Beiträge von bob83

    Vielen Dank für die ermunternden Worte und das Teilen deiner Erfahrungen.
    Ja, mir ist klar, dass ich mich passiv verhalte, vermutlich, weil ich trotz all der schlimmen Erfahrungen nicht einsehen will, auf die vermeintlich bequeme Art anstrengende oder langweilige Etappen zu überwinden.

    Trotz allgemeiner Antriebsarmut geht es mir nicht einmal ernsthaft schlecht, ich versuche den Tag zu ordnen und bin viel draußen, zudem bin ich hier und auch real in SHG aktiv.

    Ich habe oft von anderen Betroffenen gehört, die länger trocken sind, dass sie das Thema Suchtdruck nicht kennen, da sie ja so dankbar sind, gefühlsmäßig als eine Art Erleuchtung nicht mehr saufen zu "brauchen".

    Dummerweise ist dieser Cut bei mir nicht eingetreten, trotz wirklich beängstigender Erfahrungen während einer Alk-Psychose.

    Vermutlich mache ich es mir aber auch zu einfach, indem ich erwarte, dass ich quasi ohne Alk glücklicher sein müsste....das bin ich nämlich, wenn ich an die "netten" Räusche denke, nicht.
    WOHL ABER bin ich glücklicher im Verhältnis zu den ständigen Entzugserscheinungen nebst peinlicher Auffälligkeiten gegenüber Chef, Freunden und Familie, von der Optik (rotes, schwitziges Gesicht) und dem Schlafentzug ganz zu schweigen.

    Daher:
    Eventuell provozier ich gerade in meinem Kopf als eine Art Rechtfertigung, dass ich mir irgendwann wieder selbst bewusst wider besserem Wissen die Kante gebe...aber meine Hoffnung ist zum Einen, dass ich nicht so dumm sein werde, und zum anderen, dass es nicht so wird wie vorher....also Leugnung des Problems im Ganzen...und letzteres scheint wohl immernoch irgendwie in meinem Kopf herumzuspuken.

    Zitat von Katharsis

    Hallo Bob,

    kaum ein Alkoholiker konnte sich auf Anhieb ein Leben ohne Alkohol vorstellen, damit bist Du nicht allein. Mir hat es geholfen, mich nicht gleich mit der Ewigkeit auseinander zu setzen, sondern erst einmal Tag für Tag, manchmal auch Stunde für Stunde, bis die Abstinenz immer alltäglicher wurde. Plötzlich wird Dir dann bewusst, dass Du Tagelang bereits überhaupt nicht an Alkohol gedacht hast. Da Du eine reale SHG besuchst, wird Dir das auch Jemand bereits geraten haben.

    Ja, das stimmt, dort "lebt man trocken" von Tag zu Tag, aber mir fällt das irgendwie schwer, aus folgendem Grund:
    Irgendwie habe ich - weil ich quasi schon jetzt präventiv ein schlechtes Gewissen wegen des zu erwartenden Rückfalls habe - an einem trockenen Tag kein besonders "stolzes" oder gutes Gefühl, eher mal nach einer Woche...und das mit dem schlechten Gewissen resultiert irgendwie daraus, dass ich mir ein alkfreies Leben nicht vorstellen kann und wohl auch deshalb schon Rechtfertigungen suche, dass ich evtl. doch kein Alki sein könnte...obwohl mir entgegen dieser eher unterbewussten Strömungen mein (jetzt ;) ) klarer Verstand eindeutig sagt:
    Entzugserscheinungen körperlicher Art hat man nicht vom Genusstrinken, das Schwitzen, das Zittern, die Unruhe, Ängstlichkeit,....sogar ein Delir..

    Will sagen: Ich WEIß dass ich ein Alki bin, will es aber anscheinend nicht wahrhaben oder glauben, sonst würde ich nicht auf oben genannte dumme Gedanken kommen....eine Art Widerstreit zwischen "Seh es doch endlich ein dass das Suizid bedeutet" und dem "ach, naja, das war nur letzte Zeit wegen dem und dem Ereignis so"....

    Ich denke aber, das geht - wie du schon sagtest - vielen so.

    Und ich habe mir gesagt, was einmal einer aus der AA zu mir sagte:
    "Wie du darfst nicht saufen? du darfst jederzeit, die Frage ist, willst du das wirklich"....und mit diesem Apell an die Eigenverantwortlichkeit versuche ich auch diese zerstreuten Gedanken zu ordnen, denn:

    Selbst wenn ich erst in 5 Jahren auch unterbewusst endlich anerkenne, was mein Verstand jetzt schon weiß...besser von Rückfall zu Rückfall gehangelt als so weiterzumachen, zumal meine jetztigen 5 Wochen wegen der SHG (ob nun real oder online) nicht das gleiche leere Gefühl hinterlassen haben wie meine damaligen Pausen.

    Ach ja: Mein Psychiater hatte mir die Entscheidung des "Alki ja oder nein" recht deutlich mit einem "ja" abgenommen, wohl kein Zufall, dass ich mich seitdem irgendwie befreiter fühle...trotz all der dummen Gedanken.

    Hey und willkommen,

    da auch ich selbst Neuling bin, kann ich deine Geschichte bei mir in Teilen wiedererkennen, das Trinken in der Clique, dann das Trinken zuhause, schließlich das bewusste Zulaufenlassen ohne Sinn und Verstand, was früher zwar passierte, aber immer mehr Normalität wurde.

    Das "Neben der Spur sein" und die zitternden Hände sind zwar typische Entzugserscheinungen, aber können natürlich auch Nebenwirkungen des Antidepressivum sein, letzteres kannst du ergänzend online nachschauen, da hat man neben dem Beipackzettel meist weitergehende Infos zu Nebenwirkungen.

    Zitternde Hände hatte ich oft, komisches Gefühl im Magen ebenso, das "Neben der Spur sein" war bei mir tatsächlich auch entzugsbedingt, wobei das bei mir meist mit Überempfindlichkeit und Ängstlichkeit einherging.

    Schön dass du geschrieben hast, jede Mittelung über eigene Probleme - so finde ich - ist wie wenn man Ballast von der Seele nimmt.

    Was deine Freundin sagte, das sagte auch meine Ex zu mir, nur angeblich auch nicht auf Alk bezogen, "Nein, Menschen ändern sich nicht".

    Klar ist das Quatsch, aber wichtig ist, dass man sich erstmal um sich selbst kümmert!

    Ich selbst trinke sei ca. 5 Wochen nichts, meine längste Pause waren 8 Wochen, mein Ziel ist aber nun, nicht mehr nur einfach "Pausen" zu machen sondern schlicht ohne Alk zu leben, auch wenn ich mir das momentan sehr schwer vorstellen kann.

    Zwar versteht sich dieses Forum als eigene Selbsthilfegruppe, weshalb externe Themen unerwünscht sind, aber empfehlen kann ich dir NEBEN dieser Kontaktaufnahme hier auch schlicht die häufig gut erreichbaren Suchtberatungszentren, die einen dann an eine reale Selbsthilfegruppe oder sonstige Hilfen verweisen, ich selbst etwa bin über meinen Arzt zum Psychiater - und über diesen zu AA gekommen. Dabei belasse ich es erstmal, bevor Forumsteilnehmer wütend aufheulen.

    Hallo Römchen,

    Bei mir ists seit dem 16.2. soweit, dass ich nicht mehr so weitermachen will, bei mir hat es bezüglich des Schlafs bis Tag 8 oder 9 gedauert bis es halbwegs normal ging. Zudem muss ich nun - da ich extrem auch auf früh getrunkenen starken Kaffee Abends reagiere - auch noch den Kaffee einschränken, bzw. auf koffeinfreien ab 12:00 umsteigen, aber das geht irgendwie auch.

    Ich hau mir momentan Beruhigungstee Abends täglich rein, das holt einen runter und man trinkt viel Flüssigkeit. Das Thema "nie wieder Alk" ist auch bei mir ein großes Angstthema, aber wie ich schon woanders in einem Thread sagte:

    Lieber als einsichtiger Alkoholiker von Tag zu Tag hangelnd mit der Gefahr eines Absturzes als so weitermachen wie bisher...nämlich täglich Saufen mit dem Glauben, man habe kein Problem.