Beiträge von Thalia1913

    Hallo Gauguin,

    du schreibst:

    Zitat

    Wenn´s ernst werden sollte hau´ ich ab.

    Hm - was bedeutet denn für dich: "wenn's ernst wird"?

    Meine These: Wenn's ernst wird, willst du trinken, und dann haust du nicht ab.

    Was dich betrifft, so ist das nur eine These, aber auf mich bezogen ist es meine Erfahrung mit mir.

    Grüße
    Thalia

    Liebe Katha,

    Danke für deine Antwort, ich freue mich darüber.

    ... "dass ich in mein Leben passe bzw. mein Leben zu mir", soll eigentlich heißen, dass ich mir jetzt das Leben bastele, oder aus mir entstehen lasse, in dem ich mich wie Ich fühle und frei atmen kann. Mich für etwas Vorgefertigtes passend machen habe ich lange versucht, vergeblich. Und deine Frage danach, wer die Messlatte hin hängt oder wer da was vorfertigt, ist eine zentrale, die ich wohl im besten Fall jeden Tag erneut für mich beantworten, oder zumindest mir stellen, muss/kann/darf.

    Ich bin froh über deinen vorletzten Satz " da liegt es an mir, die Voraussetzung wieder zu schaffen, und ich werde das auch tun."

    Denn das klingt alles ganz schön heftig, was du erlebt hast dieses Jahr. War der Alkoholismus deines Mitbewohners eine Überraschung für dich? Und du schreibst fast so in einem Nebensatz, dass du rückfällig geworden bist, du den Rückfall aber gleich wieder stoppen konntest (wenn ich dich richtig verstehe).

    Hängt für dich "neue Wohnung" mit "neuem Job" eng zusammen? Oder kannst du zu deiner eigenen ... ich sag mal Sicherheit, nicht schon vorher umziehen?

    Oh, noch was. Dies hier:

    Zitat

    aber ich überlege immer: Hat es sich gelohnt, hat es dir gut getan, fühlst du dich wohl damit? Meistens ist die Antwort nein und dann lass ich es einfach.
    Andere Dinge oder Situationen stressen mich zwar, aber sie tun mir gut oder bringen mich weiter. Dann gehe ich da wieder rein und erweitere damit meinen Komfortkreis, denn ich weiß doch, dass es irgendwann selbstverständlich wird und keine Angst mehr macht.

    Das ist gut und klingt wenn schon nicht einfach, so doch machbar, aber mir ist irgendwo unterwegs - schon vor langer Zeit - das natürliche Gefühl dafür abhanden gekommen, was das eine ist und was das andere. Und daher rate ich oft, und oft auch "falsch" (was in diesem Fall heißt: zu meinem Nachteil, oder sogar zum Nachteil mir nahestehender Personen. - manchmal auch zu deren Vorteil.)

    Damit hadere ich zum Beispiel. Und ich hadere damit, dass ich hadere. Aber, (da ich jetzt viel mehr Voraussetzungen dafür geschaffen habe, dass ich glücklich sein kann,) hör ich auch manchmal einfach auf und lass es gut sein.

    Ich wünsche dir eine erfolgreiche Behandlung am Wochenende. Und für die Jobsuche drücke ich dir die Daumen.

    Einen herzlichen Gruß!
    Thalia

    Liebe Katha,

    ich habe mich gefreut, von dir in einem anderen Thread zu lesen. Wie geht es dir? Und wie geht es deinem Rücken?

    Vor ein paar Monaten schriebst du, du würdest gern über mein Glücklichsein lesen. Es tut mir leid, dass ich darauf erst jetzt eingehe.

    Glücklich bin ich, seit ich mir zugestehe, so leben zu wollen, dass ich es sein kann. Bei mir brauchte es wohl erst die letzte Krise durch meinen Alkoholismus und die Trennung von meinem Mann, (wer weiß, vielleicht auch "einfach" das richtige Alter ;)) dass ich etwas verrücken konnte, so dass ich jetzt in mein Leben passe bzw. mein Leben zu mir, so ganz grundsätzlich, mit allen Unzulänglichkeiten und offenen Fragen und Baustellen, die dazugehören.

    Ich bin nicht mit allem zufrieden, schon gar nicht mit mir. Ich hadere nach wie vor oft mit mir. Ich bin auch - gerade in letzter Zeit wieder - öfter traurig.

    Aber im Gegensatz zu ... der Zeit, in der ich unglücklich war, bin ich tief drinnen mit mir im Reinen.

    Spürbar ist dieses Glücklichsein, wenn es unvermittelt nach vorne "prescht", wenn ich zum Beispiel hier durch meine Straße gehe und die Bäume und Häuser sehe und mich wohlfühle und dankbar, aber nicht nur dann, sondern eigentlich immer, wenn ich mein Augenmerk darauf richte.

    Wie ist es bei dir? Bist du glücklich? Und wenn ja, was ist das für dich?

    Viele Grüße
    Thalia

    Liebe Slowly,

    ich freue mich sehr, mal wieder von dir zu lesen!

    Wie geht es dir denn sonst so? Was du Hans schriebst, klingt nach Stress.

    Deine Freude darüber, dass du wieder Bücher lesen kannst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe auch große Schwierigkeiten, einen Roman zu lesen. Sachbücher gehen, Trivialliteratur geht, aber so wie noch vor einigen Jahren ein richtig gutes Buch mit Genuss zu lesen, damit habe ich große Probleme. Du machst mir Hoffnung, dass sich das auch nach langer "Durststrecke" wieder ändern kann. :)

    Lieben Gruß
    Thalia

    Danke, Matthias. :)

    ---

    Mein Faden hier heißt ja "Vertrauen und Mut", und das sind für mich auch zwei der wichtigsten Dinge, die ich brauchte, um trocken zu werden, und brauche, um trocken - und glücklich - zu bleiben. Vertrauen in mich und andere, und Mut, weil ich oft Angst habe.

    Ein Drittes gehört aber auch in diese Reihe der wichtigen Dinge, und das ist Geduld. Eigentlich hat auch Geduld wieder mit Vertrauen zu tun, irgendwie, denn wenn ich geduldig bin, vertraue ich ja darauf, dass etwas kommt, (oder geht), auch wenn es lange dauert.

    Geduld fällt mir nicht leicht. Vor allem nicht die Geduld mit mir selbst. Mit mir selbst geduldig zu sein heißt ja auch wieder Vertrauen zu haben; diesmal in mich selbst, und das ist schwer für mich.

    Aber es ist heute nicht mehr so schwer wie letztes Jahr oder vorletztes oder vor zehn Jahren.

    Mein Alkoholismus ist - neben anderem - auch eine Krankheit der mangelnden Geduld gewesen. Etwas nicht aushalten können. Etwas sofort anders haben wollen. Etwas sofort können wollen. Das hat auch mit Gelassenheit zu tun. Als ich getrunken habe, konnte ich nicht gelassen sein. Jetzt lerne ich es wieder. Lerne zu denken
    "Ja, das ist jetzt so. Das hätte ich lieber anders. Mal gucken, ob ich da was machen kann. Und wenn heute nicht, dann vielleicht morgen. Denn ich verändere mich, und was ich heute noch nicht kann, lerne ich vielleicht durchs Ausprobieren (und Scheitern), und irgendwann kann ich's dann. Vielleicht. Probieren kann ich's ja mal."

    Als ich noch getrunken habe, war es ein "Das darf nicht so sein! Das muss ich ändern! ich kann es nicht ändern?! Das halt ich nicht aus!"

    Geduld hat daher auch viel mit Akzeptanz zu tun. Ich akzeptiere, dass etwas so ist. Und paradoxerweise ermögliche ich erst dadurch Veränderung.

    Solange ich nicht akzeptieren konnte, dass ich alkoholkrank bin, konnte ich nicht gesund werden. So einfach - und so schwer - ist das.

    Guten Morgen,

    ich denke dabei gerade an Leute, die vielleicht „da draußen“ versuchen, ihr Leben umzustellen, weil sie vom Alkohol weg wollen, und dadurch dann die Sozialkontakte wegbrechen. Weil die Kumpels weitertrinken wollen. Statt sich am Sonntag vormittag dann am Kiosk zu verabreden, „musst“ du dann plötzlich allein zu Hause bleiben, weil du vielleicht kaum einen mehr kennst, der (auch) nicht trinkt. Das baut sich dann ja auch langsam wieder auf, aber dazu ist es nötig, erstmal ne Weile trocken zu bleiben. Da kann das Forum hier vielleicht für dich ein Anlaufsort sein, wenn du hier schreibst, und dir jemand antwortet, dann bist du eben nicht mehr allein.

    So meinte ich das.

    Bei mir wars ja so, dass ich erst nach einigen trinkfreien Monaten hierher kam, aber auch jetzt noch empfinde ich das hier als Anlaufstelle, wo ich „hin“ kann, wenn ich mich gestresst fühle, eine kurze Auszeit brauche, einen Austausch zu einer aktuellen Problematik suche (letzteres bei mir wie bei nngneo ja eher im erweiterten Bereich).

    Da begreife ich hier die Forengemeinschaft dann nicht als etwas Gezwungenes, Einengendes, sondern als Ort, der mir Sicherheit in einem Bereich bietet, der für mich von zentraler Wichtigkeit ist: dem Schutz und der Stärkung meiner Trockenheit.

    Grüße
    Thalia

    Hallo Forum,

    als ich heute so durch meine Stadt fuhr, fielen mir an mehreren Stellen kleine Grüppchen, mal drei, mal vier Leute auf, die vor einem Kiosk oder an einer Kneipe zusammen standen und redeten, mal mit einem Bier in der Hand, aber auch ohne.

    Da ist mir eine weitere wichtige Funktion eingefallen, die das Forum gerade auch für frisch Trockene haben könnte, wenn "man" denn möchte.

    Gemeinschaft.

    Plötzlich fällt der "Freund" Alkohol weg, aber eben auch die ehemaligen Trinkfreunde, wenn man die Risikominimierung lebt. Gerade in der ersten Zeit der Trockenheit hat manche(r) noch keine neuen, trockenen Kontakte aufgebaut. Da könnte ein regelmäßiges Lesen und Schreiben hier ein Gefühl von Gruppenzugehörigkeit entstehen lassen. Denn ganz klar, der Mensch will zu einer Gemeinschaft gehören, oder?

    Wie sehr ihr frisch Trockene das? Kann hier für euch ein Gruppengefühl entstehen, und wenn nicht, was bräuchte es, damit es das kann?

    Grüße,
    Thalia

    Hallo Matthias,

    puh, das ist genau so eine Situation, von der ich hoffe, dass sie nicht passiert, wenn ich auf der Landstraße unterwegs bin. Wie gut, dass ihr unverletzt seid. Nach deiner Beschreibung war der Aufprall ja heftig!

    Hoffentlich kannst du es innerlich bald zumindest soweit abhaken, dass du ohne Angst wieder fahren kannst.

    Viele Grüße und trotzdem einen schönen Sonntag!
    Thalia

    Hallo RS,

    ich glaube, das Verstehen, das du meinst, kommt über die Schiene Verstand, und der kann - bei mir jedenfalls - sowas wie eine Suchterkrankung nicht "verstehen". Das sitzt in einer anderen Region meines Hirns. Ebenso wie mein Suchtgedächtnis nicht viel gemeinsam hat mit dem bewussten Hervorrufen von Erinnerungen, das du beschreibst. Trigger bedeutet für mich, das etwas ausgelöst wird, das eben genau nicht durch mein Bewusstsein gesteuert wird.

    Insofern hat die Krankheitseinsicht bei mir auch mit Vertrauen zu tun. Und Akzeptanz, dass ich die Krankheit eben nicht kontrollieren kann, auch nicht mit einer Verstandesleistung.

    Grüße,
    Thalia

    Hallo Löwenherz,

    herzlich willkommen hier bei uns. Ich freue mich, dass du hergefunden hast, und bin gespannt, was du noch zu erzählen hast.

    Schluss mit der Selbstaufgabe, das ist gut so! Das positive Gefühl für das eigene Leben kehrte bei mir erst langsam zurück, aber es hat sich gelohnt, dranzubleiben.

    Ich lade dich auch in den erweiterten Bereich ein, falls du dich etwas geschützter und intensiver austauschen möchtest.

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Peter,

    herzlich willkommen (zurück).

    Was heißt denn für dich "alleine"? (Du bist ja zumindest mal hier in dieser online SHG.)

    Hast du vor, dich hier regelmäßig auszutauschen?

    Erzähl doch mal, was lief beim letzten Mal schief, und was wird diesmal anders laufen (und warum)?

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Antje,

    mit offenem Geist - das ist gut.

    Was das andere angeht, da hak ich jetzt nochmal nach. Und schlage dir vor, selber in Frage zu stellen, was du geschrieben hast. Inwiefern hast du denn "gar kein Leben" mehr, wenn du nicht auf eine alkohollastige Familienfeier gehst? Und warum "musst du da irgendwie durch"?

    Ich glaube, du bist viel freier, als du selber denkst. Nimm dir die Freiheit, deine Trockenheit an die erste Stelle zu setzen. Bei mir war es so, dass danach mein Leben nochmal richtig neu angefangen hat, denn alles vorher war eigentlich "kein Leben".

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Antje,

    ich wäre in der Anfangszeit nicht auf so ein Familienfest gegangen. Und auch jetzt noch nicht, wenn ich es recht überlege.

    Für deinen ersten Termin morgen wünsche ich dir alles Gute. Was sind da deine Erwartungen?

    Grüße
    Thalia

    Hallo Antigone,

    auch von mir noch ein verspätetes Willkommen hier im Forum.

    Was ist denn dein Anliegen, wenn du über das Gespräch mit deinem Sohn nachdenkst? Du schreibst ja, dass er selbst bereits von deinem "Alkoholproblem" weiß. Reicht es da nicht, wenn du ihm sagst, dass du ab jetzt alkoholfrei leben möchtest und dir dabei auch Hilfe suchst?

    Ich bin auch alleinerziehend, auch wenn mein Kind noch kleiner ist, aber ich verstehe, was du über die Umkehrung der Fürsorge schreibst. Aber ich glaube, dass du durch dein jetziges Handeln, und dadurch, dass du Verantwortung dafür übernimmst, ihm ja zeigst, dass du jetzt für dich sorgst. Wenn er nicht weiter nachfragt, brauchst du ihm Details ja auch nicht zu erzählen, sondern kannst dafür andere Gesprächspartner (SHG, Forum, evtl Suchttherapeut) in Anspruch nehmen.

    Ich wünsch dir hier einen guten Austausch und alles Gute auf deinem neuen Weg in ein trockenes Leben.

    Thalia

    Hallo Antje,

    ich meinte eher derzeit eine Alkohol-Entwöhnungstherapie. Alles andere gegebenenfalls dann, wenn die Trockenheit stabilisiert ist - wäre jetzt so mein Ansatz.

    Wenn dein Mann nächste Woche kommt, wie wird das werden. Wird er trinken wollen? Hast du mit ihm schon darüber gesprochen, dass du nicht mehr trinken willst, weil du Alkoholikerin bist? Zieht er mit?

    Ich wünsch dir eine gute Nacht und morgen einen fröhlichen Morgen.

    Herzlichen Gruß
    Thalia

    Hallo Antje,

    willkommen hier bei uns auch von mir.

    Dass du schon erkannt und verstanden hast, dass du Alkoholikerin bist, ist ein ganz wichtiger Schritt. Dafür habe ich unglaublich lange gebraucht. Eben auch aus Scham. Ich wollte es einfach nicht glauben, und habe gegen die Erkenntnis gekämpft.

    Ich kann dich also gut verstehen. Ich bin auch Mutter. (Möchte aber hier im Offenen nicht so viel von mir preisgeben, ich bin eher im Geschlossenen Forum unterwegs).

    Hast du die Möglichkeit, zusätzlich zu dieser online SHG vielleicht auch noch eine Therapie zu machen?

    Dein Mann trinkt auch? Ist er derzeit da oder auf Montage? (Ich frage u.a. wegen der alkoholfreien Zone zu Hause.)

    Ich wünsche dir hier ein hilfreiches Schreiben (und Lesen) und einen guten nüchternen Abend.

    Viele Grüße
    Thalia

    Mir ist heute gerade nochmal etwas klar geworden, das zu diesem Thema passt.

    Wenn ich bei anderen lese (oder in der realen Gruppe anderen zuhöre), dann sehe ich manchmal Dinge, die auf mich selbst genauso zutreffen, die ich aber bei mir selbst niemals hätte erkennen können. Erst beim anderen kann ich plötzlich das Muster sehen - und wenn ich dann aufmerksam bin, es auch auf mich übertragen.

    Das trifft im übrigen auf den Co-Abhängigen genauso zu wie auf den Abhängigen, oder?

    Grüße
    Thalia