Beiträge von Sunshine_33

    Hallo Ratlos,
    ich denke auch, das Dein Partner will, das Du die Füße still hälst und auch nix mehr sagst bezüglich seiner Krankheit, denn "er tut doch was". Wie man aber sehen kann, reicht diese Hilfe nicht aus und ich hab auch ein bisschen den Eindruck, er will noch gar nicht aufhören. Ist aber nur ne Vermutung. Vielleicht braucht er auch einfach mehr professionelle Hilfe, und die kannst Du so oder so nicht leisten. Darum muß er sich auch selbst kümmern.
    Ein Angehöriger kann einfach niemals einen Alkoholiker trocken legen, sowas funzt nicht.

    Zitat

    Damit einher geht ja letztendlich für mich auch die Tatsache, dass diese Partnerschaft endgültig verloren ist, wenn ich nicht mit untergehen will.

    Ja, das ist die bittere Erkenntnis :?
    Du mußt nun sehen, was Du mit dieser Erkenntnis machst.
    Du kannst Dich auch noch jahrelang an Deinen Alkie hängen und wieder und wieder versuchen, doch noch zu helfen.
    Dabei opferst Du aber dann Dein eigenes Leben. Psychosomatische Erkrankungen können auch dazu kommen, wäre nix seltenes für einen CO.

    Du kannst aber auch ab heute, jetzt sofort, Dein eigenes Leben in die Hand nehmen und es retten. So wie auch ein Alkoholiker das könnte.
    Hilfe dafür kannst Du hier sicher finden.

    Es ist DEIN Leben, mach was draus !
    Mache es Dir nicht selbst kaputt.

    Ein Nebeneffekt könnte übrigens sein, das Dein Partner merkt, was die Stunde geschlagen hat und Du nicht mehr bereit bist, so weiter zu machen. Und ab nun auch handelst. Das könnte ihn nochmal wachrütten, MUSS aber nicht!
    Wenn er wirklich trocken werden wollte, könnte also auch das für ihn noch zur Chance werden.
    Nachzudenken, was er wirklich in seinem Leben will. Sich totsaufen, denn darauf läuft es letztendlich hinaus, oder ein trockenes schönes Leben mit einer lieben Partnerin.
    Viele entscheiden sich allerdings für die Freunden "Alkohol".
    Also bitte nicht zu große Hoffnungen daran knüpfen. Sondern nur für sich selbst handeln. Was der andere dann draus macht, ist seine Sache.

    LG Sunshine

    Guten Morgen, Renate

    Du schriebst:

    Zitat

    Ich dachte mit meinen Beiträgen hier anderen evtl was geben zu können.
    Ob und was ich bastel ist für Menschen in einem Alkoholiker Forum wohl eher nicht das Thema?

    Renate, dies ist ein Selbsthilfeforum, hier nimmt sich schon jeder das, was er braucht :wink: . Du bist doch zuallererst für Dich hier, und nicht um anderen zu helfen. Geschieht es trotzdem, ist das natürlich ne tolle "Nebenwirkung".

    Du schreibst, hier interessiert sich niemand für Deine Basteleien. Du schreibst doch aber hier für DICH und nicht für andere.
    Ich für meinen Teil finde das nicht uninteressant, was Du sonst so in Deinem Leben machst, was NICHT mit Deinem alkoholkranken Ex zu tun hat.
    Und genau darüber zu schreiben, kann anderen auch weiter helfen. Indem sie nämlich sehen können, das es auch ein Leben NACH dem nassen Ex geben kann. Was gefüllt ist mit schönen Hobbys,
    Treffen mit lieben Menschen, eine Familie ist meisst auch noch da... diese kleinen Glücksgefühle, die man beim Hobby ausüben hat oder im Gespräch mit lieben Menchen, die sind doch auch so wichtig für das eigene Wohlbefinden.
    Das können nun natürlich auch teilweise sehr private Sachen sein, über die man dann schreiben würde. Darum bietet sich der Geschlossene Bereich dafür natürlich sehr gut an.
    Und Renate, Du warst doch auch schonmal im Geschlossenen Bereich. Von daher weißt Du doch auch, was wir für einen großen Hobby-und Freizeit-Bereich wir haben.
    Unser ganzes Leben dreht sich doch nicht nur um unsere Abhängigkeiten. Meiner Meinung nach darf und sollte es das auch gar nicht. Es gibt ein Leben neben der Alkoholkrankheit/Co-Abhängigkeit, das auch gelebt werden will.

    Renate, was Dein nasser Ex macht und tut, interessiert hier niemanden. DU interessierst hier!
    Er kann saufen oder nicht saufen, er kann machen, was er will. Das ist sein Leben.
    Er hat sich auch nicht hier angemeldet, sondern DU.
    Und Du weisst nun auch schon lange, das Du nix machen kannst, das nur er was an seinem Zustand ändern kann.
    Du kannst da nix mehr helfen.
    Leb lieber DEIN Leben und berichte uns von Deinen kleinen Erfolgserlebnissen dabei.
    Denn je mehr Du loslässt, desto mehr haben die auch ne Chance, wieder durchzukommen.

    Ich sehe es so, jeder neue Tag birgt in sich die Chance, im Grunde nochmal ein komplett neues Leben zu beginnen. Indem man sich vom alten Ballast löst und wieder frei ist, was Neues zu beginnen.
    Von allem wird man sich nicht lösen können und ein bisschen naiv ist der Gedanke natürlich auch :wink: Aber mir hilft er immer.

    Lieben Gruß und einen schönen Tag wünsche ich Dir.
    Sunshine

    Zitat

    Aktuell und zuküntig spielt er ganz sicher keine Rolle mehr in meinem Leben,er kann es nichtmehr beeinflussen.
    Ich hoffe das ich rüberbringen konnte was ich damit meine?.

    Tja Renate, ein bisschen schwierig ist das schon mit dem "rüberbringen", zumal sich ja beinah jeder Beitrag von Dir doch immer wieder um "ihn" dreht.
    Du erhältst auch immer noch Informationen über ihn (und das ist ja auch so erwünscht von Dir, wäre das anders, könntest Du das abstellen) , und ich denke, Dir ist keinesfalls egal, was er tut und macht.
    Du zählst immer noch die Wochen, wo er sich nun nicht mehr gemeldet hat (ist in so einigen Beiträgen von Dir hier ja nachzulesen) dabei wäre das doch völlig schnuppe, wenn es für Dich auch vorbei wäre.
    Mich erschreckt, das Du schon so lange Dein Leben nach Deinen Alkies ausrichtest.
    Ich wünsche Dir, das Du Dich vielleicht ja doch nochmal losmachst von all diesem Mist.
    Bisher ist davon allerdings noch nix zu merken...

    LG Sunshine
    die lieber schonmal wieder in Deckung geht, weils hier sicher gleich wieder Ärger gibt. Denn sowas liest Du ja nicht gern.

    schnuffig, Du schriebst:

    Zitat


    Hab ich übrigens hier gelernt, als ich angekommen bin und meinte, ich sei gar nicht so typisch.
    Zwei Monate kratzen, beißen und spucken waren das. Ich und typisch? Ja spinnen die?
    Heute sage ich: Ja, absolut. War ich und ich würde es wieder sein.

    Ich mag eines nicht so gern, nämlich auf meine langjährige Trockenheit explizit hinzuweisen. Ich mag mich damit nicht herausstellen. Und doch gelte ich schon lange als Langzeittrockene und verfüge darum auch über gewisse Erfahrungen.
    Zumal ich mich viel mit meiner/unserer Krankheit befasst habe und auch so einige Alkoholiker kennengelernt habe (trockene wie auch nasse).
    Eines ist mir dabei aufgefallen, und zwar auch schon während des Entwicklungsprozesses:
    Meinungen bezüglich meiner Krankheit änderten sich mit der Zeit. Ganz einfach, weil ich immer ehrlicher zu mir selbst wurde, aufhörte, mich zu schämen und weil ich immer mehr trockene Alkoholiker kennen lernte und auch von denen Gedanken übernehmen konnte.
    Im Grunde durchlief ich also den gleichen Entwicklungsprozess wie Du, aber Du wohl eher im Sauseschritt :wink: . Ich war da wohl sehr viel langsamer.

    Will damit nur sagen: Jemand, der 1 oder 2 Jahre trocken ist, denkt anders als jemand, der 10 Jahre trocken ist und evtl. denkt auch jemand, der 20 Jahre trocken ist, noch anders...
    Die Beschäftigung mit sich selbst ändert auch oft noch die Einstellung zu sich selbst und zur Krankheit :wink: weiß grad nicht, wie ich es besser ausdrücken kann.
    Auch das ist ein Entwicklungsprozess.
    Ich sehe auch an gewissen Postings, wo derjenige gerade steht.
    Ob er noch in der "Kratz-und Beißphase" :wink: ist oder schon weiter auf dem Weg :wink:

    LG Sunshine

    Moin September

    Wenn ich Dich lese, habe ich so ein gewisses Bauchgefühl... vielleicht irre ich mich aber auch damit.

    Ich habe bei Dir so ein bisschen das Gefühl, das Du sehr schnell angemuffelt bist, wenn nicht alles so läuft wie Du es gern hättest.

    Du schriebst:

    Zitat

    Ich möchte hier einen wirklich ehrlichen Austausch.
    So mache ich mir, tlw. sehr lange, Gedanken über das, was ich schreiben will.
    Das wünsche ich mir, zumindest in diesem Thread, auch von anderen.


    Aha. Es sollen sich andere lange Gedanken (um Dich/über Dich) machen, wenn sie Dir schreiben. Das ist Dein Anspruch. Damit falle ich schonmal raus, denn ich schreibe immer spontan und das, was ich denke. Ich model an meinen Worten auch nicht groß rum und überlege stundenlang, ob es denn auch alles so recht ist?
    Sternenhimmel hat sich die Zeit genommen, Dir zu schreiben und Du kanzelst sie ziemlich ab, weil sie Deiner Meinung nach an DEINEM Thema vorbei geschrammt ist. Wenn sowas auch in Deinem ganz persönlichen Leben Deine Art ist, wundere Dich nicht, wenn Leute nach einiger Zeit dann einfach winke-winke machen, denn auf sowas hat keiner wirklich Bock. :wink:

    Auch scheinst Du sehr nachtragend zu sein. Deine langjährige Freundin hat einen Hilferuf abgelehnt, weil sie sich damit wohl überfordert fühlte aufgrund vorheriger Erfahrungen. Das ist ihr gutes Recht. Bei Dir hat sie sich damit allerdings gleich komplett ins Aus geschossen.
    Weißt Du September, wir hören hier immer nur die eine Seite, manchmal würde ich auch einfach mal gern die andere Seite hören :wink:

    Ich weiß nur, das ich in meinem persönlichen Leben sehr wahrscheinlich sehr schnell Abstand von Dir nehmen würde. Denn ich denke, Du birgst ein hohes Verletzungspotential in Dir, was ich aus Eigenschutz meiden würde.
    Ich hab halt einfach das Gefühl, das Du schnell abtickst, wenn nicht alles so läuft wie Du willst. Und sollte gar Kritik kommen, gehts noch schneller.
    Die meisten Menschen möchten, das alles so läuft, wie sie es selbst gern hätten. Das ist gar nix ungewöhnliches und wahrscheinlich auch völlig normal.

    Nur läuft das Leben nun mal nicht so. Es kommen Dinge anders wie geplant/erhofft. Menschen reagieren anders wie erwünscht, das Leben ist einfach so unkontrollierbar
    :shock::P
    Die Kunst ist, dann auch damit umgehen zu können, anstatt überall nach "Schuld" der Anderen zu suchen. Sondern auch mal selbstkritisch auf SICH zu schauen.

    Wie auch immer, ich hoffe, der Austausch läuft hier immer so gut für Dich wie Du es Dir wünscht. Vielleicht finden sich ja ausreichend Leute, die genau das schreiben, was Du gern lesen willst. :wink:

    LG Sunshine

    Moin Andreas

    Zitat

    Bzgl. der Aussage von Sunshine würde ich gerne nochmal klarstellen, daß Willenskraft keinesfalls mit Intelligenz zu vergleichen ist. Nicht jeder intelligente Mensch ist zwangsläufig willensstark, nicht jeder willensstarke Mensch ist zwangsläufig intelligent.

    Ich habe Willenskraft nicht mit Intelligenz verglichen, ich bin nicht so unintelligent, das zu tun :P

    Ich schrieb:

    Zitat

    Ich habe Jahre später in einer realen SHG, in der ich kurze Zeit war, einige sehr starke, hochintelligente Persönlichkeiten kennengelernt. Menschen, die man sicher nicht so schnell vergißt.
    Aber weder ihre Willensstärke noch ihre Intelligenz half ihnen auch nur einen Pfifferling, als sie noch soffen.

    Falls es so mißverständlich rüber kam, diese Menschen die ich meinte, verfügten über BEIDES, Intelligenz UND einem starken Willen. Das ist also kein "Vergleich". Sondern sie waren einfach mit Beidem gesegnet :wink:
    Ansonsten hat ein starker Wille sicher nicht grundsätzlich mit Intelligenz zu tun.

    Du sprichst hier schon sehr individuelle Verhaltensweisen bezüglich des Saufens an. Das Schaubild, was ich eingangs ansprach, bezog sich aber gar nicht auf so individuellen Situationen.
    Sondern auf ganz allgemeine Krankheitsverläufe...
    Da wurde beispielsweise "Rückzug aus dem Freundeskreis/Isolation" genannt.
    Du schreibst:

    Zitat

    Der Eine wird beim Saufen agressiv, geht auf Konfrontationskurs, der Andere zieht sich zurück, will seine Ruhe und niemand um sich rumhaben.


    Beides hat im Endeffekt das Ergebnis, das man beginnt, sich zu isolieren. Entweder, weil man es sich mit allen verscherzt oder einfach, weil man niemanden mehr an sich ranlässt.

    Oder:

    Zitat

    Der Eine säuft nur am WE, der Andere täglich, wieder ein Anderer immer nur Abends.


    Das würde unter "regelmäßiger Alkoholkonsum" fallen.
    Nur am WE saufen oder täglich, oder nur abends, alles genannte wäre ja regelmäßig :wink: Könnte man auch als Saufrituale bezeichnen. Und in fast allen Fällen wird es immer mehr.

    Der Zeitpunkt des Abspringens aus der Sucht ist tatsächlich unterschiedlich. Das kann ich auch so aus meiner Erfahrung bestätigen. Nicht jeder durchläuft alle Punkte der Sucht.

    LG Sunshine

    Zitat von Karl65


    Du hattest prinzipiell den Willen, aufzuhören, hast es aber eigenständig nicht geschafft. Was macht den Unterschied zwischen dem eigenen Willen aufzuhören und einer professionellen Begleitung?
    VG
    Karl

    Ich brauchte erstmal ärztliche Hilfe, Karl. Hätte ich versucht, kalt zu entziehen, hätte ich das ganz sicher nicht überlebt. Ich war körperlich komplett abhängig.
    Wenn ich nicht trank, bekam ich große Panik. Oftmals regelrechte Panikanfälle. Ich dachte, ich könne keinen Tag mehr ohne Alkohol überstehen.
    Dazu kamen die üblichen Entzugssymtome, wie Zittern, große innere Unruhe, starke Angstgefühle, Schweißausbrüche etc.
    Das einzige, was dann "half", war wieder trinken. Zuletzt "mußte" ich sogar nachts nachkippen, weil ich sonst nicht mehr weiter schlafen konnte.

    Der Wille, aufzuhören, war da, Karl. Ich habe es oft versucht, mit runtertrinken beispielsweise. Nur funzte es leider nicht. Ich hab das nicht geschafft, die Panikanfälle und das alles war so schlimm, ich konnte es dann einfach nicht mehr aushalten.

    Dann bekam ich professionelle Hilfe in Form einer Entgiftung. Und ich geb es auch offen zu, ich hab nicht selbst danach gesucht, ich habe mich viel zu sehr geschämt. Ich hatte am Ende einen körperlichen Totalzusammenbruch und mein Mann rief den RTW.
    Auf der Intensiv, wo ich sofort landete, kämpften die Ärzte mit mir um mein bisschen Leben. Ich hätte die Entgiftung beinah nicht überlebt.

    Professionelle Hilfe bekam ich dann weiterhin von meiner mich später begleitenden Hausärztin, die mich in allem sehr unterstützte. Noch viel später dann fand ich hier ins Forum. Auch das hier sehe ich als professionelle Unterstützung, denn wer weiß wohl mehr von unserer Krankheit als ebenfalls Betroffene?

    Ich brauchte diese Art von professioneller Hilfe, meine Willenskraft half mir nix, ich hing viel zu tief drin.

    Und wenn nun jemand meint, die Willenskraft reiche allein aus, war derjenige noch nicht dort, wo ich mal war.
    Dann wüßte er, was für ein Unsinn das ist.

    Ich habe übrigens mal vor Jahren mit einen Neurologen über meine Krankheit gesprochen anlässlich einer Untersuchung. Das erste, was er mich fragte, als ich ihn davon unterrichtete, das ich Alkoholikerin bin, war, ob mir bekannt sei, das ich nichts dafür kann, also keinerlei "Schuld" trage?
    Ja, das war mir da schon längst bekannt. :wink:
    Er sagte mit auch weiterhin, das niemand voraussehen könne, wer an Alkoholismus erkranken wird und wer nicht.
    Ja, also wenn mir das doch sogar ein Arzt sagt (meine mich begleitende Hausärztin sagt übrigens genau das gleiche) dann darf ich es wohl glauben, oder? :wink:
    Denn die Beiden sind ja nun auch vom Fach, sie haben täglich mit alkoholkranken Menschen zu tun.

    Und wenn ich dann hier sowas lesen, das man doch eigentlich selbst schuld sei an einer angesoffenen Krankheit, dann kann ich nur noch verständnislos mit dem Kopf schütteln. Ich weiss dann aber auch ebenfalls, das derjenige sicher noch nicht viel gelernt hat über unsere Krankheit.
    Aber egal, nich mein Problem.
    Schweigen werden ich allerdings nicht zu sowas.

    Ich bin übrigens seit 11 Jahren trocken, falls das interessiert.

    LG Sunshine

    Carl57 schrieb:

    Zitat

    Auch wenn es nicht gerne gehört wird, ich halte Saufen und die Unfähigkeit sich davon zu lösen tatsächlich zu einem überwiegenden Teil für Willensschwäche.

    Das sehe ich komplett anders.
    Ich galt und gelte als sehr willensstarker Mensch.
    Aber gegen die Alkoholsucht war ich völlig machtlos.
    Mein Wille nützte mir rein gar nix im akuten Stadium meiner Krankheit.
    Ohne professionelle Hilfe anzunehmen geht da gar nix mehr, und auch diese Erfahrung habe nicht nur ich gemacht.

    Ich habe Jahre später in einer realen SHG, in der ich kurze Zeit war, einige sehr starke, hochintelligente Persönlichkeiten kennengelernt. Menschen, die man sicher nicht so schnell vergißt.
    Aber weder ihre Willensstärke noch ihre Intelligenz half ihnen auch nur einen Pfifferling, als sie noch soffen.

    Von daher halte ich das für ein (sorry) ganz dummes Vorurteil von Menschen, die es einfach nicht besser wissen/gar nicht wissen wollen.

    Zitat

    Und wer kann eine(n) Säufer(in) in seinen Verhaltensweisen besser (objektiv) beurteilen, als der/die Partner(in) oder Familienangehörige, egal ob nun "Co" oder nicht, oder irgendwelche (Ex)Leidensgenossen? Ich denke die, die ihn jahrelang ertragen müssen.

    Auch das sehe ich anders.
    Angehörige sind selbst viel zu involviert, um noch objektiv auf den Kranken schauen zu können. Da ist schon so viel Wut, Enttäuschung, Trauer, Resignation etc.
    Wo sollte denn da noch bitteschön Objektivität herkommen?

    LG Sunshine

    Hallo,

    Zu Deinen Fragen:

    Zitat

    Was ist denn ein typischer Alkoholiker....

    Es gibt typische Verhaltensweisen/Verhaltensauffälligkeiten bei der Krankheit Alkoholismus. Dazu mal Tante google befragt, wird sie einiges diesbezüglich ausspucken. :wink:
    Der Rest ist in diesem Forum oft nachzulesen :wink:

    Ich habe übrigens hierzu mal in meiner realen Gruppe ein Schaubild gesehen, was in den Räumlichkeiten hing. Es war darauf abgebildet, wie "üblicherweise" eine Alkoholkrankheit abläuft. Ich habe mich in beinah allen Punkten wieder erkannt. Es mag sein, das 1-2 Punkte nicht auf mich zutrafen, aber das wars auch schon. Hier mag es dann doch noch geringe individuelle Abweichungen geben, aber das ist auch schon alles.

    Es gab auf diesem Bild aber auch zu sehen, wie man wieder rauskommen kann aus der Sucht. Und auch darin konnte ich mich wieder erkennen :)
    Und auch dieser Verlauf schien mir typisch zu sein. Ohne Hilfe lief da nix mehr. Aber mit entsprechender Hilde gab es dann auch leicht unterschiedliche Wege in die Trockenheit. Ich bin ja auch keinesfalls einen typischen gegangen (ohne Thera, ohne SHG, "nur" mit einer Entgiftung).
    Es gab aber auch auf diese Schaubild nicht hundert Wege aus der Sucht. SO individuell isses dann auch wieder nicht.

    Zitat

    ... und wem hilft es , das so zu sehen

    ?

    Es kann helfen, festzustellen, das man nicht allein dieses kranke Verhalten hatte. Das andere davon ebenso betroffen sind/waren. Es kann so die Scham mindern. Ich für meinen Teil habe mich jedenfalls oft für meine Sauf-Verhaltensweisen geschämt, aber ich war zu krank/zu abhängig, das noch aus eigeiner Kraft ändern zu können.

    Zitat

    Für mich ist es erstmals keine Sache, sondern eine Krankheit, deswegen halte ich es auch für verkehrt alles über großen Kamm zu schweren .

    Einerseits mag ich es überhaupt nicht, alles über einen Kamm zu scheren, ich hasse es sogar. Andererseits hat aber diese Krankheit einen sehr typischen Verlauf. Da gehts nicht darum, ob mir Verallgemeinerungen gefallen oder nicht. Die Krankheit spricht ihre eigene Sprache.

    Ich halte es sogar für gefährlich, sich für einen ganz individuellen Alkoholiker zu halten.
    Denn genau das kann einen auch sehr lange in der Sucht festhalten.
    Weil man doch "so ganz anders ist als die anderen Säufer da draussen auf der Straße, die bei Pen*y umme Ecke stehen mit dem Discount-Büchsenbier".
    Nein, zu denen gehört man nicht, man "genießt" doch das Glas Wein vorm Kamin oder das hochwertige amerikanische Gesöff aus edlen Gläsern mit dicken Kristall-Glasboden... und pipapo... :roll:

    Dabei ist alles nur ne Frage der Zeit... bei Jobverlust wegen immer größerer Unzuverlässigkeiten ist auch schnell die Bude weg, weil keine Kohle mehr reinkommt, da reichts dann auf einmal nur noch für das Discount-Dosenbier.
    Kurzum, hier schrieb mal jemand vor vielen Jahren (ich hab n verdammt gutes Gedächtnis :wink: ): "ich hätte auch Bier aus nem Gullideckel gesoffen".
    Ja, ich hätte das sicher auch getan, irgendwann.... ich war zwar noch nicht ganz dort, aber der Weg dahin war unaufhaltsam. Ich mache mir da nix vor. Und will es auch nicht.

    Ich bin also eine Alkoholikerin, die NICHT individuell im akuten Stadium ihrer Krankheit war, ich habe diese rosa Brille schon gleich nach meiner Entgiftung weggeschmissen.
    Ich habe gesoffen, wo und wann immer es ging. Ich konnte nicht mehr anders, ich bekam Panik, wenn kein Alk mehr im Hause war. Am Ende drehten sich all meine Gedanken darum. Ich habe im Grunde alles riskiert für meine Droge. Ich kann nur froh und dankbar sein, das ich Hilfe bekam, da nochmal rauszukommen. Und das bin ich auch. :)

    LG Sunshine
    (die gern individuell ist, aber nicht in Bezug auf ihre Krankheit :wink: )

    Mit "schönreden" meine ich nicht nur Deine Beziehung, Quantensprung.
    Sondern das meine ich ganz allgemein so.
    Manch einer redet sich beispielsweise ja auch schön, das er/sie aufs nächste Schützenfest gehen und dort ordentlich Party machen kann. Und dabei Wasser trinken und alles ist gut. Hab ich tatsächlich bei einem Bekannten so erlebt. Aber der war auch der Meinung, er hätte evtl. gar kein Alkoholproblem, trotz mehrmaliger Entgiftungen. Er ist mittlerweile an seiner/unserer Krankheit verstorben...

    Darum, wie Du auch schon schreibst, Adlerauge, sei wachsam. Lieber Risikominimierung betreiben und ein schönes, zufriedenes trockenes Leben führen... das ist auf jeden Fall besser als alles andere. :)

    LG Sunshine

    Zitat von Florena

    Auch wenn ich im Grunde weiß, das es richtig und gesund ist für mich, nichts neues zu beginnen sondern erstmal mich selbst zu normalisieren, so muss ich ganz ehrlich sagen: Ich gönne es ihm nicht, so einfach alles hinter sich zu lassen und von vorne beginnen zu können. Warum sollte es ihm besser gehen als mir?

    Na, das ist doch mal ne klare und ehrlich Ansage. :lol:
    Auch wenn sie nicht sehr schmeichelhaft für Dich ist 8)
    Trotzdem, mit sowas kann man irgendwie doch besser arbeiten als wenn man sich immer noch wie eine reinkarnierte Mutter Theresa fühlt oder als Opfer.

    Zum Rest sicher später noch was, bin grad etwas auf dem Sprung...

    LG Sunshine

    Entschuldige, dann habe ich das mißverstanden.
    So ganz aber vielleicht auch doch nicht... denn:

    Zitat

    Davon abgesehen gibt es sicher nicht den einen Weg, der allheilend ist.


    Auch das halte ich wieder teilweise für einen Denkfehler. Es gibt wahrscheinlich nicht nur den einen Weg... aber keinesfalls gibt es unendlich viele Wege aus der Sucht.
    Viele versuchen, "ihren ganz individuellen Weg" aus der Sucht zu gehen, und scheitern wieder und wieder daran.
    Bis sie halt endgültig kapitulieren und wirklich Hilfe annehmen und auch bereit sind, gravierende Lebensänderungen vorzunehmen.

    Auch hier im Forum tauchen immer wieder die Menschen auf, die sich teilweise auch schon in ihrer Sucht für einzigartig hielten, weil die doch ganz andere Alkoholiker waren als der übrige Säufer-Mob wie "wir" hier :roll:
    Und "selbstverständlich" können sich genau auch diese Menschen ihre ganz individuellen Wege aus der Sucht zusammenstricken, weil sie doch so schlau sind und überhaupt.
    Sucht hat nur leider so gar nix mit Intelligenz zu tun, sie ist eher eine heimtückische Krankheit, die auch wieder voll ausbrechen kann.
    Diese Menschen verschwinden dann hier irgendwann wieder aus dem Forum... die Gründe kann ich mir denken...
    Und manchmal tauchen sie dann auch wieder hier auf, um erneut Hilfe zu suchen, ganz einfach, weil der "individuelle Weg" sich als Rückfall-Sackgasse entpuppte.

    Zitat

    Ich arbeite viel an mir und bin mein größter Kritiker. Ich stelle mir täglich die Frage was wäre, wenn ich jetzt Suchtdruck bekäme. Ich sage mal so, mein Antivir läuft immer im Hintergrund und das was mir guttut ist, dass ich merke, dass ich den Alk zu keiner Gelegenheit brauche. Was sollte daran schädlich sein?


    Daran ist nix schädlich, ganz im Gegenteil.
    Das wichtige daran ist nur, dabei wirklich ganz ehrlich sich selbst gegenüber zu bleiben. Und nicht den Versuchen erliegen, sich was schön zu reden, was nicht schön ist.
    Ist aber machbar. :wink:

    Vorhin noch vergessen:
    Meinen Glückwunsch zu 6 Monaten ohne Alkohol!!

    LG Sunshine

    Hallo Florena,
    ich habe Deinen Thread bisher noch nicht gelesen, hole das aber baldmöglichst nach, sind ja nu noch nich so viele Seiten. :wink

    Was mir aber so spontan einfällt:

    Zitat

    Ich glaube, er hat jemanden kennengelernt. Aber warum tut der Gedanke denn weh? Ich will ihn doch gar nicht mehr als Partner! Ich denke auch oft in diesem Zusammenhang, warum er sich einfach so eine neue Partnerin suchen kann während ich mich allem gegenüber verschließe? Mich stört diese Ungerechtigkeit das er in der Lage ist, sich neu zu verlieben und ich das Thema Partnerschaft überhaupt nicht in Frage kommen lasse (n kann)!

    Menschen sind eben verschieden. Das müssen wir so akzeptieren. In meinem Bekanntenkreis habe ich die Erfahrung gemacht, das Männer sich meist schneller wieder eine Partnerin suchten als umgedreht. Wahrscheinlich kommt nun gleich wieder Rhein angeeilt und nennt mich se*istisch :lol: , gut, dann bin ich das eben, kann ich auch mit leben :P . Es sind halt so meine Beobachtungen in meinem Bekanntenkreis und das ist ja nicht allgemeingültig.
    Und Ausnahmen bestätigen auch wie immer die Regel, manchmal kommt`s auch umgedreht.
    Ein Grund dafür könnte sein, das Kinder nach einer Trennung auch heute noch meist bei der Mutter bleiben, die sich dann nicht nur irgendwann für sich einen Partner wünscht, sondern auch jemand, der die Kinder gern hat. Damit scheiden schon so einige potentielle Anwärter aus.
    Das könnte also ein Grund sein, das Frauen sich da schwerer tun. Weil sie eben nicht nur eine Entscheidung für das eigene Leben treffen.

    Zitat

    Ich habe mich dabei erwischt, wie ich zu seinem Fenster sehe, wenn ich vorbei fahre und schaue, ob Licht brennt. Warum? Es fällt mir so schwer, sowas abzulegen. Ich bin doch keine Stalkerin?!

    Deswegen ist man ja noch lange keine Stalkerin, wenn es dabei bleibt. Das fällt eher noch unter Neugier, würde ich mal sagen. :wink:

    Zitat

    Zuletzt wollte er noch eine stationäre LZT machen, glaube ich vielleicht noch immer an ihn? Ist es die egoistische Angst, dass eine Andere nun die Früchte meiner "Arbeit" an ihm erntet?

    Das finde ich schon eher krass :shock: . Du meinst also, Du hättest an Deinem Ex-Partner "gearbeitet", und wolltest dafür irgendwann auch "belohnt" werden :shock: ?
    An Partnern muß man aber gar nicht arbeiten, die können sehr gut an sich selbst arbeiten, wenn sie es denn wollen. Man kann doch Menschen nicht nach Belieben ändern und sich "passig" machen.
    Versuchen kann man es zwar, aber das wird so oder so scheitern. Dein Partner ist sicher auch schon in der Beziehung erwachsen gewesen, oder :wink: ? Oder bist Du seine Mutter?
    Aber selbst als Mutter wäre es verwerflich, an seinem Kind "rumzubasteln", bis es so ist, wie man es gern hätte. Menschen sind niemals Eigentum eines anderen ! Aber das nur mal am Rande...

    Und wenn nun eine andere die "Früchte erntet" (mir sträuben sich die Nackenhaare bei solchen Worten)... ja und? Wenn Du es aus Liebe getan hast, schuldet Dir ja niemand was, gelle?
    Mal ganz davon abgesehen, das die Liebe kein Tauschgeschäft ist... wird aber hier im CO-Bereich auch schon mal gern vergessen...

    Zitat

    So langsam beschleicht mich das Gefühl, dass ich nur zufrieden und stark sein kann, wenn ich weiß, er ist immer noch da und versucht an mir zu rütteln. Vielleicht bin ich noch kaputter, als ich dachte.

    Die Erfahrung, das doch im Innersten viel mehr im Argen liegt als bisher angenommen... ich denke, diese Erfahrung machen viele CO-Abhängige hier.
    Und auch, das der Partner damit im Grunde nix zu tun hat, an dem wurde nur die eigene Sucht ausgelebt.
    Die vermeintliche Stärke und Kraft eines CO`s wird ja üblicherweise über den kranken Partner aufgebaut.
    Denn man ist dem anderen ja soooo überlegen, weiss eh alles besser und vor allem, was für den anderen "gut" ist :roll: . Das gibt Macht und Stärke.
    Ist aber der Partner weg, bricht die angebliche Stärke und Kraft zusammen wie ein Kartenhaus. Denn sie beruht auf der Schwäche des anderen.

    Zitat

    Ich hab mir so lange gewünscht, er würde Ruhe geben und einfach nicht mehr auftauchen, aber jetzt, wo es so ist, fühle ich mich auch wieder mies.

    Tja, so ist das, wenn das eigene Suchtmittel weg ist. Sind die üblichen Entzugserscheinungen. An wem soll nu das Helfersyndrom weiter ausgelebt werden? Über wen soll man sich denn nun definieren?

    Diese Situation des Erkennens ist aber auch DIE Chance, Florena !!
    Die Chance zur Veränderung!
    Die Chance, endlich das eigene Leben in die Hände zu nehmen, und sich darin mal um sich selbst zu kümmern. Und vielleicht auch CO-Anteile ablegen zu können, soweit wie möglich.
    Ansonsten sind Tür und Tor geöffnet für den nächsten "Hilfsbedürftigen"... und die eigene Sucht kann "lustig" weiter an anderen Menschen ausgelebt werden. Der Nachteil davon ist "nur", das man krank davon wird. Psychosomatische Erkrankungen sind beispielsweise geradezu typisch für CO-Abhängige.

    LG Sunshine
    (Alkoholikerin, 11 Jahre trocken)

    Guten Morgen, Quantensprung

    Zitat

    In Bezug auf das Fundament der Trockenheit räume ich ausschließlich mir das Recht ein, die Steine dafür zu setzen, denn ich weiß, dass ich mich auf mich verlassen kann. Das ist das Einzige was zählt!

    Genau DAS halte ich grundsätzlich für einen Gedankenfehler, den gerade frisch abstinent Lebende machen. Denn genau damit sind wir doch am Ende immer wieder geschweitert (an dem Gedanken, einen eigenen Weg zusammenstricken zu können, anstatt sich an die Grundbausteine zu halten). Ich meine damit nicht Deine Beziehung, sondern grundsätzlich diese Denke, etwas zu können, an dem andere immer weider scheiterten. Diese Meinung, gottgleich alles besser zu wissen als andere, das finde ich geradezu überheblich.
    Überheblichkeit allein führt aber nicht zum Tod, Überheblichtkeit nervt nur andere, mehr nicht.
    Ein Rückfall aus Überheblichkeit sieht aber dann schon anders aus... das kann fatale Folgen haben.

    Ich halte es für schlauer, die Erfahrungen anderer einfach mal anzunehmen, die schon wissen, wie es geht. Ohne immer tausendmal alles in Frage zu stellen oder zu denken, ach, das brauch ich alles nich, ich kann alles so belassen wie es ist, ich trinke nur nicht mehr und alles ist gut.
    Wer so denkt, steht bereits auf sehr dünnem Eis.

    SHG sind übrigens dafür da, die Erfahrungen anderer hören zu können und daraus Rückschlüsse für sich selbst zu ziehen. Und zwar in der Form, auch mal selbstkritisch auf das eigene Verhalten zu schauen, und nicht, sich nur die Rosinen rauszupicken und alles, was unbequem ist zu verwerfen oder dem möglichst aus dem Weg zu gehen.

    Was Deinen Partner betrifft, da denke ich einfach nur, das Du da eine große Augenwischerei betreibst, um keine Konsequenzen ziehen zu müssen. Aber es ist Dein Leben...Deine Entscheinung. Du musst ja damit leben und kein anderer :wink:

    Alles Gute weiterhin für Deine Trockenheit, Quantensprung.

    LG Sunshine

    Hallo Quantensprung,

    Du schreibst ja ganz klar, das Du keine Pläne OHNE Deinen saufenden Partner machen willst. Ich sags halt mal so krass, denn so ist es ja im Endeffekt.

    Pläne zu machen MIT einem Partner, der anner Pulle hängt, geht zwar... aber sie werden kaum durchführbar sein. Es wird allein an der Unzuverlässigkeit scheitern, denn ein nasser Alkie interessiert sich doch n Dreck dafür, was er am Abend vorher gequasselt bzw. "geplant" hat.
    Für einen nassen Alkie ist die einzig wichtige Frage:
    Wann kann ich wieder saufen??

    Aber nun gut, ich sag immer, jeder bestimmt seine Leidenszeit im Endeffekt selbst. Stimmt zwar nicht immer, aber oft. Denn es gibt ja Leiden, die unabänderlich sind, schwere Krankheiten beispielsweise... aber es gibt auch Leiden, die man beenden kann. Wenn man es denn kann...
    Wenn nicht, muß man eben weiter leiden...

    Du stehst noch an der Stelle, das Du denkst, alles wird doch noch gut.
    Hm... könnte ja auch, aber nicht, wenn Dein Partner weiter säuft. Und da ist doch gar kein Ende abzusehen, ansonsten würde er handeln.
    Labern kann man viel, handeln ist aber noch ne ganz andere Nummer :wink:
    Solange Du da stocksteif stehst und immer auf IHN IHN und nochmals IHN schaust... solange kann man Dir helfende Hände reichen, Du würdest nicht zugreifen.
    Da kann man dann halt nix machen...

    Zitat


    Bei allem Ärger den ich in den letzten Monaten hatte, kam mir nicht einmal der Gedanke, die negativen Gefühle mit Alk zu betäuben! Und dieses Gefühl ist unbezahlbar und nimmt mir und uns keiner!

    Na, dann ist doch alles prima.
    Hoffentlich bleibt es auch so...

    LG Sunshine

    Hallo September,
    schön, das Du Dich wieder meldest. :)

    Du schreibst:

    Was meinst Du mit "nicht mithalten können"?
    Ist das beruflich gemeint ? Oder wobei sollte man sonst nicht mithalten können?
    Du bleibst "lieber" allein? Oder ist Dir das doch nicht so "lieb"?

    Niemanden vertrauen können... das liegt aber meisst nicht an den anderen, das die so unvertrauenswürdig sind, sondern in einem selbst :wink: . Es gibt ja auch krankhaftes Mißtrauen, was gar nicht gerechtfertigt ist.
    Bei mir ist es so, das ich eher mit einem Urvertrauen gesegnet bin. Ich kenne das von daher nicht mit übergroßen Mißtrauen.
    Ich vertraue erstmal anderen Menschen.
    Das kann aber auch zu Pleiten und Enttäuschungen führen. Nehme ich aber in Kauf, ein grundsätzliches Mißtrauen halte ich persönlich für belastender. Ist halt so meine Meinung. :wink:

    Die Frage ist, möchtest Du denn was an diesem jetzigen Zustand ändern?
    Es kommt halt darauf an, wie es Dir damit geht, so allein zu sein?
    Menschen sind nun mal auch soziale Wesen und meist tut ihnen längere Isolation nicht wirklich gut.
    Aber es ist auch unterschiedlich, wie viele soziale Kontakte der Einzelne braucht. Der eine wünscht sich einen Riesen-Bekanntenkreis, während einem anderen die Familie und 1-2 gute Freunde reichen.

    Ausharren musst Du ja nicht. Das erwartet niemand von Dir. Aber Du darfst auch nicht erwarten, das Menschen bei Dir an der Tür klopfen. Du mußt selbst aktiv werden, wenn Du an Deinen jetzigen Zustand was ändern willst. Auf die böse Welt, auf böse andere Menschen zu schimpfen, ist mir persönlich zu einfach.

    Den Kontakt zu den Geschwistern könnte man beispielsweise wieder aufnehmen. Dazu muß man aber dann den ersten Schritt machen, wenn man das möchte. Einen Freundeskreis kann man sich aufbauen, aber auch dazu muß man selbst aktiv werden und auf andere Menschen zugehen.

    Beruflich nochmal einen Neustart zu wagen ist auch mit 47 noch drin.
    Ich habe mit 46 einen Neustart gewagt und habe einen tollen Job und sehr nette Kollegen gefunden und sogar Freunde in dieser Firma. Oftmals hat man mit langjähriger Berufserfahrung etwas zu bieten, was man selbst unterschätzt. Und wird somit auch oft jungen Kollegen vorgezogen. Ich habs zumindest so erlebt.
    Die Frage ist nur, willst Du einen beruflichen Neustart?

    Kurzum, willst Du etwas an Deinem Zustand ändern, mußt Du selbst aktiv werden, es läuft immer wieder darauf hinaus. :wink:

    Du schriebst auf Seite 2

    Zitat

    Mir machen Dinge zu schaffen wie, dass mich kein einzige dieser
    ( nicht trinkenden) "Freunde" im Krankenhaus oder danach besucht hat.
    Mein Vertrauen zu anderen total futsch ist. Ich Menschen nur noch bis
    zu dem Punkt an mich ran lasse, von dem ich sie konsequentzenlos
    wieder "in die Wüste" schicken könnte.

    Ist Dein Vertrauen in Menschen tatsächlich erst seit diesem Zeitpunkt kaputt oder war das schon vorher so? 8)
    Dieses Verhalten, Menschen nur bis zu einem Punkt heranlassen und dann wieder wegschubsen, ist übrigens sehr verletzend und wird immer wieder dazu führen, das Menschen wieder gehen.
    Sie schützen sich dann nur selbst und das ist sehr gesund und völlig okay so.

    Ich habe auch Erfahrungen mit solchen Menschen und meide sie mittlerweile komplett, wenn ich feststelle, das sie dieses Verhalten an den Tag legen. Ich hatte Partner, die sich so verhielten und ich habe in solchen Beziehungen nur gelitten und sie deshalb auch beendet.
    Ebenso gilt das für "Freundschaften", auch da kann sowas passieren.
    Solche "Freundschaften" beende ich dann schnell, denn ich hab keine Lust, mir neue Schrammen zu holen.

    Bei diesen "abwechselnd ran-zieh-und wegschubs-Typen" bekommt man nämlich schnell das Gefühl, dauernd für etwas "bestraft" zu werden, obwohl man absolut nix "verbrochen" hat. Und sowas muß sich nun mal niemand freiwillig antun.
    Mir ist übrigens klar, das hinter so einem Verhalten Gründe stecken und oft mit negativen Lebenserfahrungen in frühester Kindheit zu tun haben, für die die Betroffenen gar nix können.
    Aber... ich bin auch nicht dazu da, um mich hin-und herschubsen zu lassen.
    Dann muß der Betroffene sich Hilfe suchen, wenn er beginnt, selbst unter seinem Verhalten zu leiden. Weil eben immer wieder Menschen aus dem eigenen Leben verschwinden, die man evtl. sogar sehr lieb hatte, sie aber trotzdem immer wieder verletzte.

    LG Sunshine

    Danke für Deinen Bericht, September.
    Wie belastend es ist, vieles nochmal so detailliert aufzuschreiben, weiß ich aus eigener Erfahrung.
    Denn meine Entgiftung war für mich leider auch eine traumatische Erfahrung.
    Trotzdem muss man auch dazu sagen, das um Himmels Willen nicht jede Entgiftung so dramatisch abläuft.
    Es sind eher die Ausnahmen, so glaube ich zumindest.

    September, ich wünsche Dir von Herzen, das Dich Deine Rückschau nicht zu sehr runterzieht. doro hat dazu schon die passenden Worte geschrieben.

    Ja, was macht man nun mit diesen traumatischen Erinnerungen?
    Aus eigener Erfahrung (meine Entgitftung ist mittlerweile über 11 Jahre her) kann ich sagen, die Erinnerungen an Details beginnen mit der Zeit zu verblassen. Bei mir dauerte es aber lange.
    Und an einige Tage kann ich mich auch gar nicht mehr erinnern, weil ich da einfach mit Medikamenten abgeschossen wurde.
    Diese Tage fehlen mir eh komplett und das ist wohl auch besser so.
    Ich für mich kann sagen, das mich die Erinnerungen belasteten, aber auch beschützten.

    Zitat

    Und dieser Pkt. ist genau so geblieben und gilt seitdem für
    mich wie ein in Stein gemeißeltes Grundsatzurteil. Dagegen
    ist keine Revision zugelassen! Mein Mantra, mein Credo,
    meine Zauberformel, Rune, Gesetzesstele, Wächter ... was
    auch immer. Wenn ich was von dieser "Reise" mitgebracht
    habe, dann DAS! ... Und es funktioniert. Und das ist es, was zählt!

    So ähnlich sehe ich das auch.
    September, ich schaue nicht mehr so viel zurück auf die schwere Zeit bei und nach meiner Entgiftung. Denn ich habe mich dabei an einem Punkt FÜR das Leben entschieden, und das lebt sich nicht rückwärts sondern vorwärts.
    Ich schaue dahin zurück mit den Gedanken, wohin ich nie wieder zurück will. Das hat mir immer geholfen, denke ich. Aber ich werde nicht wieder und wieder darin herumwühlen und bohren und tausend Fragen stellen, warum und wieso?
    Ich quäle mich am Ende nur selbst damit und ich habe mich genug mit dem Gesaufe und alles was damit zusammen hängt, gequält. Das reicht.
    Das alles ist passiert, ich kann nix davon rückgängig machen.
    Aber ich habe JETZT ein völlig anderes Leben, und DAS zählt für mich.

    Ich wollte wieder lachen können und Freude am Leben haben, mit allem, was dazu gehört. Das habe ich mir zurück geholt und dafür auch gekämpft. Ich möchte in Frieden mit meiner Familie leben, liebe Freunde haben, mit denen ich reden und denen ich vertrauen kann, ich will mein Hobby ausüben und habe noch einige Wünsche und Träume in meinem Leben. Und dem allen sehe ich positiv entgegen. :)

    Und von den alten bösen Geistern will ich mich nicht unterkriegen lassen, das schaffen die in MEINEM LEBEN nicht mehr!

    LG Sunshine