Beiträge von Whitewolf

    Ich hatte vor kurzen einen ehemaligen Saufkumpanen getroffen und da gingen alles Lichter im Hirn an und viele gemeinsame Sauferlebnisse waren sehr präsent. Greifbar.

    DAS ist für mich das absolut gefährlichste überhaupt. Danke für diese Erinnerung hier.

    Die meisten Erlebnisse zusammen, sämtliche Gespräche und Sprüche, halsbrecherische "coole" Aktionen, etc. haben unter stellenweise extremen Alkoholeinflüssen stattgefunden.

    Es gab Sprüche wie " was wir machen ist klar, die Frage ist nur wo..." Hauptsache voll.

    Ich habe diese Kontakte ( auch irgendwie schweren Herzens damals ) rigoros abgebrochen. Auch heute würde mir das noch einen erheblichen Schlag versetzen.

    Ein Mensch ist eben doch was anderes und intensiveres als irgendeine Örtlichkeit etc.

    Da war schon allein das Gefühl an das baldige Saufen mit Glückshormonen nur so gepflastert; logisch, man war ja unmittelbar davor, dem Saufdruckteufel Recht zu geben.

    An dieses Gefühl kann ich mich gut erinnern, es geht vom ersten Entschluss über das Einkaufen bis zu dem öffnen der ersten Flasche.

    Nach dem ersten Schluck zeigt der Teufel sein Gesicht.

    Die alte eingestaubte Festplatte im Hirn, in der die alten Daten gut verwahrt auf Abruf warten, wird wie vor 20 Jahren schlagartig hochgefahren.

    Was dann folgt weiss ich nur zu gut.

    Schmerzen, Druck, nix mehr Euphorie, Zittern, benebelte innere Ausreden , steigende Bewegungsunfähigkeit...und eine Spirale welche sich in steigender Geschwindigkeit abwärts dreht.

    Damals mehrfach ausprobiert, das ändert sich nicht mehr.

    Das will ich für immer nicht mehr haben.

    Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis.

    Das Spiel mit dem Feuer und die ständige Risikoerweiterung ist ein Genfehler, den unsere sogenannte Spezies nun mal hat.

    Es bleibt also nicht aus, das trockene Alkoholiker Ihre Erfahrungen damit machen.

    Entscheidend ist für mich , ob mein Frühwarnsystem funktioniert und ob ich bereit bin mich danach zu richten...oder ob ich es in den Wind schlage.

    In meinem Thread habe ich das Thema ja mal angeschnitten, es war nicht unbedingt die Angst das ich sofort wieder anfange zu trinken, sondern der Unwillen mich überhaupt dem evtl. Saufdruck auszusetzen.

    Sicherheit und Kontrolle sind eine Illusion, jeder Mensch sollte das eigentlich wissen. Niemand weiss was um uns in der nächsten Minute passiert...auch nicht in unseren Körpern oder in der Psyche.

    Heute kann mir eine Flasche, welche bei mir im Regal steht, Unbehagen bereiten, morgen sehe ich sie evtl. garnicht.

    Diese Selbstsicherheit wankt wie unser Wohlbefinden und der diesbezüglichen Belastungsfähigkeit.

    Es ist eine ständige Neubewertung notwendig. Selbstsicherheit , welche einfach als selbstverständlich und gefestigt hingenommen wird, endet nicht da wo wir uns das wünschen würden.

    Meine Gedanken zu dem Thema.

    meine vorsichtigen Erklärungen galant abgewiegelt hat.

    geht mir nicht schlecht genug, bin nicht dringend, die Listen sind lang.

    Vermutlich warst Du zu zurückhaltend weil Du nicht krank sein möchtest und niemandem zur Last fallen willst? Nur eine Vermutung, nicht falsch verstehen.

    Je nach dem wie Du das darstellst, können die Ärzte das jederzeit "dringend" machen. Ist eine Auslegungssache. Dann geht es garantiert schneller. Ich würde probieren den Therapieantrag über den Arzt noch zu vervollständigen.

    Gruss WW

    Hallo hyrophania,

    aus meiner Sicht als trockener Alkoholiker liegt die Sachlage ziemlich klar vor mir.

    Auf Ihn brauche ich da nicht weiter einzugehen, es liegt für mich auf der Hand wie das ungefähr weitergeht.

    Du bist ja auch bestimmt nicht hier um zu erfahren, wie Du Ihn mehr oder weniger erfolglos beim trinken stören kannst.

    Welche Konsequenzen hattest Du denn ins Auge gefasst ?

    Nach so einer langen Zeit und mit weiteren Plänen ist das mit Sicherheit alles sehr schwer für Dich.

    Ich denke es war eine gute Entscheidung hier mal zu lesen und Meinungen und Tipps einzuholen.

    Gruss WW

    er hat eine schwierige Kindheit gehabt und ich hab oft sehr Mitleid mit ihm.

    Da die tatsächliche Entstehung eines Suchtcharakters und die tatsächlichen Gründe für eine Erkrankung an einer stofflichen Sucht ( in diesem Fall Alkohol ) nicht geklärt ist, wird diese Begründung gerne genommen.

    Von hilflosen Therapeuten und natürlich vom Erkrankten selbst.

    Das Problem dabei ist allerdings das es an dem Erlebten nichts mehr ändert.

    Erkennst Du diesen Grund bei Ihm an, gibst Du Ihm den Zentraljoker für Immer.

    Denn an der Kindheit ändert sich nichts mehr.

    Ich habe mich im Nachhinein gerne in dieser Art von Selbstmitleid geaalt während ich eine Dose nach der anderen aufgerissen habe.

    Das war eine gute Entschuldigung.

    Irgendwann musste ich aber erkennen, das es an meinem eigentlichen Problem nichts ändert und es eher noch verschlimmert.

    Meine Kindheit war nicht schlimmer oder besser als andere in meinem Umfeld. Jeder hat sein Päckchen.

    Ob es hervorgeholt und beweint wird ist eine andere Sache.

    Ja, das glaube ich Dir unbesehen.

    Das ist alles einfach unglaublich traurig und emotional für mich wahnsinnig schwer…..

    Als nasser Alkoholiker habe ich diese Art Gefühlchaos öfter hervorgerufen und eigentlich war es mir da egal.

    Der Alkohol war immer wichtiger.

    Heute sehe ich das natürlich anders. Für diese Menschen gab und gibt es aber zum Glück ein normales Leben nach mir und dieser nassen Zeit.

    Und ich weiß nicht, wie man sich von jemandem trennen kann, der dann jedesmal, wenn man das in den Raum stellt, mit dem Auto gegen einen Baum fährt……

    Brauchst Du nicht.

    Er hat sich schon von Dir getrennt. Seine neue Liebe heisst Alkohol. Diese von Zerrissenheit geprägte Hassliebe ist stärker als jede Zwischenmenschliche.

    Wenn er sich entscheidet vor einen Baum zu fahren trennt er sich auch von Dir und von mehr sogar .

    Dagegen kannst Du nichts tun.

    Hier geht es nur noch um das räumliche ..... und ein natürlich schlechtes Gewissen.

    Lass Ihn um deinetwillen sein Glück mit dem Alkohol versuchen, seine Entscheidung steht schon länger.

    Wegen Dir kann er seine Sucht nicht voll ausleben, Du störst eigentlich dabei.

    Du musst eben nur noch klarmachen das Du das nicht mitmachst und gehen.

    Das scheint mir im Moment das Hauptproblem zu sein.

    Es gibt Medikamente ( ohne Suchtpotenzial, alltagstauglich ), welche diese Symptomatik abdämpfen. Ich bin am Anfang mit Hilfe meines Neurologen gut über diese Zeit gekommen.

    Da die Alkoholkrankheit meistens eine Doppeldiagnose beinhaltet, ist ein Besuch beim Neurologen durchaus zu begründen. So war es ( und ist es heute noch ) zumindest bei mir.

    Eine Überweisung wäre da hilfreich, bedeutet also ab zum Arzt.

    Da Du den jetzigen Hauptauslöser im Moment gut bestimmen kannst, gibt es da auch konkrete Hilfe beim Arzt.

    Du wirst es mit reinem , stellenweise quälenden , Alkoholverzicht wohl nicht schaffen diese Spirale zu brechen.

    Selbstverständlich kommt dann noch die Veränderung der Auslösefaktoren dazu, primär musst Du aber erstmal das Vertrauen bekommen das Du es auch ohne Alkohol dauerhaft gehändelt bekommst. Und das geht mit Hilfe des Arztes garantiert.

    Gruss WW

    Hallo DSE,

    wie sieht er die Situation? Hat er vor der Sucht kapituliert ? Hilfe hat er ja wohl gesucht und bekommen?

    Du wirst Ihm wohl die Pistole auf die Brust setzen müssen um wieder leben zu können. Die richtigen Schritte kennt er ja wohl.

    Wenn Du Alkohol bei Ihm findest obwohl er eigentlich trocken sein muss für die Therapie, stellt das alles in Frage und muss direkt angesprochen werden.

    Gruss WW

    Hallo Sun,

    der Alkohol scheint trotz längerer Trockenheit immernoch zu Deinen Problemlösungsstrategien zu gehören.

    Hier im Forum kannst Du schauen warum und darüber viel lesen.

    Parallel dazu wäre ein Arztbesuch sehr hilfreich um Dir aktive Hilfe holen.

    Bringe es dort auf den Tisch und mach es zum Thema. Gleichzeitig wird die gesundheitliche Seite beleuchtet.

    Das wäre der Anfang.

    Gruss WW

    Hausarzt ist natürlich nie verkehrt, ich würde mich da mal bei der Krankenkasse informieren.

    Caritas o.ä. Organisationen haben da auch Ahnung wer und wo am Besten.

    Hier im Forum habe ich auch irgendwo eine nach Städte sortierte Liste von Anlaufstellen gesehen.

    Hallo Lusi,

    das ist bitter. Ich persönlich konnte auch zuschauen, wusste was bald passiert und war machtlos. Bin danach lange mit meinen Gedanken dabei gewesen zu überlegen ob ich nicht genug getan hätte.

    Ich hätte es allenfalls um ein paar Monate verzögern können.

    Hilflos

    Besteht bei Selbst / Eigengefährdung nicht die Möglichkeit einer Zwangseinweisung? Ich würde das bei der Sachlage mal den Arzt fragen.

    Gruss WW

    Hatte ihm von dem Forum hier erzählt.


    Hätte ich ihm das mit dem Forum lieber nicht erzählen sollen?

    Das hängt davon ab was Du damit erreichen wolltest. Vermutlich wird er jetzt andauernd darauf rumreiten und dem Forum die Schuld geben.

    Damit solltest Du jetzt rechnen.

    Für Dich ist es in jedem Fall gut das Du hier bist.

    Wenn Du tatsächlich eine Wohnung finden solltest hast Du vermutlich zwei Wohnungen auf Deinen Namen. Oder ist das geklärt das er eine anmietet?

    Wäre Klärung der Rechtslage im Garten und Fristsetzung nicht eine stessfreiere Alternative für Dich?

    Nur so ein Gedankengang.

    Gruss WW

    Diese Woche werde ich zu mir nach Hause fahren. Mit einem schlechten Gewissen da Dag für diese Tage bei ihm bleiben muss. Zuhause schaffe ich es nicht

    Evtl. hilft Dir der Abstand um Entscheidungen zu treffen.

    Der Vorteil von so einem Forum liegt ja auch darin, das man sich die eigenen Darstellungen später nochmal durchlesen kann.

    Was wünschst Du Dir? Und wie könnte das bewerkstelligt werden ?

    Der Wunsch ist ja Vater des Gedanken und aus dem Gedanken formt sich dann ein Weg.

    Was sagt der Bauch, was sagt der Kopf ?

    Gruss WW

    Es gibt ja " Monteurs - Unterkünfte", " Monteurzimmer" . Das ist für Handwerker gedacht , welche ein paar Wochen auf einer Baustelle fern der Heimat was zum wohnen brauchen.

    Das sind meistens grössere Häuser mit Mehrbettzimmern , Volleingerichteter Gemeinschaftsküche zum Selberkochen und Gemeinschaftsbadezimmer.

    Sowas gibts natürlich auch als Zimmer von Privatpersonen.

    Da könnte er wohnen und arbeiten und alle 4 Wochen mal "nach Hause" fahren.

    Diese Unterkünfte sind ja zur Selbstversorgung ohne jeden Service ( ausser Putzdienst für die Zimmer ) und entsprechend billiger als Hotel oder Pension.

    Du kannst Dich im Internet ja mal für deine Gegend schlau machen.