Hallo Calida,
ich habe über deine Frage jetzt eine ganze Weile nachgedacht. Bei mir ist es ja auch erst etwas über zwei Jahre her, dass ich (wieder) angefangen habe, mich an ein alkoholfreies Leben zu gewöhnen. Trotzdem hat sich seither in meinem Leben und auch Innenleben ziemlich viel getan.
Ich glaube, einer der wesentlichen Punkte für das Gelingen war (bisher) bei mir, meine Befindlichkeiten ernst zu nehmen.
Wenn ich mich gestresst und überfordert fühle, dann nehme ich das ernst und zum Anlass, etwas zu ändern. Schnell und mit hoher Priorität. "Das geht nicht" zählt bei mir nur noch sehr selten.
Das bedeutete und bedeutet auch jetzt noch immer wieder mitunter ziemlich krasse Änderungen. Welche genau das sein sollten, hängt von dir ab und den Situationen, in denen deine Sucht "anspringt".
Zum Beispiel verabredete ich mich nicht mehr mit Menschen, bei denen ich "Druck" verspürte. Sozialen Druck meine ich jetzt.
Ich öffnete mich anderen ausgewählten Menschen in viel höherem Maße und stellte fest, dass diese Begegnungen von "stressig" zu heilsam mutierten.
Ich beschäftigte mich sehr intensiv mit mir, sprach über mich und las und begann mit Meditation.
Wenn du am Wochenende mit deinen Kindern auf dich alleine gestellt bist, ist das ja vielleicht nicht die Zeit, um die "zu stellen". Du stellst dich ja, in dem du etwas veränderst. Zum Beispiel auch die Art, wie du am Wochenende die Zeit verbringst. Welche Freiräume du dir schaffst. Können sich deine Kinder verabreden? Kannst du dich mit einer Freundin verabreden?
Kannst du noch weiter in die Richtung denken, die du hier schon einmal angerissen hattest - eventuell deine Arbeitsbelastung zu verringern? Radikales Denken. Es geht um deine Gesundheit und letztlich um dein Überleben.
Viele Grüße
Thalia