Beiträge von Rattenschwanz

    Zitat von Sunshine_33

    Hallo Rattenschwanz,
    Darf ich fragen , WARUM Du so riskante Dinge tust, wie Alk ins eigene Heim schaffen ?
    Sind Deine Freunde derart versoffen, das die es nicht mal n Abend ohne Alk aushalten (mal salopp gesagt), oder wie ist das zu sehen?
    Gehst Du lieber riskantes Verhalten ein, ist Dir Deine Trockenheit so wenig wert, anstatt zumindest in Deinem Zuhause klare neue Regeln zu sezten?
    Ich verstehe sowas einfach nicht, ist mir zu hoch, echt mal jetzt.

    LG Sunshine

    Ich find's eben ni riskant - ni mehr riskant triffts eher und bis jetzt hatt es mir nicht geschadet. Meine Freunde würden das auch ohne Alk aushalten aber warum sollen sich plötzlich alle auf mich einstellen, warum sollen alle anderen was ändern, nur weil ich ein Problem habe? Und meine Trockenheit ist mir so viel wert, dass ich sie auch in - für mich vielleicht - schwierigen Situationen durchhalten will und nicht nur in Watte verpackt. Ich weiß, was in mir vorgeht - oder auch ni vorgeht - wenn ich in schwierige Situationen komme und das ist mir lieber, als plötzlich vor so einer Situation zu stehen und ni zu wissen wie es weiter geht. Deshalb "hasse" ich das auch, wenn gefragt wird ob jemand in Beziehung Alk auf mich Rücksicht nehmen soll, nein soll er nicht.

    Und ich werd auch durch die Abstinenz kein besserer Mensch ein anderer bestimmt.

    Ich wollte es ni schreiben aber ich machs trotzdem:

    Im Urlaub haben meine Frau und ich zum Grillen eingeladen. 7 Freunde - eher zwei Freunde, der Rest Bekannte und Verwandte. Mit Alk im Haus, weil 6 Eingeladene Alk trinken. Hat alles funktioniert. Ohne Druck, ohne dumme Gedanken, ohne Ausfälle der Eingeladenen, ohne Ausfälle (Alk)meinerseits. Das soll nun nicht heißen, dass nun für die Zukunft alles i. O. ist, es war ein Versuch- zugegeben ein riskanter. Seit meiner Abstinenz hatten wir niemanden mehr zum Feiern/Grillen zu uns eingelden sondern sind immer Einladungen gefolgt- da konnte ich abhauen wenns zu viel wurde.

    Na ja, muss ich ni jeden Monat haben aber einmal im Jahr "gehts".

    So, nun hat der Arbeitsalltag wieder angefangen (Gestern) und die schönen drei Wochen und ein Tag Urlaub sind vorbei. War ein herrlicher Urlaub mit Garten, Reparaturen am Haus, Sport, Fußball im TV und vielen Tagen mit Sonne. Da freu ich mich - meine Faru und der Hund natürlich auch - dann immer darüber, dass ich in 'ner viertel Stunde am schönen Ostseestrand bin.

    Mit der Führerscheinstelle hab ich bissl Ärger gehabt, die bestehen - nach 14 Jahren Fahrerschein weg - unbedingt auf einem Abstinenznachweis wenn sie mir den Lappen wieder geben sollen. Na gut, mach ich das eben. Zwei mal war ich schon beim Gesundheitsamt eingeladen, kostet nur alles einen Haufen Geld.

    Und jetzt noch was, das mir Gestern aufgefallen ist: Als ich so im Garten in der Sonne saß, da hätte ich mir - warum auch immer - ein Glas Cola Bacardi rein schütten können. Ich hab mir dann so gedacht, dass es ja ni bei einem Glas bleiben würde und der "Spuk" war vorbei. Und das ist mir dabei aufgefallen, dass mir das ab und zu mal so geht, dass dabei aber nie Saufdruck entsteht (es sei denn, das ist welcher) - also dran gedacht und vorbei. Ist das nun schon Saufdruck? Wenn ja, dann kann ich damit leben.

    Mal was zu meinem "Schreibverhalten": Als ich noch fleißig Alk in mich geschüttet habe, da habe ich zu Hause ständig vor dem Computer gesessen und gesoffen und geschrieben und gesoffen und ... Da hatte ich meine Ruhe. Jetzt sitz ich zu Hause sehr selten vor dem Computer - was mir ausgesprochen gut gefällt. Auf Arbeit sitz ich ja schon genug vor der Kiste und wenn ich auf Arbeit Zeit - so wie jetzt Mittagspause - und Lust habe, dann nehm ich mir paar Minuten um hier zu lesen und/oder zu schreiben. Deshalb ist meine Anwesenheit hier eher sehr unregelmäßig und dementsprechend eben fast nur auf Arbeitstage beschränkt.

    Vielleicht noch so viel:
    Um Alkoholregale in Supermärkten oder um Alkohol im Alltag mach ich keinen Bogen weil mir das viel zu stressig und mühselig ist, immer vorher auszukundschaften ob irgendwo und wenn ja, wo Alk sein könnte, das hab ich in nassen Zeiten lange genug gemacht. Und zu Grillpartys mit alten Freunden – zum Beispiel – gehe ich, weil dort auch meine Freunde sind. Einen Teufel wird ich tun und denen das Alkoholtrinken vielleicht verbieten oder vermiesen. Die haben kein Problem mit Alk – doch das kann ich aus Erfahrung beurteilen –, das Problem mit Alk habe ich wenn ich ihn trinke. Neue Freunde will ich mir auch ni krampfhaft suchen. Das is nämlich ziemlich schwer Freunde zu finden, Bekannte findeste schnell.

    Ansonsten gefällt mir das mit klar strukturierten Tagesabläufen sehr gut und auch, dass ich mit der Krankheit offensiv umgehen soll also keine „dummen“ Ausreden wenn das Thema zur Sprache kommt. Mir fällt bestimmt noch mehr ein, was mir gut gefällt.

    Ja, irgendwie fühl ich mich schon bevormundet, wenn mir jemand schreibt, dass das was ich mache prinzipiell falsch sein soll, obwohl es ja nun seit über zwei Jahren funktioniert (endlich mal) und ich mich dabei auch noch wohl fühle. Bei mir funktionierts bis jetzt, das bedeudet ja noch lange ni, dass das auch bei anderen so sein muss. Deshalb ja meine Meinung, dass jeder seinen Weg finden muss und sich dabei für sich brauchbare Ratschläge annehmen kann, wenn er will.

    Ansonsten: Danke für Glückwünsche und Hinweise.

    Moin, da möchte ich auch mal meinen "Senf" dazu geben.

    Seit ca. einem Jahr bin ich auf dem „low carb Trip“. So gut wie jetzt wie jetzt hab ich mich noch nie gefühlt, körperlich und seelisch.

    Da gibt’s nur an Tagen an denen ich ins Fitnessstudio gehe (jeden 2.Tag) zum Frühstück Kohlenhydrate und zwar ca. 200 g Haferflocken mit einer Banane oder Waldbeeren (TK), einem Teelöffel Honig und Milch, dazu 4 Eier. An allen anderen Tagen 6 Eier mit Speck zum Frühstück. Zwischendurch Magerquark – so ca. 300 g – mit Leinöl und 2 Eigelb gemischt. Mittags Putensteak oder Hühnerbrust oder Thunfisch. Nachmittags Eiweißshake aus ca. 40g Whey-Protein und am Abend Steak (Rind) oder Fisch oder Huhn oder Pute. Vorm Schlafen nochmal Magerquark mit Eiern und Leinöl. An Sporttagen gibt’s nach dem Training noch mal ca. 40 g Whey-Protein. Wenn ich Appetit habe, gibt‘s am WE Mittag‘s auch mal Chilli con Carne oder Pilze oder ‘nen Rinderbraten mit Süßkartoffeln oder mal Low Carb Nudeln (aus Soja) mit Broccoli. Vor 1,5 Jahren hab ich noch 120 Kilo drauf gehabt bei 1,86 m Körpergrö-ße. Jetzt sind es durch Essen und Sport (jeden 2. Tag ca. 2 Stunden) noch 92 Kilo bei 9% Körperfettanteil. Wie geschrieben, ich fühl mich „sauwohl“ damit. Fleisch ist mein Gemüse :lol:

    Sieste und auch das ist ein Grund für mich keine Selbsthilfegruppe zu besuchen, dieser angeordnete Zwang mich immer von irgendwelchen "Besserwissern" kontrollieren zu lassen. Steht irgendwo, dass ich mich regelmäßig hier zu melden habe?

    Das Forum hab ich mir gesucht - ni andersrum - weil ich dachte (ha ha), dass ich hier schreiben kann wenn mir so is und ni wenn dir so is. Und so wars in jeder Selbsthilfegruppe: Wo warstn du letzte Woche, warum warstn du ni hier ...? Weil ich euch ni jede Woche brauche und ni jeden Tag und ni jede Stunde. Weil ich - ja ich und ni du oder irgendjemand oder der Alk - entscheiden will, wem ich wann was schreibe oder erzähle.

    Und glaube mir, ich hab darauf gewartet, dass mir irgendjemand vorschreibt oder vorschreiben will, dass meine Freunde keinen Alk zu trinken haben, dass ich mich von "nassen" Feiern fern zu halten habe, was ich zu essen habe u.sw. Nee, lass ich mir ni. Ich muss damit leben was ich tue. Ja ich muss für mich damit leben und ni für irgendjemand anderen. Ni für Familie, ni für Freunde, ni für Kollegen ... nee, nur für mich. Und ja ich muss, ich muss deshalb weil ich inzwischen weiß, dass ich ni mit Alk umgehen kann. Und weil ich das inzwischen - nach jahrelangen Experimenten - weiß, will ich's auch.

    Ich bin ni beratungsresistent, mich kotz das an, wenn mir jemand erzählt, dass das so wie ich es mache eh nichts wird und das nur, weil es bei ihm selbst so nicht funktioniert hat. Jeder muss seinen eigen Weg finden und dein Weg muss ni meiner sein aber ich kann mir deinen Weg ansehen - wenn ich will.

    Das mit dem "nichts merken des Partners", das kenn ich. Nach Feierabend bin ich schnell nach Hause und hab ein Bier rein "rein gezischt", da hatte ich eh ne Fahne und konnte mich ohne aufzufallen um meine Verstecke mit dem Wodka kümmern.

    Bis jetzt bin ich ohne Selbsthilfegruppe sehr gut "gefahren und mir gehts auch gut dabei.

    Moin "MBChess",
    viel Kraft wünsch ich dir. Sport iss ganz genial, treibe ich nun - seit es kein Alk mehr sein muss - auch wieder regelmäßig. Am Anfang wars bei mir schon fast Suchtverlagerung - denk ich mal - 5 mal in der Woche 2,5 Stunden Kraftträining im Studio. Inzwischen hat sich das auf vier mal 1,5 Std. eingepegelt und hilft mir nun seit ca. 1,5 Jahren unwahrscheinlich beim abschalten und entspannen.

    Zitat von Andi089

    Hallo Rattenschwanz,

    ....schreibt der selbe User, der sich vor wenigen Wochen noch über die negative Grundstimmung hier beschwert hatte....

    Moin

    Ja und, was issn an dem was ich geschrieben habe negativ? Iss doch schön, wenn ich mich beim "rumbasteln" am Leben auch damit beschäftige.

    Angeregt von dem Beitrag „Auf geht’s in ein neues Leben“ mal kurz meine Gedanken dazu:

    Schön wär’s, es ist aber kein neues Leben, es ist das alte und das wird es bleiben. Ich - das ist meine Meinung und ni mehr oder weniger - finde es nicht richtig, wenn andere in dem Glauben gelassen werden, dass durch den Verzicht auf Alkohol ein neues Leben beginnen würde. Ein neues Auto – zum Beispiel - kann ich mir kaufen, schenken lassen oder was auch immer, dann hab ich was Neues. Ein neues Auto, mit dem ich von Anfang an anders umgehen kann, als mit dem anderen, dem alten Auto. Das neue kann ich von Anfang an mehr pflegen, damit besser oder anders fahren, ni mehr jeden einsteigen lassen der einsteigen will. Ich kann damit von Anfang an regelmäßig in die Werkstatt gehen oder es vom Fachmann reparieren lassen wenn was kaputt geht und ni vom „Krauter“ oder selber daran rumpfuschen weil‘s vielleicht einfacher und günstiger ist. Von Anfang an kann ich alles anders – vielleicht ni unbedingt besser machen aber anders.

    Ich möchte gern ein neues Leben haben, das geht aber ni, mein Leben ist wie es ist. Ich kann das alte bissl aufarbeiten, polieren, lackieren – um beim Auto zu bleiben – paar Reparaturen durchführen oder – lassen aber dadurch wird’s kein neues aber ich beschäftige in den Momenten in denen ich daran arbeite damit und ich behandle es besser als in der Vergangenheit und das ist gut so und viel wert – für mich jedenfalls.