Beiträge von Whitewolf

    Hallo Mare,

    schön das Du was schreibst.

    Mir stellt sich die Frage um was Du Dich kümmern musst.

    So unschön diese Diagnosen auch sein mögen... heilen kannst Du Ihn nicht. Er scheint auch nicht darauf achten zu wollen. Wo liegt da Deine Aufgabe? Aufgabe hat nichts mit Aufgabe zu tun. Du gibst Dich auf und kämpfst auf fremden Schlachtfeldern ? Wie sehr Ihm Deine Gesundheit am Herzen liegt hat ja Dein Bericht über sein Verhalten wärend Deiner Lungenentzündung gezeigt.

    Er ist erwachsen und muss sich selbst Hilfe holen, wenn er das überhaupt will.

    Warum musst Du Dich um sein Haus kümmern? Mit Ihm darin ist es kein Zuhause für Dich, ohne Ihn kannst Du das Haus eh nicht halten. Darum muss er kämpfen, nicht Du. Wer geht bei Euch zur Bank und unterschreibt die Unterlagen eigentlich?

    Vieleicht solltest Du Dich doch mit Hilfe Deiner Helfer schnellstmöglich um eine andere Bleibe kümmern ? Ich kann Dir nochmal das Gastfamilien-Projekt ans Herz legen. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht. Informiere Dich doch einfach mal, Antrag stellen kannst Du in jedem Fall, was daraus wird das sieht man ja dann.

    Wie war es denn beim sozialpsychatrischen Dienst?

    Bist Du eigentlich im Moment krankgeschrieben oder arbeitest Du momentan?

    lG WW

    Eigentlich wünsche ich Dir, das Du bald in eine Umgebung kommst in der Du Dich sicher fühlen kannst und wieder Platz für die eigenen Bedürfnisse da ist.

    Du schreibst das Du Angst hast keine eigenen Entscheidungen mehr treffen zu können wenn Du in das BeWo- Projekt gehst. Du hast aber eine Betreuerin? Was macht die genau für Dich? Die hat doch auf viele Sachen die Hand drauf?

    Du hast Angst den Briefkasten zu öffnen. Weil irgendwie alles bei Dir hängen bleibt?

    Du bist in einer Sozio-Therapie und da wird Dir auch geholfen. Eigentlich hast Du ja für alle Sachen die Dir Sorgen machen irgendwen der Dir hilft wenn Du schreist? Das ist in meinen Augen schon eine enorme Leistung... auch wenn nicht alles immer glatt läuft.

    Ich fände es gut wenn Du weiter hier schreibst, es hilft ganz sicher beim sortieren. Auch wenn Du das später nochmal durchliest kann Dir das helfen.

    Heute am Montag steht ja einiges an. Ich hoffe Du schaffst das alles weiterhin und fände es gut wenn Du hier aufschreibst wie es gelaufen ist.

    Was aktuell ansteht, was Dich gerade am meisten beschäftigt.

    lG WW

    Also ich ziehe meinen Hut vor Dir. Du bist eine Kämpferin , soviel steht für mich fest.

    Du hattest was von einer Betreuerin geschrieben? Was ist das für eine Betreuung? Bekommst Du da Unterstützung was die RV angeht? Oder macht das der Anwalt den Du erwähnt hast?

    Was ist das mit dem betreuten Wohnen? Wie ist das entstanden? Ist das für Dich eine Lösung?

    Du hast Dich ja hier angemeldet und geschrieben das Dein Mann trinkt. Jetzt trinkt er weniger aus gesundheitlichen Gründen und ist krank geworden.

    Du willst Ihn nicht hängenlassen, also nicht raus aus der Spirale und Du sorgst Dich natürlich um Deine Tiere.

    Was könntest Du Dir vorstellen was Dir helfen könnte wieder soetwas wie Lebensqualität zu erreichen ?

    Du trägst ein sehr schweren Rucksack und Du hast ja eigentlich genug mit Dir selbst zu tun.

    lG WW

    Hallo Auf in einneuesleben,

    Du hast versucht kalt zu entziehen. Das wäre beinahe richtig schief gelaufen und es war absolut richtig ins KHS zu fahren. Versuche für später dieses Erlebnis in Erinnerung zu behalten, der Alkohol ist ein tödlicher Gegner der keine Gefangenen macht.

    Du hast jahrelang Deinen Körper und das Gehirn systematisch vergiftet... da ist nach ein paar Tagen nicht wieder alles tutti.

    Nein, ist es nicht. Echt nicht.

    Auf so einer Entzugsstation sind diese Symptome nichts neues, ich denke Du wirst da auch genau beobachtet ( auch wenn es Dir manchmal nicht so vorkommen mag ). Wichtig ist die Interaktion, das heisst, das Du auch Bescheid gibst wenn es Dir schlecht geht. Du hast einen Knopf am Bett für den Notfall. Es gibt Mitpatienten die auch etwas sehen und Hilfe rufen können. Besser geht es eigentlich momentan nicht.

    Was ist bei einem Körper oder Gehirn normal wenn er / es jahrelang im Überlebensmodus und im orangefarbenen Bereich unterwegs war und entgiftet wird?

    Wenn ich Dir jetzt schreibe, das der Entzug bei mir ähnlich war oder schlimmer ...oder besser...hilft Dir das eigentlich nichts. Niemand steckt in Deinem Körper. Im Grossen und Ganzen bin ich froh das ich das nicht nochmal machen muss, es ist ein schlimmer Zustand für Körper und Seele.

    Lass Dir Zeit. Fange wieder an richtig und gesund zu essen. Trinke viel Wasser, Bewegungsangebote annehmen. Nutze die Zeit um Dir darüber klarzuwerden wie es ohne Alkohol weitergehen kann wenn Du entlassen wirst. Ich Laufe der Wochen wird es Stück für Stück besser, langsam aber stetig.

    lG WW

    Hallo Mare,

    ich hab mal ein paar Stichpunkte rausgeholt um durchzusteigen. Gelingt mir nicht so ganz. Evtl. kannst Du das mal sortieren und auf nen neuen Stand bringen damit wir uns ein Bild machen können:

    Ich habe mir Hilfe geholt beim betreuen wohnen für psychisch Kranke, das läuft aber gerade erst an. Meine Betreuerin hat Urlaub.

    Es gibt auch "Gastfamilienprojekte" im Rahmen des betreuten Wohnens. Da kann die Caritas helfen.

    Und ich habe ja immer noch nichts vom Gericht gehört und von der Reha, das kann August werden.

    Was war mit Gericht? Wer gegen wen oder was? Parallel hast Du mit einem Arzt ( Neurologie / Psychiatrie ? ) Eine Reha beantragt? Psychosomatik?

    Morgen haben wir ein Gespräch mit der Bank, ob es noch weiter gehen kann.

    Was soll noch weitergehen?

    Meinem Mann gehört das Haus

    Das bedeutet das Du rauskannst, Therapie, Betreutes Wohnen, Gastfamilie.

    Du kannst natürlich auch abwarten ob der neue Gesundheitszustand eine Art Wende bringt ( Unwahrscheinlich was Alkohol und Gewaltpotenzial angeht ) , darauf läuft es aber wohl momentan hinaus. Du könntest es aber auch als Sprungbrett benutzen und das Weite suchen.

    Das hat sich erledigt mit gehen, ich kann ihn nicht hängen lassen.

    Also damit ich das verstehe: Du opferst Dich trotz psychischer Erkrankung jetzt auf wenn er krank ist, damit er Dich töten kann wenn alles gut läuft , natürlich weil er Dich so liebt? Ich denke das es da kein "Wir" mehr gibt, diese Grenze ist wohl schon länger überschritten.

    Oder siehst Du das anders?

    Alles etwas unsortiert.

    Aber jetzt bist Du ja hier und kannst das mal in Reihe bringen ....einfach um evtl. auch mit unserer Hilfe zu schauen was jetzt für DICH das sinnvollste wäre. Damit DU ein gutes Leben führen kannst. Denn DAS sollte Dein eigentliches Ziel sein.

    GlG WW

    Der Entzug der genannten Tabletten dauert ne Weile. Aber das weisst Du ja. Wenn Dir der Körper und das Gehirn den Alkohol zum abmildern der Entzugssymtome vorschlägt, solltest Du mit dem Arzt sprechen. Vermutlich werden dann die Tabletten zu schnell ausgeschlichen. Eventuell muss noch ein anderer Wirkstoff ohne Suchtpotenzial verschrieben werden.

    Ich denke nicht das Du das " ausleiden " musst.

    Wäre jetzt mein erster Weg...

    GlG WW

    Dafür muss ich mich Sattelfest bekommen.

    Musst Du ? Against all odds ? Da musst Du Dich hald zusammenreissen? Die Krankheit mal solange in die dunkle Ecke stellen?

    Solange Du es aus niederen Gründen in Erwägung ziehst als Lungenkranker in einem verrauchten Haus Sport zu treiben um nicht aufzufallen...

    3 Wochen? Sämtliche Raubtiere sind noch wach und warten auf Futter um wieder loszulegen. Und die sind gnadenlos.

    Das was Dir da so zu schaffen macht ist dieses " es überhaupt in Erwägung ziehen " Ein klares Nein und dann die Strategie dafür ausarbeiten dauert keine 30min.. Erledigt.

    Aber nein... "ich muss doch weil"...und .. " ich kann doch nicht einfach".....mit einer Priese " wird schon....irgendwie..."

    Warum ziehst Du es überhaupt in Erwägung? Krankheit vorbei ? Du bist somit Anwärter für den Preis der schnellsten Spontanheilung.

    Möchtest Du kämpfen und verlieren? Hast Du zuviel Kraft? Selbst wenn Du es schaffst ( durch Mund zunähen z.B. ) abstinent zu bleiben, ist es völlig ungewiss was es mit Dir macht. Das kann Dir noch Tage später das Genick brechen.

    Ich versuche garnicht Dir da nach 3 Wochen irgendwelche Durchhalteparolen zu schreiben, Bauerntricks um die Situation zu meistern. Weil ich garnicht in Erwägung ziehe das zu probieren.

    Höre auf Deine Angst. Die ist nicht unbegründet.

    GlG WW

    Ich habe gerade ganz viel geschrieben, jetzt ist es weg.

    Das kenn ich... "paff" und weg|| Seitdem kopiere ich zwischendurch den Text in die Zwischenablage bevor ich auf abschicken oder Vorschau klicke.

    Nur nicht entmutigen lassen... wie Du an den vielen Texten hier siehst ist das nicht die Regel.:)

    Könnt ihr mir sagen, weshalb ihr euch für eine stationäre Aufnahme entschieden habt und ob das eine bewusste Entscheidung war?

    Ich hatte damals keine Kenntnisse von ambulanten oder teilstationären Maßnahmen. Keine Ahnung was es da Anfang 2000 so gab.

    Das Problem stellte sich also nicht, entgiftet wurde nur stationär. Nur die Dauer war variabel, war aber eigentlich nie unter 10Tagen.

    Rückblickend kann ich nur sagen, das der Abstand von Allem wichtig war. Nach ein paar Tagen komplett woanders kann die gequälte Seele etwas loslassen und neue Gedanken schöpfen.

    Am Anfang der Maßnahme immer diese unbestimmte Angst dahinzugehen, am Ende kam die Angst wieder zurückzumüssen. Aber das ist ein persönliches Empfinden gewesen.

    Allerdings könnte ICH mir auch heute keine ambulante oder teilstationäre Behandlung vorstellen. Du bist mit dem Kopf einfach zu oft woanders.

    Schreib doch mal Bescheid wie das Gespräch gelaufen ist.

    GlG WW

    Hallo BeeBee,

    gut das Du versuchst auch zwischen den Zeilen zu lesen, da findet sich auch was.

    Ich hab morgen das Vorgespräch und werde dort auch diese Frage stellen

    Du könntest Dir ein paar Stichworte machen und auf nen Zettel schreiben... was Dir hald wichtig ist.

    Tag 17 mit ner Wasserflasche ist doch eine gute Sache :thumbup::thumbup:

    GlG WW

    Hallo BeeBee,

    Danke für den Hinweis. Im Hier und Jetzt zu leben fällt mir tatächlich schwer. Wie gelingt es dir?

    Mal grundsätzlich: Da säuft sich jemand jahrelang kaputt, richtet sein komplettes Leben danach aus ( passiert in der Sucht automatisch), ruiniert sich Gesundheit, Job, Finanzen, Familie ( ist jetzt allgemein formuliert, pick Dir raus was evtl. auf Dich zutrifft ) und dann kommt der Riesendenkfehler, dieser Matrixfehler den wohl fast jeder Alkoholiker hat:

    Diese lästige Krankheit so schnell wie möglich abschütteln, nach Möglichkeit so das es niemand merkt, ohne das es in der neugewonnenen Abstinenz Einfluss nimmt, ohne viel Zeit zu verbrennen mit dieser lästigen und eigentlich völlig unnötigen Rekonvaleszens, welche sich doch bitte nahtlos in den neuen / alten Alltag einzufügen hat.... denn es gibt ja jetzt soooo viel zu erledigen und nachzuholen.

    Prognose: Überlastung, falsche Denkprozesse zur Trockenheit, gesundheitliches Karussell.... und das endet dann völlig überraschend im nächsten Alkoholcrash.

    Du musst Dir die Zeit nehmen. Musst.

    Teilstationär? Von wem kam denn diese Idee? Am Besten noch weiter arbeiten gehen?

    Stationär wäre besser, um aus den alten Prozessen rauszukommen, die Möglichkeit haben umzudenken und etwas anders zu machen. 2 Wochen minimum, 6 Wochen wären besser, damit das Gehirn auch eine Chance bekommt sich zu entgiften bevor wieder Alltagsentscheidungen zu treffen sind. Selbstverständlich gehört in diesen Matrixfehler rein, das es immer mind. 55 "gute und wichtige Gründe" gibt um nicht stationär zu gehen. Ich weiss das.

    Wenn Du dieser " leichten "Erkrankung die Wichtigkeit absprichst in der kitzeligen ersten Zeit( wir schreiben hier über eine akute lang andauernde Vergiftung, welche unbehandelt immer tödlich endet...immerhin.. ) , bekommst Du einen Bumerang vor den Kopf. Und der tut dann richtig weh. Versprochen.

    Und plötzlich hast Du Zeit. Viel Zeit.

    Du kannst die Alkoholkrankheit nicht einfach abschütteln wie ein lästiges Insekt und wieder zur Tagesordnung übergehen.

    Mir hat damals ein langer Klinikaufenthalt geholfen trocken zu werden und zu bleiben. Ich musste erst lernen das es tatsächlich möglich ist wochenlang ohne Alkohol überleben zu können ohne das es mir schlecht geht, und konnte feststellen das Stück für Stück tatsächlich wieder so etwas wie Hoffnung kommt. Tatendrang und Ideen... Ohne Alkohol.

    Vom Krankenhaus aus konnte ich Veränderungen vornehmen, ( es gibt Sozialstationen, Du bist nicht bei Wasser und Brot in einem Zimmer eingesperrt )um nicht wieder in den alten Trott zurückzumüssen... denn das ist der grösste Kampf. Unter den alten Umständen dann auch trockenzubleiben.

    Alles triggert, alles erinnert... ich war gezwungen mich sehr lange mit dieser Krankheit zu beschäftigen. Das gehörte einfach dazu.

    Im übrigen bist Du einfach nur ein kranker Patient der Hilfe braucht um sich zu erholen. Auf die kranke Seele wird auch geachtet, das war früher anders, aber die Zeiten sind zum Glück vorbei. Du wirst nicht als willensschwacher lästiger Säufer behandelt und mit Elektroschocks auf Linie gebracht.

    Die Ärzte kennen diese Zeitspiele übrigens zur Genüge. Danach wurden die unsinnigsten Behandlungskonzepte entworfen ( wenn ich nur daran denke das es Kliniken gibt, welche kontrolliertes Trinken auf dem Zettel haben... )

    Du als Patient bist der Chef solange Du nicht von einem Richter eingewiesen wirst. Wenn Du sagst: Ich hab keine Zeit für diesen lästigen Mist... tja, dann wird sich danach auch gerichtet. Du entscheidest... noch.

    Wenn Du das Gespräch führst, versuch mal zwischen den Zeilen zu lesen, evtl. auf einen Rat hören und nicht " so schnell wie möglich" wieder rauszurennen. Nimm Dir Zeit.

    GlG WW

    Hallo BeeBee,

    tatsächlich neugierig was mich erwartet, aber weiterhin unsicher ob es das Richtige für mich ist.

    Was wäre denn dann nach Deinem Gefühl das richtige? Ein Krankenhausaufenthalt ist eigentlich nie irgendwas richtiges. Die versuchen da Dir zu helfen, ohne Vorurteile und auf Dich abgestimmt.

    Es läuft also und ich bin bei Tag 16.

    Das ist doch super:thumbup:

    Kennt ihr die Lust auf süße Getränk?

    Du hast Dir mit dem Alkohol die ganzen Botenstoffe zum Gehirn durcheinandergebracht. Da kann man damit rechnen das sich der Körper etwas anderes sucht um wieder auszugleichen. Viel trinken ( Wasser, Tee )ist da A und O , dann normalisiert sich alles in kleinen Schritten immer mehr.

    die mich auf der Langstrecke unterstützen.

    Denke nicht in Wochen oder in Monaten oder noch länger. Das verursacht nur Unruhe und Panik. Das findet sich von selber. Nimm Dir immer nur vor die nächsten 24 Stunden trocken zu bleiben. Das klappt genausogut.

    GlG WW

    Es dauert etwas länger ( 2-3 Monate würde ich schon rechnen ) bis sich das alles wieder einspielt. Die Aussage des Arztes ist nachvollziehbar. Hab Geduld. Solltest Du Dir doch mehr Sorgen machen dann lass Dir eine Überweisung an einen Neurologen geben. Neurologie und Psychiatrie ist richtig. Leider total überlaufen.

    lG WW

    dass dort steht, dass auch die Epigenetik mit vererbt wird

    Fand ich auch etwas verwirrend. Würde ja heissen das sich ein einmal geschädigtes Histon immer weiter vererbt. Da noch weitere Schäden am Histon pro Leben dazukommen, müssten wir eigentlich mitlerweile alle als saufende Botenstoffzombies aus irgendeiner Generation herumlaufen.

    Der Botenstoff-Webfehler ist für mich nachvollziehbar. Medikamente mit dem Ansatz gibt es massenhaft. Und alle wirken irgendwie anders wie ich leider weiss. Es kann also länger dauern bis was funzt. Für uns als Süchtige ist es sehr wichtig ein Medikament zu finden, welches die richtige Wirkung entfaltet und nicht abhängig macht.

    Sonst heisst es : " Pille statt Pulle "

    Die Autorin hat am Ende noch einen Buchtip gelinkt, das Buch ist wohl von Ihr.

    Guten Morgen Jump, Du bist ja auch ziemlich früh unterwegs.

    Was für eine Reha ist das eigentlich? Psychosomatisch oder Alkohol? Kommt immer auf den Klinikschwerpunkt an und was der Kostenträger aus dem Arztbericht macht.

    1-2 Jahre gilt als trocken?

    Das ist so eine Frage, welche eigentlich nur von Ihm beantwortet werden kann. Es gibt mit Sicherheit viele Ärzte und Therapeuten die das so bezeichnen würden nach den Kalenderdaten.

    Wir hier im Forum unterscheiden da etwas differenzierter. Es gibt den Ausdruck " nasse Gedanken" oder "nasses Verhalten" Der Alkohol wird auch nach längerer Abstinenz im Kopf noch als probates Hilfsmittel vorgeschlagen oder es tauchen alte Verhaltensweisen aus der nassen Zeit auf, welche dann wieder einen Übergang in den nächsten Schritt einleiten könnten. Da muss dann ziemlich anstrengend gegengehalten werden. Das Wort "triggern" kannst Du hier oft lesen im Forum.

    Die eigentliche Arbeit findet also nach der Therapie statt.

    Deswegen sagen wir auch, das der eigentliche Prozess der Trockenheit mit "Trockenarbeit" verbunden ist. Es reicht eben nicht einfach nur nicht mehr zu trinken.

    Eigentlich nicht Deine Baustelle, höchstens unterstützend. Denn das kann Ihm keiner abnehmen.

    Das war mal oberflächlich angekratzt, im Alkoholikerbereich kannst Du da viel drüber lesen.

    Abstinent oder Trocken beinhalten beide : Es wird kein Alkohol mehr getrunken.

    Zufriedene dauerhafte Trockenheit beinhaltet etwas mehr.

    Noch zum Rückfall, weil das ja nun schon öfter passiert ist bei Euch und jetzt schon wieder etwas Angst aufkommt wenn ich das richtig interpretiere :

    Der letzte Schritt bei einem Rückfall ist der erste Schluck. Dann wird wieder getrunken. Ein Rückfall findet vorher im Kopf statt, und da gibt es dann die Möglichkeit gegen anzugehen. Es passiert äusserst selten das jemand in einem Totalblackout von jetzt auf gleich wieder anfängt. Da gibt es Vorzeichen auf die der Alkoholiker achten muss um schlimmeres zu verhindern. Manchmal ist das auch für den wissenden Partner schon vorher zu erkennen, das ist aber abhängig davon wie offen er damit umgeht.

    Nur mal miterwähnt weil es grade im Thema war.

    lG WW

    Das liest sich tatsächlich so als ob er sein (Whiskey-) Fass erstmal austrinken muss. Irgendwann kommt der Punkt an dem es nicht mehr schmeckt, sondern wo der "Genuss" zur echten Qual wird. Wenn Du Ihn weiter unterstützt ist das nur eine Leidensverlängerung. Für Ihn und natürlich für Dich auch.

    Sieh es positiv: Dadurch das Du den Kontakt komplett abbrichst und nicht mehr zur Verfügung stehst, verkürzt Du seinen Prozess erheblich. Du tust Ihm also etwas gutes, so paradox das auch klingen mag.

    lG WW

    Ja, der Punkt für mich ist, wie ich mit einem starken, Nein-sagendem Gegenüber klar komme.

    Wenn Du in seiner Reha die Fäden komplett aus der Hand gibst, könnte genau das dabei herauskommen.

    Das würde ein anderes Licht auf

    Wäre doch auch wieder co, wenn ich ihn verlasse, damit er bessere Chancen hat es wirklich dauerhaft und ernsthaft zu schaffen?

    werfen. Kontrollverlust?

    Er versucht nicht mich zu binden. Das bin ich selbst, die sich nicht lösen kann oder will.

    Er leidet unter einer Erkrankung welche das Wesen verändert und vom Partner nicht kontrolliert werden kann. Da rennst Du mit normaler Kommunikation gegen eine Wand. Nicht planbar, nicht einzuschätzen. Verlauf in einer Spirale nach unten.

    Das einzige was wir Dir mit Sicherheit schreiben können ist, das diese Krankheit unbehandelt immer schlimmer wird. Gegen jede Vernunft.

    lG WW

    Hallo Jump,

    Er ist mehr so ein bisschen autistoid

    Wenn da was drann ist, wäre es um so wichtiger das ohne Alkohol anzugehen. Wenn überhaupt behandlungsbedürftig. Das würde auf einige Darstellungen natürlich ein anderes Licht werfen und da soetwas nicht von heute auf morgen kommt, hast Du Ihn ja auch so kennen-und lieben gelernt. 20 Jahre sind ja irgendwie schon eine Hausnummer.

    und kein manipulativer Typ - das bin eher ich 🙈

    Das war nach der Autistoid-Erklärung das erste woran ich gedacht habe, ohne das jetzt genauer zu thematisieren.

    Aber Du bist ja hier um für Dich zu schauen was geht, möglich ist und evtl. sinnvoll.

    Wir hier versuchen immer den Fokus auf dem Mitglied hier zu halten, Ferndiagnosen von ggf. vorhandenen Persönlichkeitsstörungen sind uns unmöglich , von daher verteilen wir hier nur die einfache Kost der persönliche Erfahrungen und sehen immer wiederkehrende Mechanismen. Und um damit etwas anzufangen, sind wir auf evtl. lückenhafte Darstellungen und Beobachtungen angewiesen. Fehler also jederzeit möglich.

    Aber das wäre SEIN Ding das für sich zu entscheiden, oder? Wäre doch auch wieder co, wenn ich ihn verlasse, damit er bessere Chancen hat es wirklich dauerhaft und ernsthaft zu schaffen?

    Das dürfte hier einigen Co`s ein dezentes schmunzeln oder verschreckte Augen :shock: bescheren. Da muss ich jetzt nochmal drüber nachdenken, hab ich so noch nicht gelesen.

    Hört sich jetzt wahrscheinlich alles sehr nach Entschuldigen und Herausreden an

    Nein, tut es für mich nicht. Wofür solltest Du Dich entschuldigen? Du bist hier nicht in einer Angeklagten-Defensivsituation. Du hast klar Deine Sichtweise formuliert und Empfindungen dazu. Ob das Ausreden und Entschuldigungen sind, das weisst ja nur Du selber für Dich. Du kennst Dich hald selbst am Besten und weisst was gut für Dich ist.

    Ich habe den Eindruck das Du das alles durchdenkst und für Dich eine oder zehn gute Lösung(en) findest.

    Mir kommt es so vor ,das Du hier etwas in das sortieren gekommen bist.

    Allerdings ist der Alkohol auch ein zäher und sehr dauerhafter Gegner , welcher von Dir garnicht bekämpft und von Ihm nur dauerhaft gestoppt werden kann. Er bleibt Thema.

    Um eine dauerhafte Abstinenz zu erreichen muss er sich persönlich stark verändern. Willst Du Ihn dann überhaupt noch als Partner wenn das geschehen sollte?

    Gestärkt in der Persönlichkeit, egoistisch zum Selbstschutz, klare Grenzen und eigene Ziele um die Trockenheit nicht zu gefährden? Die Möglichkeiten zum manipulieren würden ins bodenlose sinken... ich weiss wovon ich da schreibe. Ich sehe es an mir und das kann ganz schön anstrengend sein für einen Partner.

    Deshalb hab ich mich hier angemeldet. Ich bin Mitte 50 und ich will keine Zeit mehr verplempern.

    Harter Ausdruck, klingt so ünnütz...

    Ich persönlich finde ja , das eine Neuorientierung, Selbstwahrnehmung und ein Lernzyklus nicht zwingend verplemperte Zeit sind. Hamsterrad und täglich grüsst das Murmeltier zementieren die Wahrnehmungen und können dann als Entscheidungshilfe fungieren . Fehlende Reset-Taste, kaputter Akku und sekundärer Krankheitsgewinn, durchwachte Nächte, Alkoholgeruch, Angst vor Rückfällen nach kurzer Trinkpause ? Da hast Du doch schon einiges zusammengetragen was Dir auch für die wie auch immer gestaltete Zukunft einiges bringt.

    Erfahrungsgemäss ist ja der erste entscheidende Schritt am schwierigsten ( z.B. tatsächlich einen Mietvertrag unterschreiben oder gar eine Wohnung kaufen ). Danach ist es ja oft so, das es sich zum Selbstläufer entwickelt und das eigentliche "ob" oder " warum" nicht mehr so in Frage gestellt wird. Alles spielt sich auf die neue Situation ein und ein wirkliches "Zurück" gibt es nicht mehr.

    Alle Folgen , auch im zwischenmenschlichen Bereich, lassen sich leider nicht konkret voraussehen, nur erahnen, erhoffen und/oder befürchten.

    Du hast ja für Dich schon eine ( Los )Lösungsstrategie entwickelt. Auf den ersten Blick sieht sowas immer sehr egoistisch aus ( Ist es natürlich auch, aber es gibt ja "gesunden Egoismus" ). Allerdings bedeutet eine radikale Veränderung ja auch für beide Seiten eine bis dato versperrte Möglichkeit der ( positiven)Veränderung.

    Irgendwann macht es irgendwo "klick" und dann weisst Du was richtig ist. Zumindest läufst Du nicht vor der Thematik davon, stellst Dich hier den eigenen Denkprozessen, bist zum Austausch mit Leidensgenossen bereit und arbeitest daran. Dann wird sich der Rest auch bald finden.

    lG WW