Hallo Kalliopi,
ich denke, Du hast verstanden, was ich meinte, ich fühle mich jedenfalls nicht mißverstanden
Sollte es anders sein, muss das aber auch nicht an Dir liegen, es kann ja ebenso gut daran liegen, das ich mich unklar ausgedrückt habe.
ZitatAlles anzeigenIch hab schon recht klare Vorstellungen, was für mich eine schöne Partnerschaft ausmacht.
Bevor ich mit meinem Partner zusammenkam, war ich mehrere Jahre Single. Ich war's also gewohnt, allein durchs Leben zu gehen, und hab mich dabei auch sehr gut gefühlt.
Eine Partnerschaft besteht für mich aus zwei gleichberechtigten, eigenständigen Menschen, die ohne einander könnten,
weil sie auch in der Lage sind, auf eigenen Füßen zu stehen, die aber miteinander wollen, weil sie sich lieben.
Zu einer gesunden Partnerschaft gehört für mich, dass sich jeder auch mal am anderen anlehnen kann, gegenseitiger Respekt,
dass man sich immer auf Augenhöhe begegnet.
Ein Partner steht nicht hinter mir, um mir zu folgen, nicht vor mir, damit ich ihm folge,
sondern neben mir, weil wir gemeinsam durchs Leben gehen.
Solange der Weg der gemeinsame Weg ist.
Freilich gehört dazu auch, dass man sich gegenseitig sein Herz ausschütten kann, wenn man Probleme oder eben eine Krankheit hat.
Ja, ich halte diese Vorstellungen von einer Beziehung auch für sehr gesund.
Ein Idealzustand sozusagen. ![]()
Sicher wird es nicht an jedem Tag so sein können, es gibt auch in intakten Beziehungen ja durchaus mal Streit, Ärger, Alltagstress etc.
Und auch Ungleichgewichte, die sich aus Umständen ergeben, die man gar nicht voraussehen konnte.
Aber wenn es größtenteils so oder so ähnlich läuft, wie Du es beschreibst, würde ich das schon als durchaus geglückte Beziehung beschreiben. ![]()
ZitatWas meine Partnerschaft trübt, sind alle paar Wochen die Abende, an denen er betrunken schnarchend auf dem Sofa liegt
und man nicht mehr mit ihm über ein Problem sprechen kann, weil er es für sich gerade in den Hintergrund gesoffen hat.
Ja.
Und wahrscheinlich wird es bei den bisher eher wenigen Abenden nicht bleiben.
ZitatDarüber habe ich lange nachgedacht und bin auch noch nicht ganz fertig mit nachdenken... Winken Wann verbiege ich mich?
Wie verbiege ich mich? Wie würde ich mich eigentlich gerne verhalten? Diese Fragen muss ich noch für mich beantworten.
Ich denke, es gibt da sehr unterschiedliches Empfinden, ab wann man sich verbiegt.
Was der eine als einschränkend oder als persönliches Verbiegen empfindet, ist für jemand anderen noch völlig okay.
Von daher kannst wirklich nur Du allein wissen, ab wann Du dich zu sehr verbiegst.
Es gibt aber Anzeichen dafür, ab wann Grenzen überschritten werden.
Wir haben schon viel zu sehr verlernt, auf unseren Körper zu hören.
Denn der signalisiert schon recht deutlich, ab wann eine Situation für uns grenzüberschreitend ist und somit nicht mehr okay.
Der "Rest" (Gefühl und Verstand) merkt es erst etwas später.
Aber auch von dort kommen normalerweise Signale.
Ab da, wo Du Dich persönlich unwohl fühlst, ab da stimmt dann auch was nicht mehr.
So würde ich das erstmal ganz pauschal sagen.
ZitatVielleicht kriege ich das mit der inneren Abgrenzung
nicht hin, weil innere Abgrenzung doch gleichbedeutend ist mit Trennung? Vielleicht ist aber die innere Abgrenzung auch ein Prozess, dessen Ende eine Trennung sein könnte?
Ich weiß nicht.
"Wissen" tue ich das auch nicht ![]()
Aber ich denke schon, das es oft so ist, wie Du schreibst.
Ich sage es mal so:
Viele CO`s versuchen erstmal, über Abgrenzung dem alkoholkranken Partner deutlich zu machen, das die Sauferei nicht okay ist.
Es soll wie eine Art "Strafe" für "Fehlverhalten" sein
Nun ist aber die Alkoholkrankheit kein Fehlverhalten, sondern eben eine KRANKHEIT.
Von daher bringen solche "Erziehungsmaßnahmen" nur selten was.
Klar, sie können auch in Einzelfällen den alkoholkranken Partner wachrütteln, aber
in den meisten Fällen wird erstmal weiter gesoffen.
So nach dem Motto "ach lass die Alte/den Alten ma labern... die/der beruhigt sich auch wieder"
Sollte das nicht eintreten und der Partner/oder der CO "nervt" weiterhin rum (oder grenze sich eben ab), backt man erstmal ne Weile kleine Brötchen.
Was aber nicht heißt, man säuft nicht mehr
man versucht dann, das heimlich zu tun, bis sich die Wogen wieder geglättet haben.
Oder aber man bricht n Streit vom Zaun, um wieder einen "Grund" zum Saufen zu haben.
Sogar die Abgrenzung selbst beispielswiese könnte dann als Grund herangezogen werden, wieder saufen zu müssen.
Bekloppt, gelle?
Ja, oder der Partner/oder CO beginnt wirklich, sich abzugrenzen, weil er sich wieder ein eigenes Leben aufbauen will.
Der Schritt zur völligen Trennung ist evtl. erstmal noch zu groß ?
Aber die endgültige Trennung ist dann wohl doch das Hauptziel.
Alles beginnt erstmal mit dem ersten Schritt.
Und das wäre eben die Abgrenzung.
Um so auch erstmal wieder zu sich selbst zu finden.
Denn mit Abstand vom anderen gelingt das mit Sicherheit sehr viel besser.
Und während dieser Abgrenzung merken viele auch, das sie im Grunde ja schon sehr lange allein waren.
Weil der Partner längst in einer anderen Welt lebte, eben in seinem kleinen Suchtkarussell.
Und dazu hat der Partner normalerweise keinen Zugang, es sei denn, er säuft selbst.
Aber auch dann leben beide doch irgendwie in verschiedenen Saufwelten, glaube ich. Hm. Gruselig.
Zitat
Die vielen Erfahrungsberichte im Co-Bereich gehen nicht spurlos an mir vorbei: Da sind so viele Menschen, die in ihrer verfahrenen Situation auch einfach aufstehen und gehen könnten,
es aber dann doch nicht tun.
Vielleicht würde ich mich ganz genauso verhalten und - wie Du sagst - den Hintern nicht mehr hochbekommen und lieber still leiden.
Ich weiß nicht. Auch darüber muss ich noch nachdenken.
Ja, denke mal darüber nach.
Warum jemand(oder DU) lieber still leiden würde, anstatt sein Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen und in eine zufriedenere und glücklichere Richtung zu steuern ?
Du hörst Dich allerdings schon recht gut sortiert an.
Und hängst evtl. auch noch nicht ganz so tief drin?
LG Sunshine