bitte mit so einem Problem zum Arzt.
    Nicht mehr googlen, das macht einen nur komplett verrückt und man denkt, das man sonstwas hat, dabei ist es oft nur was harmloses.
    Ich für meinen Teil werde das nicht mehr tun, habe dadurch schon genug Schaden gehabt. :?

    LG Sunshine

    Hallo herbstrose,

    Du schriebst:

    Zitat

    Ich kenne deinen persönlichen Hintergrund nicht und weiß nicht ob du in der Anfangszeit nicht auch versucht hast das "Trinken" zu kontrollieren.

    Ja natürlich habe ich das auch versucht.
    Ich konnte auch recht lange eine Fassade aufrechterhalten.
    Vielleicht sogar vor mir selbst?
    Ich konnte aber nichts wirklich kontrollieren, der Alkohol kontrollierte mich garantiert mehr als ich ihn :wink:
    Ich habe mich dadurch lange als Versagerin gefühlt.
    Für mich war es eher eine Erleichterung als Scham, zu erkennen (und das auch in KH so gesagt zu bekommen, das ich eine Krankheit habe.
    Die da heißt "Alkoholismus".
    Denn das bedeutete, das ich nicht dumm und willensschwach bin, sondern "nur " krank.
    Und diese Krankheit kann ich stoppen, im Gegensatz zu anderen unheilbaren Krankheiten.
    Wer hat schon solche guten Aussichten?

    Später mehr... ich bin gerade auf dem Sprung zum Pizza-Essen-Gehen :)
    LG Sunshine

    Hallo Chip,
    und Herzlich Willkommen hier im Forum.
    Wie stellst Du Dir denn Deine weitere Vorgehensweise vor?
    Denn Deine bisherige war wohl wenig erfolgreich, wenn ich das so lese?
    Waren die Entgiftungen im KH oder unter Aufsicht eines Arztes?
    Warum konntest Du danach nicht trocken bleiben, was ist da schief gelaufen?
    Und vor allem, was bist Du denn überhaupt bereit zu tun?
    Welche Priorität hat bei Dir die Abstinenz?

    LG Sunshine

    Hallo dawarmalwas,
    Herzlich Willkommen hier im Forum.
    Schön, das Du hergefunden hast.

    Für mich ist es immer wieder schrecklich, zu lesen, wie viel der Alkohol zerstört. Und ich glaube, da werde ich auch nei abstumpfen, egal
    wie viel Geschichten ich lese.

    Erst einmal eines vorweg:
    Die einzig mögliche Hilfe für den Alkoholkranken ist die NICHT-Hilfe, solange er säuft.
    Und das Dein Mann ein Alkoholproblem hat und längst die Schwelle des Missbrauchs überschritten hat, liegt für mich klar auf der Hand.
    Wie können und dürfen hier ja keine "offiziellen" Diagnosen stellen, aber ich darf ja denken, was ich will.
    Und wenn ich lese, was schon alles passiert ist, dann sehe ich mich teilweise in meine eigenen Vergangenheit zurückversetzt.
    Und ich war zum Zeitpunkt ähnlicher Geschehnisse bereits stark alkoholabhängig.
    Von daher ziehe ich meine eigenen Schlüsse.

    Du hilfst ihm immer wieder, ins Bett zu kommen.
    Warum eigentlich?
    Mit solchen Aktionen zeigst Du Deinem Mann ja auch immer wieder, das er tun kann, was er will.
    Du kümmerst Dich schon.
    Und wie soll er wach werden, wenn sein Umfeld versucht, alles ungeschehen zu machen?
    Dazu gehört ja auch, ihn vom Flur aufzusammeln (oder wo auch immer) und ins Bett zu verfrachten.
    Ich sag Dir was, dawarmalwas:
    Ein Alkie muss erst seinen Tiefpunkt erreichen !
    Eher wird er nicht mal in Erwägung ziehen, mit dem saufen aufzuhören.
    Ein Tiefpunkt sieht natürlich bei jedem anders aus.
    Den einen reicht geringfügigere Vorkommnisse wie einem anderen.
    Es kann jedenfalls schon mal helfen, sich in einer schlimmen Situation wieder zu finden, um knallhart zu sehen, was abgeht !
    Selbst nasse Alkoholiker haben noch ab und an klare Momente, wo sie sehen können, was sie anrichten.
    Und in seiner eigenen Kotze und Pisse aufzuwachen(ich schriebe das Extra so knallhart!) kann hilfreich sein !
    Ich erinnere da gerade jemanden, der morgens in einem Blumenbeet aufwachte und das war ihm genug Anlass, mit dem Saufen aufhören zu wollen.
    Wenn Du also noch irgendwas für Deinen Mann tun willst, weil er Dir noch ein bisschen was bedeutet (als Mensch, vielleicht nicht mal mehr als Partner) dann lass ihn um Gottes Willen da liegen !
    Du gibts ihm damit eine Chance, vor den Konsequenzen seines Tuns zu stehen.
    Und vielelicht doch zu handeln.
    Unterstütze ihn nicht mehr in seinem Tun. Das tust Du nämlich momentan.
    Das beinhaltet auch nicht nur, ihn liegen zu lassen.
    Stelle ihn auch vor andere Konsequenzen.

    Du schreibst:

    Zitat

    Ich habe mich vor ein paar Wochen einer sehr guten Freundin anvertraut und das hat schon mal bewirkt dass man viele Dinge klarer sieht. Aber wie es nun weitergehen soll weiß ich nicht. Es muss einfach was passieren. So kann und will ich nicht leben. Ich habe letztes Jahr meine kleine Schwester an Krebs verloren, sie hatte noch so viel vor und hatte so ein realistisches Bild von meinem Mann und ich habe ihr einfach nicht zugehört bzw habe das zur Seite gewischt weil es mir so unangenehm war. Ich will das nicht! Ich will später mal auf mein Leben zurück gucken können und sagen können es war schön.

    Damit hast Du schon den ersten wichtigen Schritt getan!
    Du bleibst nicht mehr allein in dieser Situation, schweigst nicht länger.
    Sehr gut gemacht!
    Und Du hast außerdem hier hergefunden. Und schreibst auch hier offen, was wirklich abgeht.
    UND Du weisst schonmal, was Du NICHT mehr willst !
    Dir ist außerdem auf schreckliche Art und Weise bewußt geworden, wie endlich das Leben ist, durch den Tod Deiner Schwester.
    Mein Herzliches Beileid, das muss schrecklich gewesen sein :cry:
    Nun musst Du eigentlich "nur noch" ins Handeln kommen.
    Was aber auch schwer ist, ich weiß.
    Du wirst sicher nicht gleich alles ändern können, vielleicht auch noch keine Trennung schaffen.
    Aber Du kannst schrittchenweise vorwärts gehen. Das ist auch schon viel!
    Schau bitte ganz genau hin, was Du wirklich willst, denn ich gehe davon aus, das wir nur dieses eine Leben haben.
    Und Du wirst hier auch Begleitung finden bei Deinen Schritten.
    Ich kann hierzu auch immer nur wieder den Geschlossenen Bereich empfehlen, gerade für "Frischlinge", egal ob Alkoholiker oder CO.
    Dort ist meiner Meinung nach der Austausch einfach intensiver.
    Außerdem kann dort nicht das gesamte www drauf zugreifen, ich halte auch das für wichtig!
    Aber das nur mal am Rande... das musst Du letztendlich selbst entscheiden.

    Du schreibst:

    Zitat

    Um die Kinder kümmere ich mich. Schon immer. Es gab nicht eine Nacht in der er aufgestanden ist uns sich um die Kinder gekümmert hätte. Nicht eine Windel die er mal gewechselt hätte – außer natürlich es war Besuch da und er musste präsentieren wie toll er ist.


    Da möchte ich Dir einiges mal gleich vorweg sagen:
    Ein "Saulus" wird auch trocken selten zum Paulus.
    Mit sowas würde ich also nicht rechnen, selbst wenn er wach würde und trocken werden wollte.
    Auch trocken dreht sich meiner Meinung nach (und auch Erfahrung) niemand um komplett 180°.
    Ich sehe in meinem Bekanntenkreis momentan viele ganz tolle, junge Väter.
    Die ihre Vateraufgabe ganz bewußt wahrnehmen, und dazu gehört bei ihnen auch, die Kleinen auch zu wickeln und ihnen Essen zu machen.
    Ich habe meinen Schwiegersohn schon sehr oft in der Küche stehen sehen oder die Kinder wickeln und anziehen.
    Viele der "neuen Väter" kümmern sich meiner Meinung nach heutzutage rührend um ihre Kinder und wollen sie ganz bewußt aufwachsen sehen.
    Ich finde das einfach toll, muss aber auch dazu sagen, das auch mein erster Mann sowas schon vor weit über 30 Jahren tat.

    Darum würde ich auch dad mal genauer hinschauen an Deiner Stelle, liebe dawarmalwas.
    Wenn ich Dich lese, erscheint mir doch das Verhalten Deines Mannes sehr lieblos. Nicht nur den Kindern gegenüber...
    Und da würde ich hinsehen, ob ich SO leben will?
    Ich möchte jedenfalls, das mein Partner mich wertschätzt und mich auch so behandelt.
    Alles andere käme gar nicht in Frage.

    Zitat

    denn er wüssste ganz genau dass ich es mit einem seiner Kollegen eben auf dem Gästeklo getrieben hätte. Dann hat er seinen Ehering abgenommen und ihn auf den Tisch geknallt.

    Das ist soooo typisch "nasser Alkoholiker" !
    Ich habe auch solche Schoten gerissen, wenn auch nicht ganz so krass.
    Ich habe meinem Partner unterstellt, fremdzugehen und mich nicht mehr zu lieben.
    Nichts davon stimmte !
    Weißt Du, ich weiß auch heute, woher das kam...
    Ich fühlte mich selbst so wertlos. So unliebenswert.
    Warum also sollte denn jemand bei mir bleiben, mich als Partnerin wollen.
    Ich hatte mein Selbstwertgefühl völlig kaputtgesoffen, da war ja kaum noch was.
    Und dann passieren solche grundlosen Eifersüchteleien, die mit ienem gesunden Selbstwertgefühl auch nicht nur ansatzweise entstehen.

    Du siehst also, der Alk macht ALLES kaputt, wenn jemand alkoholkrank wird und im nassen Stadium seiner Krankheit ist.
    Der Alk verändert auch das Wesen durch Zerstörung des Selbstwertgefühls.
    Und er macht auch innerlich in der Seele/Psyche noch viel mehr kaputt :?

    Eines sollte aber nie passsieren, nämlich das der Alkohol sich gleich 2 Menschen oder noch mehr holt (die Kinder sind auch immer mit betroffen)
    Und da musst Du nun irgendwie tätig werden, wenn Du das verhindern willst, liebe dawarmalwas
    Damit Du wirklich nicht Dein ganzes restliches Leben und das Deiner Kinder schrottest.
    Und am Ende dastehst und Dein Leben nie so gelebt hast, wie Du es gerne wolltest.
    Du hast es in der Hand, was in Deinem Leben (und im Leben Deiner Kinder, sie können noch nicht selbst entscheiden) passiert !

    LG Sunshine

    Hallo Herbstrose,
    Herzlich Willkommen hier im Forum.

    Ich frage auch nochmal gaz klar und gezielt nach:
    Siehst Du Dich als Alkoholikerin?
    Willst Du ein suchtmittelfreies Leben?

    Solltest Du kontrollierten Alkoholkonsum anstreben (was bei Alkoholikern eh unmöglich ist) dann klick ich schonmal weiter :wink:
    Denn damit befasse ich mich erst gar nicht, weils keinen Sinn macht.
    Will ja niemanden "bekehren", mit der Süchtelei aufzuhören, das muss jeder selbst entscheiden.

    Ich bin seit 14 Jahren trocken und konnte auch vor 4 Jahren wieder aufhören zu rauchen.
    Als ich trocken wurde, habe ich nicht geraucht.
    Da habe ich erst nach Jahren der Trockenheit wieder mit angefangen.
    Koffeinhaltigen Kaffee trinke ich schon lange nicht mehr, seit Jahrzehnten nicht.
    Und ich vermisse ABSOUT NICHTS !

    Ich würde da an Deiner Stelle eine Sache nach der anderen angehen.
    Alles zusammen ist wahrscheinlich zu viel.

    Ich bin mir nicht sicher, ab mich Saufen, Rauchen oder Kaffee trinken jemals wirklich entspannt hat.
    Ich denke, das habe ich mir nur eingeredet.
    Vom Alkohol bin ich abhängig geworden.
    Von Kaffee bekam ich eher Herzstolpern und Magenschmerzen.
    Und die Raucherei tat mir auch kein bisschen gut.
    Wo also bitte soll denn da die Entspannung sein?
    Ich glaube nicht, das es entspannend ist, seinen Körper zu vergiften.
    Wie auch immer, die Nikontinsucht konnte ich aus eingener Kraft stoppen.
    Und Kaffee-Trinken konnte ich von jetzt auf gleich aufhören, bekam mir ja eh nie.

    Mit dem Alkohol war es allerdings komplett anders.
    Da kam ich einfach nicht allein mehr raus.
    Ich brauchte ärztliche Hilfe (eine professionelle Entgiftung) und die Unterstützung meiner Familie und meiner weiterbehandelnden Ärztin.
    Ohne die hätte ich es nicht mehr geschafft.

    Entspannungmethoden?
    Für mich ist es entspanned, meinem Hobby nachzugehen.
    Oder anderen Interessen.
    Oder mich mit Freunden zu treffen.
    Ein heißes Bad entspannt mich auch gut, aber davon rate ich Dir lieber erstmal ab aus von Dir genannten Gründen.
    Ach ja, regelmäßig schwimmen gehe ich auch und anderen Ausdauersport mache ich auch ein bisschen.
    Auch das entspannt mich, Sport tut ja dem Körper ebenso gut wie der Seele.
    Von daher... wenn Du vielleicht am WE schon ein bisschen mehr Kraft hast, vielleicht magst Du ja schonmal durch den Herbstwald walken?
    Mit kleinen Schritten anfangen... ich glaube, das hat am meisten Aussicht auf Erfolg. :wink:

    LG Sunshine