Beiträge von Thalia1913

    Hallo Nori,


    ich habe mich, nachdem ich trocken wurde, auch ganz ganz schrecklich gefühlt. Bei mir war es nicht so sehr der körperliche Raubbau, sondern der seelische, und die Verletzungen, die ich anderen zugefügt hatte, die mich zermürbten.

    Ich weiß nicht mehr wer, aber irgendein kluger trockener Alkoholiker hat mich dann darauf hingewiesen, dass genau diese schlechten Gefühle, die Schuldgefühle, die Verzweiflung, der Selbstekel, all das, mich in der Sucht gefangen halten. So mal ein bisschen bildlich gesprochen, dass die Sucht dadurch hintenrum auf einen Rückfall hinarbeitet.

    Das so zu sehen hat mir (mitunter) geholfen, mich nicht zu sehr in diese schlechten Gefühle fallen zu lassen.

    Alles Gute auf deinem trockenen Weg und für den Austausch hier im Forum!

    Thalia (die auch erst mit Ü-40 trocken werden konnte)

    Hallo Robyn,


    herzlichen Glückwunsch zu den 6 ersten trockenen Monaten. :)

    Ich bin seit Ende 2013 trocken, und ich sehe es definitiv als Risiko für mich, wenn in meinem Haushalt Alkohol wäre. Daher bleibt mein Haushalt auch weiterhin alkoholfrei.


    Dass du spürst, dass es dir nicht gut täte, Alkohol bei dir im Haushalt zu haben, ist doch ein gutes Zeichen, finde ich. Du lässt den potenziell nassen Gedanken („ach, das macht mir gar nichts aus“) keinen Raum.

    Für mich gibts in Sachen Sicherung meiner Trockenheit keine Kompromisse. Das würde für mich bedeuten, meine Alkoholabhängigkeit nicht ernst genug zu nehmen.


    Viele Grüße

    Thalia

    Hallo Esteban,

    willkommen hier im Forum. :)

    In deinem ersten Text hast du geschrieben:

    Ich fürchte mich vor Überreizungen wie Angst,Wut,Glücksgefühle, emotionale Hochgefühle die mich wieder zur Flasche greifen lassen.


    und dann jetzt dies:

    Kennt Ihr das auch ?

    An einem Tag wie Heute hab ich echt ne dünne Haut. War grad mit meiner Frau einkaufen und mich störte einfach alles. Die Menschen, Die Angebote , Die Preise. Vor allem aber die Menschen. Ich merke das Unruhe... Agressivität in mich aufstieg. Ich summte in Gedanken einfach ein Lied und es half etwas. Ja und mit Wut hat mein Suchtgedächtnis immer mit Alk reagiert. Gott sei Dank war meine Frau dabei und ich doch den Willen habe das Gift nicht mehr zu kaufen. Es war nicht sehr akut aber eben mit emotionalem Ungleichgewicht um zu gehen muss ich halt noch mehr lernen und trainieren.


    Ich hab nicht im Kopf, wie lange du jetzt abstinent bist.

    Bei mir war es so, dass ich, als ich schon länger nüchtern war, merkte, dass mich manche Dinge weiterhin anstrengen und ich überreizt werde, z.B. von vielen Menschen beim einkaufen. Für mich war daher wichtig, nicht nur „den Willen“ zu haben, nicht mehr zu trinken (wie du schreibst), sondern auch langfristig mich anders zu verhalten. Ich muss mich manchen Situationen ja einfach nicht mehr aussetzen, wenn ich merke, dass ich damit nicht gut klar komme. Inzwischen bin ich ziemlich lange trocken und ich habe in einem vollen Einkaufsladen keine Angst mehr in Bezug auf meine Abstinenz, aber ich bin halt einfach sehr empfänglich für Reize und filtere nicht genug aus, und das tut mir nicht gut.

    Als ich nüchtern wurde, konnte ich nach und nach entdecken, wie ich so ticke, und wo ich vielleicht durch Veränderungen nicht nur meine Trockenheit absichern, sondern generell meine Lebensqualität verbessern kann.


    Viele Grüße und einen gute Austausch dir weiterhin.

    Thalia

    Hallo Dante.


    könntest du mich vorsorglich mit für den Tisch im Restaurant berücksichtigen?

    Ich weiß immer noch nicht definitiv, ob ich kommen kann/werde, aber wenn, denn wäre ich da auch gerne dabei.


    Viele Grüße und danke!

    Thalia

    Ein Buch zum Thema „Wut“, das ich vor Jahren mehr als einmal gelesen habe.

    Von Harriet Lerner: „Wohin mit meiner Wut“.

    Fand ich damals richtig hilfreich.
    Ich kannte Phasen, da war null Wut in mir, als stünde mir so ein Gefühl gar nicht zur Verfügung, und dann auch wieder Phasen, in denen ich richtig Angst vor der Zerstörungskraft meiner Wut entwickelte. Beides fand ich in dem Buch beschrieben, und es hat mir geholfen, mich besser zu verstehen.

    Hallo Maeron,

    vielleicht war es unbewusst schon länger so, dass es sich so entwickelt hat

    Dann hilft vielleicht das Bewusstmachen.


    Das tust du ja auch schon, indem du aufzählst, was vielleicht Faktoren sind/waren, die für dich Risiko bedeuten.

    Darin liegen dann vielleicht auch schon ein paar Antworten auf deine Frage bzw. Feststellung:

    Ich wüsste nicht was ich verändern könnte.


    Von hier aus (also von mir aus, von außen) sieht es so aus, als wäre es wichtig, nicht einfach so weiterzumachen wie bisher. Auch wenn es „an sich immer geklappt“ hat.

    Dass du bei „weniger Kontrolle“ durch den Wegfall der Reha und das Alleinesein am Wochenende Suchtdruck bekommst, klingt für mich so, als seiest du noch nicht in deinem trockenen Leben angekommen.

    Mir hat dabei (wirklich trocken zu werden) die regelmäßige Beschäftigung mit meinem Alkoholismus hier und anderswo entscheidend geholfen.


    viele Grüße

    Thalia

    Hallo Maeron,

    zunächst: Ich freu mich wirklich für dich, dass du gestern nicht weitergetrunken hast. Vielleicht ist der Rückfall ja wirklich gestoppt, das wird die nächste Zeit zeigen, und du liest dich entschlossen.

    Allerdings: Ich empfand deinen Rückfall schon so ein bisschen „mit Ansage“, will damit sagen, es hat mich nicht so sehr überrascht.

    Du hast in der Vergangenheit ab und zu mal von kritischen Situationen und Suchtdruck geschrieben (zum Beispiel kürzlich hier #483 am 8.3.), aber nicht wirklich etwas geändert.

    Wie siehst du das?

    Viele Grüße und danke fürs Teilen hier!

    Thalia