Nach wie vor starre ich auf mein Handy und warte.
Was willst Du tun wenn sie sich meldet? Kontaktabbruch kannst Du ja scheinbar nicht?
Nach wie vor starre ich auf mein Handy und warte.
Was willst Du tun wenn sie sich meldet? Kontaktabbruch kannst Du ja scheinbar nicht?
Hallo Fibietta,
herzlich Willkommen.
Seit 20 Jahren bin ich CO Abhängig.
Das ist lange. Gab es einen Auslöser für Dein Umdenken? Oder ist das Fass verständlicherweise einfach voll?
lG WW
Letzte Woche wurde mein Mann nach Hause geschickt und hatte ein Gespräch mit seinen Vorgesetzen.
Diese Ereignisse, oder auch Schüsse vor den Bug, sind leider keine Suchtkiller. Das Gleiche gilt übrigens für einen Führerscheinverlust.
Man sollte meinen das solche Ereignisse zum Umdenken zwingen, aber in den meisten Fällen ist die Sucht dann doch stärker und es wird weitergetrunken. Das entspricht meiner Erfahrung und lässt sich auch oft lesen hier.
Insgesamt liest sich Dein geschriebenes so: Es ist alles beim Alten, nur etwas schlimmer.
Er trinkt noch ( Menge ist egal )
Er geht nicht zum Arzt um seine Krankheit behandeln zu lassen, d.h. er verleugnet es.
Im Job kommen jetzt Probleme auf ihn zu.
Gruppenbesuch wird immernoch vor sich hergeschoben. ( Ist es sinnvoll wenn ihr beide in die gleiche Gruppe geht? Was erhoffst Du Dir davon? )
Du schreibst das er motiviert ist? Wie meinst Du das?
lG WW
Die wichtigste Frage wäre doch jetzt: Wie kannst Du Dich wappnen wenn sie wieder Kontakt sucht? Jedesmal wenn Du die Wunde aufkratzt ( aufkratzen lässt )wird sie tiefer und die Narbe grösser.
Was kannst Du tun um Abstand zu wahren ( ich gehe davon aus das Du nicht mehr nachfragst wie es ihr geht, das wäre sowas wie Selbstverstümmelung )
Lass uns ruhig an Deinen Lösungsansätzen teilhaben. Manchmal hilft es schon sich mitzuteilen.
WW
Du kennst sie nur unter Alkoholeinfluss. Selbst wenn sie zwischendurch abstinent war, liegt da immernoch eine Wesensveränderung durch das Nervengift vor.
Es dauert lange bis das Gehirn sich von den Alkoholauswirkungen erholt. Das geht nicht von heute auf morgen.
Eigentlich kennst Du den gesunden Menschen dahinter also garnicht.
Augenhöhe funktioniert bei einem Suchtkranken Menschen nicht, weil die Prioritäten völlig anders liegen. Versuche einfach es bei dem Kontaktabbruch zu belassen.
Dann tust Du etwas für Dich, mehr geht nicht ohne Schaden zu nehmen.
Hallo Korli,
Ich stell mir immer wieder vor dass ich mit meiner Alkoholkranken Freundin glücklich sein könnte wenn ich die Akzeptanz für ihr Trinken aufbringe.
Der Alkohol steht an Platz 1, Du allenfalls auf Platz 2 . Müsste sie sich entscheiden, dann würdest Du verlieren. Schlecht da eine Beziehung zu führen. Das kommt darauf an wie leidensfähig Du diesbezüglich bist.
Trockenlieben funktioniert übrigens nicht. Kannst Du hier überall nachlesen. Verbrannte Energie mit viel Leidenspotenzial.
Wahrscheinlich habe ich dadurch auch den Konsum unterstützt.
Das siehst Du auch nicht ganz richtig. Der Alkoholiker hat seine eigenen Uhren und Schwerpunkte. Er trinkt sowieso. Wenn Du versuchst in das System einzugreifen, dann wird der Kontakt abgebrochen. Du brauchst Dir diesbezüglich keine Vorwürfe machen, das Du irgendetwas positiv oder negativ steuern hättest können.
lG WW
Hallo Becca,
Ich habe nächste Woche einen Beratungstermin und bin dann hoffentlich etwas schlauer und in der Entscheidung gefasster.
den Beratungstermin musste ich leider verschieben, da ein Kind dolle krank ist.
Ist da etwas bei herausgekommen?
Er hat seine Partner-Wahl bereits getroffen, Du bist am Zug.
Du führst eine Beziehung mit dem was Frau Alk noch zulässt. Stelle Dich und sein Lieblingsgetränk nebeneinander und lass Ihn wählen. Das Ergebnis wird Dir nicht gefallen. Im Moment versucht er das aus Bequemlichkeit noch unter einen Hut zu bekommen, allerdings steht die Rangordnung schon länger fest.
Hoffentlich kannst Du den Knopf bald drücken.
lG WW
Hallo Jump,
um die Gedankengänge mal weiterzuführen: Was passiert mit Dir wenn er wieder da ist und trocken bleibt?
Du hast wohl augenscheinlich ein Ticket mit Rückfahrkarte gebucht.
Das Problem wäre dabei ja die Zeit. Wie lange müsste er trocken sein und bleiben bis Du den Schritt zurück machst und die Angst vor einem Rückfall verschwunden ist? Das sind ja eigentlich Jahre.
Ich bin mir sicher das Du das schonmal durchdacht hast, oder?
lG WW
Hallo Micaela,
Es wurde immer schlimmer und unberechenbarer und am Ende schmeißt er alles weg nur um wieder trinken zu können.
Du hast es damit auf den Punkt gebracht. Genauso einfach ist das tatsächlich.
Ich habe das vor sehr langer Zeit mal ähnlich gehandhabt und habe mich später gefragt was da eigentlich passiert ist. Dabei ist genau das herausgekommen.
Ich habe damals nie wirklich aufgehört zu trinken, auch wenn ich abstinent war. War eine Kopf/Bauchsache. Der Alkohol war immer da. Im Laufe der Zeit baute sich so ein Druck auf innerlich, das ich ausgebrochen bin und mich in eine Umgebung begeben habe ( bin auch ausgezogen ) wo ich endlich wieder in Ruhe trinken konnte.
Ich habe eine vielversprechende Beziehung dafür einfach in die Tonne gekloppt, waren auch etwa 4 Jahre.
Ich will damit sagen, das das völlig ohne Dich passiert. Du hast weder Schuld noch Einfluss auf diese Suchtmechanismen. Es wäre passiert, egal was Du gemacht hättest. Das Leben wird in diese Richtung gedreht, es werden Gründe geschaffen um die Schuld zu verlagern.
Das entspricht meiner Erfahrung.
lG WW
als ich fragte was ich gegen die Bilder vorm einschlafen machen kann,
Hallo Mare,
ich habe da mal vor ganz vielen Jahren im Rahmen eines psychosomatischen Aufenthaltes von einer Neurologin einen Tipp bekommen, welcher sich fantastisch bewährt hat bei mir. So einfach und so effektiv:
Wenn die Bilder kommen, und die Unruhe, die Gedanken das kreisen anfangen, die Ängste hochkriechen, dann stelle ich mir ein Stoppschild vor und sage auch gedanklich laut "Stopp"
Hintergrund ist wohl, das das Gehirn sich nur auf eine Sache gleichzeitig konzentrieren kann. Wenn man sich mal beobachtet, stimmt das tatsächlich.
Es ist durchaus hilfreich, wenn Du Dir vor dem Augen zumachen ein Bild von dem Schild anschaust. Lässt sich bequem irgendwo aufhängen im Schlafzimmer oder in der Nähe des Bettes. Das muss nicht zwingend ein Stoppschild sein, ist aber am gängigsten und überall präsent. Obwohl ich gedanklich manchmal etwas wühlen muss um ein Stoppschild zu finden, daher hilft vorher anschauen da immens.
Ich habe das schon variiert und nehme z.B. statt Stoppschild das Bild einer Hundehütte und während ich mir das Bild aufrufe, sage ich das Wort Hundehütte gedanklich rückwärts auf.
Du siehst das die Möglichkeiten da unbegrenzt sind, primär geht es darum das Gehirn mit einer Sache zu beschäftigen. Alles andere tritt zurück, Bilder, Probleme die gewälzt werden, Ängste. Keine Kapazität mehr da im Gehirn um Dich zu martern, das wird alles nach hinten geschoben.
Nach meiner Erfahrung ist die Kombination wichtig. Also Bild alleine vorstellen reicht nicht ganz, das ausformulieren von gedanklichen Worten oder Zahlen ist dabei wichtig.
versuch mal gedanklich von 100 in 7er Schritten nach unten zu zählen.
Das ist wohl die selbe Schiene. Beschäftigen.
Du kannst Dein Gehirn also " betrügen " . Klingt komisch, is aber so.
Wenn es mit mehr Humor sein soll, dann finde gedanklich heraus was die Mehrzahl von Wischmopp ist. Da kann schon mal ne ganze Nacht bei draufgehen
.
Was die Medikamente angeht, lass Dich da mit Deiner Fragerei nicht ängstlich machen, drannbleiben. Evtl. muss das dann eben wieder geändert werden wenn es nicht richtig wirkt. Natürlich muss auch eine gewisse Zeit abgewartet werden um einen Spiegel aufzubauen. Aber damit dürftest Du Dich ja schon länger auskennen.
Ich finde es übrigens prima, das Du das jetzt durchziehst
.
lG WW
Hallo Sternenmädchen,
Letzte Woche Donnerstag wurde er in die Klinik gebracht, weil er nervös war und gezittert hat.da hatte er 5 oder 6 Stunden nichts getrunken. Ich habe solche Sorge das er einen kalten Entzug macht. Jetzt noch mehr, weil ich den abgepinnten Bericht gelesen habe. Er hatte, in den letzten 3 Jahren Krampfanfälle, die immer auf dehydrieren zurück geführt wurden.
Bei der Vorgeschichte ist das natürlich nicht ratsam. Ich würde an Deiner Stelle keinen Wert auf diesen frommen Wunsch legen, unmöglich ist natürlich garnichts.
Aber die Vermutung das es doch nur Hinhaltetaktik und Selbstbetrug ist liegt doch sehr nahe.
Ich will ihm da nicht unbedingt einen schlechten Willen unterschieben, es gibt schlechte Momente in denen diese Aussage absolut ernstgemeint ist. Aber wenn dann der Entzug und die innere Unruhe losgehen, wird das wieder über Bord geworfen.
lG WW
Hallo Cloudywillow,
du steckst ja schon sehr lange in dieser Thematik fest. Geändert hat sich trotz der vielen Arbeit an Dir diesbezüglich nicht viel.
Du hast erkannt das Dir nur ein gesunder Abstand helfen kann. Aber wie schonend und gleichzeitig bestimmt vermitteln?
Was hältst Du von der Idee, Deiner Mutter mal einen Brief zu schreiben, indem Du ungeschönt darlegst wie es Dir geht und auch warum es Dir so geht.
Den Brief kannst Du ohne Zeitnot umformulieren bis es dann passt und Deine Lage ersichtlich ist. Darin könnte dann z.B. auch stehen, das Du in Rücksprache mit Deinem Bruder nur noch kommst wenn sie nüchtern ist.
Du könntest Ihr darlegen, das Du gerne aber auch nur dann hilfst wenn es darum geht davon wegzukommen ( Arzt /Entgiftung / Therapie ).
Erfahrungsgemäß schreiben sich diese Briefe fast von selbst wenn sie erstmal angefangen sind, da kann je nach Leidensdruck schon einiges zusammenkommen.
lG WW
Hallo Esther,
herzlich Willkommen, ich denke hier bist Du richtig.
an seinen Sauftagen verzweifel ich.
Wie können wir uns das vorstellen? Was machst Du wenn er trinkt?
lG WW
Hallo Naira,
ich hätte da mal eine einfache Frage:
Was denkst Du was passiert wenn Du heute zur Tür rausgehst und erst in 4 Wochen wiederkommst? Rein hypothetisch.
Du bist, auch durch Deine Handikaps, in eine bestimmte Situation eingeformt und erfüllst Deine vermeintlichen Aufgaben.
Nimm Dich jetzt aus der Gleichung mal heraus. Was passiert?
Und, noch viel wichtiger, was könntest Du Dir vorstellen was Du für Dich tun würdest.
lG WW
Das fällt mir schwer, die anderen Patienten haben ja auch ihre Probleme.
Da brauchst Du keine Rücksicht drauf zu nehmen, die Therapeuten steuern die Gespräche. Wenn Du immer versuchst unter dem Radar zu bleiben dann hilft Dir das nicht weiter, Das hast Du zu Hause schon.
Gestern wurde Rücksicht auf mich genommen, das kenne ich auch nicht.
Kannst Du Dich denn darauf einlassen ?
Du solltest übrigens vor den Therapeuten und Ärzten kein Blatt vor dem Mund nehmen. Die sind geschult und werden dafür bezahlt.
Du brauchst Hilfe und das sollte auch deutlich werden. Wenn Du Dich gesund stellst um nicht aufzufallen, dann bringt dieser Aufenthalt nicht viel.
Je mehr Du auf den Tisch packst, um so vollständiger wird das Bild und dann kann eine gezielte Strategie entworfen oder auch Empfehlungen für Später ausgesprochen werden.
lG WW
Hallo Mare
Heute morgen war ich froh her fahren zu dürfen und Zuhause raus zu kommen.
Was gabs denn schon wieder?
Ich hoffe Du teilst Deine Erlebnisse etwas in der Gruppe? Oder lässt Du das lieber außen vor in der Tagesklinik?
lG WW
Hallo Becca,
du hast hier mit der Anmeldung im Forum einen großen Schritt gemacht. Dadurch beschäftigst Du Dich intensiv mit dem Thema und es kommen viele Denkprozesse in Gang. Du bist auf dem besten Wege aus der Opferrolle auszusteigen und greifst nach dem Zepter für Dich und die Kinder.
Hier kannst Du lesen das Du nicht alleine bist und das Du nicht verrückt, doof oder überempfindlich bist.
Im Moment hoffst Du wohl noch auf eine Art Wunder und hast Angst irreversible Entscheidungen zu treffen. Aber je öfter Du hier z.B. schreibst und Du dadurch siehst wie schlecht es Dir / Euch eigentlich geht, umso niedriger wird die Hürde.
Als Alkoholiker kann ich Dir schreiben, das Du, was die Sucht angeht, auf keinerlei Wunder warten brauchst.
Sein Verhalten lässt nicht die Spur von Einsicht erahnen. Erfahrungsgemäß wird der Konsum mit der Zeit jetzt mehr und die Situation schlimmer ohne fachliche Hilfe ( für Ihn )oder Einsicht. Auch stehst Du in seinem Leben nicht mehr auf Platz1, sondern die Sucht ist wichtiger als Du / Ihr.
Bedenke auch, was innerlich in Dir schon kaputtgegangen ist in dieser Zeit, und schätze mal die Wahrscheinlichkeit ein ob eine normale Beziehung mit diesem Partner überhaupt noch möglich wäre ( im Falle einer Spontaneinsicht und dauerhafter Abstinenz, so wahrscheinlich wie ein 10er im Lotto ).
Du hast, ohne es vielleicht richtig zu registrieren, schon einen Weg eingeschlagen. Du erkennst das etwas richtig falsch läuft und was Du hier liest ist eingebrannt im Kopf. Ein Zurück in das alte Hamsterrad wird es nicht mehr geben.
du kannst dich bei der Caritas beraten lassen, beim Diakonischen Werk, bei Pro Familia, Jugendamt. Das fällt mir spontan ein. Auch bei Suchtberatungsstellen kannst du Hilfe bekommen.
Einfach mal anrufen und einen Termin machen. Im persönlichen Gespräch werden Dir noch mehr auf Dich zugeschnittene Möglichkeiten genannt, und Verpflichtungen gehst Du da nicht ein.
Jetzt hängt von Deiner Leidensfähigkeit und Deiner persönlichen Geschwindigkeit ab, wann Du das Steuer in Richtung Selbst und die Kinder herumreißt.
Viele gute Wünsche auf Deinen neuen Weg.
WW
Ich bevorzuge einfach die wertneutralen Bezeichnungen wie Alkoholkranke oder Alkoholabhängige
aber ich will auch nicht als geizig rüberkommen
Es geht mir einfach nur darum, was man bei so einem Anlass statt Alkohol zu trinken anbieten kann ohne sich lächerlich zu machen.
Es wird Zeit das Du aus Deinem Vermeidungsmodus rauskommst. Die Krankheit ist da. Irgendwann ist die Kraft aufgebraucht wenn Du nicht aufhörst das " Kranksein" zu vermeiden. Es ist nicht wie früher und wird es auch nicht mehr sein.
Das allerschlimmste was Du Dir vorstellen kannst, ist scheinbar die Tatsache, das jemand merkt das Du keinen Alkohol mehr trinken kannst / darfst / willst ?
Was interessiert es Dich eigentlich so extrem was andere von Dir denken könnten? Lebst Du für den guten Eindruck?
Was Du da für einen inneren Kampf führst mag ich mir garnicht vorstellen.
lG WW
Also entweder bin ich einfach nur doof oder tief in der Co-Abhängigkeit gefangen.
Ausserdem erkenne ich mich nicht wieder, weiss überhaupt nicht mehr wer ich bin.
Das mit dem doof lassen wir mal aussen vor. Das ist natürlich Blödsinn. Du bist nicht doof.
Wenn Du so darüber nachdenkst, wie und womit hast Du Dich damals identifiziert, was hat Dich aus Deiner Sicht ausgemacht? Was ist jetzt anders als früher und wie lässt sich das ausfüllen?
lG WW
Da müsste es einen Leseraum geben. Hinsetzen und Seele baumeln lassen ![]()