Ja, das stimmt, Rattenschwanz... unser Verhalten war nicht gesund und es gab sicher (auch bei mir einen Punkt), an dem man noch hätte umkehren können.
Und richtig, da wollte ich auch noch nicht umdrehen.
Ich sah ja auch noch gar nicht den Schaden, den ich mit meinem Alkoholmissbrauch anrichten könnte und später auch tat.
Ich möchte dazu auch nochmal anmerken, das wir in der Schule auch gar nicht über die schweren Folgen aufgeklärt wurden.
Das ist aber auch KEINE Schuldzuweisung, sondern nur eine Feststellung.
Wir wurden über andere Drogen mehrmals aufgeklärt und ich habe die auch nie angerührt.
Ob es nun daran lag, kann ich auch nicht sagen.
Aber ich würde mir wünschen, das junge Menschen heutzutage auch in der Schule schon gewarnt werden.
Ob es hilft, steht auf nem anderen Blatt... aber drüber geredet werden sollte mindestens.
Zitat
Ich hätte aber mit etwas mehr Mut und vlt. bissl mehr Selbstbewusstsein und auf jeden Fall ohne dieses schreckliche darüber Nachdenken, was der Nachbar dazu wohl sagen wird, einiges in meinem Leben anders regeln können.
Hmmm... aber auch das ist kein 100% Schutz, Rattenschwanz.
Ich hatte nie zu wenig Selbstbewußtsein, eher im Gegenteil.
Ich hatte nie Angst davor, was die Nachbarn reden könnten, und ich war immer ein autarker Mensch, der sich von nix wirklich abhängig machte.
Und mutig war/bin ich auch.
Ich bin trotzdem alkoholkrank geworden.
Vielleicht auch aufgrund eines kleinen Größenwahns, das MIR sowas ja nicht passieren kann
Aber ich denke trotzdem, das ein gesundes Selbstbewußtsein auch ein gewisser Schutz vor Drogenabhängigkeit ist.
Damit kann man einfach besser Nein sagen.
Da fällt mir eine Szene ein, vor einigen Jahren an der Kasse eines Supermarktes erlebt...
3-4 Jugendliche standen hinter mir und kauften ne Fl. Wodka.
Dem Gespräch heraus konnte ich entnehmen, das sie die vor einem Disko-Besuch trinken wollten, um "lockerer" zu werden.
Der eine sagte auch noch, er traue sich sonst nicht zu tanzen.
Mit so nem Mist geht es ja schon los...
Da sind dann auch die Eltern gefragt, ihren Kindern ein gesundes Selbstbewußtsein mit auf den Weg zu geben.
Damit sie zu so einer Situation beispieslweise Nein sagen können.
Saufen werden sie alle mal, da bin ich mir beinah sicher.
Aber mit einem gesunden Selbstbewußtsein kann man vielleicht früh genug wieder aussteigen?
ZitatDamit geht mir's aber entschieden besser, weil sich meine Wertevorstellungen verschoben haben,
besser geschrieben: Weil ich - unter anderem - meine Wertevorstellungen verschoben habe, geht es mir heute gut.
Meine Wertvorstellungen haben sich auch verschoben.
Ich bin während meiner Entgiftung einmal kurz klinisch tot gewesen.
Das hat mein Leben nochmal sehr verändert.
Es hat mir geholfen, wichtiges von unwichtigen zu trennen.
Und es hat mir geholfen, mich von Ängsten zu befreien.
So nach dem Motto: Mir ist das Schlimmste ja schon passiert...was sollte mir denn jetzt noch Schlimmeres zustoßen?
Dann interessiert es n kompletten Dreck, was die Nachbarn labern, auch wenn mir das früher schon nicht wichtig war.
Nun ist es völlig uninteressant.
Und das gilt auch für einige andere alte Ängste.
LG und sorry für den Threadmissbrauch, liebe Calida.
Wie geht es Dir heute?
LG Sunshine